Samstag, 08. August 2020Der Tag

mit Hedviga Nyarsik
Hedviga Nyarsik
22:33 Uhr

Das war Samstag, der 8. August 2020

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picture alliance/dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Hoch "Detlef" heizt Deutschland mächtig ein. Hoffentlich konnten Sie den Samstag an einem schattigen Plätzchen und am besten mit einem kühlen Getränk in der Hand genießen. Vor allem, wenn Sie in Trier wohnen. Denn dort wurde der höchste Wert nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes mit 38,2 Grad gemessen. Bei diesen hohen Temperaturen ist es kein Wunder, dass es viele Leute an Seen und Strände zieht. An der Ostsee springt die Strandampel vielerorts auf Rot. In Berlin mahnt die Polizei: "Bitte machen Sie sich nicht mehr auf den Weg." Und einer Gemeinde in Lauenau geht sogar das Wasser aus.

Was heute sonst noch wichtig war:

Das war's für heute. Ich wünsche Ihnen trotz der Hitze eine angenehme und erholsame Nacht. Morgen ist "Der Tag" mit Nachrichten aus aller Welt wieder für Sie da. Bleiben Sie gesund!

22:03 Uhr

Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahus Corona-Politik

In Jerusalem haben sich Tausende Menschen vor der Residenz von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu versammelt und seinen Rücktritt gefordert. Die Demonstranten warfen ihm unter anderem vor, in der Coronavirus-Pandemie nicht genug zum Schutz von Arbeitsplätzen und Geschäften unternommen zu haben. Die Proteste haben in den vergangenen Wochen zugenommen.

Israel hob im Mai einen begrenzten Lockdown auf, nachdem die Zahl der neuen Fälle gesunken war. Eine neuer Anstieg und neue Einschränkungen haben Netanjahus Zustimmungswerte jedoch auf unter 30 Prozent fallen lassen. Die Arbeitslosigkeit in Israel liegt bei 21,5 Prozent, die Wirtschaft dürfte 2020 um sechs Prozent schrumpfen.

21:34 Uhr

Armee räumt besetztes Außenministerium in Beirut

Die libanesische Armee hat die Besetzung des Außenministeriums in Beirut nach drei Stunden beendet. Soldaten räumten am Abend das Gebäude, wie AFP-Reporter beobachteten. Hunderte von ehemaligen Armeeoffizieren angeführte Demonstranten hatten das Ministerium am Nachmittag gestürmt und zum "Hauptquartier der Revolution" ausgerufen.

Auch das Energie- und das Wirtschaftsministerium sowie der Sitz des libanesischen Bankenverbandes wurden gestürmt. Wütende Demonstranten legten Feuer am Sitz des Bankenverbands, bevor sie von der Armee zurückgedrängt und die Flammen gelöscht wurden.

Am Rande der Demonstrationen kam nach Polizeiangaben ein Polizist ums Leben. Der Beamte habe mehreren in einem Hotel festsitzenden Menschen geholfen, als er aus einer Menschenmenge angegriffen worden und tödlich gestürzt sei, erklärte die Polizei auf Twitter.

20:51 Uhr

Elf Menschen sterben bei Hausbrand - Mehrere springen aus dem Fenster

Bei einem verheerenden Brand in einem Hochhaus im Osten Tschechiens sind zehn Menschen gestorben, berichtet die Agentur CTK unter Berufung auf die Polizei. Das Feuer brach demnach am Nachmittag in einer Wohnung im 11. Stock des 13-stöckigen Plattenbaus in der Stadt Bohumin an der Grenze zu Polen aus. Augenzeugen berichteten, dass mehrere Menschen bei der Flucht vor Rauch und Flammen aus dem Fenster gesprungen seien. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Zur Ursache des Brandes konnten noch keine Angaben gemacht werden.

