Samstag, 29. Mai 2021Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:26 Uhr

Das war Samstag, der 29. Mai 2021

Liebe Leserinnen und Leser, in Porto läuft in diesen Minuten eins der wichtigsten Fußballspiele des Jahres - das Finale der Champions League. Wenn Sie das Match nicht im TV sehen, kann ich Ihnen unseren Liveticker ans Herz legen. Und wenn Sie kein Fußball-Fan sind, dann stelle ich Ihnen hier die Schlagzeilen des Tages vor…

… und verabschiede mich in den Feierabend! Gute Nacht!

21:57 Uhr

Steven Seagal tritt Partei Gerechtes Russland bei

Der in Russland eingebürgerte US-Schauspieler Steven Seagal ist der Partei Gerechtes Russland beigetreten.

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(Foto: picture alliance/dpa/TASS)

  • Gerechtes Russland ist als Teil der Opposition in der Staatsduma vertreten, gilt aber wie die ebenfalls vertretenen Kommunisten und die Ultranationalisten von der so bezeichneten Liberaldemokratischen Partei als systemtreue Partei.
  • Der Action-Darsteller Seagal war laut Sprecherin zuvor Mitglied der Partei Für die Wahrheit des regierungsnahen Schriftstellers Sachar Prilepin gewesen. Diese fusionierte kürzlich mit Gerechtes Russland und einer weiteren politischen Kraft.
  • Kremlchef Wladimir Putin hatte Seagal, der auch Kampfsportler ist, 2016 die russische Staatsbürgerschaft verliehen. Der Schauspieler besitzt aber weiterhin auch die amerikanische Staatsbürgerschaft.
21:10 Uhr

Drei Festnahmen bei Relegationsspiel in Kiel

Die Kieler Polizei hat während des Relegationsrückspiels von Holstein Kiel gegen den 1. FC Köln zwei Kölner Fans und einen Holstein-Anhänger vorläufig festgenommen.

Wie ein Polizeisprecher mitteilte, hatten die beiden Fans des Bundesligisten nach den ersten Kölner Treffern Bengalos gezündet. Der Kiel-Anhänger wurde festgesetzt, weil er Journalisten bedroht habe, sagte der Sprecher.

Aus Köln waren rund 250 Anhänger angereist. Sie wurden auf einen abgesperrten Straßenabschnitt vor dem Stadion geführt. Vor Spielbeginn hatten sie mit einem von der Polizei begleiteten Fan-Marsch durch die Innenstadt auf sich aufmerksam gemacht. Die zunächst auf 800 Menschen begrenzte Zahl an Kieler Fans vor der Osttribüne des Stadions war auf 500 eingeschränkt worden. Mehr ließ die Polizei nicht in Stadionnähe.

20:25 Uhr

China schickt ersten Frachtflug zur neuen Raumstation

China hat das erste Raumschiff mit Fracht zu seiner im Bau befindlichen Raumstation ins All geschickt. Die Rakete vom Typ "Langer Marsch 7" startete mit dem Cargo-Raumschiff "Tianzhou 2" vom Raumfahrtbahnhof Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die Rakete sollte eigentlich schon vergangene Woche starten, der Flug musste aber wegen technischer Probleme in letzter Minute abgesagt werden.

Das Raumschiff hat Versorgungsgüter und Treibstoff an Bord. Das erste Modul der Raumstation "Tiangong", die bis Ende 2022 fertig sein soll, war Anfang Mai ins All geschickt worden. Das nun gestartete Raumschiff soll dort andocken und seine Fracht automatisch verladen. Die Mission ist eine Vorbereitung für den Flug von drei Astronauten. Sie sollen im Juni vom Raumfahrtbahnhof "Jiuquan" in der Wüste Gobi starten und drei Monate an Bord des Kernmoduls der neuen Station bleiben.

Wenn die internationale Raumstation ISS in den nächsten Jahren wie geplant seinen Dienst einstellen wird, wäre China damit das einzige Land, das noch einen ständigen Außenposten im All betreibt.

19:37 Uhr

Putin unterstützt Lukaschenko mit 500 Millionen Dollar

Der Kreml unterstützt die Diktatur in Belarus mit einem Kredit in Höhe von 500 Millionen US-Dollar.

