Freitag, 09. Dezember 2022Der Tag

mit Heidi Ulrich
Heidi Ulrich
22:39 Uhr

Das war Freitag, der 9. Dezember 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

bei eisigen Temperaturen haben viele Menschen in der Ukraine weiterhin nur stundenweise Strom. Durch die russischen Angriffe auf die Infrastruktur sei die Versorgung in den meisten Regionen noch erheblich eingeschränkt, sagt Regierungschef Denys Schmyhal. Die Menschen müssten den ganzen Winter mit Stromabschaltungen rechnen. Auch seien sämtliche Wärme- und Wasserkraftwerke des Landes beschädigt. Wichtig waren heute außerdem diese Meldungen:

Ich wünsche Ihnen ein erholsames Wochenende und einen schönen dritten Advent!

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So kommen in Hamburg viele Weihnachtbäume aufs Schiff: per Wurf.

(Foto: dpa)

22:01 Uhr

Ex-Polizist Kueng im Fall George Floyd erneut verurteilt

Im Fall George Floyd ist einer der beteiligten ehemaligen Polizisten erneut verurteilt worden. Alexander Kueng wurde im US-Bundesstaat Minnesota wegen Beihilfe zur fahrlässigen Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt, wie mehrere US-Medien berichten. Kueng war bereits nach Bundesrecht zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Beide Strafen könnten gleichzeitig abgesessen werden, heißt es. Im Mai 2020 hatten Polizisten in Minneapolis den Afroamerikaner George Floyd zu Boden gedrückt. Der weiße Polizist Derek Chauvin kniete gut neun Minuten lang auf Floyds Hals, Kueng kniete auf dessen Rücken. Floyd verlor das Bewusstsein und starb. Kueng hatte zugegeben, dass er Floyds Oberkörper festgehalten habe, obwohl er aufgrund seiner Ausbildung gewusst habe, dass das Festhalten einer mit Handschellen gefesselten Person in Bauchlage ein erhebliches Risiko darstelle. Chauvin sitzt wegen Mordes im Gefängnis. Die Tat hatte weltweit Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt ausgelöst.

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Alexander Kueng (l.) mit seinem Anwalt im Sommer 2022.

(Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

21:30 Uhr

Vizepräsidentin des EU-Parlaments festgenommen

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Eva Kaili, ist anscheinend am Abend in Brüssel festgenommen worden. Das berichten mehrere Nachrichtenagenturen übereinstimmend und berufen sich auf Ermittlerkreise. Sie werde nun befragt, heißt es. Hintergrund sind Ermittlungen zu mutmaßlicher Korruption im EU-Parlament. Die belgische Staatsanwaltschaft verkündete zuvor fünf Festnahmen. Es gehe um eine mutmaßliche kriminelle Organisation, sowie Vorwürfe von Korruption und Geldwäsche, sagten die Ermittler. Man habe seit mehreren Monaten den Verdacht, dass ein Golfstaat versuche, die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen des EU-Parlaments zu beeinflussen. Laut der belgischen Zeitung "Le Soir" handelt es sich bei dem Golfstaat um Katar. Was Kaili konkret vorgeworfen wird, ist noch nicht bekannt. Die Griechin sitzt bisher für die sozialistische Partei Griechenlands (Pasok) im EU-Parlament. Wegen der Korruptionsvorwürfe wird sie am Abend von ihrer Partei ausgeschlossen.

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21:13 Uhr

Rossmann ruft Brezeln für Kinder zurück

Vorsicht, falls Sie Brezeln von Rossmann im Haus haben: Die könnten Fäden oder blaue Gewebeteilchen enthalten, warnt die Drogerie-Kette. Es geht um das Produkt "GenussPlus Kids Mini Brezel ohne Aufstreusalz" mit dem Mindesthalbarbeitsdatum 30. Juni 2023. Kunden sollen ihr Geld zurückbekommen, wenn sie die betroffenen Packungen bei Rossmann abgeben. Die Brezeln seien an Filialen in Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein geliefert worden, heißt es auf dem Portal Lebensmittelwarnung.de.

20:50 Uhr

Niederlande planen zwei neue Atomkraftwerke

Die Niederlande wollen weniger von fossilen Brennstoffen abhängig sein – und setzen auf Kernkraft. Ministerpräsident Mark Rutte kündigt an, dass zwei neue Atomkraftwerke nahe der belgischen Grenze gebaut werden sollen. Die Meiler sollen bis 2035 fertig sein und dann bis zu 13 Prozent der Stromproduktion abdecken. Derzeit ist in den Niederlanden nur noch ein AKW in Betrieb – es wird nächstes Jahr 50 Jahre alt sein. Der russische Angriffskrieg in der Ukraine hat auch in den Niederlanden zu einem rasanten Anstieg der Energiepreise geführt. Rutte rechnet damit, dass der Krieg und die "gegenwärtige Situation auf den Energiemärkten" noch einige Zeit andauern könnten. Deshalb habe seine Regierung beschlossen, schon jetzt die Gasreserven für den Winter 2023-2024 aufzufüllen.