20:21 Uhr

"Friends"-Special muss wegen Corona erneut verschoben werden

Fans der Kult-Serie "Friends" müssen jetzt ganz tapfer sein: Denn das im Februar angekündigtes "Special", bei dem die Schauspieler nach 15 Jahren wieder aufeinandertreffen sollten, ist wegen der Corona-Pandemie erneut verschoben worden. "Das ist sehr traurig", erklärte Serienstar Jennifer Aniston Interview mit dem Filmportal "Deadline.com". Unter diesen Umständen sei es für alle einfach zu riskant vor einem Publikum aufzutreten, betonte die Schauspielerin.

Aniston vertröstete die Fans auf einen späteren Termin. Durch den Aufschub hätten sie nun mehr Zeit, die Show "noch aufregender und lustiger" zu machen. Die Neuauflage sollte ursprünglich im Mai beim Streamingdienst HBO Max zu sehen sein. Nach Ankündigung der Produktionsfirma WarnerMedia soll Aniston bei dem "Special" mit ihren Kollegen Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer ohne festes Drehbuch spielen. Die Fortsetzung soll in demselben Studio wie das Original gedreht werden, auf der Stage 24 in der kalifornischen Stadt Burbank.

19:43 Uhr

Mann hebt all seine Ersparnisse ab - und wird ausgeraubt

So schnell kann es gehen: Innerhalb weniger Sekunden ist ein 55-jähriger Kalifornier alle seine Ersparnisse los. Er hatte erst kürzlich sein Haus verkauft und war in eine Bankfiliale gefahren, um sein Konto zu leeren und das Geld mit nach Hause zu nehmen. Er hob 200.000 Dollar ab. Ein Dieb witterte allerdings seine Chance und schlug zu, ohne zu wissen, wie viel der Mann tatsächlich an Bargeld dabei hatte.

Dabei hatte das Opfer extra Sicherheitsmaßnahmen getroffen. "Er hatte so nah wie möglich an der Bank geparkt und wusste, dass er eine große Menge Bargeld abheben würde", sagte sein Anwalt Nathan Soleimani gegenüber ABC7. "Doch bevor er zu seinem Auto gelangen konnte, wurde er gepackt und geschlagen."

Der Mann versuchte noch verzweifelt, sich an seiner Tasche festzuhalten. Doch vergebens. Der Dieb konnte mit 200.000 Dollar entkommen. Inzwischen ermittelt die Polizei und sucht auf Überwachungsvideos der umliegenden Gebiete nach einer Spur.

19:05 Uhr

Videos des Tages

18:50 Uhr

Auto rast in Stauende auf der A9

Bei einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 9 im Kreis Potsdam-Mittelmark sind mehrere Menschen verletzt worden. Ein Auto war bei Beelitz in Brandenburg auf ein Stauende aufgefahren und schob fünf Fahrzeuge aufeinander, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurden zehn Menschen im Alter zwischen 11 und 38 Jahren verletzt. Sie mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Die Autobahn ist für mehrere Stunden in Fahrtrichtung Berlin gesperrt.

18:10 Uhr

Ex-Armeeoffiziere stürmen Außenministerium in Beirut

Wütende Demonstranten haben das Außenministerium in der libanesischen Hauptstadt Beirut gestürmt. Von ehemaligen Armeeoffizieren angeführte Protestierende drangen in das Gebäude ein und erklärten es zum "Hauptquartier der Revolution". Zuvor waren tausende Menschen durch die Stadt marschiert, um nach der Explosionskatastrophe vom Dienstag gegen die Regierung zu protestieren.

Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sind mindestens 130 Menschen verletzt worden. 28 von ihnen seien in umliegende Krankenhäuser gebracht, 102 vor Ort behandelt worden, teilte das libanesische Rote Kreuz über Twitter mit.

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17:34 Uhr

Mann übergießt sich mit Benzin und droht sich anzuzünden

Aufregung in Lörrach: Ein Mann hat einen großen Polizeieinsatz in der Stadt in Baden-Württemberg ausgelöst. Er habe sich mit Benzin übergossen und gedroht, sich anzuzünden, sagte ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Freiburg "Tag24". Dabei habe er auch mit einer Gasflasche und einem Feuerzeug herumhantiert.

