

Jeder Anleger hat seinen ersten Trade erlebt. Das Gefühl lässt sich kaum beschreiben, wenn aus dem ersten investierten Euro ein stattlicher Gewinn wird. Viele Anfänger sind verunsichert. Welche Trading Strategie ist die Richtige? Wie finde ich heraus, wann eine Position wieder geschlossen werden muss? Welche Strategie sich wirklich auszahlt, hängt auch davon ab, welche Einstellung Sie als Trader haben.
Fakt ist: Es gibt keine Trading Strategie, welche pauschal die Beste ist und uneingeschränkt von jedem Anleger genutzt werden kann. Scalping, Swing Trading oder Unterstützung und Widerstand – nur drei Beispiele für Trading Strategien, auf die erfahrene Anleger setzen. Als Einsteiger ins Trading setzen Sie sich mit den verschiedenen Strategien auseinander – um im Handel die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen.
Für Börsenanfänger ist es essentiell, sich Werkzeuge – also Anlagestrategien – zurechtzulegen. Dazu gehört auch, sich zuerst finanzielle Ziele zu stecken, um diese systematisch zu erreichen. Anlagestrategien haben noch eine zweite Aufgabe: Risiken minimieren. Die richtige Trading Strategie hilft dabei, Entscheidungen basierend auf fundierten Prinzipien, statt Emotionen zu treffen.
Sie definieren außerdem, wann und wie in bestimmte Anlageklassen investiert wird. Hier spielen die individuelle Risikotoleranz und finanzielle Situation eine wichtige Rolle. Ohne diese klar definierten Guidelines laufen Anleger Gefahr, bei plötzlichen Marktschwankungen impulsiv zu handeln. Das Ergebnis sind Verluste – bis hin zum Totalausfall eines Investments.
Gut durchdachte Anlagestrategien berücksichtigen Diversifikation – also die Streuung von Risiken. Damit verringert sich die Abhängigkeit von der Performance einzelner Investitionen. Eine gute Anlagestrategie kann aber noch mehr. Sie ist in der Lage, auf Veränderungen am Markt zu reagieren. Damit produziert sie Handelssignale, zeigt Anlegern aber sehr deutlich auch ihre Grenzen. Im Idealfall haben Trader mehrere Strategien, die im Handel ineinandergreifen.
Bevor wir uns mit den Trading Strategien beschäftigen, steht eine Frage im Raum: Welche Eigenschaften braucht ein Anleger eigentlich? Das Ziel, Geld mit Wertpapieren zu verdienen, ist an dieser zu trivial. Es treibt jeden Trader an die Börse.
Die fünf Eigenschaften werden zu den Grundelementen für Trader. Darauf aufbauend entstehen einfache Trading Strategien für Anfänger. Es geht um Werkzeuge, die sich schnell umsetzen lassen – aber ohne das komplette Anlagekapital zu vernichten.
Die „Buy and Hold“-Strategie ist eine langfristige Anlagestrategie und einfach umzusetzen – was sie im Gegensatz zur Scalping Strategie für Börsenanfänger interessant macht. Das Konzept basiert darauf, Wertpapiere nach der Order langfristig zu halten. Auf kurzfristige Marktbewegungen reagiert die Trading Strategie nicht. Als Anleger geht es Ihnen um das langfristige Wachstumspotenzial. Durch die Vermeidung häufiger Umschichtungen im Depot minimiert Buy and Hold die Transaktionskosten.
Eine besonders gute Performance zeigt der Ansatz in Phasen positivem Wachstum. Ein Beispiel ist die Entwicklung des Tech-Sektors nach der Ankündigung praxistauglicher KI-Anwendungen. Beispiel Nvidia (WKN: 918422): Zwischen Februar 2021 bis Februar 2024 hat sich der Wert der Aktie vervierfacht.
Buy and Hold ist ideal für Sie als Anleger, wenn langfristiges Kapitalwachstum im Vordergrund steht. Ein Nachteil dieser Strategie liegt in ihrer Passivität. Ausgeprägte Bärenmärkte zehren den Wert der gehaltenen Wertpapiere über längere Zeit auf. Sie müssen den richtigen Zeitpunkt für eine Anpassung des Portfolios abpassen. Achten Sie auch auf eine umfassende Diversifikation und vermeiden „Klumpenrisiken“ durch einen überdurchschnittlich hohen Anteil einzelner Branchen und Märkte.
Geeignete Wertpapiere für Buy and Hold sind Wertpapiere, die Wachstum und Stabilität kombinieren. Dazu gehören:
▶️ Blue-Chip-Aktien etablierter Unternehmen
▶️ Indexfonds/ETFs mit intrinsischer Diversifikation durch die Zusammensetzung des Index
▶️ Dividendenaktien von Unternehmen, die regelmäßig Dividenden ausschütten und so passive Erträge erzielen.
Um Buy and Hold umzusetzen, braucht es die richtigen Indikatoren wie das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis, ein niedrigeres KGV weist auf unterbewertete Aktien hin), das Umsatz- und Gewinnwachstum oder die Dividendenrendite.
