

Anleger brauchen 2026 ein Portfolio, das robust aufgestellt ist und die geopolitischen Risiken auffangen kann. Aktien für die Ewigkeit, die auch über mehrere Jahre oder Jahrzehnte gehalten werden können, sind der Kern, auf dessen Schultern diese Strategie ruht. Während Aktien aus dem Small- und Microcap-Segment Wachstum generieren, sind Werte wie Coca Cola oder Johnson & Johnson als defensive Assets im Portfolio für den stabilen Kurs des Depots verantwortlich.
Ewigkeitsaktien sind keine Selbstläufer, die einfach ins Depot geholt und nicht mehr beachtet werden. Die richtige Einschätzung der wirtschaftlichen Situation ist ein zentrales Element, um mit Aktien für die Ewigkeit das Kernsegment fürs Depot aufzubauen. Außerdem braucht es die richtige mentale Einstellung. Auch eine Ewigkeitsaktie kann unter Druck geraten.
Wertpapiere, die zur Gruppe der Ewigkeitsaktien gehören, sind für Strategien ideal, die auf eine langfristige Haltedauer setzen. Unter anderem heben sich die Aktien durch starke Margen, besondere Patente und Netzwerke ab. Gleichzeitig sind die Unternehmen wirtschaftlich so aufgestellt, dass stabile Cashflows entstehen und gegenüber Kunden steigende Kosten einfach weitergegeben werden können (Stichwort Preisfestsetzungsprivileg). Aktien für die Ewigkeit haben also eine gewisse Unternehmensgröße erreicht – wie unsere Zusammenstellung unterstreicht.
Das Unternehmen kombiniert verschiedene Positionen am Markt. Durch das Betriebssystem Windows und seine Office-Anwendungen ist Microsoft in der Vergangenheit zu einem dominierenden Player im Tech-Segment gereift. Inzwischen komplettieren weitere Dienstleistungen das Portfolio. Die Cloud-Sparte Azure wächst stark und KI-Funktionen werden zunehmend in Office integriert – von automatisierten Auswertungen in Excel bis zu Copilot als Assistent. Damit erzielt die Aktie stabile jährliche Renditen von rund 25 Prozent und das Unternehmen kann an Aktionäre steigende Dividenden ausschütten. Zu den starken Argumenten wird letztlich die Verzahnung von Betriebssystem, Cloud und Unternehmenssoftware, die Kunden über Jahre bindet.
Das Unternehmen hinter der dominierenden Suchmaschine Google hat sich schon lange emanzipiert und ist in den Geschäftsbereichen in die Breite gewachsen. Das Suchgeschäft erwirtschaftet aber weiterhin mehrere hundert Milliarden US-Dollar Umsatz und bleibt damit eine Säule in der Bilanz – ergänzt um Google Cloud und den Vorsprung durch die autonome Fahrsparte Waymo. Eigene Chip-Entwicklungen für KI-Anwendungen reduzieren zudem die Abhängigkeit von externen Halbleiterzulieferern – ein strategischer Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die auf fremde Hardware angewiesen bleiben. Die starke Position trotz KI-Konkurrenten zeigt, dass Alphabet in der Lage ist, Innovationen in eigene Prozesse einzubinden.
Der ursprünglich als Bücherversand entstandene Online-Einzelhändler hat sich über Jahre zu einem Marktplatz und Dienstleister entwickelt, den nicht nur Verbraucher, sondern auch Unternehmen nutzen. AWS bleibt dabei einer der zentralen Motoren für die Marge des Konzerns. Gleichzeitig entwickelt sich das Werbegeschäft weiter und wird zu einer Ertragssäule, die Amazon trotz aller Widerstände bisher hat weiter ausbauen können. Über das Prime-Abonnement und verschiedene Zusatzdienstleistungen sorgt das Unternehmen für mehr Kundenbindung.
