Samstag, 18. April 2020Der Tag

mit Vivian Micks
Vivian Micks
22:28 Uhr

Das war Samstag, der 18. April 2020

So, und schon ist die Hälfte vom Wochenende wieder rum. Immerhin wird es morgen nochmal sonnig. Bleiben Sie aber trotzdem vorsichtig und gesund - ab Montag reicht es nämlich nicht mehr aus, den Arzt telefonisch um eine Krankschreibung zu bitten. Dafür muss man sich wieder in die Praxis begeben, was bei einigen Gesundheitspolitikern auf heftige Kritik stößt.

Was war heute wichtig:

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!

21:58 Uhr

Häuser nach großflächigem Moorbrand evakuiert

Im niedersächsischen Papenburg ist in einem Naturschutzgebiet ein großflächiger Moorbrand ausgebrochen. Der Brand sei von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht worden, teilte die Polizei mit. Die Löscharbeiten sind noch im Gange. Einer Mitteilung zufolge brannte es in dem Moor im Naturschutzgebiet Aschendorf im Emsland auf einer Fläche von etwa 40.000 Quadratmetern. Der Brandort befindet sich den Angaben zufolge am Rande eines bewohnten Gebietes. Zur Sicherheit seien mehrere Häuser evakuiert worden, hieß es. Mittlerweile konnten die Bewohner aber wieder in ihre Häuser zurückkehren, schreibt die Polizei Emsland auf Twitter. Die Feuerwehr war mit 200 Einsatzkräften angerückt.

21:27 Uhr

Neuer verärgert: "Das kenne ich vom FC Bayern nicht"

Kapitän Manuel Neuer steckt gerade mitten in den Verhandlungen mit dem FC Bayern München über eine Verlängerung. Sein aktueller Vertrag endet 2021. Ärgerlich ist da nur, dass auf unergründliche Weise immer wieder Details aus den Gesprächen an die Öffentlichkeit gelangen. Neuer sei deshalb "irritiert". "Nie ist etwas nach außen gedrungen. Jetzt aber stehen ständig Details aus den aktuellen Gesprächen in den Medien, die oft nicht einmal stimmen", sagte Neuer mit der Bild am Sonntag. Dies ärgere ihn. "Das kenne ich so nicht beim FC Bayern. Wenn jetzt Sachen offenbar gezielt nach außen getragen werden, ist das auch etwas, das den Bereich Wertschätzung betrifft", stellte er klar.

Kolportiert wurden Forderungen Neuers, der einen Fünfjahresvertrag und ein Jahresgehalt von 20 Millionen Euro verlangen soll. Laut Neuer völliger Blödsinn. "Mit 34 Jahren kann ich ja nicht absehen, wie es mir mit 39 Jahren geht." Deshalb mache das "ja gar keinen Sinn". Aber für den "maximalen Erfolg" und "100 Prozent Leidenschaft" müssten die Voraussetzungen trotzdem stimmen, so Neuer.

20:59 Uhr

Lady Gaga hat "Liebe ihres Lebens" gefunden

*Datenschutz

Lady Gaga scheint mit Michael Polansky ihren Mr. Right gefunden zu haben. In der US-amerikanischen TV-Sendung "Morning Joe" nannte sie ihn "die Liebe meines Lebens". Lady Gaga und der 40-jährige Unternehmer machten ihre Beziehung Anfang dieses Jahres öffentlich. Kennengelernt haben sollen sie sich Ende 2019. Polansky arbeitet für die Parker Foundation, die dem Facebook-Mitbegründer Sean Parker gehört. Gemeinsam mit ihm, ihrer Mutter, Cynthia Germanotta, und der Co-Gründerin ihrer Born This Way Foundation setzt sich die Sängerin für mentale Gesundheit ein.

20:42 Uhr

Telefonbetrüger nutzen Corona-Krise um Senioren abzuzocken

Manchen Menschen ist kein Weg zu skrupellos, um sich Geld zu erbeuten. In Oberhausen haben Telefonbetrüger unter Ausnutzung der Corona-Pandemie versucht, mindestens zehn Seniorinnen und Senioren abzuzocken. Die Kriminellen behaupten, dass der Sohn oder ein nahes Familienmitglied schwer an Corona erkrankt ist und unbedingt ein teures Medikament aus Amerika zum Überleben benötigt. Dafür wollen sie dann Geld.

