

Wachstumsaktien wachsen beim Umsatz deutlich stärker als der Gesamtmarkt und reinvestieren ihre Gewinne fast vollständig in den Ausbau des Geschäfts. Die folgende Übersicht zeigt fünf Werte, die den Sektor aktuell prägen. Alle Kennzahlen stammen von Mitte August 2026.
Kennzeichnend für die meisten Vertreter dieser Gruppe sind mehrere Eigenschaften:
Wir haben in unserem Ratgeber zur Buy and Hold Strategie einen möglichen Handelsansatz von Growth-Aktien ausführlich beschrieben.
| Aktueller Kurs | 224,71 US-Dollar |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis | 38,3 |
| Marktkapitalisierung | 4,71 Billionen US-Dollar |
| Dividendenrendite | 0,02 Prozent |
| Branche | Halbleiter |
Nvidia bleibt der Referenzwert der gesamten KI-Rally. Das Unternehmen stellt die Grafikprozessoren, auf denen ein Großteil aller KI-Modelle trainiert wird, und hat sich vom Gaming-Zulieferer zum wichtigsten Chiphersteller der Welt entwickelt. Mit einer Marktkapitalisierung von 4,71 Billionen Euro ist Nvidia inzwischen das mit Abstand größte Unternehmen auf dieser Liste.
Ein Wert, der für ein einzelnes Unternehmen vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Wie schnell die Stimmung trotzdem kippen kann, zeigte sich bereits einmal: Als das chinesische KI-Modell DeepSeek zeigte, dass sich leistungsfähige Systeme auch mit deutlich geringerem Rechenaufwand trainieren lassen, brach der Kurs des Unternehmens kurzzeitig kräftig ein.

Wachstumsaktien werden von vielen Anlegern nachgefragt (Foto: Shutterstock/ PaeGAG)
| Aktueller Kurs | 495 US-Dollar |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis | 20,8 |
| Marktkapitalisierung | 3,17 Billionen US-Dollar |
| Dividendenrendite | 0,98 Prozent |
| Branche | Software |
Microsoft ist der Gegenentwurf zur reinen Wachstumsstory. Der Softwarekonzern verdient längst breit gestreut an Cloud-Diensten, Unternehmenssoftware und seiner Beteiligung an OpenAI und wird mit einem deutlich moderateren Kurs-Gewinn-Verhältnis gehandelt als der Rest dieser Liste. Dass Microsoft überhaupt noch als Wachstumswert gilt, liegt vor allem an der Cloud-Sparte Azure, über die auch eigene KI-Angebote laufen. Wer Wachstum ohne die volle Schwankungsbreite sucht, findet hier den vorsichtigeren Einstieg.
| Aktueller Kurs | 263 US-Dollar |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis | 32,2 |
| Marktkapitalisierung | 2,45 Billionen US-Dollar |
| Dividendenrendite | 0 Prozent |
| Branche | E-Commerce und Cloud |
Amazon hat seine Position im Versandhandel längst gefestigt und wächst inzwischen vor allem über die Cloud-Sparte AWS und das Werbegeschäft. Mit einer Marktkapitalisierung von 2,45 Billionen Euro gehört das Unternehmen zu den größten Werten dieser Liste, auch wenn das Kurs-Gewinn-Verhältnis niedriger ausfällt als bei Nvidia oder Palantir. Eine Dividende zahlt das Unternehmen nach wie vor nicht, die Gewinne fließen in Logistik, Rechenzentren und neue Geschäftsfelder.
| Aktueller Kurs | 174 US-Dollar |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis | 280,6 |
| Marktkapitalisierung | 361,5 Milliarden US-Dollar |
| Dividendenrendite | 0 Prozent |
| Branche | Datenanalyse-Software |
Palantir zeigt, wie teuer die Erwartung an ein Unternehmen werden kann. Der Anbieter von Datenanalyse-Software für Regierungen und Konzerne wird mit einem Vielfachen des Kurs-Gewinn-Verhältnisses von Nvidia oder Amazon gehandelt, obwohl die Marktkapitalisierung mit knapp 361,5 Milliarden Euro deutlich kleiner ausfällt als bei den übrigen Technologiewerten dieser Liste. Wer hier einsteigt, kauft im Kern die Erwartung, dass sich das Umsatzwachstum der kommenden Jahre fortsetzt und irgendwann rechtfertigt, was heute schon eingepreist ist.
| Aktueller Kurs | 132,93 US-Dollar |
| Kurs-Gewinn-Verhältnis | 20,5 |
| Marktkapitalisierung | 5,36 Milliarden US-Dollar |
| Tagesverlust Mitte August | 7,6 Prozent |
| Branche | E-Learning |
Duolingo ist der kleinste und zugleich launischste Wert in dieser Auswahl. Die Sprachlern-App hat sich mit einem spielerischen Ansatz einen festen Platz im E-Learning-Markt erarbeitet, die Marktkapitalisierung liegt mit 5,36 Milliarden Euro aber weit unter den übrigen Werten dieser Liste. Das Jahreshoch von 146,70 US-Dollar liegt bereits spürbar über dem aktuellen Kurs, das Jahrestief lag bei 112,25 US-Dollar. Kleinere Wachstumswerte reagieren auf einzelne Nachrichten oft heftiger als die etablierten Namen der Branche.

