

Indexfonds haben sich als Beimischung in vielen Depots etabliert. Aufmerksamkeit richtet sich unter anderem auf den MSCI World, der ein sehr breites Portfolio verschiedener Sektoren, Branchen und Unternehmen zusammenfasst. Der MSCI World ex USA Index löst einen Teil der Unternehmen aus diesem Aktienkorb heraus und zeichnet die Wertentwicklung von Unternehmen in den entwickelten Märkten außerhalb der Vereinigten Staaten nach.
Dabei stellt sich der Index durch eine breite Abdeckung verschiedener Industrien und der geografischen Diversifikation als interessante Beimischung für Anleger dar, die in globale Märkte investieren – ohne sich auf US-Unternehmen zu konzentrieren.
Die USA sind eine der größten Volkswirtschaften und gehören zu den stärksten globalen Märkten. Aufgrund der wirtschaftlichen Stärke spielen Unternehmen aus den Vereinigten Staaten in vielen Indizes eine sehr große Rolle und dominieren nicht selten die Liste der Top 10 Holdings in verschiedenen Investmentfonds und ETFs.
Damit machen sich Schwankungen der US-Wirtschaft in vielen global aufgestellten Portfolios leider auch überdurchschnittlich bemerkbar. Der MSCI World ex USA eliminiert diesen Effekt, der aus dem Portfolio des bekannten internationalen Index die Aktien der US-Unternehmen ausschließt. Im Index enthalten sind Aktien aus mehreren Dutzend Industrieländern.
Die Zahl der gelisteten Unternehmen liegt im hohen dreistelligen Bereich und erfasst etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung in den einzelnen Ländern. Gegenüber dem MSCI World Index fallen einige deutliche Unterschiede auf. Während der Hauptindex den Technologiesektor besonders stark gewichtet, tritt dieser im globalen Maßstab ohne die USA in den Hintergrund und macht dem Finanz- bzw. dem Industriesektor Platz.
Geografisch spannt der MSCI World ex USA sich sehr weit auf – eben nur unter Ausschluss der USA. Besonders stark ist im Index Japan vertreten, dass mit 20 Prozent den höchsten Anteil erreicht – gefolgt von Großbritannien und Kanada. Mit Frankreich und der Schweiz sind auch europäische Märkte vertreten. Mehr als ein Drittel des Index entfällt auf die sonstigen Märkte.
Zusammensetzung des MSCI World ex USA nach wichtigen Regionen:
| 🌍 Land | ➡️ Gewichtung (Prozent) |
|---|---|
| Japan | 20 |
| Vereinigtes Königreich | 13,1 |
| Kanada | 11,8 |
| Frankreich | 9,5 |
| Schweiz | 8,5 |
| Andere | 36,7 |
Die breite geografische Verteilung hat den Vorteil, dass der MSCI World ex USA Schwankungen in einzelnen Märkten besser verkraftet als Indexwerte, die sich hier stärker fokussieren. Auf der anderen Seite bringt eine umfassende geografische Diversifikation den Nachteil mit sich, dass es bei einem Investment, welches den Index nachbildet, zu einem höheren Wechselkursrisiko kommt.
Einfluss auf die Bewertung des MSCI World ex USA und der darauf basierenden ETFs hat natürlich auch die Zusammensetzung nach den Wirtschaftssektoren.
Verteilung der Sektoren des MSCI World ex USA:
| 🔍 Sektor | ➡️ Gewichtung (Prozent) |
|---|---|
| Finanzwesen | 23,5 |
| Industrie | 16,9 |
| Gesundheitswesen | 11,3 |
| Zyklische Konsumgüter | 9,7 |
| Informationstechnologie | 8,8 |
| Nicht-zyklische Konsumgüter | 7,9 |
| Materialien | 6,7 |
| Energie | 5,2 |
| Kommunikationsdienste | 4,4 |
| Versorger | 3,2 |
| Immobilien | 1,8 |
Was lässt sich aus der Zusammenfassung der Sektoren innerhalb des MSCI World ex USA erkennen? Anders als in Indizes, die auch den US-Markt einschließen, haben die Technologiewerte einen deutlich geringeren Einfluss. Selbst zusammengefasst mit den Kommunikationswerten erreicht der Tech-Sektor einen Anteil von rund 13 Prozent – und würde damit maximal auf Platz 3 in der Liste der wichtigen Sektoren landen. Der MSCI World ex USA erreicht auf diese Weise eine breite Streuung.
Damit verhält sich der Index weniger volatil als beispielsweise der MSCI World oder der MSCI World Cyber Security Index. Beide Indizes geben den Technologiewerten wesentlich mehr Gewicht, was sich einerseits durch ein stärkeres Wachstum bemerkbar macht, auf der anderen Seite aber auch zu stärkeren Korrekturen führt, wenn die Kurse im Technologiesegment nachgeben.
