

Goldman Sachs hebt seine Prognose für Brent-Rohöl im Dezember 2026 von 80 auf 85 US-Dollar je Barrel an. Gemessen am aktuellen Brent-Kurs von 97,30 Dollar bleibt selbst das neue Ziel allerdings deutlich unter dem Marktpreis. Für die Ölpreis-Prognose von heute ist das ein wichtiger Unterschied: Die Bank rechnet zwar mit länger anhaltenden Störungen der Schifffahrt im Nahen Osten, aber der Markt hat einen erheblichen Teil dieses Risikos bereits eingepreist.
Sollten jedoch die Engpässe bei den Ölexporten der Region weiterhin fortbestehen, hält Goldman einen Brent-Preis von mehr als 120 Dollar in naher Zukunft für möglich. Laut Aussagen des Bankhauses könnte dieses Niveau schon 2027 im pessimistischsten Szenario zur Normalität werden.
Aber so schlimm muss es nicht kommen: Zusätzliche Lieferungen aus den USA und Brasilien, sowie von anderen Produzenten außerhalb des Nahen Ostens könnten die Ausfälle teilweise ausgleichen.
Brent notiert in der laufenden Wochenkerze bei 97,30 US-Dollar je Barrel und damit 1,52 Prozent über dem Wochenschluss der letzten Handelswoche. Die bisherige Handelsspanne reicht dabei von 95,97 bis 98,06 Dollar.
Unterstützung erhält der Preis von der angespannten Versorgung im Nahen Osten: Die Opec+ lässt ihre Förderziele im Oktober erstmals seit dem vergangenen Herbst unverändert, nachdem die tatsächliche Produktion nach Angaben des Handelsblatts wegen des militärischen Konflikts mit Iran und der eingeschränkten Transporte durch die Straße von Hormus hinter den vereinbarten Mengen zurückgeblieben war.
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch einen von den Huthi-Rebellen gemeldeten Angriff auf Anlagen von Saudi Aramco.
Dennoch bleibt der Preisanstieg weit von den zu Beginn des Konflikts genannten Extremprognosen entfernt. Gründe hierfür sind:
Möglich ist letzteres, weil kleinere Tanker, mit zeitweise abgeschalteten Ortungssysteme die Meerenge passieren und Umladungen auf See stattfinden.
Sowohl diese Ausweichrouten, als auch die zusätzlichen Fördermengen begrenzen den Preis nach oben, obwohl die Exporte aus der Golfregion nach wie vor unter Vorkriegsniveau liegen.
Auch charttechnisch bleibt die Aufwärtsbewegung intakt, solange Brent oberhalb des Kijun-sen bei 94,64 Dollar notiert. Der Kurs liegt über der Ichimoku-Wolke, deren Oberkante bei 92,14 Dollar verläuft.
Der MACD bestätigt den jüngsten Anstieg: Die MACD-Linie steht über der Signallinie von Punkten und auch das Histogramm ist im Wochenchart weiterhin positiv.
Für die Ölpreis-Prognose von heute bildet die Marke von 100 Dollar den nächsten Zielbereich.
Sollte diese Marke nachhaltig, also auf Wochenschluss, gebrochen werden, würde das einen bullischen Ausbruch bestätigen.
Bei einem erneuten Scheitern liegt im Bereich von 94,64 US-Dollar die erste Unterstützung. Danach folgen Wolkenoberkante bei etwa 92,14 US-Dollar und die Wolkenunterkante bei 89,11 US-Dollar.
Stand der letzten Aktualisierung: 08.09.2026.

Viele Faktoren üben Druck auf den Ölpreis aus (Foto: Shutterstock/ Nattapon Saisaard)
Die technische Analyse ist für unsere Ölpreis-Prognose aktuell ein wichtiges Werkzeug, weil sie hilft, Kursverläufe unabhängig von tagesaktuellen Nachrichten einzuordnen. Gerade in einer Phase, in der geopolitische Meldungen den Ölpreis kurzfristig stark bewegen, liefert der Blick auf Trends, Kursmarken und Indikatoren zusätzliche Orientierung.
Die Analyse berücksichtigt bewusst mehrere Zeitebenen: Der Monatschart zeigt die langfristige Struktur des Ölpreises, der Wochenchart die mittelfristige Tendenz und der Tageschart kurzfristige Reaktionsbereiche. Ein Aufwärtstrend gilt als intakt, solange höhere Hochs und höhere Tiefs entstehen und die gleitenden Durchschnitte steigen. Verliert allein der Tageschart an Dynamik, während Wochen- und Monatschart intakt bleiben, ist das zunächst eine normale Konsolidierung und kein automatischer Trendbruch.

