

Der Candlestick Chart ist ein wichtiges Werkzeug, um als Trader Handelsentscheidungen zu treffen. Gerade Börsenneulinge reagieren überrascht, wenn sie zum ersten Mal die Preiskurve von der klassischen Darstellung auf den Candlestick ändern. Dabei stecken in dieser Methode einige sehr wichtige Informationen.
Der Candlestick Chart oder auf Deutsch die Darstellung des Wertpapierkurses als Kerze bildet den Preistrend nicht als fortlaufende Linie ab, sondern als Rechteck. Aneinandergereiht tauchen im Chart mehrere Kerzen unterschiedlicher Größe auf. Ungewöhnlich ist auch noch eine zweite Eigenschaft der Kerzen – sie haben einen unteren und oberen Docht.
Dabei entstehen zwei grafische Elemente – der Körper des Candlestick und die „Dochte“. Im rechteckigen Körper spiegeln sich der Eröffnungskurs und der Schlusskurs wider. Höchstkurs und Tiefstkurs lassen den jeweils oberen und unteren Docht entstehen. Die Farbe des Candlestick Charts gibt im Trading an, wie sich Schluss- und Eröffnungskurs zueinander verhalten. Ist der Eröffnungskurs höher, wird der Candlestick rot eingefärbt. Eine grüne Farbe des Körpers signalisiert Anlegern, dass der Schlusskurs höher ist.
Die Einführung der Candlestick-Methode geht auf den Ökonomen Steve Nison zurück. Dieser analysierte Trading-Methoden aus Japan und machte damit auch den Candlestick Chart einer breiteren Öffentlichkeit bekannt.
Anleger treffen ihre Entscheidungen basierend auf Trading Analysen. Wie passt der Candlestick in den Handel mit Wertpapieren? Der besondere Aufbau des Candlesticks macht ihn für das Trading so wertvoll. Der Körper bzw. Real Body entspricht der Preisspanne innerhalb des Betrachtungszeitraums. Dank der Einfärbung kann jeder Anleger sofort erkennen, ob sich der Kurs für ein Wertpapier eher in einem bullischen oder in einem bärischen Markt bewegt.
Dabei interessiert nicht nur die Farbe des Candlesticks. Wie lang der Körper ist, zeigt die Stärke des Preistrends. Natürlich lässt sich eine bullische Bewegung auch aus der klassischen Trendlinie ablesen. Der Candlestick Chart hat hier aber einfach den Vorteil, dass diese Informationen über den Kerzenkörper sehr viel einfacher verfügbar sind.
Erfahrene Anleger nutzen parallel die Dochte (Shadows) des Candlesticks, um weitere Informationen zu gewinnen. Sehr stark herausgezogene Dochte bedeuten, dass die Hoch- bzw. Tiefststände erheblich über der Kursdifferenz zwischen Eröffnung und Schluss des Candlestick liegen, sie zeigen eine sehr starke Schwankungsbreite an. Wie stark die Kerze am Ende auseinandergezogen ist, lässt bereits grafisch eine erste Einschätzung für die Volatilität des Marktes zu. Die Aneinanderreihung der einzelnen Kerzen baut den Candlestick Chart auf.
Damit der Candlestick Chart einen Mehrwert aus Tradersicht bietet, müssen Sie in der Lage sein, den Chart auch zu lesen – und das Gesehene zu interpretieren. Es bringt Ihnen wenig, einfach nur die einzelnen Kerzen zu betrachten. Erfahrene Anleger nutzen die Candlesticks, um über Muster und Formationen Aufschluss über zukünftige Preisbewegungen zu erhalten. Diese Formationen generieren damit Kauf- oder Verkaufssignale. Aber: In der Praxis sollten Sie sich als Trader nie ausschließlich auf den Candlestick Chart verlassen, sondern verschiedene Chartanalyse Tools miteinander kombinieren.
Ein sehr wichtiger Aspekt sind Candlestick Muster, die Anlegern Informationen rund um den Handel liefern. Diese Figuren müssen Sie verstehen, um den Markt auch ohne Wertpapieranalyse im Auge zu behalten.