Bisher bissen sie aber bei mindestens zehn gut informierten Senioren auf Granit. Die älteren Herrschaften brachen das Telefonat schnell ab und riefen sofort per Notruf 110 die Polizei. Die Vorgehensweise der Betrüger ist laut Polizei immer dieselbe: Im Telefonbuch suchen sie explizit nach altmodischen Namen und versuchen telefonisch an persönliche Daten zu kommen. Die Polizei bittet Kinder und Enkel, ihre Eltern und Großeltern auf die Betrugsversuche aufmerksam zu machen.

20:12 Uhr

Griechenland bringt kranke Flüchtlinge von Inseln aufs Festland

Zum Schutz vor dem Coronavirus sollen in Griechenland ab Montag hunderte ältere und kranke Flüchtlinge aus den völlig überfüllten Lagern auf den ägäischen Inseln aufs Festland gebracht werden. Insgesamt geht es nach Angaben des Migrationsministeriums um rund 2380 "gefährdete Menschen". Diese sollen innerhalb von zwei Wochen aus den Lagern auf den Inseln in Wohnungen, Hotels oder andere Lager auf dem Festland gebracht werden.

Die Lage in den Camps auf den griechischen Inseln gilt als katastrophal: Dort leben mehr als 36.000 Menschen in Camps, die eigentlich nur für etwas mehr als 6000 Menschen ausgelegt sind. Bei den Menschen, die nun aus den Lagern aufs Festland gebracht werden, handelt es sich um 200 Flüchtlinge über 60 Jahre und 1730 Menschen mit Vorerkrankungen sowie deren Angehörige.

19:43 Uhr

Zoo-Mitarbeiter von "Tiger King" ist in Therapie

Relevante Nachrichten für alle "Cool Cats and Kittens" da draußen: 

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Joshua Dial arbeitete im Tiger-Zoo für Joe Exotic.

Der Wahlkampf-Chef des Zoo-Betreibers Joe Exotic aus dem Netflix-Hit "Tiger King" musste in seinem Job einiges durchmachen. Dafür bekommt Joshua Dial jetzt Unterstützung von Freunden. Eine Erfahrung, die ihm besonders zugesetzt hat, war der Selbstmord von Travis, der Lebensgefährte von Tiger-Züchter Exotic. In der fünften Episode erschießt sich Travis im Zoo-Büro, eine Kamera zeichnet den Vorfall auf. Dial steht direkt daneben, als Travis sich umbrachte. Das geschah im September 2017. Jetzt, zweieinhalb Jahre später, kann Dial das Erlebte dank seiner Freunde in einer Therapie verarbeiten. Sie sammelten 15.000 US-Dollar auf einer Spenden-Plattform für eine Behandlung und Medikamente. "Dieser Mann hat eine Menge erleben müssen", schreiben die Initiatoren. Dial bedankt sich für den gesammelten Beitrag: "Allein diese Welle der Unterstützung war schon heilsam für meine Seele."

19:10 Uhr

Tour-de-France-Sieger fährt 36-Stunden-Tour in Garage

Auch der ehemalige Tour-de-France-Sieger Geraint Thomas ist angesichts der Corona-Krise unter die Spendensammler gegangen. Mit einer 36-Stunden-Tour auf einem Turbobike in seiner Garage in Cardiff hat der Waliser bis Samstag 300.000 Pfund (345.000 Euro) zugunsten des britischen Gesundheitsdienstes NHS gesammelt. "Ohne Übertreibung, die letzten zwei Stunden waren die härtesten, die ich je auf dem Fahrrad erlebt habe", sagte der 33-Jährige der BBC. "Ich konnte mich kaum noch hinsetzen."

Der Waliser fuhr an drei Tagen jeweils für zwölf Stunden. Er verglich dies mit der Bewältigung von acht oder neun Etappen der Tour de France. "Ich werde eine Woche frei machen, um mich davon zu erholen", sagte der Tour-Sieger von 2018. Das sei ihm gegönnt.

18:36 Uhr

30-Jährige kracht mit Motorrad gegen Baum und stirbt

Ein schrecklicher Unfall hat sich in Niedersachsen abgespielt: Eine Motorradfahrerin ist im Landkreis Grafschaft Bentheim nach der Kollision mit einem Baum gestorben. In der Nähe der Stadt Neuenhaus kam die 30-Jährige in einer Linkskurve von der Straße ab und prallte gegen den Baum. Der Grund für den Unfall ist laut Polizei noch nicht bekannt. Die Frau wurde mit einem Rettungshubschrauber lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Dort erlag sie später ihren Verletzungen.

