

Auf dem Parkett konzentriert sich die Aufmerksamkeit der Trader oft auf Aktien, die ein sehr starkes Kurswachstum erreichen. Und auch viele Privatanleger richten ihre Aufmerksamkeit auf diese Wertpapiere – etwa im Rahmen der Trendfolgestrategie. Was hier entsteht, ist eine mitunter starke Überbewertung einzelner Werte.
Im Zusammenhang mit Growth-Aktien lässt sich dieser Effekt immer wieder beobachten. Was sind Wachstumsaktien? Dahinter verbirgt sich eine Gruppe von Wertpapieren, die nicht nur ein starkes Wachstum beim Marktpreis hinlegt, sondern auch im jeweiligen Marktsegment stark expandieren und ein hohes Umsatzwachstum generieren kann.
Börsenneulinge werden mit dem Einstieg in den Wertpapierhandel mit Begriffen wie Value-Aktien oder Dividendenrendite konfrontiert. Ein Begriff, der regelmäßig auftaucht, sind Wachstums- oder Growth-Aktien. Hierbei handelt es sich um eine Anlageklasse, die überwiegend eine Eigenschaft auszeichnet: Sie legen das Augenmerk auf eine Rendite durch starkes Wachstum im Marktwert.
Im Vergleich mit dem Gesamtmarkt ist das Wachstum deutlich höher als der Durchschnitt. Eine besonders robuste Entwicklung ist dabei häufig in den Umsatzzahlen zu beobachten. Viele Vertreter der Growth-Aktien verzichten zudem auf eine Ausschüttung von Dividenden. Stattdessen werden die Unternehmensgewinne als Investition in die Entwicklung oder den Ausbau der Geschäftsfelder reinvestiert.
Wachstumsaktien sind heute sehr oft in Branchen und Sektoren zu finden, die von einem sehr umfassenden Innovationspotenzial gekennzeichnet sind. Dazu gehört aktuell die Halbleiterbranche bzw. die Entwicklung Künstlicher Intelligenz. Hier sind die Investitionskosten zum Training der KI-Modelle sehr hoch.

📈 Wachstumsaktien werden von vielen Anlegern nachgefragt/ Shutterstock/
LookerStudio
An den Börsen ein Portfolio über Aktien aufzubauen, bietet Anlegern die Möglichkeit, sowohl auf das Wachstum der Marktpreise als auch einen passiven Cashflow über Dividenden zu setzen. Es muss an diesem Punkt klar sein, dass eine robuste und nachhaltige Strategie nur entstehen kann, wenn die Exposure am Markt nicht komplett wahllos erfolgt, sondern einer dezidierten Anlagestrategie folgt.
Diese erfüllt zwei Aufgaben: Auf der einen Seite ist die Tradingstrategie dem Anlageziel verpflichtet. Gleichzeitig geht es an dieser Stelle auch um die Frage, welche Gewichtung das Risikoprofil in der Anlagestrategie hat. Für Wachstumsaktien lassen sich aus Anlegersicht verschiedene Methoden nutzen.
Dahinter steht ein langfristig orientierter Ansatz, der sich durchaus auch über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren erstrecken kann. Im Kern geht es darum, sich auf Aktien mit Potenzial für Wachstum zu konzentrieren, das über Jahre anhalten kann. Anleger, die sich auf Buy and Hold fokussieren, blenden Marktschwankungen, wie sie an den Börsen immer wieder auftreten, aus.
Um diese Methode nachhaltig zu entwickeln, müssen sich Anleger allerdings ein Stück weit davon lösen, nur auf die Marktpreise zu achten. Der Ansatz kann nur funktionieren, wenn parallel die fundamentalen Kennzahlen des Unternehmens und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells in die Entscheidung einfließen.
Welche Vorteile hat die Buy-and-Hold Strategie von Growth-Aktien? Dieser Ansatz spart Ordergebühren, die bei Strategien mit regelmäßigen Umschichtungen im Portfolio entstehen. Zusätzlich partizipieren Anleger damit von einem kontinuierlichen Wachstum. Der Übergang zu anderen Strategie – wie einem dividendenbasierten Investmentansatz – ist beim Buy and Hold mitunter fließend.
Das Risiko dieser Growth-Strategie besteht darin, dass nicht jedes Unternehmen das einmal erreichte Wachstum fortsetzt. Nokia als einer der ehemaligen Branchenführer für Handys oder Blackberry sind zwei Beispiele.
