Mittwoch, 07. Dezember 2022Der Tag

mit Max Perseke
Max Perseke
22:34 Uhr

Das war Mittwoch, der 7. Dezember 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

ein für die Sicherheitsbehörden ereignisreicher Tag geht zu Ende. Am Morgen ging es los mit einer Großrazzia. 3000 Beamter waren in mehreren Bundesländern im Einsatz. Sie nahmen 25 Menschen aus der sogenannten "Reichsbürger"-Szene fest. Vorgeworfen werden ihnen Umsturzpläne in der Bundesrepublik. Die Aufklärung dieser und weitere Ermittlungen werden uns vermutlich noch eine ganze Weile begleiten.

Andauern wird sicherlich auch die Diskussion darüber, dass zahlreiche Meiden offenbar schon vor der Großrazzia in diese eingeweiht waren. Für Kritiker hatte die Aktion in der Art ihrer medialen Begleitung das Geschmäckle eines PR-Stunts.

Auf ntv.de finden Sie mehrere Texte, die Sie noch einmal durch den Großrazzia-Tag führen und einige Beteiligte vorstellen:

Von den sonstigen Geschehnissen des Tages sticht noch der Machtkampf zwischen Perus Präsident Castillo und dem Kongress des Landes hervor. Der damit endete, dass Castillo festgenommen wurde und die Andenrepublik nun die erste Präsidentin ihrer Geschichte hat.

Ihnen wünsche ich einen angenehmen Abend und buenas noches!

22:05 Uhr

Nach Festnahme von Castillo: Perus bisherige Vizepräsidentin als neue Staatschefin vereidigt

Nach der Absetzung des peruanischen Staatschefs Pedro Castillo durch das Parlament ist die bisherige Vizepräsidentin Dina Boluarte als neue Staatschefin vereidigt worden. Die 60-jährige Juristin legte im Kongress in Lima ihren Amtseid ab. Die Verfassung sieht vor, dass im Fall einer Absetzung des Staatschefs sein Stellvertreter die Amtsgeschäfte übernimmt. Boluarte ist die erste Präsidentin in der Geschichte des südamerikanischen Landes.

Zuvor hatte Castillo angekündigt, den Kongress aufzulösen und künftig mit Dekreten zu regieren. Offenbar wollte er damit der Abstimmung über einen Misstrauensantrag im Parlament zuvorkommen. Allerdings stellten sich auch große Teile seiner Regierung gegen ihn. Boluarte sprach von einem Staatsstreich. Schließlich stimmte die Mehrheit der Parlamentarier für eine Amtsenthebung von Castillo. Wenig später wurde der frühere Staatschef festgenommen und von Ermittlern vernommen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Andina berichtete.

21:41 Uhr

Nach Razzia: Nun 19 mutmaßliche "Reichsbürger" in U-Haft

Nach der Großrazzia in der Reichsbürgerszene sind nun 19 der 25 am Mittwoch festgenommenen Verdächtigen in Untersuchungshaft. In den 19 Fällen hätten Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof die Haftbefehle in Vollzug gesetzt, teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Abend mit. Damit seien die Vorführungen für Mittwoch abgeschlossen. Planmäßig sollen auch an diesem Donnerstag noch Verdächtige den Richtern vorgeführt werden. Die Bundesanwaltschaft hatte am Mittwoch in elf Bundesländern sowie in Italien und Österreich insgesamt 25 Menschen festnehmen lassen. 22 von ihnen wirft sie vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die das politische System in Deutschland stürzen wollte. Drei weitere Festgenommene gelten den Angaben zufolge als Unterstützer.

21:09 Uhr

Französische Marine setzt Schiff mit 4,6 Tonnen Kokain fest

Ein Schiff aus Brasilien mit mehr als 4,6 Tonnen Kokain an Bord ist von der Marine Frankreichs im Atlantik gestoppt worden. Die Ladung hatte schätzungsweise einen Wert von 150 Millionen Euro, wie aus einer Mitteilung der Europäischen Polizeibehörde Europol hervorging. Demnach wurde das 21 Meter lange Schiff auf dem Weg nach Europa in internationalen Gewässern vor der Küste Sierra Leones am 30. November festgesetzt. An der gemeinsamen Aktion nahmen Europol, das Maritime Analyse- und Einsatzzentrum für Drogen sowie Behörden Brasiliens, Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten teil. Ermittlungen zu den beteiligten kriminellen Banden auf beiden Seiten des Atlantischen Ozeans seien im Gange, hieß es in der Mitteilung.

20:40 Uhr

Deutsche Snowboarderin stirbt nach Zusammenstoß mit Pistenraupe im Zillertal

Bei einem Zusammenstoß mit einer Pistenraupe ist eine deutsche Snowboarderin im österreichischen Zillertal ums Leben gekommen. Die 29-Jährige habe bei dem Unfall am Mittwoch schwere Verletzungen am Kopf erlitten und sei noch auf der Piste auf dem Horberg bei Schwendau gestorben, sagte eine Sprecherin der Tiroler Polizei. Die Unfallursache müsse noch ermittelt werden. Über die genaue Herkunft der Frau machte die Sprecherin vorerst keine Angaben.

20:07 Uhr

Videos des Tages

19:39 Uhr

Verfassungskrise in Peru: Präsident löst Parlament auf

Nur wenige Stunden vor einer Parlamentsdebatte über seine Amtsenthebung hat Perus Präsident Pedro Castillo die Kammer aufgelöst. Er löse den "Kongress vorübergehend auf" und setze "eine außerordentliche Notstandsregierung" ein, die per Dekret regieren werde, sagte der umstrittene linksgerichtete Staatschef in einer Fernsehansprache. Castillo kündigte an, "so schnell wie möglich einen neuen Kongress" einzuberufen, der innerhalb von höchstens neun Monaten eine neue Verfassung ausarbeiten solle. Auch das Justizsystem, unter anderem das Verfassungsgericht, werde "umstrukturiert", erklärte Castillo. Er verhängte zudem eine landesweite nächtliche Ausgangssperre. Der für Mittwoch im konservativ dominierten Kongress geplante Amtsenthebungsantrag gegen Castillo ist bereits der dritte seit seinem Amtsantritt im Juli 2021.

