Medienkooperation

Turnaround-Aktien: Diese Aktien haben Comeback-Potenzial

Datum: 30.09.2026
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich

Turnaround-Aktien stehen am Markt unter Druck, bieten Anlegern dafür aber auch hohe Renditeerwartungen. Schaffen es Unternehmen, sich aus dem Bewertungstief herauszuarbeiten, zieht der Kurs an den Börsen spürbar an.

Ein potenzielles Beispiel ist mit Nike ein Unternehmen aus dem Bereich der Konsumgüter. Was die Aktie unter Druck setzt, sind Vertriebsprobleme und ein schwaches Wachstum – in Kombination mit einem chinesischen Markt, der sich nicht wie erhofft entwickelt hat. Es gibt aber Anzeichen, die auf eine Erholung hindeuten.

Anlegern, die im richtigen Moment die Nike-Aktie halten, bietet sich die Gelegenheit auf eine überzeugende Rendite. Die Herausforderung: Trader müssen die Turnaround-Aktien erkennen, bei denen ausreichend wirtschaftliches Potenzial vorhanden ist, um die Trendwende zu schaffen.

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6 Aktien mit starkem Turnaround-Potenzial – unser Schnellcheck

2026 ist ein Börsenjahr, das für eine ganze Reihe Aktien entscheidend wird. Die geopolitischen Entwicklungen der zurückliegenden Jahre haben in verschiedenen Branchen wirtschaftlichen Druck aufgebaut. China, das immer wieder bei zentralen Rohstoffen wie den Seltenen Erden durch Restriktionen eine Verknappung entstehen lässt, oder die USA mit ihrer zuerst erratischen Zoll- und zuletzt aggressiven Außenpolitik verändern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für viele Unternehmen.

Einige Aktien sind erst in den zurückliegenden ein bis zwei Jahren unter Druck geraten, andere Aktiengesellschaften sehen sich bereits länger strukturellen Schwächen gegenüber. Für unsere Top 6 Turnaround-Aktien ziehen wir einen Mix aus wirtschaftlichen Kennzahlen und einen Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung für die Bewertung heran.

Nike (ISIN: US6541061031)

Nike

Nike (Foto: Shutterstock/ sdx15)

Nike (NKE) ist einer der Turnaround-Kandidaten im Konsumsektor. Probleme hat die Aktie am Markt aus mehreren Gründen: Ein schwaches Wachstum und Probleme im Direktvertrieb setzen den Sportartikelkonzern genauso unter Druck wie die Konkurrenz durch Marken wie On und Hoka.

  • Operativ sind inzwischen zumindest in einzelnen Bereichen Verbesserungen der Situation zu erkennen. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Nike 46,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, was knapp unter dem Wert für das vorherige Geschäftsjahr lag.
  • Mit einem Kurs von rund 37 US-Dollar am 10. September 2026 liegt die Aktie an der Börse deutlich unter dem Median-Kursziel von 46 US-Dollar und erreicht ein Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis-Verhältnis von circa 0,80. Damit hat das Wertpapier durchaus Luft nach oben. Hinsichtlich des KUV liegt der Sportartikelhersteller mit 1,18 zwar über 1, aber immer noch in einem vertretbaren Bereich. Ob Nike am Ende das Turnaround-Potenzial ausschöpfen kann, wird mittelfristig von mehreren Faktoren abhängen.
  • Ein zentraler Punkt bleibt die Bruttomarge von circa 43 Prozent fürs Geschäftsjahr. Damit bewegt sich der Konzern auf einem Niveau, das mit anderen Konsumgüterunternehmen vergleichbar ist. Verbessert sich diese Kennzahl und kann Nike die Probleme im Vertrieb erfolgreich angehen, dürfte dies der Aktie Auftrieb in Richtung ihrer Fair-Value geben. Anleger sollten auf der anderen Seite die Entwicklung der Marke in China sowie das Rabattgeschäft im Auge behalten. Muss Nike zu diesem Instrument zur Lagerbestandskontrolle greifen, ergeben sich durchaus Dämpfungseffekte auf die Marge.
Kennzahl Wert (Stand: Anfang September 2026)
Kurs rund 37 USD
Kursziel rund 49 USD
Umsatz 2026 rund 46 Mrd. USD
Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis circa 0,80
KUV 1,18
Altman-Z-Score 4,31

Intel (ISIN: US7134481081)

Intel

Intel (Foto: Shutterstock/ Piotr Swat)

Intel (INTC) ist der ehemalige Branchenprimus, wenn es um die Entwicklung und Fertigung von Computerchips geht. Allerdings sind in den zurückliegenden Jahren eine Reihe von Problemen entstanden, die dessen Entwicklung bremsen und für das Management erhebliche Herausforderungen bedeuten.