Es handelt sich hier um die vielleicht bekannteste Strategie rund um Wachstumsaktien. Anleger suchen nach Aktien mit einem hohen Wachstum, die den Durchschnitt des Benchmarks im Idealfall geschlagen haben. Damit Aktien für diesen Ansatz in Frage kommen, sollte das Umsatzwachstum in den zurückliegenden drei Jahren bei 20 Prozent oder besser liegen.
Eine wichtige Orientierungshilfe für Anleger ist die PEG Ratio (Price/Earnings to Growth Ratio), da sie abzuschätzen hilft, ob ein Wertpapier durch den Markt überbewertet wird oder nicht. Zusätzlich sollte das Unternehmen hinter einer potenziell interessanten Aktie gegenüber dem Wettbewerb einen klaren Vorteil haben und muss mit der Marktbewertung überzeugen.
Anleger, die sich auf diese Methode fokussieren wollen, können direkt in den Wachstumsmärkten nach Growth-Aktien suchen. Die Chance, hier ein passendes Wertpapier zu finden, kann sehr gut stehen. Eine Verfeinerung der Strategie ist die High-Growth-Aktien-Methode. Der Ansatz zielt auf besonders wachstumsstarke Investments ab.
Um diesen Ansatz auf eine solide Basis zu stellen, darf nicht ausschließlich auf das Wachstum geachtet werden. Die Aktien müssen für eine ausreichend große Marktkapitalisierung und entsprechend hohe Umsatzzahlen stehen. Small-Caps-Aktien fallen daher bei einer gründlichen Bewertung der potenziell interessanten Assets aus der Liste möglicher Kandidaten wieder heraus.
Mit dieser Methode suchen Anleger nach starken Wachstumswerten, die am Markt beobachtet werden. Das Ziel der Strategie ist eine Rendite-Optimierung durch das Erzielen eines vergleichsweise günstigen Einkaufspreises. Hintergrund: Viele Wachstumsaktien – besonders die Tech-Aktien und KI-Werte – bewegen sich in Megatrends. Es kann durchaus schwierig werden, einen sehr günstigen Einstieg in den Markt zu finden. Was aber auch bei den Wachstumswerten immer wieder auftritt, sind Swings. Diese kleinen Kursschwankungen führen dazu, dass sich in den Preisbewegungen mehrere zeitabhängige Trends überlagern.
Buy the Dip zielt auf diese kleinen Korrekturen, um genau hier in eine Position einzusteigen und die Aktien zu kaufen. Damit das Ganze funktioniert, brauchen Anleger einerseits Geduld und auf der anderen Seite die Möglichkeit, den Markt zu beobachten. Den richtigen Moment für den Einstieg zu verpassen, ist aber nur ein Risiko im Zusammenhang mit der Buy-the-Dip Methode.
Anlegern muss klar sein, dass sich aus einer vermeintlich kleinen technischen Korrektur ein starker Abwärtstrend entwickeln kann, was zu Verlusten im Portfolio führt. Fehlinterpretationen des Korrekturverhaltens führen zum sogenannten Falling Knife Risiko. Es ist für Buy the Dip daher unerlässlich, sich als Anleger intensiv mit den Marktdynamiken und den technischen Chartparametern zu befassen.
Ein großes Problem am Markt ist die Tatsache, dass Wachstumsaktien nicht nur einen kleinen Anlegerkreis interessieren. Auf die Outperformer an den Märkten werden schnell viele Trader aufmerksam – und steigen in die Position ein. Was entsteht, ist ein wachsender Nachfragedruck, der den Kurs weiter antreibt. Es bilden sich Überbewertungen am Markt, mit denen sich am Ende das Risiko für das eigene Portfolio deutlich erhöhen kann.
Die Growth-at-a-Reasonable-Price Methode versucht, sich genau dieses Problems anzunehmen. Das Ganze lässt sich als Kombination aus Growth- und Value-Aktien-Strategie verstehen. Hintergrund: Value-Aktien haben am Markt eine geringere Bewertung als ihr innerer Wert eigentlich rechtfertigt. Durch diese Unterbewertung kann ein Anleger das Wertpapier in der Hoffnung ins Depot integrieren, dass der Markt die Fehlbewertung korrigiert.
