

Je höher die Kurse der Kryptowährungen steigen, umso mehr Anleger werden auf diese Anlageklasse aufmerksam und wollen mit Kryptos Geld verdienen. Inzwischen spielen Ethereum oder Ripple und Solana für viele Anleger eine Rolle – wenn auch nur als Beimischung. Besonders sticht natürlich immer noch der Bitcoin hervor, der 2025 neue Höchststände erreicht hat. Bleibt die Frage, wann man als Anleger in den Markt einsteigen sollte?
Die Preisdynamik beim Bitcoin wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage, Marktstimmung, makroökonomische Faktoren oder technologische Entwicklungen beeinflusst. Da der Kryptomarkt rund um die Uhr geöffnet ist und es keine zentrale Regulierungsinstanz gibt, sind Kursschwankungen oft sehr deutlich ausgeprägt. Anleger brauchen Tools, um die Marktdynamik objektiv und messbar zu bewerten.
Der Bitcoin ist seit seiner Einführung 2009 die bekannteste, plakativste und wertvollste Kryptowährung. Zeitweise hat das digitale Asset Höchststände erreicht, die jenseits der 100.000 Euro liegen. Die Renditeaussichten, gewisse Steuervorteile (Krypto-Coins sind keine Finanzprodukte im klassischen Sinn) und die Tatsache, dass Bitcoin über spezielle Plattformen gehandelt wird, sind mögliche Erklärungen für die Popularität.
Dabei ist der Bitcoin nur eine von vielen Krypto-Assets, auf die Anleger über Exchanges und Broker Zugriff haben. Wer als Trader in Bitcoin investieren oder aktiv traden möchte, kann sich nicht automatisch darauf verlassen, dass die Kurse nur eine Richtung kennen. Bestes Beispiel: Die aggressive Zollpolitik der USA haben auch den Kryptomarkt und damit den Bitcoin-Kurs unter Druck gesetzt.
Anleger brauchen Werkzeuge, um aus dem Markt die richtigen Handelssignale herauszulesen. Wie im klassischen Aktienhandel nimmt die Chartanalyse dabei eine zentrale Rolle ein. Sie wird zum wichtigen Tool, um Preisbewegungen zu verstehen, Trends zu erkennen und basierend auf diesen Informationen Handelsentscheidungen zu treffen. Trader müssen auf der anderen Seite aber auch verstehen, dass die technische Analyse nicht immer richtig liegt. Die Preisbewegungen am Markt hängen letztlich von verschiedenen Faktoren ab, die auf Nachfrage und Angebot einwirken.

💡 Die Kursbewegungen von Kryptowährungen hängen von verschiedenen Faktoren ab/ Shutterstock/ Miha Creative
Der Begriff Chartanalyse spielt im Trading allgemein (also nicht nur exklusiv bei den Krypto-Coins) eine bedeutende Rolle. Sehr oft wird an dieser Stelle auch von der technischen Analyse gesprochen. Im Kern geht es darum, historische Kursverläufe und Handelsvolumina zu untersuchen. Die Idee: Aus den historischen Daten lassen sich die zukünftigen Preisbewegungen vorhersagen. Dahinter steht die Annahme, dass sich Marktteilnehmer in ähnlichen Situationen oft gleich verhalten und sich bestimmte Muster und Trends im Kursverlauf wiederholen.
Der Bitcoin unterliegt am Markt starken Kursschwankungen. Die Chartanalyse bietet Anlegern die Werkzeuge an, um diese Bewegungen strukturiert zu betrachten und zu interpretieren.
Der Markt von Krypto-Coins wird stark von Emotionen beeinflusst. Daher liefert die Chartanalyse einen möglichen Ansatz, die Reaktionen der Marktteilnehmer zu antizipieren und liefert objektiv nachvollziehbare Handelssignale.
Anders als im Vergleich zu Aktien fehlen bei Bitcoin klassische Bilanzkennzahlen und Bewertungskriterien, wie das KGV oder die Dividende je Aktie. Die Chartanalyse wird als Ersatz zum zentralen Werkzeug für die Bewertung der Marktsituation.
