Donnerstag, 21. Januar 2021Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:31 Uhr

Das war Donnerstag, der 21. Januar 2021

Der neue US-Präsident Joe Biden beginnt seine Amtszeit mit der Demontage besonders umstrittener Entscheidungen seines Vorgängers Donald Trump. Wenige Stunden nach der Amtseinführung leitete er die Rückkehr zum Klimaabkommen von Paris ein, stoppte den US-Austritt aus der WHO und hob ein Einreiseverbot für Menschen aus muslimisch geprägten Ländern auf. Was auf der heutigen Agenda des Präsidenten Biden steht, lesen Sie hier.

Was war heute sonst wichtig:

Gute Nacht und bis morgen!

22:09 Uhr

Mindestens 15 Tote bei Brand in Altenheim in Ukraine

Bei einem Brand in einem Altenheim in der Ukraine sind mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen. Elf weitere wurden verletzt.

  • Zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers hätten sich ersten Erkenntnissen zufolge 33 Menschen in dem Heim in Charkiw im Osten des Landes aufgehalten, erklärten die Rettungsdienste.
  • Die Staatsanwältin Irina Wenediktowa führte das Unglück auf einen "unvorsichtigen Umgang mit elektrischen Geräten" zurück und kündigte strafrechtliche Ermittlungen an.
  • Präsident Wolodymyr Selenskij sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus und forderte die Sicherheitskräfte auf, die Schuldigen "schnellstmöglich" ausfindig zu machen.

21:38 Uhr

Russischer Soldat erschießt acht Kameraden - 24 Jahre Haft

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Der 19-jährige Soldat soll in der Armee schikaniert worden sein.

(Foto: imago images/ITAR-TASS)

Die russische Justiz hat einen Soldaten wegen der Tötung von acht Kameraden zu einer Haftstrafe von 24 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der auf einer Militärbasis in Sibirien seinen Wehrdienst ableistende junge Mann wurde wegen der Tat vom Oktober 2019 zudem zu Entschädigungszahlungen in Höhe von 9,8 Millionen Rubel (109.000 Euro) verurteilt, wie ein Militärgericht im ostrussischen Tschita mitteilte.

Der zum Tatzeitpunkt 19-jährige Soldat hatte das Feuer auf Kameraden eröffnet und acht von ihnen getötet. Zwei weitere Soldaten wurden durch die Schüsse verletzt. Er begründete die Tat mit den Schikanen in der Armee.

20:55 Uhr

Trump startet sportlich in die Präsidenten-Rente

Wie beginnt man seinen ersten Tag als ehemaliger US-Präsident? Wenn es um Donald Trump, dann ist die Antwort klar: Man geht Golf spielen. Der 74-Jährige wurde am heutigen Morgen (Ortszeit) von CNN-Fotojournalisten auf dem Rasen seines Golfclubs in Florida gesichtet. Er war auch während seiner Amtszeit vor allem an den Wochenenden regelmäßig golfen gegangen. Auch als US-Medien im November Joe Biden zum Gewinner der Präsidentenwahl erklärten, war Trump auf dem Golfplatz.

20:14 Uhr

TV-Star Karl-Heinz Vosgerau gestorben

Die deutsche TV-Landschaft muss sich von einem ihrer vielseitigsten Stars verabschieden. Schauspieler Karl-Heinz Vosgerau ist bereits am 4. Januar im Alter von 93 Jahren verstorben.

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Karl-Heinz Vosgerau - hier im Jahr 2001 - ist im Alter von 93 Jahren gestorben.

(Foto: imago/Sven Simon)

Vosgerau trat erstmals 1948 in einem Theaterstück auf, 1956 folgte in "Das Dorf in der Heide" sein Filmdebüt. Zu seinen vielen beruflichen Stationen gehörten unter anderem "Die Schwarzwaldklinik", in der er in mehreren Folgen Professor Breeken verkörperte.

Er wirkte zudem in drei Ausgaben des "Traumschiff" mit und war in einzelnen Episoden von "Der Alte", "Ein Fall für zwei" oder auch "Derrick" an der Seite zu sehen.

