

Mit zunehmender Leistungsfähigkeit vorhandener KI-Modelle wächst die Sorge staatlicher Akteure und privater Unternehmen davor, dass diese für Angriffe genutzt werden. Die Tatsache, dass es sowohl bei Anthropic als auch OpenAI zu kritischen Vorfällen in Tests gekommen ist, gibt den Befürchtungen neue Nahrung. Cybersecurity wird zu einem Sektor der IT-Branche, der zunehmend in den Fokus rückt.
KI stellt die Sicherheitsunternehmen vor neue Herausforderungen, schafft gleichzeitig aber auch eine hohe Nachfrage. Davon profitieren Marktteilnehmer, die Netzwerke, Endgeräte, Cloud-Anwendungen und digitale Identitäten schützen. Durch Investitionen in Cybersecurity-Aktien partizipieren Anleger nicht nur an diesem wachsenden Markt, sondern diversifizieren ihr Depot um eine wichtige Komponente.
Cyber- und digitale Sicherheit ist ein zentraler Aspekt, der das Leben und den Alltag vieler Menschen in Zukunft beeinflussen wird. KI löst bereits viele Aufgaben und hat sich als Tool in der Softwareentwicklung etabliert. Neben den Vorteilen bieten sich aber auch Risiken. Hierin liegt nur einer der Gründe, warum Cybersecurity-Unternehmen in Zukunft ein Wachstumsmarkt werden können. Wer hier investieren will, sollte einige Kennzahlen kennen – statt sich aus dem Bauch für Aktien zu entscheiden.
Ein zentraler Punkt ist die Frage, ob die Unternehmen steigende Umsätze realisieren oder hier eher auf der Stelle treten.
Illustriert, wie viel zukünftiges Gewinnwachstum bereits im Kurs steckt.
Dahinter steckt ein Maß für die Profitabilität der Unternehmen.
Bildet den auf zwölf Monate hochgerechneten Wert wiederkehrender Verträge ab.

CrowdStrike (Foto: Shutterstock/ bluestork)
CrowdStrike ist einer der bekanntesten Cloud-basierten Cybersecurity-Anbieter. Dessen Falcon-Plattform schützt Endgeräte, Cloud-Workloads, digitale Identitäten und Unternehmensdaten. Parallel baut der Konzern seine Plattform weiter aus und setzt dafür auch auf KI-basierte Sicherheitsfunktionen.
| Kennzahl* | Wert |
|---|---|
| Umsatzwachstum 2028 (Schätzung) | ca. 22,7 Prozent |
| Forward-KGV 2028 (Schätzung) | ca. 155 |
| EBIT-Marge 2028 (Schätzung) | ca. 26,7 Prozent |
| FCF-Marge 2028 (Schätzung) | ca. 32,6 Prozent |
| Rule of 40 | ca. 55 |
| ARR Q2 2027 | 5,84 Mrd. USD |
5,84 Mrd. USD
* Bei allen Angaben handelt es sich um Analystenschätzungen, die tatsächlichen Ergebnisse für die betreffenden Geschäftsjahre können im weiteren Verlauf abweichen.
Die Kennzahlen unterstreichen, dass das Unternehmen ein starkes Softwaregeschäft entwickelt hat und einen erheblichen Teil seiner Umsätze auch mit wiederkehrenden Umsätzen erzielt. Die Rule of 40 liegt deutlich über der Schwelle von 40. Aber: Das Forward-KGV bleibt allerdings sehr hoch, was die Erwartungen des Marktes in die Aktie widerspiegelt. Das zentrale Risiko liegt damit vor allem in der Bewertung: Ein so hohes KGV setzt voraus, dass CrowdStrike über Jahre hohe Wachstumsraten und steigende Margen erreicht.

