

Mit Aktien hohe Gewinne nur zu erzielen, wenn sich Märkte stark bewegen, ist eine verbreitete Ansicht. Spektakuläre Rallys oder dramatische Korrekturen versprechen schnelle Gewinne. Aber: Sehr volatile Phasen sind oft eher schwer zu handeln. Emotionale Entscheidungen übernehmen die Kontrolle, gesetzte Stop-Marken werden unterschritten (Slippage) und geplante Strategien funktionieren einfach nicht mehr.
Ruhige Marktphasen – obwohl sie unspektakulär wirken – bieten mehr Planbarkeit (wenn man auf dem Parkett davon sprechen kann) und sind von weniger emotionalen Entscheidungen geprägt. Grundsätzlich bietet Volatilität Anlegern Chancen, erfordert gleichzeitig aber auch Erfahrung, Kontrolle und Resilienz. Genau deshalb kann ein ruhiges Marktsetting gerade für Einsteiger durchaus mehr Vorteile bieten.
Der Begriff Volatilität beschreibt, wie stark Wertpapierkurse innerhalb eines bestimmten Zeitraums schwanken. Hohe Volatilität heißt, dass sich umfangreiche Preistrends entwickeln. Aktienkurse steigen oder fallen innerhalb von Minuten oder Stunden um mehrere Prozent. Niedrige Volatilität ist von wesentlich geringeren Schwankungen gekennzeichnet.
Einfaches Beispiel: Pendelt die Nvidia-Aktie zwischen 164 und 162 Euro, reden wir von niedriger Volatilität. In einem Marktszenario mit Bewegungen in einem Kanal zwischen 139 und 158 Euro handelt es sich um eine hohe Volatilität.
Volatilität ist für Handelsentscheidungen aus mehreren Gründen ein kritischer Faktor.
Ein Beispiel ist das Range-Trading (Kaufen an Unterstützungslinien, Glattstellung von Positionen an Widerstandslinien), das in ruhigen Märkten funktioniert , sich aber nicht als praktikabel entpuppt, wenn sich Trendmärkte entwickeln.
Das Gegenstück wäre eine Momentum-Strategie. Diese profitiert tendenziell eher von hoher Volatilität, performt aber schlechter in Seitwärtsphasen. Zu wissen, in welcher Marktphase ich mich als Anleger gerade bewege, definiert letztlich die verschiedenen Werkzeuge, mit denen auf das Sentiment reagiert werden kann.

Trader nutzen die Volatilität oft für ihre Handelsstrategie (Foto: Shutterstock/ muse studio)
Die Identifikation der Rahmenbedingungen für den Markt liefert wichtige Hinweise darauf, welche Strategie wahrscheinlich funktioniert. Zusätzlich erweist sich die Information als wichtiger Signalgeber dahingehend, wie sich mein Portfolio verhalten wird.
Einer der wichtigsten Indikatoren sticht sofort hervor: Kurse bewegen sich primär seitwärts. In Bezug auf einen Markt ohne starke Volatilität fehlen oft klare Trends. Es gibt einfach keine ausgeprägten Impulse, die nachhaltige Bewegung in den Aktienkursen auslösen.
Ein Rücksetzer wird schnell aufgefangen, Ausbruchsversuche nach oben scheitern. Es sind oft Wirtschaftsnachrichten – wie Unternehmensdaten – die zwar eine kurze Reaktion auslösen, die Kurse fallen aber schnell in den „Trendkanal“ zurück.
Auslöser der Ruhe können Konsolidierungen nach starken Trends sein. Die Märkte beruhigen sich nach einem starken Einbruch wieder, Investoren bewerten ihre aktuelle Position und warten auf Signale, die den Wiedereinstieg rechtfertigen. Aber auch die Sommermonate, Feiertage über den Jahreswechsel (mit einem geringen Handelsvolumen) oder statische Zinsentscheidungen zeigen oft niedrigere Volatilität.
Ob ein Markt mit überschaubarer Volatilität wirklich besser ist, liegt im Auge des Betrachters. Erfahrene Anleger mit einem klaren Fokus auf Daytrading oder Momentum brauchen eine stärkere Schwankungsbreite. Auf der anderen Seite gibt es genügend Anleger, die ruhige Marktphasen schätzen.
Ein ruhiger Markt bietet den Vorteil, innerhalb der Range zu handeln, ohne beispielsweise eine starke Slippage in Kauf zu nehmen. Hintergrund: Dieses Phänomen entsteht, wenn ein Stop-Loss „überrannt“ wird. Die Plattform löst das Glattstellen einer Position aus – der Markt hat sich aber schon weiterbewegt und realisiert den Stop nicht mehr zum eingestellten, sondern zu einem niedrigen Preis.
Die „Ruhe“ ist eines der Elemente, das ruhige Märkte kennzeichnet. Es kommt seltener vor, dass Anleger überreagieren und dabei emotionale Fehler machen. Weiterhin bleibt mehr Zeit, um sich mit dem Markt zu beschäftigen, das Sentiment zu analysieren oder Strategien zu überprüfen.
Für die Entwicklung einer Anlagestrategie nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass ruhige Märkte Muster zeigen. Unterstützungs- und Widerstandslinien ziehen eine Range auf, in der sich die Kurse bewegen. Mal testet ein Asset den Widerstand, mal kommt es zu einem Abpraller an Unterstützungslinien.
Diese Zonen lassen sich in das Trading einbinden – über Stop Loss oder Take-Profit-Punkte. Parallel ergeben sich Einstiegschancen an den jeweiligen Umkehrpunkten. Anleger, die Signale aus dem Handelsvolumen und anderen Parametern herauslesen können, treffen datenbasierte Entscheidungen.

