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Rüstungsaktien: Diese Unternehmen profitieren vom neuen Wettrüsten

Datum: 05.10.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Seit 2022 ist der Fokus in vielen Ländern Europas stärker auf Rüstung gerichtet. Wachsende Verteidigungsbudgets bieten auch Anlegern Möglichkeiten, ihr Portfolio zu verändern und wachsende Erträge zu erzielen. Es geht dabei nicht ausschließlich um die Aufstockung mit vorhandener Wehrtechnik oder den Ausbau der Munitionsbestände.

Gerade unbemannte Systeme erleben einen Boom und werden unter dem Einfluss der Erfahrungen auf den ukrainischen Schlachtfeldern entwickelt. Es entsteht die Chance, ein Portfolio aufzubauen, das neben etablierten Rüstungsunternehmen, deren Geschäftsbereiche die Luftverteidigung, die Raketenabwehr, den Bau gepanzerter Fahrzeuge und die Entwicklung von Radarsystemen umfassen, auch Start-ups beinhaltet.

Diese Unterschiede machen es notwendig, sich intensiv mit den Kennzahlen von Firmen wie Rheinmetall und Hensoldt zu beschäftigen. Zentrale Fragen betreffen nicht nur die Umsatzentwicklung, sondern auch den Auftragsbestand und die Frage, wie breit das Unternehmen aufgestellt ist, liefern Handelssignale.

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Rüstungsaktien: Mehr als Kampfpanzer, Drohnen, U-Boote und Luftabwehr

Rüstungswerte haben in der Vergangenheit für Anleger oft eine untergeordnete Rolle gespielt. Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat sich das Bild verändert. Steigende Verteidigungsbudgets treiben die Umsatzentwicklung der Rüstungsunternehmen an. Volle Auftragsbücher sind für Trader interessant, da sich hier Impulse für die Kurse entwickeln. Für die Bewertung der einzelnen Aktien und der Handelssignale reicht der Blick auf das Umsatzwachstum nicht aus, zentral sind einige wichtige Kennzahlen.

1️⃣ Auftragsbestand:

Ein hoher Backlog (noch nicht abgearbeiteter Bestand an Kundenaufträgen) schafft Planungssicherheit und zeigt, wie Produktionskapazitäten in Zukunft bereits ausgelastet sind. Allerdings handelt es sich um einen dynamischen Kennwert, da Verzögerungen, Preissteigerungen oder technische Probleme die Profitabilität belasten.

2️⃣ Forward-KGV:

Zeigt, wie hoch die erwarteten Gewinne durch den Markt bereits bewertet werden. Hier fallen deutliche Unterschiede am Markt auf.

3️⃣ EBIT-Marge:

Anteil des operativen Gewinns am Gesamtumsatz, Maß für die Profitabilität der Unternehmen in der Abarbeitung ihrer Aufträge.

4️⃣ Free-Cashflow-Marge:

Ergänzt die Betrachtung der Aktien. Hohe Investitionen in neue Werke und Produktionskapazitäten können dazu führen, dass starkes operatives Wachstum zunächst nur begrenzt in freien Cashflow übersetzt wird.

Rheinmetall (ISIN: DE0007030009)

Rheinmetall 

Rheinmetall  (Foto: Shutterstock/ Spech )

Rheinmetall ist neben KNDS (ehemals Krauss-Maffei Wegmann) wahrscheinlich das bekannteste Rüstungsunternehmen aus Deutschland. In den zurückliegenden Jahren hat der Hersteller von Kampf- und Schützenpanzern, Kanonen für Artilleriesysteme und weitere Wehrtechnikkomponenten sehr stark von der gestiegenen Nachfrage profitiert.

