

Eine Investition in einen Japan ETF bedeutet auch, von den Entwicklungen einer der größten Volkswirtschaften überhaupt profitieren zu können. Aber gibt es hier überhaupt wirtschaftliche Entwicklungen, die sich lohnen?
Gerade in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass der Yen eher den Wertverlust mit sich bringt. Vor allem im Vergleich zum Euro ist der japanische Yen starken Schwankungen unterlegen. Das wirkt sich auch auf die Rendite der Anleger aus. Wir sehen uns an, wann eine Investition in einen Japan ETF sinnvoll sein kann.
Noch vor einiger Zeit hieß es, dass eine Investition in japanische Aktien eigentlich nur Verluste mit sich bringen kann. Mit dem Jahr 2023 hat sich die Richtung doch geändert. Der Nikkei 225, der japanische Leitindex, gibt hier einen guten Anhaltspunkt. 2023 konnte der Leitindex eine Steigerung von immerhin 28 % vorweisen. Auch im Jahr 2024 ging der Trend wieder nach oben. Für viele Anleger war das aber noch kein ausreichendes Zeichen dafür, wieder die Investments in japanische Aktien oder ETFs aufzunehmen.
Analysten haben sich mit der Frage beschäftigt, ob es sich nur um einen kurzfristigen Anstieg handelt oder ob möglicherweise mit einer umfassenden Veränderung am japanischen Aktienmarkt zu rechnen ist.
Gründe dafür, dass diese Veränderungen jetzt eintreten und auch möglicherweise weitergehen können, sehen Experten vor allem in den folgenden Punkten:
Gerade in Bezug auf die Rückkäufe sehen Experten die Entwicklung positiv. Sie gehen davon aus, dass japanische Unternehmen zunehmend mehr Einfluss in Bezug auf die Preissetzung gewinnen. Dadurch steigen die Gewinnmargen und damit profitieren auch die Anleger.
Dennoch bleibt die Sorge, dass die japanischen Aktien wieder den Rückwärtsgang einlegen. Auch wenn es aktuell dafür keine Hinweise gibt, sollten Sie als Anleger den Blick auf die Entwicklungen richten und bereit sein, einen möglichen Kursrückgang aussitzen zu wollen.
Tatsächlich sind die derzeitigen Entwicklungen für Anleger gar keine so große Überraschung. Fehlentwicklungen pflastern die Geschichte des japanischen Leitindexes, der sein Allzeithoch von 38.957 Punkten von 1989 bis heute nicht wieder erreichen konnte.
Warum soll es also jetzt anders sein? Auf diese Frage haben Experten ebenfalls eine Antwort. So geben sie an, dass Reformen für eine deutliche Stärkung des Aktienmarktes sorgen, die auch nachhaltig ist. Sie verweisen darauf, dass die Währung des japanischen Yen zunehmend wettbewerbsfähiger wird. Nicht zu verachten ist auch, dass die Gesellschaft in Japan einen interessanten Wandel durchläuft, der unter anderem auch das Konsumverhalten beeinflusst.
Wir haben schon einige Punkte genannt, die ein Hinweis darauf sind, dass eine Investition in einen Japan ETF sinnvoll sein kann, wenn Sie Geduld und auch Nervenstärke mitbringen. Für eine noch bessere Einschätzung, ob Sie lieber den MSCI World ETF kaufen oder Japan eine Chance geben möchten, haben wir die Faktoren zusammengetragen, die derzeit einen starken Einfluss auf die Entwicklung des japanischen Aktienmarktes nehmen.
Der erste Blick geht auf das Wirtschaftswachstum. Hier zeigt sich in den vergangenen Jahren ein deutliches Wachstum. Dies hängt letztendlich auch damit zusammen, dass in Japan die Inflation in Bezug auf die Preise von Produkten ihr Tribut zollt. Auch hier sind die Preise gestiegen. Die Menschen zahlen höhere Preise und bringen damit die Wirtschaft wieder in Schwung. Gleichzeitig hat Japan ein Problem mit einer alternden Bevölkerung. Hier bleiben also Unsicherheiten bestehen, inwieweit sich das Wirtschaftswachstum dauerhaft positiv entwickelt.
Nach wie vor sind japanische Aktien, im Vergleich zu Wertpapieren aus den USA oder Europa, deutlich günstiger und werden dementsprechend von Anlegern in größeren Mengen für eine Aufstockung genutzt. Die derzeitigen Erwartungen darüber, dass sich der japanische Wirtschaftsmarkt erholen wird, sind nicht zu unterschätzen. Käufe von Anlegern – nicht nur aus dem privaten Bereich – geben dem Aktienmarkt Schwung und bringen Bewegung in die Kurse.