Bei einem Treffen des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin sei vereinbart worden, dass das Geld bis Ende Juni ausgezahlt werde, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Agentur Interfax. Es handele sich um die zweite Tranche eines Kredits, der noch vor der international heftig kritisierten Zwangslandung eines Passagierflugzeugs in Minsk beschlossen worden sei.

Zum Auftakt seines Besuchs hatte der belarussische Langzeitmachthaber sich am Freitag über den Druck des Westens auf sein Land beklagt. Die EU und die USA haben nach dem Vorfall mit der Ryanair-Maschine neue Sanktionen gegen Belarus verhängt. Der Kreml warf Brüssel nun vor, emotional reagiert zu haben.

19:11 Uhr

Schlagzeilen am Abend

18:57 Uhr

Frau fährt bei Rot und kracht mit Rettungswagen zusammen

Nicht umsonst werden an Straßenkreuzungen Ampeln installiert. Eine 49-jährige Autofahrerin fuhr im hessischen Rüsselsheim über eine rote Ampel in eine Kreuzung - und kollidierte dort mit einem Rettungswagen. Der Krankenwagen   wurde durch die Wucht des Aufpralls um 90 Grad gedreht und kippte anschließend um.

Die Autofahrerin und der 35 Jahre alte Fahrer des Rettungswagens sowie sein 32-Jähriger Beifahrer - die auf dem Weg zu einem Einsatz waren - kamen in Krankenhäuser. Den vermutlichen Totalschaden beim Rettungswagen schätzte die Polizei auf 260.000 Euro. Das Auto der Frau sei seit einigen Tagen nicht mehr versichert gewesen, teilte die Polizei mit. Die 49-Jährige müsse sich daher strafrechtlich verantworten.

18:13 Uhr

Junger Moto3-Pilot nach Sturz in kritischem Zustand

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Jason Dupasquier kämpft nach dem schlimmen Unfall um sein Leben.

(Foto: picture alliance/KEYSTONE)

Der Schweizer Motorrad-Pilot Jason Dupasquier wird nach seinem schweren Sturz bei der Qualifikation zur Moto3-WM in Italien auf der Intensivstation eines Florenzer Krankenhauses behandelt. Sein Zustand sei sehr kritisch, teilte der Motorrad-Weltverband FIM mit. "Im Moment wissen wir mit Sicherheit, dass er sich in einem sehr ernsten Zustand befindet", sagte FIM-Chefarzt Giancarlo de Filippo. "Wir warten auf Nachrichten aus dem Krankenhaus."

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Dupasquier wurde nach dem Sturz mit einem Hubschrauber in eine Klinik geflogen.

(Foto: picture alliance / ANSA)

Der 19-jährige Dupasquier aus dem deutschen Prüstel-Team war beim zweiten Qualifikationsrennen der Moto3-Klasse in Mugello ausgangs einer Kurve gestürzt. Widersprüchliche Aussagen gibt es, ob nachfolgende Fahrer den am Boden liegenden Schweizer getroffen haben oder ihm ausweichen konnten. Zwei Piloten stürzten ebenfalls, blieben aber unverletzt.

17:37 Uhr

Schiffsunglück in Spanien - Vermisste und Verletzte

Nach einem Schiffsunglück in einem spanischen Hafen sind zwei Männer als vermisst gemeldet worden. Das Frachtschiff "Nazmiye Ana", das unter panamaischer Flagge fährt, war am späten Freitagabend im Hafen von Castellón im Osten des Landes während der Entladung von Containern gekentert, wie die spanischen Schifffahrtsbehörden mitteilten. Drei Männer seien bei dem Unfall verletzt worden. Einer von ihnen sei schwer verletzt worden und liege in einem Krankenhaus auf der Intensivstation, hieß es.

Nach den beiden Vermissten wird es im Mittelmeer fieberhaft gesucht. An der Suchaktion beteiligten sich rund 150 Personen. Dabei werden unter anderem mehrere Taucher und auch zwei Unterwasserroboter eingesetzt. Die Ursache des Unfalls blieb vorerst unbekannt.

16:58 Uhr

Migranten aus Ärmelkanal gerettet - Nationalisten legen Lkw-Verkehr lahm

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Das sind keine Fußballfans, sondern ein paar unfreundliche Nationalisten.