Ruhigere Märkte eigenen sich oft besser für Einsteiger (Foto: Shutterstock/ Fabio Principe)
Wachstumsbasierte Strategien setzen auf Momentum und die Stärke einzelner Trends. Damit sind – besonders im Zusammenhang mit Megatrends wie aktuell im Tech-Sektor – erhebliche Gewinnerwartungen verbunden. Die zugrunde liegenden Methoden lassen sich auf ruhige Märkte nicht einfach übertragen.
Um in Phasen ohne hohe Volatilität trotzdem eine Rendite zu erwirtschaften, ist der Griff zu den richtigen Strategien erforderlich. Gerade für Börsenneulinge müssen diese nachvollziehbar und einfach umzusetzen sein.
Diese elementare Seitwärts-Strategie verfolgt ein klares Konzept. Positionen werden nahe der Unterstützungslinie eröffnet, der Take-Profit wird im Bereich der Widerstandspunkte bzw. knapp darunter angesetzt. Wer sich als Anleger Renditechancen offenhalten will, kann einen Trailing-Stop-Loss setzen und damit das Ausstiegsniveau für die Position nachziehen.
Kurse tendieren in ruhigen Märkten dazu, um ihren Durchschnitt zu pendeln. Anleger nutzen diese Erkenntnis und kaufen, wenn die Distanz zwischen Kurs und historischem Durchschnitt nach unten wächst. Ein Ausweichen in die andere Richtung führt zum Glattstellen der Position. Indikatoren wie RSI oder Bollinger Bänder helfen dabei, die richtigen Signale zu identifizieren.
Mit diesem Ansatz nutzen Anleger die Gewinnbeteiligungen der Unternehmen. Ein stabiler Ertrag aus den Dividenden kompensiert das fehlende Momentum. Entscheidend ist, die Durchmischung des Portfolios nicht allein auf die Dividendenrendite auszurichten. Es braucht einen klaren und differenzierten Blick auf die Fundamentaldaten, um potenziell interessante Aktien nach der Kontinuität ihrer Ausschüttungen und dem Marktanteil zu bewerten.

Die Dividenden Strategie ist eine gute Möglichkeit für ruhige Märkte (Foto: Shutterstock/ Drazen Zigic)
Anleger nutzen verschiedene Strategien, um auch an einem Markt mit wenig Volatilität einen Ertrag zu erzielen. Für Trades, die schnell zwischen verschiedenen Kursniveaus hin- und herspringen, bieten sich neben Aktien auch CFDs an. Der Vorteil: Über die Finanzderivate wechseln Trader schnell von der Long- in die Short-Position.
Pepperstone gehört zu den Brokern, mit denen Anleger Zugriff auf eine breite Auswahl an CFDs haben – und damit auch in ruhigen Phasen handeln können. Was im Vergleich hervorsticht, sind die komfortable Eröffnung des Handelskontos (direkt online, ohne störenden Kanalwechsel für die Legitimation) und der leistungsstarke Tradingdesk, mit dem sich Charts auswerten lassen.
Einem Markt ohne Volatilität fehlt vollkommen die Spannung. Eine verbreitete und doch nicht unbedingt zutreffende Aussage. Auch ruhige Phasen bieten Anlegern die Chance auf einen Ertrag. Die Strategien und Dynamiken sehen nur etwas anders aus. Disziplin, Resilienz und ein sauberes Risikomanagement sind das grundlegende Mindset für Trades in diesen Marktphasen.
Damit lassen sich Range-Trading und Mean-Reversion umsetzen. Was es zusätzlich braucht, ist der Blick auf Indikatoren, die Marktsentiments widerspiegeln und die Volatilität messen. Eines muss klar sein: Jeder Widerstand oder jede Unterstützungslinie sind am Ende dazu da, um irgendwann gebrochen zu werden.
Für Börsenneulinge sollten die Liquidität und Spreads eine Rolle spielen. Zutreffend ist dies beispielsweise für große Indizes. Hierzu stehen zusätzlich oft umfassende Analysen zur Verfügung. Was eher zu meiden ist, sind exotische Märkte, Pennystocks oder illiquide Derivate. Das Risiko, in eine unberechenbare Marktbewegung hineinzulaufen, ist an dieser Stelle einfach zu hoch.
Warnsignale sind Indikatoren wie der ATR oder VIX. Steigen diese, nimmt das Risiko zu. Parallel können plötzlich größere Tageskerzen oder ein Bruch wichtiger Unterstützungslinien mit hohem Volumen Signale sein. Aber auch besondere Ereignisse wie geopolitische Krisen werfen ihre Schatten auf die Märkte meist voraus.
Nicht jeder Anleger beherrscht vom ersten Moment die Klaviatur der Indikatoren. Wichtige Tools sind die Widerstands- und Unterstützungslinien, der RSI sowie der ATR zur Volatilitätsmessung. Diese drei sollten sicher beherrscht werden. Zusätzlich sind Stop-Orders ein zentrales Element, um sich gegenüber Verlusten abzusichern.
Ein zentrales Element ist der konsequente Einsatz von Stop-Loss-Orders. Diese dienen der Verlustbegrenzung, lassen sich aber auch als Trailing-Stop-Loss für Gewinnmitnahmen einsetzen. Außerdem müssen Anleger berücksichtigen, welche Kosten entstehen – und dass diese aus den Gewinnen gedeckt werden.

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