  • Speziell in den Bereichen Luftverteidigungssysteme und digitale militärische Lösungen machen Firmen wie Rheinmetall große Fortschritte, um sich an die Veränderungen auf dem Gefechtsfeld anzupassen – insbesondere was die Drohnenabwehr, aber auch die Nutzung dieser Technologie betrifft.
  • Die gestiegenen Wehretats machen sich inzwischen auch in den Geschäftszahlen deutlich sichtbar. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 39 Prozent auf 5,23 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich sogar um 74 Prozent auf 786 Millionen Euro, wodurch Rheinmetall auch die operative Marge verbessern konnte. Einer der Wachstumsmotoren waren das Geschäft mit Munition sowie bodengestützter Luftverteidigungstechnologie.
  • Der Auftragsbestand gibt Rheinmetall gleichzeitig eine hohe Planungssicherheit. Ende Juni 2026 erreichte der sogenannte Backlog 80,5 Milliarden Euro nach 56 Milliarden Euro im Vorjahr. Darin enthalten sind neben festen Aufträgen auch Abrufe aus Rahmenverträgen. Gerade im Wehrtechniksegment entstehen die Margen der Unternehmen nicht ausschließlich im Zusammenhang mit der Neubeschaffung, sondern auch durch Ersatzteile und Kampfwertsteigerungen.
  • In Bezug auf den Umsatz für 2026 gehen Schätzungen von etwa 13,90 Milliarden Euro aus. Für 2027 sind die Erwartungen mit mehr als 18,70 Milliarden Euro noch einmal deutlich höher. Zahlen, die ein Wachstum von rund 35 Prozent bedeuten. Gleichzeitig soll das EBIT auf 3,73 Milliarden Euro steigen. Dies ergibt eine geschätzte EBIT-Marge von knapp 20 Prozent. Das Forward-KGV für 2027 liegt bei rund 18,5.
Kennzahl 2027 (Schätzung)
Umsatzwachstum* ca. 34,8 Prozent
Forward-KGV ca. 18,5
EBIT-Marge ca. 19,9 Prozent
Auftragsbestand H1 2026 ca. 80,5 Mrd. EUR

* im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr

Aus den Kennzahlen lässt sich für Rheinmetall ein starkes Wachstumssignal ableiten. Das starke Plus beim Umsatz ist aber nicht der einzige Aspekt, der für die Bewertung Bedeutung hat. Die steigende Profitabilität und die gleichzeitig vollen Auftragsbücher machen Rheinmetall für ein Portfolio interessant, das auf etablierte Rüstungsaktien setzt. Aber: Nach Jahren Zurückhaltung bei staatlichen Auftraggebern bindet ein Unternehmen wie Rheinmetall kurzfristig viel Kapital für Produktionsausbau, Lageraufbau und Investitionen – was der Investitions-Cashflow von mehr als zwei Milliarden Euro unterstreicht.

Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005)

Hensoldt

Hensoldt (Foto: Shutterstock/ Aerospace Trek)

Hensoldt hat die Bekanntheit als Rüstungsunternehmen in den letzten Jahren gesteigert, ist aber nach wie vor wesentlich kleiner als Rheinmetall und stärker auf Teilbereiche wie Radar, Sensorik, Optronik sowie elektronische Kampfführung fokussiert. Hierdurch hat sich Hensoldt gerade in den Bereichen der modernen Luftverteidigung und der vernetzten Gefechtsführung etabliert und profitiert von der hohen Nachfrage nach diesen Technologien.

  • Im ersten Halbjahr 2026 verdoppelte sich der Auftragseingang bei Hensoldt auf 2,81 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand erreichte mit 10,36 Milliarden Euro einen neuen Rekord. Gleichzeitig stieg der Umsatz auf 2,4 Milliarden Euro — um knapp 9,60 Prozent. Die Prognosen sehen auch in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum.
  • Für 2026 werden rund 2,80 Milliarden Euro Umsatz erwartet, für 2027 bereits 3,26 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von rund 16,4 Prozent. Der erwartete EBIT von 465 Millionen Euro übersetzt sich in eine EBIT-Marge von etwa 14 Prozent. Der Free Cashflow soll rund 269 Millionen Euro erreichen und entspricht einer FCF-Marge von rund 8 Prozent.
Kennzahl 2027 (Schätzung)
Umsatzwachstum* ca. 16,4 Prozent
Forward-KGV ca. 32
EBIT-Marge ca. 14,3 Prozent
FCF-Marge ca. 8,3 Prozent
Auftragsbestand H1 2026 ca. 10,4 Mrd. EUR

* im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr

Die Entwicklung von Hensoldt ist vor dem Hintergrund positiv zu bewerten, dass der Ukrainekrieg die Bedeutung der digitalen Gefechtsführung und Luftabwehr deutlich unter Beweis stellt. Ein Forward-KGV von rund 32 zeigt aber, dass viele Anleger bereits eine gewisse Erwartungshaltung mitbringen. Wichtig ist für die Bewertung, dass bei den kleineren Rüstungsunternehmen die Abhängigkeit von staatlichen Investitionsprogrammen den Kurs deutlich stärker beeinflussen kann.

