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Der Tag BR-Satiresendung wegen "Blackfacing" in der Kritik

Die "Letzte Instanz"-Sendung des WDR vor einigen Wochen war offenbar nicht das letzte Mal, dass ein Fernsehsender mit einem Beitrag mal so richtig ins Klo greift und zeigt, dass in vielen Redaktionen immer noch an Bewusstsein für Rassismus mangelt: In der Satiresendung "Schleich Fernsehen" des Bayerischen Rundfunks (BR) mimt der Satiriker Helmut Schleich einen schwarzen Despoten, der der Bundesrepublik verschrobene Tipps gibt, wie die Corona-Pandemie gemeistert werden könnte - verpöntes Blackfacing (auf Deutsch: Gesicht schwärzen) inklusive. Die missglückte Franz-Josef-Strauß-Parodie in Gestalt eines afrikanischen Diktators mache ihn "fassungslos", schreibt der Journalist Malcolm Ohanwe, der einen Ausschnitt davon auf Twitter veröffentlicht hat:

"Bevor im Bayerischen Fernsehen ein Schwarzer Mann eine Sendung moderiert, malt sich die Redaktion lieber Schwarz an und verarscht afrikanische Staaten. Muss man das verstehen?", fragt er in einem weiteren Tweet - und ist mit seiner Kritik nicht allein: "Jedes Mal von neuem die gleiche Diskussion, als wäre das ganze nicht schon 1000 mal kritisiert worden", schreibt eine Twitter-Nutzerin und ein Nutzer fragt: "Ist das euer Ernst? Blackfacing? (...) Die zuständige Redaktion sollte wohl mal dringend sensibilisiert werden." Es gibt jedoch auch Tweets, in denen das Verhalten verteidigt und mit der Freiheit der Satire argumentiert wird. Der Bayerische Rundfunk hat sich zu dem Rassismusvorwurf bislang noch nicht geäußert.

Quelle: ntv.de

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