Medienkooperation

Pennystocks: Hochriskantes Asset oder interessante Geldanlage

Datum: 03.09.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Welche Pennystocks haben Potenzial? Chancen, Risiken und strategische Integration ins Depot

Pennystocks sind 2026 eine Möglichkeit, das Portfolio stärker zu diversifizieren. Ein Schritt, der angesichts eines sich zunehmend überhitzenden Tech-Marktes aus Anlegersicht an Bedeutung gewinnt. Aktien aus dem Small- und Micro-Caps-Segment, wie zum Beispiel Faes Farma, stellen das Depot breiter auf, bringen aber neue Herausforderungen mit.

Ob sich das Investment rechnet, entscheidet die richtige Auswahl der Aktien – sprich, ob die Werte das Potenzial für höhere Bewertungen haben oder am Ende komplett abgeschrieben werden müssen. Ausschlaggebend ist, wie potenziell interessante Pennystocks gemischt werden. Rüstung, Infrastruktur oder Basiskonsumgüter sind generell defensiv orientiert.

Gerade vor dem Hintergrund des KI-Booms können Energie-Pennystocks ein interessantes Investment sein. Suzion Energy aus Indien oder Windon Energy Group AB sind nur zwei Beispiele, die möglicherweise fürs Depot geeignet sind – wenn Anleger im Vorfeld Risiken wie die hohe Volatilität und die Liquidität prüfen.

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5 Pennystock-Aktien, die in den letzten 12 Monaten mit Rückenwind unterwegs gewesen sind

Pennystock-Aktien sind Unternehmenswertpapiere mit einem Preis unter einem Euro bzw. unter fünf Dollar. Der Vorteil ist ein niedriger Preis, Anleger bauen auch mit einem überschaubaren Budget ein umfassend diversifiziertes Portfolio auf. Der Nachteil ist eine im Vergleich zu Blue-Chip-Aktien wesentlich geringere Liquidität. Es bleibt einfach wenig Spielraum für Fehlentscheidungen, die etwa auf einer unsauberen Analyse der Unternehmensdaten und der wirtschaftlichen Situation der Aktiengesellschaft beruhen. Wir haben fünf Aktien von Unternehmen ausgewählt, die in den letzten 12 Monaten eine starke Performance entwickelt haben.

1️⃣ Oramed Pharmaceuticals (ISIN: US68403P2039):

Das israelische Unternehmen forscht an oral einnehmbarem Insulin als Alternative zur verbreiteten Verabreichung mittels Injektion. Im zurückliegenden 12-Monatszeitraum hat Oramed ein Plus von über 130 Prozent im Kurswert erzielt. Mit einer Fremdkapitalquote von unter 14 Prozent ist der Umfang der Verbindlichkeiten überschaubar. Zudem ist das Unternehmen Bestandteil des Russell Smallcap Index. Da es sich um ein auf Forschung spezialisiertes Unternehmen handelt, sind die Umsätze je Aktie vergleichsweise gering. Anleger müssen daher sehr genau auf den Aspekt der medizinischen Grundlagenforschung und die Studienerfolge des Unternehmens achten. Es sind genau diese beiden Motoren, von denen der Kurs der Oramed-Aktie im Handel angetrieben wird.

2️⃣ Cerus Corporation (ISIN: US1570851014):

Das Unternehmen vertreibt Systeme zur Bluttransfusionssicherheit und erwirtschaftet bereits reale Umsätze im dreistelligen Millionenbereich, die in den zurückliegenden Jahren gewachsen sind. Für den 12-Monatszeitraum weist der Kurschart eine Performance von mehr als 100 Prozent aus. Der Nettoverlust wurde zuletzt spürbar reduziert. Cerus hat über die Jahre ein Profil entwickelt, das sich von einer reinen Wette auf die Zukunft in Richtung eines Pennystocks mit echtem Geschäftsbetrieb transformiert hat.

3️⃣ Faes Farma (ISIN: ES0134950F36):

Der spanische Pharmakonzern hat in den letzten 12 Monaten netto zwar nur rund acht Prozent im Kurswert zugelegt. Trotzdem hat sich Faes Farma einen Platz in unserer Liste verdient, da der Höchstkurs von 5,55 Euro zeigt, welches Potenzial die Aktie haben kann. Zuletzt erzielte das Unternehmen einen starken Zuwachs beim Umsatz – um fast 24 Prozent. Was Anleger bei Faes Farma berücksichtigen müssen, ist die von 2024 auf 2025 spürbar gewachsene Fremdkapitalquote, die inzwischen bei mehr als 44 Prozent liegt.

