Medienkooperation

Hebel-ETFs handeln – Leverage ETFs im Wertpapierportfolio

Datum: 20.12.2024
Inhaltlich geprüft durch: Ruben Wunderlich
Wesentliche Punkte
  • Hebel-ETFs nutzen Derivate, um die Rendite eines Basisindex zu multiplizieren, was Anlegern die Möglichkeit gibt, stärker von Kursbewegungen zu profitieren als bei klassischen ETFs.
  • Starke Marktschwankungen können zu Verlusten führen, insbesondere in Seitwärtsmärkten, da die tägliche Anpassung des Hebels die Performance negativ beeinflussen kann.
  • Aufgrund der Volatilitätsrisiken und der täglichen Neuausrichtung des Hebels sind Hebel-ETFs besser für kurzfristige Handelsstrategien geeignet und erfordern erfahrene Anleger.

Hebel-ETFs: Chancen und Risiken für Privatanleger

Hebel-ETFs sind eine Anlageklasse, die gerade im Retail-Segment – sprich dem Privatanleger-Bereich – vielen Tradern immer noch vergleichsweise wenig bekannt sind. Ein Grund: Die Auswahl ist beispielsweise bei Hebel-ETFs auf den MSCI World für Anleger noch recht überschaubar. Was macht die Leverage-ETFs so besonders? Dahinter verbirgt sich eine Assetklasse, die im Vergleich zu einem herkömmlichen Exchange Traded Fund die Rendite multiplizieren will. Zu diesem Zweck bedienen sich Fondsgesellschaften dem Einsatz von Derivaten.

Hebel-ETFs/Leverage-ETFs – der Überblick:

  • Exchange Traded Funds, die über Derivate einen Hebel generieren
  • Höheres Renditepotenzial im Vergleich zu klassischen ETFs
  • Verlustrisiko bei hoher Volatilität (Volatility Decay)
  • Gut ausbalanciertes Risiko-Management erforderlich
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Was sind Hebel-ETFs?

Hebel-ETFs sind börsengehandelte Fonds, welche die tägliche Entwicklung eines Index multiplizieren. Diese Finanzinstrumente, die ETFs hebeln, bieten Anlegern die Möglichkeit, an den Kursbewegungen eines Basisindex – wie dem S&P 500, DAX oder Nasdaq-100 – verstärkt teilzuhaben. Der Hebel sorgt dafür, dass die tägliche Rendite des Index proportional vervielfacht wird.

Während klassische ETFs wie der J.P. Morgan Nasdaq Equity Premium Income einen Index abbilden und deren Wertentwicklung dem zugrunde liegenden Index folgt, setzen Hebel-ETFs Derivate wie Swaps ein. Damit wird die tägliche Kursbewegung verstärkt. Dieses Anlageprodukt wird inzwischen auch Privatanlegern mit einem bestimmten Risikoprofil zugänglich gemacht.

Aktuell ist die Auswahl an Leverage-ETFs am Markt im Vergleich zu klassischen Exchange Traded Funds überschaubar. Daraus ergeben sich für Anleger – neben den klassischen Investmentrisiken – besondere Herausforderungen. Die Anlageklasse der Hebel-ETFs richtet sich an Trader mit einem gewissen Know-how und Erfahrungen im Umgang mit Wertpapieren.

Wie funktionieren Hebel-ETFs?

Wer sich als Anleger für die Leverage-ETFs interessiert, muss sich zuerst mit deren Funktion beschäftigen. Für Börsenneulinge ist diese Anlageklasse nicht selten eine noch unbekannte Größe. Grundsätzlich basieren die Hebel-ETFs auf dem Einsatz von verschiedenen Finanzderivaten (diese Assets leiten ihren Wert von einem Basiswert ab).

Das Ziel: Über den Einsatz der Derivate wird es ermöglicht, die Rendite des ETFs auf einen Index zu verstärken. Im Handel treffen Sie dabei auf Assets mit einem Hebel von 2:1 oder 3:1. Dies führt dazu, dass die Kursbewegung des Indexwertes um den jeweiligen Faktor multipliziert wird. Wie erreichen die Anbieter der Hebel-ETFs diese Hebelwirkung? Emittenten nutzen in der Regel Swaps und andere derivative Finanzinstrumente, um die gewünschte Leverage abzubilden.