Nachdem er in Gesprächen nicht zur Aufgabe bewegt werden konnte, sei er durch ein Sondereinsatzkommando überwältigt worden. Dabei habe sich der Mann leichte Verletzungen zugezogen. Er befinde sich nun in polizeilichem Gewahrsam.

16:57 Uhr

Gemeinde geht in der Hitze das Wasser aus - "Aus dem Hahn kommt nichts"

Es ist heiß. Mehr als 30 Grad im Schatten. Doch auf eine Abkühlung müssen die knapp 4000 Menschen in der niedersächsischen Gemeinde Lauenau verzichten. Denn dort ist die Wasserversorgung während der warmen Tage zusammengebrochen. Die Abnahmemenge im privaten Bereich sei drastisch gestiegen - selbst im Vergleich zu anderen Spitzenzeiten, erklärte der Bürgermeister der Samtgemeinde Rodenberg, Georg Hudalla, zu der der Flecken Lauenau gehört. Grund sei auch die Coronavirus-Pandemie: "Sonst sind die Menschen in der Sommerzeit verreist und jetzt sind sie zu Hause." Der Trinkwasserspeicher könne über Nacht nicht mehr komplett aufgefüllt werden. So sei er heute Mittag auf Null gelaufen. "Es kann passieren, wenn Menschen den Hahn aufmachen: Es kommt wirklich gar nichts", sagte der Bürgermeister.

Am Feuerwehrhaus wurden Behälter mit Brauchwasser etwa für die Toilettenspülung aufgestellt, das sich die Bürger abholen können. Dazu verteilten Tanklöschfahrzeuge ihr Brandwasser in den Ortsteilen. Trinkwasser müssen sich die Menschen im Supermarkt kaufen. Wann das Problem gelöst sein könnte, ist laut Bürgermeister unklar.

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16:41 Uhr

Tausende protestieren in Beirut gegen die Regierung - Polizei setzt Tränengas ein

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Die Demonstranten machen die Regierung für die Katastrophe in Beirut verantwortlich.

(Foto: REUTERS)

Vier Tage nach der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut trauern Tausende Libanesen um die Opfer und protestieren gegen die politische Elite des Landes. Sie versammelten sich auf dem Märtyrer-Platz im Zentrum der libanesischen Hauptstadt. Im libanesischen Sender MTV war zu sehen, wie Demonstranten versuchten, die Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Sprechchöre waren zu hören, unter anderem "Revolution, Revolution". Eine MTV-Reporterin berichtete, Sicherheitskräfte hätten Tränengas eingesetzt.

Viele Menschen im Libanon machen die Regierung für die Explosion mit mehr als 150 Toten und rund 5000 Verletzten verantwortlich. "Der Aufstand und die Revolution gehen weiter", sagte einer der Demonstranten zu MTV. Präsident Michael Aoun, Regierungschef Hassan Diab und die gesamte politische Führungsspitze seien für die Katastrophe verantwortlich.

Aktivisten hatten in den sozialen Medien zu der Demonstration unter dem Motto "Gerechtigkeit für die Opfer, Rache an der Regierung" aufgerufen. Bereits im vergangenen Oktober hatte es Massenproteste gegen die Regierung gegeben. Die Demonstranten fordern weitgehende politische Reformen. Sie werfen der politischen Elite Korruption vor.

16:09 Uhr

"I like to move it"-DJ wegen Vergewaltigung festgenommen

Mit seinem Hit "I like to move it" wurde er weltberühmt. Nun ist die DJ-Legende Erick Morillo in Miami Beach verhaftet worden, berichten US-Medien. Der Grund: Er soll eine Frau vergewaltigt haben.

Laut dem Festnahmebericht der Polizei soll sich der Vorfall im Dezember nach einer Party des DJs ereignet haben, heißt es bei "Local 10". Die Frau sei nackt im Bett von Morillo aufgewacht und habe sich an Szenen der Vergewaltigung erinnert. Morillo soll nackt neben dem Bett gestanden haben. Daraufhin untersuchte die Polizei die Wohnung und nahm DNA-Proben. Ein spezielles Testkit für Vergewaltigungen habe inzwischen positiv auf Morillos DNA angeschlagen. Der DJ bestreitet die Vorwürfe aber vehement.