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20:25 Uhr

Razzien bei "Reichsbürgern" – gegen LKA-Mann wird ermittelt

In Zusammenhang mit den Razzien in der "Reichsbürger"-Szene gerät auch ein Beamter des niedersächsischen Landeskriminalamtes ins Visier der Ermittler. Er sei wegen strafrechtlicher Ermittlungen vom Dienst freigestellt worden, erklärt das Innenministerium in Hannover. Der Beamte habe aber "bereits längerfristig keine Dienstgeschäfte für das LKA Niedersachsen mehr ausgeübt". Was ihm genau vorgeworfen wird, ist bisher nicht bekannt. Der NDR berichtet, dass der Beamte im Bereich Staatsschutz gearbeitet habe, der für politisch motiviertere Kriminalität wie etwa Terrorismus zuständig ist. Der LKA-Beamte soll jedoch keiner der 25 Personen sein, die vorgestern festgenommen wurden. 22 von ihnen wird vorgeworfen, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die das politische System in Deutschland stürzen wollte. Drei weitere Festgenommene gelten als Unterstützer. Die Bundesanwaltschaft spricht zudem von 27 weiteren Beschuldigten.

20:00 Uhr

Videos des Tages

19:35 Uhr

Aldi schließt in Dänemark

Die Aldi-Filialen in unserem nördlichen Nachbarland werden peu à peu verschwinden. Der Discounter zieht sich nach rund 45 Jahren aus Dänemark zurück. Konkurrent Rema 1000 werde 114 der 188 Aldi-Läden übernehmen, erklären beide Unternehmen. Die anderen Filialen sollen im Laufe des nächsten Jahres geschlossen oder verkauft werden. Über den Kaufpreis schweigen beide Seiten. Rema will von den 2800 Mitarbeitenden rund 1600 übernehmen. Allerdings müssten die dänischen Wettbewerbsbehörden noch zustimmen.

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18:54 Uhr

Tina Turners Sohn Ronnie ist tot

Sängerin Tina Turner erlebt einen weiteren schweren Schicksalsschlag: Ihr Sohn, Ronnie Turner, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Seine Frau, Afida Turner, bestätigt seinen Tod. Auf Instagram schreibt sie: "Ich habe bis zum Schluss mein Bestes gegeben, aber ich konnte dich nicht mehr retten. Ich liebe dich seit 17 Jahren. Es ist sehr schlimm. Ich bin sehr wütend." Über die Todesursache ist bisher nichts bekannt. 2018 hatte Tina Turner bereits ihren Sohn Craig Turner verloren.

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Ronnie und seine Frau Afida 2008 in Frankreich.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

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18:49 Uhr
Breaking News

Kroatien kickt Brasilien aus der WM

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist einer der großen Favoriten raus: Brasilien scheitert in einem dramatischen Viertelfinale an Kroatien. Superstar Neymar (105.+1) bringt Brasilien in der Verlängerung in Führung, doch Bruno Petkovic gleicht aus (117.). Die Entscheidung fällt im Elfmeterschießen, bei dem sich Vize-Weltmeister Kroatien mit 4:2 durchsetzt. Im Halbfinale trifft Kroatien entweder auf Argentinien oder die Niederlande.

18:29 Uhr

Frau wirft Dackel in Dönerladen

Was für eine bizarre Szene in Koblenz: Laut Zeugenaussagen ist gestern Abend eine Frau in einem Dönerladen aufgetaucht, hat rumgeschrien und ein Paket über die Theke geworfen. Dann sei sie in ihr Auto gestiegen und davongefahren. Eine rote Ampel habe sie auch noch mitgenommen, heißt es. Die Polizei kam und öffnete das Paket: Es war ein Dackel drin. Der Hund sei unverletzt gewesen und ins Tierheim gebracht worden, schreibt die Polizei. Über das Autokennzeichen fanden die Beamten schließlich die Frau. Die 27-Jährige war in der Wohnung ihres Lebensgefährten. Die Polizei sagt, dort seien Drogen gefunden worden und auch bei der 27-Jährigen habe es Anzeichen auf Drogenkonsum gegeben. Ein Vortest auf Cannabis sei bei ihr positiv gewesen. Ob sie noch andere Drogen konsumiert hatte, ist bisher nicht bekannt. Ermittelt wird nicht nur wegen der Drogen, sondern auch wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

18:00 Uhr

"Gasrechnungen werden bis 2030 doppelt so hoch bleiben"

Die russischen Pipelines sind Geschichte, Erdgas wird in Deutschland künftig über gleich mehrere LNG-Terminals an der Küste angeliefert. Ein Fehler, sagen Maria Pastukhova und Mathias Koch von der Denkfabrik E3G. Sie plädieren in einer Studie dafür, dass Deutschland seinen Gasverbrauch reduzieren, nicht die alten Kapazitäten wiederherstellen sollte. Das müsse ohnehin passieren, wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, wie sie im "Klima-Labor" von ntv erklären. Es würde aber auch viel Geld sparen: "Wir reden nicht von einer zweijährigen Krise. Deshalb sollten wir uns fragen: Wäre es nicht rentabler, wenn wir die Einsparung jetzt vornehmen?", fragen Pasthukova und Koch. Denn sie sind überzeugt: Das russische Gas, das vom globalen Markt verschwunden ist, wird nie wiederkommen - und die Preise deshalb auf Jahre hoch bleiben.

Klima-Labor von ntv

Was hilft gegen den Klimawandel? "Klima-Labor "ist der ntv Podcast, in dem Clara Pfeffer und Christian Herrmann Ideen und Behauptungen prüfen, die toll klingen, es aber selten sind. Klimaneutrale Unternehmen? Gelogen. Klimakiller Kuh? Irreführend. Kunstfleisch? Das Grauen 4.0. Aufforsten im Süden? Verschärft Probleme. CO2-Preise für Verbraucher? Unausweichlich. LNG? Teuer.