Update 20:44 Uhr: In Peru schlägt das Parlament im Machtkampf mit Präsident Pedro Castillo zurück. Der Kongress enthob Castillo am Mittwoch des Amtes, nachdem dieser zuvor die Auflösung des Parlaments verkündet hatte. Als Grund wurde "moralische Unfähigkeit" angegeben. Zudem bekam Castillo keinen Rückhalt von anderer Seite: Verbündete stützten ihn nicht und Minister, das Militär und die Polizei kritisierten seinen Schritt, das Parlament außerhalb des Rechtsweges zu schließen.

19:05 Uhr

Lauterbach: Chinesen in Deutschland können Sinovac-Vakzin bekommen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat dem chinesischen Sinovac-Impfstoff eine Einfuhrgenehmigung erteilt. "Mit dieser Zulassung wollen wir erreichen, dass chinesische Bürger durch den eigenen Impfstoff hier auch geschützt sind", sagte Lauterbach gegenüber RTL/ ntv. Der Impfstoff darf nun nach Deutschland eingeführt und hier ausschließlich an Staatsangehörige Chinas verabreicht werden. Grundlage dafür ist eine Bewertung durch das Paul-Ehrlich-Institut. Geimpft werden darf nur in Verantwortung der Botschaften und Konsulate Chinas. Eine Zulassung für Deutsche ist nicht vorgesehen.

18:27 Uhr
Breaking News

Ergebnis der DFB-Krisensitzung: Hansi Flick bleibt Fußball-Bundestrainer

Hansi Flick bleibt Bundestrainer. Das gibt der Deutsche Fußball-Bund sechs Tage nach der WM-Blamage in Katar bekannt. Flick werde seinen Vertrag bis zur Heim-EM 2024 erfüllen, heißt es nach einer Analyse der Katar-Pleite mit DFB-Präsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke in Neu-Isenburg.

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18:24 Uhr

Vor Opernabend: Klimaaktivisten beschmieren Mailänder Scala

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Nach der Farbe kommt die Säuberung.

(Foto: picture alliance / ROPI)

Klima-Aktivisten haben am Mittwoch den Eingang der weltberühmten Mailänder Scala mit Farbe beworfen, um für einen konsequenteren Klimaschutz zu demonstrieren. Das renommierte Opernhaus wurde im Morgengrauen von fünf Klimaaktivisten attackiert, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Zwei Menschen rollten Transparente aus mit der Aufschrift "Letzte Generation - Nein zum Gas und Nein zur Kohle".

  • Die Aktion fand wenige Stunden vor der Eröffnung der Opernsaison am Abend mit der Premiere der russischen Oper "Boris Godunow" statt.
  • Sie hätten die Farbattacke in die Tat umgesetzt, "um die Politiker, die an diesem Abend dabei sind, aufzufordern, ihre Vogel-Strauß-Politik zu beenden und sich für die Rettung der Bevölkerung einzusetzen", erklärte die Aktivistengruppe "Letzte Generation".
17:44 Uhr

Stinkefinger-Ermittlungen gegen Udo Lindenberg eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen Panik-Rocker Udo Lindenberg wegen Beleidigung mangels öffentlichen Interesses eingestellt. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurde der Anzeigensteller, der AfD-Bürgerschaftsabgeordnete Alexander Wolf, auf den Privatklageweg verwiesen. Was war passiert?

  • Wolf hatte Lindenberg angezeigt, weil dieser ihm im September bei dessen Ernennung zum Hamburger Ehrenbürger in der Bürgerschaft den Mittelfinger gezeigt hatte.
  • Beim Tatbestand der Beleidigung handele es sich um ein Privatdelikt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Liddy Oechtering. "Bei Privatklagedelikten erhebt die Staatsanwaltschaft nur dann Klage, wenn das öffentliche Interesse hieran bejaht wird. Das ist vorliegend nicht geschehen."
  • Wolf zeigte sich von der Entscheidung empört und kündigte Beschwerde an. "Lindenbergs Stinkefinger darf keine Schule machen", sagte er und warf der Staatsanwaltschaft vor, "mit ihrer absurden Begründung den Straftatbestand der Beleidigung kleinzureden und zu verharmlosen".
17:17 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

16:38 Uhr

"Potenzielles Leben" gestohlen: Unbekannte klauen beträchtliche Menge Bullensperma

Unbekannte haben auf einem Bauernhof in Olfen im Münsterland 60 Pullen Bullensperma gestohlen. Der Landwirt habe den Diebstahl bemerkt, als er eine Kuh per Spritze besamen wollte, teilte die Polizei mit. Einbruchspuren gab es nicht; die Kuhbesamung musste verschoben werden. "Potenzielles Leben" wurde gestohlen, heißt es im Polizeibericht. Die Polizei ermittelt nun, ob das Sperma fachgerecht gekühlt abtransportiert wurde und möglicherweise am Markt angeboten wird, wie ein Sprecher sagte. Für den Transport sei nämlich flüssiger Stickstoff nötig, damit das Sperma nicht abstirbt. Für den Leser klinge das möglicherweise nach einer humorigen Geschichte; für den Bauern bedeute der Diebstahl aber durchaus einen Verlust, sagte der Polizeisprecher. Die Preise für eine Portion Bullensperma liegen nach Auskunft der Landwirtschaftskammer je nach Abstammung des Tieres zwischen 30 und 100 Euro.

