

Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine der bekanntesten und erfolgreichsten Ansätze an den Kapitalmärkten. Sie zielt darauf ab, langfristig von der Wertsteigerung und Dividendenstärke ausgewählter Titel zu profitieren. Die Buy-and-Hold-Strategie ist eine passive Anlagestrategie, die auf der Annahme basiert, dass sich Wertpapiere langfristig positiv entwickeln und kurzfristige Schwankungen ausgleichen.
Die Buy-and-Hold-Strategie erfordert wenig aktive Überwachung– dafür aber eine gute Fundamentalanalyse der gekauften Titel sowie Zeit und Geduld. Sie eignet sich für Kapital, das über einen entsprechenden Zeitraum entbehrt werden kann, und Projekte mit langer Vorlaufzeit. Und: Renditegarantien gibt es nicht.
Die Buy-and-Hold-Strategie widerspricht der Börsenweisheit ‚Hin und her macht Taschen leer. Wer häufig handelt, schmälert durch hohe Transaktionskosten und potenzielle Steuerabgaben die Rendite seiner Anlagen.
Wer sich hingegen für eine lange Haltedauer entscheidet, setzt auf die Annahme, dass erfolgreiche Volkswirtschaften wachsen, und mit ihnen ihre prominenten Vertreter. Dies sind börsennotierte Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung.
Der langfristige Anlagehorizont macht überdies die ständige Beschäftigung mit Trends und Prognosen obsolet, die Handels- und Verwaltungskosten lassen sich auf ein Minimum drücken. Dies trifft zu, solange wie man auf das Wachstumspotenzial der Märkte vertraut. Fallen dabei auch noch regelmäßige Gewinnausschüttungen an, können diese reinvestiert werden. So entwickelt sich im Wertpapierdepot eine Zinseszins-Dynamik.
Das Konzept der Buy-and-Hold Strategie wurde erstmals Ende der 1940er Jahre in dem Standardwerk „Der intelligente Anleger“ von Benjamin Graham vorgestellt. Einer der prominentesten Verfechter dieser Anlagestrategie ist der Großinvestor Warren Buffett – das „Orakel von Omaha“ trennt sich so gut wie nie von einmal erworbenen Titeln.

▶️ Die Buy and Hold Strategie ist eine bewährte Anlagestrategie/ Shutterstock/ Cherdchai101
Garantien für Gewinne gibt es an der Börse natürlich nicht. Jede Anlagestrategie beinhaltet spekulative Elemente. Erfolgreiche Börsianer schätzen diese Unsicherheiten relativ gut ein. Damit die Buy and Hold Strategie nach Möglichkeit die erhoffte Entwicklung zeigt, sollten Anleger verschiedene Aspekte beachten.
Eine gründliche Fundamentalanalyse bildet die Grundlage für die langfristige Planung einer Anlage. Historische Kursentwicklungen, Marktnachrichten und betriebswirtschaftliche Kennzahlen helfen bei der Einschätzung des Wertes einer Investition.
Nach der Fundamentalanalyse sollte ein Titel bewertet werden, dessen aktueller Kurs unter seinem inneren Wert liegt. Das ist der Fall bei etablierten Unternehmen, die gerade Verwerfungen erleben, aber deutlich erkennbare Erholungspotenziale mitbringen. Günstig ist auch häufig der Einstieg bei Startups – hier setzt der Investor auf die Erfolgsaussichten des Geschäftsmodells. Bewährt sich die eigene Einschätzung, wird der Anleger mit dem Wertzuwachs seines Kaufs belohnt.
Börslich und außerbörslich gehandelte Wertpapiere unterliegen mehr oder weniger ausgeprägten Kursschwankungen. Die reflektieren nicht in jedem Fall den inneren Wert der Anlage – auch geopolitische Faktoren, Großwetterereignisse oder einfach nur Gerüchte beeinflussen die Trends. Wer in diesem Fall rasch verkauft, erleidet so gut wie immer Verluste.