Wochenchart von Brent
Unterstützungen und Widerstände sind selten exakte Punktmarken, sondern Zonen, in denen der Ölpreis zuvor wiederholt reagiert hat, wie etwa frühere Hochs und Tiefs, runde Marken wie 90 oder 100 US-Dollar oder gleitende Durchschnitte.
Ein kurzes Überschreiten allein bestätigt noch keinen Ausbruch; aussagekräftiger sind klare Schlusskurse außerhalb der bisherigen Spanne und eine Bestätigung in der folgenden Handelsperiode. Wird eine ehemalige Widerstandszone von oben getestet und anschließend gekauft, hat sie sich häufig in eine Unterstützung verwandelt.
Das Betrachten von Indikatoren ist für die Ölpreis-Prognose deshalb wichtig, weil einzelne Kennzahlen wie gleitende Durchschnitte, RSI oder MACD helfen, die Stärke und Nachhaltigkeit eines Trends objektiver einzuschätzen als eine reine Chartbetrachtung.
Der Ölpreis notiert aktuell über dem 100- und dem 200-Tage-Durchschnitt, was auf eine grundsätzlich intakte Aufwärtsbewegung hindeutet. Mehrere Analysehäuser werten das Signal auf Tagesbasis aktuell als „Kauf“ beziehungsweise „Strong Buy“. Für die Entwicklung bis zum Ende der Woche spricht das eher für eine Fortsetzung der übergeordneten Aufwärtstendenz, solange der Kurs nicht unter die genannten Durchschnittslinien fällt.
Der MACD zeigt aktuell ein grundsätzlich bullisches Bild, da die MACD-Linie oberhalb der Signallinie verläuft. Für die kommenden Handelstage spricht das für eine anhaltende, wenn auch möglicherweise abflachende Aufwärtsdynamik. Ein Crossover nach unten wäre ein erstes Warnsignal für eine Trendwende.
Der Ichimoku verbindet Trend, Momentum sowie mögliche Unterstützungen und Widerstände in einer Kennzahl. Oberhalb der Kumo-Wolke herrscht grundsätzlich bullisches Terrain, innerhalb der Wolke eine neutrale Zone und darunter ein bärisches Umfeld.

Der Ölpreis ist stark von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig (Foto: Shutterstock/ sizsus art)
Die Prognose und Entwicklung des Ölpreises wird aktuell von mehreren Faktoren gleichzeitig beeinflusst, die teils gegenläufig wirken und die Ölpreis-Analyse entsprechend komplex machen.
Die Förderpolitik der OPEC+ gehört zu den wichtigsten fundamentalen Einflussfaktoren für den Ölpreis. Veränderungen der Förderquoten können das weltweite Angebot erhöhen oder verknappen und dadurch erheblichen Einfluss auf Brent und WTI haben.
Die US-Lagerdaten gewinnen aktuell besondere Bedeutung, weil die strategische Ölreserve der USA zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 1983 gefallen ist. Ein weiterer Rückgang der kommerziellen Lagerbestände würde als klar positiv für den Ölpreis gewertet, da er die ohnehin angespannte Versorgungslage zusätzlich unterstreicht. Ein unerwarteter Lageraufbau könnte dagegen kurzfristig dämpfend wirken.
Chinas Rohölimporte waren im Juni um mehr als 40 % im Jahresvergleich eingebrochen, was jedoch vor allem am Abbau hoher Lagerbestände lag und nicht an einem plötzlichen Nachfrageeinbruch. Im August zeichnet sich bereits eine leichte Erholung der Importe aus dem Nahen Osten ab. Insgesamt wirkt der Faktor China damit aktuell eher neutral: Die riesigen chinesischen Reserven von schätzungsweise 1,2 Milliarden Barrel dämpfen zwar kurzfristig die Importnachfrage, dürften mittelfristig aber wieder aufgefüllt werden müssen.
Der seit Ende Februar 2026 andauernde Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran bleibt der mit Abstand dominanteste Faktor. Neue Angriffe wie zuletzt auf die Jazan-Raffinerie oder auf Tanker in Hormus wirken klar preistreibend, da sie die Versorgungssicherheit unmittelbar infrage stellen. Auch neue, verschärfte Forderungen zwischen Washington und Teheran verlängern die Unsicherheit und wirken damit tendenziell positiv für den Ölpreis.