BAE Systems (ISIN: GB0002634946)

BAE Systems

BAE Systems (Foto: Shutterstock/Flying Camera)

BAE Systems ist einer der bedeutenden europäischen Verteidigungskonzerne, dessen Geschäftsfelder sich über mehrere Bereiche – von Kampfflugzeugen und U-Booten über gepanzerte Fahrzeuge bis hin zu Munition und Verteidigungselektronik – erstreckt. Diese breite Aufstellung reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Truppenbereichen.

  • Zudem fokussiert sich das Unternehmen nicht ausschließlich auf Kunden in Europa, sondern erzielt einen großen Teil seiner Umsätze außerhalb Großbritanniens, insbesondere in den USA und Saudi-Arabien. Ein weiterer Bereich – BAE C4ISR – beschäftigt sich mit Produkten zur Koordinierung von Einheiten im Rahmen militärischer Einsätze.
  • Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um 9 Prozent auf 15,77 Milliarden Pfund. Das zugrunde liegende EBIT wuchs um 11 Prozent auf 1,70 Milliarden Pfund. Der Auftragseingang erreichte 16,4 Milliarden Pfund, während der Auftragsbestand auf rund 84 Milliarden Pfund anwuchs. Der Free Cashflow lag im Halbjahr bei 1,79 Milliarden Pfund.
  • Vor dem Hintergrund dieser Zahlen gehen die Schätzungen für 2026 beim Umsatz von 33 Milliarden Pfund und für 2027 von rund 36 Milliarden Pfund aus. Damit würde BAE ein Wachstum von knapp 9 Prozent erzielen – bei einem EBIT von 4,08 Milliarden Pfund.
Kennzahl 2027 (Schätzung)
Umsatzwachstum* ca. 8,9 Prozent
Forward-KGV ca. 21,1
EBIT-Marge ca. 11,3 Prozent
Auftragsbestand H1 2026 ca. 84 Mrd. GBP

* im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr

Im Hinblick auf das Wachstum entwickelt sich BAE Systems langsamer als zum Beispiel Rheinmetall. Aber: Das Unternehmen aus Großbritannien ist insgesamt breit aufgestellt. Zusätzlich sorgt der Backlog für eine stabile Deckung der Umsätze in den nächsten ein bis zwei Jahren. Für die weitere Bewertung ist außerdem relevant, wie stark BAE Systems mit den Märkten in den USA und Europa verflochten ist.

Saab (ISIN: SE0000112385)

Saab

Saab (Foto: Shutterstock/ Radoslaw Maciejewski)

Saab kennen viele Anleger und Verbraucher als früheren Autohersteller. Der Rüstungskonzern Saab AB darf als Unternehmen damit aber nicht verwechselt werden. Im Segment Wehrtechnik hat sich das Unternehmen zu einem wichtigen europäischen Rüstungskonzern entwickelt. Zum Portfolio gehören unter anderem der Gripen-Kampfjet, Radar- und Sensorsysteme, Flugabwehr, Raketen und U-Boote.

  • Im zweiten Quartal 2026 hat sich der Umsatz positiv – um 29,8 Prozent auf 25,45 Milliarden Schwedische Kronen – entwickelt. Das EBIT legte um 41 Prozent auf 2,79 Milliarden Kronen zu. Gleichzeitig erreichte der Auftragseingang 68,4 Milliarden Kronen. Aber: Diese Entwicklung wird nicht durch Zuwächse in der Breite angetrieben, sondern durch größere Einzelaufträge.
  • Für das Gesamtjahr 2026 sehen die Schätzungen einen Umsatz von circa 98 Milliarden SEK, für 2027 sollen es bereits 119,7 Milliarden SEK sein. Damit erreicht das erwartete Wachstum für Saab rund 22 Prozent. Das geschätzte EBIT von 13,42 Milliarden SEK übersetzt sich in eine EBIT-Marge von rund 11 Prozent. Das Forward-KGV 2027 liegt bei knapp 32.
Kennzahl 2027 (Schätzung)
Umsatzwachstum* ca. 22,1 Prozent
Forward-KGV ca. 32
EBIT-Marge ca. 11,2 Prozent
Auftragsbestand Mitte 2026 rund 318 Mrd. SEK