18:23 Uhr

Sarg-Lager in Bergamo ist "endlich leer"

Es ist ein trauriges Bild. Aus einer Kirche in der norditalienischen Stadt Bergamo, die wegen der Corona-Pandemie zwischenzeitlich als Leichenhalle gedient hatte, sind die letzten Särge abtransportiert worden. Das Gotteshaus sei "endlich leer", schrieb Bürgermeister Giorgio Gori auf Twitter. Er lud ein Foto hoch, auf dem das leere Kirchenschiff zu sehen war. Wo zuvor dutzende Särge gelagert waren, standen nur noch einzelne Blumensträuße.

Bergamo ist die am schwersten von der Pandemie betroffene Stadt Italiens. Die örtlichen Leichenhallen waren wegen der rasant steigenden Zahl der Corona-Toten zwischenzeitlich überfüllt, so dass die Armee dutzende Särge in Kirchen lagern und dann in Krematorien in ganz Norditalien transportieren musste.

17:48 Uhr

Star-DJ David Guetta spielt Konzert vor 8000 Menschen

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David Guetta in Action.

(Foto: picture alliance / dpa)

Er ist einer der erfolgreichsten DJs weltweit: Der Franzose David Guetta. Wegen der Corona-Krise kann aber auch er gerade nicht auflegen. Für einen guten Zweck macht er es aber trotzdem. Wie er der "Bild"-Zeitung sagte, spiele er diesen Samstag vor 8000 Menschen - die allerdings alle auf ihren Balkonen mitfeiern. "Ich spiele im Zentrum von Miami auf einem Platz, wo die ganzen Hochhäuser sind", erklärt Guetta sein Konzert. "Es wird 8000 Zuschauer geben, aber auf den Balkonen. Wie ein richtiges Publikum, nur, dass sie zu Hause sein werden. Ich denke, das ist ein guter Weg, Menschen zu motivieren, zu Hause zu bleiben." Die Einnahmen des Konzerts werden demnach gespendet. Ob jeder der 8000 Hochhaus-Bewohner die House-Musik Guettas hören möchte, ist fraglich. Eine gute Aktion ist die Spendenveranstaltung aber allemal.

17:31 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

17:19 Uhr

Defekter Zugwaggon löst knapp 20 Feuer aus

Das ging nochmal gut: Mehr als 100 Feuerwehrleute aus elf alarmierten Wehren mussten im Landkreis Schleswig-Flensburg ausrücken, um mehrere Feuer zu löschen. Ein defekter Waggon eines Güterzugs hat knapp 20 Feuer ausgelöst. Die Bahnstrecke zwischen Flensburg und Schleswig musste stundenlang voll gesperrt werden, teilte die Bundespolizei mit. Die Ursache des Feuers am Waggon werde noch untersucht. Vermutlich sei etwas heißgelaufen.

Wie ein Bahn-Sprecher mitteilte, musste der Verkehr auf der Regionallinie RE7 unterbrochen werden. Züge aus Neumünster endeten in Schleswig. Reisende aus Flensburg mussten über Kiel ausweichen. Der Fernverkehr war nicht betroffen, da dieser die Strecke derzeit nicht benutzt.

16:34 Uhr

Medien: Ellen DeGeneres' Mitarbeiter klagen über schlechte Behandlung

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Eines der bekanntesten Selfies der Welt: Ellen DeGeneres mit Hollywood-Stars bei den Oscar-Verleihungen 2014.

(Foto: imago/UPI Photo)

US-Talkshow-Gastgeberin Ellen DeGeneres verdient mit ihrer Promi-Talkshow 50 Millionen US-Dollar im Jahr und begeistert Millionen von Zuschauern. Ihren rund 30 Mitarbeitern greift sie in Zeiten von Corona deswegen aber nicht unter die Arme, wie das US-Portal "Variety" berichtet. Weil die Show derzeit von DeGeneres Sofa in ihrer Villa aus gedreht wird, sind ihre Mitarbeiter freigestellt – auch, weil sich die Talkmasterin eine externe Firma ins Wohnzimmer geladen hat, um die Sendungen aufzunehmen, statt ihr eigenes Team zu beschäftigen. Auch soll ihren Mitarbeitern einen Monat lang nicht mitgeteilt worden sein, ob sie weiterhin bezahlt werden, berichtet ein Insider gegenüber "Variety". Vergangene Woche sollen sie dann erfahren haben, sie sollen sich auf ein 60 Prozent reduziertes Gehalt einstellen. Die verantwortliche Produktionsfirma verteidigte sich daraufhin und erklärt, dass die Crew durchgehend bezahlt werde, wenn auch weniger als vorher.