Wichtig: Der Hebel wird ausschließlich auf einer täglichen Basis eingesetzt. Damit wirkt der Leverage-Effekt auf die Kursbewegung des zugrunde liegenden Index nur für jeweils einen Handelstag. Nach dessen Ende wird der Hebel zurückgesetzt bzw. die Fondsgesellschaft richtet den Hebel jeden Tag neu aus. Ein Aspekt, den Sie als Anleger besonders für ein längerfristiges Investment in besonderer Weise berücksichtigen müssen. Es kann in diesem Zusammenhang zu einem sogenannten Compoundierungseffekt, der sich ähnlich einem Zinseszinseffekt verhält und sich bei hohen Marktschwankungen eher bemerkbar macht.

Wie sieht die Wirkung des Leverage-ETF in der Praxis aus? Sie investieren als Anleger in einen 2:1 Hebel-ETF auf den DAX.

  • Am ersten Tag steigt der DAX um zwei Prozent – der ETF legt um vier Prozent zu
  • Am zweiten Tag fällt der DAX um zwei Prozent – Der ETF verliert vier Prozent

Klingt im ersten Moment logisch und Börsenneulinge könnten jetzt denken, dass der Hebel-ETF wieder auf dem Ausgangsniveau ankommt. Tatsächlich ergibt sich aber ein vollkommen anderes Bild. Während der DAX nach Tag 1 bei 102 Prozent liegt, erreicht der Leverage-ETF 104 Prozent. Am zweiten Tag verliert der DAX zwei Prozent auf 99,96 Prozent – im Vergleich zum Startzeitpunkt. Der Hebel-ETF liegt bei 99,84 Prozent.

Nehmen wir jetzt an, dass sich der DAX nicht um zwei Prozent, sondern drei Prozent bewegt hat (in beide Richtungen). Nach Tag 2 verbuchen Sie mit dem gehebelten ETF einen Verlust von 0,76 Prozent.

Einfluss der Volatilität

Je stärker sich der Kurs des Basiswertes bewegt, desto höher werden Ihre Renditechancen mit dem Leverage-ETF – aber auch das Risiko, bei starken Marktschwankungen einen Verlust zu realisieren. Die Volatilität wird noch aus einem zweiten Grund zum Problem.

In seitwärts tendierenden Märkten kann die tägliche Anpassung zu schleichenden Verlusten führen, selbst wenn es im Kurs des zugrunde liegenden Indexwertes zu keinen deutlichen Kursveränderungen kommt. Kleine Rücksetzer, die in einem Seitwärtstrend immer wieder vorkommen, lösen eine Volatilitätsfalle aus.

Einen Verlust realisieren Anleger mit dem gehebelten ETF also auch dann, wenn der Index selbst durch die Marktschwankungen wieder auf seinem Ausgangsniveau ankommt. Greifen wir dazu wieder auf ein Beispiel zurück mit einem Hebel-ETF von 2:1.

Tag 1: Index steigt von 100 auf 102 (+2 Prozent)

  • Hebel-ETF: 100 auf 104 (+4 Prozent)

Tag 2: Index fällt von 102 auf 100 (-1,96 Prozent)

  • Hebel-ETF: 104 auf 99,92 (-3,88 Prozent)

Während der Basiswert also eine reine Seitwärtsbewegung ausführt, verlieren Sie als Anleger einen kleinen Teil des eingesetzten Kapitals. Wiederholt sich dieser Zyklus, akkumulieren Sie im Depot mit dem Leverage-ETF einen Verlust.

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An welche Zielgruppe richtet sich der Hebel-ETF?

Angesichts der besonderen Gestaltung, der ein Hebel-ETF unterworfen ist, stellt sich natürlich eine Frage: Für welche Zielgruppe ist das Anlageprodukt überhaupt interessant? Grundsätzlich erfordert das Trading mit Hebelprodukten immer eine gewisse Erfahrung im Wertpapierhandel – einerseits um die Chancen und Risiken der Leverage-ETFs auszuloten. Und auf der anderen Seite müssen Anleger ihre Risikostrategie anpassen, wenn mit gehebelten ETFs gehandelt wird.

Aufgrund der Volatilitätsfalle ist die Bewertung der Hebel-ETFs als langfristiges Investment schwierig. Anleger werden immer wieder Phasen erleben, in denen sich Kurse und Märkte eher zur Seite bewegen – was zu einer Akkumulation von Verlusten führt. Der Einsatz eines Hebel-ETFs bietet sich mit einer kurzfristigen Orientierung an, um über den Hebel von steigenden Wertentwicklungen am Markt zu profitieren.

Chancen von Hebel-ETFs

Hebel-ETFs haben eine besondere Eigenschaft: Sie verbinden die Eigenschaften der Exchange Traded Funds mit den Renditemöglichkeiten, die Finanzderivate als Hebelprodukte bieten. Damit bieten sie Anlegern die Möglichkeit, mit den Fonds auch an kurzfristigen Marktbewegungen zu partizipieren.

