Freitag, 01. Februar 2019Der Tag

Heute mit Uladzimir Zhyhachou und Juliane Kipper
22:29 Uhr

Das war Freitag, der 1. Februar 2019

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Seit Monaten steht die Drohung im Raum. Seit Anfang Dezember läuft ein Ultimatum. Nun machen die USA ernst und erklären formell ihren Ausstieg aus einem der wichtigsten nuklearen Abrüstungsabkommen mit Russland. Der Rückzug solle in sechs Monaten in Kraft treten. Falls Russland sich bis dahin nicht wieder an den Vertrag halte, sei dieser hinfällig.

Die USA werfen Russland einen Verstoß gegen das 1987 noch mit der Sowjetunion geschlossene Abkommen vor. Die Regierung in Moskau weist dies zurück. Für Länder in Europa ist der INF-Vertrag seit 30 Jahren eine wichtige Sicherheitsgarantie. Denn er verbietet Raketen, die tief und extrem schnell fliegen und ihre Ziele teils in weniger als zwei Minuten erreichen können und damit kaum Vorwarnzeit lassen.

Außerdem waren diese Themen heute wichtig:

Die Woche ist damit jetzt geschafft. Ich verabschiede mich in den Feierabend und wünsche Ihnen an dieser Stelle ein wunderbares Wochenende. Erholen Sie sich gut und bis Montag.

21:51 Uhr

Stoltenberg: Nato will keine neuen Atomraketen in Europa

Die Nato hat nach den Worten von Generalsekretär Jens Stoltenberg nicht die Absicht, neue Atomraketen in Europa zu stationieren. Hintergrund sind der Ausstieg der USA aus dem wichtigen INF-Abrüstungsabkommen und der Vorwurf, dass Russland diesen Vertrag mit neuen Atomraketen verletzt.

"Wir müssen nicht das spiegeln, was Russland tut, und wir haben auch nicht die Absicht, neue Atomwaffen bodengestützter Art in Europa zu stationieren. Aber wir haben viele andere mögliche Optionen, die wir uns anschauen", sagte Stoltenberg am Abend im "Heute Journal" des ZDF.

US-Präsident Donald Trump und Außenminister Mike Pompeo kündigten heute in Washington an, dass die USA sich von diesem Samstag an nicht mehr an die Verpflichtungen des Vertrags gebunden fühlten. Sie riefen Russland auf, den Vertrag wieder einzuhalten. Russland bestreitet jegliche Verletzung.

21:08 Uhr

Ellen Page greift Trump-Regierung an

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"Juno"-Star Ellen Page setzt sich seit ihrem Outing im Jahr 2014 für die LGBT-Community ein. Umso heftiger reagiert sie nun in einem Interview der "Late Night Show" von Stephen Colbert auf den mangelnden Respekt mit gleichgeschlechtlicher Liebe innerhalb der Trump-Regierung.

  • Eigentlich sollte ihre neue Netflix-Serie "The Umbrella Academy" das Thema sein, doch die Schauspielerin kritisierte lieber die Politik in den USA gerade hinsichtlich der Geschlechter-Gleichheit.
  • Durch die homophobe Politik von Donald Trump und Mike Pence seien laut Page LGBT-Jugendliche in Gefahr, gleichzeitig würden andere dazu ermutigt, ihren Hass auszuleben.
  • "Wenn du in einer Machtposition bist und Menschen hasst und wenn du ihnen Schaden zufügen willst, was, glaubst du, wird passieren? Sie werden sich umbringen", klagte Page an.
  • Sie wendete sich innerhalb ihres Monologs auch direkt an Vize-Präsident Mike Pence, der sich offen gegen Homosexualität ausspricht und die umstrittene Konversiontherapie befürwortet.
  • "Der Vize-Präsident wünscht sich, dass ich nicht die Liebe zu meiner Frau empfinde. Er möchte das in Indiana unterbinden. Er hat LGBT-Menschen schwer verletzt." Die Schauspielerin war, während sie sprach, sichtlich den Tränen nahe und rang um ihre Fassung.

Nach der mutmaßlich homophoben Prügelattacke auf den "Empire"-Schauspieler Jussie Smollett ist das Thema aktueller denn je. Der schwule, afro-amerikanische Smollett war auf offener Straße angegriffen und nach eigenen Angaben rassistisch und homophob beleidigt worden. Die beiden maskierten Angreifer hätten die Parole von Donald Trump, "Make America Great Again", gebrüllt.

