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Roubini Global Economics US-Regierung hat Pulver verschossen

Trotz der schwachen Daten zu den konjunkturellen Perspektiven der USA rechnet Sandra Navidi von Roubini Global Economics mit einer anhaltenden Erholung auf sehr niedrigem Niveau. Reichen wird das aber nicht.

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Sandra Navidi im Gespräch mit Jens Korte.

Ein niedriges Wirtschaftswachstum in den USA von 1,5 Prozent dürfte nach Einschätzung von Navidi schmerzlich für die gesamtwirtschaftliche Lage sein. Es bedeutet etwa, dass die Arbeitslosigkeit weiter steigt, dass das Defizit weiter steigt oder dass auch die Immobilienpreise weiter schwach bleiben.

Optimistischen Tönen aus Washington schenkt sie keinen Glauben und sieht darin politischen Berufs-Optimismus. Insbesondere die Arbeitslosigkeit in den USA ist aus Navidis Sicht besorgniserregend. Eine Rolle spielt dabei auch, dass in der Arbeitslosenstatistik beispielsweise Langzeitarbeitslose, die sich gar nicht mehr um Arbeit bemüht haben, nicht erfasst werden.

Für weitere stützende Maßnahmen fehlen der Regierung und der US-Notenbanke jedoch die Mittel. So kann der Leitzins nicht noch weiter sinken, darüber hinaus läuft bereits die Notenpresse, auch Staatsgarantien wurden bereits ausgesprochen. An den Märkten ist Navidis Einschätzung zufolge daher mit anhaltender Unsicherheit und daher hoher Schwankung zu rechnen. Sichere Häfen seien da in erster Linie Staatsanleihen aus Deutschland, Kanada und den USA.

Nouriel Roubini ist Professor für Volkswirtschaft an der Stern School of Business der New York University und hat sich in der Vergangenheit mit seinen treffsicheren Prognosen einen Namen gemacht. Heute gilt er als Koryphäe unter den Wirtschaftspropheten.

In einer exklusiven Deutschland-Kooperation kommentieren die Experten aus Roubinis Team jeden Freitag um 8.15 Uhr und 12.30 Uhr die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen.

Quelle: ntv.de