

Ziele einer Investition in Aktien gibt es viele. Kapitalerhalt, Inflationsschutz oder Vermögensaufbau. Aber unabhängig vom Ziel des Investments kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem das Portfolio umgeschichtet oder einzelne Aktien verkauft werden müssen.
Oft bestimmt das verwendete Handelssystem, wann und welche Aktien veräußert werden müssen. Den richtigen Zeitpunkt zu finden ist genauso wichtig, wie das Wissen um nun anfallende Kosten.
Ein Depotwechsel und damit verbundener Brokerwechsel sind Dinge, die wohlüberlegt sein wollen. Doch der Verkauf von Aktien ist in der Regel nur über die Bank oder den Onlinebroker möglich, der die Wertpapiere auch verwahrt. Daher ist die Wahl des richtigen Brokers auch hinsichtlich der Verkaufsgebühren so wichtig
Oft schmälern hohe Verkaufskosten die mühsam erzielte Rendite. Zudem fallen beim Verkauf von Aktien Kapitalertragssteuern an, die den Gewinn ebenfalls minimieren. Aktien empfehlen wir daher auch als Langfristanlage, bei welcher Verkaufsgebühren im besten Falle nur einmal anfallen. Sollte dennoch ein ungeplanter Verkauf nötig sein, dass erfahren Sie im Folgenden, wie Sie Aktien Schritt für Schritt verkaufen können. Zudem, welche Steuern und Gebühren beim Verkauf anfallen. Außerdem erhalten Sie wertvolle Tipps, wie Sie den richtigen Zeitpunkt für den Verkauf bestimmen.
Aktienkurse steigen und fallen. Das liegt in der Natur der Sache und gilt nicht nur für Aktien, die Sie nicht im Depot haben, sondern auch für Papiere, die Sie ihr Eigen nennen. Und nicht immer ist es ratsam, eine bestimmte Aktie dauerhaft zu behalten. Es passiert immer wieder, dass ein Portfolio im Laufe der Zeit umgeschichtet werden muss. Außerdem lässt sich ein Gewinn nur dann realisieren, wenn Sie die Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt auch verkaufen. Ansonsten verzeichnen Sie nur sogenannte Buchgewinne. Der vermeintliche Gewinn existiert also nur auf dem Papier. Erst mit Verkauf der Aktie entsteht der tatsächliche, reale Gewinn.
Wie sich Kurse zukünftig entwickeln, ist unmöglich vorherzusagen. Auch Experten, denen Unmengen an Unternehmensinformationen vorliegen, können die Schwankungen an der Börse nur schwer bis gar nicht vorhersehen.
Daher ist es umso wichtiger, beim Kauf oder Verkauf nicht überhastet auf News oder Ihren Bauch zu hören, sondern strikt nach einem erfolgversprechenden Handelssystem zu traden. Eine Börsenweisheit sagt zwar, dass die Gewinne mit dem Kauf einer Aktie gemacht werden, aber natürlich ist auch der richtige Zeitpunkt des Verkaufs von entscheidender Wichtigkeit. Auch hier gilt das Sprichwort, Gewinne möglichst lange laufen zu lassen und Aktien, die sich gegen die erwartete Richtung entwickeln, zügig wieder zu verkaufen. Das richtige Timing beim Verkauf von Aktien ist also das A und O. Mögliche Gründe Aktien zu verkaufen, können sehr unterschiedlich ausfallen:
▶️ Sie gehen davon aus, dass aufgrund einer neueren Fundamentalanalyse, die Kurse dieser Aktie langfristig sinken werden.
▶️ Es stellt sich heraus, dass die gekaufte Aktie nicht die Rendite erzielt, wie erhofft. Bevor die Aktie kollabiert, möchten Sie lieber mit Verlust verkaufen.
▶️ Eine Trendwende steht bevor und Sie gehen von Verlusten aus. In diesem Fall möchten Sie die Aktien verkaufen, um die Verluste einzugrenzen.
▶️ Sie planen ein Investment in andere Papiere und benötigen hierfür Kapital.