* im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr

Saab verbindet hohes Wachstum mit einer sehr starken Auftragslage. Damit wird die Aktie gerade operativ für Anleger interessant, muss angesichts der bereits eingepreisten Erwartung aber differenziert betrachtet werden. Mit einem Forward-KGV um 32 liegt Saab deutlich über der Kennzahl anderer Rüstungsaktien, wie den Aktien von Lockheed Martin oder Northrop Grumman. Wovon Saab besonders profitieren kann, ist die Hinwendung vieler europäischer Staaten als Treiber der Investitionen zur Wehrtechnik aus der EU.

Lockheed Martin (ISIN: US5398301094)

Lockheed Martin

Lockheed Martin (Foto: Shutterstock/ Flying Camera)

Lockheed Martin zählt zu den größten Rüstungskonzernen im globalen Maßstab und ist für ein breites Spektrum verschiedener Projekte bekannt. Dazu gehören unter anderem die F-35, das Raketenabwehrsystem THAAD (Terminal High Altitude Area Defense), die Fertigung von Patriot-Komponenten und verschiedene Raketen- und Raumfahrtsysteme. Mit dieser Auswahl an Wehrtechnik ist das Unternehmen sehr eng in die US-Verteidigungsstruktur eingebunden.

  • Für das zweite Quartal 2026 konnte Lockheed eine Verbesserung der Umsatzzahlen um 11 Prozent auf 20 Milliarden US-Dollar erreichen. Gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand, mit 230 Milliarden US-Dollar verzeichnete das Unternehmen einen neuen Rekord. Der Free Cashflow lag im Quartal bei 2,9 Milliarden US-Dollar.
  • Angesichts solcher Zahlen sind die Erwartungen der Analysten hoch. 2026 wird mit knapp 81 Milliarden US-Dollar Umsatz gerechnet. Für 2027 soll das Ergebnis noch einmal steigen – auf rund 85,7 Milliarden US-Dollar. Der in den Schätzungen veranschlagte EBIT von 10,22 Milliarden US-Dollar ergibt eine EBIT-Marge von rund 11,9 Prozent. Beim Free Cashflow werden etwa 6,70 Milliarden US-Dollar erwartet, entsprechend rund 7,8 Prozent des Umsatzes.
Kennzahl 2027 (Schätzung)
Umsatzwachstum* ca. 5,8 Prozent
Forward-KGV ca. 16,4
EBIT-Marge ca. 11,9 Prozent
FCF-Marge ca. 7,8 Prozent
Auftragsbestand Q2 2026 ca. 230 Mrd. USD

* im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr

Lockheed ist ein etabliertes Unternehmen, das sich in mehreren Kernbereichen des Rüstungssegments etabliert hat und zu den wichtigsten Lieferanten für das US-Militär gehört. Ein starker Motor für die Umsätze ist nicht nur die F-35, von der Exemplare inzwischen weltweit verkauft werden. Auch Aufklärungsassets und Raketentechnologie spielen eine Rolle. Allerdings wächst Lockheed prozentual langsamer, was für einen etablierten Konzern mit einer stabilen Geschäftsgrundlage auch bei Rüstungsaktien nicht ungewöhnlich ist.

General Dynamics (ISIN: US3695501086)

General Dynamics

General Dynamics (Foto: Shutterstock/ Kristi Blokhin)

General Dynamics ist eine besondere Aktie unter den hier vorgestellten Unternehmen, da der Geschäftsbereich nicht nur Rüstungsgüter umfasst, mit Gulfstream gehört ein wichtiger Hersteller von Businessflugzeugen zum Konzern. Im Bereich des Verteidigungsgeschäfts zählen unter anderem die M1-Abrams-Plattform, weitere gepanzerte Fahrzeuge sowie Atom-U-Boote zum Portfolio.