  • Eine zentrale Aufgabe des Managements ist die Verteidigung der Marktposition im CPU-Segment. Durch die starke Fokussierung auf KI und die Hochleistungschips von Nvidia hat dieser Sektor in den letzten Jahren einen gewissen Bedeutungsverlust erfahren. Gleichzeitig drücken hohe Peripheriekosten für Speicher und GPUs auf das Massengeschäft gerade im Heimanwenderbereich, da viele Verbraucher den Neukauf oder die Aufrüstung von Hardware hinten anstellen.
  • Analysten gehen bei Intel von zusätzlichen Belastungen durch die Foundry-Sparte aus. Mit Milliardeninvestitionen will das Unternehmen Fertigungskapazitäten ausbauen, um in Zukunft auch externe Halbleiterkunden zu bedienen. Damit steht Intel vor der Herausforderung, einen kapitalintensiven Turnaround in Angriff nehmen zu müssen.
  • Mit einem Kurs von knapp über 100 US-Dollar liegt die Aktie in Bezug auf den Median des Kursziels von 112 US-Dollar nicht mehr extrem weit entfernt. Das Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis-Verhältnis erreicht 0,90 und zeigt, dass Anleger am Markt bereits einen Teil der Wachstumserwartung eingepreist haben. Trotzdem bleibt die Aktie ein Turnaround-Kandidat, da gerade das Foundry-Segment langfristig den Umsatz und die Marge stützen kann. Zudem legt aufgrund des KI-Booms auch das Servergeschäft zu.
Kennzahl Wert (Stand: Anfang September 2026)
Kurs rund 100 USD
Kursziel rund 112 USD
Umsatz 2025 rund 52,85 Mrd. USD
Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis circa 0,90
KUV 9,24
Altman-Z-Score 2,23

Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0)

Siemens Energy

Siemens Energy (Foto: Shutterstock/ DennisF )

Siemens Energy (ENER6Y) ist ein Beispiel für ein Unternehmen, das sich mitten in seinem Turnaround-Zyklus steckt. Schuld an der Misere war unter anderem die Tochter Siemens Gamesa, bei der aufgrund von technischen Mängeln an Turbinen und hohen operativen Kosten erhebliche Verluste entstanden.

  • Die Aktie selbst hat in den letzten 12 Monaten aber ein erhebliches Plus an der Börse erzielt, was unter anderem daran liegt, dass die Probleme bei Gamesa bereinigt scheinen und in anderen Geschäftsbereichen ebenfalls positive Effekte die Entwicklung antreiben. Dazu gehören unter anderem der Netzausbau.
  • Dieser wird durch eine hohe Stromnachfrage angetrieben, die durch den KI-Boom sowie die Energiewende entsteht. Beides treibt die Nachfrage nach Gasturbinen und Hochspannungsnetzen an. Für Siemens Energy ist mit diesem Trend eine spürbare Zunahme bei den Aufträgen verbunden.
  • Die Aktie kostet im Handel aktuell circa 143 Euro und liegt damit immer noch deutlich unter den durchschnittlichen Bewertungen vieler Analysten, die für das Wertpapier Potenzial bis über 200 Euro sehen. Ausgehend von diesen Zahlen hat die Aktie ein Aufwärtspotenzial von circa 30 Prozent plus X.
  • Für die weitere Entwicklung des Turnaround wird entscheidend sein, ob die Windkraftsparte weiterhin Rückenwind hat und ob sich der Auftragsbestand am Ende auch eine Gewinnverbesserung übersetzen lässt. Speziell Großprojekte, die teurer als die kalkulierten Kosten werden, üben möglicherweise eine dämpfende Wirkung aus.
Kennzahl Wert (Stand: Anfang September 2026)
Kurs rund 144 Euro
Kursziel über 200 Euro
Umsatz 2025 rund 39 Mrd. Euro
Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis circa 0,69
KUV 2,88
Altman-Z-Score 1,97

