

Der Momentum-Strategie liegt ein vergleichsweise simples Prinzip zugrunde: Trader identifizieren und nutzen Trends mit starker Dynamik, in der Erwartung, dass diese Dynamik anhalten wird. Diese Erwartung erfüllt sich häufig, da Trends in den Märkten durch Nachahmungseffekte verstärkt werden. Erfolg zieht – auch im börslichen und außerbörslichen Handel – weitere Investoren an.
Im Unterschied zu klassischen Buy-and-Hold-Ansätzen, die auf langfristige Wertsteigerung abzielen, fokussiert sich Momentum Trading auf temporäre Marktbewegungen. Das macht diese Strategie insbesondere für kurzfristige Handelsansätze wie Daytrading oder Swingtrading interessant und erfordert spezifisches Wissen sowie geeignete Werkzeuge.
Was genau ist die Momentum-Strategie, und warum zählt sie zu den bewährten Methoden für Daytrader und Swingtrader? Die Wurzeln dieses Ansatzes reichen bis in die 1960er Jahre zurück. Damals stellten Finanzexperten fest, dass bestimmte Aktien überdurchschnittlich gut abschnitten – teils über erstaunlich lange Zeiträume hinweg.
Die Erklärung für dieses Phänomen liegt in der Psychologie der Marktteilnehmer. Die Dynamik erfolgreicher Titel basiert oft auf dem sogenannten Herdentrieb: Aktien, die sich als profitabel erwiesen haben, ziehen verstärkt das Interesse von Anlegern auf sich. Dieses steigende Interesse führt zu einer erhöhten Nachfrage und damit zu weiter steigenden Kursen.
Dieser Mechanismus kann sich über längere Zeiträume fortsetzen, bis äußere Faktoren oder eine Wahrnehmung als überbewertet den Trend brechen. Momentum-Trader setzen gezielt auf diese Bewegungen, wobei sie – ähnlich wie bei Trendfolgestrategien – darauf spekulieren, von einer allgemein positiven Entwicklung zu profitieren. Dabei geht es nicht zwingend darum, Höchstkurse zu erreichen, sondern stabile Wertsteigerungen innerhalb des Trends mitzunehmen.

➡️ Die Momentum Strategie zählt als bewährte Methode/ Shutterstock/ MMD Creative
Um fundierte Handelsentscheidungen zu ermöglichen, stützen sich Anleger und Trader auf Kennzahlen und Indikatoren.
Nach einem geeigneten Benchmark für Momentum-Strategien wurde intensiv gesucht – eine zentrale Größe fand sich schließlich im Indikator der Relativen Stärke (RSI).
Die relative Stärke wird aus der Relation eines aktuellen Schlusskurses zum durchschnittlich berechneten Schlusskurs der vorangegangenen 26 Wochen berechnet. Ein RSI-Wert über Eins zeigt ein positives Momentum an und signalisiert, dass der aktuelle Kurs überdurchschnittlich gut performt. Längere Bewertungszeiträume können ebenfalls sinnvoll sein, da sich ein anhaltend positives Momentum über einen größeren Zeitraum noch verlässlicher interpretieren lässt.
Im Laufe der Zeit wurden zusätzliche Indikatoren entwickelt, die nicht nur das Momentum messen, sondern auch präzise Hinweise auf potenzielle Ein- und Ausstiegspunkte liefern. Die klassischen Kennzahlen, die Buy-and-Hold-Investoren nutzen, reichen Momentum-Tradern oft nicht aus. Zur detaillierten Analyse von Kursbewegungen verlassen sie sich bei der Chartanalyse auf eine Kombination mehrerer Instrumente:
Als Oszillator misst er die Geschwindigkeit von Kursbewegungen und gehört neben dem RSI zu den wichtigsten Tools beim Momentum Trading. Er zeigt an, ob ein Trend intakt ist oder an Dynamik verliert.
Diese sogenannten Moving Averages (MA) dienen zur Trendbestätigung über unterschiedliche Zeiträume. Obwohl sie keine Prognosen ermöglichen, sind sie unverzichtbar, um bestehende Trends zu erkennen und fundierte Handelsentscheidungen zu treffen. Eine Kombination mit anderen Faktoren erhöht ihre Aussagekraft.
Ein weiterer wichtiger Indikator, der nicht nur die Stärke, sondern auch die Geschwindigkeit von Kursbewegungen erfasst. Er eignet sich besonders für Prognosen und hilft dabei, Wendepunkte im Marktverlauf zu identifizieren.
Drei wesentliche Faktoren bestimmen die Ausprägung und Dauer eines Momentums – also die Stärke und Persistenz eines Trends:7
Das Volumen eines Assets gibt die Menge an gehandelten Wertpapieren innerhalb eines bestimmten Zeitraums an – und zwar die Gesamtheit der gehandelten Einheiten, unabhängig von der Anzahl der Transaktionen. Ein hohes Handelsvolumen erhöht die Liquidität eines Wertpapiers, was bedeutet, dass es eine starke Nachfrage und ein entsprechendes Angebot gibt. Für Trader sind liquide Märkte vorteilhaft, da sie einen reibungslosen Ein- und Ausstieg ermöglichen und Transaktionskosten reduzieren können.