Man kann viele Wachstums Aktien handeln (Foto: Shutterstock/ insta_photos)
Für Wachstumsaktien reicht das klassische Kurs-Gewinn-Verhältnis oft nicht aus, weil viele dieser Unternehmen ihre Gewinne bewusst klein halten, um alles in die Expansion zu stecken. Für eine differenzierte Einschätzung ziehen Anleger deshalb mehrere Kennzahlen gemeinsam heran:
Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 280, wie bei Palantir, bedeutet rein rechnerisch, dass ein Anleger mehr als 280 Jahre auf die aktuelle Gewinnbasis warten müsste, um sein Investment allein aus den Erträgen zurückzubekommen. Niemand rechnet ernsthaft mit einer derart langen Haltedauer. Stattdessen wettet der Markt auf ein Vielfaches der heutigen Gewinne in wenigen Jahren. Bei Microsoft mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20,8 fällt diese Wette deutlich moderater aus, was das Unternehmen für risikobewusstere Anleger interessant macht.
Elon Musk, Chef des KI-Entwicklers xAI, sagte kürzlich im Gespräch mit dem damaligen britischen Premierminister Rishi Sunak einen Satz, der um die Finanzwelt ging: In fünf Jahren werde künstliche Intelligenz schlauer sein als die gesamte Menschheit und uns betrachten „wie wir Schimpansen sehen“.
Wer das Risiko realistisch einschätzen will, sollte vor jedem Kauf mehrere Fragen klären: Wächst der Umsatz noch im erwarteten Tempo oder verlangsamt sich das Wachstum bereits; wie hoch ist der Anteil des Kurses, der allein auf Erwartungen basiert; wie stark ist das Unternehmen auf Fremdkapital angewiesen, das bei steigenden Zinsen teurer wird; und wie würde die Aktie auf eine enttäuschende Quartalsmeldung reagieren. Wer diese Fragen nicht beantworten kann, sollte die Position kleiner halten, als es die eigene Begeisterung nahelegt.
Hinzu kommt der Investitionszyklus rund um künstliche Intelligenz selbst: Rechenzentren und Chipkapazitäten sind teuer, und ob sich diese Investitionen der großen Technologiekonzerne im erhofften Tempo auszahlen, ist offen. Bleibt der Ertrag aus oder dauert er länger als erwartet, drohen empfindliche Kurskorrekturen, die dann kaum auf einzelne Aktien beschränkt bleiben und den gesamten Sektor nach unten ziehen können.
Nicht jedes Unternehmen, das heute als Wachstumswert gilt, wird diesen Status behalten. Nokia und Blackberry galten einst als die Wachstumsaktien schlechthin im Mobilfunkmarkt, beide Namen sind aus den relevanten Indizes inzwischen verschwunden. Der Erfolg einzelner Wachstumswerte zieht zudem Nachahmer an, was den Wettbewerbsdruck auf Marktanteile und Margen mit der Zeit erhöht und die Wachstumsraten der etablierten Namen bremsen kann.

Wachstumsaktien erfordern eine gute Diversifikation (Foto: Shutterstock/ insta_photos)
Ökonomisch gilt eine einfache Regel: Sinken die Zinsen, sind künftige Unternehmensgewinne heute rechnerisch mehr wert, was einen Teil der hohen Kurs-Gewinn-Verhältnisse erklärt, mit denen viele Wachstumsaktien gehandelt werden. Steigen die Zinsen dagegen, kippt diese Rechnung, und die Bewertungen geraten unter Druck.
Der Ökonom Daniel Stelter warnt im Handelsblatt zudem vor einer zweiten Rechnung, die den gesamten Vermögensmarkt betrifft, nicht nur Wachstumsaktien: Die Vermögenspreise in Deutschland sind seit 2005 um 75 Prozent gestiegen, während die Reallöhne im selben Zeitraum nur um 15 Prozent zulegten. Aktien in den USA haben sich in diesem Zeitraum nach seiner Rechnung versiebenfacht. Das zeigt, wie weit sich Kurse und reale Kaufkraft in den vergangenen zwei Jahrzehnten voneinander entfernt haben, auch wenn Stelters Zahlen sich nicht speziell auf Wachstumswerte beziehen.
Zwei Anleger können dieselbe Nvidia-Aktie besitzen und trotzdem völlig unterschiedliche Strategien verfolgen. Der eine kauft und hält über Jahre, blendet kurzfristige Ausschläge bewusst aus und konzentriert sich auf die fundamentale Entwicklung des Geschäfts. Diese Buy-and-Hold-Variante spart Ordergebühren und funktioniert am besten, wenn parallel die Unternehmenszahlen im Blick bleiben, nicht nur der Kursverlauf.