Grundsätzlich verfolgt die Chartanalyse mehrere Ziele. Ein wesentlicher Aspekt ist das Erkennen von Trends. Über die Bewertung der Handelsvolumina kann die technische Analyse die Nähe möglicher Umkehrpunkte bewerten. Zusammen ergeben sich daraus Ein- und Ausstiegspunkte. Zusätzlich identifiziert die Chartanalyse Unterstützungs- und Widerstandszonen, was letztlich dem Risikomanagement zugutekommt.

➡️ Eine gute Chartanalyse hilft das Trading zu optimieren/ Shutterstock/ JOURNEY STUDIO7
Hinsichtlich der praktischen Anwendung der Chartanalyse lassen sich auch beim Bitcoin zwei Aspekte unterscheiden – einmal die Analyse der Chartdarstellung und auf der anderen Seite der Einsatz verschiedener Indikatoren. Letztere sind oft mathematische Ableitungen, die Anlegern verschiedene Informationen liefern. Um aus dem Chart grafisch Hinweise auf den Kursverlauf beim Bitcoin herauszulesen, lassen sich verschiedene Darstellungen (Charttypen) nutzen.
Der Linienchart verbindet die Schlusskurse eines bestimmten Zeitraums (dieser kann in der Regel individuell skaliert werden) zu einer Linie – daher auch die Bezeichnung. Zu den Stärken gehört die Tatsache, dass Anleger hier besonders schnell einen Trend erkennen. Für viele Beginner ist der Linienchart die klassische Darstellung, da er die natürliche Wahrnehmung besonders gut widerspiegelt. Allerdings bietet er wenig Detailinformationen, um die Bewegungen der Assets (wie dem Bitcoin) zu bewerten. Speziell Hochs, Tiefs und Eröffnungswerte lassen sich aus der Liniendarstellung nicht herauslesen.
Gegenüber dem Linienchart zeigt der Balkenchart bereits deutlich mehr Informationen. Hier werden für den gewählten Zeitraum der Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurs angezeigt. Dabei repräsentiert ein vertikaler Balken (eingefärbte Balken zeigen steigende oder fallende Kurse an) die Handelsspanne.
Die horizontalen Querstriche markieren im Chart den Eröffnungs- und Schlusspunkt. Anleger lesen aus dieser Darstellung beispielsweise ab, über welche Spanne sich der Preis für den Bitcoin bewegt hat und bekommen so ein Gefühl für die Volatilität. Damit zeigt der Chart Intraday-Schwankungen und umfasst einen höheren Informationsgehalt als das Liniendiagramm. Auf der anderen Seite ist der Balkenchart in seiner Anwendung weniger intuitiv als der Candlestick-Chart.
Viele erfahrene Anleger sehen im Candlestick-Chart den Standard für die Darstellung der Preisbewegungen des Bitcoin. Jede Kerze stellt dabei die Preisspanne eines Handelszeitraums dar und zeigt den Eröffnungs- sowie den Schlusskurs über dem Kerzenkörper. Die Schwankung des Kurses wird über den oberen und unteren Docht (Hoch und Tief) dargestellt. Die Farbe signalisiert, ob der Kurs für das Asset gestiegen (grün) oder gefallen (rot) ist. Zu den Stärken dieser Darstellung gehört die visuell sehr hohe Aussagekraft. Anleger sind mit dem Candlestick teilweise auch ohne technische Analyse in der Lage, Muster und Marktsentiments zu erkennen. Für Beginner ist der Candlestick-Chart anfangs eine eher komplexe Darstellung.
Für die Chartanalyse können Anleger bereits mit der richtigen Darstellung arbeiten. Wichtig ist zu verstehen, welche Elemente letztlich einen besonders großen Einfluss haben. Ein zentrales Element ist der Preis für das Asset. Er zeigt, welchen Wert der Bitcoin aktuell annimmt oder wie er in der Vergangenheit gehandelt wurde. Die Analyse der Preisbewegungen ist eine der wichtigsten Aufgaben der technischen Analyse, da sich hieraus Unterstützungs- und Widerstandszonen ableiten lassen. Diese sind Kursniveaus, an denen der Marktpreis nicht selten umkehrt und sich in die andere Richtung bewegt.