Neben der OPEC+ spielt auch die tatsächliche Förderfähigkeit der betroffenen Staaten eine Rolle. Solange die Straße von Hormus nur eingeschränkt passierbar ist, bleibt ein erheblicher Teil der offiziell verfügbaren Kapazitäten faktisch ungenutzt. Dieser Umstand wirkt strukturell unterstützend für den Ölpreis, unabhängig von den formalen OPEC+-Beschlüssen.
Der mittelfristige Ölpreis-Ausblick bleibt von einem Spannungsfeld zwischen geopolitischen Angebotsrisiken und der fundamentalen Entwicklung von Angebot und Nachfrage geprägt. Besonders wichtig bleibt die Situation im Persischen Golf. Einschränkungen wichtiger Transportwege können erhebliche Mengen des weltweiten Ölhandels betreffen und dadurch eine zusätzliche Risikoprämie im Ölpreis auslösen.
Auf fundamentaler Seite hängt die weitere Entwicklung davon ab, wie sich die Fördermengen der OPEC+ und anderer wichtiger Produzenten, die weltweite Nachfrage sowie die globalen Lagerbestände entwickeln. Steigt das Angebot schneller als die Nachfrage, könnte dies mittelfristig für Preisdruck sorgen. Produktionsausfälle oder eine stärkere Nachfrage könnten den Markt dagegen weiter verknappen.
Damit bleibt die Bandbreite möglicher Entwicklungen vergleichsweise groß. Eine geopolitische Entspannung in Verbindung mit einem steigenden Ölangebot würde für niedrigere Preise sprechen. Länger anhaltende Lieferstörungen oder eine erneute Eskalation in wichtigen Förderregionen könnten Brent dagegen auf einem erhöhten Niveau halten oder einen weiteren Preisanstieg auslösen.
Für den mittelfristigen Ölpreis-Ausblick ergeben sich damit sowohl Chancen auf eine Entspannung als auch Risiken für längerfristig hohe Preise. Entscheidend ist vor allem, wie sich geopolitische Konflikte, Fördermengen und die weltweite Nachfrage entwickeln.
In der Gesamtbetrachtung bleibt der mittelfristige Ölpreis-Ausblick von außergewöhnlich großen Unsicherheiten geprägt. Eine geopolitische Entspannung, steigende Fördermengen und wachsende Lagerbestände könnten die Preise in den kommenden Monaten unter Druck setzen. Bleiben wichtige Transportwege dagegen eingeschränkt oder kommt es zu neuen Produktionsausfällen, dürfte sich eine erhebliche Risikoprämie im Ölpreis halten.
Für die kommenden sechs bis zwölf Monate ist deshalb weniger ein einzelnes Preisziel entscheidend als die Frage, wie sich das Verhältnis zwischen tatsächlich verfügbarem Angebot und weltweiter Nachfrage entwickelt. Besonders starke Preisbewegungen bleiben möglich, solange geopolitische Risiken wichtige Förderregionen und Transportwege betreffen.

Historische Ölpreis-Entwicklungen dienen für zukünftige Prognosen (Foto: Shutterstock/ Hodoimg)
Anleger und Trader, die von Bewegungen beim Ölpreis profitieren oder sich gegen steigende Energiekosten absichern möchten, können auf verschiedene Anlageprodukte zurückgreifen. Die folgende Übersicht stellt die gängigsten Möglichkeiten vor.
CFDs ermöglichen den gehebelten Handel auf steigende wie fallende Ölpreise, ohne dass der Rohstoff physisch geliefert wird. Sie eignen sich vor allem für kurzfristig orientierte Trader, die von Tagesschwankungen laut der aktuellen Ölpreis-Prognose profitieren möchten, bergen aufgrund der Hebelwirkung aber ein erhöhtes Verlustrisiko. Der Handel erfolgt über spezialisiert CFD-Broker oder einige Wertpapierbroker, die zusätzlich CFD-Trading offerieren.
Manche ETCs bilden die Preisentwicklung von Rohstoffen wie Gold, Silber und Brent oder WTI als Rohöl meistens über Terminkontrakte ab. Sie sind vergleichsweise einfach handelbar und eignen sich eher für mittelfristig orientierte Anleger, die eine Position ohne tägliche Beobachtung halten möchten. Zu beachten sind mögliche Rollverluste bei länger laufenden Terminkontrakten.
