

Als Anleger handeln Sie über das Depot Ihres Brokers verschiedene Handelsarten – wie Aktien, Anleihen, Forex oder Rohstoffe. Erfahrene Trader nutzen außerdem Finanzderivate, wie Knock-Out-Zertifikate oder Differenzkontrakte zur Kapitalanlage. In den letzten Jahren haben einen regelrechten Hype die ETFs ausgelöst.
Was steckt dahinter? Der ETF ist die Abkürzung für Exchange-Traded Funds – börsengehandelte Investmentfonds. Das zentrale Element der ETFs ist die Nachbildung eines Index. Der Vorteil: Im Vergleich zu Fonds mit aktiver Verwaltung sind die Gebühren der Fonds deutlich niedriger. Wie lassen sich ETFs sinnvoll in die eigene Anlagestrategie einbauen.
Exchange-Traded Funds als börsengehandelte Investmentfonds bilden die Performance eines Index ab. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um den DAX, Dow Jones oder Nikkei gehen. ETFs (oder Indexfonds) bilden die Entwicklung von Leitindizes, Rohstoff- oder Branchen- und Aktien-Indizes nach. Über ETFs haben Sie als Anleger die Möglichkeit, in breite Marktsegmente oder spezifische Branchen zu investieren.
Abbilden lassen sich über ETFs verschiedenen Indizes, die sich auf verschiedenen Assetklassen fokussieren, zu denen:
Gehören. In der Nachbildung des Index setzen Fondsgesellschaften auf ein gewichtetes Assetportfolio. Heißt: Der ETF bildet die Zusammensetzung des Index in aller Regel entsprechend der realen Verhältnisse ab.
Eine weitere Besonderheit: ETFs lassen sich wie Aktien innerhalb eines Handelstages traden, verhalten sich an dieser Stelle in den Marktdynamiken sehr ähnlich den klassischen Wertpapieren wie Aktien.
Die Anfänge der ETFs reichen in die 1980er Jahre zurück – als Index Participation Shares an der American Stock Exchange und der Philadelphia Stock Exchange eingeführt wurden. Diese ähnelten bereits den heutigen ETFs. Mithilfe der Participation Shares konnten Anleger an der Performance eines Indexwertes direkt über ein einzelnes Wertpapier teilnehmen. Allerdings wurden die Participation Shares so stark durch die Regulierung unter Druck gesetzt, dass sie nach einiger Zeit wieder vom Markt verschwanden.
Einer der ersten “echten” ETFs entstand 1993 mit dem SPDR S&P 500 ETF. Dessen Fokus lag komplett auf dem S&P 500. Das wesentliche Merkmal – über nur eine Transaktion direkt in den ganzen Markt zu investieren – war hier bereits sehr deutlich zu erkennen. Nach dem SPDR entstanden weitere Indexfonds auch in verschiedenen Märkten. In den Folgejahren entstanden nicht nur neue ETFs, es war eine nachhaltige Diversifikation der Branche zu beobachten.
Heute werden ETFs dazu benutzt, verschiedene Investmentstrategien zu realisieren. Es geht auch um Aspekte wie das Dividendenwachstum oder Volatilitätsmanagement. Neben Einzelpersonen reicht die Palette der Investoren bis hin zu großen institutionellen Anlegern. Neue Trends setzen auf nachhaltige und ESG-fokussierte ETFs (Environmental Social Governance). In zunehmendem Maß treten auch Produkte in Erscheinung, die eine bessere Rendite als der Markt selbst erzielen wollen. Wer als Trader auch ETFs setzt, kann sehr unterschiedliche Strategien realisieren.
Börsengehandelte Investmentfonds verwalten Kapital passiv und sind in der TER deshalb auch günstiger als klassisch verwaltete Fonds. Im Aufbau der einzelnen ETFs gibt es aber Unterschiede. Nicht jeder ETF richtet sich nur auf Aktien aus. Es gibt verschiedene Produkte am Markt, welche sich auf Anleihen oder den Rohstoffmarkt spezialisieren. Wie die Betreiber des Fonds eine ETF im Detail aufbauen, kann sehr verschieden ausfallen.