16:12 Uhr

Taliban lassen Mädchen unerwartet an Abschlussprüfung teilnehmen

Die Taliban haben Mädchen in Afghanistan den Besuch weiterführender Schulen bereits verboten, nun haben die Machthaber die Schülerinnen örtlichen Medien zufolge aber kurzfristig zum Ablegen der Abschlussprüfungen eingeladen. Die Prüfung für Schülerinnen der zwölften Klasse, also des letzten Schuljahres, fand den Berichten zufolge am Mittwoch statt. Eine Schülerin aus Kabul sagte, dass sie von der Schule nur wenige Tage vorher über die Prüfung informiert worden sei. Die kurzfristige Ankündigung sorgte bei vielen Mädchen für Frust. "Erst konnten wir nicht am Unterricht teilnehmen und jetzt sollen wir ein Examen ablegen", sagte eine Prüfungsteilnehmerin dem örtlichen Nachrichtensender Tolo News. Eine andere bemängelte, dass sie aufgrund der Schulschließungen gar keine Unterrichtsmaterialien gehabt habe. Trotzdem gab es auch Freude über die "kleine Chance", wie andere Teilnehmerinnen sagten. Ein erfolgreiches Examen könnte den Weg in Richtung Universität ebnen - diese stehen Frauen noch offen.

15:40 Uhr

Sophie Passmann moderiert neue Literatursendung - Bücher von Bolaño und Diaz zunächst im Fokus

Die Schriftstellerin Sophie Passmann (28, "Alte weiße Männer: Ein Schlichtungsversuch") hat die Moderation einer neuen Literatursendung übernommen. Das Format heißt "Studio Orange" und soll als Streamingformat starten, später aber auch im klassischen Fernsehen platziert werden. Produziert wurden drei Folgen, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) mitteilte. Die erste Episode ist bereits online in der ARD Mediathek, die beiden weiteren Folgen sollen jeweils mittwochs erscheinen.

  • Zu Gast in der ersten Folge sind Autorin Helene Hegemann ("Schlachtensee") und Schauspieler Dimitrij Schaad ("Die Känguru-Chroniken"), der auch selbst schreibt.
  • In der ersten Folge werden die Bücher "2666" von Roberto Bolaño und "Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao" von Junot Diaz besprochen. Es geht im Gespräch aber beispielsweise auch um "Harry Potter".
14:57 Uhr

14-Jährige nach tödlichem Angriff auf Schulweg beigesetzt

Zwei Tage nach dem Angriff in Illerkirchberg ist das getötete Mädchen beigesetzt worden. Es sind Polizisten am Friedhof gewesen, damit die Trauerfeier geordnet ablaufen kann, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Zahlreiche Menschen trauerten um die 14-Jährige.

  • Sie und ein weiteres Mädchen waren in Illerkirchberg bei Ulm auf dem Schulweg angegriffen und schwer verletzt worden. Die 14-Jährige starb später in der Klinik. Die Obduktion ergab, dass die 14-Jährige mit türkischem Migrationshintergrund nach Stichverletzungen verblutete.
  • Die Polizei fand bei dem 27-jährigen mutmaßlichen Täter ein Messer. Gegen den Verdächtigen wurde ein Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes erlassen. Der Mann befand sich zuletzt verletzt in einem Justizvollzugskrankenhaus. Warum er die beiden Schülerinnen angriff, ist weiter unklar.

14:29 Uhr

Sunak will in Großbritannien Streikrecht einschränken

Angesichts von Streiks in zahlreichen Branchen in Großbritannien will Premierminister Rishi Sunak das Recht zu Arbeitsniederlegungen einschränken. Seitdem er Regierungschef ist, arbeite er an "neuen harten Gesetzen, um die Menschen vor diesen Störungen zu schützen", sagte Sunak im britischen Parlament. "Die Regierung war vernünftig. Sie hat die Empfehlungen eines unabhängigen Gremiums akzeptiert und in vielen Fällen höhere Lohnerhöhungen als im privaten Sektor gewährt", sagte Sunak. Deshalb werde er entsprechende Maßnahmen ergreifen, falls sich die Gewerkschaften weiterhin "unvernünftig" verhielten. Vor allem bei der Post und der Bahn kommt es seit Monaten immer wieder zu Streiks. Die Gewerkschaften fordern deutliche Lohnerhöhungen im Einklang mit der Inflation, die zuletzt bei mehr als 11 Prozent lag. Das lehnen die Arbeitgeber ab, die dafür Rückendeckung von der konservativen Regierung haben.

14:19 Uhr
Breaking News

Generalbundesanwalt: Acht mutmaßliche "Reichsbürger" schon in U-Haft

Acht der 25 am Mittwoch festgenommenen Verdächtigen aus der Reichsbürgerszene sind inzwischen in Untersuchungshaft. Das sagt Generalbundesanwalt Peter Frank in Karlsruhe. Unter den acht Personen ist auch der mutmaßliche Rädelsführer Heinrich XIII. Prinz Reuß.

Mehr dazu lesen Sie hier.
14:16 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Sabine Oelmann verabschiedet sich in ihren wohlverdienten Feierabend. Mein Name ist Max Perseke. Ich übernehme das Steuer von Sabine und begleite Sie bis zum Abend mit den wichtigsten Nachrichten aus aller Welt - und der ein oder anderen amüsanten Geschichte.

13:50 Uhr

Immer mehr Details zur "Reichsbürger"-Razzia

Nach der Razzia gegen eine rechtsextreme Terrorzelle in der "Reichsbürger"-Szene werden immer mehr Details über die Gruppierung bekannt. Einer ihrer Köpfe ist demnach Heinrich XIII. Prinz Reuß. Der Adelige sollte nach dem Umsturz wohl als Regent eingesetzt werden. ntv-Reporter Thomas Präkelt berichtet aus Saaldorf.