Man kann auf verschiedene Art und Weise von Wachstumsaktien profitieren (Foto: Shutterstock/ Geber86)
Wer in die genannten Werte investieren will, braucht dafür ein Depot, über das sich sowohl US-Aktien als auch europäische Nebenwerte handeln lassen. XTB bietet neben dem klassischen Aktien- und ETF-Kauf auch CFDs auf die entsprechenden Basiswerte an, wobei der CFD-Handel eine eigene, deutlich risikoreichere Kategorie darstellt.
Der Unterschied zwischen beiden Zugängen ist für Wachstumsaktien besonders relevant. Beim klassischen Aktienkauf erwirbt ein Anleger einen tatsächlichen Anteil am Unternehmen und trägt das Kursrisiko unmittelbar. Beim CFD-Handel wird stattdessen mit Hebel auf die Kursentwicklung eines Basiswerts gesetzt, was Gewinne wie Verluste vervielfacht. Bei XTB verlieren nach eigenen Angaben im August 2026 77 Prozent der Kleinanlegerkonten Geld im CFD-Handel, eine Zahl, die vor jedem Einstieg in gehebelte Produkte bekannt sein sollte und sich quartalsweise ändern kann.
Für den reinen Aktienkauf auf Wachstumswerte wie Nvidia oder Microsoft fällt dieses Hebelrisiko weg, hier bleibt das maximale Verlustrisiko auf den eingesetzten Kapitalbetrag begrenzt. Im n-tv Broker-Vergleich stehen neben XTB auch andere Anbieter wie eToro oder der Sparkassen Broker zur Auswahl, die je nach Schwerpunkt der eigenen Strategie ebenfalls infrage kommen können.
Vor der Wahl eines Depots für Wachstumsaktien lohnt sich deshalb ein Blick auf mehrere Punkte: das Angebot an US-Titeln und kleineren Wachstumswerten außerhalb der bekannten Indizes; die Möglichkeit, zwischen klassischem Aktienkauf und CFD-Handel zu wählen, statt automatisch ins gehebelte Produkt gedrängt zu werden; die Handelsgebühren pro Order, die bei häufigem Nachkaufen kleiner Positionen ins Gewicht fallen; und die Verfügbarkeit eines Demokontos, um eine Strategie vor dem echten Kapitaleinsatz zu testen.
Wachstumsaktien liefern historisch betrachtet einige der stärksten Kursgewinne am Markt, verlangen dafür aber auch ein hohes Maß an Nervenstärke. Wer bei Palantir oder Nvidia einsteigt, kauft vor allem eines: eine Wette auf mehrere Jahre technologischer Entwicklung, deren Verlauf niemand mit Sicherheit vorhersagen kann. Auch die zuvor zitierten KI-Chefs nicht.
Die fünf hier genannten Werte sind eine Momentaufnahme eines Marktes, der sich in den kommenden Monaten weiter verschieben wird. Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist weder abschließendes Ranking noch eine Kaufempfehlung.
Wer in einem Jahr auf diesen Text zurückblickt, wird vermutlich feststellen, dass einige der genannten Kurs-Gewinn-Verhältnisse nicht mehr existieren, weil sich entweder die Kurse oder die Gewinne deutlich verändert haben. Genau das unterscheidet eine Momentaufnahme von einem Versprechen.
Bedingt. Die hohe Schwankungsbreite verlangt Erfahrung im Umgang mit Kursverlusten und ein Depot, das nicht komplett auf wenige Wachstumswerte konzentriert ist. Einsteiger schlafen meist ruhiger, wenn sie zunächst kleine Positionen aufbauen und diese schrittweise erweitern.
Das hängt vom Auslöser ab. Ein Rückgang wegen enttäuschter Quartalszahlen kann ein Warnsignal sein. Ein Rückgang dagegen aufgrund allgemeiner Marktnervosität eine Kaufgelegenheit. Wer das unterscheiden will, muss die Quartalsberichte lesen und nicht nur den Chart.
Amazon und Palantir reinvestieren ihre Gewinne vollständig in den Ausbau des Geschäfts, anstatt sie an Aktionäre auszuschütten. Das ist bei Wachstumswerten die Regel, nicht die Ausnahme. Das Kapital soll aus Sicht des Managements höhere Renditen durch Unternehmensinvestitionen erzielen, anstatt in eine Ausschüttung zu fließen.
Für kurzfristige, gehebelte Positionen können CFDs infrage kommen, aber für den langfristigen Vermögensaufbau eignet sich in der Regel der klassische Aktienkauf besser. Die hohe Verlustquote im CFD-Handel, bei XTB liegt sie aktuell bei 77 Prozent, zeigt, wie hoch das Risiko bei falscher Anwendung ausfällt.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.