

Daytrading gilt als die hohe Kunst im Wertpapierhandel. Ein Grund: Viele Trades werden nur sehr kurzfristig gehalten. Damit müssen Sie sich als Anleger sehr sicher sein, wenn eine Position eröffnet wird. Eine Möglichkeit, wie Sie sich als Daytrader etablieren, ist der Handel mit CFDs. Sobald Sie ins Daytrading einsteigen, muss es auch um das Thema Daytrading und Steuern gehen.
Warum schon wieder über Steuer reden, wenn wir doch noch nicht mal richtig in den Handel eingestiegen sind? Gerade vom Standpunkt der Börsenneulinge aus betrachtet, muss es auch um diesen Aspekt gehen. Sich in der Auswahl an Brokern und Assetklassen im Daytrading zurechtzufinden, ist schon schwer genug. Fehler bei der Steuer auf Gewinne aus dem Daytrading zu machen, wird teuer und frustrierend.
Daytrading ist eine Handelsstrategie, die Finanzinstrumente innerhalb eines Handelstages gekauft und verkauft. Alle Positionen werden zum Handelsschluss glattgestellt. So werden nicht nur zusätzliche Finanzierungsgebühren vermieden. Als Daytrader gehen Sie damit auch dem Slippage-Risiko aus dem Weg. Ihr Ziel beim Daytrading ist eine Rendite aus kurzfristigen Preisbewegungen zu ziehen. Um die Methode erfolgreich anzuwenden, müssen Sie schnelle Entscheidungen treffen, ein präzises Risikomanagement betreiben und Märkte kontinuierlich beobachten.
Haben Sie sich bisher eher an der Buy-and-Hold Strategie oder der Dividendenrendite orientiert, ist eine Umstellung des Mindsets erforderlich – besonders im Hinblick auf die Risikoaffinität. Beliebte Daytrading Strategien sind:
Um die einzelnen Strategien umzusetzen, brauchen Sie Indikatoren, zu denen unter anderem:
▶️ Gleitende Durchschnitte (MA, Identifikation von Trends)
▶️
Relative Strength Index (RSI, Momentum-Indikator für überkaufte oder überverkaufte Assets)
▶️ MACD (Moving Average Convergence Divergence, ein Trendfolge-Indikator)
▶️ Bollinger Bänder (ein Volatilitätsindikator im Daytrading)
Als Daytrader handeln Sie verschiedene Assetklassen und Finanzinstrumente – wie Differenzkontrakte, Aktien oder Währungen. Mit Erfahrung und Know-how in der technischen Analyse nutzen Sie die Preisschwankungen innerhalb des Handelstages aus. Sind Daytrader über einen deutschen Broker im Markt aktiv, werden alle Kapitalerträge besteuert.
Seit Einführung der Abgeltungssteuer behalten Broker automatisch 25 Prozent Ihrer Gewinne ein. Heißt im Klartext: Erzielen Sie 100 Euro Gewinn aus dem Daytrading, bleiben am Ende „nur“ 75 Euro. Da es sich hier um eine Quellensteuer handelt, erfolgt der Abzug direkt nach dem Zuflussprinzip.
Neben der Abgeltungssteuer fallen auf die Erträge aus dem Daytrading noch der Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer an. Beide werden auf Basis der Abgeltungssteuer erhoben – und zwar nach folgenden Steuersätzen:
Kirchensteuer fällt übrigens nur an, wenn Sie tatsächlich Mitglied einer Kirchensteuer berechnenden Religionsgemeinschaft sind. Trifft dies nicht zu, darf die Steuer ignoriert werden und kommt nicht zum Abzug. Um Ihre Steuerpflicht festzustellen, gehören Angaben zu diesem Steuersachverhalt bei vielen Brokern zur Eröffnung des Wertpapierdepots.
Mit dem direkten Abzug der Abgeltungssteuer entsteht Daytradern in Deutschland ein Liquiditätsnachteil. Dieser wird besonders im Vergleich zu Brokern im Ausland deutlich, bei denen Gewinne zu 100 Prozent ausgezahlt werden. Aber: Mit einem „Trick“ schaffen Sie es, Erträge komplett in das Handelskonto fließen zu lassen.
2009 hat der Gesetzgeber nicht nur die Abgeltungssteuer eingeführt. Teil der Steuerreform auf Kapitalerträge war die Einführung des Sparer-Pauschbetrags. Was versteckt sich dahinter? Über den Pauschbetrag steht jedem Steuerpflichtigen ein pauschalisierter Werbungskosten-Abzug auf Kapitalanlagen zur Verfügung. Dieser ist inzwischen auf 1.000 Euro angestiegen.
