

Die Core Satellite Strategie gehört zu den bekanntesten Anlagestrategien. Anleger nutzen sie gern, um ein grundsätzlich solides Kernportfolio um interessante Satelliten zu ergänzen. Die Idee dahinter ist simpel – der größte Teil des Kapitals wird in risikoarme Titel investiert. Mit einem geringeren Teil sind Käufe von Aktien und anderen Finanzinstrumenten möglich, die bei höherem Risiko auch höhere Renditen versprechen.
Core Satellite ergänzt Buy and Hold durch zusätzliche Renditepotenziale und aktives Management. Die Strategie sorgt dafür, dass kurzfristigere Spekulationen möglich sind, ohne dass der Hauptteil des Portfolios dabei gefährdet würde.
Die Strategie verdankt ihren Namen einer Parallele zur Astronomie: Der „Core“ bezeichnet den stabilen Kern des Portfolios, während die „Satelliten“ die dynamischen Ergänzungen darstellen. Beide Bestandteile folgen unterschiedlichen Prinzipien.
Die Kombination dieser beiden Ansätze ermöglicht es, einerseits von stabilen Renditen zu profitieren und andererseits flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Der Ansatz ist dabei vielversprechend, verlangt dem Depotinhaber jedoch deutlich mehr ab als das einfache Kaufen und Halten der Buy and hold Strategie. Gute und aktuelle Kenntnisse nicht nur der Finanzwelt, sondern auch ein Überblick über die globale Tagespolitik und Wirtschaft sind notwendig, um Kandidaten für die Satelliten frühzeitig zu identifizieren.

▶️ Die Core Satellite Strategie wird oft verwendet/ Shutterstock/ Freedomz
Jede noch so gute Anlagestrategie ist nicht frei von Risiken. Wertpapierkäufe sind immer spekulativ – schließlich erhoffen sich Anleger Kursgewinne und eventuelle Dividenden. Die sind nicht garantiert, Verluste sind durchaus möglich. Für eine erfolgreiche Umsetzung einer Core Satellite Strategie ist ein gutes Risikomanagement und die Beschäftigung mit den Märkten nötig. Auch Disziplin ist eine wesentliche Voraussetzung.. Wir stellen die wichtigsten Anforderungen vor, damit die Kombination von passiver und aktiver Anlage gelingt.
Der Kern und die Satelliten werden anhand vollkommen unterschiedlicher Maßstäbe erworben und gepflegt. Die vorgegebenen Anteile für den Portfolio-Kern, der rund 75 oder 80 Prozent ausmachen kann, und der Kapitalaufwand für die Satelliten sollten eingehalten werden, entsprechend der vorher festgelegten Strategie eingehalten werden. Und selbst wenn sich noch so verlockende Risikoanlagen eröffnen – mit einem persönlichen Risikomanagement wird Fehlspekulationen ein Riegel vorgeschoben.
Um die langfristigen Investitionen für den Depot-Kern zu tätigen, stützen sich Anleger auf eine detaillierte Auswertung anhand wirtschaftlicher Kennzahlen, historischer Kurse und fundamentaler Marktanalysen. Bei den Satelliten, die oft nur kurze Zeit gehalten werden, kann sich die Technische Analyse als hilfreich erweisen. Sie ist anspruchsvoll, hilft aber bei der Identifizierung von Einstiegsgelegenheiten. Denn nur wer günstig kauft, kann mit Gewinn wieder verkaufen.
Der größte Teil der Investition, nämlich der Kern, bleibt nach dem Kauf einfach liegen und sollte nur angepasst werden, wenn unbedingt nötig. Gerade die lange Haltedauer eliminiert kurzzeitige Volatilitäten. Das bedeutet jedoch auch, dass sich Anleger von zeitlich begrenzten Kursverlusten nicht verunsichern lassen dürfen.
Da ein Portfolio mit einer Core Satellite Strategie einen passiven Investmentansatz mit aktiven Ergänzungen versieht, kommen mehr und andere Wertpapiere in Betracht als für ein reines Buy and Hold Depot.
Neben Unternehmensanteilen, die auf lange Sicht Kursgewinne und Dividenden versprechen, sind auch Anleihen von Staaten und Firmen für das Kernportfolio eine sinnvolle Ergänzung. Anleihen haben eine vorab festgelegte Laufzeit und werfen über das Grundkapital hinaus eine Prämie ab. Die beachtliche Auswahl der Anlagen kommt der Diversifizierung des Depots zugute.
