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Carola Ferstl Oma und die Liechtenstein-Connection

Bisher haben wir auf die Bilder der reichen Steuersünder mit genüsslicher Schadenfreude reagiert. Traf es doch die vermeintlich Richtigen, die jahrelang in geheimen Stiftungen in Liechtenstein ihr Vermögen geparkt haben. Das Lachen könnte uns aber bald im Halse stecken bleiben, wenn demnächst Omi oder Opi als Steuersünder enttarnt werden.

Sie haben richtig gehört. Die Steuerbehörden haben es ab sofort vermehrt auf die Rentner abgesehen, so zumindest die Einschätzung der Steuergewerschaft (DStG). Unter den Älteren scheint sich also, fast unbemerkt von uns allen, eine große Gruppe von Steuersündern entwickelt zu haben. Leider wissen es die Damen und Herren in fortgeschrittenem Alter häufig selber nicht, dass sie tagtäglich Unrecht tun.

Denn seit 2005 müssen Rentner auf 50 Prozent ihrer Alterseinkünfte Steuern zahlen. Zuvor wurden dafür nur 27 Prozent herangezogen. Bei Herrschaften, die ab sofort Rente bekommen, steigt der Anteil, der besteuert wird, pro Jahrgang um 2 Prozentpunkte. Leider wissen das viele Rentner nicht so genau, sie beschäftigen meist auch keine Steuerberater mehr. Um zu vermeiden, dass viele Enkel Oma und Opa nicht mehr sehen können, da diese gerade einen Steuerprozess durchstehen müssen, verlangen Experten die Einführung einer Bagatellgrenze von 500 Euro pro Jahr. Handeln tut Not, denn ab 2009 übermitteln die Rentenversicherer ihre Daten den Finanzämtern, und dann kommt alles raus, übrigens auch rückwirkend. Von den 15 Millionen Rentnerhaushalten in Deutschland zahlen bisher nämlich nur 3,5 Millionen Steuern, so die Auskunft der Steuergewerkschaft (DStG).

Quelle: n-tv.de