

Haben Sie als Anleger bisher vor allem auf Aktien gesetzt und wollen das Portfolio erweitern? Wahrscheinlich stoßen Sie auf den FX Handel und wollen mehr wissen. Im Forex- oder FX-Trading handeln Anleger Devisen. Währungen werden wie Aktien oder Anleihen an Börsen gehandelt. Der Preis bestimmt sich dabei immer über die gehandelte Währung in Bezug zu einer Referenzwährung.
Das Ergebnis sind Währungspaare wie EUR/USD oder GBP/USD, es entstehen Major- und Minor Währungspaare. Der Währungsmarkt selbst ist einer der größten Finanzmärkte. Je nach Quelle, derer Sie sich bedienen, schwanken die Angaben. Es läuft aber immer auf mehrere Billionen US-Dollar Volumen hinaus. In den Devisenmärkten agieren nicht nur Klein- und Privatanleger. Besonders Banken, Hedge-Fonds und andere Finanzinstitute nutzen das Potenzial des Forex Handels.
Der Begriff Forex bzw. FX leitet sich aus dem Englischen Foreign Exchange ab und steht für den Devisenhandel. Es geht vereinfacht gesagt um den Austausch einer Währung in eine andere Währung. Aus diesem Grund erfolgt die Angabe im FX Handel immer paarweise – als Forex Währungspaare.
In der Praxis haben nicht alle Währungen den gleichen Stellenwert. Üblich ist im Devisenhandel die Einteilung in:
▶️ Hauptwährungen
(Forex Majors)
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Nebenwährungen
(Forex Minors)
Zusätzlich tauchen exotische Währungspaare und Cross-Currency-Pairs auf. Was steckt dahinter?
Hauptwährungspaare sind die am meisten gehandelten Währungspaare auf dem Forex-Markt. Sie bestehen aus den führenden Währungen, die gegen den US-Dollar (USD) gepaart sind. Die Popularität und das hohe Handelsvolumen dieser FX Paare resultieren aus der wirtschaftlichen Stabilität und Liquidität der beteiligten Volkswirtschaften.
FX Minor Paare sind Hauptwährungen, die gegen andere Währungen – aber nicht den Dollar – gehandelt werden. Alternativ kann die Bezeichnung Cross-Currency-Pairs für diese Forex Minors benutzt werden. Exotische Währungspaare entstehen, wenn eine der Hauptwährungen gegen Devisen aus Schwellen- oder Entwicklungsländern gehandelt werden. Gemessen werden Kursänderungen bei Devisen in Forex Pips als Standardeinheit.
Die Hauptwährungspaare umfassen die wichtigsten Volkswirtschaften. Im Devisenhandel geht es um folgende Forex Paare.
Diese sieben Währungspaare teilen einen erheblichen Anteil des Handelsvolumens am Forex Markt unter sich auf. Zusammen kommen die Währungspaare auf mehr zwei Drittel des Volumens im täglichen Handel. Besonders die ersten drei Währungspaare stechen in diesem Zusammenhang heraus.
Steigen Sie als Trader in den FX Handel ein und kommen vom Trading auf Aktien oder Indizes, fällt eines sehr schnell auf: Anleger werden so gut keine FX Broker finden, bei denen ohne Hebel gehandelt wird. Dass eine Leverage am Devisenmarkt zum Einsatz kommt, hat mehrere Gründe. Ein Punkt sind die Mindesthandelsvolumen. Angegeben wird dieses in Lot bzw. den kleineren Mini- und Micro-Lot.
So müssen Sie, wenn ein Mini-Lot als kleinste Einheit vorgeschrieben ist, mindestens 10.000 Einheiten der Basiswährung handeln. Gerade im Retailsegment nur für wenige Trader zu stemmen. Damit wäre der Devisenmarkt für einen erheblichen Teil der Privat- und Kleinanleger nicht zugänglich. Der Hebel hat im Forex Handel noch mehr Auswirkung.
▶️ Höhere Renditechancen: Im Währungshandel bewegen sich die Kurse oft nur geringfügig. Gerade die Hauptwährungen sind häufig sehr stabil. Bewegen sich die Wechselkurse kaum, wäre ohne Leverage der Ertrag gering. Erst durch den FX Hebel entstehen die Renditechancen.
▶️
Höhere Kapitaleffizienz:
Über den Hebel erreichen Trader eine höhere Exposure – ohne mehr Kapital in die Hand zu nehmen. Auf diesem Weg ermöglicht der Hebe im Devisenhandel eine deutlich bessere
Kapitaleffizienz.