19:27 Uhr

Scheuer kümmert sich um besseres Internet für Schülerin

Weil die Internetverbindung so schlecht ist, hat eine Abiturientin ihr Referat im verschneiten Garten halten müssen - mit unverhofft positiven Folgen für sich und ihre Heimatgemeinde. Als der Bundesminister für digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, davon erfuhr, kümmerte er sich persönlich um das Problem, wie die Schülerin Selina Seebauer aus Vierkirchen im Landkreis Dachau erzählte.

"Herr Scheuer hat einfach angerufen, das ist echt kurios", sagte die 17-Jährige. "Er war extrem informiert, wo die Kabel bei uns im Ort verlegt sind, wo Netz ist und wo nicht." Schon wenige Minuten nach dem Telefonat habe sich der Internetanbieter gemeldet und versprochen, bis spätestens Montag die Anschlüsse zu verlegen.

18:52 Uhr

Facebook lässt Trump-Sperre prüfen

Facebook lässt die unbefristete Sperre des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump von einem unabhängigen Gremium prüfen, das für Streitfälle zwischen dem Online-Netzwerk und seinen Nutzern eingerichtet wurde. "Wir glauben, dass unsere Entscheidung notwendig und richtig war", betonte Facebooks Politikchef Nick Clegg bei der Ankündigung des Schritts. Entscheidungen des Gremiums sind bindend für das Unternehmen und können auch nicht von Gründer Mark Zuckerberg überstimmt werden.

Facebook bildete das Gremium, um eine unabhängiges Gegengewicht zu Entscheidungen des Unternehmens zu Inhalten auf der Plattform zu schaffen. Zum einen sollen Nutzer das Gremium bei einer aus ihrer Sicht ungerechtfertigten Löschung von Inhalten einschalten können. Zum anderen kann Facebook selbst es bei diversen Fragen zum Umgang mit Werbung, Gruppen oder Seiten anrufen.

18:13 Uhr

Biden hält an Trumps FBI-Direktor fest

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Christopher Wray bleibt FBI-Chef.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Joe Biden wird nach Informationen aus Polizeikreisen den Direktor der Bundespolizei FBI, Christopher Wray, auf seinem Posten lassen. Bidens Vorgänger Donald Trump ernannte Wray 2017, kritisierte ihn jedoch später scharf. Im September erklärte Wray vor Abgeordneten, ihm seien keine Belege für einen koordinierten landesweiten Versuch des Wahlbetrugs bekannt. Damit widersprach er Trump. US-Medien spekulieren seit Wochen über Wrays Verbleib im Amt.

17:40 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

17:26 Uhr

Sechs weitere Enigma-Chiffriermaschinen aus der Ostsee geborgen

Taucher haben bei Arbeiten sechs weitere Chiffriermaschinen vom Typ Enigma aus dem Zweiten Weltkrieg aus der Ostsee geborgen. Finder Christian Hüttner habe den Fund aus der Nähe von Schleimünde in Schleswig-Holstein gemeldet, berichtete das Archäologische Landesamt. "Bei der Suche nach einem verlorenen Propeller bin ich auf einen Haufen entsorgter Enigma-Maschinen gestoßen", zitierte das Landesamt den Finder. "Teilweise sind sie offensichtlich bereits vor dem Entsorgen unbrauchbar gemacht worden."

Erst im November vergangenen Jahres hatten Forschungstaucher bei der Suche nach herrenlosen Fischernetzen in der Ostsee eine Enigma-Chiffriermaschine aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

16:49 Uhr

Scholz: Der nächste Kanzler werde ich sein

Bundesfinanzminister Olaf Scholz

Scholz zeigt sich siegessicher.

(Foto: dpa)

Armin Laschet oder Markus Söder? Ist dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz egal - er sieht sich selber auf dem Weg ins Kanzleramt. Er sei schon oft gefragt worden, wen er sich als neuen CDU-Vorsitzenden oder als Kanzlerkandidaten der Union wünsche, sagte Scholz zum Abschluss einer Klausurtagung der bayerischen SPD-Landtagsfraktion. "Ich habe darauf immer die gleiche Antwort gegeben: Ich nehme es, wie es kommt." Und das habe sich ja auch als richtig erwiesen. Scholz fügte hinzu: "Wir haben uns früh entschieden, wer Kanzlerkandidat der SPD ist. Wir sind eine geschlossene Partei. Wir haben einen Plan für die Zukunft des Landes. Und der nächste Kanzler werde ich sein."

