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Der Tag Anti-Grapscher-App wird in Japan zum Riesenerfolg

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Der jüngsten Statistik zufolge wurden 2017 900 Fälle von Belästigungen in Zügen in Tokio gemeldet.

(Foto: picture alliance / Christopher J)

Viele Frauen dürften diese Situation kennen. Sie stehen in einer vollen U-Bahn, halten sich irgendwo fest und stellen sich sehnlichst vor, wie sie diesem stickigen Gefährt bald entfliehen können - als plötzlich irgendein Fremder Körperstellen berührt, die nicht von Fremden oder überhaupt jemandem ohne Aufforderung berührt werden sollten. Wie in so einer überraschenden und gleichzeitig überfordernden Situation reagieren? Vielen fällt es schwer, lautstark auf das Fehlverhalten der anderen Person aufmerksam zu machen.

In Japan erdachte die Polizei daher eine App, die Frauen in Not helfen soll. Sie ist zu einem riesigen Erfolg geworden. Mit der Smartphone-Anwendung können Opfer von unsittlichen Berührungen in den notorisch überfüllten U-Bahnen Tokios auf ihre Lage aufmerksam machen, ohne sich selbst äußern zu müssen. Mit Aktivierung der App ertönt entweder ein "Stopp" in höchster Lautstärke - oder auf dem Display erscheint die Notrufmeldung "Es gibt einen Angreifer, bitte helfen", welche die Opfer anderen Passagieren dann zeigen können.

Nach Polizeiangaben wurde die App bereits mehr als 237.000 Mal heruntergeladen. Dies sei eine ungewöhnlich hohe Download-Zahl für eine App des öffentlichen Dienstes. Eigentlich eine gute Nachricht - angesichts des hohen Bedarfs bei Betroffenen aber auch wieder nicht.

Quelle: n-tv.de