15:53 Uhr

37 Corona-Tote: Potsdamer Klinikum gibt Fehler zu

Nach dem schweren Ausbruch von Corona-Infektionen mit zahlreichen Todesfällen im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat die Klinikleitung erstmals Versäumnisse eingeräumt. "Im Zeitraum vom 13. bis 26. März ist im Klinikum Ernst von Bergmann eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend erkannt worden", teilte die Geschäftsführung nach einer nichtöffentlichen Beratung im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung mit. "Dabei sind tatsächlich nachgewiesene und registrierte Infektionen bei einzelnen Mitarbeitern nicht in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und tiefgreifend analysiert worden", hieß es in der Mitteilung weiter.

Dies betreffe insbesondere die Abteilungen Nephrologie (Nierenkrankheiten), Urologie, Geriatrie und Allgemeinchirurgie. "Damit hätten im Rückblick unter Umständen noch fundiertere Entscheidungen getroffen werden können", räumte die Klinikleitung ein. "Die Geschäftsführung bedauert dies sehr." An dem größten Potsdamer Krankenhaus, das auch die Region versorgt, hatten sich die Fälle von Corona-Infizierten und von Toten gehäuft - bislang wurden dort nach Angaben der Stadt 37 Todesfälle gezählt.

15:30 Uhr

Bayern fordert Verlängerung von Krankschreibung per Telefon

Eine Krankschreibung zu bekommen, war in den vergangenen Wochen einfach: Statt zum Arzt zu gehen, konnte man sich per Telefon krank schreiben lassen. Das geht nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zukünftig nicht mehr. Das stößt parteiübergreifend auf Kritik. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sowie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml warnten übereinstimmend vor einer Gefährdung für Ärzte, Praxispersonal und Patienten. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung distanzierte sich von dem am Freitag erfolgten Beschluss. Durch diese Entscheidung könnten sich neue Corona-Infektionsherde bilden, sagte Lauterbach dem Berliner "Tagesspiegel". Auch seien die Arztpraxen nicht auf den nun ab Montag zu erwartenden Andrang vorbereitet.

"Dieser Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) ist mit Blick auf die Gefahren durch die Corona-Pandemie verfrüht", erklärte auch Huml in München. Es sei vielmehr weiterhin wichtig, "Infektionsrisiken konsequent zu vermeiden". Sie fordert deshalb eine Verlängerung der Ausnahmeregelung, dass Krankschreibungen bei leichten Atemwegsbeschwerden auch nach telefonischer Rücksprache mit dem Arzt möglich sind. Stattdessen sei nun zu befürchten, dass "auch COVID-19-Patienten wieder in den Arztpraxen erscheinen und dadurch andere Menschen anstecken", warnte die Ministerin.

15:00 Uhr

Mutmaßlicher Lübcke-Mörder soll Anschlag auf Synagoge geplant haben

Bei dem mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke, Stephan E., gibt es Hinweise auf weitere, frühere Anschlagspläne. Laut einem Bericht des "Spiegel" soll E. vor rund zehn Jahren die Kasseler Synagoge ausgespäht haben. Er habe festgehalten, wann besonders viele Menschen dort zugegen waren, und vermerkt, dass an einem bestimmten Tag Jugendliche aus der Synagoge kamen, hieß es unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse. Entsprechende Notizen fanden sich demnach auf einem USB-Stick, der im Keller von E. gefunden worden sei. Die hessische Polizei habe alle Betroffenen inzwischen vorsorglich informiert und die Kontrollen an der Kasseler Synagoge erhöht. "Auch wenn die Liste schon alt ist, können wir nicht wissen, ob sie bei anderen Extremisten noch kursiert", zitierte der "Spiegel" die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Kassels, Ilana Katz. Bei E. wurden demnach auch Anleitungen zum Bau von Bomben sowie Texte, die sich mit dem Untergrundkampf beschäftigen, sichergestellt.

