

Trader schwimmen immer auf der Erfolgswelle. Zumindest glauben Einsteiger gerne daran. Sie werden als Anleger mit Verlusten leben müssen. Was Sie noch wissen müssen: Verluste spielen für Trading Steuern eine wichtige Rolle. Anleger dürfen Verluste und Gewinne miteinander verrechnen. Für CFD Verlustverrechnungen gelten aber besondere Regeln.
CFDs (Contract for Difference) sind Hebelprodukte. Als Derivate handeln Sie keine Wertpapiere, sondern auf den Kurs eines Basiswerts. Durch den Hebel winkt eine hohe Rendite. Diese kann sich auch ins Gegenteil verkehren. Im schlimmsten Fall wird die gesamte Position wertlos. Gerade deshalb müssen Trader Grundlagen zur CFD Verlustrechnung kennen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine steuerliche Beratung dar. Zudem übernehmen wir keine Garantie für die Richtigkeit der hier gegebenen Aussagen. Gesetzliche Regelungen können sich ändern. Für individuelle Fragen zur Steuererklärung wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater.
Als Anleger unterliegen Ihre Gewinne aus dem Wertpapierhandel – also die Kapitalerträge – der Steuer. Eine Tatsache nicht nur in Deutschland. Viele Nachbarn in der EU und außerhalb Europas sehen dies genauso. Sofern ausschließlich Gewinne in der Betrachtung eine Rolle spielen, verzehrt sich das Bild. Trader bezahlen Steuern auf Erträge, die sie so nie erzielt haben. Es läuft am Ende wie auf die Besteuerung von Unternehmen heraus: Gewinn minus Verlust ist gleich der Ertrag.
Genau aus diesem Grund gibt es die CFD Verlustverrechnung. Als Trader auf Differenzkontrakte werden Sie diese auch brauchen. Laut deutschem CFD Verband haben 2019 rund 57 Prozent der Anleger mit Differenzkontrakten keinen Gewinn gemacht. Was die Statistik nicht aussagt: Wie hoch war der Kapitaleinsatz?
CFD Trader können mit ihrer CFD Strategie den Verlust mit zwei Positionen einfahren – oder 10.000 Euro Gewinn erzielen, um mit einer falschen Anlageentscheidung 10.100 Euro zu verlieren. Ohne eine korrekte Verrechnung der CFD Verluste würde eine ungewöhnlich hohe Steuerlast entstehen. Bevor Sie Kapitalerträge aus dem CFD Trading gegenüber dem Finanzamt erklären, verrechnen Sie schnell die Verluste mit den CFD Gewinnen. Leider macht es Ihnen Deutschland nicht ganz so einfach.
100 Prozent Gewinn werden mit 100 Prozent Verlust verrechnet. Ein logischer Schritt. Nicht so in Deutschland. Der Gesetzgeber bzw. die Finanzämter sehen Differenzkontrakte als strukturiertes Anlageprodukt, welches besonderen Regeln unterliegt. Als solche gelten jene Kapitalanlagen, die auf einem Basiswert basieren. Das Finanzderivat leitet seinen Wert vom Kurs dieses Basiswertes ab. Genau genommen besteht das Anlageprodukt damit aus zwei Elementen: Dem Basiswert (oder Underlying) und der derivativen Komponente.
Die Besonderheit liegt darin, dass seit Januar 2021 für viele strukturierte Anlageprodukte neue Regelungen hinsichtlich der Verlustverrechnung gelten. Die Aussagen des zugrunde liegenden Gesetzes sehen so aus, dass für Termingeschäfte die vollständige Verlustverrechnung abgeschafft wurde. Stattdessen gibt es nur noch die Möglichkeit einer begrenzten Verlustverrechnung.
Die begrenzte Verlustverrechnung wirkt sich nicht sofort auf Steuern aus, die Sie zahlen. Erst ab 20.000 Euro bekommen Trader die Konsequenzen zu spüren. Hintergrund: Mit diesem Grenzbetrag wird die Verrechnung gedeckelt. Jeder Euro, um den die Verluste höher sind, spielt keine Rolle mehr. Heißt im Klartext: Das Finanzamt erklärt rein steuerrechtlich einen Teil des Verlusts, den Sie einfahren, einfach als Gewinn.