Gibt es Turbolenzen am Markt oder stürzt dieser sogar ganz ab, dann möchten viele Trader viele Aktien sehr schnell verkaufen. Natürlich wird ein schwächelnder oder abstürzender Markt auch Ihre Aktien mit nach unten reißen. Ein überhasteter Verkauf ist aber oft nicht sinnvoll. Zum einen ändert ein schwächelnder Markt nicht unbedingt etwas an Ihrer Einschätzung des einen oder anderen Unternehmens, zum anderen ziehen überhastete Verkäufe in fallenden Märkten oft sehr hohe finanzielle Kosten nach sich. Lassen Sie sich nicht von News beeinflussen. Nur nach oben gibt es an der Börse nicht. Der gesamte Aktienmarkt unterliegt kontinuierlichen Schwankungen mit Höhen und Tiefen.
Befindet sich das Aktienunternehmen aber tatsächlich in einer derart großen Krise, dass es sich auch langfristig nicht mehr erholen wird, dann erscheint ein Verkauf erst einmal sinnvoll. Sollte sich der Kursverfall aber nicht auf Basis von Fundamentaldaten begründen, sondern lediglich durch Panikverkäufe von anderen Investoren, hervorgerufen worden sein, dann kann es sinnvoll sein, das Papier trotzdem zu behalten. Dazu sollten Sie spätestens jetzt den aktuellen Börsenwert mit dem inneren Wert der Aktie vergleichen, um einschätzen zu können, ob der Kurs eine Chance auf rasche Erholung hat.
Unter Umständen kann es sogar angebracht sein, weitere Aktien dieses Unternehmens zu günstigen Kursen zu kaufen. Sofern Ihr Handelssystem, sowie ihr Risiko und Geldmanagement dies zulassen. In diesem Fall setzen Sie auf den cost average Effekt. Hintergrund ist, dass sie durch günstigere Kaufpreise den Gesamtpreis der Aktien reduzieren. Am Ende haben Sie einen niedrigeren Durchschnittspreis für Ihre Aktien gezahlt, als wenn Sie nicht neu dazugekauft hätten. Den cost average Effekt machen sich Anleger zunutze, die beispielsweise in einen Aktiensparplan investieren oder nicht eine Komplettsumme investieren, sondern zu festen Terminen Aktien stückweise kaufen. Ein auf Fundamentaldaten beruhendes Market Timing messen diese Investoren keine große Rolle bei.
Den richtigen Zeitpunkt, unabhängig ob Sie nun Aktien verkaufen, halten oder sogar noch mehr Aktien kaufen möchten, bestimmen Sie am besten mit einer Chart- oder Fundamentalanalyse. Wenn es darum geht, Aktien zu verkaufen, reicht es nämlich nicht aus, lediglich einen kurzen Blick auf die aktuellen Kurse zu werfen. Sie müssen vorher das tatsächliche Potenzial einer Aktie einschätzen lernen. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Unternehmen Aufstiegspotenzial hat und in den nächsten Monaten vermutlich besser dastehen wird als heute. Aber durch eine Falschmeldung in der Presse beginnt der Kurs zu fallen und Sie würden im schlimmsten Fall Ihre Entscheidung überdenken und die Papier verkaufen. Verlassen Sie sich deshalb immer nur auf Entscheidungen, die Sie selber hergeleitet haben und vertrauen Sie Ihrem Handelssystem.
Hüten Sie sich in solchen Momenten davor, die Aktien planlos und in voller Hektik zu verkaufen. Denn meistens steigt der Wert sehr schnell wieder und Sie würden Ihre vorschnelle und vor allem falsche Entscheidung schnell bereuen. Daher sollten Sie, bevor Sie eine Verkaufsorder erteilen, lieber noch einmal wichtige Aktienkennzahlen gegenchecken. Die meisten Onlinebroker veröffentlichen diese im Profil des jeweiligen Titels. Hier können Sie alle wichtigen Kennzahlen einer Aktie bzw eines Unternehmens entnehmen, wie zum Beispiel den Gewinn je Aktie im vergangenen Jahr. Setzen Sie die Aktie über das Kurs-Gewinn-Verhältnis in Beziehung zum aktuellen Marktwert und entscheiden erst dann, über Verkauf oder Verbleib der Aktie im Depot
Berechnet wird das KGV folgendermaßen:
Beträgt das KGV 12 und der Mittelwert der gesamten Branche 14, so liegt eine Unterbewertung vor. Je größer nun diese Differenz nach unten ist, desto größer ist auch die Unterbewertung. Umgekehrt gilt, dass eine Überbewertung vorliegt, wenn sich das KGV nach oben vom Branchendurchschnitt entfernt. Bei einer Unterbewertung hat die Börse diesen Titel zu Unrecht niedrig bewertet. In diesem Fall sollten Sie die Aktien nicht verkaufen, sondern abwarten oder sogar nachkaufen.