Schwankungen im Kursverlauf – die sogenannte Volatilität – spielen eine Schlüsselrolle beim Momentum Trading. Sie schafft Gelegenheiten für den Einstieg, wenn Kurse vorübergehend sinken, und ermöglicht Gewinne, wenn Trader rechtzeitig zu höheren Kursen aussteigen. Für Momentum-Trader ist eine moderate bis hohe Volatilität besonders attraktiv. Ein umsichtiges Risikomanagement, etwa durch Orderzusätze zur Begrenzung von Verlusten oder Sicherung von Gewinnen, reduziert die Risiken, die mit volatilen Märkten einhergehen.
Momentum-Strategien zeichnen sich in der Regel durch einen klar definierten und oft überschaubaren Zeithorizont aus. Dieser wird von den Handelsstilen der Trader geprägt. Im Daytrading können Renditen auf täglicher Basis erzielt werden, während algorithmische Expert Advisors selbst in winzigen Zeitfenstern von Sekundenbruchteilen agieren. Swing-Trading-Ansätze nutzen hingegen mittelfristige Kursbewegungen, bieten jedoch ebenfalls die Möglichkeit, das Momentum erfolgreich auszuschöpfen.
Eine Momentum-Strategie setzt auf die Kraft des Trends – anders gesagt, Trader springen hier auf einen Zug auf, der bereits Fahrt aufgenommen hat und durch seine Dynamik potenziell weiter beschleunigt. Das ist bei den Überperformern an der Börse zweifellos interessant, denn stark gefragte Werte ziehen oft zusätzliche Aufmerksamkeit und Kapital an. Doch Garantien auf Gewinne gibt es selbstverständlich nicht.
Wer das Momentum-Trading praktiziert, wird früher oder später auch mit den damit verbundenen Herausforderungen konfrontiert. Dazu gehört, dass auch Titel, die sich zunächst sehr gut entwickeln, zwangsläufig irgendwann an Schwung verlieren. Kein Kurs kann unbegrenzt steigen, da mit zunehmendem Preisniveau viele potenzielle Käufer aus dem Markt gedrängt werden. Früher oder später werden solche Werte als überbewertet eingestuft, Anleger reagieren oft kollektiv – sie verkaufen ihre Positionen, der Kurs gerät unter Druck und fällt deutlich.
Die Gefahr der Überbewertung wird besonders unter volkswirtschaftlich angespannten Bedingungen sichtbar. Gerade die Überflieger der Börse verlieren dann häufig an Boden, da sie auf ihre fundamental gerechtfertigten Werte zurückfallen. Dies wurde während der COVID-19-Pandemie besonders deutlich: Viele vormals stark performende Aktien mussten erhebliche Kursverluste hinnehmen, da Marktteilnehmer angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit ihre Risiken reduzierten. Trader, die die Anzeichen solcher Wendepunkte nicht rechtzeitig erkennen, riskieren erhebliche Verluste.
Schon der Aktienhandel bietet die Möglichkeit, Momentum-Strategien anzuwenden. Noch interessanter wird dieser Ansatz jedoch im Handel mit Derivaten, die durch Hebelung höhere Renditen ermöglichen. Im außerbörslichen Bereich greifen Trader auf Finanzinstrumente zurück, die ihnen aufgrund ihrer Struktur eine potenziell überproportionale Beteiligung an Kursbewegungen gewähren.
Der Hebel – ein Darlehen des Brokers – kommt bei CFDs (Contracts for Difference) zum Einsatz. Seine Höhe variiert je nach Anlageklasse des zugrunde liegenden Basiswerts und wird von Regulierungsbehörden genau vorgegeben, um Trader vor exzessiven Risiken zu schützen. Da CFDs als volatile Instrumente gelten, legen spezialisierte Broker großen Wert auf die Unterstützung ihrer Kunden. Sie bieten sowohl theoretische Schulungen als auch praktische Hilfestellungen, um Trader bei der Anwendung von Strategien wie dem Momentum-Trading zu begleiten.
Der Zugang zu Momentum-Strategien mit Derivaten wie CFDs erfolgt über einen strukturierten Prozess, der Anleger schrittweise an die Praxis heranführt:
Dieser Ansatz bietet Tradern eine fundierte Grundlage, um die Chancen des Momentum-Tradings zu nutzen, ohne die Risiken aus den Augen zu verlieren.

▶️ Die Momentum Strategie bietet gute Chancen/ Shutterstock/ Constantin Stanciu
Neben aktiven Strategien, die das Momentum der Kurse nutzen, sind auch längerfristige Anlagen denkbar. Denn es gibt inzwischen Fonds, besser gesagt Indexfonds, die die Investition in die Überperformer der Märkte erleichtern.