Ebenfalls interessant zu wissen ist, dass bereits im Jahr 2022 zunehmend Aktionärsanträge in Japan verzeichnet wurden. Diese haben einen Einfluss auf mögliche Rückkäufe und Übernahmen von Unternehmen. Die Aktienrückkaufprogramme sind verheißungsvoll, da Anleger von attraktiven Dividenden ausgehen. Gleichzeitig sorgt der Investorenaktivismus dafür, dass viele Unternehmen sich neu aufstellen und umstrukturieren müssen. Dies stärkt das Vertrauen der Anleger in die japanischen Unternehmen und damit wird auch das Interesse an Investitionen erhöht. Hier erfahren Unternehmen auch eine deutliche Unterstützung durch die japanische Regierung, die ein starkes Interesse daran hat, das Wirtschaftswachstum zu fördern und die Währung wieder in eine positive Richtung zu treiben.
Einfluss auf die Unternehmen nimmt auch die japanische Börse. Diese hat schon in der Vergangenheit damit begonnen, die Anforderungen zu erhöhen, wenn es darum geht, an der Börse gelistet zu werden. Unternehmen, die bisher keine Schwierigkeit damit hatten, die relativ leichten Anforderungen zu erfüllen, sehen sich jetzt in der Verantwortung für Veränderungen. Der Streubesitz muss nun einen Mindestwert erreichen. Unternehmen sind verpflichtet aufzuzeigen, wie sie ihren eigenen Wert steigern möchten.
In Japan war es lange Zeit nicht weit verbreitet, sein Sparguthaben an der Börse zu investieren. Im Jahr 2022 lag der Anteil am japanischen Haushaltsvermögen, das in Aktien investiert wurde, gerade einmal bei 13 %. In den USA war er zu diesem Zeitpunkt mehr als dreimal so hoch. Das möchte die japanische Regierung ändern und hat Steuervorteile ins Leben gerufen. Dazu kommt, dass der japanische Yen an Stärke gewinnt.
Schon im Jahr 2022 wurde durch Experten die Information herausgegeben, dass sich das Stimmungsbild gegenüber Investitionen am japanischen Aktienmarkt positiv geändert hat. Das ruft internationale Anleger auf den Plan. Die hier genannten Faktoren sorgen dafür, dass die Präferenz für den Kauf von japanischen Wertpapieren wieder zunimmt. Gleichzeitig wirkt die Entwicklung nicht zu euphorisch, sondern bleibt solide. Auch hier wird das Vertrauen in die japanische Wirtschaft und den Aktienmarkt verbessert.
Wir haben schon darauf verwiesen, dass der Yen noch immer als eine schwache Währung gilt. In dem Zusammenhang möchten wir auf die Währungssicherung bei Japan-ETFs eingehen. Bis zum Jahr 1990 haben Anleger alles dafür gegeben, dass sie am blühenden Aktienmarkt von Japan investieren konnten. Schon damals gab es den einen oder anderen Experten, der von Überbewertung sprach. Allerdings kam das bei den Anlegern nicht gut an und wurde ignoriert. Als der Nikkei 225 dann den Weg nach unten in Angriff nahm, wurden viele Anleger davon überrascht. Rund 77 Prozent Verlust wurden gemacht und das traf viele Investoren hart. Daher ist es kaum verwunderlich, dass die Unsicherheit bei den Investitionen zum jetzigen Zeitpunkt hoch ist.
Bei der Investition in einen Japan ETF möchten Sie die Sicherheit nutzen, die eine breite Diversifizierung mit sich bringt. Das war auch schon zur damaligen Zeit eine sinnvolle Entscheidung, denn der Nikkei 225 hat sich, trotz der Veränderungen bei der japanischen Wirtschaft, lange nicht vom MSCI World auf der Chartliste verabschiedet. Dies bedeutet, dass die Dividenden für Anleger in Fonds und ETFs gar keinen so großen Absturz mit sich brachten. Auch zum Zeitpunkt, als der Nikkei 225 dann nicht mehr parallel zum MSCI World verlieft, war das kein Zeichen dafür, dass in Japan die Wirtschaft nicht mehr gut funktioniert.
Gerade durch den schwachen Yen haben viele Unternehmen hervorragende Geschäfte im Export erzielen können. Gerade Anleger aus der Euro-Zone haben aber das Problem, dass der japanische Yen zum Euro deutlich abgewertet wurde. Dadurch sind Investitionen in Japan für diese Anleger häufig mit höheren Kosten verbunden. Doch wie kann die Währungssicherung an dieser Stelle helfen?
Die Investition in einen Japan ETF kann sowohl mit als auch ohne eine Währungssicherung erfolgen. Beim Hedging wird das bestehende Risiko durch die schlechte Bewertung der Yen zumindest etwas reduziert. Dies erkennen Sie auch, wenn Sie sich die Chart-Vergleiche von ETFs mit und ohne Währungssicherung ansehen. Gerade durch die Abwertung, die der Yen erfahren hat, konnte die gesicherte Fonds-Variante eher überzeugen. Allerdings zeigt ein Blick in die Vergangenheit auch, dass eine Währungssicherung keine umfassende Sicherheit verspricht.