Da das Kaufen und Halten seine Potenziale erst über einige Jahre oder sogar Jahrzehnte entfaltet, muss das aufgewendete Kapital so lange entbehrt werden. Aufgrund mangelnder Liquidität Teile des Portfolios abstoßen zu müssen ist ein Verlustgeschäft.
Soll Buy-and-Hold im eigenen Depot den Ton angeben, konzentrieren sich Anleger auf Produkte, die sich für die lange Haltedauer besonders anbieten.
Unternehmensanteile geben dem Anleger einen proportionalen Anspruch auf Gewinne und Vermögen eines börsennotierten Unternehmens. Für das Unternehmen ist die Ausgabe von Aktien eine Form der Aufnahme von Fremdkapital, um Wachstum, neue Technologien und den Vorstoß in neue Märkte zu finanzieren. Aktionäre profitieren im Gegenzug von der Wertentwicklung der ausgewählten Firmen. Da Aktien kurzzeitig auf jeden Trend in einer Region, einer Branche oder Volkswirtschaft reagieren, sind sie für einen langfristigen Anlagehorizont besser geeignet.
Unternehmens- und Staatsanleihen sind ein weiteres Instrument für ein Buy and Hold Portfolio. Sie machen den Käufer zum Gläubiger des begebenden Konzerns oder des Staates. Nach dem Ende einer nicht selten längeren Laufzeit erhält der Anleger eine zusätzliche, vorab festgelegte Rendite. Anleihen, insbesondere als verlässlich geltende Staatsanleihen, sind in einem Depot ein Stabilitätsanker.
Fondsgesellschaften stellen Wertpapierbündel zusammen, die von Fondsmanagern verwaltet und angepasst werden. Aktiv gemanagte Fonds sollen im besten Fall die Entwicklung der Märkte übertreffen und versprechen bisweilen hohe Renditen. Sie können unter verschiedenen Gesichtspunkten entwickelt und verwaltet werden. Die menschliche Expertise führt jedoch zu mehr oder weniger hohen Verwaltungskosten, die durch die Wertentwicklung wieder hereingeholt werden müssen.
Börsengehandelte Indexfonds sind überwiegend passiv verwaltet und folgen einem Basis-Index. Ein Algorithmus steuert die Anpassung. Die Entscheidung für die Künstliche Intelligenz hilft Kosten senken, die einfache börsliche Handelbarkeit macht Indexfonds auch für Kleinanleger attraktiv.
Nicht jeder private Anleger bringt die Mittel auf, hochpreisige Aktien oder teure Investmentfonds zu erwerben. Das bedeutet jedoch nicht, dass Kleinanleger von den Stärken der Buy-and-Hold Strategie auf Aktien und ähnliche Werte ausgeschlossen wären.
Ein Wertpapierdepot wird von zahlreichen Banken und Brokern günstig, oft sogar zum Nulltarif, angeboten. Auch die Handelskosten lassen sich reduzieren – beispielsweise durch die Entscheidung für einen Neobroker, dessen Geschäftsmodell den Handel zu geringen Kosten oder sogar kostenlos ermöglicht.
Unter diesen Voraussetzungen richten Anleger auch mit begrenztem Budget Sparpläne auf Aktien, Fonds und ETF ein. Ohne vertragliche Bindungen und mit geringen Beträgen, dafür aber mit langer Laufzeit, können Buy and Hold Strategien für den langfristigen Vermögensaufbau realisiert werden.
Wer einen ETF bespart, hat über die Fondsanteile im Depot Anteil an der Wertentwicklung von Titeln, deren hohe Kurse für Kleinsparer andernfalls ein nahezu unüberwindliches Hindernis darstellen. Dazu gehören bekannte Tech-Aktien und Dividendenperlen.
Auch andere Anlagestrategien lassen sich mit einem Sparplan auf Basis der Buy-and-Hold-Philosophie verbinden. Beispielsweise könnten Anleger gezielt auf nachhaltige oder ethische ETFs setzen, die neben finanziellen Aspekten auch ökologische oder soziale Werte in den Vordergrund stellen. Diese Fonds bieten nicht nur potenzielle Renditen, sondern ermöglichen auch eine individuelle Ausrichtung des Portfolios auf persönliche Werte.