(Foto: picture alliance / empics)

Heute Morgen haben britische Sicherheitskräfte etwa 25 Migranten im Ärmelkanal aufgegriffen. Schon wenige Stunden später demonstrieren im Hafenort Dover einige Dutzend Menschen dagegen. Etwa 50 Menschen schwenken englische Fahnen und zeigen Spruchbänder wie "Stoppt die Invasion" und "Verteidigt unsere Grenzen". Lastwagen, die über den Ärmelkanal nach Frankreich setzen wollten, stauen sich entlang der Fernstraße A20. Ein Mann wurde festgenommen. 

In Dover protestieren englische Nationalisten immer wieder gegen Migration. Britische Sicherheitskräfte bringen im Ärmelkanal immer wieder Boote mit mutmaßlich illegalen Migranten auf. In diesem Jahr setzten bereits mehr als 3100 Menschen illegal vom Kontinent nach Großbritannien über - doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

15:59 Uhr

Stephan Weil als Chef der Niedersachsen-SPD wiedergewählt

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil ist mit sehr großer Mehrheit als SPD-Landesvorsitzender wiedergewählt worden. Auf dem Landesparteitag in Hildesheim erhielt Weil 96,95 Prozent der Delegiertenstimmen. Zum fünften Mal wurde Weil damit zum SPD-Landeschef gewählt.

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Stephan Weil bleibt SPD-Chef von Niedersachsen.

(Foto: imago images/Michael Matthey)

"Dieser Parteitag ist ein Zeichen des Aufbruchs", sagte Weil und unterstrich den Führungsanspruch der SPD. "Wir sind mehrheitsfähig und werden das auch beweisen." Die anstehende Bundestagswahl bezeichnete Weil trotz magerer Umfragewerte für die SPD als ein offenes Rennen. "Die anderen haben auch ihre Probleme."

15:12 Uhr

Shisha-Bar-Gäste prügeln bei Corona-Kontrolle auf Polizisten ein - drei Verletzte

Rund 40 Menschen feierten heute Nacht in einer Shisha-Bar in Leipzig, was wegen Corona eigentlich verboten ist. Als die vom Ordnungsamt alarmierte Polizei eintraf, wurden die Beamten angegriffen. Drei Polizisten wurden verletzt, zwei von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Die Angreifer hätten erst von einem bereits am Boden liegende Beamten abgelassen, als ein weiterer Polizist einen Warnschuss abgegeben habe, teilte die Polizei mit.

Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Nach Verdächtigen wird gefahndet.

14:00 Uhr

Schichtwechsel

Sabine Oelmann verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend, ich übernehme ihren Platz in der Redaktion. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, ich wünsche Ihnen einen schönen und entspannten Nachmittag!

13:33 Uhr

Recherche in Swingerclub mit laufendem Aufnahmegerät

Bei laufendem Aufnahmegerät hat eine dänische Journalistin in einem Swingerclub Sex gehabt und mit ihrer Reportage für Aufsehen gesorgt. Louise Fischer vom Sender Radio 4 berichtete über die Wiedereröffnung des Clubs nahe der Hauptstadt Kopenhagen, nachdem Corona-Maßnahmen gelockert worden waren. In dem ausgestrahlten Bericht sind eindeutige Sexgeräusche zu hören, als Fischer während des Geschlechtsverkehrs ihren Partner interviewt.

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Eine vertrauensvolle Atmosphäre bei der Recherche ist wichtig. Man kann es aber auch übertreiben ...

(Foto: picture alliance / dpa)

"Die Swinger-Szene ist sehr verschlossen", sagte Fischer der Zeitung "Jyllands-Posten" zur Begründung. Deshalb habe sie eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen wollen. Ihre Programmchefin Tina Kragelund lobte den Einsatz. "Ich finde es cool, wenn unsere Reporter damit experimentieren, Journalismus auf andere Weise zu machen", sagte Kragelund dem Blatt. Der Sender hatte Fischer vorher grünes Licht gegeben, selbst aktiv zu werden - wenn sie es selbst wolle. "Wir sind tiefer in eine Szene eingestiegen, als wir es getan hätten, wenn wir sie nur von außen betrachtet hätten", so Fischer. Die Reporterin sagt, die große Mehrheit der Rückmeldungen sei positiv gewesen. Einige Journalisten kritisierten jedoch, Fischer habe eine Linie überschritten.