Warum sollte das Ganze für CFDs relevant sein? Letztere gehören nicht zu den Termingeschäften. Auf den ersten trifft dies vielleicht zu. Differenzkontrakte sind weder zeitlich begrenzt noch sind Stakeholder dazu verpflichtet, eine Leistung zu erbringen. Aber: Das Finanzministerium schlägt Differenzkontrakte seit 2021 steuerrechtlich den Termingeschäften zu. Hieraus ergibt sich die Konsequenz, dass die Verrechnung der CFD Steuer Verluste nur noch sehr eingeschränkt möglich ist.
Wie wirkt sich die beschränkte Verrechnungsmöglichkeit in der Praxis aus? Angenommen, es werden in einem Kalenderjahr 50.000 Euro Gewinn erzielt. Demgegenüber stehen 19.000 Euro an Verlusten. Hier bekommen Sie die Verlustverrechnung für die CFDs nicht zu spüren. Anders die Erfahrungen, wenn Sie 32.000 Euro über Differenzkontrakte als Verlust einfahren.
Hier bleiben nach den CFD Verlustverrechnungen 2026 12.000 Euro übrig. Dieser Betrag bleibt für das Steuerjahr unberücksichtigt. Aus Anlegersicht entsteht hier ein Problem. Es werden nicht 18.000 Euro als Gewinn in der Steuererklärung angesetzt – sondern 30.000 Euro. Die 12.000 Euro an CFD Verlusten oberhalb des Grenzbetrags dürfen aber ins nächste Steuerjahr übertragen werden. Wie sieht ein Rechenbeispiel für einen Steuersatz von 25 Prozent inklusive Solidaritätszuschlag aus?
| volle Verlustverrechnung | beschränkte Verlustverrechnung | |
|---|---|---|
| Gewinn | 50.000 Euro | 50.000 Euro |
| Verlust | 32.000 Euro | 32.000 Euro |
| Kapitalertrag | 18.000 Euro | 30.000 Euro |
| Abzug Pauschbetrag | – 1.000 Euro | – 1.000 Euro |
| stpfl. Ertrag | 17.000 Euro | 29.000 Euro |
| Steuer (25%) | 4.500 Euro | 7.250 Euro |
| Solidaritätszuschlag | 247,50 Euro | 398,75 Euro |
| Gesamtbelastung | 4.748,50 Euro | 7.649,75 Euro |
| Gewinn nach Steuern | 13.253,50 Euro | 10.350,25 Euro |
Die steuerliche Einordnung der CFDs bei den Termingeschäften ist insofern ungewöhnlich und wird in Anlegerkreisen hinterfragt, weil echte Termingeschäfte vom Gesetzgeber für die eingeschränkte Verlustverrechnung ausgeklammert werden. Dies gilt zum Beispiel für Optionsscheine und Zertifikate. Gerade hier wäre eigentlich damit zu rechnen gewesen, beide Handelsinstrumente zu Termingeschäften zu erklären. Der Grund: Anders als CFDs sind Optionsscheine direkt mit einer Laufzeit ausgestattet. Damit bleiben echte Termingeschäfte von der eingeschränkten Verlustrechnung verschont.
Wer Wertpapiere handelt, hat im Depot mehrere Verlusttöpfe – für:
▶️ Aktien
▶️ sonstige Kapitalanlagen
▶️ Quellensteuer.
Diese münden in die Steuertöpfe für Aktien und Sonstige. Letztere umfassen beispielsweise ETFs oder Fonds und Dividenden. Die im Ausland gezahlte Quellensteuer hat keinen eigenen Verlustverrechnungstopf auf der Steuerseite.
Wo stehen hier Termingeschäfte bzw. die CFDs? Als Anleger mit einem deutschen Wohnsitz dürfen Sie Verluste aus dem CFD Handel nicht uneingeschränkt mit anderen Kapitaleinkünften verrechnen – da Differenzkontrakte aus dem allgemeinen (sonstige) Verrechnungstopf herausgefallen sind. Deutsche Broker und Depotbanken weisen Verlust mit der Jahressteuerbescheinigung aus, um diese über die Steuererklärung zu saldieren. Übrigens: Realisierte Gewinne werden weiterhin über den Topf sonstige Kapitalanlagen betrachtet und erhöhen damit die Abgeltungssteuer, welche die Bank abführt.