  • Diese Mischung unterscheidet General Dynamics von den anderen Titeln und sorgt für eine breite Aufstellung des Unternehmens, das auf diese Weise sowohl von den Aufträgen der landgestützten Teilstreitkräfte der US-Armee profitiert als auch von den Beschaffungsplänen der US Navy. Diese Mischung sichert General Dynamics nicht nur als Neuausrüster Aufträge. Speziell im maritimen Segment erreichen die Einheiten umfangreiche Dienstzeitspannen – womit ein kontinuierlicher Bedarf an Ersatzteilen, sensorischen und defensiven Aufwertungen entsteht.
  • Für die Umsatzprognose werden für 2026 rund 56 Milliarden US-Dollar erwartet. Für das Folgejahr kann General Dynamics den Schätzungen zufolge mehr als 58,5 Milliarden US-Dollar umsetzen – und erreicht damit ein Wachstum von rund 5 Prozent. In Bezug auf das EBIT-Ergebnis werden knapp 6,4 Milliarden US-Dollar erwartet, womit die EBIT-Marge etwas weniger als 11 Prozent erreicht.
Kennzahl 2027 (Schätzung)
Umsatzwachstum* ca. 4,9 Prozent
Forward-KGV ca. 19,2
EBIT-Marge ca. 10,9 Prozent
FCF-Marge ca. 8,5 Prozent
Book-to-Bill Q2 2026 1,4

* im Vergleich zum letzten Geschäftsjahr

General Dynamics wächst zwar langsamer als andere Rüstungswerte, liefert im Gegenzug aber stabile Cashflows. Anhand des Book-to-Bill von 1,4 wird deutlich, dass der Auftragseingang derzeit deutlich über dem abgearbeiteten Volumen liegt. Angesichts des Kursziels von mehr als 410 US-Dollar hat die Aktie von General Dynamics Potenzial nach oben.

Rüstungsaktien

Rüstungsaktien werden aktuell immer beliebter (Foto: Shutterstock/ Karolis Kavolelis)

Fazit: Höhere Verteidigungsbudgets treiben Rüstungsaktien an

Über Jahrzehnte hat sich besonders Europa bei den Verteidigungsausgaben zurückgehalten und auf die Nachkriegsordnung gesetzt, in der die USA militärisch eine starke Dominanz ausgeübt haben. Mit dem Februar 2022 hat sich diese Sichtweise grundlegend verändert.

Wachsende Wehretats treiben die Umsätze der Rüstungsunternehmen auf mehreren Ebenen an. Einerseits spielt die Beschaffung von Kampf- und Schützenpanzern, Artillerie oder Flugzeugen eine zentrale Rolle. Andererseits sind für die Betriebsergebnisse auch die Ersatzteilversorgung und die Verbesserung des bestehenden militärischen Equipments Bedeutung, da die Einheiten bzw. Modelllinien mitunter über mehrere Jahre bis Jahrzehnte im Dienst stehen. Aus Anlegersicht bieten Rüstungsaktien dadurch den Vorteil, auf lange Sicht einen Cashflow zu generieren. Allerdings hängt deren Erfolg immer von den staatlichen Investitionsprogrammen ab.

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FAQ: Häufige Fragen zu Rüstungsaktien im Portfolio

Welche Risiken bestehen bei Rüstungsaktien trotz voller Auftragsbücher?

Zu den wichtigsten Risiken gehören Kostenüberschreitungen bei Großprojekten, Produktionsengpässe, Verzögerungen, politische Änderungen bei Beschaffungsprogrammen und eine bereits hohe Aktienbewertung. Zusätzlich können hohe Investitionen in neue Produktionskapazitäten den Free Cashflow vorübergehend belasten. Auch Änderungen im Hinblick auf die politische Situation sind ein Risiko.

Sind Rüstungsaktien ausschließlich von staatlichen Militärausgaben abhängig?

Nein, Unternehmen mit einem Fokus auf Rüstung hängen nicht zwangsläufig von den Verteidigungsetats ab. Dies ist dann der Fall, wenn ein Mischkonzern neben den militärischen Geschäftsfeldern auch im zivilen Sektor operiert.

Sind Rüstungsaktien eher Wachstums- oder Dividendenwerte?

Rüstungsaktien können beides sein. Große etablierte Konzerne wie Lockheed Martin oder General Dynamics verfügen über relativ stabile Cashflows und schütten regelmäßig Dividenden aus. Sie ähneln damit eher klassischen Qualitäts- und Dividendenwerten. Schnell wachsende europäische Unternehmen werden dagegen stärker über steigende Umsätze, Auftragsbestände und Gewinne bewertet.

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