4️⃣ Greenland Resources (ISIN: CA3953251038):

Das kanadische Unternehmen entwickelt das Malmbjerg-Molybdän-Projekt im Osten Grönlands und hat dafür einen Zuschuss aus einem kanadischen Förderprogramm erhalten. Damit bewegt sich das Unternehmen in einem Geschäftsbereich, der sehr stark von der Debatte um kritische Rohstoffe und die europäische Versorgungssicherheit beeinflusst wird. Greenland Resources ist eine Pennystock-Aktie, die untermauert, dass in diesem Segment auch geopolitische Themen relevant sind. Innerhalb des letzten Jahres erreichte das Wertpapier ein Kursplus von 15 Prozent. Klar muss Anlegern hier sein, welches Risiko in der Rohstoffexploration steckt. Ein anfangs ertragreicher Erzkörper kann sich bei einer weiteren Beprobung als nicht abbauwürdig erweisen, was die Aktie des Unternehmens stark unter Druck setzt.

5️⃣ AFYREN (ISIN: FR0014005AC9):

Der französische Hersteller biobasierter Chemikalien ersetzt erdölbasierte Moleküle durch fermentierte Alternativen. Der Umsatz fällt bislang noch gering aus, da in diesen Nischensegmenten bisher keine Großanlagen mit hohen Durchsätzen laufen. Die Umsatzerlöse sind in den letzten beiden Jahren zurückgegangen. Angesichts der starken Nachfrage nach Konzepten zur Transformation chemischer Prozesse von erdölbasiert zu nachhaltig, ist die Aktie durchaus ein Titel, den Anleger auf ihre Watchlist setzen können.

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Dividendenaktien weisen eine hohe Aktienrendite auf  (Foto: Shutterstock/ PATCHARIN.IN)

Pennystocks im Portfolio richtig verankern

Wer sich für Pennystocks entscheidet, muss diese Anlageklasse für das eigene Portfolio richtig einordnen. Es handelt sich hier um Wertpapiere, die Satellitenposition infrage kommen – also als Ergänzung zu einem Kern aus ETFs, Large-Caps und Anleihen. Eine reine Pennystocks-Allokation wäre aufgrund der hohen Volatilität riskant.

  • Der Anteil wird immer basierend auf den Anlagezielen und der Risikoorientierung ausgewählt. Eine Allokation von fünf bis zehn Prozent des Gesamtdepots gilt als solide Obergrenze, wobei der niedrige einstellige Prozentbereich für zurückhaltende Anleger angemessen ist. Innerhalb der Micro-Caps-Anlage lohnt sich zusätzliche Streuung: Fünf bis zehn Positionen aus unterschiedlichen Branchen und Regionen, statt auf einzelne Titel zu setzen.
  • Kombinieren lässt sich das Ganze mit breiter gestreuten Instrumenten. Ein Small-Cap-ETF kann dabei das Fundament bilden, während einzelne Pennystocks als Beimischung zusätzliche Chancen generieren – über Renditen oberhalb des breiten Markts. Für kurzfristige Investments auf einzelne Titel kommen auch Derivate wie Optionsscheine infrage, bei denen der Verlust auf den eingesetzten Betrag begrenzt bleibt. Setzen Anleger gezielt auf einzelne Branchen wie Biotechnologie, kann ein passender Sektor-ETF zusätzlich dabei helfen, das Einzeltitelrisiko der Pennystocks abzufedern.
  • Zur zentralen Frage wird bei der praktischen Umsetzung das Thema Kosten. Der größte Faktor ist dabei selten die Ordergebühr. Sehr viel mehr Einfluss hat häufig der Spread – also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs . Da dessen Höhe unter anderem durch die Liquidität im Markt bestimmt wird, kann gerade bei den Pennystocks mit geringem Volumen ein hoher Spread entstehen. Zur Integration gehört aber auch ein adäquates Risikomanagement, dessen Bedeutung gerade Börsenneulinge schnell unterschätzen können.

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Risikomanagement: Wie Totalverluste bei Pennystocks vermieden werden

Im Vergleich mit Blue Chips setzt das Investieren in Pennystocks bezüglich des Risikomanagements einige Anpassungen voraus. Durch die teilweise sehr begrenzte Liquidität droht das Risiko einer Ausführung des klassischen Stopp-Loss deutlich unterhalb der gesetzten Marke – einfach, weil im entscheidenden Moment schlicht kein Käufer zum gewünschten Kurs im Markt verfügbar ist.