Palo Alto Networks (Foto: Shutterstock/ Michael Vi)
Palo Alto Networks mit Sitz in Kalifornien hat sich vom klassischen Firewall-Anbieter zu einer umfassenden Cybersecurity-Plattform entwickelt. Zum Portfolio gehören Netzwerksicherheit (Schutz physischer Netzwerke und Standorte mit modernen Firewalls), Cloud-Sicherheit und Sicherheitsoperationen (Palo Alto Networks unterstützt Sicherheits-Teams in der Abwehr von Bedrohungen mithilfe von KI). Ein zentraler Punkt ist die Bündelung bisher getrennter Sicherheitslösungen auf einer gemeinsamen Plattform.
| Kennzahl* | Wert |
|---|---|
| Umsatzwachstum 2028 (Schätzung) | ca. 14,4 Prozent |
| Forward-KGV 2028 (Schätzung) | ca. 77 |
| EBIT-Marge 2028 (Schätzung) | ca. 30,7 Prozent |
| FCF-Marge 2028 (Schätzung) | ca. 39,6 Prozent |
| Rule of 40 | ca. 54 |
| NGS ARR FY2026 | 9,10 Mrd. USD |
* Bei allen Angaben handelt es sich um Analystenschätzungen, die tatsächlichen Ergebnisse für die betreffenden Geschäftsjahre können im weiteren Verlauf abweichen.
Im Vergleich zu CrowdStrike wächst Palo Alto langsamer, erzielt dafür aber eine sehr starke Cashflow-Marge. Mit einer Rule of 40 von rund 54 kombiniert das Unternehmen Wachstum und Profitabilität. Trotzdem ist auch hier das Bewertungsniveau vergleichsweise hoch. Für die Bewertung aus Anlegersicht bleibt wichtig, dass die NGS-ARR-Kennzahl keine standardisierte ARR darstellt und Schätzungen immer von externen Faktoren sehr stark beeinflusst werden – wodurch für die betreffenden Geschäftsjahre am Ende starke Schwankungen entstehen können.

Fortinet (Foto: Shutterstock/ JHVEPhoto)
Fortinet – ein Cybersicherheitsunternehmen aus Sunnyvale (Kalifornien) – hat sich für einen etwas anderen Ansatz als viele Konkurrenten entschieden. Neben Sicherheitssoftware und Cloud-Diensten entwickelt der Konzern eigene Netzwerkhardware und Sicherheitsprozessoren. Besonders stark ist das Unternehmen bei Firewalls, Secure Networking und SASE. Eine Besonderheit ist Security Fabric: Es handelt sich um eine Cybersicherheitsplattform, die Sicherheitslösungen zu einem System zusammenführt und mit einem gemeinsamen Betriebssystem (FortiOS) arbeitet.
| Kennzahl* | Wert |
|---|---|
| Umsatzwachstum 2027 (Schätzung) | ca. 11,3 Prozent |
| Forward-KGV 2027 (Schätzung) | ca. 45 |
| EBIT-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 36,2 Prozent |
| FCF-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 37,1 Prozent |
| Rule of 40 | ca. 48 |
| Unified SASE ARR Q2 2026 | 1,405 Mrd. USD |
| Security Operations ARR | 531 Mio. USD |
* Bei allen Angaben handelt es sich um Analystenschätzungen, die tatsächlichen Ergebnisse für die betreffenden Geschäftsjahre können im weiteren Verlauf abweichen.
In der Bewertung von Fortinet fallen solide Margenkennzahlen aus. Zudem kann sich das Unternehmen durch die besondere Struktur der angebotenen Sicherheitsprodukte von Konkurrenten spürbar abheben. Die Geschäftserwartungen für 2027 und darüber hinaus sind zwar von einer gewissen Unsicherheit geprägt. Aber selbst für den Fall, dass es im KI-Sektor zu einer stärkeren Marktbereinigung käme, bleibt durch existierende Open-Source-Modelle das Angriffsrisiko weiter hoch.