Die GARP-Strategie sucht jetzt gezielt nach Wachstumsaktien, bei denen die Fundamentaldaten auf eine leichter Unter- bis moderate Überbewertung hindeuten. Damit wird der Versuch gemacht, das Überbewertungsrisiko anderer Wachstumsaktien zu eliminieren. Gleichzeitig wird hier angenommen, dass sich der Kurs etwas stabiler als im Fall einer rein wachstumszentrierten Strategie entwickelt. Natürlich hat auch dieser Ansatz einen Nachteil. Durch die Tatsache, dass Aktien mit einer höheren Überbewertung ausgelassen werden, verschiedenen möglicherweise auch Outperformer aus dem Blickfeld.
Der Blick auf die Börsen lässt verschiedene Wachstumsaktien erkennen. Deutlich wird in diesem Zusammenhang, dass die Tech-Werte mitunter sehr stark im Vordergrund stehen. Gerade NVIDIA hat in den letzten Jahren von verschiedenen Trends profitiert: Erst einer starken Nachfrage durch das Mining von Kryptowährungen, dann die Heimanwender während der Coronakrise und inzwischen durch KI-Chips. Welche Aktien kommen für einen wachstumsbasierten Ansatz in Frage?
NVIDIA hat sich als führender Anbieter von Grafikprozessoren und KI-Technologien etabliert. Das Unternehmen verzeichnete in den letzten Jahren ein beeindruckendes Umsatzwachstum – einerseits angetrieben durch die steigende Nachfrage nach Gaming-Hardware, aber auch aus den Bereichen Serverausrüstung und KI-Lösungen. Im 12-Monats-Zeitraum hat das Wertpapier einen Kursanstieg von mehr als 100 Prozent verzeichnet. Im 3-Jahres-Zeitraum ist der Kurswert sogar um über 500 Prozent gestiegen. Die insgesamt starke Bewertung am Markt wird gleichzeitig zu einem Risiko. Die Veröffentlichung von DeepSeek – einem KI-Modell, das mit deutlich geringeren Kosten trainiert werden konnte – sorgte auch im Kurs von NVIDIA für kräftige Abschläge.
Meta – der Mutterkonzern hinter Facebook – hat sich erfolgreich im Bereich Social Media und digitaler Werbung positioniert. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg expandiert in verschiedene Bereiche und verzeichnet in den letzten Jahren steigende Umsätze. Für das letzte Jahr konnte die Aktie mit über 50 Prozent eine deutlich positive Entwicklung der Marktpreise erreichen. Das Unternehmen will auf Plattformen wie Facebook, Instagram und WhatsApp in Zukunft auch verstärkt auf KI setzen, um Geschäftsprozesse zu optimieren.
Amazon hat in den zurückliegenden Jahren seine Position als Plattform im Versandhandel deutlich gefestigt und ist auch eine Option, wenn es um die Suche nach einer Growth-Aktien geht. Das Wertpapier hat im letzten Jahr mit über 30 Prozent ein respektables Ergebnis beim Kurswachstum erreicht. Zusätzlich ist das Unternehmen auch durch die sehr hohe Marktkapitalisierung an der Börse sehr stark positioniert.
Affirm Holdings ist ein Finanzdienstleister, der im letzten 12-Monats-Zeitraum ein starkes Wachstum erreicht hat. Der Kurswert ist um mehr als 80 Prozent nach oben geklettert. Gleichzeitig geht auch die Umsatzkurve bereits seit 2019 ohne Unterbrechung nach oben. Affirm profitiert von einer wachsenden Nachfrage nach flexiblen Zahlungsoptionen im E-Commerce. Durch das geschickte Eingehen von Partnerschaften und Kooperationen baut das Unternehmen seine Position kontinuierlich aus.
Duolingo konnte sich erfolgreich im Bereich E-Learning und mobiles Sprachenlernen etablieren. Mit diesem Konzept erreichte die Aktien in den letzten 12 Monaten ein Wachstum von mehr als 110 Prozent. Gleichzeitig entwickelt sich das Umsatzwachstum positiv – von 1,97 USD je Aktie auf 11,42 USD zwischen 2019 und 2023. Der Erfolg von Duolingo hängt auch an dem gamifizierten Ansatz, der das Erlernen einer Sprache spielerisch vermittelt.

📊 Man kann viele Wachstums Aktien handeln/ Shutterstock/ insta_photos
Wachstumsaktien werden bevorzugt, wenn das Erzielen eines hohen Ertrags im Vordergrund der Anlagestrategie stehen soll. Allerdings hat dieser Ansatz auch Nachteile und Risiken, die Anleger in der Bewertung der Methoden und deren Implementierung in das eigene Portfolio nicht unterschätzen dürfen. Ein auf Growth-Aktien basierendes Portfolio muss immer noch flexibel und robust auf Veränderungen am Markt reagieren können. Wo sind aus Anlegersicht besondere Herausforderungen zu sehen?
