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Sie sind die Popstars der Börse, man nennt sie Gurus, Magier oder Investment-Legenden: Warren Buffet, Andre Kostolany oder George Soros. Der Börse voraus sein und damit gutes Geld machen - das schafften sie mit Strategien, die auf den ersten Blick oft etwas seltsam klingen.

"Wenn jemand Geld hat, soll er zuerst in die Apotheke gehen, eine gute Schlafmittel kaufen. Und dann einkaufen, eine Palette internationale Werte - natürlich erste Stelle deutsche und amerikanische. Und dann einschlafen?schlafen?" So beschreibt der Finanzexperte Andre Kostolany das Spekulieren.

Bei Kostolany zumindest hat die abwartende Taktik funktioniert. Der gebürtige Ungar war an den Börsen der Welt Zuhause. Wie kein anderer interessierte sich der inzwischen verstorbene Börsenkenner für die Psychologie der Anleger - und die haben schon immer nach Gesetzmäßigkeiten für ein erfolgreiches Investment gesucht.

Eine bekannte Börsenregel lautet: Sell in May and go away - zu deutsch: Verkaufe im Mai und halt dich dann von der Börse fern. Die Vermutung dahinter: Zu Beginn der Sommermonate könnten die Kurse absacken.

"Im Frühjahr - April und Mai - werden normalerweise Dividenden ausgeschüttet und viele legen dieses Geld dann auch wieder in Aktien an. Wir haben in dieser Phase, so glaubt man zumindest, steigende Kurse. Und diese steigenden Kurse nutzen eben die Cleveren aus, um zu verkaufen", erklärt der Börsenexperte Friedhelm Busch.

Eine andere Investment-Regel lautet: Greife nie in ein fallendes Messer. Friedhelm Busch erläutert: "Wenn die Kurse lange Zeit gefallen sind, dann glauben viele Anleger: Jetzt muss man einsteigen, denn tiefer fallen können sie ja gar nicht. Aber sie können noch tiefer fallen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass man wartet, bis die Kurse unten sind - bis das Messer am Boden liegt. Wer in ein fallendes Messer greift, der kann sich böse verletzen."

Und noch eine Börsenregel: Kaufe die Gerüchte, verkaufe die Fakten. Gerüchte haben oft größere Auswirkungen auf das Börsengeschehen als hinterher die bestätigte Nachricht. Wer auf Gerüchte hin Aktien kauft, kann deshalb stark profitieren - aber nur, wenn es dann wirklich so kommt. Doch solche Wahrsagerei an der Börse ist äußerst riskant: Manchmal werden falsche Behauptungen sogar gezielt gestreut.

Der Großinvestor Warren Buffett gibt nicht viel auf starre Regeln. Er verlässt sich bei seinen Zukäufen auf sein eigenes Urteil und hält die Aktien dann jahrzehntelang. Er legt sich quasi schlafen. Diese Strategie hat ihn zum reichsten Mann der Welt gemacht.

"Das ist ziemlich einfach, ich versuche Geschäfte finden, die ich verstehe, wo es einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil gibt und ein Management, das ich mag - und das zu einem interessanten Preis verkaufen will", beschriebt Warren Buffets sein Vorgehen.

Doch auch die Börsenlegenden sind sich nicht einig: Im Gegensatz zu Buffett und Kostolany, die sehr langfristig investieren, nutzt der Fondsmanager George Soros kurzfristige Schieflagen aus und hat damit genauso viel Erfolg. Letztendlich hilft dem Anleger wohl nur eines: Aus eigener Erfahrung eine eigene Strategie entwickeln.

Quelle: ntv.de

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