Puma (ISIN: US7427181091)

Puma

Puma (Foto: Shutterstock/ Sergei Prokhorov)

Der Sportartikelhersteller ist aufgrund einer Kombination strategischer Problemen und operativer Schwächen sowie externen Belastungen unter Druck geraten. Ähnlich der Situation bei Nike ist für einen Teil der Probleme die Vertriebsseite verantwortlich. Auf der anderen Seite hat das Management zur Entwicklung beigetragen, indem die Marke Puma sehr stark kommerziell ausgerichtet wurde und einen Teil ihres Premiumcharakters durch diesen Schritt verloren hat.

  • Eine starke Präsenz bei Massenhändlern und häufige Rabattaktionen haben der Premiumwahrnehmung der Marke geschadet und zu einem Wettbewerbsnachteil geführt. Hinzu kamen zu hohe Lagerbestände – was letztlich zu Produktrücknahmen und zusätzlichen Rabattaktionen führte. Aspekte, die im Konsumgüterbereich eine klare Belastung für die Marge darstellen.
  • Puma reagierte auf die Situation mit einem strategischen Reset, der ein Zurückfahren problematischer Kanäle genauso umfasste wie Veränderungen im Produktsortiment. Den Umsatzrückgang 2025 und in den ersten Monaten 2026 konnten die Maßnahmen nicht aufhalten.
  • Aber: Erste Signale dafür, dass die Maßnahmen greifen, deuten sich an. Neben einer Verbesserung der Marge hat sich auch der freie Cashflow verbessert. Zudem ist es Puma gelungen, die Lagerbestände spürbar abzubauen und der EBIT-Verlust konnte deutlich verringert werden.
Kennzahl Wert (Stand: Anfang September 2026)
Kurs rund 22 Euro
Kursziel rund 29 Euro
Umsatz 2025 rund 7,3 Mrd. Euro
Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis circa 0,76
KUV 0,44
Altman-Z-Score 2,01

Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1)

Vonovia

Vonovia (Foto: Shutterstock/ DennisF )

Bei Vonovia (A1ML7J) dreht sich alles um das Thema Wohnen. Der Immobilienkonzern verwaltet ein umfassendes Portfolio an Immobilien und ist in vielen deutschen Großstädten vertreten. Anders als beispielsweise bei Nike oder Intel, deren Charakter als Turnaround-Kandidat sehr stark von den Umsatzmargen getrieben wird, ist bei Vonovia ein externer Faktor entscheidend – das Thema Zinsen.

  • Diese werden für das stark von Fremdfinanzierungen abhängige Immobiliengeschäft zu einem zentralen Dreh- und Angelpunkt. Vonovia profitierte jahrelang vom niedrigen Zinsniveau und realisierte dank hoher Fremdfinanzierungsraten ein starkes Wachstum. Mit dem abrupten Zinsanstieg ab 2022 änderte sich die Situation: Refinanzierungen wurden teurer und Immobilienbewertungen gingen zurück. Immobiliengesellschaften mit entsprechender Schuldenquote wurden am Markt abgestraft.
  • Für Vonovia wurde die Situation durch die Übernahme von Deutsche Wohnen besonders angespannt, da der Ausweitung des Portfolios ein deutlicher Anstieg der Schulden gegenüberstand. Genau hier liegt einer der Gründe, warum Vonovia zu einem Turnaround-Kandidaten wird: Die Eigenkapitalquote ist 2025 wieder gestiegen – um mehr als 14 Prozent. Im Gegenzug hat sich der Fremdkapitalanteil verringert.
  • Zudem hat Vonovia 2025 wieder ein deutliches Plus beim Ergebnis nach Steuern eingefahren. Der Umsatz ist gegenüber 2024 zwar gesunken, um die Steuern bereinigt ergibt sich ein Betrag von über 3,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2024 machte Vonovia noch knapp 923 Millionen Euro Verlust. Der Markt bewertet die Aktie trotzdem negativ, das Wertpapier hat in den letzten 12 Monaten ein Minus von rund 30 Prozent eingefahren und notiert bei rund 18 Euro. Aber: Die faire Bewertung des Kursziels liegt bei 0,64, mit einem Aufwärtspotenzial von 55 Prozent.
Kennzahl Wert (Stand: Anfang September 2026)
Kurs rund 18 Euro
Kursziel rund 28 Euro
Umsatz 2025 rund 4,98 Mrd. euro
Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis circa 0,64
KUV 3,09
Altman-Z-Score rund 0,65