Das Doji Muster tritt auf, sobald Eröffnungs- und Schlusskurs eines Wertpapiers auf dem fast gleichen Niveau agieren. Der Markt bewegt sich seitwärts, das Candlestick Muster spiegelt dessen Unentschlossenheit wider. Überraschenderweise kann die Ausprägung der Dochte im Doji Muster sehr variabel ausfallen. Doji Candlestick Muster treten im Chart in verschiedenen Varianten auf – als Grabstein-Doji mit kurzem Tief-Docht und einem langen Hoch-Docht oder als Dragonfly Doji, das sich genau umgekehrt verhält.
Diese Candlestick Muster ähneln dem Doji. Allerdings ist der sehr kurze Körper zwischen den beiden Dochten, die sehr lang ausgezogen sind, zentriert. Anhand dieses Musters lesen Sie die Unsicherheit im Markt ab. Weder die Käufer- noch die Verkäufer-Seite kann sich dazu entscheiden, voll in den Markt einzusteigen.
Hier ist der Körper sehr präsent ausgeprägt, der Docht ist fast gar nicht zu erkennen. Ein Ein Marubozu kann – je nach Ausprägung ein Eröffnungs-Marubozu (kein Docht auf der Seite des Eröffnungskurse), ein Schluss-Marubozu (kein Docht auf der Schluss-Seite) oder ein voll ausgeprägter Marubozu-Candlestick ohne Schatten sein.
Beide Candlestick Chart Muster sehen zwar ähnlich aus, treten aber in sehr unterschiedlichen Situationen auf. Der „umgekehrte Hammer“ ist durch einen Kerzen-Körper und einen langen oberen Docht charakterisiert. Damit sieht er aus, als hätte man einen Hammer mit dem Kopf auf den Boden gestellt. Wenn dieses Muster im Chart zu sehen ist, bildet sich im Preistrend ein Boden und es ist eine Umkehr im Trend wahrscheinlich. Der Shooting Star sieht auf den ersten Blick fast identisch aus und hat ebenfalls den sehr lang ausgezogenen Docht. Allerdings tritt dieser eher nach einem Aufwärtstrend auf. Auch hier signalisiert das Candlestick Chart Muster eine mögliche Trendumkehr.
Mit dem Inverted Hammer und dem Shooting Star vergleichbare Muster im Candlestick Chart sind der Hammer und Hanging Man. Beide sehen sich sehr ähnlich. Ein vergleichsweise kleiner Körper und ein langer unterer Docht signalisieren diese Figur im Candlestick Chart. Während der Hanging Man als Umkehrsignal eher nach einer Rallye – also dem Aufwärtstrend in Erscheinung tritt, ist der Hammer ein Signal, dass sich nach einem Abwärtstrend wieder eine Trendumkehr andeutet. Damit würde das Auftreten eines Hammers eher für ein Kaufsignal sprechen. Um als Hammer oder Hanging Man zu gelten, muss der Docht eines Candlesticks deutlich länger als der Körper sein. Die bis hierin genannten Candlestick Muster sind vergleichsweise einfach zu interpretieren, da sie sich im Wesentlichen auf eine Kerze fokussieren. In der Praxis als Trader werden Sie es aber immer wieder mit Kombinationen mehrerer Kerzen zu tun haben, die zusammen ein eher komplexes Muster im Chart bilden.
Diese Formation entsteht im Candlestick Chart, wenn der Markt aus einem Bärenmarkt in den Bullenmarkt übergeht. Es bilden sich drei Kerzen mit einem langen (grünen) Körper. Dabei beginnt jede nachfolgende Kerze der Formation über dem Eröffnungskurs der vorhergehenden Candlestick – idealerweise im mittleren Preisbereich. Tritt das Muster auf, ist es eigentlich nicht zu übersehen, da es wie eine Treppe im Candlestick Chart wirkt. Generell sind Three white Soldiers ein Kaufsignal.
Hier handelt es sich um das Gegenstück der Three white Soldiers. Es entstehen drei rote Kerzen mit absteigenden Schlusskursen. Die Formation signalisiert im Candlestick Chart fürs Trading eine starke Abwärtsdynamik.
Das Muster entsteht wieder aus drei Kerzen und signalisiert die Trendumkehr. Der erste Candlestick hat einen roten, langen Körper. Als zweite Kerze kommt ein kurzer Körper (liegt deutlich unterhalb der ersten Kerze), auf den ein langer, grüner Candlestick folgt. Das Ganze erinnert entfernt an ein U. Die Kombination zeigt den Wechsel in Richtung steigender Kurse.