Gerade zur Bewertung von Trends ist das Handelsvolumen von Bedeutung. Hieraus können Anleger Informationen über das Angebots-Nachfrage-Szenario gewinnen – sprich in welchem Umfang und in welche Richtung der Bitcoin in einem bestimmten Zeitfenster gehandelt wird. Dabei zeigt sich ein Zusammenhang zwischen dem Volumen und der Stärke eines Trends: Niedrige Handelsvolumen deuten eher auf Unsicherheit bzw. einen bevorstehenden Trendwechsel hin.
Das Zeitfenster, über welches der Bitcoin-Kurs betrachtet wird, spielt in der Chartbewertung ebenfalls eine besondere Rolle. Bei der Betrachtung des Charts fällt auf, dass sich je nach Skalierung der Darstellung verschiedene Mikro- und Makrozyklen ausbilden. Letztere sind in ihrer Ausprägung häufig stabiler als Mikrotrends, bei denen es auch schnell zu einem Drawback kommen kann. Der Zeithorizont ist für die Festlegung der Anlagestrategie und des Risikomanagements von besonderer Bedeutung.
In der Chartanalyse arbeiten viele Anleger auch mit Unterstützungs- und Widerstandszonen. Unterstützungsbereiche entstehen in Preiszonen, die durch eine Zunahme der Nachfrage gekennzeichnet sind – was den Kurs häufig nach oben drehen lässt. Widerstandsniveaus entstehen bei einer Zunahme des Angebots (oder abnehmender Nachfrage). Dies ist beispielsweise verbreitet der Fall in Take-Profit-Zonen.
Zentraler Dreh- und Angelpunkt der technischen Analyse sind nach wie vor Indikatoren, die sich als mathematische Modelle aus dem Kurs ableiten. Über Muster und Formationen können diese wichtige Informationen zur Marktdynamik liefern. Für die Bitcoin Chartanalyse sind Indikatoren wichtig, mit denen sich Trends erkennen lassen – und die eine Bewertung der Trendstärke ermöglichen. Damit kann die Indikatoren-Analyse helfen, Trends, das Momentum und potenzielle Wendepunkte zu erkennen und besser zu verstehen. Welche Indikatoren sind an dieser Stelle besonders wichtig?
Mit diesem Indikator werden die Kursschwankungen geglättet und es zeigt sich ein übergeordneter Trend. Die gleitenden Durchschnitte lassen sich in verschiedener Form auf den Bitcoin-Kurs anwenden – etwa als:
Die Durchschnitte lassen sich in verschiedenen Marktsituationen nutzen. Beispielsweise entsteht durch das Schneiden der 200-Tage-SMA-Linie durch den 50-Tage-SMA von unten ein „Golden Cross“ als Einstiegssignal. Das Gegenteil (der 50-Tage-SMA kommt von oben) wäre das berüchtigte „Death Cross“.
Beim RSI handelt es sich um einen Oszillator, der für den Bitcoin das Marktsentiment misst. Bei einem Wert von über 70 gilt der Markt als überkauft. Eine überverkaufte Situation würde bei einem RSI von weniger als 30 entstehen. Über die Bestimmung des RSI können Anleger abschätzen, ob sie sich einem Umkehrpunkt nähern. Ergibt sich bei einem Aufwärtstrend, dass der RSI auf die 70 zustrebt oder bereits darüber liegt, sollte eine Korrektur des Bitcoin-Kurses eingepreist werden. Auf der anderen Seite wäre ein RSI unter 30 eher das Signal, mit einer positiven Entwicklung zu rechnen.