Bayer (ISIN: US5801351017)

Bayer

Bayer (Foto: Shutterstock/ Alfred Sonsalla)

Bayer ist einer der weltgrößten Chemiekonzerne und Teil der Gruppe deutscher Unternehmen, die es in den DAX geschafft haben. Obwohl Bayer im Jahr 2025 mehr als 45 Milliarden Euro umgesetzt hat, ist das Unternehmen ein Turnaround-Kandidat.

  • Ein zentraler Auslöser ist die Übernahme von Monsanto. Hintergrund: Der US-amerikanische Agrarchemie- und Saatgutkonzern vertrieb in der Vergangenheit das Herbizid Roundup, das in Deutschland besonders durch den Wirkstoff Glyphosat bekannt ist. Mit der Übernahme des Unternehmens musste sich Bayer auch mit den Rechtsrisiken auseinandersetzen.
  • Diese belasten neben den eigentlichen Kosten der Übernahme die Bayer-Bilanz. Als Ergebnis sind die Fremdkapitalzuflüsse gestiegen, weshalb Net Debt/EBITDA und Zinsdeckung für die Bewertung von Bayer besonders wichtig sind. Eine weitere Belastung entsteht durch Patentabläufe und Generikakonkurrenz. Hier muss sich das Unternehmen darauf einstellen, Umsatzrückgänge zu verkraften.
  • Trotz solcher Probleme wird die Aktie unter dem anvisierten Kursziel gehandelt, das bei rund 58 Euro liegt. Angesichts des aktuellen Aktienkurses von circa 48 Euro ergibt sich ein Aufwärtspotenzial von etwa 20 Prozent bzw. ein Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis-Verhältnis von 0,84. Zum zentralen Antrieb für den Turnaround könnte die Pharmaceuticals-Sparte werden, für die Bayer einige neue Präparate – unter anderem im Bereich der Krebsmedizin – ins Rennen schickt. Zusätzlich generiert der Abbau der Schulden positive Effekte.
Kennzahl Wert (Stand: Anfang September 2026)
Kurs rund 48 Euro
Kursziel rund 58 Euro
Umsatz 2025 rund 45,6 Mrd. Euro
Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis circa 0,84
KUV 1,05
Altman-Z-Score rund 1,06

Warum sind die Kennzahlen für Turnaround-Aktien wichtig?

Bei Turnaround-Aktien ist der Aktienkurs als Kauf- und Bewertungssignal allein nicht ausreichend. Um das Kurspotenzial auszuschöpfen, müssen die Probleme der Unternehmen lösbar sein. Zudem darf der Markt eine mögliche Erholung noch nicht vollständig in den Aktienkurs eingepreist haben. Zur Bewertung der Wertpapiere müssen Anleger verschiedene Bewertungs- und Risikokennzahlen heranziehen.

1️⃣ Kursziel:

Es gibt an, welcher Aktienkurs innerhalb eines bestimmten Zeitraums angemessen zu erachten ist. Dabei fließen unter anderem Erwartungen hinsichtlich des Umsatzes, des Gewinns, der Margen und der zukünftigen Geschäftsentwicklung ein. Liegt das Kursziel deutlich über dem aktuellen Börsenkurs, deutet dies auf ein entsprechendes Aufwärtspotenzial hin.

2️⃣ Kurs-zu-Zielwert-Verhältnis:

Dieser Wert setzt den aktuellen Aktienkurs zum angenommenen Kursziel der Aktie ins Verhältnis. Bei einem Aktienkurs von 80 Euro und einem Kursziel von 100 Euro ergibt sich beispielsweise ein Wert von 0,80. Die Aktie wird damit 20 Prozent unter dem angenommenen fairen Wert gehandelt. Werte unter 1 können grundsätzlich auf eine Unterbewertung hindeuten, während Werte über 1 bedeuten, dass der aktuelle Kurs bereits über dem verwendeten Wert liegt. Für Turnaround-Aktien ist die Kennzahl besonders interessant, da sie zeigt, in welchem Umfang der Markt eine erwartete Erholung bereits eingepreist hat.