Anleger handeln die Hauptwährungspaare bei so gut wie allen Brokern mit einem Hebel von maximal 30:1. Dieser Deckelung ist vom Gesetzgeber gewollt und beruht in der EU auf Regeln der ESMA (European Securities and Markets Authority). Der Grund für die Einführung war unter anderem das hohe Anlagerisiko, welches sich mit der Abkopplung des Franken vom Euro zum Jahreswechsel 2015 zeigte.
Für FX Minors mit 20:1 noch einmal niedriger. Wichtig: Wenn Sie sich als Trader für den Devisenhandel interessieren, brauchen Sie eine Margin. Diese übernimmt die Funktion einer Sicherheitsleistung und hängt vom Hebel ab. Um eine Position mit Hebel zu eröffnen, braucht es die Anfangs- oder Initial Margin. Damit die Position beim Broker offen gehalten wird, müssen Trader die Maintenance Margin zur Verfügung stellen.
Über den Hebel nutzen Sie als Anleger eine größere Exposure am Devisenmarkt. Allerdings muss Ihnen auch klar sein, welche Wirkung der Hebel hat. Schon kleine Bewegungen im Wechselkurs der FX Major Währungspaare machen sich bemerkbar – und zwar in beide Richtungen. Bedeutet: Anleger hebeln nicht nur ihren Gewinn, sondern auch Verluste.
Sollte dieses Szenario eintreten und Sie verlieren mit Positionen mehr als 50 Prozent der ursprünglich investierten Kapitalsumme, wird ein Margin Close-out ausgelöst. Die Position mit der schlechtesten Performance wird automatisch geschlossen.
Aus diesem Grund muss im Handel mit Devisen – auch bei den FX Majors – mit entsprechenden Werkzeugen gehandelt werden. Heißt im Klartext: Im Trading muss es um Orderzusätze wie den Stop Loss oder Trailing Stop Loss gehen. Auf diese Weise sichern Sie als Trader den Handel auf die Hauptwährungspaare gegen überraschende Verluste ab.
Allerdings gilt an diesem Punkt die Erkenntnis: Als Anleger sind Sie trotz Stop Loss nicht grundsätzlich vor Verlusten sicher. Es kann in bestimmten Szenarien zu Slippage kommen. Der Stop Loss löst auf dem eingestellten Wechselkursniveau aus – die Position kann aber nicht am Markt zu diesem Kurs liquidiert werden. Wer als Trader hier auf Nummer sicher gehen will, arbeitet mit einem garantierten Stop Loss, was aber wiederum mit höheren Spreads verbunden ist.
Hauptwährungspaare handeln Sie über FX Broker. Es gibt noch eine zweite Alternative – Differenzkontrakte. Dahinter stecken Hebelprodukte, mit denen Sie über ein breites Spektrum unterschiedlicher Assets im Portfolio bedienen. Neben Aktien und Rohstoffen können Sie auch verschiedene Währungspaare handeln. Dazu gehören bei CFD Brokern vor allem die FX Majors. Wichtig: Wenn sich Trader für dieses Handelsinstrument entscheiden, muss der Blick auf das Steuerrecht dazugehören. Hintergrund: Während der FX Handel nicht pauschal steuerrechtlich zu den Termingeschäften gehört, gelten für CFDs andere Regeln. Damit werden Forex CFDs anders als Forex Trading Steuern behandelt.
Durch den Hebel wird der Währungshandel zu einem spekulativen Handelsinstrument. Trader brauchen Erfahrung. Know-how – wie die richtigen Strategien – müssen Sie auch in der Praxis anwenden. Ein wichtiger Schritt ist das Demokonto. Hier handeln Sie Forex Majors risikoarm, da viele Broker einen virtuellen Account ohne zusätzliche Gebühren anbieten.
Nutzen Sie die Möglichkeiten, um Strategien zu entwickeln und diese auf den Prüfstand zu stellen. Mithilfe der Szenarioanalyse finden Trader heraus, wie sich Methoden in Extremsituationen verhalten. Kleiner Tipp: Lassen Sie sich nicht von Gefühlen und Emotionen leiten. Es passiert zu oft, dass Trader hieraus falsche Entscheidungen treffen. Nutzen Sie statt Ihres Bauchs lieber FX Strategien, um Handelssignale zu finden.
Wer sich für den Handel auf Währungspaare entscheidet, kann sich aufs Bauchgefühl verlassen. Konsistenter Erfolg entsteht im FX Trading aber eher durch die richtige Handelsstrategie. Grundsätzlich brauchen Sie verschiedene Methoden, um Devisen zu handeln. Jede Tradingstrategie hat ihre Vor- und Nachteile. Diese müssen Anleger kennen, um sich für Methoden zu entscheiden, welche auf die Märkte richtig reagieren.