Über den Moving Average Convergence Divergence werden die gleitenden (exponentiellen) Durchschnitte mit einem zusätzlichen Feature (Histogramm) kombiniert, um die Qualität der Aussagen noch weiter zu verbessern. Aus der Berechnung ergeben sich die MACD- und Signallinie zusammen mit dem Histogramm. Dieses gibt die Stärke des Momentums wieder.
Aus den Positionen der Linien zueinander lassen sich wichtige Informationen ablesen. Liegt die MACD-Linie über der Signallinie, ist von einem Aufwärtstrend auszugehen. Das Gegenteil signalisiert einen Abwärtstrend. Das Histogramm ist in diesem Zusammenhang wichtig, um das Momentum (also die Ausprägung des Trends) zu beurteilen.
Bei den Bollinger Bändern handelt es sich um einen für die Chartanalyse des Bitcoin wichtigen Indikator. Dieser besteht aus einem gleitenden Durchschnitt (SMA) und zwei Standardabweichungen. Diese beiden Linien haben für die Bewertung eine wichtige Funktion, da sie als Unterstützungs- und Widerstandsniveau fungieren. Außerdem sind die Bollinger Bänder in der Lage, die Volatilität im Markt zu visualisieren. Dazu wird der Abstand zwischen den Bändern betrachtet. Je stärker diese auseinanderliegen, desto größer ist die Volatilität. Welche Trendrichtung der Bitcoin Kurs gerade annimmt, lässt sich über den Anstieg des gleitenden Durchschnitts als Trendlinie herausfinden.
Das Interesse am Bitcoin ist trotz teils heftiger Kurskorrekturen nach wie vor groß. Inzwischen engagieren sich auch zunehmend institutionelle Anleger am Markt. Aus Anlegersicht ist es daher besonders wichtig, sich mit den Preisdynamiken zu beschäftigen und die Kryptowährung mit objektiven Werkzeugen zu beobachten. Früher oder später stoßen Krypto-Einsteiger auf die technische Analyse.
Der Blick auf den Chart und die Verwendung von Indikatoren versetzt Anleger in die Lage, zukünftige Entwicklung am Markt zu antizipieren. Allerdings bedeutet der Einsatz der technischen Analyse nicht, jeden Drawback und Ausbruch zu erahnen. Es gibt Einflussfaktoren auf den Kurs, die selbst eine solide technische Analyse nicht erfassen.

📈 Eine Chartanalyse ist für den Handel mit dem Bitcoin unerlässlich/ Shutterstock/ WHYFRAME
Wer Kryptos kaufen will, kann als Anleger den Einsatz der Chartanalyse trainieren – über die Angebote der Broker und Exchanges beim Demokonto. Hierbei handelt es sich um virtuell kapitalisierte Handelsaccounts, die einen Zugriff auf den Markt und die Tools zur technischen Analyse ermöglichen.
Inzwischen werden Finanzprodukte, wie Derivate, Krypto-ETFs auf den Bitcoin oder ETPs angeboten. Diese vollziehen den Kurs der Assets nach bzw. werden zu eigenen Preistrends gehandelt. Auch hier macht sich das Know-how um die Chartanalyse bezahlt.
Prinzipiell ist es damit möglich, Trends mit einiger Sicherheit zu bewerten. Allerdings muss hier natürlich klar sein, dass Änderungen in der Regulierung oder starke Verschiebungen im Marktsentiment durch Handelskonflikte nicht eingepreist werden. Anleger müssen den Markt intensiv beobachten.
Krypto-Anleger nutzen das Wissen um die Widerstandslinien, um an dieser Stelle einen Take Profit als Oderzusatz zu verwenden. Da hier der Kurs abprallen kann, wäre das Widerstandsniveau durchaus der Bereich, um Gewinne aus dem Bitcoin mitzunehmen.
Anleger wollen ihre Verluste begrenzen. Die Unterstützungslinie kann als Position in Erwägung gezogen werden, den Stop Loss in diesem Bereich zu setzen. Zwar prallt der Kurs an der Linie häufig ab. Sollte er die Unterstützungslinie aber durchbrechen, begrenzt der Stop Loss den Verlust.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.