Wie der Name bereits vermuten lässt, dreht es sich bei der Trendfolge-Strategie darum, einem etablierten Markttrend zu folgen. Die Idee: Stabil ausgebildete Trends halten über einen gewissen Zeitraum an. Als Trader investieren Sie in eine Richtung des Trends. Klassisch entwickelt sich die Trendfolge so: Sie kaufen im Aufwärtstrend und schließen Positionen im Abwärtstrend. Wichtig ist, die optimalen Ein- und Ausstiegssignale zu erkennen.
Optimal ist für Trendfolge ein klarer und starker Trend. An ihre Grenzen kommt die Trendfolge in Märkten mit Seitwärtsbewegungen. In diesen Phasen sollten Sie als Anleger von der Trendfolge-Strategie eher Abstand nehmen. Ein zweiter Nachteil: Es passiert schnell, die Trendumkehr zu verpassen – und damit Performance wieder zu verlieren. Daher empfiehlt sich der Einsatz eines Trailing Stop Loss.
Interessante Wertpapiere für die Trendfolge-Strategie sind Aktien mit klar erkennbaren Trends. Erfahrene Anleger setzen aber auch auf Rohstoffe und den Währungshandel. Die Trendfolge ist eine der beliebten Forex Strategien. Handelssignale liefern Indikatoren wie der einfache (SMA) und exponentielle (EMA) gleitende Durchschnitt, um etwa die Richtung des Trends zu bestimmen. Der Crossover von kurzen und langen Durchschnitten kann ein Einstiegs- oder Ausstiegssignale darstellen. Als Momentum-Indikator ist der MACD (Moving Average Convergence Divergence) im Einsatz. Über den Relative Strength Index (RSI) lassen sich überkaufte oder überverkaufte Entwicklungen identifizieren.
Die Dividendenstrategie nicht mit der Derivaten oder dem Forex Handel zu tun, sie fällt auch als eine der möglichen Daytrading Strategien aus. Stattdessen liegt der Fokus auf einem Investment auf Aktien, die regelmäßig hohe Dividenden realisieren. Anleger bauen sich mit dieser einfachen Trading Strategie passive Kapitalerträge auf. Parallel partizipieren Sie vom Wertzuwachs der Aktien im Portfolio.
Die Dividendenstrategie spielt ihre Stärken in wirtschaftlichen Wachstumsphasen mit konsistenten Gewinnen aus. Unternehmen schütten Dividenden als Überschussbeteiligung an Aktionäre aus. Bevorzugt wird die Dividendenstrategie von konservativ eingestellten Investoren. Krisen und Rezessionen erschweren Unternehmen die Ausschüttung von Dividenden, hier kommt die Strategie an Grenzen.
Als Wertpapiere für die Dividendenstrategie kommen unter anderem Blue-Chips-Aktien in Frage. Außerdem sind Unternehmen interessant, die in der Vergangenheit häufig Dividenden ausgezahlt haben. Mittlerweile werden sogar Dividenden-ETFs angeboten. Diese bieten gleichzeitig Diversifikation und Zugang zu einem Portfolio mit Dividendenaktien.
Um die Qualität einer Aktie für die Dividenden-Strategie zu bewerten, muss der Blick auf Indikatoren wie die Dividendenrendite (Verhältnis der jährlichen Dividende pro Aktie zum aktuellen Aktienkurs), die Ausschüttungsquote (Anteil des Gewinns, der in die Dividende fließt) oder das historisches Dividendenwachstum gerichtet sein.
Entscheiden Sie sich für die Anmeldung bei einem Broker und wollen als Trader durchstarten, braucht es mehr als Anlagekapital. Ihnen muss bewusst sein, warum Sie gerade jetzt in den Markt einsteigen. Setzen Sie sich ein klares Ziel und entwickeln Trading Strategien. Dafür müssen Anleger nicht ganz vorn anfangen. Es gibt verschiedene Ansätze, mit denen Sie Rendite erzielen. Die beste Trading Strategie kann aber nur so gut sein, wie der Anleger, zu dessen Portfolio sie gehört. Machen Sie sich nicht nur mit den Vorteilen, sondern gerade den Nachteilen und Grenzen der Strategien vertraut.
Sie müssen sich zuerst die Ziele vor Augen halten und dann entscheiden, welcher Ansatz passt. CFD Strategien sind auf Hebelprodukte zugeschnitten, während Sie für Blue-Chip-Aktien eher auf konservative Strategien setzen werden.
Ja, dazu müssen Sie im Brokervergleich nach Anbietern suchen, welche Demokonten eröffnen. Über diese virtuellen Handelskonten haben Trader die Chance, risikoarm verschiedene Strategien im Handel einfach zu probieren und Annahmen zu validieren.
Egal, ob Sie gerade CFDs, Aktien oder Rohstoffe und Fonds handeln – Risikostreuung muss für Anleger einfach zu einem Mantra werden. Hier liegt die Aussage nahe, dass Diversifikation die einzige wirklich universelle Anlagestrategie ist.
Hier kommen wieder die Test-Accounts der Broker ins Spiel. In der Regel erlauben diese einen Zugriff auf eine sehr real wirkende Handelsumgebung. Als Trader versetzen Sie die Broker damit in die Lage, auch Indikatoren zu testen.
Da immer wieder neue Handelsinstrumente entwickelt werden, entsteht ein sehr dynamisches Umfeld. Inzwischen können sich Anleger aus einem Pool von mehreren Dutzend Strategien fürs Trading bedienen – um passend zum gehandelten Asset auf Situationen richtig zu reagieren.

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