Risikomanagement spielt eine entscheidende Rolle bei der Absicherung von Growth-basierten Anlagestrategien. Besonders wichtig ist eine effektive Diversifikation. Anleger müssen Investitionen in verschiedene Sektoren verteilen. Dazu gehören unter anderem Technologie, Gesundheit, Konsumgüter und Energie.
Diese Streuung hilft dabei, branchenspezifische Risiken zu reduzieren. Achtung: Durch Überschneidungen einzelner Sektoren kann in diesem Zusammenhang ein Klumpenrisiko entstehen. Diversifikation sollte aber nicht nur inhaltlich im Portfolio erfolgen. Auch geografisch können Investments gestreut werden – durch eine Verteilung auf verschiedene Regionen wie Nordamerika, Europa, Asien und die Schwellenländer.
Das Risikomanagement muss übrigens direkt ein integraler Bestandteil der Anlagestrategie werden. Es geht um eine frühe Identifikation interner und externer Risiken, die eine effektive Absicherung des Portfolios durch das Risikomanagement beeinflussen. Aus Anlegersicht gehört zu diesem Punkt auch eine Abschätzung, wie wahrscheinlich der Eintritt erkannter Risiken für die Growth-Aktien ist.
Zu den möglichen Reaktionen auf erkannte Risiken kann die Kombination der Growth-Strategie mit anderen Tradingmethoden gehören. Unter anderem lässt sich der wachstumsbasierte Ansatz mit einer Strategie zusammenführen, die über Dividenden einen passiven Cashflow generiert. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, Wachstumsaktien mit ETFs im Portfolio zu verbinden, um damit einen Vermögensaufbau auf verschiedenen Ebenen zu realisieren.

▶️ Wachstumsaktien erfordern eine gute Diversifikation/ Shutterstock/ insta_photos/
Growth-Aktien zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein sehr starkes Wachstum realisieren können. Damit werden die Wertpapiere aber nicht nur für einzelne Anleger interessant, viele Trader nutzen den wachstumsbasierten Ansatz. Das Ergebnis: Anders als im Fall von Pennystocks Aktien, die sehr günstig zu haben sind, werden die Bewertungen im Growth-Segment schnell sehr hoch. Aus dieser Entwicklung erwachsen Anlegern natürlich gewisse Risiken. Es ist neben der Suche nach passenden Growth-Aktien daher unerlässlich, sich als Anleger mit dem Risikomanagement zu beschäftigen – durch eine umfassende Bewertung der Aktien und eine breite Diversifikation.
Es kommt sehr stark auf die im Detail gewählte Methode an. Buy-and-Hold erstreckt sich über einen langen Zeitraum, während ein Buy the Dip durchaus auch kurzfristig angesetzt werden kann. Letztlich zählt als Einflussfaktor auch die persönliche Einstellung als Anleger zum Investment.
Letztlich kommt es auf die individuellen Anforderungen und die Ausrichtung der Strategie an. Liegt der Fokus auf High-Growth-Aktien, muss der Broker natürlich die entsprechenden Wertpapiere anbieten. Gleiches gilt für eine Exposure in regionale Märkte. Anleger müssen einfach ihre eigenen Schlüsse ziehen und sollten sich nicht nur auf die Freestoxx Erfahrungen anderer Trader verlassen.
Hier bieten sich sehr unterschiedliche Möglichkeiten an – wie das Aufbauen von Positionen in Edelmetalle, Immobilien oder Anleihen und Rohstoffe. Generell ist darauf zu achten, dass es zwischen den einzelnen Sektoren nur geringe Berührungspunkte gibt. Andernfalls kann der Dämpfungseffekt bei Marktschwankungen geringer ausfallen.
Grundsätzlich handelt es sich hier um jeweils unterschiedliche Assetklassen. Während der Kauf von Aktien ganz konkret den Erwerb eines Anteils an der Aktiengesellschaft bedeutet, sind CFDs Finanzderivate, die mit Hebel auf einen Basiswert gehandelt werden.
Dass Growth-Aktien eine Dividende ausschütten, ist nicht ausgeschlossen. Allerdings wird von einem erheblichen Anteil der Unternehmen ein großer Anteil der Gewinne direkt wieder in das Wachstum investiert. Damit sind Dividendenauszahlungen in diesem Bereich eher selten.

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