

Die globale Energiewende hin zu nachhaltigen und umweltfreundlichen Alternativen hat das Interesse an Wasserstoff als sauberer Energieträger geweckt. Wasserstoff, als das häufigste Element im Universum, bietet enormes Potenzial, fossile Brennstoffe zu ersetzen und eine kohlenstoffarme Zukunft zu fördern. Doch wie kann man als Anleger von diesem Trend profitieren? Eine Möglichkeit wäre, dass Anleger einen Wasserstoff ETF kaufen.
In diesem Artikel beleuchten wir die Chancen und Risiken dieser Investitionsform und geben einen kurzen Überblick über den ETF-Markt. Denn so einleuchtend die Argumente für Wasserstoff einleitend auch klingen mögen, gibt es auch einige gravierende Nachteile.
Wasserstoff ETFs sind börsengehandelte Fonds, die sich auf Unternehmen im Bereich der Wasserstofftechnologie konzentrieren. Diese ETFs basieren in der Regel auf spezifischen Indizes, die eine Auswahl von Aktien abbilden, die im Wasserstoffsektor tätig sind.
Jeder ETF bildet also einen bestimmten Index nach, der die Performance einer Gruppe von Wasserstoffunternehmen misst.
Anders als beispielsweise, wenn ein Anleger einen Gold ETF kauft, investiert der Anleger hier nicht direkt in den Rohstoff, sondern in Unternehmen, die mit Wasserstoff zu tun haben.
Diese Indizes können sich in ihrer Zusammensetzung und ihrem Fokus unterscheiden, was bedeutet, dass nicht alle Wasserstoff ETFs identisch sind.
Ein wichtiger Aspekt bei Wasserstoff ETFs ist, dass sie eine Diversifikation innerhalb des Sektors bieten. Da der Wasserstoffmarkt noch jung und volatil ist, können einzelne Unternehmen starken Schwankungen unterliegen. Durch die Abbildung eines breiten Indexes verteilen Wasserstoff ETFs das Risiko auf mehrere Unternehmen.
Allerdings variiert die Zusammensetzung dieser Indizes stark: Einige fokussieren sich auf Unternehmen, die in der Produktion und Verteilung von Wasserstoff tätig sind, während andere sich auf die Herstellung von Brennstoffzellen oder die Infrastruktur konzentrieren.
Für Anleger, die in grüne Aktien investieren möchten, bieten Wasserstoff ETFs eine Möglichkeit, sich im Bereich erneuerbarer Energien zu engagieren. Der Markt dafür ist noch relativ jung, aber Anleger können bereits einige Wasserstoff ETF kaufen:
| ▶️ Name | 🔢 ISIN | 📝 TER | 📊 Top-10 | ➕ Beschreibung |
|---|---|---|---|---|
| L&G Hydrogen Economy | IE00BMYDM794 | 0,49 % | 54 % | Globaler ETF, der in Unternehmen investiert, die entlang der gesamten Wasserstoffwertschöpfungskette tätig sind. |
| VanEck Vectors Hydrogen Economy | IE00BMDH1538 | 0,55 % | 81 % | Fokussiert sich auf Unternehmen, die in die Entwicklung und Nutzung von Wasserstoff als Energieträger involviert sind. |
| Amundi Global Hydrogen ESG Screened | FR0010930644 | 0,45 % | 49 % | Fokus auf Wasserstoff-Unternehmen aus der ganzen Welt mit ESG-Filter. |
| BNP Paribas Easy ECPI Global Hydrogen ESG Economic | LU2365458145 | 0,30 % | 32 % | Bietet Zugang zu Unternehmen aus aller Welt, die auf dem Gebiet der nachhaltigen Nutzung von Wasserstoffressourcen führend sind. |
Die Unterschiede zwischen den Wasserstoff ETFs liegen hauptsächlich in den folgenden Bereichen:
Einige ETFs investieren weltweit, während andere sich auf spezifische Regionen konzentrieren, wie Nordamerika, Europa oder Asien. Diese regionale Fokussierung kann sich auf die Risikostruktur und das Wachstumspotenzial auswirken.
Einige Wasserstoff ETFs konzentrieren sich ausschließlich auf reine Wasserstoffunternehmen, während andere auch Unternehmen einbeziehen, die lediglich einen Teil ihres Geschäftsmodells auf Wasserstofftechnologien ausrichten. So kann der Anteil an Unternehmen, die sich mit Wasserstoffproduktion, -speicherung oder -nutzung beschäftigen, variieren.
Die Auswahlkriterien und Gewichtungsmethoden der zugrunde liegenden Indizes unterscheiden sich. Einige Indizes gewichten Unternehmen nach Marktkapitalisierung, während andere eine gleich gewichtete Methode verwenden oder bestimmte ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) einbeziehen.
Diese Unterschiede können erhebliche Auswirkungen auf die Performance der ETFs haben. Ein Wasserstoff ETF mit starkem Fokus auf innovative, aber risikoreiche Start-ups kann sich anders entwickeln als ein ETF, der überwiegend etablierte Konzerne mit stabilerem Geschäftsmodell enthält.