15:31 Uhr

Bade-Tragödie in NRW: Zwei Männer ertrinken in Seen am selben Tag

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Rettungskräfte konnten nur noch den leblosen Körper des 17-Jährigen aus dem Torfmoorsee bergen.

picture alliance / dpa

Im Kreis Steinfurt in Nordrhein- Westfalen sind am Freitagabend gleich zwei Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen: An einem See in Hörstel starb ein 17-Jähriger, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Nach der Suche mit Booten und einem Hubschrauber konnten Feuerwehrtaucher den Jugendlichen nur noch leblos aus dem Wasser bergen. Seine Leiche wurde in 15 Metern Tiefe entdeckt. Der junge Mann war am Freitagabend am Torfmoorsee unterwegs, als ihn seine Freunde gegen 21.30 Uhr als vermisst meldeten.

Zur selben Zeit suchten Bekannte in Greven nach einem 44-Jährigen. Der Mann wurde schließlich seinen Freunden leblos im Bockholter See entdeckt und aus dem Wasser gezogen. Die Reanimationsversuche seiner Bekannten und der hinzugezogenen Retter der Feuerwehr blieben ohne Erfolg.

14:16 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Vivian Micks hat sich in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Bis in den späten Abend werde ich Sie im "Tag" mit Nachrichten versorgen. Mein Name ist Hedviga Nyarsik und bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie mir doch einfach eine E-Mail unter hedviga.nyarsik[at]nama.de.

13:59 Uhr

Betrunkene Autofahrerin beißt Polizist in Schulter

Bissig sind anscheinend nicht nur Hunde. Das musste ein Polizist am eigenen Leib erfahren. Er und seine Kollegen hatten am frühen Morgen in Langerwehe im Kreis Düren eine Autofahrerin angehalten. Die 58-Jährige soll stark nach Alkohol gerochen haben. Da die Beamten zudem vermuteten, dass die Frau Medikamente eingenommen hatte, wollten die Einsatzkräfte sie zur nächstgelegenen Wache bringen. Dabei leistete die betrunkene Frau starken Widerstand und biss einem der Polizisten in die Schulter. Er wurde dabei leicht verletzt. Gute Besserung an dieser Stelle!

13:27 Uhr

Elefanten-Massensterben in Botswana: Forscher kommen Lösung näher

Der Tod von über 250 Elefanten in Botswana gibt noch immer Rätsel auf: Woran sind die Dickhäuter gestorben? Forscher haben jetzt bei der Untersuchung Fortschritte erzielt. Pestizide könnten als Grund ausgeschlossen werden, teilte das Umweltministerium mit. Demnach wurde auf neun Pestizide und Agrochemikalien getestet - diese Tests seien negativ ausgefallen. Eine Vergiftung der Elefanten - auch durch natürlich vorkommende Toxine - sei weiterhin nicht ausgeschlossen. Weitere Untersuchungen mit Proben-Entnahmen von frischen Kadavern seien laut der Organisation "Future for Elephants" notwendig, um eindeutige Faktoren zu ermitteln. Insgesamt wurden laut Behördenangaben 281 tote Elefanten im Okavango-Delta im Nordwesten des Landes gezählt. In anderen Berichten von Tierschützern ist sogar von mehr als 350 Kadavern die Rede. Wilderei wurde ausgeschlossen, da die Tiere mit intakten Stoßzähnen gefunden wurden.