Cloudflare (Foto Shutterstock Tada Images)
Cloudflare ist kein reiner Cybersecurity-Anbieter, der clientbasiert Kunden schützt, sondern sich auf Internetsicherheit spezialisiert hat. Der Konzern betreibt ein globales Netzwerk, über das Unternehmen Webseiten, Anwendungen und zunehmend auch KI-Workloads absichern. Zu den Security-Produkten gehören unter anderem DDoS-Schutz, Zero Trust, Web Application Security und API-Sicherheit.
Das Geschäft von Cloudflare wächst weiterhin zügig. Allein im zweiten Quartal 2026 erzielte Cloudflare 696 Millionen US-Dollar Umsatz und damit 36 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Für den Umsatz 2026 wird mit einem Anstieg von rund 2,87 Milliarden US-Dollar gerechnet. Schätzungen für das Jahr 2027 beziffern das Ergebnis auf 3,68 Milliarden US-Dollar, womit sich ein deutliches Plus von rund 28 Prozent ergibt. Die FCF-Marge wird mit ungefähr 15 Prozent prognostiziert, die EBIT-Marge auf 18 Prozent geschätzt. Außergewöhnlich ist das Forward-KGV von ungefähr 167, das eine starke Bewertung zeigt.
| Kennzahl* | Wert |
|---|---|
| Umsatzwachstum 2027 (Schätzung) | ca. 28,4 Prozent |
| Forward-KGV 2027 (Schätzung) | ca. 167 |
| EBIT-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 18,0 Prozent |
| FCF-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 15,1 Prozent |
| Rule of 40 | ca. 44 |
| ARR/MRR | nicht aktuell separat ausgewiesen |
* Bei allen Angaben handelt es sich um Analystenschätzungen, die tatsächlichen Ergebnisse für die betreffenden Geschäftsjahre können im weiteren Verlauf abweichen.
Cloudflare bietet innerhalb der Auswahl eines der stärksten Umsatzwachstumsprofile. Gleichzeitig ist die Bewertung sehr ambitioniert und die Cashflow-Marge deutlich niedriger als bei Palo Alto oder Fortinet. Anleger bezahlen damit in hohem Maße für die Erwartung zukünftiger Skaleneffekte.

secunet Security Networks (Foto: Shutterstock/agustin.photo)
Das 1997 gegründete Unternehmen secunet sticht aus der Auswahl heraus, da es sich hier um einen Spezialisten für staatliche und besonders sicherheitskritische IT handelt. Das deutsche Unternehmen arbeitet unter anderem für Bundesbehörden, Verteidigung, Sicherheitsorganisationen und Betreiber kritischer Infrastruktur. Zu den Schwerpunkten des Unternehmens gehören Verschlüsselungstechnik sowie Services in den Bereichen Cloud- und Netzsicherheit.
| Kennzahl* | Wert |
|---|---|
| Umsatzwachstum 2027 (Schätzung) | ca. 10,2 Prozent |
| Forward-KGV 2027 (Schätzung) | ca. 26 |
| EBIT-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 12,9 Prozent |
| FCF-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 8,0 Prozent |
| Rule of 40 | ca. 18 |
| ARR/MRR | nicht berichtet |
* Bei allen Angaben handelt es sich um Analystenschätzungen, die tatsächlichen Ergebnisse für die betreffenden Geschäftsjahre können im weiteren Verlauf abweichen.
Angesichts der besonderen Ausrichtung von secunet ist die Rule-of-40 für die Bewertung weniger aussagekräftig. Wer als Anleger das Unternehmen beobachtet, sollte sich eher auf die Auftragsentwicklung fokussieren. Gleichzeitig ist die vergleichsweise moderate Bewertung durchaus einer der Punkte, um secunet Security Networks in die persönliche Watchlist aufzunehmen.