Entsteht eine Formation, die mit einem langen, grünen Kerzenkörper beginnt, in einen Candlestick mit kurzem Körper übergeht, der in einen langen, roten Körper wechselt, sprechen Anleger von einem Evening Star. Diese Formation ist das Gegenteil des Morning Star und zeigt eine Wende hin zu einem Bärenmarkt an.
Das Harami-Muster baut sich auf zwei Kerzen im Candlestick Chart auf und kann sowohl einen bullischen wie auch einen bärischen Markt anzeigen. Dabei entscheidet die Kombination der beiden Kerzenkörper, welche Tendenz vorherrscht. Eine bullische Entwicklung entsteht, wenn auf eine bärische Kerze mit einem langen Körper eine kurze bullische Kerze folgt. Verhält sich das Muster genau entgegengesetzt, spricht man von einem bärischen Harami.
Die verschiedenen Muster im Candlestick Chart sind ein wichtiges Werkzeug, um Trendwechsel zu erkennen. Hieraus ergeben sich Möglichkeiten, direkt in den Handel einzusteigen. Besonders durch die verschiedenen Formationen, welche einen Trendwechsel anzeigen, eignet sich als Anleger der Griff zum Candlestick Chart. Lassen sich damit alle Handelsentscheidungen treffen?
Allerdings gibt es auch einige Schwächen. Eine angefangene Formation muss nicht bis zum Schluss durchhalten – es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Candlestick falsche Signale liefert. Und in der Interpretation gibt es genug Spielraum für subjektive Einflüsse.
Ob der Candlestick Chart die richtigen Signale liefert, hängt auch an der gewählten Periode. Hier passieren durchaus Fehler, wenn Anleger unsauber arbeiten. Sekunden- oder Minuten-Charts sind besonders im Daytrading oder für Scalper interessant. Hier wird der kurzfristige Handel favorisiert, Entscheidungen müssen sehr schnell getroffen werden. Mittelfristige Candlestick Perioden richten sich eher an Swing Trader, denen es um Trendumkehren geht und die auf Unterstützungs- und Widerstandsniveaus setzen.
Aus Anlegersicht liefert der Candlestick Chart bereits sehr viele Informationen. In der Praxis kann das Kerzendiagramm aber nur ein Tool sein, um Handelssignale in den Preisbewegungen zu finden. Generell ist zu empfehlen, verschiedene Methoden miteinander zu verknüpfen.
Dieser Schritt löst nicht nur besser auf als das Candlestick Chart. Sie verbessern auf diesem Weg als Anleger auch das Risikomanagement. Viele erfahrene Trader setzen daher auf die technische Analyse und – bei einer eher langfristig angelegten Strategie, die auf Value und Dividenden setzt – die fundamentale Analyse.
Hinter der technischen oder Chartanalyse steckt eine eigentlich recht einfache Idee: In den Preisbewegungen eines Wertpapiers stecken Informationen, um die Kursentwicklung zu antizipieren. Über mathematische Modelle, welche auf den Kurs angelegt werden (Indikatoren), versuchen Anleger in der technischen Analyse im Trading Informationen über Trends, deren Stärke, das Handelsvolumen und die Volatilität herauszulesen. Marktaspekte, die am Ende Signale liefern und damit auch Handelsentscheidungen beeinflussen.
Welche Indikatoren in der Chartanalyse zu den relevanten Signalgebern werden, hängt von der Zielsetzung ab. In der Trendfolge-Strategie geht es vor allem darum, dessen Entstehen sowie die Richtung und Stärke herauszufinden. Anleger setzen daher häufig auf Moving Averages (gleitende Durchschnitte) oder den Relative-Stärke-Index (RSI) und ADX (der Ihnen die Stärke eines Trends verrät).
Zu den wesentlichen Indikatoren in der Chartanalyse gehören die folgenden Signalgeber:
Über den MA lassen sich Trends identifizieren. Benutzt werden meist zwei Durchschnitte mit unterschiedlicher Periode. Über die Schnittmuster (Golden Cross und Death Cross) können Sie Ein- und Ausstiegspunkte antizipieren.
Als Trader finden Sie damit überkaufte oder überverkaufte Märkte. Sobald der Relative Strength Index über 70 liegt, ist von einem überkauften Markt die Rede. Überverkaufte Märkte beginnen bei Werten unter 30.