"Ich bin ok. Mein Körper ist stark, aber meine Seele ist stärker", teilt Smollett nach dem Übergriff der US-Zeitschrift "Essence" mit. Er arbeite eng mit den Behörden zusammen, und er glaube daran, "dass Gerechtigkeit siegen wird". Solche feigen Angriffe auf Schwarze und Homosexuelle würden häufig vorkommen, er sei kein Einzelfall, führte Smollett weiter aus. Bald werde er mehr über den schrecklichen Vorfall sagen.

20:02 Uhr

Ungefragte Werbung: Pro-Brexit-Kampagne muss Bußgeld zahlen

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Arron Banks.

(Foto: picture alliance/dpa)

Wegen Verstößen gegen Datenschutzvorschriften im Zusammenhang mit dem Referendum zum EU-Austritt Großbritanniens ist eine Pro-Brexit-Kampagne zu einem hohen Bußgeld verurteilt worden. Die vom britischen Unternehmer Arron Banks finanzierte Pro-Brexit-Gruppe "Leave.EU" und Banks' Versicherungsunternehmen Eldon Insurance wurden zu Strafzahlungen in Höhe von insgesamt 120.000 Pfund (137.000 Euro) verurteilt, wie die britische Datenschutzbehörde ICO erklärte.

Im November hatte die ICO noch eine um 15.000 Pfund höhere Strafe verhängt. "Leave.EU" und Eldon Insurance waren dagegen in Revision gegangen. Mehr als eine Million E-Mails mit Werbung für Versicherungen waren nach Angaben der Behörde an Unterzeichner der "Leave.EU"-Kampagne ohne deren Einverständnis verschickt worden. "Leave.EU" habe zudem an rund 300.000 Kunden von Eldon Insurance E-Mails mit einem Newsletter der Pro-Brexit-Gruppe verschickt. In beiden Fällen sei gegen die Datenschutzvorschriften verstoßen worden.

19:16 Uhr

Mehr als 50 Waffen bei 78-Jährigem beschlagnahmt

Nach der Durchsuchung des Waffenarsenals eines 78-Jährigen haben Polizisten in Baden-Württemberg mehr als 50 Gewehre und Pistolen beschlagnahmt. Sie seien von Beamten der Waffenbehörde gerufen worden, die bei dem Mann im Alb-Donau-Kreis eine Kontrolle durchgeführt hätten und dabei auf Unstimmigkeiten gestoßen seien.

  • Während der von der Staatsanwaltschaft Ulm angeordneten Durchsuchung fanden Polizisten laut Mitteilung "scharfe Munition und Waffen, deren Besitz nicht erlaubt ist".
  • Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, Kriegswaffenkontrollgesetz und Waffengesetz ein.
  • Einzelheiten wollte die Polizei noch nicht nennen. Zunächst seien weitere Ermittlungen unter Hinzuziehung von Gutachtern erforderlich, hieß es zur Begründung.
18:27 Uhr

"Vampir"-Mörder tötete als Jugendlicher Mitschüler

In Russland ist ein 36-Jähriger, der sich als Jugendlicher für einen Vampir hielt und einen Mitschüler tötete, als falscher Arzt festgenommen worden. Der Mann hatte sich mit einem gefälschten Diplom einen Posten als Arzt für Präventionsmedizin erschlichen.

Örtliche Medien identifizierten den Verdächtigen als Boris Kondraschin, der in seiner Jugend glaubte, er sei ein Vampir. Im Jahr 1998 spritzte er den Berichten zufolge einem Mitschüler ein Beruhigungsmittel, zerstückelte ihn und trank das Blut des Toten. Im Jahr 2000 wurde er laut der Lokalzeitung "Tscheljabinskaja Nedalia" in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Ärzte hatten ihm Schizophrenie attestiert. Zehn Jahre lang musste Kondraschin in der Klinik bleiben.

Im vergangenen November begann für den "Vampir" eine zweite Karriere. Mit einem gefälschten Diplom erhielt er in einem Krankenhaus eine Stelle als Arzt. Er sollte nach Behördenangaben seine Patienten dazu bringen, weniger Alkohol zu trinken, nicht zu rauchen und sich körperlich fit zu halten, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete. Doch die Tarnung hielt nicht lange. Ein Psychiater, bei dem Kondraschin in Behandlung gewesen war, erkannte ihn bei einem Mediziner-Forum. Wenig später wurde der 36-Jährige festgenommen.

18:15 Uhr

Britische Politiker antworten auf Anti-Brexit-Appell

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Zwei Wochen nach einem leidenschaftlichen Aufruf deutscher Spitzenvertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zur Abkehr vom Brexit haben britische Politiker und Prominente mit einem ähnlich freundschaftlichen Brief reagiert.

