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Markus Zschabers "Welthandelsindex" "Aufhellung am Konjunkturhorizont"

Die Eurokrise hängt weiter wie ein Damoklesschwert über der globalen Wirtschaftsentwicklung. Dennoch sind die Risiken zurückgegangen und die Situation hat sich - verglichen mit dem Sommer - in allen Bereichen verbessert, wie Vermögensverwalter Markus C. Zschaber feststellt.

Das dritte Quartal war ein Quartal der strukturellen Abschwächung. Dennoch sieht Markus C. Zschaber einen Wachstumszyklus, in dem selbst in einem getrübten Klima die Handelsaktivität schlagartig zulegen kann. "Ja, wir haben an Dynamik im Welthandel über die Sommermonate eingebüßt, allerdings von einem wirklichen Einbruch kann nicht die Rede sein, eher von einer zyklischen Pause", fasst der Vermögensverwalter zusammen. Die außenwirtschaftlichen Daten der wichtigsten Volkswirtschaften (Nord- und Südamerika, China, Russland und Deutschland) zeigen bereits gewisse aufhellende Tendenzen.

Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen sollte ihre seit Mai andauernde zyklische Pause beendet haben. Bis auf den Frachtverkehr per Luftverkehr konnte sich der Warenumschlag in den vergangenen vier Wochen steigern und zwar im nationalen als auch internationalen Kontext. Die positive Dynamik setzt sich fort, auch wenn die Handelsvolumina noch keine Höchststände markieren. Hinzu kommt, dass der Lagerzyklus, welcher in den Sommermonaten noch die Stimmung und Aktivität bremste, jetzt einen positiven Effekt entwickeln sollte. Bei der ganzen Aufregung um die Eurokrise, Griechenlandrettung und Fiskalklippe in den USA haben viele Übersehen, dass sich die Weltwirtschaft insgesamt verbessert hat.

"Aufhellung am Konjunkturhorizont"

Zschaber Kopie.jpgFakt ist, dass auf industrieller Ebene seit Monaten Unterkapazitäten im Lagerzyklus als auch im Investitionsgüterzyklus bestehen. Die Skepsis, welche durch die Eurokrise entstanden ist, ist in den Köpfen der Unternehmer spätestens im Sommer dieses Jahres angekommen und sorgte dafür, dass dieselbigen ihr unternehmerisches Risiko drosselten. "In den vergangenen Monaten haben wir eine deutliche Tendenz in fast allen Schlüsselindustrien erkannt, dass die Nachfrage größtenteils aus den Lagern bedient wurde, ohne dass diese direkt wieder deutlich aufgefüllt wurden. Hinzu kommt, dass in den strategischen Investitionsplänen der Unternehmen, Ersatz- und Neuinvestitionen nur untergeordnet eine Rolle gespielt haben. Dies hat den Schwung der Konjunktur maßgeblich beeinflusst, sollte sich aber zukünftig positiv ändern und sogar für eine Aufhellung am Konjunkturhorizont sorgen", führt Zschaber weiter aus. Die Chancen stehen laut den empirischen Ergebnissen gut, dass wir bereits ab diesem Monat und in den ersten Monaten 2013 eine höhere Dynamik hinsichtlich der Handelsaktivität bekommen sollten.

Auch die eigentlich nachzyklischen konjunkturellen Daten wie der Arbeits- und Immobilienmarkt oder das Verbrauchervertrauen in den USA zeigen, dass die größte Volkswirtschaft der Welt an Dynamik zulegen kann. Die Exporte aus China stiegen zuletzt das zweite Mal in Folge um gegenüber den Vorjahreszeiträumen um rund 10 Prozent.

Zyklische Stabilisation der Privatwirtschaft

Ein weitere ganz entscheidender Faktor, den wir in den Fokus stellen ist, dass die Unternehmen mit einer regelrecht rekordverdächtigen Geschwindigkeit an den Kapitalmärkten zu historisch niedrigen Zinsen Kapital beschaffen und zwar über alle Bonitätsklassen hinweg. Die Liquiditätsbedingungen verbessern sich zunehmend. Die Kapitalströme im internationalen Geschäft verdeutlichen eine eindeutige zyklische Stabilisation der Privatwirtschaft und deren Liquiditätsversorgung. Ein Anstieg der Investitionen ist somit in naher Zukunft zu erwarten.