13:00 Uhr

Razzien: Polizei stellt kiloweise unversteuerten Shisha-Tabak sicher

In mehreren groß ausgelegten Razzien gegen Clankriminalität in Oberhausen und anderen Ruhrgebietsstädten haben Polizei und Zoll mit einem Großaufgebot Shisha-Bars und Cafés kontrolliert. In Oberhausen sind am Freitagabend laut Polizei drei Shisha-Bars und Cafés in der Innenstadt durchsucht und 62 Menschen überprüft worden. Die Fahnder stellten in Oberhausen fast 60 Kilogramm unversteuerten Tabak sicher. In Bottrop, Dorsten, Marl, Haltern, Gladbeck, Recklinghausen und Herten wurden laut Polizei insgesamt 14 Shisha-Cafés und 89 Menschen kontrolliert. In allen Betrieben wurden dort zudem Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt. Der Verdacht der Clankriminalität konnte jedoch nicht festgestellt werden. Es gab laut Polizei "keine Hinweise auf die Verfestigung von Strukturen der Clankriminalität oder Netzwerke organisierter Kriminalität" in Oberhausen.

12:16 Uhr

Umfrage: 91 Prozent der Bürger lehnen Anti-Corona-Demos ab

Verständnis für die "Anti-Corona-Proteste", die am vergangenen Wochenende in einer Demonstration in Berlin gipfelten, haben in Deutschland nur die wenigsten. 91 Prozent der Bundesbürger (darunter 94 Prozent der 18- bis 29-Jährigen) äußerten im RTL/ntv-Trendbarometer, dass sie kein Verständnis für die Proteste haben. Nur 9 Prozent der Gesamtbevölkerung gaben sich verständnisvoll. Während die Anhänger fast aller Parteien den Protesten mit großer Mehrheit ablehnend gegenüberstehen, begrüßen 59 Prozent der AfD-Anhänger die Demonstrationen.

  • 51 Prozent der Bundesbürger sind sich sicher, dass die "Anti-Corona-Demonstranten" der AfD nahestehen. 32 Prozent denken, dass die Protestler mit keiner Partei verknüpft sind.
  • Auch in dieser Frage kommen lediglich die Anhänger der AfD zu deutlich anderen Einschätzungen: Nur 8 Prozent von ihnen glauben, dass die Demonstranten zum Umfeld der AfD gehören. 64 Prozent der AfD-Anhänger meinen, dass die Protest-Teilnehmer keiner Partei zuzuordnen sind.
  • Die meisten Deutschen (87%) sind überzeugt, dass die "Anti-Corona-Demonstranten" nur eine Minderheit der Bevölkerung repräsentieren.
  • Auch hier sind die AfD-Anhänger anderer Auffassung: 63 Prozent glauben, dass die Proteste die Mehrheit der Gesellschaft hinter sich haben. Die Anhänger aller übrigen Parteien und auch die große Mehrheit in allen Altersgruppen halten diese Einschätzung für falsch.

11:55 Uhr

Mehrere Bombendrohungen gegen Gesundheitsämter in NRW

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Das Gesundheitsamt in Olpe musste geräumt werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Anonyme Anrufer haben im nordrhein-westfälischen Olpe und Köln mit einer Bombe beim Gesundheitsamt gedroht. Die Behörde in Olpe wurde laut Polizei vorübergehend geräumt. Polizeikräfte und ein Sprengstoffspürhund durchsuchten das Gebäude, in dem auch die Rettungsleitstelle des Kreises untergebracht ist, konnten aber am späten Freitagabend kein Sprengstoff finden. Das Gebäude wurde wieder freigegeben. Die Polizei leitet gegen den anonymen Anrufer ein Strafverfahren ein.

Auch in Köln wurde am Freitagabend per Telefon mit einer Bombe gedroht. Der Anruf sei nicht als ernsthafte Bedrohung eingeschätzt worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Routinemäßig ermittelt der Staatsschutz. Den Angaben zufolge sollen ähnliche Drohungen auch in anderen Städten in Nordrhein-Westfalen eingegangen sein. Einzelheiten waren dazu zunächst nicht bekannt.