Thales (Foto: Shutterstock/ Poetra.RH)
Thales ist keine reine Cybersecurity-Aktie, dahinter verbirgt sich ein Unternehmen, das auch in den Bereichen Verteidigung, Luftfahrt und Raumfahrt etabliert ist. Für das Segment Cybersicherheit setzt der französische Konzern unter anderem auf Verschlüsselung, Identitätsmanagement und Lösungen für sichere Kommunikation.
Der Gesamtkonzernumsatz belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf knapp 11 Milliarden Euro, zu dem der Cyberbereich etwa 1,80 Milliarden Euro beigesteuert hat. Ähnlich der Situation bei secunet wird auch von Thales keine ARR ausgewiesen. Als Mischkonzern ist die Aktie trotzdem interessant und bietet mit den Umsatzerwartungen für den Gesamtkonzern für 2027 mit knapp 26 Milliarden Euro durchaus ein Argument, das dafür spricht, Thales im Auge zu behalten.
| Kennzahl* | Wert |
|---|---|
| Umsatzwachstum 2027 (Schätzung) | ca. 9,0 Prozent |
| Forward-KGV 2027 (Schätzung) | ca. 19 |
| EBIT-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 13,1 Prozent |
| FCF-Marge 2027 (Schätzung) | ca. 9,9 Prozent |
| Rule of 40 | ca. 19 |
| ARR/MRR | nicht berichtet |
* Bei allen Angaben handelt es sich um Analystenschätzungen, die tatsächlichen Ergebnisse für die betreffenden Geschäftsjahre können im weiteren Verlauf abweichen.
Thales entwickelt sich zwar langsamer als viele klassische Cybersicherheits-Aktien, bleibt aber vor dem Hintergrund der Bewertung und der Struktur als Mischkonzern für Anleger interessant. Gerade die Kombination aus digitaler Sicherheit, Verteidigung und Luftfahrt erklärt die besondere Position von Thales.

Cybersecurity-Aktien erleben derzeit auch ein signifikantes Wachstum (Foto: Shutterstock/ David Gyung)
Digitale Sicherheit war lange von einem Hin und Her zwischen Hackern bzw. Cyberkriminellen und Securityexperten geprägt, das sich eher im Verborgenen abgespielt hat. Inzwischen steht die Branche einer neuen Herausforderung gegenüber: KI. Der Ausbruch einiger bekannter Modelle aus Testumgebungen unterstreicht, wie wichtig dieses Segment ist und in den kommenden Jahren sein wird. Einerseits können Hacker KI einsetzen, um sich einen Vorsprung zu verschaffen und Lücken zu nutzen. Die Vorfälle der jüngsten Vergangenheit zeigen aber auch, dass KI-Agenten zur Erreichung ihrer Ziele Exploits selbständig aufdecken und nutzen. Die Entwickler der Sicherheitslösungen haben zu diesem Wettrennen sicher ein ambivalentes Verhältnis: Einerseits sollen sie auch KI aufhalten, nutzen die künstliche Intelligenz aber selbst zur Verbesserung ihrer Produkte.
Nur eingeschränkt, da viele US-Unternehmen wie CrowdStrike oder Palo Alto Networks stark mit Cloud-Abonnements und wiederkehrenden Umsätzen arbeiten. Europäische Unternehmen wie secunet oder Thales erzielen dagegen einen größeren Anteil ihres Geschäfts mit Behörden, Verteidigung, Hardware oder projektbasierten Sicherheitslösungen.
Künstliche Intelligenz wird sowohl von Sicherheitsanbietern als auch von Angreifern eingesetzt. Cybersecurity-Unternehmen nutzen KI beispielsweise zur Erkennung ungewöhnlicher Verhaltensmuster, zur automatisierten Analyse von Bedrohungen und zur Priorisierung von Sicherheitsvorfällen. Gleichzeitig können Angreifer KI für Phishing, die Entwicklung von Malware oder automatisierte Attacken verwenden.
Das hängt stark vom Unternehmen ab. CrowdStrike und Cloudflare besitzen einen ausgeprägten Wachstumscharakter und werden entsprechend stark anhand zukünftiger Umsatz- und Gewinnsteigerungen bewertet. Einige Werte befinden sich dagegen in einer Transformationsphase, während andere Aktien eher etablierten Qualitätsunternehmen ähneln.

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