Besonders der KI-Boom sorgt dafür, dass Nvidia mit einem Marktanteil von rund 90 Prozent bei High-End-Grafikchips und hohen Bruttomargen den Umsatz binnen weniger Jahre auf mehrere hundert Milliarden US-Dollar vervielfacht hat. Getrieben wird dieses Wachstum von der Nachfrage nach KI-Rechenleistung – ein Trend, der inzwischen eine strukturell bedeutende Form angenommen hat. Gleichzeitig ist Nvidia nach wie vor das Unternehmen, auf das im Gaming-Bereich gesetzt wird. Allerdings muss aus Anlegersicht hier auf die starke Kopplung an den KI-Boom geachtet werden – der den Beweis eines ROI in Billionenhöhe nach wie vor nicht erbracht hat. Die Bewertung des Unternehmens spiegelt diese hohe Erwartung wider, ist gleichzeitig aber auch eines der Risiken für das Investment.
Gerade das Thema Cybersicherheit hat in den zurückliegenden Jahren stark zugenommen. Die Vorfälle rund um autonome Hackerangriffe von KI-Agenten unterstreicht deren Bedeutung. CrowdStrike kann als Sicherheitsdienstleister diese Stimmung ausnutzen und sich im Umfeld der wachsenden Cyberbedrohungen im KI-Zeitalter positionieren. Das Ergebnis ist ein Zuwachs beim Kurswert von über 200 Prozent. Die Umsatzerlöse sind in den letzten fünf Jahren von einigen hundert Millionen US-Dollar auf fast fünf Milliarden Dollar gestiegen.
Visa profitiert geschäftlich von der starken Verlagerung des Zahlungsverkehrs von Bargeld hin zu bargeldlosen Transaktionen. Zusätzlich ist gerade die Position im europäischen Markt sehr stark. Hier dominieren Visa und MasterCard. Diese Entwicklung ermöglicht eine hohe operative Marge. Da Visa kaum klassische Kreditservices wie andere Banken anbietet, ist auch das Kreditrisiko sehr viel geringer. Anders als eine klassische Bank trägt Visa nicht das Ausfallrisiko der Kreditkartenschulden, sondern verdient allein an der Transaktion selbst. Zwischen 2019 und 2025 ist der Umsatzerlös von rund 23 Milliarden Dollar auf 40 Milliarden USD gestiegen.
2025 lag der Umsatz bei 94 Milliarden US-Dollar, der freie Cashflow nach Abzug der Steuern bei 8 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen aus dem Segment der Basiskonsumgüter ist aus noch einem Grund interessant: Über Jahrzehnte zahlt PepsiCo seinen Aktionären eine Dividende aus. Damit unterstreicht der Lebensmittelkonzern, welche Bedeutung dieses Segment für Depots hat, die sich gegen Verwerfungen in Konjunkturzyklen wappnen wollen. Kombiniert mit Infrastruktur und Healthcare kann sich ein stabiler Anker ergeben, wenn andere Branchen unter Druck geraten.
Wie PepsiCo gehört auch Costco zu den Konsumgüter-Aktien und eignet sich damit als Aktie für die Ewigkeit, wenn eine defensive Grundeinstellung gefragt ist. Das Besondere hinter Costco ist ein Mitgliedschaftsmodell. Wer hier einkaufen will, muss den Klub-Beitrag zahlen. Im Gegenzug versucht das Unternehmen, die Preise der Konkurrenz zu unterbieten. An der Börse hat Costco in den letzten fünf Jahren damit einen Zuwachs von mehr als 110 Prozent erzielt.
Mit Hygieneprodukten und einem Healthcare-Portfolio hat sich Johnson & Johnson fest im Bereich der Ewigkeitsaktien etabliert und konnte in den letzten Jahren seine Marktkapitalisierung kontinuierlich ausbauen. Der Umsatz erreichte 2025 rund 94 Milliarden US-Dollar, auch im zweiten Quartal 2026 wuchs das Geschäft. 2026 könnte erstmals die Marke von 100 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz erreicht werden. Gerade die breite Aufstellung zwischen Pharma, Hygiene im Alltag und Medizintechnik sorgt für eine stabile Entwicklung.