11:07 Uhr

Nach Fund von Frauenleiche auch Ehemann tot

Noch ist unklar, ob es sich um einen Unfall oder ein Gewaltverbrechen handelt. Doch schon jetzt wirft der Fall Fragen auf: Zuerst wird in einem Bauernhaus im osthessischen Großenlüder die Leiche einer 67 Jahre alten Frau gefunden. Ihr Ehemann wurde schwer verletzt entdeckt. Jetzt ist auch er gestorben. Die Leichen des 69-Jährigen und seiner Frau sollen am heutigen Samstag obduziert werden, sagte ein Polizeisprecher in Fulda. Die Beamten waren am Morgen alarmiert worden, weil einer der Hausbewohner nicht zur Arbeit erschienen war.

10:52 Uhr

Protest-Aktion in Mannheim und Berlin: Kohlegegner besetzen Kraftwerke

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"Wer uns räumt, ist für Kohle", steht auf dem Banner der Berliner Umweltaktivisten.

(Foto: dpa)

"Wer uns räumt, ist für Kohle!" steht auf dem Transparent, das Klimaaktivisten in Berlin entrollt haben. In der Hauptstadt und in Mannheim haben Kohlegegner am frühen Morgen zwei Kraftwerke besetzt, um für einen schnelleren Kohleausstieg zu demonstrieren. In Berlin-Moabit befanden sich mehrere Menschen auf den Türmen des Kraftwerks. Rund 20 Personen seien in das Gelände eingedrungen, sagte ein Polizeisprecher. Mit ihrer Aktion fordern die Aktivisten unter anderem "ein Ende des fossilen Kapitalismus", wie die Aktionsgruppe "Direkte Aktion Berlin" mitteilte. Im 1900 erbauten Heizkraftwerk Moabit wird Steinkohle und seit 2013 auch Biomasse verfeuert. In Mannheim stiegen die Aktivisten auf das Dach einer Kohleförderanlage. Das Förderband des Kraftwerksblocks sei gestoppt worden. Aktivisten hatten den Betrieb des Meilers als "Klimakiller" bezeichnet.

10:23 Uhr

NRW-Minister will härtere Strafen für Messergewalt

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NRW-Innenminister Herbert Reul findet Geldstrafen für Messerdelikte zu lasch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst am Freitag ist ein 21-jähriger Mann am Berliner Alexanderplatz bei einer Messerangriff getötet worden. Laut Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul ist das keine Seltenheit mehr: Er spricht von einer "Aufrüstung auf der Straße" und fordert härtere Strafen. Zur "Bild"-Zeitung sagte er: "Wer in einer Auseinandersetzung ein Messer zückt, will sein Gegenüber verletzen. Im Zweifel riskiert er sogar das Leben eines Menschen. Das ist nicht akzeptabel und muss härter bestraft werden." Am Strafrahmen müsse man "nachjustieren, wenn wir diese Waffen aus dem Verkehr ziehen wollen". Täter dürften "nicht nur mit einer Geldstrafe davon kommen". Auch der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek wünscht sich Maßnahmen gegen Stichwaffen: "Es gibt kaum einen Tag, an dem nicht Polizeimeldungen über gefährliche oder sogar tödliche Messerattacken bekannt werden. Messer haben in der Öffentlichkeit nichts verloren."

