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Der Tag Bundespolizei testet Elektroschockwaffen

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Bei einem Taser schießt ein Polizist aus einer Distanz von zwei bis fünf Metern mit Draht verbundene Pfeile ab. Der Pfeil dringt einen Zentimeter in die Haut und gibt einen Stromimpuls ab. Der Strom wirkt sich auf Nerven und Muskeln aus, was für die Dauer von Sekunden völlige Handlungsunfähigkeit bewirkt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Offiziell heißen sie "Distanzelektroimpulsgeräte". Landläufig sind sie eher bekannt als Taser. Die Bundespolizei erprobt deren Einsatz ab diesem Monat an drei verschiedenen Orten: Berlin-Ostbahnhof, Kaiserslautern und Frankfurt/Main-Hauptbahnhof. Insgesamt sollen etwa 30 Elektroschockwaffen probeweise ein Jahr lang zum Einsatz kommen, heißt es vom Bundesinnenministerium. Falls sie sich bewährten, könnte die Bundespolizei deutschlandweit damit ausgerüstet werden.

Taser könnten für bedrohte Polizisten eine gute Möglichkeit sein, "einen Schusswaffengebrauch zu minimieren oder zu vermeiden" und dennoch Angreifer auf Distanz zu halten, hieß es vom Ministerium. Der Einsatz unterliegt allerdings gewissen Regeln: Polizisten müssen erst eine Warnung aussprechen und dürfen den Taser dann nur auf den unteren Oberkörper und bei Flüchtenden lediglich auf den Rücken zielen. "Hals, Kopf, Nacken und Genitalien sind zu vermeiden", sagte der Sprecher. Der Einsatz muss zudem lückenlos dokumentiert werden - falls vorhanden, auch mit Körperkameras (Bodycams) von Polizisten. In deren Fahrzeugen müssen sich für den Notfall zudem Defibrillatoren finden.

Quelle: ntv.de