Die technische Analyse ist eine weitere Möglichkeit, um den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wenn es um das Verkaufen von Aktien geht. Hierfür kommen Charts zum Einsatz. Dort können Sie das Timing anhand von Preisschwellen, Indikatoren und Formationen erkennen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die sogenannten Pivot Points. Sie werden auch als Kipppunkte bezeichnet, da sie auf Erfahrungswerte basieren aus vorherigen Handelszeiträumen.
Ein Beispiel dazu beruht auf die jeweiligen Höchst- und Tiefstkurse sowie dem Schlusskurs des Vortags. Aus diesen Werten bilden Sie das arithmetische Mittel und zeichnen es in einem Chart für den aktuellen Handelstag in Form einer Linie ein. Passiert der Kurs nun diese Linie nach oben, dann wird die Aktie vermutlich steigen. Allerdings geschieht dies recht schnell, sodass professionelle Trader noch weitere Ebenen einfügen mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten.
Wird eine dieser Ebenen nach unten durchbrochen, kann dies ein Zeichen für einen Trend oder einen Richtungswechsel sein. Steigt ein Kurs über den gesamten Tag und fällt nun plötzlich, kann dies ein Verkaufssignal sein.
Wenn Sie Aktien verkaufen möchten und sich schnell zu emotionalen Entscheidungen hinreißen lassen, sollten Sie Limits einrichten. Damit bestimmen Sie, dass Ihre Aktie nur dann verkauft wird, wenn Sie einen bestimmten Kurs erreicht hat. Hierfür bietet sich eine sogenannte Stop-Loss-Order an.
Mit ihr bestimmen Sie den Kurs, zu dem das Papier dann automatisch verkauft wird. Auf diese Art und Weise können Sie bei fallenden Kursen Ihre Verluste eingrenzen. Die Broker bieten unterschiedliche Varianten an, die Sie für Limits verwenden können.
In der Regel haben Sie die Wahl unter bestimmten Ausführungsplätzen. In Deutschland können Sie Aktien handeln an den Börsen in Frankfurt, München, Berlin, Stuttgart und den Regionalbörsen Düsseldorf und Hamburg-Hannover. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, an dem elektronischen Handelssystem Xetra zu handeln.
Eine weitere Möglichkeit ist der außerbörsliche Direkthandel. Je nach Ausführungsplatz fallen beim Aktien verkaufen unterschiedliche Gebühren an. Ein Problem ist es, dass beim Xetra Handel oder beim Verkauf über die Regionalbörsen die Kurse zeitverzögert ausgespielt werden. Daher sollten Sie unbedingt auch auf die Zeitangabe achten, die bei dem jeweiligen Kurs veröffentlicht ist. Klicken Sie auf den jeweiligen Ausführungsplatz und dort auf den Kurs, um vergleichen zu können, wo Sie am besten Ihre Aktien jetzt verkaufen.
Online Broker sind nicht ohne Grund so beliebt. Ein Grund für die Beliebtheit sind sicherlich die niedrigeren Gebühren. Möchten Sie Geld sparen, kann es unter Umständen angebracht sein, dass Sie ein neues Aktiendepot eröffnen. Sie können heute vollkommen problemlos Ihr bereits bestehendes Aktiendepot übertragen und dann von dort den Verkauf Ihrer Aktien durchführen. Der Verkauf erfolgt mit den folgenden Schritten:
Rufen Sie Ihr Depot auf und melden Sie sich dort mit Ihren Zugangsdaten an. Sie können eine Auflistung sämtlicher Aktien sehen inklusive der aktuellen Kaufkursen und den Wertpapierkennnummern.
Wählen Sie die Aktien aus, die Sie gerne verkaufen möchten. In der Orderansicht können Sie die Stückzahl auswählen und den Börsenplatz. Geben Sie an, wie viele Aktien Sie verkaufen möchten. Daraufhin können Sie den Kurs sehen, der gezahlt wird, wenn Sie Ihre Aktien jetzt verkaufen.
Setzen Sie sich in dieser Maske beim Verkauf der Aktien ein Limit. Dies ist eine Untergrenze, wird diese unterschritten, werden die Aktien nicht verkauft. Dadurch schützen Sie sich davor, dass die Aktien bei einem plötzlichen Kursverlust zu einem sehr niedrigen Kurs verkauft werden.