Das Klima-Labor - jeden Donnerstag eine halbe Stunde, die informiert und aufräumt. Bei ntv und überall, wo es Podcasts gibt: RTL+ Musik, Apple Podcasts, Amazon Music, Google Podcasts, Spotify, RSS-Feed

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17:43 Uhr

Bericht: Türkischer Konkurrent schluckt Gorillas

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(Foto: picture alliance / ANP)

Nach wochenlangen Spekulationen ist die Übernahme von Gorillas durch Getir wohl in trockenen Tüchern. Der türkische Lebensmittel-Bringdienst übernehme seinen deutschen Rivalen in einem 1,2 Milliarden Euro schweren Deal, schrieb die "Financial Times".

Den Lebensmittel-Bringediensten machen steigende Preise und hohe Personalkosten zu schaffen. Gorillas strich daher vor einigen Monaten Hunderte Stellen und zog sich aus einigen Ländern zurück.

Dieser Eintrag erschien zuerst im "Börsen"-Tag.

17:27 Uhr

Ex-EU-Abgeordneter festgenommen - von Katar bestochen?

Die belgische Polizei nimmt vier Verdächtige im Zuge von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption im EU-Parlament fest. In Brüssel gibt es deshalb 16 Durchsuchungen. Dabei werden Computer, Telefone und Bargeld in Höhe von rund 600.000 Euro beschlagnahmt. Unter den Festgenommenen sei ein ehemaliger Abgeordneter des EU-Parlaments, erklärt die belgische Staatsanwaltschaft, ohne einen Namen zu nennen. Ein "Golfstaat" soll versucht haben, durch große Geldsummen oder Geschenke an Einzelpersonen "Einfluss auf die wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen des Europäischen Parlaments zu nehmen". Der belgischen Zeitung "Le Soir" zufolge soll es sich um Katar handeln. Vertreter des Emirats hätten versucht, einen italienischen Sozialisten zu bestechen, der von 2004 bis 2019 Mitglied des EU-Parlaments war.

17:07 Uhr

München verbietet Klima-Kleber-Proteste

Für vier Wochen untersagt München alle Klimaproteste, bei denen sich Teilnehmer in irgendeiner Form an der Straße festmachen. "Dieses Verbot erstreckt sich auf alle Straßen, die für Rettungseinsätze und Gefahrenabwehrmaßnahmen besonders kritisch sind, sowie alle Bereiche der Bundesautobahnen, inklusive Autobahnschilderbrücken", schreibt die Stadt. Das Verbot werde per Allgemeinverfügung zur präventiven Gefahrenabwehr verhängt und gelte vom 10. Dezember bis zum 8. Januar. Es diene dazu, "die Freihaltung der Hauptrouten der Einsatz- und Rettungsfahrzeuge im Stadtgebiet jederzeit zu gewährleisten und möglichen Schaden für Leib und Leben abzuwenden, der aufgrund von Verzögerungen bei Einsatzfahrten entstehen könnte". Gestern hatten sich Klimaaktivisten der "Letzten Generation" auf dem Rollfeld am Münchner Flughafen festgeklebt und kurzzeitig den Verkehr gestört. Laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann konnte ein Flugzeug mit einem Notfall-Patienten deswegen erst mit rund 20-minütiger Verspätung landen.

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16:34 Uhr

Schließfach-Beute 32 Millionen Euro wert, Ermittler posten neue Fahndungsvideos

Der Schaden nach dem Einbruch in einer Berliner Tresoranlage ist noch viel größer als bisher bekannt: 32 Millionen Euro sei die Beute wert, erklärt die Berliner Staatsanwaltschaft. Vorher war nur bekannt geworden, dass allein der Wert von 1000 gestohlenen Luxusuhren bei zehn Millionen Euro gelegen haben soll. Die Täter hatten vor knapp drei Wochen die Schließfächer in der Nähe vom Kurfürstendamm aufgebrochen, darunter war das Depot eines Luxusuhren-Händlers, der nach dem Einbruch Insolvenz anmeldete. Die Täter entkamen auch mit Gold, Geld und Schmuck. Die Polizei hat nun weitere Videos und Bilder rund um die Tat veröffentlicht: Ein Video zeige einen Tatverdächtigen in der Tresoranlage in der Fasanenstraße, schreibt die Polizei. Ein anderes Video zeigt mehrere Personen beim Kauf eines Autos – dieses sei wahrscheinlich für die Tat benutzt worden, heißt es. Ob diese Personen tatverdächtig sind, werde noch geprüft. Für den entscheidenden Hinweis, der zur Ergreifung der Täter führt, sind Belohnungen von insgesamt 25.000 Euro ausgesetzt.

16:14 Uhr

Elton John verabschiedet sich von Twitter

Die britische Poplegende will Twitter nach der Übernahme des Netzwerks durch den US-Unternehmer Elon Musk nicht mehr nutzen. Er habe sich dazu entschieden, nachdem die kürzliche Änderung der Regeln es ermögliche, dass Falschinformationen sich dort ungefiltert verbreiten, twittert Elton John. "Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, Menschen mit Musik zusammenzubringen. Es macht mich traurig, wie Falschinformationen nun genutzt werden, um unsere Welt zu spalten." Nach der Übernahme durch Musk haben sich bereits etliche Prominente aus Protest gegen die Linie des Unternehmers aus dem Netzwerk verabschiedet. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz prüft einen Rückzug. Musk verteidigt seine Deregulierung mit absoluter Meinungsfreiheit.