Ein manuell überwachter Stopp, den der Anleger selbst umsetzt, kann sich hier als praktikablere Lösung erweisen. Damit entsteht natürlich die Notwendigkeit regelmäßiger Kontrollen der Kurse an der Börse. Zudem müssen Quartalszahlen oder Ankündigungen zu neuen Kapitalerhöhungen beobachtet werden.

Häufige Kapitalerhöhungen können ein Warnsignal dafür sein, dass die Unternehmen einen hohen Kapitalbedarf haben. Das Problem: Mit der Kapitalerhöhung verwässern sie die Anteile bestehender Aktionäre und der Gewinn pro Aktie sinkt. Ein ebenfalls sehr wichtiger Punkt ist die Frage nach der wirtschaftlichen Tragfähigkeit. Unternehmen ohne Umsätze sind reine Wetten auf die Zukunft und sollten daher nicht isoliert als einziger Wert im Portfoliosegment der Pennystocks stehen.

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Das Risikomanagement ist bei Pennystocks unerlässlich (Foto: Shutterstock/ Mer_Studio)

Fazit: Mit Pennystocks aktiv auf Wachstum traden

Pennystocks sind Aktien, die vergleichsweise günstig zu haben sind. Damit steigt die Versuchung, sich basierend auf diesen Wertpapieren ein Portfolio zusammenzustellen. Der Markt hat – wie unsere fünf ausgewählten Beispiele verdeutlichen – durchaus Potenzial. Gerade aus Einsteigersicht ist auf gewisse Punkte zu achten. Die Renditechancen sind vorhanden, aber nur bei einer konsequenten Umsetzung einer adäquaten Risikostrategie. Dazu gehört ein manuell überwachter Stop Loss, die Überprüfung der zentralen Wirtschaftsdaten zum Unternehmen und das Achten auf Red Flags – wie häufige Kapitalerhöhungen. Der Markt für Pennystocks eignet sich zum Aufbau von Satellitenpositionen, wenn der Kern des Portfolios ausreichend robust aufgestellt ist.

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FAQ: Häufige Fragen zu Pennystocks-Aktien im Depot

Sind Pennystocks für langfristige Investments geeignet oder nur für aktives Trading?

In diesem Sektor lassen sich beide Ansätze darstellen. Viele Pennystocks sind aber eher mittelfristig orientierte Assets, da deren Entwicklung stark von Katalysatoren wie Produktionszyklen abhängt. Langfristig zu investieren, erfordert Unternehmen, die einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil haben oder mit skalierbaren Geschäftsmodellen arbeiten. Ein Anspruch, der im Bereich Pennystocks realisierbar, aber nicht überall zu finden ist.

Gibt es steuerliche Besonderheiten bei Pennystocks im Vergleich zu normalen Aktien?

Generell unterliegen Pennystocks den gleichen steuerlichen Regeln wie andere Aktien (in Deutschland wird die Kapitalertragsteuer über die 25 Prozent Abgeltungssteuer realisiert). Eine Besonderheit ist die Möglichkeit, für den Fall eines Totalverlustes diesen mit Gewinnen aus anderen Aktien zu verrechnen. Was gerade bei einem Investment über Anbieter im Ausland zu beachten ist, sind die in der Besteuerung auftretenden Unterschiede.

Eignen sich Pennystocks auch für Einsteiger?

Das Investieren ist in diesem Bereich für jeden Anlegertyp auch mit wenig Erfahrung möglich. Anleger müssen sich bewusst sein, dass gerade durch die geringere Liquidität im Markt sowie höhere Spreads und das Manipulationsrisiko Risiken entstehen. Einsteiger können Pennystocks für Investments auswählen, deren konsequente Einbindung in Anlagestrategien setzt aber eine gewisse Erfahrung voraus.

Kann ich Pennystocks genauso wie Blue-Chips-Aktien handeln?

Die Grundzüge ähneln sich, in der Umsetzung der Tradingstrategien sollten einige Besonderheiten beachtet werden. Orderzusätze wie der Stop Loss sind hier elementar, um Verlustrisiken einzugrenzen – sollten hier aber manuell überwacht werden. Pauschal bei sinkenden Kursen zuzukaufen ist eher zu vermeiden – sofern die Entscheidung über die Bewertung der aktuellen Zahlen nicht gedeckt wird. Zudem ist bei Pennystocks die Positionsgröße im Verhältnis zum Gesamtdepot zu berücksichtigen.

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