16:29 Uhr

Erdbeben erschüttert Zypern

Ein Erdbeben hat die Mittelmeerinsel Zypern erschüttert und die Einwohner in Angst versetzt. Bislang gab es keine Informationen über Verletzte oder Opfer. Das Parlament unterbrach seine Sitzung, Tausende Menschen rannten auf die Straßen.

Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben des Mittelmeer-Erdbeben-Instituts nahe der Hafenstadt Larnaka, es hatte eine Stärke von 5,1. Die Erdstöße waren auf der gesamten Insel zu spüren.

15:53 Uhr

Homöopathin stellt massenhaft Atteste für Corona-Leugner aus

Eine Ärztin mit homöopathischer Praxis soll massenhaft Atteste für Corona-Leugner ausgestellt und diese so von der Maskenpflicht entbunden haben.

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In die Blanko-Formulare musste man nur noch die Daten der "Patienten" eintragen.

(Foto: imago images/U. J. Alexander)

Die 54-Jährige aus Duderstadt im Süden Niedersachsens erregte die Aufmerksamkeit der Polizei, als auf Anti-Corona-Demos auffällig viele Teilnehmer das Nichttragen einer Maske mit einem Attest aus ihrer Praxis belegten. "Es fiel auf, dass, egal ob die Leute aus Dortmund oder Hannover kamen, alle ein Attest von dieser Ärztin aus Duderstadt hatten", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen. Die 54-Jährige sei durch mehrere Internetauftritte als Corona-Leugnerin bekannt, sagte der Justizsprecher.

Die Staatsanwaltschaft durchsuchte am Mittwoch die Räumlichkeiten in Südniedersachsen und stellte Unterlagen sicher. Für das Ausstellen falscher Gesundheitszeugnisse droht der Frau nun eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Haft.

15:18 Uhr

Zwei Jugendliche sollen 18-Jährigen erstochen haben

Im hessischen Ranstadt ist am Mittwochabend ein 18-Jähriger bei einer Auseinandersetzung durch ein Messer tödlich verletzt worden. Heute morgen wurden zwei 16- und 17-jährige Tatverdächtige vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion des Opfers an. Bis Freitag soll entschieden werden, ob die Jugendlichen einem Haftrichter vorgeführt werden.

14:48 Uhr

Single-Hauptstadt Deutschlands liegt in Bayern

Berlin? Hamburg? Köln? Nein, nein und nein. Die Single-Hauptstadt Deutschlands ist Regensburg! Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK zur Struktur der deutschen Bevölkerung hervor. In der bayerischen Stadt lebt demnach in 57,3 Prozent der Haushalte nur ein Mensch. Auf dem zweiten und dem dritten Platz folgen ebenfalls bayerische Städte: Erlangen mit 53,2 Prozent und Würzburg mit 52,9 Prozent.

Unter den Bundesländern ist Berlin auf Platz Eins mit 52,7 Prozent der Singlehaushalte. Die durchschnittliche Zahl der Menschen pro Haushalt liegt in Berlin bei 1,79. Am anderen Ende der Rangliste steht Baden-Württemberg, wo im Schnitt 2,11 Menschen je Haushalt leben. Im Bundesschnitt stieg die Zahl der Singlehaushalte erneut an und liegt nun bei 41,8 Prozent. Der Trend hält laut GfK bereits seit Jahren an.

14:47 Uhr

Schichtwechsel

Hallo, liebe Leserinnen und Leser, Kristin Hermann verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend. Ab jetzt und bis zum späten Abend begleite ich Sie durch den "Tag", mein Name ist Uladzimir Zhyhachou. Los geht's!

14:18 Uhr

Straftäter gibt sich vor der Polizei als sein Bruder aus - doch der wird auch gesucht

Ein mit zwei Haftbefehlen gesuchter Mann hat sich bei einer Routinekontrolle in Bochum mit dem Pass seines Bruders ausgewiesen. Dumm nur, dass der Bruder ebenfalls mit Haftbefehl gesucht wurde. "Scheint eine schrecklich nette Familie zu sein", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Bochum. Bei der Überprüfung der Fingerabdrücke kam heraus, wen die Beamten tatsächlich vor sich hatten und warum der 32-Jährige versucht hatte, seine Identität zu verschleiern.