14:33 Uhr

31 Tote in "Horror-Altenheim": Pfleger flüchten wegen Corona aus Heim

31 Tote binnen weniger Wochen: Das ist die tragische Bilanz in einem kanadischen Seniorenheim, nachdem fast alle Pflegekräfte das Heim aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus fluchtartig verlassen hatten. Gesundheitsbehörden fanden die Menschen in dem Heim in Dorval bei Montréal erst Tage später vor - viele der Überlebenden dehydriert, unterernährt und teilnahmslos. Zwei Todesfälle blieben tagelang unbemerkt. Der Premierminister von Quebec, Francois Legault, kündigte Ermittlungen wegen grober Fahrlässigkeit an. Nach Legaults Angaben waren am Ende nur noch zwei Pflegekräfte in dem Heim, um die insgesamt 130 Bewohner zu versorgen. Offiziellen Angaben zufolge starben mindestens fünf Heimbewohner an der vom Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Der Todesursache der weiteren 26 Fälle geht nun ein Gerichtsmediziner nach. In kanadischen Medien ist das "Horror-Altenheim" in Dorval bereits zum Symbol der Corona-Krise geworden. Die Hälfte aller knapp 1300 Corona-Todesfälle in Kanada trat in Langzeit-Pflegeheimen auf.

14:33 Uhr

Schichtwechsel

Hallo, mein Name ist Vivian Micks, ich begleite Sie bis zum späten Abend durch den "Tag". Meine Kollegin Juliane Kipper verabschiedet sich in den Feierabend und genießt die Sonne am Nachmittag. Ich wünsche ihr, wie auch Ihnen liebe Leserinnen und Leser, ein schönes Wochenende.

13:55 Uhr

Keine Salutschüsse für Königin Elizabeth II.

Zu ihrem 94. Geburtstag wird es auf Wunsch der Queen keine Salutschüsse geben. Königin Elizabeth II. halte das angesichts der Corona-Pandemie für nicht angemessen, bestätigte eine Sprecherin des Buckingham-Palastes. Die Monarchin hat am kommenden Dienstag Geburtstag; traditionell wird dieser Ehrentag immer mit Salutschüssen begangen.

Bereits zuvor war die Militärparade "Trooping the Colour" abgesagt worden. Das Spektakel im Freien zum Geburtstag der Monarchin findet immer im Juni statt, da im April meist das Wetter schlecht ist. Die 93-Jährige und ihre Ehemann Prinz Philip haben sich auf Schloss Windsor in der Nähe der britischen Hauptstadt zurückgezogen. Aufgrund ihres hohen Alters gelten beide als besonders gefährdet während der Pandemie. Thronfolger Prinz Charles hatte sich bereits mit dem Virus angesteckt, aber nur milde Symptome entwickelt.

13:21 Uhr

Beliebtheit wächst: Union behauptet weiter sich vor den Grünen

Im Zuge der Corona-Krise gewinnt die Union einer Umfrage zufolge weiter an Beliebtheit. Im RTL/ntv-Trendbarometer des Forsa-Instituts steigt die CDU/CSU im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte auf 39 Prozent. Das ist der derzeit höchste Wert aller größeren Befragungsinstitute und auf dem Niveau vom August 2017, also noch vor der vergangenen Bundestagswahl (32,9). SPD und Grüne verlieren je einen Prozentpunkt und kommen auf 16 beziehungsweise 15 Prozent, wie die veröffentlichte Umfrage ergab.

Die mit der Union regierenden Sozialdemokraten behaupten sich damit wie in der Vorwoche vor den Grünen, die sie monatelang weit überholt hatten, aber nun stark abgesackt sind. Bei allen anderen Parteien ändert sich nichts. 47 Prozent der Bürger trauen der CDU/CSU derzeit zu, mit den Problemen am besten fertig zu werden. Das sind vier Punkte mehr als vor Ostern. Der SPD trauen dies unverändert 7, den Grünen 3 Prozent der Bürger zu. 5 Prozent halten eine der sonstigen Parteien für politisch kompetent, 38 Prozent keine.