Wie hilft Ihnen dieser Erkenntnis im Daytrading weiter? Über einen Freistellungsauftrag darf der Pauschbetrag auf eine oder mehrere Kapitalanlagen verteilt werden. Ein Schritt, der:
▶️ Sparkonten
▶️ Wertpapierdepots
▶️ Sparpläne usw.
erfasst. Bis zum genannten Betrag zahlt der Broker Gewinne aus und verzichtet auf den Steuerabzug. Wichtig ist, dass alle Freistellungsaufträge den Sparer-Pauschbetrag nicht überschreiten. Auf diese Weise nutzen Sie im Daytrading einen Liquiditätsvorteil, da Gewinne direkt wieder investiert werden – statt im Copy Trading Steuern beim Finanzamt landen zu lassen.
Eine Besonderheit im Daytrading bei den Steuern ist der Umgang mit einigen Assetklassen. CFDs sind ein beliebtes Finanzinstrument geworden. Durch ihre besondere Struktur passen Differenzkontrakte sehr gut ins Daytrading. Gehandelt werden Assets wie Aktien oder Währungen nicht physisch, sondern über eine Position auf den Kurs des Basiswerts.
Auf die Steuer im Daytrading wirkt sich der Griff zu CFDs in zweierlei Hinsicht aus. Auf der einen Seite durch den Hebel. Letzterer wirkt in beide Richtungen – sowohl auf die Gewinne als auch auf Verluste. Andererseits gilt für Differenzkontrakte seit einigen Jahren steuerrechtlich eine Neubewertung.
Der Gesetzgeber stuft CFDs inzwischen als Termingeschäft ein – obwohl Differenzkontrakte anders als Optionsscheine keinen festen zeitlichen Ablauf haben. Wie wirkt sich die Einstufung auf Daytrading Steuern aus? Besonders beim Thema Verlustverrechnung spielt dieser Punkt eine sehr große Rolle. Das Bundesfinanzministerium hat in einem Schreiben noch einmal klargestellt, dass CFD Verluste nur bis 20.000 Euro mit den Gewinnen verrechnet werden dürfen. Zudem darf keine Verrechnung mit allen Kapitalanlagen erfolgen. Dieser Schritt ist nur zwischen vergleichbaren Anlageinstrumenten zugelassen. Rahmenbedingungen, auf die Sie bei der Anmeldung Ihrer CFD Steuer als Daytrader zu achten haben.
Aktien, Fondsanteile oder Währungen bei deutschen Brokern handeln kann dank Orderprovision teuer werden. Viele Anbieter verlangen für die Depotverwaltung zwar keine Gebühren mehr. Variable Kommissionen auf jeden Trade schmelzen die Rendite deutlich ab. Für viele Anleger ein Grund, bei Brokern im Ausland ein Nutzerkonto einzurichten.
Daytrading ist dank einer anderen Preispolitik bei diversen Anbietern erheblich günstiger. Aber auch steuerrechtlich wird der Handel über Broker im Ausland relevant. Deutschland steht mit der Quellensteuer nicht allein da. Viele Länder nutzen dieses Werkzeug, um direkt beim Zufluss von Kapitalgewinnen Steuern einzuziehen. Deren Höhe schwankt sehr stark – zwischen 0 Prozent und 35 Prozent.
Besonders interessant sind alle Steuersätze, die unter 15 Prozent liegen. Warum nicht 25 Prozent, schließlich ist die Abgeltungssteuer doch so hoch? Für Länder, mit denen Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen unterhält, können 15 Prozent der dort gezahlten Quellensteuer in der Steuererklärung angerechnet werden. Damit ergibt sich ein Liquiditätsvorteil.
Besonders interessant sind aus Anlegersicht jene Länder, die überhaupt keine Steuer auf die Kapitalgewinne einbehalten. Gewinne werden beispielsweise in Zypern direkt ausgezahlt – statt im täglichen Forex Trading Steuern wie in Deutschland einzubehalten. Hier entsteht ein Vorteil für Daytrader. Über den Liquiditätsvorteil steht Anlegern zusätzliches Kapital für die Wiederanlage zur Verfügung.
Aber: Selbst, wenn Sie 100 Prozent der Gewinne aus dem Daytrading – natürlich nach Abzug aller Kosten und Gebühren – vom Broker als Gutschrift erhalten, ist der Vorteil zeitlich begrenzt. Der Grund ist die Pflicht zur Abgabe einer Steuererklärung. Alle Trader mit einem Wohnsitz in Deutschland sind dazu verpflichtet.
Trotzdem liegt der Zeitraum, über welchen Sie den Vorteil zusätzlicher Liquidität nutzen (im Vergleich zu einem Broker aus Deutschland) bei bis zu knapp zwei Jahren. Der Grund sind die Abgabefristen für Steuererklärungen. Bei einer Zusammenarbeit mit Steuerberatern muss die Steuererklärung erst gegen Ende des nächsten Kalenderjahres beim Finanzamt sein.