In Aachen war er zu dreieinhalb Monaten Haft wegen Körperverletzung und Beleidigung verurteilt worden, in Düsseldorf wegen eines Angriffs auf Beamte und Körperverletzung zu elf Monaten. Nun kommt noch ein Verfahren wegen Missbrauchs von Ausweispapieren hinzu. Der 29-jährige Bruder hatte weniger auf dem Kerbholz: Er wurde "nur" wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte gesucht.

13:58 Uhr

Dutzende Festnahmen bei Anti-Mafia-Razzien in Italien

Bei einem spektakulären Anti-Mafia-Einsatz haben Ermittler in mehreren Teilen Italiens Dutzende Verdächtige festgesetzt. Unter den Beschuldigten sind sowohl mutmaßliche Bosse der 'Ndrangheta aus Kalabrien als auch Unternehmer, Behördenleute und Politiker. Wie die italienische Nachrichtenagentur Adnkronos weiter berichtete, kamen 13 Menschen ins Gefängnis, 35 wurden unter Hausarrest gestellt.

In Rom bestritt ein Oppositionspolitiker aus dem Mitte-Rechts-Spektrum nach einer Durchsuchung alle Vorwürfe. Er trat jedoch von seinem Parteiposten zurück, wie die Agentur Ansa schrieb. Zentrale Verdächtige wurden in Crotone ausgemacht, wo die 'Ndrangheta zu Hause ist. Im Zusammenhang mit dem Vorwurf diverser Mafia-Delikte und -Unterstützung beschlagnahmten die Fahnder Immobilien, Autos und andere Vermögenswerte im hohen Millionenbereich.

13:30 Uhr

Biden folgt elf Politikern auf Twitter - und Chrissy Teigen

Warum folgt der offizielle Twitter-Account des neuen Präsidenten Joe Biden erst zwölf Profilen, darunter ausgerechnet Chrissy Teigen? Weil der offizielle Twitter-Account des POTUS (President of the United States) beim Machtwechsel von Donald Trump zu Joe Biden auf null zurückgesetzt wurde, gestaltet sich das Profil noch ziemlich jungfräulich. Erst rund fünf Millionen Follower hat das Profil aktuell - und folgt selbst gerade einmal zwölf anderen Accounts - vor allem Politikern, aber eben auch Teigen.

Die witzige Geschichte dahinter: Die Frau von Musiker John Legend hat selbst dafür gesorgt, dass der neue US-Präsident ihr auf Twitter folgt. Denn kurz zuvor hatte sie sich noch an den Präsidenten-Account mit einer Bitte gewandt: "Hallo Joe Biden, seit vier Jahren werde ich nun schon vom Präsidenten blockiert. Kannst du mir bitte folgen?" Und siehe da: Nur wenige Stunden später wurde der Wunsch des Stars, der stets lauthals seine Abneigung gegenüber Donald Trump bekundete, erfüllt.

13:01 Uhr

Unbekannter hackt Lernplattform: Grundschülerin werden Nacktfotos angezeigt

Ein Unbekannter hat sich in Bayern Zugang zur Lernplattform einer Grundschule verschafft und dort offenbar Nacktfotos gepostet. Eine Achtjährige im niederbayerischen Mainburg habe während des Online-Unterrichts Bilder eines nackten Mannes angezeigt bekommen, teilte die Polizei mit. Die Lehrerin sei von dem Unbekannten aus dem Chatraum entfernt worden, sodass sie nicht mehr habe eingreifen können. Auch einige Schüler wurden den Angaben nach bei dem Vorfall am Dienstag aus der Plattform abgemeldet.

Die Kripo ermittelt wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Einen ähnlichen Fall gab es ebenfalls am Dienstag an einer anderen Grundschule in Niederbayern. Auf der Online-Lernplattform der Schule in Abensberg waren beleidigende Videos abgespielt worden.

12:40 Uhr

Flugzeugabsturz vor Java: Suche nach Opfern wird eingestellt

Knapp zwei Wochen nach dem Flugzeugunglück vor Java haben die Behörden 43 Opfer identifiziert. Die Suche nach weiteren Leichenteilen sei eingestellt worden, sagte der Chef der nationalen Such- und Rettungsagentur. Mehr als 320 Behälter mit menschlichen Überresten seien an Land gebracht worden. Insgesamt waren 62 Menschen an Bord der Maschine der Sriwijaya Air, als diese am 9. Januar kurz nach dem Start in Jakarta ins Meer stürzte.