12:53 Uhr

Für EU-Ratspräsident Michel sind Corona-Bonds noch nicht vom Tisch

In der Debatte um die Finanzierung des Wiederaufbaus nach der Coronavirus-Krise hat EU-Ratspräsident Charles Michel sogenannte Corona-Bonds nicht ausgeschlossen. Gemeinsame Anleihen seien ein Instrument zur Mittelbeschaffung, wenn auch nicht das einzige, sagte Michel in einem veröffentlichten Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Wir brauchen ein Zeichen der Stabilität und der Solidarität." Der EU-Haushalt, vor allem wenn in den ersten zwei Jahren der Finanzperiode 2021 bis 2027 Ausgaben vorgezogen würden, wäre nach den Worten von Michel dafür ein ideales Instrument. "Es gibt aber auch noch andere - auch die Vergemeinschaftung von Schulden."

Auf die Frage, ob die Idee der Corona-Bonds vom Tisch sei, betonte der EU-Ratspräsident: "Das habe ich so nicht gesagt." Michel räumte ein, dass es im Rat verschiedene Positionen zur Finanzierung des Wiederaufbaus gebe. Es wäre aber ein Fehler, ein einziges Land an den Pranger zu stellen, sagte er mit Blick auf die Niederlande.

11:56 Uhr

Deutschland schickt Hilfe nach Tschernobyl

Für die seit zwei Wochen andauernden Löscharbeiten im radioaktiv belasteten Gebiet um das Atomkraftwerk Tschernobyl gibt es nun auch deutsche Unterstützung. "Die schnelle Hilfe umfasst 80 Dosimeter zur Messung der Radioaktivität und rund 15 Kilometer Feuerwehrschläuche", teilte die deutsche Botschaft in Kiew mit. Zudem werde ein für Wald- und Vegetationsbrände ausgestattetes Tanklöschfahrzeug angeschafft. Insgesamt habe die Hilfe einen Wert von 230.000 Euro.

In der Region gibt es weiterhin mindestens sechs Schwelbrände, wie auf vom ukrainischen Katastrophenschutz in Kiew veröffentlichten Karten zu sehen war. Mehr als 700 Feuerwehrleute löschten die Brände auch mit Hilfe von Hubschraubern. Flächenangaben machten die Behörden nicht. Zuvor schätzten sie nach Satellitenbildern die abgebrannte Fläche auf rund 11.500 Hektar. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht vom mehr als Vierfachen aus.

11:17 Uhr

47 Flüchtlingskinder in Deutschland gelandet

Die ersten 47 Kinder und Jugendliche aus mehreren Flüchtlingslagern auf griechischen Inseln sind in Deutschland eingetroffen. Wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte, landete die Maschine am Vormittag in Hannover. Die unbegleiteten Minderjährigen sollen nun wegen der Corona-Krise zunächst für eine zweiwöchige Quarantäne in Niedersachsen untergebracht werden.

10:42 Uhr

Oscarprämierter Zeichentrick-Regisseur Deitch gestorben

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Seine Erlebnisse hinter dem Eisernen Vorhang beschrieb Deitch in der 1997 erschienen Autobiografie "For the Love of Prague".

(Foto: imago images/CTK Photo)

Der US-amerikanische Zeichentrick-Regisseur Gene Deitch ist tot. Er starb in der Nacht zu Freitag in Prag im Alter von 95 Jahren, wie sein Verleger Petr Himmel sagte. Sein Streifen "Munro" gewann 1961 den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Er handelt von einem kleinen Jungen, der versehentlich zum Armeedienst eingezogen wird. Verantwortlich war Deitch auch für mehr als ein Dutzend "Tom und Jerry"-Folgen.

1967 drehte er eine erste Filmadaption des Fantasyromans "Der kleine Hobbit", die aber nie in die Kinos kam. Das Leben des Künstlers war selbst filmreif: 1959, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs, reiste er zu Geschäftsverhandlungen nach Prag. Dort traf er seine zukünftige Ehefrau, die Animatorin Zdenka Najmanova - und blieb für immer. Deitch selbst bezeichnete sich als einzigen freien, weil finanziell unabhängigen, US-Amerikaner, der über drei Jahrzehnte in der damaligen sozialistischen Tschechoslowakei lebte.