Aktiv verwaltete Fonds versprechen aufgrund der Expertise der Fondsverwalter gute Erträge. Sie sind jedoch mit vergleichsweise hohen Fondsgebühren verbunden. Bei börsengehandelten Indexfonds wird die Zusammensetzung und Gewichtung der Bestandteile durch algorithmische Gewichtung an den Basis-Index angepasst. Der Algorithmus macht ETF günstiger. Fonds und Fondsanteile sind überdies sparplanfähig, so dass auch Kleinanleger sie für eine Core Satellite Strategie nutzen.
Die große Gruppe der „abgeleiteten“ Finanzinstrumente umfasst sämtliche Assets, die nicht mit einem tatsächlichen Kauf verbunden sind, sondern einem Basiswert folgen. Zu ihnen gehören Produkte wie Optionen mit Hebelwirkung oder Zertifikate ohne Hebel und weiteren Besonderheiten. Derivate wie Optionen, Futures, Zertifikate oder Differenzkontrakte kommen im weiteren Sinn für Satelliten-Strategien in Betracht.
Wie muss man sich nun ein ausgewogenes Core Satellite Portfolio vorstellen? Am besten verdeutlicht man die Core Satellite Strategie am Beispiel. Eine erste Frage gilt dabei der Gewichtung von Kern und Satelliten.
Sehr beliebt ist ein Verhältnis von 80:20 Prozent – doch auch andere Proportionen sind denkbar. Wichtig ist, dass der stabilisierende Kern den größeren Teil des Portfolios einnimmt. Denn er soll der Investition langfristig „Bodenhaftung“ verleihen. Bleiben wir also bei 80:20 und entwerfen wir ein Muster-Portfolio.
Steht anfänglich nicht allzu viel Kapital zur Verfügung, empfehlen Finanzexperten die Kerninvestition in einen ETF. Bei der Core Satellite Strategie mit Indexfonds partizipieren Anleger unter anderem an den bekanntesten Weltindizes wie dem MSCI World oder dem S&P500. Der MSCI World mit seinen tausenden von Einzelwerten bringt eine enorme Streuung mit, seine historische Performance ist gut.
Die Satelliten, erworben mit einem Fünftel des Anlagekapitals, verteilen sich auf mehrere Positionen. Hier geht es nicht um Stabilität – statt dessen sollen diese Investitionen möglichst gute Renditen erzielen. Unterscheiden sie sich deutlich vom Kern-Investment, dienen sie außerdem einer breiteren Streuung. Ihre Auswahl erfolgt anhand von Trends und Themen, Branchen oder Regionen, aber auch aufgrund der Vorzüge bestimmter Finanzinstrumente.
Und so kann ein Muster-Portfolio für Einsteiger im Wert von 10.000 Euro aussehen:
Experten empfehlen, einen Teil des Satelliten-Kapitals zurückzuhalten – das wären in diesem Fall 500 Euro, die für Umschichtungen bei ungünstigen Entwicklungen verfügbar sind.
Eine der Besonderheiten der Core Satellite Strategie ist der Unterschied der Ansätze. Der Kern setzt auf einen langfristigen Wertzuwachs ohne besonderen Aufwand, die Kosten für Verwaltung und Umschichtung bleiben auf einem Minimum, Risiken werden so weit wie möglich vermieden.
Anders die Spekulation mit den Satelliten. Hier werden aktiv Trends verfolgt, die Handelsaktivitäten sind ausgeprägter, auch die damit verbundenen Kosten. Das erfordert eine andere Art von Risikomanagement.
Beim Kernportfolio wird die breite Streuung der Investition groß geschrieben. Sollte ein einzelner Wert ausfallen oder eine Branche kriseln, wird dies nur einen geringen Einfluss auf die gesamte Anlage haben. Aus diesem Grund sind Welt-ETF mit inhärenter Diversifizierung hier eine gute Wahl.
Diese Streuung tritt bei den Satelliten in den Hintergrund. Gerade hier kommt Risikokapital zum Einsatz, es darf spekuliert werden, aber nicht einfach drauflos. Möglichst fundierte Informationen und eine gute Kenntnis der ausgewählten Instrumente und Themen sind wichtig.