13:00 Uhr

Die Schlagzeilen zum Mittag

12:45 Uhr

Junge Juden überlegen, Deutschland zu verlassen

Das ist kein gutes Zeugnis für Deutschland: Nach einer Vielzahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland spielen nach Angaben der frühen Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland vor allem jüngere Juden mit dem Gedanken, das Land zu verlassen. "Die ständigen antisemitischen Vorfälle beschäftigen vor allem jüngere Menschen, die eine Familie gründen oder sich eine Existenz aufbauen", sagte Charlotte Knobloch dem "Münchner Merkur". "Sie stellen sich die Frage, ob sie weiterhin hier leben wollen."

Sie überlegten, ob sie nach Israel auswandern sollten - "oder in irgendein anderes europäisches Land, in dem diese Dinge nicht so im Vordergrund stehen", sagt die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) München und Oberbayern. Antisemitismus sei nicht in Deutschland erfunden worden, so die 88 Jahre alte Holocaust-Überlebende, es gebe ihn überall in Europa. «Er ist nie besiegt worden, das war klar. Aber ich habe nie geglaubt, dass Antisemitismus in dieser Form wieder auftritt und bei Demonstrationen der Hass gegen jüdische Menschen und den Staat Israel unter großem Beifall der Anwesenden hinausgeschrien wird."

12:32 Uhr

Weitere Vergewaltigungsvorwürfe gegen Marilyn Manson

Eine weitere Frau hat Vergewaltigungsvorwürfe gegen US-Schock-Rocker Marilyn Manson erhoben. In einer am Freitag bekannt gewordenen Klage wirft die anonyme Frau dem Musiker vor, sie vergewaltigt und wiederholt sexuell missbraucht zu haben. Zudem habe er ihr ein Video gezeigt, in dem zu sehen gewesen sei, wie er eine junge Anhängerin an einen Stuhl fesselte, demütigte und zwang, Urin zu trinken. Ein Vertreter Mansons wies die Vorwürfe zurück und erklärte, bei dem Video habe es sich um einen nach Drehbuch gedrehten Kurzfilm mit einer erwachsenen Schauspielerin gehandelt, der letztlich nicht veröffentlicht worden sei.

Ende April hatte die britische Schauspielerin Esme Bianco Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfe gegen Manson erhoben. Mansons Anwalt hatte die Anschuldigungen als "nachweislich falsch" zurückgewiesen. Anfang Februar hatten bereits die US-Schauspielerin Evan Rachel Wood und mehrere weitere Frauen schwere Missbrauchsvorwürfe gegen Manson erhoben. Der Musiker hatte diese Anschuldigungen ebenfalls zurückgewiesen und von einer "fürchterlichen Verzerrung der Realität" gesprochen. Mansons Plattenfirma trennte sich wegen der Vorwürfe von dem Rocker.

11:56 Uhr

Esken: "Das heißt ganz klar ohne CDU"

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Saskia Esken

(Foto: imago images/Future Image)

Die Bundesvorsitzende der SPD, Saskia Esken, sieht derzeit keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU. Mit Blick auf die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die Bundestagswahl sagt sie im Nachrichtenradio MDR Aktuell (Halle), die CDU sei nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern auch im Bund ohne Orientierung, ohne jeden Kompass. In der Partei stünden wichtige Richtungsentscheidungen an, die noch nicht ausgestanden seien. So sei die Haltung der CDU zur AfD nach wie vor unklar. Die SPD strebe im Bund eine progressive Regierung an. "Das heißt ganz klar ohne CDU", so Esken. Nach Ansicht der SPD-Vorsitzenden sind die Leistungen der Sozialdemokraten in den Koalitionen auf Landes- und Bundesebene zu wenig sichtbar geworden.

In Halle will die SPD-Chefin am Samstag an Aktionen des Bündnisses #unteilbar Sachsen-Anhalt teilnehmen. Der Zusammenschluss aus Initiativen, Vereinen, Gewerkschaften und Privatpersonen engagiert sich gegen Rechtsextremismus und für eine demokratische, solidarische und vielfältige Gesellschaft.