Der Leiter des Nationalen Verkehrssicherheitskomitees, Soerjanto Tjahjono, sagte, die Suche nach dem Stimmenrekorder aus dem Cockpit werde aber fortgesetzt. Der Flugdatenschreiber war hingegen bereits wenige Tage nach dem Absturz entdeckt worden, die Informationen werden derzeit noch ausgewertet. Die Behörden erhoffen sich, dadurch Klarheit über die Ursache der Tragödie zu bekommen. Die Boeing 737-500 war bei starkem Regen im Meer zerschellt. Sie war auf dem Weg nach Pontianak auf Borneo.

12:17 Uhr

Verteidiger im Lübcke-Prozess plädiert auf Totschlag

Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der Verteidiger des Hauptangeklagten Stephan Ernst mit seinem Plädoyer begonnen. Dabei widersprach er dem Mordvorwurf mit den Merkmalen von Heimtücke und niedrigen Beweggründen. Sein Mandant habe sich "des Totschlags schuldig gemacht", sagte er vor dem Oberlandesgericht Frankfurt. Zuvor hatte er mehrfach auf die Rolle des Mitangeklagten Markus H. hingewiesen. "Ich persönlich glaube meinem Mandanten voll und ganz, dass er zusammen mit H. die Tötung von Herrn Lübcke geplant und ausgeführt hat", sagte der Rechtsanwalt Mustafa Kaplan. H. ist in dem Verfahren wegen Beihilfe angeklagt.

Der 47 Jahre alte Deutsche Ernst soll den CDU-Politiker im Juni 2019 auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben. Die Bundesanwaltschaft, die von einem rechtsextremistischen Motiv ausgeht, hatte in ihrem Plädoyer im Dezember lebenslange Haft wegen Mordes unter Feststellung von besonderer Schwere der Schuld mit anschließender Sicherheitsverwahrung beantragt.

12:00 Uhr

Schlagzeilen zur Mittagspause

11:41 Uhr

Pariser Klimaabkommen nur für Pariser? US-Senator blamiert sich auf Twitter

Dieser Tweet ging mächtig nach hinten los: Kurz nachdem Joe Biden als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde und verkündete, dem Pariser Klimaabkommen wieder beizutreten, machte der republikanische Senator Ted Cruz (Texas) Schlagzeilen, weil er offenbar annahm, das Pariser Klimaabkommen betreffe nur die Menschen, die in der französischen Hauptstadt leben.

"Mit der Unterzeichnung dieser Anordnung zeigt Präsident Biden, dass er mehr an den Ansichten der Bürger von Paris interessiert ist als an den Arbeitsplätzen der Bürger von Pittsburgh", schrieb Cruz auf Twitter. Tatsächlich ist das Abkommen eine Vereinbarung von 195 Vertragsparteien zur Begrenzung des Klimawandels, das während der UN-Klimakonferenz 2015 lediglich in Paris unterzeichnet wurde. Sein Tweet brachte Cruz jede Menge Spott ein.

11:14 Uhr

Neue Hinweise zu Verbrechen an 13-Jähriger vor 27 Jahren

Im Zusammenhang mit einem Gewaltverbrechen an der 13-jährigen Sabine B. im Jahr 1993 hat es im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart Polizeieinsätze gegeben. Die Polizei bestätigte die Einsätze vom Vortag in Verbindung mit dem Fall. Im Laufe des Tages wollen die Beamten eine gemeinsame Pressemitteilung mit der Staatsanwaltschaft veröffentlichen.

Das 13-jährige Mädchen war vor 27 Jahren nach einer großangelegten Suche tot in einer Güllegrube eines Reiterhofs im bayerischen Wiesenfeld gefunden worden. Ein damals 15-Jähriger wurde festgenommen. Nach einem Prozess wegen Totschlags hatte das Gericht den Jugendlichen freigesprochen.