15:47 Uhr

Schekaris Hinrichtung löst neue Proteste aus

Die Hinrichtung des Demonstranten Mohsen Schekari erstickt die regimekritischen Proteste im Iran nicht. Letzte Nacht gingen in Teheran wieder Demonstranten auf die Straße, unter anderem in der Straße, in der Schekari festgenommen worden war. Wie in einem Video zu sehen ist, riefen sie: "Sie haben uns Mohsen weggenommen und seine Leiche zurückgebracht." Gestern hatten die iranischen Behörden den 23-Jährigen hingerichtet, der bei einer Straßenblockade in Teheran ein Mitglied der paramilitärischen Basidsch-Milizen verletzt haben soll. Deutschland und andere westliche Länder verurteilen die Hinrichtung.

  • "Wir rufen den Iran erneut auf, die Todesstrafe unverzüglich abzuschaffen und keine weiteren Todesurteile zu vollstrecken", sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Hoffmann.
  • Das Auswärtige Amt in Berlin bestellt den iranischen Botschafter ein.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirft dem Regime vor, mit maßloser Gewalt gegen unschuldige Menschen vorzugehen, die sich "nach einer Zukunft in Freiheit" sehnten.

Die iranische Regierung behauptet hingegen, sie reagiere mit "größter Zurückhaltung auf die Unruhen" im Land. Vom Außenministerium in Teheran heißt es, anders als viele westliche Regierungen, "die selbst friedliche Demonstranten gewaltsam unterdrücken, hat der Iran maßvolle Methoden zur Aufstandsbekämpfung angewandt". Das Gleiche gelte für Gerichtsverfahren, diese seien "gerecht".

15:28 Uhr

Klima-Aktivisten legen kurzzeitig Champs-Élysées lahm

Auch in Frankreich bringen Aktivisten ihren Unmut über eine ihrer Ansicht nach verfehlte Klimapolitik auf die Straßen. So blockiert die Gruppe "Dernière Rénovation" die berühmte Pariser Einkaufsstraße Champs-Élysées, jedoch nur für kurze Zeit. Die Sitzblockade wird schnell von den Behörden aufgelöst.

15:09 Uhr

Zugverkehr rollt nach Güterzugunfall wieder an

Die Bahnstrecke zwischen Berlin und Hannover ist jetzt für einzelne Züge freigegeben. Die müssten dort allerdings noch langsamer fahren als normalerweise, erklärt eine Bahnsprecherin. Die Strecke sei nach dem Güterzugunfall mit Hochdruck repariert worden. Ab Sonntag sollen dann alle Züge wieder über die Strecke rollen. Vor rund drei Wochen waren bei Leiferde im Landkreis Gifhorn zwei Güterzüge zusammengestoßen. Vier propangasgefüllten Kesselwaggons kippten um, ein Lokführer wurde leicht verletzt. Die Feuerwehr brauchte Tage, um das Gas aus den Waggons abzupumpen und mit einer speziellen Vorrichtung abzufackeln. Nach den Bergungsarbeiten hatte die Deutsche Bahn in den vergangenen Tagen das Gleisbett neu aufgebaut, Schienen verlegt und die Leit- und Sicherungstechnik repariert.

14:43 Uhr

Kölner Stadträtin klebt sich an Rednerpult fest

Auch eine Kölner Kommunalpolitikerin entscheidet sich für das Protestmittel, sich festzukleben. Aber nicht auf der Straße, wie etwa Klimaaktivisten der Gruppe "Letzte Generation", sondern an einem Rednerpult während einer Sitzung des Stadtrates gestern Abend. Die Stadträtin Nicolin Gabrysch von der Wählergruppe Klima Freunde protestiert damit für mehr Klimaschutz. "Es kann und darf kein weiter so geben. Deswegen sorge ich jetzt dafür, dass es zumindest hier und jetzt nicht wie üblich weitergeht", sagt sie und klebt eine Hand auf dem Pult fest. Die Menschen im Saal bittet sie um Solidarität - von einigen bekommt sie Applaus. Es geht trotzdem weiter: Oberbürgermeisterin Henriette Reker setzt die Sitzung an einem zweiten Rednerpult fort. Anscheinend war es ohnehin Gabryschs letzte Sitzung als Stadträtin. Der "Kölner Stadtanzeiger" schreibt, dass sie gestern aus dem Stadtrat verabschiedet wurde und sie ihr Mandat weiter gibt, weil ihre Partei möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben wolle, im Rat mitzuwirken.

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14:30 Uhr

Schichtwechsel

Hallo, liebe Leserinnen und Leser!

Ich schnappe mir noch einen frischen Kaffee und ein bisschen Schokolade, damit bin ich für den Nachmittag gerüstet. Kristin Hermann ist schon im Wochenende. Sie vielleicht ja auch? Ansonsten wünsche ich Ihnen noch frohes Schaffen! Ich bin Heidi Ulrich, Sie erreichen mich über dertag(at)n-tv.de.

13:56 Uhr

Auslieferungsverfahren gegen "Reichsbürger" eingeleitet

Die Bundesanwaltschaft hat Auslieferungsverfahren gegen zwei im Zuge der "Reichsbürger"-Razzia in Österreich und Italien festgenommene Männer eingeleitet. Wann die beiden den Ermittlungsrichtern des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden können, stand am Freitag noch nicht fest. Die Behörde hatte am Mittwoch in einer der größten Polizeiaktionen in der Geschichte der Bundesrepublik 25 Menschen festnehmen lassen. 22 von ihnen wirft sie vor, Mitglied einer terroristischen Vereinigung zu sein, die das politische System in Deutschland stürzen wollte. Drei weitere Festgenommene gelten als Unterstützer. Die 23 in Deutschland festgenommenen Beschuldigten sind seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Mit Ausnahme einer Russin haben alle Verdächtigen den Angaben nach die deutsche Staatsbürgerschaft.