Der deutsche Appell erinnere daran, "dass Europa für die Deutschen nach dem Grauen der Nazi-Zeit eine Erlösung war", heißt es in dem in der "Welt" veröffentlichten Schreiben. "Euer Brief ist zugleich Ausdruck echter Trauer über unseren Abschied von einer Mission, von der Ihr gehofft habt, dass wir sie gemeinsam gestalten."

Zu den Unterzeichnern gehörten - anders als auf deutscher Seite - jedoch keine Politiker aus der ersten Reihe, sondern eher einflussreiche Hinterbänkler.

Der deutsche Anti-Brexit-Appell war unter anderem von der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer, SPD-Chefin Andrea Nahles sowie den Vorsitzenden der Grünen, Annalena Baerbock und Robert Habeck, unterschrieben worden. Eine Reaktion britischer Spitzenpolitiker gab es bislang nicht.

18:01 Uhr

Marinetaucher entdecken verschollenes deutsches U-Boot

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(Foto: imago/Arkivi)

Türkische Marinetaucher haben Medienberichten zufolge ein vor rund 75 Jahren versenktes deutsches U-Boot wiedergefunden. Die Entdeckung lässt ein bizarres Kapitel des Zweiten Weltkrieges wieder aufleben: Dem Sender TRT und der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge handelt es sich um die U-23 - eines von mehreren U-Booten, die in den 1940er Jahren in Einzelteilen über Autobahnen, den Nord-Ostsee-Kanal, die Elbe und die Donau nach Rumänien gebracht worden waren.

Dies geschah unter anderem, weil ihnen Schifffahrtswege wie der türkische Bosporus versperrt waren, wie Anadolu berichtete. Die Türkei war im Zweiten Weltkrieg bis Anfang 1945 neutral. Im Schwarzen Meer wurde die wieder zusammengesetzte U-23 als Teil der neu aufgestellten 30. U-Boot Halbflottille gegen sowjetische Schiffe eingesetzt. Einige Boote - auch die U-23 - wurden 1944 auf Befehl von Großadmiral Karl Dönitz von ihren Kapitänen versenkt.

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17:40 Uhr

Missbrauch auf Campingplatz: Zahl der Opfer steigt

Bei den Ermittlungen im Fall des mehr als tausendfachen Kindesmissbrauchs in Nordrhein-Westfalen haben die Behörden weitere Betroffene identifiziert. Die Zahl der bislang ermittelten Opfer sexueller Gewalt stieg von 23 auf 29, wie die Ermittler in Bielefeld mitteilten. Den Angaben zufolge wird das Verfahren in dem Aufsehen erregenden Fall nun vom Polizeipräsidium Bielefeld geführt.

  • Bislang liefen bei den Ermittlungen die Fäden bei der Polizei Lippe zusammen. Heute wurde demnach die Ermittlungskommission (EK) "Eichwald" eingerichtet.
  • Sie ist nach dem Campingplatz in Lügde benannt, auf dem die Taten in den vergangenen zehn Jahren verübt worden sein sollen. Die neue Kommission besteht aus den bisherigen Mitgliedern der EK "Camping" in Lippe und Ermittlern der Kriminalpolizei Bielefeld.
  • Umfang und Bedeutung des Falls hätten dazu geführt, dass nunmehr die Bielefelder Polizei das Verfahren führe, berichteten die Staatsanwaltschaft Detmold sowie die Polizeibehörden Bielefeld und Lippe in einer gemeinsamen Mitteilung.
17:03 Uhr

Arzt zieht Patientin 19 gesunde Zähne

Für 10.000 Euro in bar will sich eine Hamburgerin zu Weihnachten 2009 eigentlich ein "Hollywood-Lächeln" in ihren Mund zaubern lassen. Zu Heiligabend habe sie starke Zahnschmerzen gehabt, berichtet die 58-Jährige als Zeugin in einem Prozess gegen einen Zahnarzt.

Gleich bei dem ersten Termin wurde nach Angaben der kaufmännischen Angestellten für den ersten Weihnachtstag ein großer Eingriff verabredet. "Er hat gesagt, meine Zähne sind alle Schrott, er könnte mir schöne Zähne machen, gleich am nächsten Tag." Sie sei wie verabredet mit dem Bargeld als Anzahlung wiedergekommen und habe sich einer achtstündigen Operation in Vollnarkose unterzogen.