Möglich ist, das Ganze kapitalgewichtet anzugehen. Hier repliziert der ETF den Index sehr detailliert – auch in den Anteilen der einzelnen Assets. Diese spiegeln dann ihre Anteile am Gesamtindex wider. Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Art und Weise, wie der Index im ETF nachgebildet wird. Einige Produkte setzen ausschließlich auf die physische Nachbildung und setzen zu 100 Prozent auf Aktien. Andere ETFs mischen entweder teilweise oder vollständig Swaps und ähnliche Derivate bei.
Hinsichtlich der Preisbildung sind zwei wichtige Punkte zu unterscheiden. Auf der einen Seite steht immer der Nettoinventarwert. Dieser lässt sich über alle Vermögenswerte bilden, welche um die Verbindlichkeiten verringert werden. Da es sich hier um börsengehandelte Fonds handelt, sind die Preise im Trading aus Anlegersicht wichtiger. Diese Marktpreise sehen nicht selten deutlich anders aus als der Nettoinventarwert und spiegeln Marktmechanismen – also Angebot und Nachfrage wider.
Dass exchange-traded Funds bereits seit einigen Jahren ein Nachfragehoch erleben, hat auch mit den Vorteilen zu tun, die ETFs Anlegern bieten können. Dazu gehört unter anderem die bereits angesprochene TER, die im Vergleich mit aktiv verwalteten Fonds günstiger für Anleger ausfällt.
Ein ETF kann sich aus einer drei- bis vierstelligen Zahl von Wertpapieren aufbauen. Als Anleger baut sich mit nur einer Transaktion eine breite Diversifikation auf. Damit sind Sie als Anleger in der Lage, das Risiko zu reduzieren – ohne die Notwendigkeit für ein Investment in zahlreiche einzelne Wertpapiere.
ETFs werden an Börsen gehandelt – sie können einfach wie Wertpapiere gekauft und verkauft werden. Da sie sich während der gesamten Handelszeit traden lassen, nutzen Sie als Anleger ETFs als flexibles Asset, mit dem sich auch schnell auf Marktveränderungen reagieren lässt.
Da die Fonds direkt über einen starken Markt gehandelt werden, steht in der Regel ausreichend Liquidität zur Verfügung, um sich in einzelnen Positionen zu engagieren und ETFs auch nahe dem Nettoinventarwert des Fonds zu handeln.
ETFs gehen in der Regel sehr transparent mit dem Aufbau des Fonds und dessen Bestand um. Als Anleger überprüfen Sie jederzeit die genaue Portfoliozusammensetzungen und haben so immer die Chance, ein Auge auf das Portfolio zu werfen.
ETFs gibt es inzwischen für eine Reihe sehr unterschiedlicher Indexwerte. Dabei dreht sich nicht alles nur um Aktien. Dieser Gedanke ist vielleicht naheliegend. In der Praxis werden ETFs durch Fondsgesellschaften für eine ganze Reihe verschiedener Märkte und Handelsklassen aufgelegt. In der Praxis lassen sich folgende Fondsgruppen identifizieren:
Aktien-ETFs gehören zu den populären und vielseitigen Produkten dieser Anlageklassen. ETFs auf Aktien ermöglichen es, in ein breites Spektrum von Aktienmärkten und Branchen zu investieren. Dazu bilden die ETFs die Performance von Aktienindizes nach. Die Wertpapiere bilden entweder einen breiten Markt, eine spezifische Branche oder eine geografische Region ab. Es gibt verschiedene ETF Aktien Typen wie:
Hier werden festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen, zum zentralen Element der Anlagestrategie. Über die Anleihen ETFs erschließen Sie den Anleihenmarkt und können Ihre Strategie weiter diversifizieren.
Rohstoffe sind Teil vieler Portfolios. Über die ETFs handeln Sie rohstoffbezogene Finanzinstrumente und können gleichzeitig das Risiko streuen – ohne physisch Rohstoffe wie Metalle zu kaufen. Solche Rohstoff ETFs werden auf verschiedene Weisen strukturiert und sprechen damit auch unterschiedliche Anleger an.