13:33 Uhr

Die mobbenden Manns

Wohl keine Familie in Deutschland hat so viele Literaten hervorgebracht wie die Manns. Ein neues Buch stellt nun aber das schwarze Schaf, Tochter Monika, ins Zentrum - und wirft ein wenig schmeichelhaftes Licht auf die berühmte Familie, bestehend aus, unter anderem, Erika, Klaus, Golo - und allen voran natürlich Literaturnobelpreisträger Thomas. Monika Mann, ist das viertgeborene Kind von Thomas und seiner Frau Katia, die ungeliebte Tochter.

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Monascella: Monika Mann und ihr Leben auf Capri | »Herzzerreißend schön zu lesen« Elke Heidenreich
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"Monascella. Monika Mann und ihr Leben auf Capri" hat Autorin Kerstin Holzer das Buch genannt, das gerade erscheint. Es wirft ein wenig schmeichelhaftes Licht auf die berühmte Familie - und zeigt sie in Bezug auf Monika als eine Sippe von Mobbern.

"Es ist ja bekannt, dass Monika Mann schon als Kind als Außenseiterin galt: weniger genial als die Älteren Erika und Klaus, weniger drollig als die Kleinen, Elisabeth und Michael", weiß Autorin Holzer. "Als Teenager wirkte sie muffig, als junge Frau unfähig, ihren beruflichen Weg zu finden. Und nach einer Schiffskatastrophe im Zweiten Weltkrieg galt sie endgültig beratungsresistent. Damit ging sie vor allem ihrer Mutter Katia auf die Nerven." Holzers Buch ist nun ein Porträt dieser von der eigenen Familie gemobbten Monika, die schließlich auf der italienischen Insel Capri eine Heimat und die Liebe fand - in Person von Antonio Spadaro, dem Sohn einer Fischerfamilie. Bei ihm, soll sie die Geborgenheit, die ihr in ihrer Herkunftsfamilie so lange verwehrt blieb, gefunden haben.

13:05 Uhr

Angespannte Lage im Iran

Zahlreiche Ladenbesitzer im Iran haben am dritten Tag in Folge ihre Geschäfte aus Protest nicht geöffnet. Der Staat hat in der Region schon ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften zusammengezogen. Auch gepanzerte Fahrzeuge sollen in den Kasernen stationiert worden sein. In der Hauptstadt Teheran berichten Augenzeugen aus Sorge vor Ausschreitungen von einer angespannten Lage. Viele Geschäfte blieben dort zunächst aber offen.

Für Verwirrung sorgte eine Erdbebenwarnung am Nachmittag. Die mutmaßlich durch einen Hackerangriff ausgelöste Warnung forderte alle Empfänger auf, ihre Häuser zu verlassen. Von Behördenseite wurde später ein Hackerangriff dementiert, es soll sich um einen fehlgeschlagenen Warntest gehandelt haben. Präsident Ebrahim Raisi zeigte sich bei einem Treffen mit systemtreuen Studenten kämpferisch. Er erneuerte seine Behauptung, dass die USA die Proteste anheizten und den Iran zerstören wollten. Beobachter sehen darin jedoch ein Manöver, um von den eigentlichen Ursachen der Proteste abzulenken.

Am Dienstag war Irans Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei mit dem Obersten Rat der Kulturrevolution zusammengekommen. Bei dem Treffen mit Raisi, Parlamentspräsident Bagher Ghalibaf und Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi soll es Berichten zufolge um eine mögliche Entscheidung über die Zukunft der Sittenpolizei gegangen sein. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seit Beginn der Proteste mindestens 470 Demonstranten getötet und rund 18.000 Menschen verhaftet.

12:44 Uhr

"Hamilton" ist eine Reise wert

Wenn Sie noch nicht wissen sollten, was Sie Ihren Kids zu Weihnachten schenken sollen und etwas Cooles und gleichzeitig Lehrreiches suchen, dann gehen Sie mit ihnen in Hamburg ins Theater. Waaaas? Ein Musical? Ja! Die Geschichte über den amerikanischen Gründervater Alexander Hamilton ist jetzt in Deutschland zu sehen: Ein Rap-Musical, das im 18. Jahrhundert in Amerika spielt. Auch Übermutter Michelle Obama hat gesagt, dieses Musical sei das beste Kunstwerk, das sie je gesehen habe.

Okay, aber sie hat es auch auf englisch gesehen. Egal - die Übersetzung soll so gut sein, dass das Ganze auch in deutscher Sprache funktioniert. Am Broadway ist "Hamilton" ein Riesenerfolg, bricht alle Rekorde und hat bereits elf Tony Awards gewonnen, darunter auch den für das beste Musical. In New York zahlen Fans bis zu 1.000 Euro für ein Ticket. Da kommen Sie in Hamburg günstiger weg. Außerdem ist Hamburg immer eine Reise wert.

12:15 Uhr

Wasser predigen, Wein trinken- oder einfach: Harry und Meghan

Ja, sie bekommen gerade ein paar Preise und sind hier und da gefragt. Da muss man also anreisen. Statt sich nun aber in die Bahn zu setzen oder eine Linienmaschine ("Zu 99 Prozent reise ich per Linienflug", ließ Prinz Harry 2019 noch verlauten), schwingen Harry und Meghan ihre Alabasterkörper in Privatjets, um das - meist amerikanische Volk - mit ihrer langsam schwindenden, aber noch immer irgendwie vorhandenen - royalen Existenz zu beglücken.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, hat das Ex-Royal Pärchen kurz vor dem Start ihrer Netflix-Skandal-Doku, deren Startschuss-Zeremonien sie "freundlicherweise" in die Zeit der Anwesenheit von Kate und William in den USA legten - eine Auszeichnung erhalten, die für mehrfache Irritationen sorgte. Denn Meghan wurde ausgerechnet für ihre "Zivilcourage" beim Bruch mit dem Königshaus und der Familie ihres Mannes geehrt, mit einem "Ripple of Hope"-Award. Begründung hierfür: "Ich denke, sie haben heldenhaft gehandelt", begeistert sich die Schirmherrin der Gala, Kerry Kennedy, Nichte von John F. Kennedy.