13:22 Uhr

Bei Schneefall im Dunkeln: Auto überfährt auf Straße liegenden Mann in Fulda

Ein auf der Straße liegender Mann ist am Donnerstagabend in Fulda von einem Auto überfahren und schwer verletzt worden. Der Autofahrer hatte bei Schneefall plötzlich eine dunkle Gestalt auf der Straße liegen sehen und nicht mehr ausweichen können, wie die Polizei mitteilte. Der 39-Jährige wurde überrollt und zwischen Auto und Asphalt eingeklemmt. Rettungskräfte befreiten ihn und brachten den Mann ins Krankenhaus. Lebensgefahr bestand laut Polizei nicht.

12:52 Uhr

Christina Applegate über MS-Diagnose: "Es war zum Kotzen"

Schauspielerin Christina Applegate beschreibt den Moment, in dem sie mit Multiple Sklerose diagnostiziert wurde, in einem neuen Interview mit ehrlichen Worten. In der "Kelly Clarkson Show" erklärt sie, dass sie schon vier Jahre vor ihrer Diagnose "sehr leichte Symptome" bemerkt habe. Die Diagnose erhielt sie schließlich während der Filmarbeiten zur dritten Staffel "Dead to Me": "Ich habe an einem Montag nach der Arbeit erfahren, dass ich MS habe, eine Krankheit, die ich für den Rest meines Lebens haben werde."

Die Diagnose beschreibt sie ohne Umschweife: "Es war zum Kotzen", bevor sie erschrocken fragt: "Darf ich das sagen?" Weiter erklärt sie: "Ich wusste nicht, was mit mir geschah. Ich konnte nicht laufen. Sie mussten einen Rollstuhl benutzen, um mich zum Set zu bringen. Ich bin ausgeflippt." In einem Gespräch mit der "New York Times" hatte sich die Schauspielerin schon im November ähnlich über die Krankheit geäußert. "Ich werde das niemals akzeptieren", erzählte sie damals. "Ich bin angepisst."

12:26 Uhr

Nach Hinrichtung: Irans Präsident bekräftigt harten Kurs gegen Demonstranten

Irans Präsident Ebrahim Raisi hat den harten Kurs der politischen Führung gegen Teilnehmer der bald drei Monate andauernden systemkritischen Proteste im Land bekräftigt. "Unruhestifter" und für den Tod von Sicherheitskräften Verantwortliche würden "mit Entschlossenheit" identifiziert und verfolgt, erklärte Raisi, wie die Tageszeitung "Shargh" schrieb. Kritiker der politischen Führung sehen in den Worten auch eine Verteidigung des am Donnerstag in Teheran vollstreckten Todesurteils gegen einen Demonstranten.

Die Exekution von Mohsen Schekari hatte im Land und international Entsetzen und scharfe Reaktionen ausgelöst. Es war die erste Hinrichtung, die im Zusammenhang mit den Protesten, bei denen Demonstranten unter anderem ein Ende der Islamischen Republik und die Aufhebung des Kopftuchzwangs fordern, seit Mitte September bekannt wurde. Irans Außenministerium wies internationale Kritik an der Vollstreckung zurück und bezeichnete sie als "heuchlerische Belehrung". Auslöser der landesweiten Proteste war der Tod der iranischen Kurdin Mahsa Amini.

11:58 Uhr

Hitler-Bilder in Chatgruppen mit Polizeibeamten kursieren wohl schon länger

Die Bilder von Hitler und Hakenkreuzen in Chatgruppen mit zahlreichen Mitarbeitern der Polizei Baden-Württemberg sollen schon seit einem längeren Zeitraum die Runde machen. Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus Sicherheitskreisen erfuhr, kursierten die ersten Bilder in den Gruppen vor mindestens vier Jahren. Gegen rund 70 Beamte, die bislang in den Chatgruppen als Teilnehmer identifiziert wurden, sollen nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet werden. Es seien auch Entlassungen möglich, sagte ein Sprecher des LKA.

Ein Polizist soll Bilder von Adolf Hitler und Hakenkreuzen in verschiedenen Chatgruppen mit Kollegen verbreitet haben. Die Behörden ermitteln gegen den Mann unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung. Der 28-Jährige wurde vom Dienst suspendiert, wie das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft mitteilten. Gegen fünf weitere Polizeibeamte werde ebenfalls strafrechtlich ermittelt. Die Behörden beschlagnahmten nach eigenen Angaben die Mobiltelefone der Beschuldigten und prüften dabei etwa 6000 Chatgruppen - bei 13 dieser Gruppen stellten sie strafrechtlich relevante Inhalte fest.

11:53 Uhr

Schlagzeilen zur Mittagspause

11:31 Uhr

Wetterexperte zu Wintereinbruch: "Das Gefährliche kommt, wenn erste Schneefront weg ist"

Im Norden und Süden Deutschlands schneit es bereits, über das Wochenende wird es in weiten Teilen des Landes weiß. ntv-Wetterexperte Christian Häckl gibt eine Prognose für die kommenden Tage ab und warnt vor allem vor der auf den Schnee folgenden Kälte - nicht nur in Deutschland.