Der MSCI World ex USA hat sich als einer der wichtigen Indizes etabliert – gerade für Anleger, die nach einem Investment suchen, dass eine Diversifizierung in verschiedene Märkte erreicht, die USA aber ausklammert. Mittlerweile nutzen verschiedene Fondsgesellschaften den Index, um darauf basierend Exchange Traded Funds aufzubauen.
Anleger, die sich für Investments basierend auf Exchange Traded Funds interessieren, wollen Rendite und Stabilität miteinander verbinden. Eine Herausforderung, da sich beide Zielsetzungen auf den ersten Blick eher widersprüchlich gegenüberstehen. Grundsätzlich sollten Anleger einige wichtige Punkte beachten.
ETFs bündeln verschiedene Sektoren und Märkte. Je nach Ausrichtung der ETFs kann es an dieser Stelle zu gewissen Überschneidungen kommen. Das Ergebnis kann ein Klumpenrisiko sein. Beispielsweise enthalten Halbleiter ETFs einige Aktien, die mit der KI Entwicklung in Verbindung stehen. Gleiches gilt für Cyber Security ETFs. Marktschwankungen einzelner Werte wirken sich damit auf verschiedene Fonds gleichzeitig aus – was den Verlust in betroffenen Portfolios multiplizieren kann.
Sobald ein ETF Aktien aus verschiedenen Ländern hält, entsteht ein Währungsrisiko. Dividenden, die aus den verschiedenen Wertpapieren in das Fondsvermögen in einer anderen Währung als die Fondswährung fließen, werden umgerechnet. Je nach Auf- oder Abwertung der Währungen entstehen Verluste bzw. Gewinne – kurz, es baut sich das Risiko von Währungsverlusten auf.
ETFs können in verschiedenen Formen nachgebildet werden. Einerseits hat sich an dieser Stelle die physische Replikation etabliert. Hier halten Fondsgesellschaften die Aktien der Unternehmen tatsächlich. Auf der anderen Seite gibt es die synthetische Replikation, bei welcher Derivate für die Nachbildung verwendet werden.
Fonds, die auf dem MSCI World x USA basieren, sind nur eine Möglichkeit für Investments in die globalen Aktienmärkte. Inzwischen nutzen Fondsgesellschaften sehr unterschiedliche Ideen, Ansätze und Strategien. Eine Möglichkeit: ETFs, die auf hybride Strategien setzen und ein Optionen-Overlay verwenden. Eines der Beispiels wäre der J.P. Morgan Global Equity Premium Income (ISIN: IE0003UVYC20).
Ebenfalls interessant können sogenannte Faktor-ETFs sein. Hier erfolgt die Gewichtung nicht nach der Marktkapitalisierung wie im zugrunde liegenden Index, sondern basierend nach Teilsektoren wie zyklischen oder nicht-zyklischen Konsumgütern, Cybersicherheit usw. Das Ergebnis sind Konsumgüter ETFs oder Cyber Security ETFs, die auch als Smart Beta bezeichnet werden.
Indexwerte wie der DAX oder S&P 500 kennen viele Anleger. Bei einem Index wie dem MSCI World ex USA sieht die Situation anders aus. Da die USA in diesem Index ausgeklammert werden, ist er nicht für jeden Anleger interessant. Auf der anderen Seite nutzen Trader den Index gerade aufgrund dieser Tatsache für das eigene Aktienportfolio, um damit den stark technologiebasierten US-Markt auszuklammern. Mit ETFs, welche auf dem MSCI World ex USA basieren, lässt sich selbst mit kleinen Sparraten Vermögen aufbauen.
Da der Index den US-Markt ausklammert und so Technologiewerte nicht so stark gewichtet, ist die Entwicklung des Indexwertes nicht im gleichen Umfang volatil wie der Hauptindex. Er eignet sich also eher für einen Low Volatilty Ansatz.
Die Auswahl an ETFs auf den Index ist aktuell überschaubar. Als Anleger müssen Sie daher das Handelsangebot der einzelnen Broker sehr detailliert prüfen und sich dabei auch die Frage stellen, inwiefern deren Leistungsportfolio passt.
Grundsätzlich ist es aus unserer Position nicht möglich pauschal für alle verfügbaren ETFs zu sprechen. Für viele Assets lässt sich zwar ein Trend erkennen, der dem Index folgt, für den individuellen Einzelfall muss dies aber nicht zutreffen.
Investieren Sie in den MSCI World ex USA in Deutschland – bei einem Broker mit inländischem Geschäftssitz – wird die Abgeltungssteuer eingezogen. Ausländische Kapitalerträge versteuern Sie mit der Einkommenssteuererklärung.
Als Anleger können Sie eine Rendite entweder über den Verkauf der Anteile erzielen oder im Rahmen von Dividenden. Diese schütten Unternehmen aus, die in dem Fondsvermögen gehalten werden.

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