10:48 Uhr

Mindestens 21 Tote bei Doppelanschlag in Bagdad

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mindestens 21 Menschen getötet und 50 weitere verletzt worden. Das berichteten Sicherheitskreisen. Die beiden Attentäter hätten sich während einer Verfolgungsjagd mit Sicherheitskräften auf einem Marktplatz in die Luft gesprengt, sagte Armeesprecher Jahia Rasul. Zu der Tat im Viertel Bab al-Scharki im Stadtzentrum bekannte sich zunächst niemand. Videos von den Augenblicken nach den Explosionen zeigten mehrere Tote und Verletzte auf einem Marktplatz liegend. Retter versorgten die Opfer.

Es war der schwerste Selbstmordanschlag im Irak seit mehr als einem Jahr. Das Land leidet noch immer unter den Folgen des Kampfes gegen die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat, die zwischen 2014 und 2017 große Gebiete im Norden und Westen des Iraks beherrscht hatte.

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Einer der Tatorte.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

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10:29 Uhr

Lokführer erleidet Schock: Unbekannte setzen menschengroße Puppe ins Gleis

Unbekannte haben auf einer Bahnstrecke im sauerländischen Marsberg eine große selbstgebastelte Puppe ins Gleisbett gesetzt und damit einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr ausgelöst. Wie die Bundespolizei mitteilte, hatte der Lokführer eines Regionalzuges auf der Fahrt von Warburg nach Meschede die Puppe trotz eingeleiteter Schnellbremsung überfahren. Der 49-Jährige, der glaubte, es handele sich um einen Menschen, erlitt einen Schock. Die Polizei leitete ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ein.

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Die Reste der Puppe liegen neben den Gleisen.

(Foto: picture alliance/dpa/Bundespolizei)

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10:08 Uhr

Clubhouse-Talk führt zu Streit wegen rechter Influencerin

Die US-Audio-App Clubhouse ist erst seit wenigen Tagen ein Hype in Deutschland, doch sie führt bereits zu heftigen Streitereien unter Usern aus der Medienbranche. Es geht bei dem Krach um den Umgang mit Accounts von Leuten, die dem rechten Spektrum zugerechnet werden. Auf Twitter entbrannte zu einer Clubhouse-Gesprächsrunde von Mittwochabend, die sich um das Thema "Lügenpresse" und Journalismus drehte, eine Debatte darüber, wie viel Raum man in Clubhouse-Talks Leuten aus dem rechten Spektrum geben dürfe.

Hintergrund ist, dass bei dem Gespräch eine Influencerin beteiligt war, die zum rechten Spektrum gezählt wird. Journalisten beteiligten sich auch an dem Audio-Talk. Bei Clubhouse selbst ging es im weiteren Verlauf des Abends noch lange um diesen Vorfall. Journalisten und weitere User diskutierten und stritten lange darüber, wie man mit der Influencerin hätte umgehen sollen. Das Ganze drehte sich zeitweise auch darum, ob man sie nicht erneut für den weiteren Talk zulassen müsste, wenn man wieder schon so lange über sie rede. Auf Twitter wurden teilweise Screenshots von dem betreffenden Clubhouse-Gespräch veröffentlicht, die die Profilbilder von Teilnehmern samt Influencerin zeigten.

09:39 Uhr

Tag der Jogginghose: Tagesschau-Sprecherin zieht mit

Bequem, modisch und im Trend: "Tagesschau"-Sprecherin Linda Zervakis hat anlässlich des Internationalen Tags der Jogginghose auch ihre Arbeits-Garderobe angepasst. "Heute ist internationaler Tag der Jogginghose. Let's fetz", kommentierte die 45-Jährige ein Video auf ihrer Facebook-Seite.

In dem kurzen Clip ist die Moderatorin zu sehen, wie sie nach ihrer Abmoderation vom Sprecherpult wegtritt und lässig eine blaue Jogginghose trägt. In den Kommentaren unter dem Video bekam Zervakis großen Zuspruch für die Aktion.

