

ETFs sind als Asset fest in vielen Depots verankert. 2026 unterstreicht, wie wichtig diese Anlageklasse inzwischen geworden ist. Einerseits bieten ETFs heute auch Einsteigern einen schnellen und vergleichsweise leichten Markteinstieg. Gleichzeitig sind die Gesellschaften hinter den Fonds mittlerweile institutionelle Anleger, die Märkte durchaus bewegen können.
Wie sieht ein ETF-Portfolio für die Zukunft aus? Über die genaue Zusammensetzung lässt sich am Ende nur spekulieren, da niemand weiß, wie lange die Spannungen im Nahen Osten anhalten und wo sich China positioniert. Das Gute an der ETF-Strategie: Über die Trendfolge-Methode lassen sich nicht nur Bullenmärkte ausnutzen.

ETFs können als Baustein für ein robustes Portfolio genutzt werden (Foto: Shutterstock)
Die Strategie hinter Buy-and-Hold ist eine 1:1 Übertragung aus dem Aktienhandel: Anleger erwerben ETFs – entweder in Form eines Einmalinvestments oder durch den Kauf von Sparplananteilen. Der bzw. die ETF-Positionen bleiben anschließend langfristig im Portfolio. Dahinter steht die Erwartungshaltung an den Markt, dass die Wertpapiere kontinuierlich einen Wertzuwachs realisieren.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,20 Prozent, thesaurierend, deckt entwickelte Märkte ab. Der Fonds bildet rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab und ist wegen seiner langjährigen Performance und der hohen Handelsliquidität ein bekannter Welt-ETF für Buy-and-Hold Investments. Da der iShares Core MSCI World UCITS ETF ausschließlich Industrieländer abbildet, fehlt als mögliche Wachstumskomponente die Beimischung von Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,14 Prozent, ergänzt Industrieländer um Schwellenländer und deckt damit rund 90 Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Die thesaurierende Variante legt Erträge automatisch wieder an, was gerade für den langfristigen Vermögensaufbau Vorteile hat, da keine manuelle Wiederanlage nötig ist, sondern der ETF diese Aufgabe für Anleger übernimmt.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,14 Prozent, der ETF verfolgt den gleichen Ansatz wie die thesaurierende Variante. Investiert wird in 25 Developed Markets und 24 Emerging Markets. Damit bietet sich der ETF für Anleger an, die mit ihrer Anlagestrategie bereits in der Entnahmephase sind oder denen es vorrangig um regelmäßige Ausschüttungen geht. Allerdings ist der Ertrag hier langfristig geringer, da Trader auf den Zinseszinseffekt verzichten.
Wichtige Kennzahlen: Mit 0,05 Prozent TER ist der Fonds eine günstige Variante am Markt und damit für Sparplan-Anleger interessant. Das Ziel des ETFs ist eine Replikation des Solactive GBS Developed Markets Large & Mid Cap USD Index. Der Fonds umfasst Werte aus 23 Industrieländern und hat aktuell ein Volumen von mehr als 4,9 Milliarden US-Dollar. Anleger müssen berücksichtigen, dass die USA im Fondsvermögen einen Anteil von über 70 Prozent ausmachen und der Tech-Sektor mit fast 30 Prozent vertreten ist.
Für die Umsetzung der Buy-and-Hold-Strategie brauchen Anleger ein Mindset, das auch Korrekturen aushält. In Phasen sinkender Kurse wird nicht umgeschichtet, sondern an den Werten festgehalten. Da in diesem Segment ETFs mit einer hohen Gewichtung der Industrieländer vertreten sind, muss aktuell der Anteil der USA und Tech-Branche kritisch geprüft werden.
Während der Buy-and-Hold-Ansatz auf langfristig orientierte Anleger zugeschnitten ist, geht es bei der Core-Satellite-Strategie darum, ein Portfolio gezielt auf Stabilität und Rendite zu optimieren. Die Methode basiert darauf, eine Auswahl stabiler Fonds mit Positionen zu kombinieren – den sogenannten Satelliten – die für eine Wachstumskomponente sorgen.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,17 Prozent, deckt Industrie- und Schwellenländer inklusive Small Caps ab und kommt damit auf mehrere tausend Einzeltitel. Diese breite Streuung macht den Fonds zu einem Core-Baustein, der auch kleinere, wachstumsstarke Unternehmen erfasst. Die Größe des Fonds liegt bei über sieben Milliarden US-Dollar. Neben diesem Fonds können als Alternative auch der bereits vorgestellte iShares Core MSCI World oder Vanguard FTSE All-World herangezogen werden.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,35 Prozent und ein Fondsvermögen von 8,95 Milliarden US-Dollar. Der ETF investiert in einen starken Fokus auf KI- und Datentrends. Anleger nutzen den Fonds, um ihre Exposure durch die ohnehin schon hohe Tech-Gewichtung im Kern zusätzlich auszubauen. Das Setzen auf den Megatrend bringt aber auch ein gewisses Risiko mit, dem sich Trader an dieser Stelle bewusst sein müssen. Viele der enthaltenen Titel sind bereits Bestandteil im Core, weshalb sich Klumpenrisiken ergeben.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,55 Prozent, thesaurierend und mehr als sieben Milliarden USD Fondsvermögen. Mit dem Investment erhalten Anleger Zugang zum europäischen und US-amerikanischen Verteidigungssektor, der vor dem Hintergrund der geopolitischen Lage aktuell sehr stark wächst. Durch den Einstieg in die Nische setzen Trader auf einen Bereich, der sehr stark von staatlichen Investitionen und Infrastrukturausgaben profitiert.
Ein zentraler Punkt der Strategie ist die Aufteilung. Je nach Risikotoleranz sind zwischen 70 und 90 Prozent für den Core-Anteil eine realistische Größenordnung. Wichtig ist bei der Auswahl einzelner Fonds die Überschneidung zwischen Kern und Satelliten. Gerade breit aufgestellte ETFs neigen derzeit dazu, die USA und das Thema Big-Tech stärker zu gewichten, was den Stabilitätsgedanken auf die Probe stellt.

Anleger legen Wert auf ein gut diversifiziertes ETF Portfolio (Foto: Shutterstock/ Aleksei Isachenko)
Buy-and-Hold wirkt im ersten Moment als bequemer Ansatz, der Anlegern wenig aktives Management abverlangt. Wer als Trader den Markt schlagen will, muss sich auf der anderen Seite nicht nur intensiv mit dessen Dynamik beschäftigen. Es braucht einen aktiven Ansatz, um auf steigende und fallende Kurse zu reagieren. Hierbei kommt eine Strategie zum Einsatz, die bereits aus dem Aktienhandel bekannt ist. Die Rede ist von der Trendfolge.
Ein zentrales Element dieser Strategie sind die klassischen Aktien ETFs, wie der iShares Core MSCI World oder Vanguard FTSE All-World. Anleger können natürlich auch andere Fonds in ihr Portfolio einbinden, die auf einzelne Branchentrends setzen. Wichtig ist, sich bei den Werkzeugen zur technischen Analyse zu bedienen, um die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte zu finden. Ähnlich dem Aktienhandel spielt das Timing hier eine Rolle.
Nicht immer ist ein klarer Trend am Markt erkennbar, es gibt Phasen einer ausgeprägten Seitwärtsbewegung. In diesen Momenten kann es sich als sinnvoll erweisen, mit einem Anleihe-Vehikel defensiv zu agieren oder auf einen Geldmarkt-ETF als Parkposition zurückzugreifen. Zum Beispiel kann der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (ISIN: LU0290358497) für diese Phasen eine Option sein.
Was diese Methode aus Anlegersicht interessant werden lässt, ist die Möglichkeit, auf unterschiedliche Marktphasen angemessen zu reagieren und auch einen Bärenmarkt für sich arbeiten zu lassen. Allerdings braucht es hierfür das nötige Know-how, da neben einer Beobachtung der Märkte nicht nur aktives Portfoliomanagement gefragt ist, sondern jeder Trader die Grundzüge der technischen Analyse verstanden haben muss.
Wachstum generiert Rendite – ist aber nicht die einzige Möglichkeit, wie sich mit ETFs ein Ertrag erzielen lässt. Börseneinsteiger vergessen mitunter, dass nicht nur wachstumsorientierte Ansätze funktionieren, sondern sich über Dividenden auch ein passiver Cashflow aufbauen lässt. Damit ist es möglich, für die Zukunft ein ETF-Portfolio aufzubauen, dem regelmäßig die Ausschüttungen der Unternehmen zufließen.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,29 Prozent, ausschüttend und ein milliardenstarker Fond. Gehalten werden globale Titel mit einer überdurchschnittlichen Dividendenrendite. Der Fonds selektiert dazu gezielt Unternehmen mit Renditen oberhalb des Marktdurchschnitts und schüttet die Erträge quartalsweise aus.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,29 Prozent, mit dem gleichen Strategieansatz wie der ausschüttende ETF. Allerdings werden die Dividenden hier gesammelt und wieder investiert. Damit spricht der Fonds jene Anleger an, die mitten in der Aufbauphase stecken und ihre Erträge auf lange Sicht durch den Zinseszins optimieren wollen.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,46 Prozent und ausschüttend. Der ETF konzentriert sich auf die 100 weltweit führenden Unternehmen – gemessen an der Dividendenrendite. Aufgrund der geringeren Streuung entsteht eine stärkere Gewichtung einzelner Branchen und Unternehmen. Es muss vor dem Investment klar sein, dass die Diversifikation gegenüber breiteren Dividenden-ETFs hierunter spürbar leidet.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,40 Prozent, thesaurierend. Der Fokus liegt auf einer passiven Strategie und setzt auf Unternehmen aus Industrieländern. Zu den Auswahlkriterien gehören das Ausschütten stabiler Dividenden und qualitativ hochwertige Fundamentaldaten. Damit entsteht ein Portfolio, das hohe Ausschüttungen als Warnsignal direkt filtert.
Mit der Entscheidung für diesen Ansatz positionieren sich Anleger etwas defensiver. Unternehmen, die über Jahre steigende Dividenden auszahlen, stammen meist aus Bereichen, die zu den Konsumgütern oder der Energieversorgung stammen. Die einzelnen Geschäftsbereiche der Aktiengesellschaften sind in sich gereift und haben eine gewisse Markttiefe erreicht. Im Vergleich zum Trendfolgeansatz ist der Ertrag unter Umständen geringer, dieser macht sich dafür aber auch von der Konjunktur unabhängiger.

Mit ETFs kann man ein relativ zukunftssicheres Portfolio aufbauen (Foto: Shutterstock.com/ insta_photos)
Dieser Ansatz verfolgt ein ambitioniertes Ziel: Systematisch bestimmte Merkmale einzelner Aktien bzw. Branchen stärker zu gewichten – um so den Markt zu schlagen. Die Fondsgesellschaften bieten ETFs mit unterschiedlicher Ausrichtung an. Es kann unter anderem um günstige Bewertungen (Value) oder die Unternehmensgröße und Qualität (Aktien von Unternehmen mit gesunden Fundamentaldaten) gehen.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,25 Prozent, thesaurierend. Der Fonds bildet den MSCI World Enhanced Value Index nach, der auf 23 Industrienationen setzt, die im Vergleich zum jeweiligen Markt einen profitablen Wert haben. Im Vergleich zum MSCI World ist das Portfolio mit 400 Titeln deutlich kleiner.
Wichtige Kennzahlen: TER 0,25 Prozent, thesaurierend. Der ETF setzt auf das Momentum als zentralen Faktor. Dabei folgt der Fonds dem MSCI World Momentum Index. Den ETF nutzen Anleger, die den Markttrends stärker als im Vergleich zu den anderen Faktoren folgen wollen.
Wichtige Kennzahlen: Kennzahlen: TER 0,25 Prozent, thesaurierend. Für den ETF kommen bevorzugt Unternehmen mit stabilen Gewinnen und hoher Eigenkapitalrendite infrage. Der Referenzindex für den ETF ist der MSCI World Sector Neutral Quality Index (Net). Mittlerweile liegt das Fondsvolumen bei über 5,8 Milliarden USD.
Die Idee, ETFs so aufzubauen, dass sie nur einzelne Segmente des Marktes abbilden, ist nicht neu und ermöglicht den Aufbau eines breit aufgestellten Portfolios. Wer sich als Anleger für diese Form des Investments interessiert, muss sich darüber im Klaren sein, dass ein Faktor-ETF nicht zwingend immer eine starke Performance abliefert. Es können Situationen entstehen, in denen auch ein Faktor-ETF für längere Zeit hinter dem breiten Markt hinterherläuft.
Anleger haben heute die Möglichkeit, sehr individuelle Tradingstrategien umzusetzen. Eine Erkenntnis, die sich vom Aktienmarkt direkt auch auf ETFs übertragen lässt. In diesem Zusammenhang steht interessierten Börsenneulingen eine breite Palette verschiedener Ansätze und Methoden zur Auswahl. Die „klassische“ Option wäre sicher das Buy and Hold, mit dem der eingeschlagene Weg über einen langen Zeitraum durchgehalten wird.
Gleichzeitig eignen sich die Trendfolge- und die Faktor-Strategie für Trader, die nach einer gezielten Optimierung ihrer Rendite suchen. Der zentrale Aspekt bleibt aber auch hier: Anleger müssen sich im Vorfeld mit den Vor- und Nachteilen der verschiedenen Methoden beschäftigen. So verlockend eine hohe Rendite bei den Faktor-ETFs auch wirkt, unterläuft der Anleger damit das eigene Risikoprofil, es können erhebliche Verluste eine Folge sein.
Für den Einstieg ist Buy-and-Hold mit einem breit gestreuten Welt-ETF wie dem MSCI World oder dem FTSE All-World in der Regel eine angemessene Wahl. Der Aufwand für die Verwaltung der Anlage bleibt überschaubar, während die Diversifikation hoch ist. Wichtig ist, sich über den sehr ausgedehnten Anlagehorizont im Klaren zu sein.
Ja, allerdings eher als gezielte Ergänzung zu einem breiten Core-ETF-Ansatz und nicht als alleinstehendes Investment. Faktoren wie Value, Quality oder Momentum haben historisch immer wieder bessere Risiko-Rendite-Profile gezeigt als der Gesamtmarkt. Allerdings gibt es keine Garantie dafür, dass einzelne Faktoren über Jahre diesem Anspruch gerecht werden – oder doch hinter dem breiten Markt zurückbleiben.
Dieses Vorgehen ist relativ verbreitet. Ein typisches Modell kombiniert einen Welt-ETF als Kern mit Dividenden- oder Faktor-Satelliten als gezielte Ergänzung. Entscheidend ist eine klare Aufteilung sowie eine regelmäßige Überprüfung der Gewichtung. Ohne Kontrolle drohen unbemerkte Überschneidungen zwischen Kern und Satelliten, etwa wenn beide Bausteine stark im Technologiesektor konzentriert sind. Zudem kann ein regelmäßiges Rebalancing sinnvoll sein.

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