Achtung: Diese Konstellation ist für den Handel insofern von Bedeutung, als dass die Berechnung der CFD Steuer für realisierte Gewinne aus Differenzkontrakten zu Handelsschluss erfolgt. Verringert sich hierdurch das Kapital im Handelskonto so stark, dass keine Margin mehr für das Halten noch offener Positionen verfügbar ist, werden diese automatisch durch das Handelssystem geschlossen. Wie der Handel genau abläuft, können Sie über eine CFD Simulation mit einem Demokonto einfach ausprobieren.
Dass Verluste aus Differenzkontrakten nicht mehr in den Verlusttöpfen auftauchen, wird in der Verrechnung zu einem Problem. Grundsätzlich haben Sie als Trader die Möglichkeit, Beträge über 20.000 Euro ins nächste Steuerjahr zu schieben. Aber: Dafür müssen Sie wieder Terminkontrakte handeln, welche unter die Regelungen für die eingeschränkte Verlustverrechnung fallen. Sobald Sie aus dem Handel aussteigen, wird ein Verlust realisiert. Sie zahlen die Steuer auf Verluste.
Was passiert mit den Gewinnen aus dem CFD Handel? Schließen Sie als Anleger einen Differenzkontrakt und realisieren einen Gewinn, zieht der Broker – sofern er einen deutschen Geschäftssitz hat – die Abgeltungssteuer ein. Diese gilt seit 2009 und hat das bis dahin geltende System der Kapitalertragsbesteuerung ersetzt.
Mit der Abgeltungssteuer fällt in Deutschland eine pauschale Quellensteuer in Höhe von 25 Prozent an. Diese wird nach dem Zuflussprinzip eingezogen, sobald Anleger einen Gewinn aus den CFDs erzielen. Wichtig: Behalten Sie die Margin des Handelskontos im Auge. Diese darf nicht zu weit absinken, da sonst zwangsweise Positionen geschlossen werden.
Hinsichtlich der Steuererklärung brauchen Sie sich keine Gedanken machen. Mit der Abgeltungssteuer (in Kombination mit dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer) gilt die Steuerpflicht als abgegolten. Sofern der persönliche Steuersatz niedriger ist, lohnt sich die Steuererklärung. Wieviel Steuern Broker einbehalten, entnehmen Sie einfach der Erträgnisaufstellung, welche der Broker zur Verfügung stellt.
Das Steuerrecht gibt Ihnen als CFD Trader bei deutschen Brokern eine Möglichkeit in die Hand, um den Abzug der Abgeltungssteuer zu vermeiden. Dazu erteilen Sie einen Freistellungsauftrag – auf Grundlage des Sparer-Pauschbetrags. Dieser ist im Steuerrecht verankert. Ihnen stehen 1.000 Euro zur Verfügung, für welche der Steuerabzug auf Kapitalerträge vermieden werden kann. Den Betrag dürfen Sie auf verschiedene Broker verteilen.
Viele Trader handeln auf CFDs bei Brokern mit einem Geschäftssitz im Ausland. Hierdurch ergeben sich einige wichtige Sachverhalte. Diese betreffen einerseits die Besteuerung vor Ort als auch die CFD Verlustverrechnungen über die Steuererklärung in Deutschland.
▶️ Quellensteuern im Ausland:
Deutschland steht beim Thema Kapitalertragssteuer nicht allein da. Es gibt eine ganze Reihe Länder, die ebenfalls eine Quellensteuer einbehalten – wie die USA oder Griechenland und Italien. Die Verlustverrechnung auf CFDs erfolgt nach den jeweils geltenden Steuergesetzen.
▶️
Liquiditätsbonus durch CFDs im Ausland:
Die Abgeltungssteuer wird direkt
beim Realisieren eines CFD-Gewinns
erhoben. Sobald Sie im Ausland mit Differenzkontrakten handeln und einen Ertrag erzielen, müssen die Gewinne in der Steuererklärung deklariert werden. Hier haben Sie ein Liquiditätsvorteil. Der Grund ist recht einfach. Ihre Steuererklärung müssen Sie erst einige Monate nach Ablauf des Steuerjahres abgeben.