09:12 Uhr

"Harry Potter"-Star will Filme nicht mehr anschauen

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Matthew Lewis

(Foto: imago/Stella Pictures)

"Harry Potter"-Star Matthew Lewis findet es schwierig, sich die Filme erneut anzuschauen, in denen er die Rolle des Neville Longbottom gespielt hat. "Wenn ich mir die Filme anschaue, denke ich: 'Das ist nicht Neville, das bist du.'" Er finde es ziemlich schwierig, wenn zu viel von ihm in einer Figur durchkomme, sagte der 31 Jahre alte Brite der "New York Times". Deswegen hadere er mit Rollen, die ihm zu ähnlich seien. "Es ist einfacher, wenn ich jemanden spielen kann, der ganz anders ist." Lewis spielte in den Verfilmungen der Bücher von J. K. Rowling die Rolle des Zauber-Schülers Longbottom von 2001 bis 2011.

09:00 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:49 Uhr

Junge Union fordert von Laschet inhaltliche Erneuerung der CDU

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Tilman Kuban

(Foto: imago images/IPON)

Die Junge Union hat den neuen CDU-Chef Armin Laschet zu einer programmatischen Erneuerung der Partei aufgefordert. Sowohl in der CDU als auch in der Bevölkerung wünschten sich viele Menschen, "dass wir wieder stärker auf Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und die Freiheit des Einzelnen setzen", sagte der JU-Vorsitzende Tilman Kuban der Zeitung "Die Welt". Der Chef der CDU/CSU-Nachwuchsorganisation forderte unter anderem eine "Innovationsoffensive", ein "Stoppschild" für "ständig neue Sozialleistungen" und eine Wiedereinsetzung der Schuldenbremse im Bundeshaushalt ab dem Jahr 2022. Kuban appellierte auch an Laschet, den Flügel des bei der Wahl für den Parteivorsitz unterlegenen Kandidaten Friedrich Merz in die Parteiarbeit einzubinden.

08:17 Uhr

Wegen Brexit: Nordirland hat Probleme bei Lebensmittelversorgung

Die irische Regierung hat Probleme bei der Lebensmittelversorgung in Nordirland mit dem britischen EU-Ausstieg begründet. Die Regelungen nach dem Brexit-Vollzug zum Jahreswechsel sähen eine gewisse Anzahl an Kontrollen für Güter vor, die von dem übrigen Großbritannien nach Nordirland kämen, und das ziehe Störungen mit sich, sagte Außenminister Simon Coveney dem Sender ITV. "Die Supermarktregale waren vor Weihnachten voll und jetzt gibt es einige Probleme bei den Lieferketten. Das ist eindeutig ein Brexit-Problem."

07:40 Uhr

Riesiger Walkadaver vor süditalienischer Küste entdeckt

Taucher der italienischen Küstenwache haben vor der Küste von Sorrent einen riesigen Wal-Kadaver entdeckt. Es handele sich "mutmaßlich um einen der größten" toten Wale, die je im Mittelmeer gefunden worden seien, teilte die Küstenwache nun mit.

Die Taucher hatten das gewaltige Säugetier bereits am Sonntag entdeckt. Sie waren nach Angaben der Küstenwache in ein Gebiet vor der Küste der süditalienischen Touristenhochburg gerufen worden, nachdem dort ein anderer, kleinerer Wal entdeckt worden war. Dieses Tier sei inzwischen wieder im Meer verschwunden, hieß es. Den Angaben zufolge wurde der tote Wal inzwischen von Sorrent in den Hafen von Neapel transportiert. Dort soll der Kadaver von Meeresbiologen und anderen Experten auf die Todesursache untersucht werden.

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Der tote Wal wurde zur Untersuchung nach Neapel gebracht.

(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

07:15 Uhr

Auto rutscht in Neumünster in Fußgängergruppe - zwei Tote

Zwei Menschen sind in Neumünster gestorben, nachdem ein von der Straße abgekommenes Auto in eine Gruppe von Fußgängern gerutscht ist. Warum der Fahrer in der Nacht zum Donnerstag von der Fahrbahn abkam sei noch unklar, sagte ein Polizeisprecher. Er prallte mit seinem Auto zunächst gegen einen Baum und zwei Betonpoller und rutschte anschließend in die Gruppe, die dort zu Fuß unterwegs war. Ein Mann und eine Frau starben dabei. Eine weitere Frau wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt. Der Fahrer blieb nach den ersten Erkenntnissen der Polizei unverletzt.