Bis dahin nutzen Sie einfach die ausgezahlten Gewinne in der Wiederanlage. Was sich langfristig hierdurch im Daytrading entwickeln kann, ist ein mit dem Zinseszins vergleichbarer Effekt. Natürlich können sie nicht von einer so steilen Kurve wie beim Zinssparen ausgehen. Verluste im Daytrading lassen die Kurve etwas flacher verlaufen.
Handeln Sie über Broker im Ausland, müssen Sie die Gewinne aus dem Daytrading gegenüber dem Finanzamt offenlegen. Hierzu nutzen Sie die Steuererklärung. Neben dem Mantelbogen brauchen Anleger die Anlage KAP. Wichtig: Es gibt insgesamt drei Formulare. Welches für Sie in Frage kommt, richtet sich nach den Handelsinstrumenten.
▶️ Anlage KAP-BET
erfasst die Gewinne aus Beteiligungen, wie beispielsweise einer Erbengemeinschaft
▶️ Anlage KAP-INV
ist den Gewinnen aus Investmentanteilen, die keinem inländischen Steuerabzug unterliegen (zum Beispiel Aktien- oder Mischfonds) vorbehalten.
Das Ausfüllen der Formblätter gestaltet sich vergleichsweise unkompliziert. Wichtig ist, dass Sie alle verfügbaren Daten kennen. Nutzen Sie entweder Steuerbescheinigungen/Tax Reports oder die Handelsübersicht und den Kontoauszug für das Trading-Konto. Wichtig: Beim Tax Report dürfen Trader nicht erwarten, eine deutsche Steuerbescheinigung in den Händen zu halten. Form und Umfang der Dokumente richten sich nach dem jeweils geltenden Steuerrecht.
Über die Anlage KAP erfassen Sie nicht nur alle Gewinne. Hier legen Sie als Trader auch Verluste offen. Diese werden in einer separaten Zeile erfasst. Beim Ausfüllen empfiehlt es sich, gewissenhaft vorzugehen. Fragen des Finanzamts verzögern die Bearbeitung. Parallel besteht immer die Gefahr, aufgrund von Missverständnissen einen falschen Steuerbescheid zu erhalten – der im Widerspruchsverfahren korrigiert werden muss.
Daytrading setzt darauf, Gewinne durch schnelles Handeln innerhalb eines Handelstages zu erzielen. Damit Anleger damit erfolgreich sind, braucht es Echtzeitkurse und eine starke Handelsplattform. Ein sehr wichtiger Aspekt sind die Ordergebühren und Kommissionen. Gerade beim Handel über ausländische Broker müssen Trader an Rückstellungen für die Daytrading Steuern denken. Anders als in Deutschland führen viele Anbieter mit einem Geschäftssitz im Ausland keine Abgeltungssteuer ab. Es ist damit die Aufgabe der Trader, ihre Steuern gegenüber dem Finanzamt offenzulegen. Bis dahin bietet gerade das Daytrading im Ausland einen Liquiditätsvorteil.
Beim Handel über einen Broker in Deutschland wird die Abgeltungssteuer direkt nach dem Zuflussprinzip einbehalten. Daytrading über einen Broker im Ausland richtet sich immer nach den jeweils geltenden Gesetzen. Grundsätzlich ist dann aber über eine Steuererklärung der Gewinn offenzulegen.
Ja, sobald über Kapitalanlagen ein Gewinn erzielt wird, ist dieser steuerpflichtig. In welchem Umfang Steuern erhoben werden, richtet sich immer nach dem gewählten Handelsinstrument. Es gibt hier durchaus einige Unterschiede. Deshalb hat sich jeder Daytrader auch mit Steuerfragen zu beschäftigen.
Nein, über den Freistellungsauftrag übertragen Sie den Vorteil des Sparer-Pauschbetrags direkt auf den Daytrading Broker. Da dieser aber auf dem deutschen Steuerrecht basiert, können Sie diesen ausschließlich im Inland nutzen. Eine Übertragung auf Depots und Handelskonten im Ausland ist nicht möglich.
Mit der Reformierung des Steuerrechts rund um Kapitalerträge hat der Gesetzgeber den Abzug der tatsächlich angefallen Handelsgebühren als Werbungskosten weitgehend abgeschafft. Es gilt eine Ausnahme beim Handel mit einem Spread. Da dieser direkt im Kurs des jeweiligen Assets aufgeht, fließt er in die Verlustberechnung ein.
Haben Sie Abgeltungssteuer gezahlt, ist die Steuerpflicht zumindest fürs Daytrading über deutsche Broker erledigt. Wer nicht im Ausland handelt, muss die Steuererklärung nicht mehr abgeben. Ist der persönliche Steuersatz aber niedriger als 25 Prozent, lohnt sich die Abgeltungssteuer. In jedem Fall lassen Sie vom Finanzamt eine Günstigerprüfung vornehmen.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.