Hiermit erhalten Sie mehr Informationen zur Volatilität. Außerdem lassen sich damit überkaufte und überverkaufte Marktzustände anzeigen. Die Volatilität lässt sich übrigens grafisch über die Stärke des Zusammenlaufens (Konvergenz) oder Auseinanderlaufens (Divergenz) zwischen den äußeren Bändern herauslesen.
Über das Schneiden der MACD-Linie (Differenz zweier EMAs) und der Signallinie entwickelt der MACD Kauf und Verkaufssignale. Außerdem kann der Indikator die Dynamik am Markt anzeigen.
Als Anleger greifen Sie nicht nur zum Spaß zur technischen Analyse. Die Informationen und Signale sollen dabei helfen, sinnvolle Ein- und Ausstiegspunkte zu identifizieren. Am Ende dreht sich hier alles darum, das Know-how in verschiedene Trading-Strategien einzubinden. Viele Anleger setzen unter anderem auf die:
In der Fundamentalanalyse geht es darum, Investitionsmöglichkeiten zu finden, indem der intrinsische Wert eines Assets betrachtet wird. Dazu setzt die fundamentale Analyse im Trading auf eine Bewertung wichtiger Kennzahlen, die Aussagen über die wirtschaftliche Stabilität, die Verschuldung oder makroökonomische Aspekte zulassen.
Verhältnis des aktuellen Aktienkurses zum Gewinn pro Aktie. Je niedriger das KGV ist, umso eher weist es darauf hin, dass die Aktie unterbewertet ist. Auf der anderen Seite zeigt ein hohes KGV eine Überbewertung an.
Das KBV verknüpft den Aktienkurs mit dem Buchwert des Unternehmens hinter der Aktie.
Über das Verhältnis der Dividende zum Aktienkurs bestimmen Anleger, welche Wertpapiere in die Anlagestrategie passen. Hohe Dividendenrenditen können für langfristige Anlagen interessant sein.
Maß für die Effektivität des Unternehmens, aus Eigenkapital einen Gewinn zu machen.
Gerade die Finanz- und Geopolitik spielt hier ebenfalls eine Rolle. Zölle oder Handelskriege haben genauso Einfluss auf die Entwicklung eines Wertpapiers wie Marktentwicklungen – etwa im Hinblick auf Innovationen.
Börsenneulinge nutzen den Candlestick Chart anfangs wahrscheinlich eher ungern, da er so gar nicht zur gewohnten Darstellung der Preiskurve passt. Aber: Mit ein wenig Übung hilft das Kerzendiagramm im Trading. Es verschafft durch den hohen Informationsgehalt direkt einen Vorsprung. Über das Verhältnis aus Kerzenkörper und Docht sowie die verschiedenen Formationen kann der Candlestick bereits Trendwechsel anzeigen und beinhaltet Hinweise auf die Volatilität im Markt. Deshalb sollten Sie die Kerzendiagramme als Trader in jedem Fall nutzen.
In der Regel lässt sich der Candlestick Chart einfach über die Handelsplattform bei den einzelnen Brokern einstellen. Da die Bedienbarkeit individuell unterschiedlich ist, müssen Sie sich in das Depot einloggen und über die Hilfe zur Chartdarstellung nach dem Button suchen.
Das Kerzendiagramm lässt sich direkt vom ersten Tag an auch durch Börsenneulinge einfach verwenden. Es spricht sogar viel dafür, sich bereits früh mit dem Candlestick vertraut zu machen – um die Lernkurve konsequent auszunutzen.
Es spricht nichts dagegen, vor den ersten realen Trades das Kerzendiagramm zu probieren. Einerseits lässt sich über die Tradingplattform bei den meisten Brokern der Candlestick Chart einstellen. Auf der anderen Seite gibt es Broker, die ein Demokonto anbieten, mit dem sich auch zurückliegende Perioden testen lassen.
Ja, in der Regel lässt sich ein Candlestick auch für mobile Plattformen einstellen. Sollten Sie die Einstellung nicht finden, können Sie auch einfach mit dem Support des Brokers sprechen.
Ein sehr wichtiger Punkt ist die Versorgung mit Echtzeitkursen. Verzögerungen (Lags) führen zu Fehlinterpretationen und letztlich auch zu Verlusten im Handel. Achten Sie daher immer auf die Qualität in der Kursversorgung.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.