Bestätigen Sie Ihre Order per TAN. Der Verkauf wird in der Regel zügig ausgeführt. Am nächsten Bankwerktag landen dann die Verkaufserlöse unter Abzug der Aktien Verkauf Gebühren auf Ihrem Verrechnungskonto.
Beim Verkaufen von Aktien fallen Gebühren an. Diese berechnen sich aus dem Unterschied zwischen dem Ankauf- und dem Verkaufspreis, den sogenannten Spreads. Ihr Gewinn wird aber auch noch durch die zu zahlende Steuer niedriger ausfallen. Denn grundsätzlich fallen beim Aktien verkaufen Steuern an. Neben der Abgeltungssteuer kommt noch die Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag zum Zuge.
Kumuliert zahlen Sie beim Aktien verkaufen Steuern in unserem Beispiel von durchschnittlich 26,38 bis 27,99 %. Der genaue Betrag ist davon abhängig, in welchem Bundesland Sie leben und ob Sie Mitglied einer Kirche sind. Sie sollten wissen, dass die Abgeltungssteuer eine Quellensteuer ist. Das bedeutet, dass Sie sich nicht selber um die Besteuerung kümmern müssen – Voraussetzung, der Broker hat seinen Sitz in Deutschland und wird auch hier reguliert. Denn dann übernimmt er automatisch die Abführung ans Finanzamt und verrechnet Ihre Gewinne mit den Verlusten. Dividenden und Gewinne aus dem Aktienverkauf sind unter bestimmten Umständen steuerfrei.
Nämlich dann, wenn Sie den seit 2023 geltenden Freibetrag von 1000 € für Einzelpersonen und 2000 € für Verheiratete nicht übersteigen. Dies wird allerdings nur dann von dem Broker beachtet, wenn Sie ihm einen Freistellungsauftrag eingeräumt haben. Ist dies nicht der Fall, werden Ihnen auf den vollen Betrag Steuern berechnet, die sich nur über Ihre Einkommensteuererklärung wieder zurückholen können. Sie können Aktien steuerfrei verkaufen, wenn Sie die Papiere vor 2009 gekauft haben. Dabei handelt es sich um die sogenannten Altbestände.
Das Finden des optimalen Zeitpunkts zum Verkauf von Aktien ist entscheidend für eine maximale Rendite und die Vermeidung hoher Verkaufskosten sowie Steuern.
Ein sorgfältiger Blick auf Fundamentaldaten und technische Analysen, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis und Pivot Points, hilft dabei, die richtige Entscheidung zu treffen. Zudem ist es ratsam, Limits zu setzen und den richtigen Ausführungsplatz zu wählen, um Verluste zu begrenzen und die besten Gebühren zu erhalten.
Letztendlich ist das strikte Befolgen eines Handelssystems und die Vermeidung überhasteter Entscheidungen entscheidend, um langfristig erfolgreich zu sein.
Berücksichtigen Sie, dass auf den realisierten Gewinn Steuern anfallen. Außerdem gilt es in Ihrer Kalkulation beim Verkauf von Aktien eventuell anfallende Aktiendepot Kosten zu berücksichtigen.
Sie müssen 25 % Abgeltungssteuer bezahlen plus Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer. Allerdings gibt es unter bestimmten Umständen einen Freibetrag, sodass der Verkauf auch steuerfrei sein kann.
Nicht handelbare Aktien sind Papiere, die der eigene Broker oder die Bank nicht mehr verkaufen. Unter Umständen können Sie dann Ihr Aktiendepot an einen anderen Broker übertragen. Schwieriger ist es, wenn die Aktien gar nicht mehr gehandelt werden, auch nicht im Freiverkehr von Berlin oder Frankfurt. Manchmal ist es möglich, dass Sie die Aktien im Herkunftsland verkaufen. Im Idealfall können Sie diesen Verkauf bei Ihrer eigenen Depotbank durchführen.
Sie haben als Einzelperson einen Freibetrag von 1000 € und als Ehepaar 2000 € zur Verfügung. Der Onlinebroker wird in der Regel die Steuer selber ans Finanzamt abführen und dabei die Gewinne mit den Verlusten verrechnen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Broker von Ihnen einen Freistellungsauftrag besitzt. Ansonsten können Sie sich auch zu viel gezahlte Steuer über Ihre jährliche Einkommensteuererklärung wieder zurückholen.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.