Die Implantate sollten insgesamt 18.000 Euro kosten. Neben drei schlechten seien ihr zwölf gesunde Zähne gezogen worden. Danach habe sie starke Schmerzen bekommen. Trotzdem habe sie in einer zweiten Operation mehrere Monate später weitere sieben gesunde Zähne ziehen lassen. Nach längerem Leiden habe sie ihr gesamtes Gebiss von einem anderen Zahnarzt neu machen lassen müssen. Der 54 Jahre alte Zahnarzt ist wegen Körperverletzung in vier Fällen vor dem Amtsgericht angeklagt.

Mehr zum Thema können Sie hier lesen.

16:32 Uhr

Sängerin gesteht: Harry-Styles-Tattoo ist fake

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Die neuseeländische Sängerin Kelsy Karter machte erst kürzlich mit ihrem angeblichen Gesichtstattoo mit dem Antlitz von One-Direction-Star Harry Styles Schlagzeilen. Ein Foto aus dem Tattoo-Studie zeigte auf Karters rechter Wange in feinen Linien das Gesicht des Sängers. Jetzt gibt die 25-Jährige in einem Youtube-Video zu: Alles nur ein PR-Gag. Das Tattoo sei nicht echt, sondern sollte lediglich ihre neue Single promoten.

Im April 2018 habe sie eine schwere Zeit gehabt. Ihr Hund sei gestorben, ihre Beziehung ging in die Brüche. Doch anstatt noch ein trauriges Lied, entschied sie sich dazu, lieber einen Song über Harry Styles zu schreiben. Für die Promo der etwas anderen Art bekam die Sängern Hilfe eines berühmten Tätowierers, der auch schon Stars wie Kendrick Lamar, Swae Lee oder Justin Bieber verziert hatte. "Übrigens, wir wissen, dass es lächerlich aussah. Das war der Punkt", sagt Karter in dem Video.

Die ganze Geschichte können Sie hier lesen.

15:57 Uhr

Schauspielerin Ursula Karusseit ist tot

Die Schauspielerin Ursula Karusseit ("In aller Freundschaft") ist tot. Sie starb heute im Alter von 79 Jahren in einem Krankenhaus in Berlin, wie ihr Mann der dpa bestätigt. Zuvor hatte das "Neue Deutschland" berichtet.

Mehr über Ursula Karusseit können Sie hier lesen.

15:43 Uhr

Gericht rollt Prozess im Mordfall des kleinen Luca neu auf

Der grausame Tod eines fünfjährigen Jungen aus Viersen beschäftigt erneut das Mönchengladbacher Landgericht. Das Gericht hatte den Stiefvater des kleinen Luca 2017 wegen Totschlags zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Strafmaß aber auf.

  • Nun muss eine andere Kammer des Landgerichts neu über die Höhe der Strafe befinden. Der Revisionsprozess beginne am 13. Februar, teilte ein Gerichtssprecher mit.
  • An der Schuld des Mannes hatten die obersten deutschen Strafrichter keine Zweifel. Laut Urteil hatte der Angeklagte den Jungen im Oktober 2016 in dessen Kinderzimmer durch zahlreiche Schläge oder Tritte schwer verletzt und ihn schließlich erwürgt.
  • Die Mönchengladbacher Richter werteten die Tat als besonders schweren Fall des Totschlags, da sie einem Mord nahekomme.

Damit seien die Voraussetzungen für eine lebenslange Freiheitsstrafe gegeben. Das sah der BGH anders. Das Landgericht habe keine sicheren Feststellungen treffen können, aus denen sich das Vorliegen von Mordmerkmalen ergeben habe. Deshalb seien die Bedingungen für einen besonders schweren Fall des Totschlags nicht erfüllt.

15:07 Uhr

Merkel meldet sich bei Facebook ab

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Kanzlerin Angela Merkel verlässt Facebook. "Sie wissen, dass ich nun nicht mehr CDU-Vorsitzende bin, und deshalb werde ich meine Facebook-Seite schließen", sagte sie in einem Videostatement. Ihre Arbeit könne aber auf der Seite der Bundesregierung in dem sozialen Netzwerk oder auf Instagram weiterhin verfolgt werden.

Mehr als 2,5 Millionen Nutzer haben das Profil der Bundeskanzlerin auf Facebook mit "gefällt mir" markiert. Neben Einblicken in ihre Arbeit finden sich dort auch private Informationen über die 64 Jahre alte Politikerin. Dort steht unter anderem, dass Richard Wagner und die Beatles zu ihren Lieblingsmusikern zählen und es ihr Traum sei, einmal mit der Transsibirischen Eisenbahn von Moskau nach Wladiwostok zu reisen.

