Kursprognosen sind der Versuch, einen realistischen Ausblick auf die Wertentwicklung des jeweiligen Assets zu bieten. Sie sind für Unternehmen und sogar Staaten ebenso von Interesse wie für private Anleger. Denn der Handel an Börsen und Terminbörsen, ebenso die außerbörsliche Spekulation, lohnt sich bei günstigen Käufen und Verkäufen mit Gewinn.
Prognosen der Wertentwicklung hängen jedoch von verschiedenen Faktoren ab – und deren Zusammenspiel. Wir erläutern, wie Kursprognosen entstehen, was Experten berücksichtigen und über welchen Zeitrahmen sie erstellt werden.

Wesentliche Punkte
Investitionen und Spekulationen wollen Gewinne erzielen – dazu müssen sich Teilnehmer an den Börsen orientieren. Wie wird sich eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff entwickeln? Lohnt sich eine langfristige Anlagestrategie, oder eher die Spekulation auf fallende Kurse?
Kursprognosen bemühen sich um eine Analyse der möglichen Entwicklungen. Finanzexperten entwerfen in ihren Szenarien einen Handlungsrahmen und kommen dem Informationsbedarf der Nutzer entgegen. Ohne die Expertenmeinungen müssten Anleger und Trader für jeden Anwendungsfall eine eigene Analyse erstellen und sich unter Umständen durch einen Berg von Daten arbeiten.
Eine detaillierte Kursprognose von Spezialisten ersetzt nicht die eigene Information und erhebt auch keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit – doch sie kann ein Ausgangspunkt für Strategien sein.
Schon kurzfristige Prognosen unterliegen dem Einfluss unterschiedlicher Aspekte. Sie alle wollen berücksichtigt sein und sind natürlich ihrerseits wieder nicht hundertprozentig berechenbar. Bei einer DAX Prognose oder Goldpreis Prognose – um nur zwei Beispiele zu nennen – stützen sich Analysten unter anderem auf die folgenden Faktoren:
Einen direkten Einfluss auf Kursprognosen haben die Zentralbanken der wichtigsten Volkswirtschaften und deren Zinspolitik. Der Leitzins hat Auswirkungen auf die Wechselkurse relevanter Währungen, die wiederum international gehandelte Assets beeinflussen – und damit beispielsweise die Ölpreis Prognose. Auch andere wichtige wirtschaftliche Aspekte wie Kreditverzinsungen und Inflation, und damit die Entwicklung von Unternehmen, berührt die Leitzinspolitik unmittelbar.
Politische Entscheidungen wie die Einführung oder Anhebung von Zöllen, sogenannte „Handelskriege“ und tatsächliche Konflikte wirken sich auf Versorgung und Handel aus. Da sie Verunsicherung schaffen, beeinflussen sie Angebot und Nachfrage auch psychologisch.
Technologischer Fortschritt kann sich zu einem disruptiven Element entwickeln – wie im Fall der Elektromobilität und deren Ausbau auch in Schwellenländern. Innovation tangiert klassische Märkte aus den Segmenten Aktien und Rohstoffe, weil sie neue Marktbedingungen schafft. Sie kann vorhandene Kursprognosen gründlich umkrempeln.
Schon der Überblick über die wichtigsten Elemente einer Kursprognose lässt ahnen, wie komplex sich die Analyse gestaltet – das gilt für Ausblicke auf einen Rohstoff mit einer Silberpreis Prognose genau so wie für eine NASDAQ 100 Prognose. Obendrein wird sie für verschiedene Zeithorizonte und Szenarien erstellt!
Institutionelle und private Teilnehmer an den Märkten verfolgen sehr unterschiedliche Strategien. Große Fondsgesellschaften orientieren sich anders als ein privater Swingtrader. Die Informationen, die für den langfristigen Kauf größerer Aktienpakete zugrunde gelegt werden, sind andere als die für zeitlich begrenzte Trades. Deshalb werden Kursprognosen für drei Zeithorizonte erstellt:
Insbesondere wenn Kursprognosen über die unmittelbaren Folgemonate hinausgehen, wird es knifflig für die Experten. Was bei einer einzelnen Aktie noch angehen kann, wird für einen weltweit gehandelten Rohstoff, einen Index oder einen sehr relevanten Wechselkurs zur Herausforderung. Daher beschränken sich Prognosen vor allem über längere Zeithorizonte nicht auf ein Szenario. Sie bemühen sich darum, drei denkbare Entwicklungen vorherzusehen:
Eine Kursprognose – so viel dürfte jetzt klar sein – ist zwar sachlich fundiert, aber kein Erfolgsgarant. Zu vielfältig sind die Faktoren, die auf die Wertentwicklung einwirken. Oft genügt eine leichte Veränderung bei nur einem Element, um die Kurse nachhaltig und auf längere Zeit steigen oder fallen zu lassen.
Dennoch sind ausführliche Prognosen ein wertvolles Hilfsmittel für die eigenen Finanzziele. Als Schutz vor Risiken und Verlusten reichen sie jedoch nicht aus. Für die Umsetzung eines effektiven persönlichen Risikomanagements werden zusätzliche Maßnahmen empfohlen:
Eine gute Kenntnis nicht nur der Weltpolitik und Wirtschaft, sondern auch der Besonderheiten der Anlageklassen und der Handelstools hilft bei der Einbindung von Kursprognosen in die eigenen Aktivitäten.
Kursprognosen bieten eine Einschätzung der zukünftigen Wertentwicklung von Assets wie Aktien oder Rohstoffen. Sie helfen Anlegern, informierte Entscheidungen auf der Grundlage von Marktanalysen zu treffen.
Prognosen werden von makroökonomischen Faktoren, geopolitischen Ereignissen und technologischen Innovationen beeinflusst. Diese Aspekte wirken sich auf Angebot und Nachfrage sowie auf die allgemeine Marktentwicklung aus.
Obwohl Kursprognosen auf fundierten Analysen basieren, sind sie nicht immer zu 100 % zuverlässig. Unvorhersehbare Ereignisse können die Vorhersagen schnell ungenau machen.
Kursprognosen werden für verschiedene Zeithorizonte erstellt, einschließlich kurz-, mittel- und langfristiger Ausblicke. Diese Prognosen reichen von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren.
Kursprognosen können als wertvolle Orientierung dienen, sollten jedoch nicht alleinige Grundlage für Investitionen sein. Eine Kombination mit eigenem Risikomanagement und Streuung der Investitionen hilft, Risiken zu minimieren.
Prognosen zur Entwicklung der Märkte, ob kurz- oder langfristig, sind keineswegs ein Blick in die Kristallkugel. Sie stützen sich auf die gründliche Auswertung wirtschaftlicher Kennzahlen und eine profunde Kenntnis politischer und ökonomischer Abläufe. Dennoch sind sie natürlich nicht unfehlbar, sie unterliegen schon bei kurzfristigen Horizonten sehr vielen unwägbaren Einflüssen.
Trotz des Elements der Ungewissheit geben Kursprognosen eine Handhabe – allerdings sollte man sich nicht ausschließlich auf die Expertise Dritter stützen. Neben eigenen Informationen ist es vor allem ein persönliches Risikomanagement, das dabei hilft, auf der Basis einer Prognose eigene Investitionen zu realisieren, ohne dabei Schiffbruch zu erleiden.
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