Das Paar schwebte für diese Gelegenheit also im Privatjet zur Preisverleihung ein, obwohl die beiden sich ja immer als Klimaschützer abfeiern lassen oder es zur Not auch selber tun. Freundlicherweise rechnet die "Bild"-Zeitung mal vor, was das so mit sich bringt: Kosten circa 3800 Euro pro Stunde, Kraftstoffverbrauch der "Cessna 680A Citation Latitude": rund 800 Liter pro Stunde. Der CO2-Fußabdruck des Paares lag damit bei zehn Tonnen (pro Strecke) zehnmal höher als in einer Passagiermaschine! Ergo: Klimaschutz und Nachhaltigkeit kann man predigen, man muss sich anscheinend aber nicht selbst dran halten. Wenn man Harry oder Meghan heißt.

11:37 Uhr

Heizen mit Holz? "Das Ausland baut seine Wälder für Deutschland in Plantagen um"

Rund 1,1 Millionen Haushalte in Deutschland nutzen Holz als primäre Energiequelle. Aus Angst vor steigenden Preisen für Gas und Heizöl haben vor allem in diesem Jahr nochmals viele Menschen bei Pelletheizung oder der Hackschnitzel-Variante zugegriffen. Denn Heizen mit Holz gilt nicht nur als gemütlich, sondern auch günstig, grün und klimaneutral, weil das Kohlendioxid, das beim Verbrennen in die Atmosphäre gelangt, von nachwachsenden Bäumen in nachhaltigen Wäldern wieder gebunden wird.

Angaben, denen Pierre Ibisch jedoch entschieden widerspricht: Holz stößt beim Verbrennen mehr CO2 aus als Gas, um die gleiche Menge an Wärmeenergie zu erzeugen, sagt der Biologe von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde im "Klima-Labor" von ntv. Mehrere deutsche Forste, die speziell für die Holzwirtschaft angelegt wurden, sterben bereits überbelastet ab und werden von einer Kohlenstoffsenke zu einer neuen CO2-Quelle. Nachhaltigkeitssiegel führen Verbraucher auch bei Wäldern in die Irre. Vor allem in Nordamerika zerstören Forstunternehmen für den neuen deutschen Lifestyletrend gesunde Natur. Und am Ende blockieren vermeintlich saubere Brennstoffe wie Holz auch noch den Einsatz von tatsächlich klimaneutraler Energie.

Klima-Labor von ntv

Was hilft gegen den Klimawandel? "Klima-Labor "ist der ntv Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen und Behauptungen prüfen, die toll klingen, es aber selten sind. Klimaneutrale Unternehmen? Gelogen. Klimakiller Kuh? Irreführend. Kunstfleisch? Das Grauen 4.0. Aufforsten im Süden? Verschärft Probleme. CO2-Preise für Verbraucher? Unausweichlich. LNG? Teuer.

Das Klima-Labor - jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert und aufräumt. Bei ntv und überall, wo es Podcasts gibt: RTL+ Musik, Apple Podcasts, Amazon Music, Google Podcasts, Spotify, RSS-Feed

Mehr dazu lesen Sie hier.
11:15 Uhr

Ein verletzbarer, einzigartiger Planet - "Blue Marble"-Foto entstand vor 50 Jahren

Heute vor 50 Jahren machte Astronaut Harrison Schmitt auf der Apollo-17-Mission das Bild, das als "Blue Marble" berühmte wurde.

Angesichts soviel Schönheit kann man da schon mal ins Grübeln kommen ...

10:51 Uhr

Härteres Vorgehen gegen E-Zigaretten erwünscht

Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich laut einer Umfrage ein härteres Vorgehen gegen E-Zigaretten und Tabak-Erhitzer. Mehr als drei Viertel der Befragten sind dafür, dass in Nichtraucherbereichen weder E-Zigaretten noch Tabakerhitzer verwendet werden dürfen, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg mit. Bei der 20. Deutschen Konferenz für Tabakkontrolle forderte das Institut, das die Umfrage in Auftrag gegeben hatte, diesem breiten Wunsch nachzukommen.

E-Zigaretten und Tabakerhitzer sollten in die Nichtraucherschutzgesetze eingeschlossen werden. Diese verbieten das Rauchen in Einrichtungen des Bundes sowie der Verfassungsorgane des Bundes, in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs und Bahnhöfen. Laut der Umfrage sind 81 Prozent der Raucherinnen und Raucher sowie 78 Prozent der Nichtraucher dafür, dieses Verbot auf E-Zigaretten und Tabakerhitzer auszuweiten. Sogar 66 Prozent derjenigen, die selbst E-Zigaretten nutzen, befürworten mehr Nichtraucherschutz.

E-Zigaretten enthalten einen kleinen Tank mit Flüssigkeit und eine Heizspirale, mittels derer die Flüssigkeit verdampft und inhaliert werden kann. Tabakerhitzer bestehen aus einer Hülle mit einem Akku, in die ein Tabakstift eingeführt wird. Dieser wird auf 250 bis 350 Grad erhitzt und bildet dann ein Aerosol - einen feinen Nebel, der inhaliert wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Zigaretten wird der Tabak in Erhitzern nicht verbrannt. Deshalb entstehen kein Tabakrauch, keine Asche und kein Zigarettengeruch.