15:20 Uhr

Schichtwechsel

Die Woche neigt sich dem Ende zu. Mein Kollege Zhyhachou hat sich bereits ins Wochenende verabschiedet. Ich übernehme an dieser Stelle seinen Platz in der Redaktion und versorge Sie bis in den späten Abend mit den wichtigsten Nachtichten. Der Countdown bis zum Feierabend läuft. Mein Name ist Juliane Kipper. Für Anregungen oder Kritik erreichen Sie mich unter juliane.kipper@nachrichtenmanufaktur.de

14:33 Uhr

Familiengeld: Söder setzt sich gegen Heil durch

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Auch Hartz-IV-Empfänger sollen das Familiengeld erhalten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Bund und das Land Bayern haben ihren monatelangen Streit über das Familiengeld beigelegt, das der Freistaat im vergangenen Jahr eingeführt hatte. Durch eine Änderung des Landesgesetzes werde erreicht, dass die Leistung nicht mehr auf Hartz IV angerechnet wird, erklärte das Bundesarbeitsministerium in Berlin.

  • Das Familiengeld hatte für monatelangen Streit zwischen Berlin und München gesorgt. Die bayerische Landesregierung unter Ministerpräsident Markus Söder wollte es von Beginn an anrechnungsfrei zahlen, was nach Ansicht von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil mit der bisherigen Fassung des Gesetzes nicht zulässig ist.
  • Die Änderung des Familiengeldgesetzes soll rückwirkend in Kraft treten. Die Jobcenter sollen - soweit sie das Familiengeld bislang angerechnet haben - entsprechende Nachzahlungen veranlassen.
  • Dem Gesetz zufolge werden für ein- und zweijährige Kinder, die ab dem 1. Oktober 2015 geboren wurden, seit dem 1. September vergangenen Jahres 250 Euro pro Monat gezahlt. Ab dem dritten Kind sind es 300 Euro. Das Familiengeld wird unabhängig vom Einkommen gewährt.
13:46 Uhr

Kreml will nicht mit Guaidó verhandeln

Russland will weiter nicht mit dem selbsternannten venezolanischen Interimspräsidenten Juan Guaidó verhandeln. "Er ist nicht das Staatsoberhaupt. Wir erkennen seinen Status nicht an", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau russischen Medienberichten zufolge. "Das Staatsoberhaupt ist Herr Maduro."

Deutschland und mehrere andere europäische Staaten wollen Guaidó als Interimsstaatschef anerkennen, falls Maduro bis zu diesem Sonntag keine freie und faire Präsidentenwahl ausruft. Russland hatte dies als Einmischung in innere Angelegenheiten Venezuelas kritisiert.

13:12 Uhr

US-Ermittler zerschlagen Netzwerke für "Baby-Tourismus"

Ermittler im US-Bundesstaat Kalifornien haben drei Netzwerke zerschlagen, die "Baby-Tourismus" aus China mit illegalen Mitteln unterstützt haben.

  • Gegen insgesamt 19 Menschen wurden Ermittlungen eingeleitet.
  • Die Netzwerke hatten von schwangeren Ausländerinnen, vornehmlich aus China, jeweils Zehntausende Dollar kassiert, damit diese ihr Kind in den USA zur Welt bringen und ihm damit die US-Staatsbürgerschaft verschaffen konnten.
  • Die Netzwerke halfen den Frauen, Touristenvisa für die USA zu bekommen und bereiteten darauf vor, die Behörden bei Befragungen in US-Konsulaten und bei Zollkontrollen hinters Licht zu führen. So wurde ihnen etwa geraten, weite Kleidung zu tragen, "um ihre Schwangerschaft zu verbergen", wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.

Mehr dazu lesen Sie in Kürze.

12:39 Uhr

Orden für Gabalier: Konsequenzen für Veranstalter

Die Faschingsgesellschaft Narrhalla darf in diesem Jahr nicht an dem schwulen Rosenmontagsball in München teilnehmen. Sie wurde von den Veranstaltern ausgeladen, weil sie ihren Karl-Valentin-Orden in diesem Jahr an den umstrittenen österreichischen Musiker Andreas Gabalier verleihen will. "Der Sänger Andreas Gabalier hatte sich in der Vergangenheit wiederholt homophob geäußert. Die Veranstaltenden des Schwulen Faschingsballs am Rosenmontag wollen diese Haltung nicht auch noch belohnen und ziehen Konsequenzen", teilte das Münchner Schwulenzentrum Sub mit.

Gabalier soll an diesem Samstag mit dem seit 1973 verliehenen Orden ausgezeichnet werden, der an den legendären Humoristen Karl Valentin erinnert. Dagegen gibt es Widerstand. Gabaliers gesellschaftspolitische Haltung sei rechtspopulistisch, eindeutig homophob und frauenfeindlich, kritisierte beispielsweise die Direktorin des Valentin-Karlstadt-Musäums, Sabine Rinberger, die Entscheidung.