3️⃣ Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV):

Die Kennzahl setzt die Marktkapitalisierung eines Unternehmens zu seinem Jahresumsatz ins Verhältnis. Ein KUV von 1 bedeutet beispielsweise, dass das Unternehmen an der Börse ungefähr mit der Höhe eines Jahresumsatzes bewertet wird. Bei Turnaround-Aktien kann das KUV gegenüber dem klassischen Kurs-Gewinn-Verhältnis einen Vorteil haben: Unternehmen in einer Restrukturierungsphase schreiben mitunter Verluste oder erzielen stark schwankende Gewinne. Das KGV lässt sich bei einem negativen Jahresergebnis nicht sinnvoll interpretieren. Umsätze bleiben dagegen auch während einer Verlustphase als Bezugsgröße relevant.

4️⃣ Altman-Z-Score:

Während Kursziel, Kurs-zu-Kursziel-Verhältnis und KUV vor allem Hinweise auf die Bewertung einer Aktie liefern, betrachtet der Altman-Z-Score die finanzielle Stabilität des Unternehmens. Das Modell kombiniert mehrere Bilanz- und Ergebnisgrößen. Dazu gehören unter anderem das Working Capital, die Gewinnrücklagen, die Verbindlichkeiten und das Verhältnis zwischen Umsatz und Gesamtvermögen. Beim klassischen Altman-Z-Score gelten Werte oberhalb von 2,99 als vergleichsweise solide. Ergebnisse zwischen 1,81 und 2,99 fallen in die sogenannte Grey Zone. Unterhalb von 1,81 spricht das Modell von der Distress Zone.

Gerade bei Turnaround-Aktien ist diese zusätzliche Perspektive wichtig. Eine Aktie kann auf den ersten Blick günstig wirken, während eine hohe Verschuldung oder eine schwache Liquiditätsposition den Turnaround gefährdet.

Turnaround-Aktien

Turnaround-Aktien sind bei Anlegern sehr beliebt (Foto: Shutterstock/ PeopleImages)

Fazit: Mit Turnaround-Aktien starke Gewinnpotenziale ausnutzen

Turnaround-Aktien bieten Anlegern überdurchschnittliche Renditechancen – wenn es den Unternehmen gelingt, operative und strukturelle Probleme erfolgreich zu lösen und wieder zu einem nachhaltigen Wachstum zurückkehren. Ausgangspunkt der Bewertung kann aber nicht allein der aktuelle Kurs sein. Anhand unserer Turnaround-Aktien wird deutlich, wie unterschiedlich die Ausgangssituation ausfallen kann. Anleger müssen auf verschiedene Kennzahlen zurückgreifen, um die Situation der Aktiengesellschaften objektiv zu bewerten. Neben dem KUV und dem Altman-Z-Score braucht es immer einen Blick auf das Geschäftsmodell – und ob es in Zukunft noch tragbar ist.

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FAQ: Häufige Fragen zu Turnaround-Aktien im Depot

Welche Rolle spielen Turnaround-Aktien im Depot?

Turnaround-Aktien eignen sich zur Beimischung, aber nicht als Kernbestandteil eines Depots. Der Grund sind die Renditechancen, bringen aber das Risiko einer hohen Volatilität und ein reales Ausfallrisiko mit. Sinnvoll ist eine Gewichtung neben etablierten Qualitätsaktien, gestreut über mehrere Branchen und Unternehmen, statt auf einzelne Turnaround-Kandidaten zu setzen.

Sind Turnaround-Aktien auch für Einsteiger interessant?

Börsenneulingen muss klar sein, dass Turnaround-Aktien ein tieferes Verständnis von Bilanzen, Cashflows und Analystenberichten sowie die Fähigkeit erfordern, Rückschläge auszuhalten. Einsteigern ist daher eher zu empfehlen, sich zu Anfang mit anderen Assets, wie Welt-ETFs, zu beschäftigen.

Wie unterscheide ich eine Turnaround-Aktie von einem Value Trap?

Entscheidend sind messbare Fortschritte bei den Margen, ein stabiler oder wachsender Umsatz, ein positiver Free Cashflow und eine sinkende Verschuldung. Fehlen diese Anzeichen und sinken der Umsatz oder die Marktanteile trotz einer niedrigen Bewertung weiter, handelt es sich eher um ein Value Trap.

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