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Fiskus besteuert unterschiedlich Eurokrise treibt Goldpreis auf Rekordhoch

Der Goldpreis eilt von Allzeithoch zu Allzeithoch. Aber nicht jeder Goldkauf verspricht Erfolg. Denn der Fiskus besteuert die verschiedenen Anlagen unterschiedlich. Steuerliche Aspekte sind bei der Renditeerwartung daher unbedingt zu berücksichtigen.

Die breite Palette möglicher Goldinvestments lässt kaum einen Anlegerwunsch offen. Bei den verschiedenen Anlageformen gibt es allerdings beträchtliche Unterschiede hinsichtlich ihrer steuerlichen Belastung. Je nach dem, ob es sich um Münzen, Anleihen oder Aktien handelt, langt der Fiskus bei den erzielten und realisierten Gewinnen mit Steuersätzen von null bis fast 30 Prozent zu. Dadurch fällt die Nettorendite sehr unterschiedlich aus.

Münzen und Barren

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Goldmünzen und Goldbarren sind als Anlage zu empfehlen.

(Foto: dpa)

Steuerlich am günstigsten wird Gold in Form von Münzen und Barren behandelt. Kursgewinne, die hier nach Ablauf einer zwölfmonatigen Spekulationsfrist erzielt werden, sind steuerfrei. Da der Fiskus Goldmünzen und Goldbarren quasi als Währung anerkennt, erhebt er beim Kauf auch keine Mehrwertsteuer. Dafür fällt für die Prägung etc. ein Aufgeld an. Dieser Aufpreis gegenüber der Notierung am Spotmarkt beläuft sich ab einer Größe von einer Feinunze (31,10 Gramm) in der Regel auf vier bis fünf Prozent. Außerdem sind die Kosten für ein Schließfach oder einen möglichen Tresor zu Hause zu berücksichtigen.

Xetra Gold

Ohne ein nennenswertes Aufgeld und ohne Kosten für die Aufbewahrung kommt das so genannte Xetra Gold aus. Dies erklärt den hohen Beliebtheitsgrad dieser Anlageform. Bei Xetra Gold handelt es sich um eine Inhaberschuldverschreibung, also eine Anleihe, die mit physischem Gold unterlegt ist und börsentäglich gehandelt wird. Da ein Auslieferungsanspruch der Anleger besteht, ging man lange Zeit davon aus, dass die mit Xetra Gold realisierten Kursgewinne wie bei Münzen und Barren steuerfrei sind. Das Bundesfinanzministerium (BMF) teilt diese Auffassung allerdings nicht. Die Finanzbeamten erheben 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirschensteuer. Dies summiert sich auf eine steuerliche Belastung von bis zu 28,625 Prozent. Die Deutsche Börse Commodities GmbH, die Xetra Gold emittiert, prüft zurzeit rechtliche Schritte gegen dem entsprechenden Anwendungserlass des BMF.

Aktien und Zertifikate

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Michael Bormann ist Steuerberater und Gründungspartner bei der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner.

Unstrittig ist dagegen die steuerliche Behandlung von Goldminenaktien und Zertifikaten. Hier wird kein Unterschied zu anderen Aktien und Derivaten gemacht. D.h., dass realisierte Gewinne - unabhängig von der Haltedauer - mit Abgeltungssteuer, Solidaritätszuschlag und möglicherweise Kirchensteuer belastet werden. Abhängig von der Höhe der Kirchensteuer gehen somit bis zu 28,625 Prozent an den Fiskus.

Rein steuerlich betrachtet, sind also Goldmünzen und Goldbarren den anderen Anlageformen vorzuziehen. Dies gilt zumindest solange, wie die rechtliche Lage bei Xetra Gold noch nicht endgültig geklärt ist.

Quelle: n-tv.de

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