12:10 Uhr

Macron bezeichnet sich als "Gelbweste"

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Hat Macron etwa vor, gegen sich selbst auf die Straße zu gehen?

(Foto: AP)

Im Grunde sei er selbst eine "Gelbweste": Mit dieser überraschenden Aussage hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Spott und Häme von Anhängern der Protestbewegung auf sich gezogen.

  • "Wenn eine 'Gelbweste' jemand ist, der für eine bessere Bezahlung der Arbeit eintritt und für eine bessere Funktionsweise des Parlaments, dann bin ich auch eine 'Gelbweste'", sagte der 41-Jährige in einem Interview mit mehreren Medien.
  • In den sozialen Netzwerken ergoss sich daraufhin Spott über den Staatschef. "Hahaha. Der Präsident der Reichen eine 'Gelbweste'", schrieb eine Nutzerin auf Twitter. Ein anderer nannte Macrons Worte eine "neue Provokation".
  • Viele kündigten an, am Samstag erneut gegen den Präsidenten auf die Straße zu gehen.
11:42 Uhr

Jagdverband erwägt Abschuss ganzer Wolfsrudel

Er ist wieder da und macht vor allem den Weidetierhaltern zu schaffen: Der Wolf.

Eigentlich sind die Raubtiere strengstens geschützt und dürfen überhaupt nicht gejagt werden. Doch nun hat der Deutsche Jagdverband den Abschuss ganzer Rudel ins Gespräch gebracht. Den sehr anpassungsfähigen Tieren müsse beigebracht werden, sich von Menschen und Nutztieren fernzuhalten, sagte Verbandspräsident Hartwig Fischer der "Bild"-Zeitung. "Dazu kann es auch notwendig sein, ganze Rudel zu töten."

In Deutschland dürfen nur in Ausnahmefällen einzelne Tiere getötet werden. So hatten am Donnerstag die Behörden in Schleswig-Holstein den Abschuss eines Wolfs genehmigt, der nachgewiesenermaßen mehrfach spezielle Wolfsschutzzäune überwand, um Schafe zu reißen.

11:22 Uhr

Drei Kinder sterben bei Brückeneinsturz in Südafrika

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Beim Einsturz einer Brücke zwischen zwei Gebäuden eines südafrikanischen Gymnasiums sind mindestens drei Schulkinder ums Leben gekommen.

  • Rund 15 weitere wurden bei dem Unglück im Ort Vanderbijlpark im Süden von Johannesburg verletzt, wie der private Rettungsdienst ER24 mitteilte.
  • Vier Kinder wurden demnach schwer verletzt.
  • Der Bildungsminister der betroffenen Provinz Gauteng, Panyaza Lesufi, bestätigte den Vorfall am Gymnasium Driehoek über Twitter. Er sprach ebenfalls von drei Toten.
10:46 Uhr

Mann stirbt nach Messerattacke im Saarland

Am Donnerstagabend gerieten drei Männer im saarländischen Blieskastel in Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung zog einer der Männer ein Messer und stach zu.

  • Durch die Messerstiche wurde ein 35-Jähriger getötet.
  • Ein 31 Jahre alter Tatverdächtiger wurde kurz darauf festgenommen.
  • Zu den Hintergründen der Tat machten die Behörden bislang keine Angaben.
10:09 Uhr

Maas: INF-Vertrag durch Moskau "faktisch außer Kraft gesetzt"

Bundesaußenminister Heiko Maas hat Russland vorgeworfen, den INF-Abrüstungsvertrag durch die Entwicklung eines neuen Raketensystems zu verletzen. Damit sei das 1987 mit den USA vereinbarte Abkommen "faktisch außer Kraft gesetzt", sagte Maas beim Treffen der EU-Außenminister in Bukarest. Er forderte beide Seiten zum Dialog auf. Denn ohne den INF-Vertrag werde es in Europa weniger Sicherheit geben.

Die USA und die Nato werfen Russland vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen das INF-Abkommen zu verstoßen. US-Präsident Donald Trump droht, das 1987 geschlossene Abkommen aufzukündigen, wenn Moskau bis zum 2. Februar nicht einlenkt.

Aller Voraussicht nach will die US-Regierung den Ausstieg aus dem Vertrag am Nachmittag europäischer Zeit in Washington ankündigen. 