06:51 Uhr

Drei tote Soldaten nach Absturz von Militärhubschrauber in den USA

Bei einem Hubschrauberabsturz der Nationalgarde im US-Bundesstaat New York sind drei Soldaten ums Leben gekommen. Der Helikopter sei am Mittwochabend (Ortszeit) während eines Ausbildungseinsatzes auf ein Feld im Ort Mendon abgestürzt, teilte die örtliche Polizei mit. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo schrieb auf Twitter, er sei "bestürzt" über den Absturz. Die Flaggen an allen staatlichen Gebäuden im Bundesstaat sollten am Donnerstag auf halbmast gesenkt werden.

06:39 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

was war das für ein Abend und was für eine Nacht! Joe Biden ist als 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden, Kamala Harris als erste Vizepräsidentin. Kaum im Amt machte Biden einige der umstrittensten Entscheidungen seines Vorgängers Donald Trump rückgängig. So leitete er die Rückkehr der USA zum Klimaabkommen von Paris ein und stoppte den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation WHO. Das Thema wird uns sicherlich am Donnerstag weiter begleiten. Alle Entwicklungen können Sie in unserem US-Liveticker nachlesen.

Außerdem werden heute noch diese Themen wichtig:

  • Mit dem Corona-Impfpass ab ins Urlaubsvergnügen im Sommer 2021? So einfach wird es wohl nicht. Die 27 EU-Staaten prüfen zwar heute bei ihrem Videogipfel, ob und wie sie ein gemeinsames Dokument zum Nachweis von Corona-Impfungen einführen. Daran knüpft sich auch die Frage, ob dieser EU-Impfpass zum Türöffner werden könnte für einfacheres Reisen und andere Privilegien. In Deutschland gibt es erhebliche Bedenken gegen Vorteile für Geimpfte. Darüber hinaus wollen die Staaten Wege finden, die neuen, hoch ansteckenden Varianten des Coronavirus zu bremsen. Alle Infos rund um die Pandemie finden Sie in unserem Liveticker.
  • Kanzlerin Angela Merkel stellt sich vormittags den Fragen der Hauptstadt-Journalisten. Es wird erwartet, dass sie sich in der Bundespressekonferenz nach den jüngsten Beschlüssen von Bund und Ländern unter anderem zu ihrer Linie bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie äußert.
  • Der Bundesgerichtshof befasst sich von 10 Uhr an mit der Frage, ob Mietern wegen Problemen beim Start der Mietpreisbremse Schadenersatz vom Staat zusteht.
  • Deutschlands Handballer stehen zum Auftakt der WM-Hauptrunde gegen Europameister Spanien unter Erfolgsdruck. Nach der 28:29-Niederlage gegen Ungarn darf sich die DHB-Auswahl in der Partie ab 20.30 Uhr in Kairo keine weitere Niederlage leisten, um das Viertelfinale noch aus eigener Kraft erreichen zu können.

Mein Name ist Kristin Hermann und ich begleite Sie bis in den frühen Nachmittag durch den Tag. Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie mir! Sie erreichen mich unter: kristin.hermann@nama.de

06:12 Uhr

Schwarzenegger lässt sich gegen Covid-19 impfen

"Terminator" Arnold Schwarzenegger hat sich gegen Covid-19 impfen lassen. Dazu veröffentlichte der 73-Jährige Hollywood-Star auf Twitter ein Video, in dem er - offenbar in einem Corona-Impfzentrum - in einem Auto sitzend zu sehen ist, bevor er von einer jungen Frau einen Pieks in seinen Arm bekommt. Er habe gerade sein Vakzin bekommen, das könne er jedem empfehlen, sagt der frühere Gouverneur von Kalifornien. Und schreibt dazu: "Heute war ein guter Tag. Ich war noch nie so glücklich, in einer Schlange zu warten. Wenn Du berechtigt bist, schließe Dich mir an und melde Dich an, um Deinen Impfstoff zu bekommen. Komm mit mir, wenn Du leben willst!"

Der Republikaner war von 2003 bis 2011 Kaliforniens Gouverneur. Er hatte bereits im Sommer in einem Video mit vier seiner Amtsvorgänger und -nachfolger zum Tragen einer Maske in der Corona-Krise aufgerufen. "Eine Maske zu tragen, schützt die Leute in Ihrem Umfeld. Es ist nicht politisch. Es ist nicht schwach", hatte der frühere Bodybuilder mitgeteilt.