10:59 Uhr

Explosion bei indischer Hochzeit - mindestens fünf Tote, 40 Verletzte

Bei einem Explosionsunglück während einer Hochzeitsfeier sind im Norden Indiens fünf Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Die Zahl der Toten könne noch steigen, weil etliche der Verletzten mit Verbrennungen dritten Grades in kritischem Zustand seien, sagte Polizeichef Anil Kayal. Nach den Ermittlungen der Polizei war während des Hochzeitsmahls in dem Dorf Bhungra im Distrikt Jodhpur (Bundesstaat Rajasthan) am Donnerstagnachmittag ein Gaszylinder explodiert. Dieser stand in einer Abstellkammer, wo er leckschlug, Feuer fing und in die Luft flog. Vier Menschen waren sofort tot, einer erlag später in einer Klinik seinen Verletzungen.

10:29 Uhr

Zehn Verletzte bei Unfall mit zwölf Autos nahe Bad Sobernheim

Bei einem Unfall mit insgesamt zwölf beteiligten Fahrzeugen sind am Donnerstagabend im Landkreis Bad Kreuznach zehn Menschen verletzt worden, drei davon schwer. Lebensgefahr bestehe bei den Schwerverletzten nicht, teilte die Polizei mit. Die Schwerverletzten wurden teils per Rettungshubschrauber in Krankenhäuser gebracht. Den Ermittlungen zufolge kam es an einer Kuppe der Bundesstraße 41 wegen tief stehender Sonne, Nieselregens und nicht ausreichenden Sicherheitsabstands zu einem Auffahrunfall zweier Pkw. Daraufhin seien acht Fahrzeuge ebenfalls aufeinander aufgefahren. Am Ende des daraus resultierenden stockenden Verkehrs kollidierten den Angaben zufolge dann zwei weitere Wagen. Die Unfallstelle musste während der Bergungs- und Aufräumarbeiten voll gesperrt werden.

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An dem Unfall waren zwölf Fahrzeuge beteiligt.

(Foto: picture alliance/dpa)

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09:52 Uhr

"Besserwisser": Ex-DFB-Boss über Konsequenzen aus Streit um "One Love"-Binde

Der frühere DFB-Präsident Fritz Keller sieht in den Diskussionen um die "One Love"-Binde einen der Hauptgründe für das deutsche Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM in Katar. Politiker und andere DFB-Funktionäre hätten "das Team zu Aktionen überredet, die 'One Love'-Binde zu tragen und dann ersatzweise diese Geste mit dem zugehaltenen Mund zu zeigen", sagte Keller in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" und der "Stuttgarter Nachrichten".

  • Er fügte hinzu: "Die Mannschaft war sich uneinig, der Kapitän und der Mannschaftsrat wurden gedrängt, es zu tun. Dann gibt es Diskussionen in der Mannschaft über Dinge, die nichts mit dem Sport zu tun haben - das geht nicht."
  • Den handelnden Personen habe die Konsequenz gefehlt. "Wenn man sich so weit aus dem Fenster gelehnt hat, muss man das durchziehen, auch um das Gesicht nicht zu verlieren."
  • Deutschland habe laut Keller nun international die Rolle als "Besserwisser".
09:20 Uhr

Humor mit ernstem Hintergrund: Comedy Wildlife Award kürt witzigste Tierfotos 2022

Mit dem Comedy Wildlife Fotografie-Wettbewerb wollen die Ausrichter zweierlei Dinge erreichen. Zum einen sollen Fotografen prämiert werden, denen lustige Schnappschüsse gelingen. Auf der anderen Seite steht die Forderung nach deutlich mehr Tierschutz, damit es solche Bilder auch in Zukunft noch geben kann.

09:13 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:50 Uhr

"Alarmierenden Befunde": Experten sehen dringenden Handlungsbedarf an Grundschulen

Bildungsforscher sehen wegen der schlechten Deutsch- und Mathematik-Kompetenzen vieler Viertklässler und angesichts eines relevanten Anteils von Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten dringenden Handlungsbedarf. Die "alarmierenden Befunde" entsprechender Studien müssten als Weckruf verstanden werden, schreiben die Wissenschaftler Felicitas Thiel und Michael Becker-Mrotzek in der Zusammenfassung zu einem wissenschaftlichen Gutachten für die Kultusministerkonferenz (KMK), das in Berlin vorgestellt wurde. Darin werden 20 Maßnahmen empfohlen, die den Negativtrend an den Grundschulen umkehren sollen.

Hintergrund sind der IQB-Bildungstrend, eine Studie, die im Abstand von fünf Jahren die Kompetenzen bei Viertklässlern repräsentativ untersucht, und die Kindergesundheitsstudie (Kiggs) des Robert-Koch-Instituts. Die Studien hatten gezeigt, dass etwa jeder fünfte Viertklässler Mindeststandards in Deutsch und Mathematik nicht erreicht und fast jedes vierte sieben- bis zehnjährige Kind ein erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten zeigt. Die Experten schlagen unter anderem vor, bereits in der Kita sprachliche und mathematische Kompetenzen stärker zu fördern, empfehlen Mindeststundenkontingente für Deutsch und Mathematik an den Grundschulen und regelmäßige Überprüfungen der Kinder durch "standardisierte Diagnoseverfahren" sowie eine stärkere Kooperation zwischen Eltern und Schule etwa durch halbjährliche verbindliche Entwicklungsgespräche.

08:46 Uhr

Experte: Zukunft für Harry in Royal Family immer unwahrscheinlicher

Eine Rückkehr in eine öffentliche Rolle für die britische Royal Family wird für Prinz Harry nach Ansicht eines Experten immer unwahrscheinlicher. Mit der neuen Netflix-Dokumentation "Harry & Meghan", deren erste Folgen am Donnerstag erschienen, distanziere sich das Paar deutlich vom Palast, sagte der Verfassungsrechtler und Monarchie-Beobachter Craig Prescott von der walisischen Universität Bangor. "Die Doku macht es wahrscheinlicher, dass er nicht mehr zurückkommt." Harry und Meghan hatten 2020 ihre Aufgaben als arbeitende Mitglieder der Royal Family niedergelegt und waren als junge Familie in die USA ausgewandert.