Handeln Sie über einen deutschen Broker, erhalten Sie als Anleger eine Jahressteuerbescheinigung. Verlustbescheinigungen müssen Sie bei vielen Brokern allerdings separat beantragen. An dieser Stelle ist es von Bedeutung, die entsprechenden Fristen einzuhalten. Näheres erklären die Broker ihren Kunden.
Wo Sie die Verlustverrechnungen auf CFDs konkret vornehmen, hängt von einem wichtigen Aspekt ab: Ob diese im In- oder Ausland erzielt werden. Über die Anlage KAP können Sie die Verluste aus den Differenzkontrakten geltend machen. Dazu tragen Sie diesen im entsprechenden Abschnitt für Kapitalerträge, die dem Steuerabzug im Inland unterliegen, ein. Für die CFD Verluste aus dem Handel im Ausland gibt es einen separaten Abschnitt. Bitte behalten Sie hier im Hinterkopf, dass Handelsgebühren nicht mehr angesetzt werden dürfen. Da bei CFDs diese über den Spread abgebildet werden, fallen sie aber automatisch den Verlusten zu.
Anleger stoßen früher oder später auf Differenzkontrakte. Es handelt sich um Derivate, die für risikoaffine Trader interessant sind. Über den Hebel erzielen Sie im besten Fall hohe Gewinne, müssen aber auch mit Verlusten rechnen. Die aktuelle Behandlung der Verlustrechnung in Deutschland benachteiligt Anleger – da CFDs als Termingeschäft eingestuft sind. Möglichkeiten der CFD Verlustverrechnung sind auf 20.000 Euro je Steuerjahr begrenzt. Damit entsteht eine ungewöhnliche Situation: Verluste aus dem CFD Handel werden steuerlich zu Gewinnen.
Auch die Verluste aus dem Handel mit CFDs im Ausland unterliegen der eingeschränkten Verlustverrechnung. Da allerdings keine Abgeltungssteuer von ausländische Brokern nach Deutschland fließt, müssen Sie Kapitaleinkünfte eigenständig gegenüber dem Finanzamt offenlegen.
Privatanleger haben leider keine Möglichkeit, die eingeschränkte Verlustverrechnung zu umgehen. Auf der anderen Seite stehen gewerbliche Händler. Ein Trading GmbH darf beispielsweise die Verluste aus dem Handel mit Differenzkontrakten vollständig mit erzielten Gewinnen verrechnen.
Grundsätzlich ist das Zuflussprinzip maßgeblich. Deutsche Broker werden die Abgeltungssteuer also immer dann abführen, wenn Sie einen Differenzkontrakt mit Gewinn schließen. Wie hoch der Steuerabzug ist, hängt auch von der konfessionellen Zugehörigkeit ab.
Hier ist zu betrachten, aus welcher Quelle die Kapitalerträge zufließen. Ein Broker mit Sitz in Deutschland wird für seine deutschen Kunden die Abgeltungssteuer direkt abführen. Damit ist die Steuerpflicht erfüllt, theoretisch braucht keine Steuererklärung abgegeben werden. Sobald Sie über Broker im Ausland handeln, stellt sich die Situation anders dar. Hier sind Sie verpflichtet, die Erklärung beim Finanzamt einzureichen.
Deutsche Broker erstellen eine Erträgnis- und Jahressteuerbescheinigung. Diese Informationen sind für die Steuererklärung relevant. Im Ausland sieht das Bild vielfach anders aus, da es häufig kein Pendant zu den deutschen Dokumenten gibt. Als Anleger sind Sie daher meist auf Kontoauszüge für den Handelsaccount oder Handelszusammenfassungen angewiesen. Informieren Sie sich im Vorfeld, wie Broker mit den Unterlagen verfahren.
Grundsätzlich müssen Sie Verluste einkalkulieren. Anfänger sind überrascht, wie stark sich der CFD Hebel auch auf Verluste auswirkt. Aus diesem Grund sollte über den Einstieg in den Derivatehandel nur mit ausreichend Erfahrung nachgedacht werden.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.