10:22 Uhr

David Garrett will keine Kinder haben

Star-Geiger David Garrett will keine Kinder haben. "Babys zu machen ist einfach, aber die Schwierigkeiten beginnen dann", so der 42-Jährige in der Illustrierten "Bunte". Er frage sich: "Was hat das Kind von mir? Und ich von dem Kind?" Ein Kind verdiene Liebe und Fürsorglichkeit. "Ich habe einfach als Künstler nicht genug Zeit dafür, bin an 240 Tagen im Jahr unterwegs."

Nach seinen Worten seien auch viele seiner Beziehungen daran gescheitert, dass er so viel auf Tournee ist. Er sei oft von Frauen verlassen worden. "Ich wurde einfach abserviert. Aber das kann ich verstehen, weil ich oft Monate lang nicht da war."

09:35 Uhr

Bali - zwischen Magie und Müllbergen

In der Nacht hat es stark geregnet auf Bali, der weltberühmten Insel der Götter. Die Ebbe und der Westwind haben Unmengen von Abfällen am Strand hinterlassen. Eine undefinierbare Masse aus Plastik und anderen Materialien liegt im Sand verteilt, über Kilometer hinweg. Nach einer Stunde schleppen Umweltschützer 60 Kilo Unrat vom Strand. Was bleibt ist das verstörende Gefühl, dass die Sammelaktion wieder nur ein Tropfen auf den heißen Stein war.

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Wayan Maja, der die Aktionen der "Trash Heroes" in Teilen von Bali koordiniert, verteilt wiederverwendbare Müllsäcke zum Beginn einer Sammelaktion.

(Foto: dpa)

Die "Trash Heroes" kämpfen auf der indonesischen Trauminsel gegen Windmühlen - schon am nächsten Morgen dünsten wieder alle paar Meter Plastikflaschen, Trinktütchen, Styroporstücke und auch ein paar Corona-Schutzmasken in der Morgensonne. Oberflächlich betrachtet ist die Szenerie betörend schön, aber bei aller Idylle und Magie, die Bali aus jeder Pore versprüht, zeigt ein genauerer Blick auf die meisten Strände, Kanäle und Waldstücke: Die indonesische Insel hat ein Müllproblem, und zwar ein massives. Besonders im Oktober und November werden durch den Monsunregen und heftige Westwinde tonnenweise Abfälle aus dem Meer und von Schiffen an Balis Küsten gespült - neben Sanur ist jedes Jahr auch der bei Surfern beliebte Strand von Kuta stark betroffen. Pro Tag würden dort durch das Wetter-Phänomen "acht bis zehn Lastwagen-Ladungen" Müll angeschwemmt.

Von meteorologischen Ereignissen abgesehen mangele es den Einwohnern auch am nötigen Umweltbewusstsein, so Wayan Maja, der die Aktionen der "Trash Heroes" in Sanur koordiniert: "Viele Balinesen werfen ihren Müll einfach hinters Haus, in Böschungen und Flüsse, ohne sich Gedanken um die Folgen zu machen." Auf anderen Inseln des Landes sieht es kaum besser aus: Indonesien ist einer der größten Verursacher der globalen Plastikverschmutzung. Einem Bericht der Weltbank von 2021 zufolge produziert der Inselstaat jedes Jahr 7,8 Millionen Tonnen Plastikmüll.

09:20 Uhr

People's Choice Awards: Taylor Swift und Ryan Reynolds räumen ab

Pop-Sängerin Taylor Swift hat bei der Vergabe der "People's Choice Awards" gleich drei Trophäen abgeräumt, als weibliche Künstlerin des Jahres, für das beste Album ("Midnights") und mit dem Musikvideo von "Anti-Hero". Die Publikumspreise in Dutzenden Film-, Fernseh- und Musik-Kategorien wurden in der Nacht zum Mittwoch im kalifornischen Santa Monica vergeben. Elizabeth Olsen ("Doctor Strange in the Multiverse of Madness") und Chris Hemsworth ("Thor: Love and Thunder") wurden zum weiblichen und männlichen Movie Star des Jahres 2022 gekürt. Sie setzten sich gegen Kollegen wie Brad Pitt, Chris Pratt, Tom Cruise, Gal Gadot oder Jennifer Lopez durch.

"Doctor Strange in the Multiverse of Madness" holte den Preis als Film des Jahres, "Top Gun: Maverick" siegte als Action-Movie. "Stranger Things" wurde in der Sparte Fernsehen als Show des Jahres gefeiert. Zwei Preise gingen an Selena Gomez, als beste Komödien-Schauspielerin in der TV-Serie "Only Murders in the Building" und in der Sparte "Social Celebrity" des Jahres.

Lizzo erhielt den "People's Champion"-Ehrenpreis für ihre "bahnbrechenden Beiträge" für Musik und Fernsehen, aber auch für ihr Engagement für Diversität, Gleichstellung und ein positives Körperbild. Außerdem gewann Lizzo mit "About Damn Time" zudem in der Sparte Song des Jahres. "Deadpool"-Star Ryan Reynolds nahm den Ehrenpreis als "Ikone" des Jahres entgegen. Die Gewinner der seit 1975 verliehenen "People's Choice Awards" werden ausschließlich - der Name lässt darauf schließen - von Fans gewählt.

08:44 Uhr

Heinrich Heine aktuell wie nie

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Juri Andruchowytsch auf der Wiener Buchmesse dieses Jahr

(Foto: IMAGO/SKATA)

Heinrich Heine und der ukrainische Verteidigungskampf gegen die russische Invasion haben mehr miteinander zu tun, als man denkt. Zum 225. Geburtstag des spöttischen Dichters aus Düsseldorf geht der renommierte Heine-Preis in diesem Jahr an einen ukrainischen Schriftsteller. Es gibt einige Parallelen - Heinrich Heine würde sich bestimmt freuen. Denn zu seinem 225. Geburtstag erfährt der mutmaßlich am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geborene Dichter eine ganz besondere Aktualität.