Eine Entscheidung für thesaurierende Produkte, also solche, die Dividenden wieder investieren, ist bei einem Sparvertrag ebenso sinnvoll wie bei der Einzelinvestition. Wer sich ein zusätzliches Finanzpolster für das Alter anlegen, für die Ausbildung der Kinder oder ein größeres Projekt sparen will, kommt auf diese Weise mit kleinen Schritten ans Ziel.
Dabei lohnt es sich, regelmäßig die Kostenstrukturen des genutzten Depots zu überprüfen, da Gebühren sich über die Jahre spürbar summieren können. Besonders bei langfristigen Sparzielen sollten Anleger auf eine kosteneffiziente Umsetzung achten, um die Rendite nicht unnötig zu schmälern.
Trotz der Entscheidung, kurzfristige Kursverluste auszusitzen, können Titel im Depot natürlich auch unwiderruflich in den Keller rauschen. Die Spekulation an der Börse geht mit einem Verlustrisiko einher. Gutes Risikomanagement ist die halbe Miete auf dem Weg zur erträumten Wertentwicklung.
Neben der eingehenden Analyse der Aktien für die Buy and Hold Strategie gehört dazu vor allem eine konsequent umgesetzte Diversifizierung. Das leuchtet ein: Wer sich auf eine Branche, ein Land oder eine Region beschränkt, erhöht das Risiko erheblicher Verluste in Krisenzeiten. Das Klumpenrisiko, also die Konzentration auf bestimmte wirtschaftliche Segmente, behalten erfolgreiche Anleger im Auge und halten es so niedrig wie möglich.
Die möglichst breite Streuung ist die beste Vorsorge – sie lässt sich mit Wertpapieren umsetzen, die verschiedene Industrien, Staaten und Währungsräume berücksichtigen. Auch unterschiedliche Finanzinstrumente helfen bei der Diversifizierung des Portfolios.
So bringen Fonds und ETF aufgrund ihrer Zusammensetzung eine inhärente Streuung bereits mit. Breit aufgestellte Fonds und ETFs, die einem großen Index wie dem MSCI World folgen, bieten eine gewisse Risikostreuung und können Ausfälle einzelner Titel besser abfedern
Die Strategie des Kaufens und Haltens gehört zu den bekanntesten Trading Strategien und wird nach wie vor gern umgesetzt. Wer eine Weile an der Börse aktiv ist, stellt fest, dass man das Buy and Hold mit anderen Anlagestrategien kombinieren kann. So geht die Momentum Strategie davon aus, dass ein Wert, der in der Vergangenheit eine positive Entwicklung aufweist, dies auch in Zukunft fortschreiben wird.
Außerdem bietet sich für ein Buy and Hold Portfolio eine zusätzliche Dividendenstrategie an. Der gezielte Griff zu Aktien, Fonds oder ETF, bei denen die Gewinnausschüttung den Ausschlag gibt, spült im Laufe der Jahre weitere Einnahmen herein, die wieder angelegt werden oder kurzfristig genutzt werden können.
Die Erträge der Investition lassen sich nochmals verbessern, wenn die Buy and Hold Strategie um eine Core Satellite Strategie ergänzt wird. Dabei wird ein Großteil des Kapitals in eine eher unaufgeregte Anlage investiert – dies ist der Kern. Ein Teil des Kapitals nutzen Anleger jedoch als Spielgeld für die Satelliten, die diesen Kern umkreisen. Hier ist es erlaubt, zu risikoreicheren Titel mit höherem Renditeversprechen zu greifen.

▶️Die Buy and Hold Strategie ist sehr beliebt/ Shutterstock/ fizkes
Wertpapiere kaufen und einfach jahrelang liegen lassen, wie es der deutsche Börsenexperte Kostolány empfahl – das klingt gut. Grundsätzlich ist jedoch selbst die beste Buy and Hold Strategie eine Form der Spekulation an den Kapitalmärkten. Daher fassen wir die Vor- und Nachteile an dieser Stelle noch einmal zusammen.
Die Auswahl der Finanzinstrumente und Produkte gelingt, wenn Anleger bereit sind, sich mit der Welt der Börse zu beschäftigen. Die besten Investoren haben keinesfalls einen instinktiv „guten Riecher“, sondern profitieren von umfassenden Kenntnissen in den Bereichen Wirtschaft und Politik.
Darüber hinaus sollten private Anleger für ihre Buy and Hold Strategie aber auch bei der Wahl ihrer Depotbank oder ihres Brokers überlegt vorgehen. Die Geschäftsbedingungen rund um das Depot und natürlich die Handels- und Verwaltungskosten verursachen Ausgaben, die von den erzielten Renditen abgezogen werden.
Gerade bei einer langen Haltedauer summiert sich hier unter Umständen einiges. Kosten und Gebühren fallen in den folgenden Bereichen an:
Das Depot gibt es inzwischen häufig kostenfrei. Doch für damit verbundene Leistungen, etwa Steuerbescheinigungen, müssen Anleger mitunter in die Tasche greifen. Auch Extras wie Karten für Aktionärsvollversammlungen lassen sich Banken und Broker vergüten.
Eine der Stärken des Buy and Hold ist der Verzicht auf allzu regen Handel. Denn Kosten und Gebühren fallen dabei unausweichlich an. Ihre Höhe muss bekannt, kalkulierbar und in Hinblick auf das Anlagevolumen stimmig sein. So finanzieren sich sogenannte „Gratis-Broker“ durch Zuwendungen ihrer Partner. Dafür beschränken sie sich auf wenige Handelsplätze, die ihrerseits als Market Maker agieren, also einen Aufschlag auf den Kurs erheben. Das ist für Kleinanleger akzeptabel – wer mit höheren Volumina handelt, ist unter Umständen bei einem Anbieter gut aufgehoben, der Handelsgebühren berechnet und diese volumenabhängig gestaltet.
Fondsgesellschaften erheben den Ausgabeaufschlag auf Käufe von Fondsanteilen. Darauf gibt es unter Umständen Rabatte, oder er entfällt sogar ganz. Daneben müssen die jährlichen Verwaltungskosten kalkuliert werden. Sie liegen bei aktiv gemanagten Investmentfonds deutlich höher als bei ETF.
Der Brokervergleich oder Depotvergleich hilft bei der Ermittlung der besten Anbieter – wer bereits ein Depot führt, erhält hier Anregungen für einen möglichen Depotwechsel.
Die als klassisch geltende Anlagestrategie lebt vom Kauf und langfristigen Halten möglichst günstig erworbener Titel. Sie setzt ein Wirtschafts- und Unternehmenswachstum voraus, das kurzfristige Kursschwankungen über längere Zeit mit Gewinn überwindet.
Für Buy and Hold eignen sich Aktien und Anleihen, Fonds und ETF. Insbesondere Indexfonds machen die Strategie auch für Kleinanleger möglich.
Garantien für Renditen gibt es bei der börslichen Spekulation nicht. Mit einer möglichst breiten Streuung der Investition und einer guten Fundamentalanalyse grenzen Anleger die Risiken ein.
Um mit Wertpapieren zu handeln und diese vorzuhalten, wird ein Wertpapierdepot benötigt. Das Konto kann bei einer Bank oder einem Broker geführt werden. Besonderes Augenmerk sollte den Konditionen und Kosten gelten, denn die Gebühren schmälern die erzielten Gewinne sonst spürbar.
Um größere Wertpapierpakete zu erwerben, muss ein gewisses Grundkapital vorhanden sein. Allerdings können Anleger auch mit überschaubaren Investitionen starten und diese regelmäßig ergänzen. Alternativ geben Sparverträge Kleinanlegern Zugang zur Börse schon mit geringen Sparraten.


Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.