In der Netflix-Produktion thematisiert das Paar neben den Verstrickungen des Königshauses mit der britischen Boulevardpresse auch dessen Umgang mit der britischen Kolonialgeschichte und Rassismus. Für den Palast selbst, der die Doku-Serie inhaltlich zunächst nicht kommentierte, könne die Rassismus-Debatte durchaus auch eine Chance bedeuten, meint Prescott. Es sei deutlich, dass sich der Palast weiterentwickeln müsse und ein immer diverseres Vereinigtes Königreich besser repräsentieren müsse. "Vielleicht ist das eine Gelegenheit, die Probleme anzugehen, die Harry und Meghan ansprechen." Dies würde jedoch höchstwahrscheinlich nicht in einem öffentlichen Kommentar geschehen, sondern gegebenenfalls in internen Prozessen.

08:15 Uhr

Berichte: Staatsanwaltschaft frustriert über Arbeit mit Trumps Team

Das Justizministerium will einem Bericht zufolge im Streit über den Umgang mit Regierungsdokumenten das Team des ehemaligen Präsidenten Donald Trump in die Zange nehmen. Die Staatsanwaltschaft habe eine Richterin gebeten, gegen Trumps Team wegen Missachtung des Gerichts vorzugehen, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen. Sollte sie diesem zustimmen, könnte sie zum Beispiel eine täglich anfallende Geldstrafe verhängen. Der Sender CNN berichtete, der Antrag betreffe auch Trump selbst.

Hintergrund ist der Zeitung zufolge der wachsende Unmut der Staatsanwaltschaft mit Trumps Team. Dabei gehe es um die Frage, ob mittlerweile wirklich alle Verschlusssachen an die Regierung zurückgegeben worden seien. Das Justizministerium habe wiederholt eine schriftliche Versicherung darüber von Trumps Team verlangt. Dieses soll sich aber geweigert haben, eine solche Versicherung zu unterzeichnen. Gleichzeitig solle das Team aber angegeben haben, dass alle Dokumente zurückgegeben worden seien. Das Justizministerium verlangt der Zeitung zufolge, dass Trumps Team einen Verantwortlichen benennt, der eine entsprechende Erklärung unterzeichnen kann.

07:44 Uhr

Kate Winslet: "Meine Kinder haben kein Social Media"

Oscarpreisträgerin Kate Winslet möchte ihre Kinder nicht in den sozialen Netzwerken sehen. "Meine Kinder haben keine Social-Media-Accounts, und sie haben auch nie welche gehabt", sagte die 47-Jährige, die einen 9 und einen 18 Jahre alten Sohn sowie die 22-jährige Tochter Mia Threapleton hat, an deren Seite sie kürzlich den Film "I am Ruth" gedreht hat. Wie sie gehört habe, gebe es viele Fake-Accounts von ihr selbst und "seltsamerweise" auch von ihren Kindern, sagte die Britin in einem Podcast des britischen Senders BBC. Man könne seinen Kindern sagen: "Du kannst das nicht haben, weil ich möchte, dass du dein Leben genießt", erklärte Winslet. "Ich möchte, dass du ein Kind bist, ich möchte, dass du die Wolken ansiehst und sie nicht fotografierst und auf Instagram stellst." Sie wolle auch vermeiden, dass ihre Kinder sich von Hass im Netz beeinflussen ließen - davon, dass "jemand dachte, dass sie Mist seien".

07:17 Uhr

Scholz prüft Rückzug von Twitter

Angesichts der unklaren Entwicklung bei Twitter nach der Übernahme durch den US-Milliardär Elon Musk prüft Bundeskanzler Olaf Scholz einen Rückzug von der Online-Plattform. "Der Bundeskanzler und das Bundespresseamt sehen sich die Entwicklung von Twitter seit der Übernahme durch Elon Musk sehr genau an", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dabei werde abgewogen "zwischen der Entwicklung der Plattform einerseits und andererseits möglichen Alternativen, die man stattdessen nutzen kann".

"Wir haben den Auftrag, breit über die Arbeit der Bundesregierung zu informieren, und wollen dafür möglichst viele Kanäle nutzen, um die User da zu erreichen, wo sie sich ohnehin informieren", sagte Hebestreit. Twitter sei dabei ein von der Vorgängerregierung etablierter Weg, mit dem Scholz rund 600.000 und der Regierungssprecher rund 100.000 Follower erreichen. Es wäre "sehr kurz" gesprungen, "diesen Informationsweg jetzt sofort aufzugeben, ohne eine Alternative zu haben", sagte Hebestreit weiter. "Trotzdem können wir nicht die Augen verschließen, wenn problematische Entwicklungen auf diesem Netzwerk immer größere Blüten treiben würden."

07:02 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gefahr durch russische Minen auf ukrainischem Territorium beklagt. "Das ist die Form des russischen Terrors, mit der wir noch jahrelang zu kämpfen haben", sagte er am Donnerstagabend in seiner täglichen Videobotschaft. Er beschuldigte Russland, die Minen absichtlich als tödliche Gefahr auch für Zivilisten hinterlassen zu haben. Mehr zum Ukraine-Krieg lesen Sie in unserem Liveticker.