Als Zeichen der Solidarität mit der von Russland angegriffenen Ukraine wird der renommierte Heine-Preis der Stadt Düsseldorf dem ukrainischen Lyriker, Essayisten und Romanautor Juri Andruchowytsch verliehen. Zwischen ihm und Heine gibt es einige Parallelen. So war es dem nach eigenen Worten "entlaufenen Romantiker" und scharfzüngigen Essayisten Heine stets wichtig, dass Dichtung auch politisch ist. Auch Andruchowytsch ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Freiheit und europäischer Werte und wird dafür am 10. Dezember mit dem Heine-Preis geehrt.

Der 1960 geborene Andruchowytsch wuchs in tiefen Sowjetzeiten in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankiwsk auf. Dort besuchte er eine Schule mit erweitertem Deutsch-Unterricht. Jeden Tag hatte er Deutsch - mit Schwerpunkt Literatur. Der junge ukrainische Schüler lernte Heines berühmtes Gedicht "Die Lorelei" auswendig - von allen deutschen Dichtern des 19. Jahrhunderts sei Heine am häufigsten ins Ukrainische übersetzt worden.

08:20 Uhr

Julian Assanges Familie bittet höflich um Freilassung des Wikileaks-Gründers

Die Familie des inhaftierten Wikileaks-Gründers Julian Assange hat dessen Unterstützer aufgerufen, sich "höflich" um eine Freilassung zu bemühen. Assanges Mutter Christine befürworte den Ansatz einer "stillen Diplomatie", den die australische Regierung verfolge. Alle anderen Ansätze seien bislang gescheitert.

Der 51 Jahre alte Australier sitzt seit 2019 in einem britischen Gefängnis, nachdem er zuvor jahrelang auf einem Botschaftsgelände in London Zuflucht gefunden hatte. Die USA wollen seine Auslieferung erreichen. Sie werfen ihm Spionage vor. Bei einer Verurteilung drohen Assange viele Jahre Haft. "Die Beteiligung diplomatischer Teams, die auf hoher Ebene verhandeln, ist der geeignetste und historisch erfolgreichste Weg, um die Inhaftierung australischer Staatsbürger im Ausland in politischen Fällen zu lösen", zitiert die australische Nachrichtenagentur AAP Christine Assange.

Ausdrücklich dankte sie Premierminister Anthony Albanese für dessen Bemühungen. Albanese hatte vergangene Woche vor dem Parlament erklärt: "(...) Es ist an der Zeit, diese Angelegenheit zu einem Abschluss zu bringen." Die Vereinigten Staaten werfen Assange vor, zusammen mit der US-Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von Informanten in Gefahr gebracht zu haben. Bei einer Auslieferung drohen bis zu 175 Jahre Haft. Unterstützer sehen in Assange dagegen einen mutigen Journalisten, der Kriegsverbrechen ans Licht brachte. Die Regierung in London hat der Auslieferung zugestimmt. Das juristische Tauziehen ist aber noch nicht beendet.

07:58 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen: Sind Sie heute auch so schlecht aus dem Bett gekommen? Dann könnte das natürlich an dem überaus unerfreulichen Wetter liegen, das deutschlandweit so vor sich hinnieselt und die Kälte in die Knochen kriechen lässt, oder aber auch daran, dass Sie keine Lerche sondern eine Eule sind. Alles klar? Naja, wenn das unsere einzigen Probleme sind, dann geht es uns ja noch gold, wie Walter Kempowski bereits 1972 feststellte. Schauen wir mal, was im Rest der Welt so los ist, an vielen Orten geht es leider weiterhin um Leben oder Tod. Wir halten Sie auf dem Laufenden, Sie könnten mir unter dertag@ntv.de aber gern schreiben, was Ihnen den Start in den Tag erleichtert, außer Kaffee.

Das könnte heute wichtig werden

  • China kündigt landesweite Lockerungen der Corona-Maßnahmen an. Bei Infektionen ohne Symptome und milden Krankheitsverläufen könnten sich die Menschen zu Hause isolieren und selbst behandeln, teilt die Nationale Gesundheitskommission mit. Bei Reisen sei kein negativer Test mehr nötig.
  • Der Demokrat Raphael Warnock hat laut Edison Research die Stichwahl im US-Bundesstaat Georgia für sich entschieden. Nach Auszählung von 94 Prozent der Stimmen prognostizierte Edison, dass Warnock die Wahl nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen gewonnen hat. Warnock konnte demnach 50,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, der Republikaner Herschel Walker kam auf 49,3 Prozent.
  • Auf der Weltnaturkonferenz in Montreal soll ein neuer globaler Rahmen für den Biodiversitätsschutz beschlossen werden. Die Bundesregierung will bei der Konferenz messbare Ziele durchsetzen, heißt es aus dem Umweltministerium. Die zu beschließende Vereinbarung solle die Staaten verpflichten, mindestens 30 Prozent der Fläche an Land und im Meer bis 2030 unter Schutz zu stellen.
  • Airbus wird in diesem Jahr weniger Flugzeuge als geplant ausliefern, die Schlagzahl bei der Produktion von Kurzstreckenmaschinen aber schon 2023 erhöhen. Die angepeilte Marke von 700 Verkehrsflugzeugen sei in diesem Jahr nun außer Reichweite.
  • Im Bundestag sollen kommende Woche die Weichen gestellt werden für die geplante Beschaffung der US-Kampfjets vom Typ F-35. Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht kündigte an, dass sich der Haushaltsausschuss des Bundestages am 14. Dezember mit dem Projekt im Volumen von zehn Milliarden Euro befassen werde.
  • Der ukrainische Ministerpräsident Denys Schmyhal ruft wegen der russischen Raketenangriffe auf die Energieversorgung zu weiterer Unterstützung auf. Es brauche zwei Dinge, um eine humanitäre Katastrophe und eine neue große Flüchtlingswelle zu vermeiden, so Schmyhal. "Zunächst einmal sind dies moderne Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsysteme, über die westliche Länder einschließlich Deutschland verfügen. Die zweite betrifft Ausrüstung und Ressourcen für die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen."
  • In Südafrika hält Bundeswirtschaftsminister Habeck die Eröffnungsrede beim German-African Business Summit.
07:36 Uhr