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09:42 Uhr

Fahranfänger prallt gegen Baum - zwei Tote

Zwei 18 und 20 Jahre alte Männer sind bei einem Verkehrsunfall auf der Landstraße 240 im Kreis Celle in Niedersachsen ums Leben gekommen.

  • Das mit vier Menschen besetzte Auto kam kurz vor Mitternacht nach links von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum.
  • Der 18-jährige Fahrer und der 20 Jahre alte Beifahrer starben am Unfallort. Zwei auf der Rückbank sitzende 17 und 18 Jahre alte Jugendliche wurden schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht.
  • Die Unfallursache ist noch unklar.
09:07 Uhr

Verirrter Leopard geht auf Schaulustige los

Ein wilder Leopard hat in der indischen Stadt Jalandhar eine Panik ausgelöst. Das Tier streifte mehrere Stunden durch die 800.000-Einwohner-Stadt im Norden des Landes und verletzte vier Menschen, bevor es eingefangen werden konnte. Bei den meisten Verletzten handelte es sich um Schaulustige, die der Raubkatze zu nahe gekommen waren.

Wildschutzbeamte des Bundesstaates Punjab erklärten, der Leopard sei von den Hügeln des Nachbarstaates Himachal Pradesh gekommen und durch Wälder und Felder nach Jalandhar gelangt.

Mehr dazu hier.

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08:40 Uhr

Bundeswehr will neue Regierungsflieger kaufen

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Nach einem Defekt an ihrem Regierungsflieger musste Bundeskanzlerin Merkel Ende November auf dem Weg zum G20-Gipfel in Buenos Aires auf einen Linienflug umsteigen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach einer Serie von peinlichen Pannen an Regierungsfliegern will das Verteidigungsministerium laut einem Medienbericht die Flotte schnell erneuern. Bereits Ende 2019 soll ein Airbus-Langstreckenjet vom Typ A350 direkt vom Hersteller gekauft werden, berichtet der "Spiegel". In den kommenden Jahren sollen zwei weitere A350 hinzukommen.

Die neuen Jets sollen die gut 20 Jahre alten A340 mit den Rufnamen "Konrad Adenauer" und "Theodor Heuss" ersetzen, heißt es in dem Bericht.

08:07 Uhr

Schlagloch entpuppt sich als Bankraub-Tunnel

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Nicht schlecht gestaunt haben Straßenarbeiter im US-Bundesstaat Florida, die ein Schlagloch reparieren wollten. Das Loch führte zu einem Tunnel für einen offenbar geplanten Bankraub, wie die US-Bundespolizei FBI mitteilte.

  • Der rund 45 Meter lange Tunnel war zu einer Filiale der Chase Bank in der rund 30 Kilometer nördlich von Miami gelegenen Stadt Pembroke Pines gegraben worden.
  • Der Tunnel ist so eng, dass ein Mensch auf dem Bauch liegend durch ihn durchkriechen müsste.
  • "Ich würde gerne sagen, dass ich so etwas schon einmal in Filmen gesehen habe", sagte FBI-Agent Mike Leverock. "Aber dieses Loch ist so schmal. Es ist einmalig." Die US-Bundespolizei ermittelt nun wegen versuchten Bankraubs.
07:31 Uhr

Attacke auf brasilianische Botschaft - 16 Fenster zerstört

Mit Farbe und Gegenständen haben mehrere Unbekannte die brasilianische Botschaft in Berlin-Mitte attackiert. Nach Aussagen des Sicherheitsdienstes warfen mindestens vier Menschen am frühen Freitagmorgen gegen 1 Uhr Farbbeutel und Gegenstände gegen die Fassade des Gebäudes in der Wallstraße. Dabei wurden 16 Fenster zerstört.

  • Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte.
  • Es werde auch geprüft, ob es einen Zusammenhang zu dem Angriff auf das Amazon-Gebäude in der Krausenstraße am Donnerstagmorgen gebe, hieß es weiter.
  • Bereits Anfang Januar war die brasilianische Botschaft Zielscheibe eines Protests gegen den neuen Präsidenten Jair Bolsonaro geworden. Unbekannte besprühten die Glasfassade mit einem Schriftzug in portugiesischer Sprache: "Wir werden gegen den Faschismus in Brasilien kämpfen" war dort übersetzt zu lesen.
06:55 Uhr

Rekordmenge Fentanyl an US-Grenze beschlagnahmt

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115 Kilogramm Fentanyl und 179 Kilogramm Methamphetamin liegen hier auf dem Tisch.

(Foto: picture alliance/dpa)

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"Das war nicht nur ein einfacher Drogenfund - das war eine schmutzige Bombe, die über unsere südliche Grenze kam", sagte Arizonas Senator Tom Cotton, nachdem Zollbeamte an der Grenze von Mexiko zum US-Staat Arizona synthetische Drogen in Millionenwert aus dem Verkehr gezogen haben.