ETF (exchange traded funds) bilden einen beliebigen Basisindex ab und werden durch Algorithmen kontinuierlich an die Entwicklung des Benchmarks und seiner Bestandteile angepasst. Die Verwendung von KI macht Indexfonds für Anleger günstiger als aktiv verwaltete Produkte mit ihren deutlich höheren Fondskosten.
Zu den Indizes, auf die ETF aufgelegt werden, gehören auch solche, die auf der Grundlage des Momentums erstellt werden. Mit dem Griff zu einem solchen Momentum-ETF hat der Käufer teil an der Wertentwicklung nicht einer, sondern mehrerer Aktien – eine breitere Streuung der Anlage und damit eine Absicherung gegen Kursverluste einzelner Werte ist dabei schon integriert.
Da Momentum-ETFs nicht nur als Einzelinvestition ins Depot gelegt werden, sondern auch für Sparpläne genutzt werden können, bieten sich die Produkte an für alle, die den Zeitaufwand und die Risiken bei Daytrading Strategien scheuen bzw. mit geringem Budget effektiv Vermögen aufbauen wollen. Zusätzlich zu Momentum-ETF können private Anleger weitere Produkte für einen langfristigen Zeithorizont nutzen, um eine Buy and Hold Strategie zu verfolgen und diese womöglich um eine Core Satellite Strategie zu ergänzen.
Trendfolge-Strategien für eine Trades zu nutzen, ist populär – nicht umsonst gibt es den Spruch „The trend is your friend“. Mithilfe geeigneter Indikatoren wird es nochmals einfacher, Trends, Trendstärken und Einstiegszeitpunkte zu identifizieren. Dass auch dabei ein Risiko vorhanden ist, sollten Trader nicht aus den Augen verlieren – daher sollen Pro und Contra nochmals kurz zusammengefasst werden.
Unter den Trendfolge-Strategien ist die Momentum Strategie eine der bekanntesten – nicht wenige Anleger und Trader folgen ihr unwillkürlich, wenn sie bei besonders gut performenden Titeln zugreifen. Mit der Unterstützung eines geeigneten Finanzdienstleisters lässt sich aus dem Momentum Trading noch mehr machen.
Denn die besten Broker unterstützen ihre Trader mit Software, Tools und Bildungsangeboten – die Ressourcen sind darauf ausgelegt, das Erlernen des Handels zu ermöglichen. Theoretische Inhalte vermitteln wichtige Grundkenntnisse. Demokonten geben Einsteigern die Gelegenheit, ohne Risiko mit virtuellem Kapital das Gelernte zu vertiefen.
Vor allem die Technische Analyse und der Gebrauch von Indikatoren für Trendfolge-Strategien erschließt sich auch Ungeübten. Ein guter Broker bietet die genannten Bildungsressourcen, zeichnet sich aber auch durch weitere Stärken aus:
Vergleiche wie Depotvergleich oder Brokervergleich geben Interessierten einen Überblick über führende Finanzdienstleister und deren Angebot. Die angeschlossenen Erfahrungsberichte gehen zu den Leistungen eines Brokers dann ins Detail.
Die Trendfolge-Strategie basiert auf der Identifizierung überdurchschnittlich guter Entwicklung und der Teilhabe daran – das Momentum ist durch verschiedene Indikatoren messbar.
Von der relativen Stärke der Kursbewegung profitieren Trader im börslichen Handel – beispielsweise mit Aktien – aber auch außerbörslich mit Derivaten. Ein Hebelfaktor vervielfacht bei den hier genutzten Instrumenten die Wertentwicklung.
Jede Aktivität, börslich oder außerbörslich, beinhaltet ein spekulatives Element. Auch ein ausgeprägter Trend kann sich unversehens umkehren. Verluste sind daher nie auszuschließen.
Während Anleger mit einem längerfristigen Zeithorizont überwiegend auf betriebswirtschaftliche Kennzahlen für ihre Analysen bauen, nutzen Daytrader oder Swingtrader die Technische Analyse. Sie suchen in der grafischen Darstellung der Kurse nach wiederkehrenden Mustern. Indikatoren – etwa zur Relativen Stärke und zum Momentum – erleichtern dies. Eine gute Kenntnis der Chartanalyse sollten Trader sich aneignen.
Der Handel mit Wertpapieren, die sich für das Momentum Trading eignen, ist börslich bei einem Aktienbroker oder einer Depotbank möglich, aber auch außerbörslich – etwa mit einem Handelskonto bei einem Forex- und CFD-Broker. Ein Brokervergleich erleichtert die Auswahl des geeigneten Finanzdienstleisters.

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Finanzielle Differenzgeschäfte (sog. contracts for difference oder auch CFDs) sind komplexe Instrumente und gehen wegen der Hebelwirkung mit dem hohen Risiko einher, schnell Geld zu verlieren. Der überwiegende Anteil der Privatkundenkonten verliert Geld beim CFD-Handel. Sie sollten überlegen, ob Sie verstehen, wie CFD funktionieren, und ob Sie es sich leisten können, das hohe Risiko einzugehen, Ihr Geld zu verlieren.