Kampf gegen Schleuser, Polizei nimmt Verdächtige fest

Im Kampf gegen mutmaßliche Schleuser hat die Bundespolizei am frühen Mittwochmorgen mehrere Wohnungen und Gebäude in Berlin, im brandenburgischen Forst und in Siegen (NRW) durchsucht. Es gehe um das gewerbsmäßige und bandenmäßige Einschleusen von Ausländern nach Deutschland, so ein Sprecher der Bundespolizei Mitteldeutschland.

Gegen sechs Menschen liege Haftbefehl vor. Zwei der Verdächtigen seien am Mittwochmorgen bereits festgenommen worden, einer in Berlin und einer in Forst.

07:20 Uhr

Sylter Austern ziehen vom Watt ins Winterlager

Auf Sylt werden derzeit Hunderttausende Austern vom Watt in Meerwasserbecken an Land gebracht. Die Schalentiere, die hier in Deutschlands einziger Austernzucht gezüchtet werden, kommen ins Winterlager in den Betrieb nach List. Der Grund: Bei Eisgang könnten die Schalentiere zerdrückt und die ganze Ernte zerstört werden, sagt Christoffer Bohlig, Betriebsleiter der Dittmeyer's Austern-Compagnie.

Insgesamt werden rund eine Million Austern ins Winterquartier gebracht. Im März werden die Austern wieder zurück in die Blidselbucht zwischen List und Kampen gebracht. Die Arbeit der Austernfischer wird außerdem von den Gezeiten bestimmt. Für ihre Arbeit haben die Männer immer nur kleine Zeitfenster von wenigen Stunden. Nur rund um das Niedrigwasser sind die Tische im Watt, auf denen die Austern in Poshes genannten Netzsäcken liegen, trockengefallen. Zu den anderen Zeiten strömt das Nordseewasser bis etwa zwei Meter hoch über die Austern.

Bohlig und seine Leute holen derzeit Austern rein, die demnächst verkauft werden. Sie kommen in leicht zugängliche Becken. "Alles was überwintert werden soll, kommt in andere Becken, an die wir nicht mehr so schnell ran müssen vor März", sagt Bohlig. "Die holen wir später rein."

06:46 Uhr

Jüdische und muslimische Gemeinden bilden Brücke zu Ukraine-Flüchtenden

Der Zentralrat der Juden hat die Leistung der jüdischen und muslimischen Gemeinden bei der Aufnahme der vielen Geflüchteten aus der Ukraine betont. "Nicht nur in der ersten Phase des Ankommens, sondern auch danach, können jüdische und muslimische Gemeinden eine Brücke für das Zusammenleben in Deutschland bilden", so Zentralratspräsident Josef Schuster.

Viele Juden und Muslime in Deutschland hätten in der eigenen Familie eine Migrations- oder Fluchtgeschichte. "Sie wissen, was die Menschen, die aus der Ukraine hier ankommen, brauchen, damit eine gute Integration gelingen kann", fügte Schuster hinzu. Die jüdischen Gemeinden hatten seit der deutschen Einheit bereits viele Einwanderer aus Russland, der Ukraine und anderen osteuropäischen Staaten aufgenommen.

Zu Beginn des Ukraine-Kriegs legten sie eigene Hilfsprogramme unter anderem zur Vermittlung von Unterkünften auf, so etwa in Berlin. Das Bündnis Malikitische Gemeinde - ein muslimischer Dachverband, mit dem der Zentralrat der Juden im Projekt Schalom Aleikum zusammenarbeitet - kümmert sich seinerseits um Geflüchtete aus der Ukraine, die ursprünglich aus muslimischen Ländern stammen, darunter Menschen mit tunesischer, marokkanischer oder algerischer Staatsbürgerschaft. Die Initiativen sind in dem von Schalom Aleikum herausgegebenen Buch "Flucht und Engagement" beschrieben.

06:29 Uhr

"Heimliche" Restaurants in Peking boomen

Lust auf einen heimlichen Eintopf oder einen verbotenen Cocktail? Immer mehr Menschen in Peking beantworten diese Frage mit Ja und setzen ihren Wunsch auch in die Tat um: Nach fast drei Jahren Pandemie mit den vielleicht strengsten Kontrollmaßnahmen weltweit trauen sich immer mehr Bewohner der chinesischen Hauptstadt, Untergrund-Restaurants und -Kneipen zu besuchen oder eine Corona-Infektionen einfach zu verschweigen.

"Es war sehr versteckt, man konnte noch nicht mal die Lichter im zweiten Stock von außen sehen", berichtet eine Frau, die ein geheimes Suppen-Restaurant besucht hat. Sie hatte durch Xiaohongshu, das chinesische Pendant zu Instagram, davon erfahren. "Ich war sehr froh, mal wieder auswärts zu essen, aber gleichzeitig habe ich mich wie eine Untergrundkämpferin gefühlt", erzählt die Frau, die anonym bleiben will.

China befindet sich gerade an einer Wegscheide im Umgang mit der Pandemie, nachdem die jahrelangen Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens wachsenden Missmut in der Bevölkerung und die heftigsten Proteste seit Jahrzehnten ausgelöst haben. Seither haben die Behörden vielerorts die Testpflicht und andere Vorschriften gelockert und die staatlichen Medien stellen die Gefahren der Pandemie weniger drastisch dar.

06:00 Uhr

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