  • In einem mit Gurken beladenen Sattelschlepper entdeckten die Beamten in Nogales nach US-Medienberichten etwa 115 Kilogramm Fentanyl sowie 179 Kilogramm Methamphetamin mit einem geschätzten Gesamtwert von 4,6 Millionen US-Dollar (rund 4 Mio Euro).
  • Die Drogen waren in einem doppelten Boden des Aufliegers versteckt.
  • Allein die Fentanyl-Menge hätte "Millionen von Amerikanern töten können", wurde Cotton vom Sender CNS zitiert.
  • Auch US-Präsident Donald Trump meldete sich zu Wort. Auf Twitter bedankte er sich bei den Zollbeamten und sprach von dem größten Fentanyl-Fund in der Geschichte der USA.
06:41 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen, liebe Leserinnen und liebe Leser,

wenn Sie einen Blick auf den Kalender werfen, werden Sie feststellen, dass heute schon der 1. Februar ist. Nur noch 28 Tage bleiben also bis zum meteorologischen Frühlingsanfang.

Ich begrüße Sie ganz herzlich im "Tag" und wünsche Ihnen einen guten Start in das Wochenende. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich versorge Sie in der ersten Tageshälfte mit Nachrichten aus aller Welt.

Das steht heute auf der Agenda:

  • Die USA wollen nach Informationen der dpa bereits heute ihren Ausstieg aus dem INF-Vertrag ankündigen. Die Vereinigten Staaten informierten demnach gestern die Verbündeten in der Nato über ihr Vorhaben. Im Militärbündnis wurde geplant, die US-Entscheidung nach der Bekanntgabe so schnell wie möglich mit einer Erklärung zu unterstützen.
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz will mit seinen Ressortkollegen aus den Bundesländern versuchen, einen Kompromiss für eine Grundsteuerreform zu erreichen. Mit einem Aufkommen von 14 Milliarden Euro im Jahr ist die Grundsteuer eine der wichtigsten Einnahmequellen der Kommunen in Deutschland. Das Bundesverfassungsgericht hat wegen völlig veralteter Bemessungsgrundlagen eine Reform gefordert.
  • Nach drei Verlustjahren in Folge hat die Deutsche Bank aller Voraussicht nach 2018 mit Gewinn abgeschlossen. Analysten trauen Deutschlands größtem Geldhaus im Schnitt rund 1,4 Milliarden Euro Vorsteuergewinn und gut 480 Millionen Euro Überschuss für das abgelaufene Jahr zu. Die genauen Zahlen legt der Frankfurter Dax-Konzern heute Morgen vor.
  • Erneut wollen junge Menschen heute in Deutschland für Klimaschutz streiken. Proteste von Schülern und Studenten sind laut dem Aktionsnetzwerk Fridays for Future unter anderem in Berlin und Frankfurt am Main sowie kleineren Städten von Greifswald bis Konstanz geplant.

 

06:12 Uhr

Im Norden Schnee, im Süden Tauwetter

n-tv Meteorologe Björn Alexander

n-tv Meteorologe Björn Alexander

Heute schickt uns Tief "Pirmin" über Westeuropa seine Ausläufer. In der Nordhälfte fällt hierbei zeitweise Schnee, der weiter südwärts in den tieferen Lagen in Regen übergeht. Eine mitunter brisante Mischung. Einerseits durch Schneeglätte, während sich von der Mitte südwärts am gefrorenen Boden stellenweise Glatteis bilden kann. Vor den dichten Wolken bleibt es im Osten und an den Alpen länger freundlich und trocken. Und an den Alpen sorgt zudem der Föhnsturm für sehr milde 10 Grad. Tauwetter setzt sich außerdem im Westen und Südwesten bei 4 bis 6 Grad durch. Ansonsten sind heute maximal 0 bis 3 Grad drin.

Die weiteren Aussichten: morgen ebenfalls eher mild bei 1 bis 8 Grad mit zeitweiligem Schnee oder Regen, sodass es abermals glatt sein kann. Am Sonntag schneit es dann vor allem in der Südosthälfte teilweise kräftig. Sonniger wird der Tag in Richtung Norden und Nordwesten. Dort bei 3 bis 5 Grad. In den Schneefallgebieten sind unterdessen höchstens minus 1 bis plus 1 Grad möglich. Damit wünsche ich Ihnen ein ruhiges und hoffentlich ganz entspanntes Wochenende.

Ihr Björn Alexander