Auch hier kann es passieren, dass die nicht gesicherten Fonds mehr Rendite mit sich bringen. Experten geben an, dass bei einer breiten Streuung, wie sie auch bei einem Japan ETF erfolgt, eine Währungssicherung nicht unbedingt notwendig ist. Hier müssen Sie aber abwägen, welche Strategie Sie gern in Angriff nehmen möchten. Währungssicherungen können die Kosten für den ETF in die Höhe treiben.
Wollen Sie wissen, welcher als bester Japan ETF überzeugen kann, sollten Sie nicht nach ETFs mit dem Nikkei 225 als Grundlage schauen. Auch wenn es sich eigentlich um den wichtigsten Index aus Japan handelt, so ist dieser preisgewichtet. Besser ist es nach ETFs zu schauen, die den MSCI Japan oder den Topix als Basis haben. Such der Solactive Japan eignet sich besser. Hier haben Sie eine breitere Diversifikation und damit ein geringeres Risiko.
Wir haben jetzt einen umfassenden Einblick in die Entwicklung des Börsenmarktes von Japan gegeben und auch aufgezeigt, dass hier Chancen für ein Wirtschaftswachstum liegen, auch wenn Japan die letzten Jahre bei Anlegern nicht die erste Wahl war. Damit Sie noch einfacher entscheiden können, welchen Japan ETF Sie wählen oder ob Sie doch lieber einen klassischen FTSE All World ETF kaufen wollen, haben wir noch einen Überblick über die Vor- und Nachteile.
Um einen guten Vergleich der Japan ETFs durchführen zu können, sollten Sie die Indizes kennen, die den Aktienmarkt des Landes abbilden. In der folgenden Zusammenfassung erfahren Sie wichtige Informationen, die eine Entscheidung bei der Suche nach einem ETF erleichtern können:
Auf der Grundlage vom MSCI Japan stehen mehr als zehn ETFs zur Verfügung. Es handelt sich um einen Index, bei dem die Gewichtung der Unternehmen nach deren Marktkapitalisierung erfolgt. Insgesamt finden Sie in diesem Index 85 % der mittleren und großen Unternehmen aus Japan. Über 200 Aktien sind vertreten.
Auch hier geht es nach Marktkapitalisierung, allerdings bildet der Index über 1.000 Aktien ab und damit auch 99 % des Marktes in Japan. Hier sind ebenso Small Caps enthalten. Allerdings gibt es derzeit nur zwei ETFs mit dem MSCI IMI als Basis.
Hier haben wir bereits auf die Besonderheit hingewiesen, dass es sich um einen preisgewichteten Index handelt. Der Nikkei wird als Leitindex angesehen und bildet 225 Aktien ab. Auch auf Basis dieses Indizes können Sie aus ETFs wählen.
Noch größer als der IMI ist der Topix. Hier werden die Unternehmen auch nach Marktkapitalisierung gewichtet. Enthalten sind kleine, mittlere und große Unternehmen. Insgesamt erfolgt die Abbildung von über 2.100 Aktien.
Abgebildet wird in diesem Index eine Größe von 98 % in Hinblick auf den Aktienmarkt in Japan. Die Marktkapitalisierung ist auch hier die Basis für die Gewichtung. Mehr als 500 Aktien werden abgebildet.
Den Abschluss bildet der Solactive ETF mit der Abbildung von rund 300 Aktien.
Wir sagen ganz klar, dass Sie als Anleger für sich entscheiden müssen, in welchen Japan ETF Sie investieren möchten. Im Rahmen unserer Recherchen haben wir uns ein Bild von den derzeitigen Entwicklungen gemacht. Dabei haben wir festgestellt, dass zwei ETFs besonders in unseren Fokus gerückt sind:
Der Aktienmarkt von Japan ist umfassend. Möchten Sie hier investieren, ist ein Japan ETF eine gute Basis. Sie profitieren von einer breiten Diversifikation und einer derzeitigen günstigen Gesamtkostenquote. Gleichzeitig haben Sie so die Möglichkeit, ein Klumpenrisiko in Ihrem Depot zu senken, wenn Sie sonst eher im Bereich USA und Europa investieren.
Da der Leitindex von Japan preisgewichtet ist, eignet er sich weniger als Grundlage für einen ETF. Bewährt haben sich dagegen der MSCI Japan oder auch der Topix.
Die Gewichtung von Japan im MSCI World ist mit 6 % sehr hoch. Höher liegt nur die Gewichtung der USA. Zum Beispiel, wenn Sie den Xtrackers Artificial Intelligence and Big Data ETF kaufen, haben Sie einen guten ETF mit dem Fokus auf einem wichtigen Bereich in der Technologie-Branche und profitieren von den starken US-Aktien.
Die Frage können wir nicht allgemein beantworten. Hier kommt es darauf an, welche Strategie Sie verfolgen. Der iShares Core MSCI Japan IMI und der Amundi MSCI Japan gehören allerdings zu den beliebtesten Japan ETFs .

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