Öl-Zertifikate, etwa Knock-out- oder Faktor-Zertifikate, bilden die Kursentwicklung mit unterschiedlichem Hebel ab. Sie erlauben eine flexible Positionierung entlang der eigenen Markteinschätzung, erfordern aber ein genaues Verständnis der jeweiligen Produktstruktur, insbesondere bei Knock-out Schwellen.
Öl-Futures sind Terminkontrakte, die direkt an Börsen wie der ICE oder der NYMEX gehandelt werden und die Grundlage für viele andere Ölprodukte bilden. Sie richten sich vor allem an erfahrene Marktteilnehmer, da sie mit Nachschusspflichten und größeren Kontraktgrößen verbunden sein können.
Optionen auf Öl-Futures geben Ihnen das Recht, Öl zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Sie eignen sich sowohl zur Absicherung bestehender Positionen als auch für gezielte Spekulationen auf bestimmte Kursbereiche, etwa im Rahmen einer eigenen Ölpreis-Analyse, erfordern jedoch fundierte Kenntnisse der Optionsbewertung.
Welches Finanzprodukt im Einzelfall passt, hängt von Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Erfahrungen ab. Wenn Sie kurzfristig von der tagesaktuellen Ölpreis-Prognose profitieren möchten, greifen Sie eher zu CFDs, während mittelfristig orientierte Anleger und Trader häufiger auf ETCs oder Zertifikate setzen.
Der Ölpreis wird von zahlreichen Faktoren bestimmt. Besonders wichtig sind Angebot und Nachfrage, Fördermengen der OPEC+, geopolitische Konflikte, weltweite Konjunktur, Lagerbestände und Wechselkurse. Auch saisonale Schwankungen sowie Entscheidungen großer Förderländer können die Preisentwicklung kurzfristig und langfristig deutlich beeinflussen.
Eine Ölpreis-Prognose kann mögliche Entwicklungen aufzeigen, aber keine zukünftigen Preise garantieren. Der Ölmarkt reagiert empfindlich auf unerwartete Ereignisse wie politische Krisen, Produktionsausfälle oder Nachfrageschocks. Deshalb sollten Prognosen regelmäßig aktualisiert und immer im Zusammenhang mit aktuellen Marktdaten betrachtet werden.
Die OPEC+ besitzterheblichen Einfluss auf das weltweite Ölangebot. Änderungen der Förderquoten können das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage verändern und dadurch Preisschwankungen auslösen. Für eine fundierte Ölpreis-Analyse ist es daher wichtig, Förderentscheidungen und die tatsächliche Produktion genau zu beobachten.
Eine wachsende Weltwirtschaft benötigt normalerweise mehr Energie für Industrie, Transport und Produktion. Steigt die globale Nachfrage nach Öl, kann dies den Preis unterstützen. Bei einer wirtschaftlichen Abschwächung sinkt der Verbrauch häufig, sodass Konjunkturdaten und wirtschaftliche Erwartungen deshalb wichtige Bestandteile einer Ölpreis-Prognose sind.
Politische Spannungen können den Ölpreis erheblich beeinflussen, insbesondere wenn wichtige Förderregionen oder Transportwege betroffen sind. Bereits die Sorge vor möglichen Lieferunterbrechungen kann zu steigenden Preisen führen. Umgekehrt können Entspannung und sichere Versorgungserwartungen den Risikozuschlag und somit den Preis am Ölmarkt wieder reduzieren.
Brent und WTI sind zwei wichtige internationale Rohöl-Referenzsorten. Brent dient vor allem als Benchmark für den europäischen und internationalen Ölhandel, während WTI besonders für den nordamerikanischen Markt relevant ist. Beide Preise können sich ähnlich entwickeln, weisen aufgrund regionaler Faktoren jedoch unterschiedliche Preisniveaus auf.
Die Entwicklung der weltweiten und regionalen Öllagerbestände liefert wichtige Hinweise auf das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Steigende Bestände können auf ein Überangebot hindeuten und den Preisdruck erhöhen. Sinkende Lagerbestände können dagegen eine knappere Versorgung signalisieren und den Ölpreis unterstützen.
Eine seriöse Bewertung sollte mehrere Faktoren miteinander verbinden. Dazu gehören fundamentale Marktdaten, technische Kursentwicklungen, Konjunkturaussichten, Förderpolitik und geopolitische Risiken. Statt sich auf eine einzelne Vorhersage zu verlassen, ist es sinnvoll, verschiedene Szenarien zu vergleichen und die zugrunde liegenden Annahmen kritisch zu prüfen.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.