Stützend wirkten eindeutig der private Konsum und das nicht nur in Deutschland sondern auch in den USA, China, Russland und in Teilen Südamerikas. "Das binnenwirtschaftliche Wachstum ist die Säule der Stabilität unserer Weltwirtschaft", so Zschaber.

Zschaber aktuelles Pressefoto.jpgNach Einschätzung unserer Analysen und Gespräche befinden sich sogar viele Handelsunternehmen in einer gewissen Form des "Wettrüstens". Vor allem im Einzelhandel sehen wir die Bereitschaft strukturelle Investitionen voranzutreiben, so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Wichtig hierbei ist: Die erzielbaren Cash-Flows ermöglichen diese Investitionen.

Probleme in Südeuropa

Aber es gibt auch weiterhin konjunkturelle Schwächesignale: In erster Linie können diese nach wie vor in Südeuropa festgestellt werden. Die Nachfrage nach Exporterzeugnissen verharrt auf Rekordtief, was aber hinsichtlich der depressiven beziehungsweise prekären Verfassung der Wirtschaft, der Geschäftslage und an den Arbeitsmärkten in diesen Staaten nicht verwundert. Hier steht die EU-Politik in der Verantwortung, endlich neue Wege zu gehen und einen intelligenten Investitionszyklus in Spanien, Griechenland und Portugal in Gang zu setzen. Ohne eine Wiederbelebung der Konjunktur, werden sich die Defizite nicht schließen lassen. Sparen ohne Verantwortungsbewusstsein für die Konjunktur und Investitionen münden in einem realwirtschaftlichen Kollaps, da ist sich der Vermögensverwalter sicher.

Komfortabler Ausblick für Deutschland

Für den Vizeexportweltmeister Deutschland zeigt sich auch in den wirtschaftlich abkühlenden Sommermonaten, wie wichtig die internationale Stellung der heimischen Industrie ist. Vor allem die hocheffiziente Produktion, die verstärkte Arbeitsteilung, die hohe Anzahl an Weltmarktführern und die qualitative Wettbewerbsfähigkeit haben dafür gesorgt, dass der Handel mit der Welt weiter sehr solide aussieht. Wegfallende Nachfragekapazitäten konnten durch die ansteigende Nachfrage aus Asien und den USA überkompensiert werden. Dies lässt auch einen komfortablen Ausblick für das kommende Jahr zu.

Im globalen Kontext erkennen wir zusätzliche positive Entspannungen: "Durch die angekündigten Maßnahmen der EZB sowie die Rettungsschirme ESM und EFSF entwickelt sich das systemische Risiko, welches ausgehend von der Eurokrise für die Weltwirtschaft eindeutig besteht, in die richtige Richtung. Die Krise in Südeuropa wird immer mehr isoliert".

Insgesamt erwarten wir, dass der Welthandel einen weiteren Zuwachs gegenüber dem Vorjahr erreichen kann und auch im Ausblick für das kommende Jahr sich positiv entwickelt. Stabilisierend sollten hier vor allem die wieder anziehenden Investitionen in den USA, in den BRIC–Staaten und in Deutschland wirken.

Kernaussagen zu den Teilbereichen:

Schifffahrt

Der Überseeguttransport zeigt wieder eine positive Entwicklung. Sowohl im Stückgut- als auch Massengutumschlag zeigt sich eine Erholungstendenz auf, die vielversprechend ist. Vor allem im Zuge einer höheren Nachfrage an Vorleistungsgütern gekoppelt mit einer höheren Nachfrage aus Asien sollten die Tonnagen und Charterraten welche in den letzten drei Monaten tendenziell schwächer verlaufen sind stabilisieren.

Dies sollte auch die Transportkapazitäten in den kommenden Wochen wieder zu höherer Auslastung bewegen, wobei die aktuellen Daten trotz Abschwächung sehr stabil waren. Auch das chinesische Konjunkturpaket in Höhe von 150 Mrd. Dollar sollte für anhaltenden Auftrieb sorgen, die Auftragslage sollte ebenfalls zulegen können. Vor allem die ökonomischen Fundamentaldaten aus den Freihandelszonen Nord- und Südamerikas signalisieren durchaus weitere positive Entwicklungschancen.