10:20 Uhr

Dafür ist Vanessa Mai in Corona-Isolation besonders dankbar

Schlagerstar Vanessa Mai ist froh, dass sie die Corona-bedingte Isolation nicht in der Einsamkeit verbringen muss. "Seitdem ich mit jemandem gesprochen habe, der zuhause alleine lebt in der Isolation, bin ich schon sehr, sehr dankbar, mit meinem Mann und Hund zusammen "eingesperrt" zu sein", sagte Mai. "Wir genießen die gemeinsame Zeit und haben einen Tagesablauf eingerichtet. Durch den Hund kommst du auf jeden Fall raus, das ist was Gutes."

Die Sängerin ist erleichtert, zumindest über die sozialen Medien Kontakt zu ihren Fans zu halten. "Ich persönlich leide sehr unter der Situation, weil wir uns auch immer in die Arme nehmen und ich meine Fans als zweite Familie ansehe. Das ist schon sehr schwer gerade."

09:26 Uhr

Funfjähriger von Lkw überrollt und getötet

Im nordrhein-westfälischen Hemer ist ein fünfjähriger Junge von einem Lkw überrollt und getötet worden. Der Junge war nach Polizeiangaben am Freitagnachmittag mit seinem 42-jährigen Vater und seinem sieben Jahre alten Bruder auf einem Betriebsgelände eines Industrieparks, als der Lkw aus bislang ungeklärter Ursache nach vorne rollte. Der Lastwagen erfasste das Kind und verletzte es schwer.

Der Vater und der Bruder versuchten den Angaben zufolge, den Lastwagen anzuhalten und wurden dabei ebenfalls schwer verletzt. Laut Polizei brachte offenbar ein Zeuge den Lkw zum Stehen. Die Feuerwehr befreite schließlich die eingeklemmte Familie. Der Fünfjährige erlag jedoch wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Die Polizei leitete Ermittlungen zur Unfallursache ein.

08:27 Uhr

Oktoberfest-Tische für 5000 Euro im Angebot

Noch haben die Verantwortlichen nicht entschieden, ob das größte Volksfest der Welt wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden muss. Und trotzdem: Im Internet werden für Tausende Euro Platzreservierungen in den Bierzelten für das Oktoberfest angeboten. Sie werden nicht von den Wirten verkauft, sondern von Zwischenhändlern. Tische für zehn Personen werden teils für 5000 Euro und zur Reservierung angeboten - obwohl es diese Plätze vielleicht nie geben wird.

Die Wirte haben teils seit Jahresbeginn Anfragen zu Reservierungen angenommen oder Tische für Stammkunden vorreserviert. Zusagen haben sie aber nicht gegeben. Sie wehren sich seit Jahren mit nur teilweisem Erfolg gegen die Graumarktverkäufe von Reservierungen und die exorbitanten Preise. Bei den Wirten kostet die Reservierung nichts beziehungsweise eine geringe Bearbeitungsgebühr. Die Gäste müssen nur Verzehrgutscheine kaufen, je nach Zelt fallen pro Platz mindestens rund 40 Euro an, der Wert von etwa zwei Maß Bier und einem Hendl.

07:49 Uhr

Euromillions-Jackpot geht nach Großbritannien

Ein Lottospieler in Großbritannien hat bei der Euromillions-Ziehung den Jackpot von 58,4 Millionen Pfund (rund 67 Mio Euro) geknackt. Das teilte die Lotterie am Freitagabend auf ihrer Webseite mit. Unklar war aber zunächst noch, wer die fünf Glückszahlen und zwei Sterne richtig getippt hatte. Der mit 90 Millionen Euro maximal gefüllte Eurojackpot konnte unterdessen erneut nicht geknackt werden. Bereits seit zehn Ziehungen hat niemand die richtigen Zahlen getippt. Beide Lotterien werden in mehreren europäischen Staaten angeboten.

07:20 Uhr

Zu wenige Menschen tragen Masken: Mann in den USA droht mit Blutbad

Weil seiner Meinung nach zu wenige Leute beim Einkaufen eine Maske tragen, hat ein Mann in den USA mit einem Blutbad im Supermarkt gedroht. Der 62-Jährige wurde nach Polizeiangaben im Bundesstaat Florida festgenommen, nachdem er auf Facebook damit gedroht hatte, er werde im örtlichen Supermarkt" sämtliche Magazine leerschießen, die ich habe", weil viele Kunden dort keine Schutzmasken gegen das Coronavirus trügen. "Muss ich erst ein paar von euch selbstsüchtigen Arschlöchern erschießen, bevor ihr die Botschaft versteht?" schrieb der Mann weiter. "Glaubt mir, das Virus ist nicht das einzige, was euer Ableben verursachen kann!"