Der wahrscheinlich wichtigste Vorteil von Hebel-ETFs liegt in der Möglichkeit, mit einem deutlich geringeren Kapitaleinsatz Gewinne zu erzielen als im Vergleich zu einem Direktinvestment. Hier wirkt der Hebel als Verstärker, der die tägliche Kursentwicklung des zugrunde liegenden Indexwertes multipliziert. Wo stechen die Leverage-ETFs zusätzlich heraus?

▶️ Im Vergleich zu anderen Hebelprodukten weniger komplex:

Hebel-ETFs sind einfacher gestaltet als klassische Hebelprodukte wie Futures oder Optionen und werden damit auch für andere Zielgruppen in Frage. Leverage-ETFs können auch über ein reguläres Depot gehandelt werden.

▶️ Keine Marginanforderung:

Für klassische Hebelprodukte müssen Anleger Margin-Anforderungen sowohl zum Eröffnen einer Position als auch dem Offenhalten erfüllen. Bei einem Hebel-ETF, der von Emittenten als Anlageprodukt ausgegeben wird, entfällt diese in der Regel. Damit entsteht auch eine deutlich klarere Kostenstruktur.

▶️ Mit Short-Hebel-ETFs auf fallende Märkte setzen:

Im Verständnis vieler Anleger bieten ETFs nur eine Rendite, wenn sich die Märkte nach oben bewegen. Mit einem Short Leverage-ETF können Anleger allerdings auch auf einen fallenden Markt setzen, was für den Aufbau einer umfassenden Anlagestrategie besonders wichtig ist.

Grundsätzlich sind Hebel-ETFs vielseitige Werkzeuge, mit denen Anleger die Vorteile der Exchange Traded Funds ausnutzen, gleichzeitig aber auch ein hohes Renditepotenzial realisieren. Mit den richtigen Werkzeugen können Sie auf steigende oder fallende Kurse setzen und so Marktchancen effizient ausnutzen.

Risiken von Hebel-ETFs

Leverage-ETFs bieten Anlegern attraktive Gewinnchancen, dürfen aber vom Standpunkt der Wertpapieranlagensicherheit nicht unterschätzt werden. Hebel-ETFs umfassen Risiken, die Sie als Anleger verstehen müssen. Diese Risiken stehen in einer direkten Verbindung mit dem Hebelmechanismus.

1️⃣ Hohes Verlustrisiko:

Hebel-ETFs wenden Hebel an, um die Rendite im Vergleich zum Basiswert und ungehebelten Fonds zu multiplizieren. Wie die Rechenbeispiele sehr deutlich unterstreichen, ergibt sich daraus ein Verlustrisiko, mit dem Sie als Anleger im Alltag umgehen müssen.

2️⃣ Volatilitätsrisiko:

Gerade im Fall stabiler Seitwärtstrend macht sich die tägliche Anpassung der Hebel und deren Einfluss auf die Rendite deutlich bemerkbar. Als Trader ist es Ihre Aufgabe, mit diesem Verlustrisiko durch eine angepasste Anlagestrategie umzugehen.

3️⃣ Höhere TER als andere ETFs:

Im direkten Vergleich mit anderen Exchange Traded Funds ist die Gesamtkostenquote der Leverage-ETFs höher, was die Profitabilität des Investments durchaus beeinflusst.

4️⃣ Nachbildung des ETFs:

Ein wesentliches Merkmal der ETFs ist die Nachbildung des zugrunde liegenden Index. Im Zusammenhang mit gehebelten Fonds kann es passieren, dass der Index nicht komplett nachgebildet wird. Hinzu kommt das Risiko aus den verwendeten Finanzderivaten, was auf der Anlegerseite unbedingt zu berücksichtigen ist.

5️⃣ Angebot bei den Hebel-ETFs:

Leverage-ETFs sind ein Anlageprodukt, das bisher in Deutschland eine noch untergeordnete Rolle spielt. Die übersichtliche Auswahl an Handelsmöglichkeiten hat eine wichtige Auswirkung. Als Anleger können Sie das Investment nur sehr eingeschränkt diversifizieren. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, den Anteil der Hebel-ETFs mit der allgemeinen Risikostrategie angemessen auszubalancieren.

Letztlich sprechen ETFs mit Hebel Anleger an, die damit nicht unbedingt eine langfristige Anlagestrategien verbinden, sondern die Hebelprodukte eher als Beimischung zum Portfolio ansehen. Aufgrund der verschiedenen Effekte sind Leverage-ETFs ein Instrument, das Sie eher für ein kurzfristiges Investment einsetzen.

Hebel-ETFs: Strategien für den Einsatz

Die gehebelten ETFs bieten Potenzial, bringen aber auch gewisse Risiken mit sich. Als Anleger müssen Sie daher eine klare Vorstellung davon haben, wie die Fonds in die Anlagestrategie eingefasst werden. Als spezialisierte Finanzinstrumente sind die Leverage-ETFs nicht für jeden Anlegertyp geeignet. Was sollten Anleger bei deren Einsatz beachten?

Hebel-ETFs Strategie – kurzfristig traden statt langfristig investieren

Der hauptsächliche Vorteil der ETFs mit Hebel macht sich bei Long- oder Short-Positionen durch die Marktbewegung bemerkbar. Da sich die Börsen zyklisch bewegen, eignen sich die ETFs eher als Beimischung mit kurzfristiger Orientierung im Depot. Dank der Möglichkeit, einen Long-Leverage-ETF einzusetzen, realisieren Sie einen Rendite in steigenden Märkten. Mit den Short-Hebel-ETFs bieten fallende Märkte ein Gewinnpotenzial. Angesichts der Herausforderungen, die mit den ETFs im Zusammenhang stehen, richtet sich diese Assetklasse eher an erfahrene Anleger mit einer entsprechend eingestellten Risikostrategie.

Tipps für die Einbindung der Hebel-ETFs in die Anlagestrategie

Hebelprodukte werden gerade in extremen Marktsituationen zu einem Risiko. Kommt es zu einem Flash-Crash, in dessen Fahrwasser die Märkte innerhalb weniger Tage um 50 Prozent bis 60 Prozent realisieren, kann ein Leverage-ETF sehr schnell einen hohen Kapitalverlust aus dem Einsatz des Hebels realisieren. Als Anleger müssen Sie verstehen, dass der Hebel immer in beide Richtungen wirkt. Daraus ergeben sich einige sehr praktische Tipps für das Investment, um Verluste zu verringern und ein adäquates Risikomanagement aufzubauen.

  • Eine umfassende Risikoanalyse durchführen und den Kapitaleinsatz auf das Gesamtportfolio anpassen, um Verluste nicht auf das Gesamtkapital übergreifen zu lassen.
  • Um im Handel das Risikomanagement zu automatisieren, lässt sich mit Stop-Loss-Orders arbeiten, die beim Eintreten eines festgelegten Verlustes die Positionen streicht.
  • Da die Performance der ETFs mit Hebel von der Anpassung des Leverage-Effekts abhängt, ist eine tägliche Überwachung der Positionen zu empfehlen.
  • Der Einsatz von gehebelten Produkten setzt immer voraus, dass Anleger ihr Portfolio diversifizieren, um das Risiko über verschiedene Anlagen hinweg zu streuen.
  • Die Marktvolatilität beeinflusst die Rendite der Leverage-ETFs, weshalb Anleger gerade in sehr stark schwankenden Märkten eher zurückhaltend agieren sollten.

Anleger müssen an dieser Stelle die grundlegende Zielsetzung der Hebel-ETFs immer im Hinterkopf behalten. Es handelt sich letztlich um eine Wette auf bestimmte Marktphasen, die ihr Renditepotenzial durch Aufwärts- und Abwärtstrends realisieren.

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Hebel-ETFs im Vergleich zu anderen Hebelprodukten

Leverage-ETFs sind ein Hebelprodukt. Wie stehen die Fonds im Vergleich zu anderen Hebelprodukten, wie Optionsscheinen, Futures und CFDs da? Im direkten Vergleich zu Optionsscheinen haben die ETFs den Vorteil einer geringeren Komplexität, da die Hebelprodukte leichter zu verstehen sind. Anders als die Optionsscheine hängen die ETFs nicht an Faktoren wie der Restlaufzeit oder dem Zeitwertverlust. Auf der anderen Seite realisieren Leverage-ETFs keinen so hohen Hebel und sind in sehr volatilen Phasen weniger flexibel.

In Bezug auf den Vergleich zwischen Hebel-ETFs und Futures schneiden Terminkontrakte (die eine Kauf- oder Verkaufspflicht zum festgelegten Zeitpunkt beinhalten) durch den konstanten Hebel besser ab. Dieser wird nicht täglich neu angepasst, sondern bleibt über die Laufzeit bestehen. Parallel setzen Anleger auf Futures auch aufgrund der Kostenstruktur, die effizienter und günstiger als im Vergleich zu den ETFs ausfallen kann. Nachteilig entwickelt sich allerdings der Margineffekt, dem die Futures als Sicherheitsleistung unterliegen. Gerade bei sehr starken Marktbewegung kann dies zum Risiko werden und einen Margin Call auslösen.

