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Nachricht Shareholder Value

Die Besitzer von Aktiengesellschaften sind die Aktionäre. Man nennt sie auch Anteilseigener oder Shareholder. Sie freuen sich, wenn der Shareholder Value, also der "Wert für den Aktionär" möglichst hoch ist. Unternehmen, die die Strategie des Shareholder Values verfolgen, setzen alles daran, dass der Aktienkurs steigt.
 
Die Deutsche Bank ist ein gutes Beispiel. Ihr Chef Josef Ackermann will vor allem zwei Ziele erreichen: Gewinnmaximierung und die Erhöhung der Eigenkapitalrendite auf mindestens 25 Prozent.
 
"Shareholder Value kommt aus den Vereinigten Staaten dem Land, in dem der Kapitalismus besonders groß geschrieben wird. Der deutsche Finanzier Karl Fürstenberg hat im 19 Jahrhundert mal gesagt, dass Aktionäre dumm und frech sind. Das hat sich durch Shareholder Value maßgeblich verändert. Jetzt geht es darum, im Interesse der Aktionäre den Wert eines Unternehmens zu steigern. Das geht leider manchmal so weit, dass es auf Kosten der Mitarbeiter geht, meinen jedenfalls Kritiker", resümiert der n-tv Wall-Street-Experte Markus Koch.
 
Konkret sieht das so aus: Wenn sich ein Unternehmen wie zum Beispiel die Deutsche Bank neu strukturiert, um Kosten zu senken und damit den Gewinn zu erhöhen, honoriert das die Börse in der Regel mit einer Kursteigerung. Das lockt Aktionäre an und sorgt dafür, dass der Kurs abermals steigt. Das macht die Shareholder glücklich, zumal sie mit steigenden Dividenden rechnen können.
 
"Was bei Shareholder Value natürlich wichtig ist, ist nicht nur auf die Kurzfristigkeit der Unternehmensgewinne zu achten, sonder auch auf die Langfristigkeit. Nur auf den kurzfristigen Profit zu schauen wohin das führt, hat uns die Kapitalmarktkrise gezeigt", erinnert Markus Koch.
 
Das Modell des Shareholder Value ist heftig umstritten. Hat die übertriebene Gier nach immer weiter steigenden Gewinnen doch dazu beigetragen, dass vor allem amerikanische Finanzinstitute sehr riskante Geschäfte eingingen, die katastrophal scheiterten. Die Folgen sind dramatisch: Eine Weltwirtschaftskrise, wie sie es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gab. Eine Reaktion darauf: Gewerkschafter gingen auf die Straße, in Sorge, dass wegen der Krise der Sozialstaat Schaden nimmt.
 
Von Katharina Kiecol

Quelle: ntv.de