Lastwagen- und Schienentransport

Privatkonsum und Binnennachfrage bleiben die starken Säulen des Welthandels. Dies zeigt sich in vielfältiger Hinsicht. Vor allem der US–Konsument zeigt in den letzten Wochen vermehrt ein Comeback. Aber auch in Deutschland, Russland und Brasilien sind positive Entwicklungen hinsichtlich der Güternachfrage festzustellen. Dies führte zu einem Anstieg der Kapazitätsauslastung. In China stiegen jüngst erneut die Bestellungen sowie viele Logistikunternehmen erhöhten ihre Investitionen.

Es zeichnet sich ein verbessertes Bild im Nah- und Fernverkehr weiter ab. Insgesamt stiegen die Kapazitäten in allen binnenwirtschaftlich wichtigen Räumen (Ex Eurozone) im Lkw- und Schienentransport. Dies spiegelt eine substanzielle Nachfrage wieder. Der anziehende Lagerzyklus sollte ebenfalls positive Entwicklungen hervorrufen. Die Lage und die Aussichten bleiben somit positiv.

Flugtransport

In den vergangenen vier Wochen verdeutlicht sich das Bild, dass die Eurokrise primär in Europa das Luftfracht- und Verkehrsaufkommen stark negativ beeinflusst. Vor allem sind die Luftverkehrsgüter Chemie-, Telekommunikation- und Hightechgüter deutlich im innereuropäischen Lufttransportmarkt rückläufig gewesen. Dagegen verzeichnet sich in Asien, Nordamerika und Südamerika eine leichte Verbesserung der strukturellen Nachfrage ab. Zwar verbleiben die Kapazitäten noch auf niedrigem Niveau, eine Stabilisation zeichnet sich aber ab. Das Marktumfeld sieht insgesamt noch deutlich verhaltener aus als in allen anderen Transportsegmenten, was allerdings aufgrund der konjunkturbegleitenden Stellung nicht ungewöhnlich ist.

Fazit

Die weltwirtschaftlichen Risiken sind zurückgegangen, das ist die positive Zusammenfassung in Bezug auf die Weltwirtschaft. Das Damoklesschwert "Eurokrise" schwebt zwar nach wie vor unübersehbar üb den Köpfen aller Protagonisten in der Welt, dennoch sind die Tendenzen insgesamt stabilisierend und zufriedenstellend. Vergleicht man die heutige Situation jedoch mit jener im Sommer, hat sich die Lage in allen Bereichen aufgehellt und wird sich unserer Einschätzung nach in den nächsten Monaten weiter verbessern.

In den letzten Wochen entwickelten sich die Aktienmärkte in einer Seitwärtsbewegung, welche auch mit Blick auf teilweise hinter den hohen Erwartungen zurückgebliebenen Unternehmenszahlen angemessen zu bewerten ist. Mit Blick auf die fundamentalen Details setzt die V.M.Z. Vermögensverwaltungsgesellschaft den Schwerpunkt auf Aktienunternehmen, die globale Absatzmärkte haben und von der Depression in Südeuropa nicht wesentlich betroffen sind.

Deutsche Zykliker mit hoher Absatzaktivität in Süd- und Nordamerika stehen weiterhin im Fokus. In erster Linie aus den Branchen Chemie, Baustoffe, Anlagen- und Maschinenbauer, Elektronik und vereinzelt auch Technologieunternehmen. "Bei einer weiteren Entspannung der Systemkrise hier in Europa, sollten vor allem zyklische Unternehmen die großen Profiteure sein!", so Zschaber.

Allerdings sollten die Anleger sehr wachsam bleiben, da aufgrund der Unsicherheiten im Zuge der Staatsschuldenkrise die Schwankungen hoch bleiben sollten. Eine aktive Quotenallokation über alle Anlageklassen hinweg gilt als unabdingbar.

Interessante Aktien bleiben: Adidas, SAP, Henkel, Bayer, BMW, Beiersdorf, Gildemeister, Leoni, Amazon.Com, Eastman Chemical, Microsoft, 3M, Symrise, Scotts Miracle, Gea, Duerr, Krones, Estee Lauder und Colgate Pamolive.

 

Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH erstellt den Index monatlich. Informationen zum Index unter www.welthandelsindex.de

Quelle: Dr. Markus C. Zschaber Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH

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