Insbesondere bei ETFs, bei denen die enthaltenen Unternehmen nur rudimentär etwas mit Wasserstoff zu tun haben, müssen sich Anleger bewusst sein, dass die Aktienkurse dieser Unternehmen durch andere Faktoren bestimmt werden.
Zudem ist die Konzentration bei einigen Fonds auch sehr hoch. So kann es sein, dass die Top-10 Positionen mitunter über 80 % des Fondsvolumens ausmachen. Damit erreichen Anleger kaum noch eine sinnvolle Diversifizierung.
Anleger, die einen solchen ETF kaufen möchten, sollten daher die Zusammensetzung und die Gewichtung der einzelnen ETFs genau prüfen, um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen.
Nur Anleger, die eine klare Meinung zu dieser Branche haben und sich der Risiken bewusst sind, sollten überhaupt in Erwägung ziehen, einen Wasserstoff ETF zu kaufen. Wir möchten jedoch einige Gründe anführen, wann das Kaufen eines Wasserstoff ETF im Einzelfall sinnvoll sein kann.
Wasserstoff wird als Schlüsselkomponente der Energiewende angesehen. Seine Fähigkeit, Energie ohne CO₂-Emissionen zu erzeugen, macht ihn attraktiv.
Unternehmen und Regierungen weltweit investieren Milliarden in die Entwicklung von Wasserstofftechnologien. Laut dem Hydrogen Council könnte der globale Wasserstoffmarkt bis 2050 einen jährlichen Umsatz von 3 Billionen US-Dollar erreichen.
Investoren sehen in Wasserstoff nicht nur eine nachhaltige, sondern auch eine zukunftssichere Investitionsmöglichkeit.
Der Markt bietet Potenzial für langfristiges Wachstum, insbesondere da der Einsatz von Wasserstoff in Branchen wie Verkehr, Industrie und Stromerzeugung stetig zunimmt.
Wie jede Investition birgt auch der Kauf von Wasserstoff ETFs Risiken. Der Wasserstoffsektor ist stark von politischen Entscheidungen und regulatorischen Rahmenbedingungen abhängig. Eine Änderung der Subventionspolitik oder strengere Regulierungen könnten die Wachstumsaussichten beeinträchtigen.
Ein weiterer Risikofaktor ist die Technologie selbst. Die Wasserstoffproduktion, vorwiegend die Herstellung von grünem Wasserstoff, ist derzeit noch kostspielig und energieintensiv. Fortschritte in der Technologie und Skaleneffekte könnten diese Kosten jedoch senken und den Markt attraktiver machen.
Dennoch bieten Wasserstoff ETFs auch erhebliche Chancen. Die wachsende Unterstützung durch Regierungen weltweit, der steigende Bedarf an sauberen Energielösungen und die zunehmende Akzeptanz von Wasserstofftechnologien in verschiedenen Industrien bieten Potenzial für überdurchschnittliches Wachstum.
Für Anleger, die in Wasserstoff ETFs investieren möchten, ist es wichtig, eine fundierte Anlagestrategie zu entwickeln. Zunächst sollte der Anleger sich über die eigene Risikobereitschaft und die Anlageziele im Klaren sein.
Da der Wasserstoffmarkt noch in den Kinderschuhen steckt, ist mit einer höheren Volatilität zu rechnen. Eine langfristige Anlagestrategie kann helfen, kurzfristige Marktschwankungen auszugleichen.
Anleger, die Wasserstoff ETF kaufen, sollten diesen nur als einen kleinen Teil ihres Gesamtportfolios ansehen. Ein Wasserstoff ETF ist kein klassischer Buy and Hold ETF. Daher sollten Investoren die Entwicklung des Sektors und die politischen Rahmenbedingungen kontinuierlich beobachten.
Anleger, die dennoch in fortschrittliche Technologien investieren möchten, aber ein Engagement allein im Wasserstoff-Segment zu risikobehaftet ist, könnten den ARK Innovation ETF kaufen, oder genauer gesagt den Kauf in Erwägung ziehen. Dieser ETF fokussiert sich ebenfalls auf innovative Technologien und bietet Potenzial im Bereich erneuerbare Energien.
Wasserstoff ETFs bieten eine interessante Möglichkeit, am Wachstum des Wasserstoffmarktes teilzuhaben. Während die Investition in diesen Sektor Risiken birgt, sind die langfristigen Aussichten aufgrund der globalen Bemühungen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen vielversprechend.
Für risikobewusste Anleger, die an die Zukunft des Wasserstoffs glauben, könnten Wasserstoff ETFs eine lohnenswerte Ergänzung ihres Portfolios darstellen.
Trotz der positiven Aussichten sollten Anleger jedoch stets die individuelle Risikobereitschaft berücksichtigen und sich umfassend informieren, bevor sie investieren.

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