CFDs als Alternativen im Vergleich

Ein weiteres Hebelprodukt, mit dem sich Leverage-ETFs vergleichen lassen müssen, sind CFDs bzw. Contracts for Difference. Diese sind so aufgebaut, dass deren Kursentwicklung an den Kurs eines Basiswertes gekoppelt ist. Als Anleger eröffnen Sie eine Position auf steigende oder fallende Kurse für Aktien, Anleihen, Währungen oder Rohstoffe. Im Vergleich zu Leverage-ETFs sind die Hebel bei CFDs wesentlich höher. Parallel lassen sich Differenzkontrakte sehr flexibel in verschiedenen Marktszenarien einsetzen. Allerdings haben CFDs Nachteile, wie die Haltekosten (Overnight-Finanzierung, wenn Positionen zum Handelsschluss nicht glattgestellt sind). Und natürlich darf bei den CFDs das Risiko durch den Hebel nicht unterschätzt werden.

Im Vergleich mit den verschiedenen Hebelprodukten kristallisiert sich für die Hebel-ETFs heraus, dass sie eine einfachere Struktur mitbringen, was Börseneinsteiger als positiv empfinden. Damit werden die ETFs für Privatanleger leichter zugänglich. Parallel entfällt an dieser Stelle eine Marginpflicht, weshalb Hebel-ETFs auch über ein herkömmliches Depot handelbar sind. Demgegenüber steht allerdings die Tatsache, dass die ETFs nicht so flexibel auf Schwankungen reagieren und sie damit auch nicht in jede Anlagestrategie passen.

Fazit: Mehr Rendite mit Hebel-ETFs generieren

Hebel-ETFs sind eine für den Privatanleger noch vergleichsweise unbekannte Anlageklasse, die auf die Vorteile der Exchange Traded Funds und die Renditechancen von Derivaten setzt. Mit deren Hilfe erreichen die ETFs eine höhere Rendite, da die Kursänderung multipliziert wird. Allerdings haben die Leverage-ETFs nicht nur den Vorteil, leichter strukturiert und verstehen zu sein. Bei starken Volatilitäten ergeben sich für die Hebel-ETFs Verlustrisiken. Die Anlageklasse der Leverage-ETFs ist daher Anlegern mit einer gewissen Erfahrung zu empfehlen – was auch für andere Assets, wie den JPM Nasdaq Equity Premium Income ETF als hybriden ETF gilt.

Hebel-ETFs/Leverage-ETFs – Häufige Fragen und Antworten

✔️ Sind gehebelte ETFs eine Alternative zu hybriden ETFs?

In den letzten Jahren haben verschiedene Emittenten, wie J.P. Morgan Asset Management mit Fonds wie dem J.P. Morgan Global Equity Premium Income auf eine hybride Strategie gesetzt, die den Optionshandel einbindet. Dieser Ansatz ist allerdings nicht mit den Mechanismen hinter Hebel-ETFs vergleichbar.

📊 Muss ich mich für Hebel-ETFs mit der technischen Analyse beschäftigen?

Da die Hebel-ETFs auf Marktschwankungen mit Verlusten reagieren, sollten Sie als Anleger sehr genau wissen, wann dieses Anlageinstrument ein Renditepotenzial realisieren kann. Sie können die ETFs als Asset für ein kurzfristiges Investment einsetzen, müssen dazu aber nach Handelssignalen suchen .

➕ Lohnt sich ein Hebel-ETF Sparplan für mich?

Anleger nutzen ETFs auf Indizes wie den MSCI World ex-USA auch für den Vermögensaufbau mit kleinen Sparraten als Sparplan. Da die Hebel-ETFs eher als kurzfristiges Investment interessant sind, passt die Strategie nicht in Sparpläne.

⚖️ Zahle ich auf meine Erträge Abgeltungssteuer?

Hier ist der Sitz Ihres Brokers entscheidend. Sofern dieser einen Geschäftssitz in Deutschland hat, wird auf Auszahlungen die Abgeltungssteuer erhoben. Sofern Ihnen Gewinne bei einem Broker im Ausland zufließen, greifen die Steuergesetze im Ausland.

▶️ Kann ich Hebel-ETFs bei allen Brokern handeln?

Prinzipiell ist diese Frage nicht pauschal zu beantworten. Sie müssen als Anleger das Handelsangebot der einzelnen Broker vergleichen und überprüfen, welche der Hebel-ETFs in der Liste zum Portfolio der Wertpapierbroker eine Rolle spielen.

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