Ansonsten sind heute noch diese Themen wichtig:

  • Kanzler Olaf Scholz besucht den Digital-Gipfel der Bundesregierung in Berlin. Der SPD-Politiker will sich zunächst eine Ausstellung verschiedener Digitalprojekte anschauen und dann auf der Bühne mit der estnischen Ministerpräsidentin Kaja Kallas sprechen.
  • Vor dem Hintergrund erschreckender Testergebnisse in Deutsch und Mathematik bei vielen Grundschülern legen Bildungsexperten am Freitag Empfehlungen für mögliche Gegenmaßnahmen vor. Die Ständige Wissenschaftliche Kommission, ein Beratergremium der Kultusministerkonferenz, hat in einem umfangreichen Gutachten Vorschläge erarbeitet, die am Vormittag in Berlin präsentiert werden sollen.
  • Deutschland und Österreich unterzeichnen ein Luftsicherheitsabkommen, das die grenzübergreifende Kontrolle von möglicherweise gefährlichen Zivilflugzeugen besser regeln soll.
  • Die Gesellschaft für deutsche Sprache gibt in Wiesbaden des "Wort des Jahres" 2022 bekannt. Eine Jury kürt regelmäßig Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben in besonderer Weise bestimmt haben.
  • Mit dem Duell zwischen Vize-Weltmeister Kroatien und Rekord-Champion Brasilien beginnen die Viertelfinal-Spiele bei der Fußball-WM in Katar. Dabei kommt es auch zum Aufeinandertreffen der beiden Superstars Neymar und Luka Modric. Das siegreiche Team trifft im Halbfinale auf den Gewinner der zweiten Viertelfinal-Partie zwischen Argentinien und den Niederlanden.

Die Entwicklungen an der Börse können Sie unter anderem in unserem Börsen-Tag verfolgen.

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Mein Name ist Kristin Hermann und ich versorge Sie bis zum frühen Nachmittag mit Nachrichten. Sie haben Fragen oder Anregungen? Sie erreichen mich unter: kristin.hermann@nachrichtenmanufaktur.de. Kommen Sie gut durch den Tag!

06:29 Uhr

Toter nach 65 Jahren identifiziert: "​Boy in the box" hat einen Namen​

Bei einem der ältesten ungelösten Mordfälle in der Geschichte der US-Metropole Philadelphia haben die Ermittler nach über 65 Jahren einen möglicherweise entscheidenden Fortschritt gemacht. Die Polizei identifizierte den 1957 gefundenen Kinderkörper als den von Joseph Augustus Zarelli, wie die Beamten am Donnerstag mitteilten. Als "Junge im Karton" ("boy in the box") wurde der Fall bekannt, als Zarelli in einer damals ländlichen Gegend außerhalb von Philadelphia in einer Pappschachtel gefunden wurde. DNA-Analysen brachten die Ermittler auf die Spur der Identität des Jungen. Durch diese seien Verwandte des bislang namenlosen Jungen ausfindig gemacht und auch eine Geburtsurkunde gefunden worden. Die Familie stamme aus der Umgebung im Westen Philadelphias im Bundesstaat Pennsylvania.

Zarelli war demnach am 13. Januar 1953 geboren worden. Beide Eltern seien mittlerweile tot, doch eine Reihe von Geschwistern seien noch am Leben. Ermittler John Smith sagte, es gebe eine Vermutung, wer der Täter oder die Täterin sein könnte, nannte aber zunächst keine Details. Obwohl so viele Jahre vergangen sind, könnte in diesem Cold-Case-Fall noch Mordanklage erhoben werden. Die unbekleidete Leiche des damals vier Jahre alten Jungen war in eine Decke gehüllt und wies bei ihrem Auffinden vor über 65 Jahren Spuren von zahlreichen Schlägen auf. "Todesursache war stumpfe Gewalteinwirkung", hatte ein inzwischen pensionierter Ermittler 2021 dem Sender CBS gesagt. Zudem sei das Opfer gewaschen worden und habe die Haare geschnitten bekommen. Die Ermittlungen, die sich über Jahre zogen, brachten lange Zeit keinen Durchbruch.

06:05 Uhr

Drohen Boris Becker nach Abschiebung nach Deutschland juristische Konsequenzen?

Ex-Tennis-Star Boris Becker droht im Falle einer Abschiebung aus britischer Haft nach Deutschland keine weitere Strafe. "Für dasselbe Vergehen oder Verbrechen kann man nicht mehrfach strafrechtlich verfolgt werden", sagte die Rechtsanwältin Natalie von Wistinghausen. "Dahinter steckt der Rechtsgrundsatz "ne bis in idem", also das Verbot der Doppelbestrafung." Auch die Rechtsanwältin Gül Pinar, Mitglied des Ausschusses Strafrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV), betonte: "Er kommt als freier Mensch an." Britischen Medienberichten zufolge steht Beckers Freilassung und umgehende Abschiebung kurz bevor. "Er wird vom Gefängnis direkt von der Polizei zum Flughafen gebracht", sagte Pinar.

Normalerweise würden Abschiebehäftlinge mit Linienflügen ausreisen und in Deutschland in Frankfurt am Main landen. Möglich sei aber auch, dass Becker mit einem Privatjet das Land verlässt, in dem er seit rund zehn Jahren lebt. Die britische Zeitung "Daily Mail" legte diese Variante nahe. Sie will aus einer Quelle erfahren haben, dass Becker ein privater Flug nach Deutschland bezahlt wird. Der dreifache Wimbledon-Sieger war Ende April zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen.

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