Hinter der Trendfolgestrategie steckt ein leicht zu verstehendes Konzept: Sie suchen im Chart nach Preistrends, um darauf zu handeln. In der Praxis sind die Grundlagen der Trendfolge vergleichsweise leicht zu erlernen. Je nach Risikoprofil kann die Methode in beide Richtungen eingesetzt werden. Wichtig ist, als Anleger auf Indikatoren zur Trendanalyse zu setzen. Gleitende Durchschnitte (Moving Averages) oder der Moving Average Convergence Divergence MACD sind Hilfsmittel, die Sie für Anzeiger eines Trends oder der Richtung nutzen. Um Erkenntnisse zu validieren, kommen unter anderem der Momentumindikator oder den Relative Strength Index zum Einsatz.
Wechselkurse reagieren sehr stark auf Wirtschaftsnachrichten. Hieraus entwickeln Sie eine Strategie – das News-Trading. Gerade Berichte über die Performance der Arbeitsmärkte, die Inflation oder Zinsanpassungen lösen schnell Kursbewegungen aus. Behalten Sie die News-Ticker der wichtigen Wirtschaftsmagazine im Auge. Kombiniert mit Tools der technischen Analyse liefert diese Methode Handelssignale.
Scalping basiert darauf, nicht sehr lange in einer Position involviert zu sein. Sie eröffnen eine Position – und sobald sich dafür ein Gewinn ergibt, wird diese geschlossen. Man könnte davon sprechen, dass Anleger ihre Rendite über Masse erwirtschaften. Scalping setzt aber voraus, dass Sie mit Orderzusätzen wie einem Stop Loss handeln und auf Indikatoren, wie den stochastischen Oszillator oder RSI, setzen. Mithilfe dieser Analysen finden Trader überkaufte und überverkaufte Märkte in den Währungspaaren.
Wenn der Wechselkurs für ein Währungspaar sehr stark ausschlägt und wieder Richtung Mittelwert tendiert, ist vom Mean Reversion Effekt die Rede. Dieser gibt der Handelsstrategie ihren Namen. Die Mittelwert-Rückkehr nutzen Sie, um auf starke Schwankungen im Markt zu reagieren – etwa bei den Cross-Currency-Pairs. Als Anzeiger für Handelssignale sind die Bollinger Bänder oder der Relative Strength Index RSI und IBS-Indikator im Einsatz.
Daytrading ist eigentlich keine richtige eigene Strategie, sie kombiniert mehrere Elemente miteinander. Sie können auf die Trendfolge oder Scalping setzen. Wichtig ist nur, dass alle Positionen zum Ende der Forex Handelszeiten geschlossen werden. Auf diese Weise vermeiden Anleger Kosten wie den Overnight Zuschlag und das Risiko von Slippage. Im Gegenzug verlangt Daytrading wegen seiner geringen Marktexposition viel Erfahrung.
Als Anleger müssen Sie das Portfolio in die Breite aufstellen. Neben Aktien biete sich Fonds oder Anleihen an. Währungen sind durch den Hebel als Anlageklasse eher für risikoaffine Trader interessant. Gerade bei den Forex Majors wird die Hebelwirkung besonders hoch. Aber: Bevor Sie sich einfach auf das Bauchgefühl verlassen, beschäftigen Sie sich mit Tradingstrategien. Dann kann der Devisenhandel Teil einer Diversifikationsmethode sein.
Wenn Ihnen eine Bank die Einrichtung des Depots mit der Möglichkeit zum Währungshandel anbietet, dann besteht die Möglichkeit. Allerdings können Sie nicht einfach auf die Bank gehen und den Abschluss eines gehebelten FX Kontrakts verlangen.
Ist Forex Trading gefährlich lässt sich nur für den individuellen Einzelfall beantworten. Fakt ist, dass Anleger mit Verlusten rechnen müssen. Besonders, wenn es an Know-how fehlt, werden falsche Entscheidungen getroffen. Das Risiko ist individuell sehr unterschiedlich.
Grundsätzlich sind Kapitalerträge steuerpflichtig. In Deutschland wird die Abgeltungssteuer direkt einbehalten. Im Ausland gelten andere Regelungen. Besonders im Hinblick auf FX CFDs müssen Sie die Verlustverrechnung beachten, da Differenzkontrakte als Termingeschäft eingestuft sind.
Seit die ESMA für Hebelprodukte im Retailgeschäft strenge Regeln eingeführt hat, ist die Hebelwirkung gedeckelt. Ausnahmen sind nur für professionelle Anleger zugelassen. Diese Einstufung müssen Sie als Trader aber beantragen – und dafür Voraussetzungen erfüllen.
Aufgrund der Rahmenbedingungen im Devisenhandel wird dieser auch im Retailsegment eigentlich nur mit Hebel abgewickelt. Ohne Hebel wäre die Mindesteinlage in die Positionen für Kleinanleger eigentlich so gut wie nicht zu finanzieren.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.