

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf einer sonnigen Veranda und trinken Ihren Lieblingskaffee. Das Geld fließt dabei einfach auf Ihr Konto – ganz ohne Arbeit. Genau dieses Bild vermitteln viele Finanzexperten, wenn sie darüber sprechen, Dividenden ETFs zu kaufen. Regelmäßige Ausschüttungen und passive Einkommensströme mit wenig Aufwand: Klingt verlockend, oder?
Es gibt aber auch Schwächen, die oft nicht ausreichend beleuchtet werden. Ja, sie können Ihnen helfen, ein stabiles Einkommen aufzubauen. Doch wenn Sie nur auf die Dividendenrendite schauen, könnten Sie wichtige Aspekte wie Wachstum oder steuerliche Auswirkungen übersehen.
In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, ob es sich für Sie lohnt, Dividenden ETFs zu kaufen.
Streng genommen handelt es sich bei einem Dividenden-ETF um einen börsengehandelten Fonds, der Dividenden an seine Anleger ausschüttet. Das bedeutet, dass grundsätzlich auch ein breit gestreuter Welt-ETF, der die Erträge ausschüttet verfolgt, ein Dividenden-ETF ist.
Generell verstehen viele jedoch unter Dividenden-ETFs speziell solche Fonds, die gezielt in Unternehmen investieren, die eine regelmäßige Dividende zahlen.
Anders als klassische ETFs, die oft den gesamten Markt abbilden, fokussieren sich Dividenden-ETFs auf Unternehmen mit einer soliden Dividendenhistorie oder besonders hohen Dividendenrenditen.
Dividenden-ETFs funktionieren ähnlich wie andere ETFs: Sie bündeln eine Vielzahl von Aktien in einem einzigen Fonds. Was sie besonders macht, ist ihre Auswahlstrategie:
Manche Dividenden-ETFs wählen nur Unternehmen aus, die seit Jahren zuverlässig Dividenden zahlen und diese regelmäßig erhöhen (z. B. sogenannte Dividendenaristokraten).
Neben der Dividende ziehen manche Indizes zusätzliche Qualitätsmerkmale der Unternehmen in Betracht. Dazu könnten die Gewinn- und Umsatzentwicklung, der Cashflow und so weiter dazugehören.
Andere setzen auf Aktien mit besonders hoher Dividendenrendite – auch wenn diese manchmal mit einem höheren Risiko verbunden sind.
Dann gibt es ETFs, die mithilfe von Derivaten zusätzliche Erträge generieren und diese an die Anteilseigner ausschütten. Dazu gehören insbesondere Covered Call ETFs.
Ein Beispiel: Anleger, die den VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF kaufen, setzen auf einen Dividenden-ETF, der zusätzliche Qualitätsmerkmale berücksichtigt.
Ihr Charme liegt in der Einfachheit. Viele Anleger suchen nach passivem Einkommen, und regelmäßige Ausschüttungen sind eine greifbare Belohnung. Dazu kommt das Gefühl von Sicherheit: Unternehmen, die über Dekaden hinweg zuverlässig Dividenden zahlen, können ein Zeichen dafür sein, dass ein Unternehmen profitabel ist.
Doch hier kommt die erste Warnung: Eine hohe Dividendenrendite ist nicht automatisch ein gutes Zeichen. Oft bedeutet sie, dass der Kurs der Aktie stark gefallen ist – vielleicht, weil das Unternehmen Schwierigkeiten hat. Daher ist es wichtig, hinter die Zahlen zu schauen und die Strategie des ETFs genau zu verstehen.
Dividenden-ETFs bieten eine Vielzahl von Vorteilen, die sie für viele Anleger attraktiv machen. Hier sind einige der wichtigsten Vorteile im Detail:
Einen wesentlichen Vorteil, den wir hier nur am Rande kurz erwähnen möchten, ist der psychologische Vorteil. Für viele Anleger sind Dividenden greifbar und sie erhalten einen Zugang zu den Unternehmen. Wenn dieser Vorteil dazu führt, dass der Anleger im Laufe der Jahre mehr investiert als wenn er einen klassischen Welt-ETF hätte, dann kann der Anleger mit einem Dividenden-ETF eine größere persönliche Rendite einfahren.
Bei einem Homo oeconomicus spielt dieser Effekt keine Rolle. Aber wir sind Menschen, kein Homo oeconomicus.
So attraktiv Dividenden-ETFs auch sein mögen, es gibt einige Risiken und Nachteile, die Sie unbedingt beachten sollten:
Eine besonders hohe Dividendenrendite kann ein Zeichen dafür sein, dass der Aktienkurs stark gefallen ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. Ein hoher Dividendenertrag ist also nicht automatisch ein gutes Zeichen.
Andererseits sind hohe Dividendenrenditen nicht automatisch schlecht. Es gibt auch Unternehmen, die aufgrund ihrer Struktur eine hohe Dividende zahlen.
Geld, welches ein Unternehmen ausschüttet, steht nicht mehr für das Unternehmen zur Verfügung. Für Anleger, die auf langfristige Wertsteigerung setzen, könnten Dividenden-ETFs daher weniger attraktiv sein.
ividenden sind in vielen Ländern steuerpflichtig, was die Nettorendite für Anleger schmälert. Zudem fallen bei internationalen Dividenden oft Quellensteuern an, die sich kompliziert zurückfordern lassen. Dies sollten Sie unbedingt in Ihre Überlegungen einbeziehen, wenn Sie in Dividenden-ETFs investieren möchten.
Wenn Sie sich für die Investition in Dividenden-ETFs entscheiden, sollten Sie bei der Auswahl einige wichtige Kriterien berücksichtigen. Nicht jeder Dividenden-ETF passt zu jedem Anlegertyp, und es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds.
Achten Sie darauf, dass der ETF in Unternehmen investiert, die eine stabile und verlässliche Dividendenhistorie vorweisen können. Langfristig zuverlässige Dividendenzahler, wie die sogenannten Dividendenaristokraten, sind oft ein guter Anhaltspunkt für Qualität.
Die Gesamtkostenquote eines ETFs hat einen direkten Einfluss auf Ihre Rendite. Je geringer die laufenden Kosten, desto mehr bleibt von den Ausschüttungen und Kursgewinnen übrig. Vergleichen Sie daher die TER verschiedener Dividenden-ETFs.
Dividenden-ETFs unterscheiden sich auch hinsichtlich ihres regionalen oder branchenspezifischen Fokus. Einige ETFs investieren weltweit, andere konzentrieren sich auf bestimmte Regionen oder Sektoren. Überlegen Sie, welche Anlagestrategie zu Ihren Zielen passt und wie sich dies auf Ihre Diversifikation auswirkt.
Ein weiteres Kriterium ist die Liquidität oder auch die Größe des ETF. Bei Fonds, die nur ein geringes Fondsvolumen aufweisen, besteht die Gefahr, dass sie geschlossen werden.
Dividenden-ETFs sind nicht für jeden Anleger die richtige Wahl. Es gibt Situationen, in denen sich eine Investition in Dividenden-ETFs lohnt, und andere, in denen Alternativen sinnvoller sein könnten.
Um Ihnen eine Vorstellung davon zu geben, wie ein Dividenden-ETF-Portfolio aussehen könnte, möchten wir Ihnen ein einfaches Beispiel für Einsteiger vorstellen. Dieses Portfolio ist diversifiziert und soll eine stabile Grundlage für passives Einkommen schaffen.
Ein ETF wie der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield ETF (ISIN: IE00B8GKDB10) bietet eine breite globale Diversifikation. Gleichzeitig konzentriert sich der ETF auf Unternehmen mit hohen Dividendenrenditen.
Dieser ETF investiert weltweit in Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten, und bietet dadurch eine gute Basis für passive Einkommensströme. Im Prinzip wäre dieser eine ETF bereits ausreichend.
Doch an dieser Stelle können Anleger weitere oder andere ETFs in Betracht ziehen.
Speziell ETFs, die eine höhere Ausschüttung aufweisen, könnten zusätzlich ins Portfolio aufgenommen werden:
Natürlich sollte ein solches Portfolio regelmäßig überprüft und gegebenenfalls an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.
Spezielle Dividenden-ETFs wie der Global X Nasdaq 100 Covered Call ETF bieten Dividendenrenditen zwischen 10 und 12 % p. a. Doch diese ETFs sollten Sie sich nur ins Depot legen, wenn Sie mit den Mechanismen vertraut sind. Informieren Sie sich im Vorfeld gut darüber!
Dividenden-ETFs können eine hervorragende Möglichkeit sein, ein stabiles passives Einkommen zu generieren und dabei dennoch langfristig zu wachsen.
Es ist jedoch wichtig, sich nicht nur auf die Dividendenrendite zu fokussieren, sondern auch die Gesamtstrategie im Auge zu behalten.
Ein ausgewogenes Portfolio, das sowohl Dividenden- als auch Wachstumsaspekte berücksichtigt, kann langfristig die besten Ergebnisse erzielen.
Denken Sie daran, dass es bei der Geldanlage keine Einheitslösung gibt. Was für den einen Anleger ideal ist, kann für einen anderen weniger geeignet sein. Überlegen Sie also genau, was Ihre Ziele sind und wie viel Risiko Sie eingehen möchten.
Darauf aufbauend legen Sie fest, welche Rolle Dividenden-ETFs in Ihrem Gesamtportfolio spielen sollen. Mit einer durchdachten Strategie und regelmäßiger Überprüfung können Dividenden-ETFs eine wertvolle Ergänzung für Ihr passives Einkommen darstellen.

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