06:57 Uhr

Autokinos erleben derzeit einen nie gekannten Boom

In der Corona-Krise sind Autokinos die letzte Bastion der Unterhaltungsindustrie: Nach Angaben der Bundesnetzagentur gibt es derzeit so viele Anträge auf die Erteilung entsprechender Frequenzen wie nie zuvor. Seit Anfang März habe die Behörde bundesweit 43 Rundfunkfrequenzen für Autokinos zugeteilt, sagte ein Behördensprecher. "Vor der Corona-Krise wurden lediglich vereinzelt Frequenzen für Autokinos beantragt." Weitere knapp 80 Anträge auf Frequenzzuteilung lägen noch vor und würden zügig bearbeitet.

Die Bundesnetzagentur muss Autokinos eine Erlaubnis dafür geben, dass sie die Tonspur der Filme über die Autoradios senden darf. Dabei muss gewährleistet sein, dass dieser nicht mit anderen Funksignalen kollidiert und Störungen hervorruft.

06:37 Uhr

Lilienthals Segelapparat wird restauriert

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Restauratorin Charlotte Holzer restauriert den Segelapparat von Otto Lilienthal, das Original aus der Werkstatt des Flugpioniers.

(Foto: picture alliance/dpa)

Jahrzehntelang liegt ein Segelapparat, mit dem der Luftfahrt-Pionier Otto Lilienthal 1894 Flüge vom "Fliegerberg" in Berlin-Lichterfelde absolviert hat, im Depot. Jetzt wird das Exemplar am Deutschen Museum in München restauriert. Er soll nach rund 75 Jahren erstmals wieder der Öffentlichkeit gezeigt werden.

  • Insekten, aber auch Sonneneinstrahlung und Klimaschwankungen, haben dem Gleiter aus Holz und Stoff zugesetzt. Rund zwei Jahre werde die Restaurierung dauern, teilte das Deutsche Museum mit.
  • Schon zuvor - sobald das Museum nach der Corona-Krise wieder geöffnet ist - sollen Besucher der Flugwerft Schleißheim sich ein Bild von der aufwendigen Arbeit machen können.
  • Derzeit hat Restauratorin Charlotte Holzer die Stoffteile der Flügel auf zwei großen Tischen ausgebreitet. "Anfangs ist es so etwas wie ein gigantisches Puzzle", sagt sie. Die Restauratoren arbeiten in einem abgetrennten Raum, der auf 18 Grad gehalten wird.
  • Der Stoff wird gereinigt, Drähte kommen wieder an die Stelle, an der sie von Lilienthal ursprünglich zur Befestigung vorgesehen waren. In der Flugwerft und auf der Museumsinsel sind derzeit nur Nachbauten des Gleiters zu sehen.
  • "Der Original-Lilienthalgleiter soll wieder als zentrales Exponat in der Ausstellung ,Historische Luftfahrt' auf der Museumsinsel zu sehen sein", sagt Kurator Andreas Hempfer.
06:21 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Bund und Länder haben sich in der vergangenen Woche geeinigt, dass von diesem Montag an Läden bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern sowie KfZ- und Fahrradläden wieder öffnen dürfen. Haben Sie schon fest eingeplant, gleich wieder in die Geschäfte zu strömen? Der Deutsche Städtetag rechnet bei der Wiedereröffnung kleinerer Geschäfte eher mit Zurückhaltung der Kunden. "Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung die wiedergewonnenen Möglichkeiten ab Montag gerne nutzen wird", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. "Aber wir erwarten jetzt auch nicht den riesigen Ansturm: Die Geschäfte, die jetzt wieder öffnen, sind eine Woche später noch genauso erreichbar."

Außerdem werden heute noch diese Themen wichtig:

  • Im Iran werden die umstrittenen Lockerungen von Beschränkungen auf die Hauptstadt Teheran ausgeweitet.
  • Rund 50 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollen heute von Griechenland nach Deutschland gebracht werden.

Mein Name ist Juliane Kipper und ich begleite Sie bis zum frühen Nachmittag durch den Tag. Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Melden Sie sich gern unter: juliane.kipper@nama.de