09:16 Uhr

Vogelkacke und Möwenschiss erweisen sich als extrem kostbar

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"In manchen Gegenden folgen Fischer den Seevögeln, um Orte zu finden, an denen sie fischen können. Für sie sind Seevögel alles", sagt Daniel Plazas-Jiménez, der an der Studie beteiligt war.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zugegeben, wenn es auf dem Kopf landet, ist das weniger erfreulich (außer, dass es Glück bringen soll). Eine Studie hat jetzt aber bestätigt: Vogelschiss ist kostbar. Wissenschaftler schätzen in einer neuen Studie, die am Mittwoch im Fachjournal "Trends in Ecology & Evolution" erschienen ist, dass die Vogelkacke aller Seevögel auf der Welt etwa 400 Millionen Euro wert ist. Der Kot von Pinguinen oder Möwen bilden zusammen mit Kalkstein einen hervorragenden Dünger, womit wahrscheinlich bereits die Inka den Ertrag ihrer Felder erhöhte. Auch roh enthält der Vogelschiss viele wertvolle Nährstoffe für Tiere und Pflanzen. Den Wert der natürlichen Beträge zu beziffern, ist nicht immer einfach. Im Fall von Vogelkacke aber schon: "Ich kann auf eine Insel gehen, Guano sammeln und ihn auf einem Markt verkaufen", sagt Marcus Cianciaruso, Autor der Studie und Professor für Ökologie an der Universität Goiás in Brasilien. Die Schätzungen seien wichtig, weil sie Kot einen Wert zuschreiben und auf die Bedeutung der Seevögel für Mensch und Natur aufmerksam machen - "in einer Sprache, die die Öffentlichkeit und Politiker verstehen", sagt Cianciaruso. Denn knapp 350 der bekannten Seevögelarten sind vor dem Aussterben bedroht.

09:12 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:34 Uhr

China nennt US-Sanktionen "barbarisch und rüde"

Die Stimmung zwischen China und den USA verschlechtert sich weiter. Wegen des Sicherheitsgesetzes für Hongkong erlässt Washington Sanktionen gegen Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam und andere hochrangige Beamte. China reagiert erzürnt über die US-Sanktionen gegen die Regierung in Hongkong und droht den USA. Die Maßnahmen seien "barbarisch und rüde", teilte das Verbindungsbüro der chinesischen Regierung in Hongkong mit. Die Sanktionen seien zudem "lächerlich". Washington zeige damit seine "bösen Absichten, Menschen mit antichinesicher Haltung zu unterstützen und Unordnung in Hongkong zu stiften". Die Sanktionen seien "wild, unverhältnismäßig und unvernünftig", sagte der Hongkonger Handelsminister Edward Yau. Er warnte vor negativen Folgen für US-Unternehmen in der Finanzmetropole.

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08:16 Uhr

Weiterer Toter bei Flugzeugunglück in Indien

Mehr als hundert Passagiere wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Bei dem Flugzeugunglück der Maschine der Fluggesellschaft Air India Express auf dem Flughafen Kozhikode in Indien erliegt ein weiterer Fluggast seinen schweren Verletzungen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 18. Die Maschine mit Rückkehrern, die wegen Corona im Ausland gestrandet waren, ist bei starkem Regen über die Landebahn hinausgeschlittert und in zwei Teile zerbrochen. Die Boeing 737 kam aus Dubai und hatte nach Angaben der Airline 191 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord. Beide Piloten kamen bei dem Unglück ums Leben. Unter den Toten waren nach Krankenhausangaben auch ein zehn Monate altes Baby und ein 18 Monate altes Baby.

07:48 Uhr

SPD gibt Hinweis auf Kanzlerkandidat

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Bundesfinanzminister Olaf Scholz werden gute Chancen zugesichert.

(Foto: dpa)

Die SPD will als erste Partei in den Startlöchern stehen, wenn es um ihren Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2021 geht. Den wollen sie schon sehr bald vorstellen. "Im Spätsommer werden wir über den Kanzlerkandidaten entscheiden, und dann ist die SPD als erste aller Parteien startklar", sagte Generalsekretär Lars Klingbeil dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Angesprochen auf den als aussichtsreich geltenden Olaf Scholz ergänzte Klingbeil: "Zweifellos: Olaf Scholz führt das Land als Vizekanzler und Finanzminister gemeinsam mit Angela Merkel erfolgreich durch die Corona-Krise. Wir sind sehr froh, ihn in unseren Reihen zu haben." Das Vorschlagsrecht aber liege bei den Parteivorsitzenden.