Als Anleger wollen Sie in bestimmte Branchen und Wirtschaftssegmente investieren. Bei den Sektoren- und Themen-ETFs als Anlageinstrumente bietet sich dazu die Gelegenheit. Über solche ETFs lässt sich der Fokus auf spezifische Bereiche verschiedener Märkte legen, um auf Innovation oder Nachhaltigkeit zu setzen.
Als Anleger können Sie ETFs über verschiedene Wege in Ihr Portfolio aufnehmen. Viele Trader nutzen die börsengehandelten Fonds ähnlich Aktien für ein Direktinvestment. An dieser Stelle kommt Ihnen entgegen, dass ETFs zu den Handelszeiten einfach über die Börse gekauft und wieder verkauft werden können.
In diesem Fall gehen Sie zur Bewertung der ETFs bzw. der Ein- und Ausstiegspunkte wie in der Chartanalyse vor. Nutzen Sie die richtigen Charttypen – wie zum Beispiel den Candlestick – für eine grafische Analyse des ETF-Preistrends und validieren Ihre Signale im Handel mithilfe der technischen Analyse und den bekannten Indikatoren. Einen Trend in der Preiskurve können Sie zum Beispiel mit den gleitenden Durchschnitten finden.
Eine zweite beliebte Methode ist der Aufbau von Kapital langfristig – über den ETF Sparplan. Diese werden von den Brokern sogar bevorzugt behandelt, in dem auf Teile des Portfolios oft ein Preisnachlass gewährt wird – Sie diese ohne Ordergebühren handeln. Sparpläne haben den Vorteil, dass Sie an dieser Stelle schon mit einem niedrigen monatlichen Beitrag anfangen zu sparen.
ETFs haben in den letzten Jahren einen Boom erlebt. Über die börsengehandelten Fonds werden Indizes abgebildet. Ein Vorteil: Damit lässt sich automatisch Diversifikation im Depot aufbauen. Auf der anderen Seite bieten sich ETFs als Basis für Sparpläne an. Trader nutzen diese Möglichkeit, um schnell mit kleinen Beträgen Kapital aufzubauen. ETFs bieten Ihnen ein vergleichsweise breites Spektrum an Einstiegsmöglichkeiten in den Handel. Dabei bilden die Fonds verschiedene Strategien ab.
Neben einer rein auf Aktien basierten Anlage können Sie direkt in Anleihen oder am Rohstoffmarkt investieren. Vor diesem Hintergrund sind ETFs bei Börsenneulingen beliebt. Auch, weil sie eine Möglichkeit bieten, sich mit verschiedenen Methoden aus der Chartanalyse zu beschäftigen und Erfahrungen zu sammeln.
Ja, allgemein werden börsengehandelte Fonds auch Börsenneulingen empfohlen. An dieser Stelle muss aber klar darauf hingewiesen werden, dass es sich an dieser Stelle nicht um “Selbstläufer” handelt, die immer eine Rendite einfahren. Auch im Bereich der ETFs ist mit Kursschwankungen zu rechnen.
Grundsätzlich basiert die Chartanalyse der ETFs auf den gleichen Prinzipien wie für jede andere technische Analyse. Anleger nutzen verschiedene Indikatoren zur Identifizierung von Trends. Parallel wird mit mathematischen Modellen die Volatilität unter die Lupe genommen.
Börsengehandelte Fonds eignen sich sehr gut für die Realisierung einer langfristigen Anlagestrategie. Als Trader können Sie verschiedene Tradingstrategien über ETFs einfach ineinandergreifen lassen. Performancestarke Assets bauen Kapital auf, welches später in Anleihen-basierte ETFs umgeschichtet wird.
Ja, da es sich um Kapitalgewinne handelt, unterliegen diese der Abgeltungssteuer. Als Anleger achten Sie zudem darauf, dass thesaurierende ETFs inzwischen über die Vorabpauschale zur Steuer herangezogen werden.
Wir geben grundsätzlich keine Gewinnversprechen ab. Mit einigen ETFs erzielen Anleger schnell hohe Preissteigerungen. An anderer Stelle wächst das Kapital langsamer, aber dafür mitunter nachhaltiger. Wie im Fall jeder Kapitalanlage gibt es auch bei ETFs Kursschwankungen.

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