Das in Deutschland eher unbekannte Unternehmen versteht sich als Kombination aus E-Commerce und Fintech. Zu den zentralen Geschäftsbereichen gehört der Betrieb eines Auktions- und Kleinanzeigenportals in Kombination mit Bezahllösungen. Die wirtschaftliche Entwicklung ist in den letzten Jahren relativ stabil verlaufen – mit Umsatzerlösen, die sich seit 2019 deutlich vervielfacht haben. Durch die Kombination verschiedener Geschäftszweige kann sich MercadoLibre gegen Konkurrenten behaupten und ist für Anleger interessant, die Ewigkeitsaktien aus den Schwellenländern suchen.

Das Wertpapier von Microsoft wird als Ewigkeitsaktie gehandelt (Foto: Shutterstock/ Stockinq)
Der Aufbau eines Portfolios mit Aktien für die Ewigkeit visiert für diesen Bereich je nach Risikoeinstufung 60 bis 80 Prozent des Depots an – mit etwa acht bis zwölf Qualitätsaktien. Diese können mit einem Welt-ETF als breite Basis ergänzt werden. Defensive Werte wie Visa oder Johnson & Johnson nehmen dabei tendenziell mehr Gewicht ein als Wachstumstreiber.
Um beim Aufbau das Timing-Risiko zu senken, lässt sich mit einem Sparplan arbeiten, der Investments über mehrere Jahre streckt. Bei Kursrückgängen von mehr als 20 Prozent kann ein gezieltes Einmalinvestment sinnvoll werden, um auf lange Sicht die Renditeaussichten zu verbessern. Als Ergänzung zu den Aktien lassen sich andere Anlageklassen heranziehen, wie Anleihen als Stabilisator, Gold oder Immobilien als Inflationsschutz sowie eine Cash-Reserve für Zukäufe.
Aktien für die Ewigkeit sind Wertpapiere, die sich durch eine hohe Stabilität, ausgereifte und etablierte Geschäftsmodelle sowie hohe Margen abheben. In ihren jeweiligen Sektoren haben sie eine gewisse Dominanz erreicht und damit auch das Preisfestsetzungsprivileg. Damit eignen sich Ewigkeitsaktien zum Aufbau eines Kernsegments im Portfolio, das in erster Linie auf Sicherheit setzt, die Rendite aber nicht komplett aus den Augen verliert. Erfahrene Anleger entscheiden sich hier nicht für ein oder zwei Werte, sondern stellen sich mit einem halben Dutzend oder mehr Assets breit auf – und nutzen für die Realisierung Sparpläne, um das Timing-Risiko zu verringern.

Das Risikomanagement auch bei ewigen Aktien im Blick behalten (Foto: Shutterstock/Stock 4you)
Die Auswahl wird grundsätzlich immer anhand der Anlagestrategie und der gewählten Risikoorientierung getroffen. Es gibt keine feste Anzahl, die Entscheidung erfolgt individuell. Wichtig ist, dass die Aktien keine zu starken Überschneidungen erkennen lassen, damit es im Portfolio zumindest im Kernsegment zu keiner gegenseitigen Ansteckung bei Krisen kommt.
Allgemein zahlen viele der Aktien für die Ewigkeit auch eine Dividende aus. Aus Anlegersicht bietet diese die Chance auf einen stabilen, passiven Ertrag. Allerdings hängt die Dividende immer vom Betriebsergebnis ab und ist bei einem Ausbleiben kein pauschaler Grund zum Austausch der Aktie.
Hier gibt es keine pauschale Antwort. Es geht vor allem um die Frage: Ist es eine Korrektur oder ein struktureller Wandel? In letzterem Fall kann ein Austausch der Aktie sinnvoll sein. Sofern es eher auf eine Korrektur hinausläuft, wäre möglicherweise sogar das Zukaufen weiterer Wertpapiere eine sinnvolle Entscheidung.

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