➡️ Die Core Satellite Strategie setzt nicht auf Streuung/ Shutterstock/ BEST-BACKGROUNDS
Eine Strategie, die auf ein Kern-Investment und umgebende Satelliten setzt, ist eine Erweiterung der bekannten Buy and Hold Strategie. Daher lässt sie sich gut mit anderen Trading Strategien kombinieren. Für den Kern können Anleger beispielsweise ihren langfristig geplanten Käufen eine Dividendenstrategie hinzufügen. Der Fokus auf stabile, auch historisch gut performende Titel mit attraktiven Dividenden sorgt beim Kern für einen Zinseszins-Effekt.
Die Satelliten lassen sich vielseitig bestücken. Direkte Wertpapierkäufe sind unter anderem mit einer Momentum Strategie möglich – basierend auf der Wertentwicklung in der Vergangenheit und deren angenommener Fortsetzung.
Wer zumindest teilweise kurzfristig investieren will und es dabei auf möglichst hohe Renditen abgesehen hat, kann über einige Tage und Wochen eine Swing Trading Strategie verfolgen. Auch die Spekulation mit Derivaten, insbesondere mit gehebelten Finanzprodukten, kann sich lohnen, gilt aber als besonders risikoreich.
Tatsächlich bietet die Core Satellite Strategie das Beste aus zwei Anlage-Welten, nämlich einen robusten, wenig schwankungsanfälligen Kern für die Stabilität und einige zusätzliche Investments für höhere Erträge mit klar definiertem Spielgeld. Wie jede Vorgehensweise hat auch diesee Anlagestrategie nicht nur Vorteile – deshalb bringen wir die Stärken und Schwächen hier nochmals auf den Punkt.
Die Kenntnis der Finanzwelt, eine gute Auswahl geeigneter Produkte und ein funktionierendes Risikomanagement sind wesentliche Voraussetzungen für das Gelingen einer Strategie wie Core Satellite. Dabei sollten Anleger – und alle, die es werden wollen – einen weiteren wichtigen Aspekt nicht vergessen, nämlich die Wahl des Finanzdienstleisters.
Banken und Broker, die das Depot führen und Zugang zum Handel geben, lassen sich ihre Services vergüten. Die Kosten und Gebühren müssen von den Renditen abgezogen werden – weshalb bereits bei der Wahl des Brokers die Kosten beachtet werden müssen. Anleger müssen mit Ausgaben für die folgenden Leistungen rechnen:
Vergleichsportale geben einen Überblick über die besten Depotanbieter und erleichtern die Entscheidung für den geeigneten Finanzdienstleister durch weiterführende Erfahrungsberichte.
Ein umfangreicherer Kern des Portfolios wird mit Titeln bestückt, die langfristig gehalten werden – wie beim Buy and Hold. Etwa 80 Prozent der Anlage nehmen Werte ein, die mit wenig Wartung über längere Zeit stabile Entwicklungen und Dividenden versprechen. Die Satelliten, insgesamt vielleicht 20 Prozent der Anlage, sind kurzfristigen Spekulationen mit höheren Renditeversprechen gewidmet.
Für Trading Strategien jeder Art wird ein Wertpapierhandelskonto benötigt. Das Depot führt eine Bank oder ein Broker. Wichtig ist, dass sämtliche gewünschten Leistungen und auch die in Frage kommenden Wertpapiere angeboten werden, zu Gebühren, die so niedrig wie möglich ausfallen.
Neben der Investition in Aktien, Anleihen und Fonds können die Satelliten auch mit Derivaten „bestückt“ werden, etwa Hebelzertifikaten. Auch der CFD-Handel mit einem Teilbetrag der Anlage kann die erhofften guten Renditen liefern – bei entsprechender Einarbeitung in die volatilen Produkte.
Ein Start für ein Core Satellit Portfolio benötigt nicht zwangsläufig viel Kapital. Kleinanleger können auch mit ETF diese Strategie umsetzen. Die Auswahl der Indexfonds erlaubt verschiedene Kombination von Fonds auf breit aufgestellte Weltindizes und solchen mit interessanten Themen wie Wasserstoff oder KI.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.