07:15 Uhr

Leichen von vermissten US-Soldaten geborgen

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Die Suchaktion nach den vermissten Soldaten sollte eigentlich eingestellt werden - jetzt wurden sie Tage später doch geborgen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Nach einer längeren Suche haben US-Streitkräfte nach einem Unglück im Meer vor Kalifornien die Leichen von acht vermissten Soldaten geborgen. Das Unglück geschah bei einer Routineübung: Insgesamt waren 16 Soldaten des Marine Corps und der Marine (Navy) am 30. Juli mit einem gepanzerten Amphibischen Truppentransporter (AAV) vor der Küste der südlichsten Kanalinsel San Clemente Island unterwegs, als Wasser ins Innere drang und das Fahrzeug sank. Unmittelbar danach wurden acht Soldaten geborgen, einer von ihnen starb kurz darauf. Wie es zu dem Unglück kam, ist noch unklar. Der gesunkene Truppentransporter wurde auf dem Meeresboden geortet. Die sterblichen Überreste der sieben Marineinfanteristen und eines Matrosen sollen in Kürze den Familien übergeben werden.

06:56 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist noch früh am Morgen und die Temperaturen hier in Berlin klettern bereits auf 22 Grad - und es werden im Laufe des Tages noch 13 Grad mehr. In Köln sind sogar bis zu 38 Grad drin. Perfektes Badewetter also, was zu einen Ansturm auf die Küste und Badegewässer führt. Heiß her geht es heute auch wieder in Beirut. Nach der Explosion, die mehr als 150 Menschen das Leben kostete, gehen heute viele Libanesen auf die Straßen und haben zu Protesten aufgerufen. Was heute sonst noch wichtig wird:

  • Auch in Deutschland gehen Menschen auf die Straße. Allerdings wegen Corona und mit nur 500 Teilnehmern: Der Demo-Zug der Initiavite "Querdenken 0711" zieht am Nachmittag durch die Straßen von Stuttgart.
  • In Belarus ist heute der letzte Tag vor der Abstimmung nach einem aufgeheizten Wahlkampf. Staatschef Alexander Lukaschenko stellt sich am Sonntag zur Wiederwahl für seine sechste Amstzeit.
  • Fortsetzung der Ratsversammlung in Afghanistan: Rund 3200 Delegierte wollen weiter über die umstrittene Freilassung von 400 Taliban beraten. Die militant-islamistische Gruppe hatte ihre Freilassung zur Vorbedingung für innerafghanische Friedensgespräche gemacht.

  • Champions League: K.o.-Runde im Achtelfinale, der FC Bayern München spielt um 21 Uhr gegen den FC Chelsea.

Genießen Sie das Wetter, halten Sie Abstand zu anderen Badegästen so gut es geht und bleiben Sie gesund. Mein Name ist Vivian Micks und ich begleite Sie heute durch den Tag. Bei Fragen oder Anregungen, schreiben Sie mir eine E-Mail an vivian.micks[at]nachrichtenmanufaktur.de. Gehen wir's an!

06:23 Uhr

Gefährlicher Überträger von Krankheiten: Sandmücke verbreitet sich

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Sandmücken sind wenige Millimeter groß, behaart, haben aufrechte V-förmige Flügel, beigefarbene Körper und schwarze Knopfaugen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sandmücken sind nicht nur lästig, weil sie kleine juckende Blutflecken auf der Haut hinterlassen, sondern auch gefährlich: Sie sind potenzielle Überträger der Krankheit Leishmaniose und dringen Forschern zufolge weiter nach Norden vor. Fundorte befänden sich vor allem in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. "Die globale Klimaerwärmung begünstigt das Vorkommen von Sandmücken. Damit könnten auch bislang unbekannte Krankheiten in der Region Einzug halten", sagte die Doktorandin Sandra Oerther. "Sie sind weiter verbreitet als angenommen", sagte sie. Obwohl die Mücken unscheinbar aussehen, sind die von ihnen übertragenen Krankheiten tückisch. Leishmaniose ist in den Tropen verbreitet und kommt auch im Mittelmeerraum vor. Wegen der Ausbreitung gibt es auch nach Deutschland importierte Fälle. Die Erreger können unter anderem Hautveränderungen sowie Leber-, Milz- oder Knochenmarksschäden verursachen. Sandmücken leben meist in Gebäuden wie Ställen oder Scheunen.

06:03 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht