

Der Anlagesektor der Exchange Traded Funds hat sich in den letzten Jahren zunehmend stärker diversifiziert. Ein Ergebnis ist die Entstehung der Smart Betas oder Smart-Beta-ETFs. Es handelt sich hier um eine besondere Form der börsengehandelten Indexfonds, bei der es um eine Verbindung aus den klassischen Indexstrategien mit aktiven Investmentansätzen geht.
Hintergrund: Klassische ETFs übernehmen in der Regel die Gewichtung aus dem zugrunde liegenden Indexwert – also nach der Marktkapitalisierung der Aktien im S&P 500 oder dem DAX. Der Smart Beta Ansatz nutzt alternative Herangehensweisen, um die Gewichtung im Fondsvermögen zu realisieren. Dahinter steht das Ziel, langfristig eine höhere Rendite als der Markt zu erzielen oder das Risiko zu minimieren.
Smart-Beta-ETFs – der Überblick:
ETFs bilden Indizes normalerweise passiv ab. Die Fondsgesellschaften gewichten Aktien aus den Indexwerten entsprechend der Marktkapitalisierung. Hieraus ergibt sich für die Fonds folgendes Bild: Je größer der Börsenwert eines Unternehmens, desto stärker wird es in einem ETF vertreten sein.
Beim Thema Smart Beta geht es um eine gezielte Optimierung, um das Renditepotenzial aus der Indexabbildung durch den Einsatz spezieller „Faktoren“ – wie Value, Momentum, Volatilität oder Dividende – zu verbessern. Diese Strategie will die Schwächen der traditionellen Gewichtung ausgleichen und damit die Anlagemöglichkeiten optimieren. Welche Ziele verfolgen Smart-Beta-ETFs konkret?
Der gezielte Einsatz der Faktorstrategien kann den Markt – bei optimalem Einsatz – übertreffen.
Einige der Faktorstrategien sind sehr defensiv ausgelegt (wie die Low Volatility Strategie) und bieten in stark volatilen Marktphasen interessante Möglichkeiten.
Smart-Beta-ETFs sind immer noch im Bereich der Indexfonds angesiedelt und bleiben trotz aktiven Elemente oft kostengünstiger als aktiv verwaltete Fonds.
Es sind gerade diese Eigenschaften, die Smart Beta für eine wachsende Anzahl von Anlegern – auch aus dem Retail-Segment – interessant machen. Natürlich stellt sich an dieser Stelle die Frage, in welches Portfolio passen Smart-Beta-ETFs? Der Ansatz hinter den verschiedenen Faktorstrategien ist unter anderem auch dazu geeignet, einer langfristigen Strategie zu folgen.
Inwieweit der Einstieg in einen Smart-Beta-ETF sinnvoll ist, hängt in erster Linie sehr stark von der eigenen Anlagestrategie ab. Es geht um die Frage, ob die Renditeerwartungen erfüllt werden können und der Ansatz hinter Smart Beta in die eigene Risikostrategie passt. Dazu muss klar sein, wie die Strategie hinter der Anlageklasse funktioniert.
Wichtigster Ansatz der Smart-Beta-ETFs ist der Einsatz von alternativen Methoden, um die Gewichtung der Aktien im Fonds auszurichten. Dabei entscheidet die Fondsgesellschaft nach verschiedenen Kriterien über die Ausrichtung. Smart Beta zielt mit dieser Methodik darauf ab, risikobereinigte Renditen zu erzielen.
ValueValue-Strategien setzen auf Aktien, die im Verhältnis zu ihrem inneren Wert günstig erscheinen. Diese Unternehmen haben oft niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) oder hohe Dividendenrenditen. Ziel ist es, langfristig von der Erholung dieser „günstigen“ Aktien zu profitieren.
Die Auswahl der Wertpapiere aus dem Index erfolgt anhand fundamentaler Kennzahlen, zu denen das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), der Buchwert oder die Dividenden gehören. Dahinter steht der Ansatz, dass eine günstige, unterbewertete Aktie langfristig überdurchschnittliche Renditen erzielen kann und damit besser als der Markt performt.
Zu den Vorteilen dieses Ansatzes gehört, dass Value-Aktien einen Stabilitätsfaktor darstellen. Allerdings sollten Sie als Anleger Growth-Aktien – beispielsweise aus dem Technologiebereich – im Auge behalten und das Portfolio ausreichend diversifizieren. Ein Beispiel für einen Smart-Beta-ETF aus dieser Gruppe ist der iShares Edge MSCI World Value Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BP3QZB59), der gezielt in Value-Aktien investiert und den globalen Markt abdeckt.
In der Momentum-Strategie liegt der Fokus auf Aktien innerhalb eines Indexfonds, die in einem festgelegten Zeitfenster eine sehr hohe Kursdynamik erreicht haben. Der betrachtete Zeitraum liegt häufig zwischen sechs Monaten bis 12 Monaten.
Die Strategie ist auf ein Trendfolgeverhalten ausgerichtet und geht davon aus, dass stabile Trends über einen langen Zeitraum anhalten können. Allerdings besteht immer das Risiko für plötzliche Trendwechsel, die in einen Flash-Crash übergehen können – was das Fondsmanagement in besonderer Weise fordert.
Der Vorteil, den diese Strategie verspricht, liegt auf der Hand: Die Ausnutzung kurzfristiger Markttrends mit Aufwärtsphasen kann eine überdurchschnittliche Rendite realisieren. Wer sich als Anleger für diesen Ansatz interessiert, kann den Xtrackers MSCI World Momentum Factor UCITS ETF (ISIN: IE00BL25JP72) analysieren.
Hinter der Low-Volatility-Strategie steht der Ansatz, sich auf Aktien mit einer besonders niedrigen Kursvolatilität zu fokussieren. Die Idee: Mit einem Aktienkorb, in dem diese Unternehmen dominieren, sind die Schwankungen weniger stark als der Gesamtmarkt. Damit entwickeln Smart Betas gerade in turbulenten Phasen eine gewisse Stabilität am Markt.
In diesen Marktphasen stehen Anleger generell vor der Herausforderung, sich vor Risiken zu schützen. Ein auf dem Low Volatility Faktor basierender Smart-Beta-ETF ist in der Lage, als defensives Investment auf eine Minimierung der Verluste hinzuarbeiten, was diesen Ansatz für risikoaverse Anleger zu einem interessanten Werkzeug im Portfolio macht.
Allerdings hat diese Strategie einen entscheidenden Nachteil: Sobald sich der Markt dreht und stark zu steigen beginnt, wird die Low-Volatility-Strategie zu einem Underperformer. Es besteht das Risiko, der Performance des Marktes hinterherzulaufen. Zu den Smart-Beta-ETFs für in Deutschland lebende Anleger ist beispielsweise der iShares Edge MSCI World Minimum Volatility UCITS ETF (ISIN: IE00B8FHGS14), der auf ein globales Portfolio setzt.
Anleger erzielen mit ETFs Erträge aus verschiedenen Quellen. Eine Möglichkeit: Der Handel über die Börsen, mit dem Sie über die Kursänderungen an den Marktentwicklungen profitieren. Eine zweite Möglichkeit sind Dividenden. Die Unternehmen in den einzelnen Indexfonds schütten regelmäßig Beteiligungen an den Gewinnen aus. Hieraus entwickeln Faktor-ETFs die Dividenden-Strategie.
Im Kern geht es hier um Aktien von Unternehmen, die hohe und stabile Dividenden ausschütten. Damit entsteht eine Strategie, die Kapitalwachstum mit regelmäßigen Erträgen aus den Dividenden-Ausschüttungen kombiniert. Diese regelmäßigen Einnahmen machen die Dividend-Strategie für einkommensorientierte Anleger interessant und können so eine stabile Gesamtrendite erzielen.
Allerdings sind auch dividendenorientierte Unternehmen nicht vor Kursverlusten geschützt. Außerdem unterliegen die Ausschüttungen Marktrisiken. Mit dem Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (ISIN: IE00B8GKDB10) können Sie als Anleger auf dieses Konzept setzen.
Der Fokus liegt in diesem Segment der Faktor-ETFs auf Unternehmen mit starken Fundamentaldaten. Dazu gehören beispielsweise eine hohe Eigenkapitalrendite, ein stabiles Gewinnumfeld oder eine niedrige Verschuldung.
Qualitätsaktien werden allgemein als defensiv und widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen. Anleger gehen hier davon aus, dass langfristig ein stabiles und nachhaltiges Wachstum entsteht, sie erwarten eine solide Rendite bei geringerer Volatilität.
Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass Quality-Aktien in Wachstumsphasen von aggressiven Strategien abgehängt werden. Für Sie kann als Trader in diesem Segment möglicherweise der SPDR MSCI World Quality Mix UCITS ETF (ISIN: ) interessant sein.
Hinter der Multifaktor-Strategie steht die Idee, dass sich in einem Smart Beta nicht nur ein Faktor als Basis realisieren lässt, sondern Value, Momentum, Low Volatility und Qualität gemeinsam integriert werden können.
Damit versucht dieser ETF, die Ziele und Vorteile der verschiedenen Faktoren zu bündeln, gleichzeitig aber auch deren Risiken zu reduzieren. Dieser Anspruch wird durch die Diversifikation der gehaltenen Assets erreicht. Beispielsweise setzt der iShares Edge MSCI World Multifactor UCITS ETF auf Faktoren wie Value, Quality und Momentum für eine breite Diversifikation. Allerdings besteht immer die Gefahr, Vorteile der verschiedenen Faktoren-Strategie in einer Weise zu kombinieren, dass diese verwässert werden. Der Smart-Beta-ETF droht damit, zu einem Underperformer zu werden.
Mit einem Smart-Beta-ETF profitieren Anleger von verschiedenen Vorteilen, mit denen sich der Investmentansatz von traditionellen Indexfonds und aktiv verwalteten Investmentfonds unterscheidet.
Mit einem Smart-Beta-ETF haben Sie als Anleger die Möglichkeit, gezielt auf bestimmte Marktstrategien zu setzen und davon zu profitieren. Smart Betas schaffen die Chance, flexibel eine Balance zwischen Rendite und Risiko zu finden. Als langfristig orientierter Anleger nutzen Sie deren Vorteile, um mit dem strategischen Einsatz eines Smart Beta sinnvoll das Portfolio zu optimieren.
Smart Betas haben zwei Seiten. Die Vorteile springen Anlegern meist sehr schnell ins Auge. Allerdings gibt es Risiken, die Sie als Smart-Beta-ETF-Trader im Hinterkopf behalten müssen. Es besteht durchaus die reale Gefahr, als Anleger auf Assets zu setzen, die durch ihre gezielte Ausrichtung auf bestimmte Faktoren in Marktphasen zu Underperformance neigen. Was muss Tradern in diesem Zusammenhang klar sein?
Dass sich Smart Betas auf Faktoren wie Value, Momentum oder Dividenden setzen, kann Risiken minimieren und die Rendite optimieren. Allerdings gibt es in der Performance für die Faktoren sehr große Unterschiede. Während die Value-Strategie in Aufwärtsphasen gut abschneidet, werden Abwärtstrend zu einem Problem. Ein auf Dividenden basierter Ansatz reagiert hier nicht selten robuster. Ein zweites Beispiel für das Faktor-Risiko sind abrupte Trendwechsel mit einem Flash-Crash, der die Momentum-Strategien unter Druck setzt.
Über die Faktor-ETFs bieten Fondsgesellschaften ein Spektrum an Assets an, die Risiken durch Marktschwankungen dämpfen sollen. Eine Möglichkeit ist die Orientierung auf Dividenden, ein zweiter Ansatz die Low Volatility-Strategie. Komplett aus der Rechnung eliminieren lässt sich das Risiko allerdings nicht. Auch ein Smart-Beta-ETF unterliegt gewissen Marktschwankungen. Als Anleger müssen Sie die Faktor-ETFs sehr genau beobachten, um in Phasen wechselnder Kurstrends keinen Volatility Decay im Portfolio zu realisieren.
Dass Smart Beta sinnvoll im Handel eingesetzt werden kann, wird niemand bestreiten. Die Herausforderung besteht darin, sich für die richtigen Faktor-ETFs zu entscheiden. Hier spielen Anlageorientierung und Risikoprofil eine Rolle. Aber auch Marktparameter spielen eine Rolle. Als Anleger müssen Sie die Assets bewerten, was durch den komplexeren Aufbau im Vergleich zu Indexfonds nicht vereinfacht wird. Es ist eine gewisse Erfahrung erforderlich, um für die zugrunde liegende Strategie die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die Anlagestrategie hinter Smart Beta ist auf einen langfristig orientierten Ansatz ausgerichtet. Mit der Auswahl der verschiedenen Aktienkörbe sprechen die Fondsgesellschaften unterschiedliche Zielgruppen an, die eines verbindet: Der Versuch, die Vorteile passiver Indexfonds und aktiver Strategien zu verbinden – und dabei ein hohes Maß an Flexibilität zu realisieren. In welches Portfolio passen Smart-Beta-ETFs besonders gut?
Ist ein Smart-Beta-ETF für Anfänger sinnvoll? Absolute Börsenneulinge gehören eher nicht zur Hauptzielgruppe, da die Faktor-ETFs eine gewisse Erfahrung voraussetzen. Anleger müssen deren Stärken und Schwächen einschätzen können, um auf Marktschwankungen zu reagieren. Insofern erfordert die Auswahl der richtigen Smart-Beta-Strategie ein gewisses Maß an Wissen über die Märkte und Faktoren.
Anleger steigen mit sehr unterschiedlichen Zielen und Strategien in den Wertpapierhandel. Gerade eher risikoavers orientierte Trader setzen mittlerweile auch auf ETFs. Deren Gewichtung über die Marktkapitalisierung bevorzugt einige große Unternehmen. Mithilfe verschiedener Faktor-ETFs, die auch als Smart Beta bezeichnet werden, lassen sich sowohl das Anlagerisiko als auch die Rendite gegenüber dem Benchmark optimieren. Dass die Fondsgesellschaften ihre Strategie auf verschiedene fundamentale Faktoren wie die Dividendenrendite, die Volatilität oder das Momentum ausrichten, lässt aus Anlegersicht einen gewissen Gestaltungsspielraum zu. Als Anleger nutzen Sie Smart-Beta-ETFs sinnvoll als Teil der Anlagestrategie, um das Risiko mit beispielsweise einem Low-Volatility-Ansatz oder Dividenden zu verringern. Gerade im Aufwärtstrend setzen Sie auf Momentum und Value-Aktien.
Smart Betas gewichten das Aktienportfolio als Faktor-ETFs nach unterschiedlichen Anlagestrategien. Was für den einen Anleger ein bester Smart-Beta-ETF ist, muss für Sie noch lange nicht als Asset in Frage kommen. Wählen Sie das Fondesinvestment – wie den J.P. Morgan Nasdaq Equity Premium Income – immer passend zu Ihrer Anlagestrategie aus.
Ja, Anleger können ohne Weiteres auf verschiedene Smart-Beta-ETFs für das Depot setzen. Achten Sie in der Auswahl aber in jedem Fall darauf, dass die Faktor-ETFs immer die beabsichtigte Anlagestrategie und das Risikoportfolio widerspiegeln.
Verfolgen Anleger dieses Ziel, bietet sich die Suche nach Smart Beta Fonds, die auf Value-Aktien setzen oder die Momentstrategie verfolgen. Eine weitere Alternative wäre der Blick auf den Multifaktor-Ansatz.
Grundsätzlich können wir keine Wertentwicklung der Faktor-ETFs antizipieren. Erfahrene Anleger können anhand der Fundamentaldaten und der technischen Analyse allerdings wichtige Hinweise zu Handelssignalen aus der Entwicklung der Fondswerte ablesen.
Faktor-ETFs setzen auf eine alternative Gewichtung, sind aber keine Derivate oder optionsbasierte ETFs – wie der J.P. Morgan US Equity Premium Income, für den eine hybride Strategie mit einem Optionen-Overlay im Mittelpunkt steht.

Zum Anbieter
*



Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.