11:37 Uhr

VW-Betriebsratschefin Cavallo will "neue Flexibilität nicht überstrapazieren"

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Daniela Cavallo, Nachfolgerin des VW-Betriebsratschefs und Aufsichtsratsmitglieds Bernd Osterloh

(Foto: picture alliance/dpa/VW-Betriebsrat)

Mobile Arbeit und Homeoffice dürften vielen VW-Beschäftigten nach Corona erhalten bleiben - Betriebsratschefin Daniela Cavallo will die neue Flexibilität aber nicht überstrapazieren. "Viele finden das Arbeiten von zu Hause aus gut", sagt sie zu Vereinbarungen, außerhalb der Produktion möglichst viele Aufgaben aus der Distanz zu erledigen. Man spüre jedoch Grenzen: "Sehr viele sagen auch klar, sie würden gern wieder ins Büro gehen und die Kolleginnen und Kollegen nicht nur über Videokonferenzen sehen, sondern endlich wieder auch direkten Austausch haben."

Umgekehrt müssten flexible Schichtmodelle in die Fertigung gelangen. Sie ist auch der Ansicht, dass bei der Förderung von Frauen für Spitzenposten mehr getan werden kann. Der Schutz an den Arbeitsplätzen habe weiter Vorrang. Überlegungen von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Homeoffice-Pflichten bald zu lockern, findet Cavallo noch verfrüht: "Ich halte nichts davon, jetzt kurzfristig vor dem Sommerurlaub schon wieder alle ins Unternehmen zurück zu holen." Wer aber dauerhaft von zu Hause aus arbeitet, braucht mehr als einen kleinen Laptop-Bildschirm und improvisierten Arbeitsplatz. Dies sei eine Bringschuld des Arbeitgebers. Beim größten europäischen Autokonzern dürften einige Veränderungen der Arbeitswelt nach der Pandemie Bestand haben.

11:18 Uhr

Mahnwache zur Erinnerung an Tiananmen-Massaker verboten

Die Mahnwache in Hongkong zur Erinnerung an die Niederschlagung der chinesischen Protestbewegung auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens 1989 darf auch diese Jahr nicht stattfinden. Die Veranstalter teilen mit, sie seien mit ihrem Antrag zur Aufhebung eines polizeilichen Verbots vor einer Berufungskommission gescheitert. Bereits 2020 war die jährliche Mahnwache verboten worden. Wie auch damals begründeten die Behörden die Maßnahme mit der Coronavirus-Ansteckungsgefahr und einer "ernsten Bedrohung für das Leben und die Gesundheit aller Bürger". Das Hongkonger Sicherheitsbüro warnte in einer Erklärung ausdrücklich davor, an illegalen Versammlungen teilzunehmen oder gegen das sogenannte Sicherheitsgesetz zu verstoßen.

Die Regierung in Peking hatte das Gesetz trotz internationaler Kritik als Reaktion auf Massenproteste der Demokratiebewegung in Hongkong erlassen. Es gilt als massivster Einschnitt in die Autonomie der ehemaligen britischen Kronkolonie, die ihr bei der Übergabe an China 1997 nach dem Prinzip "Ein Land - zwei Systeme" für mindestens 50 Jahre zugesagt worden war. Westliche Staaten werfen China vor, Bürgerrechte in Hongkong auszuhöhlen und die Demokratiebewegung mundtot machen zu wollen.

10:51 Uhr

Baerbock, Laschet und die Fliehkräfte nach Rechts

SPD und Grüne fordern im Landtagswahlkampf von Sachsen-Anhalt von der CDU eine klare Abgrenzung gegen die AfD. Die CDU habe da keinen klaren Kurs, so SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil. Er fordert Parteichef Armin Laschet auf zu handeln. "Mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist das brandgefährlich. Dort betreiben relevante Teile der CDU eine Anbiederung an die AfD und haben sie damit stärker gemacht." Auch die Grünen-Vorsitzende und Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock warf der CDU in Sachsen-Anhalt Unzuverlässigkeit im Einstehen für die Demokratie vor. "Ministerpräsident Haseloff bemüht sich da redlich. Aber er hat seine Partei offensichtlich nicht komplett hinter sich, die Fliehkräfte nach Rechts sind enorm", sagt sie der "Mitteldeutschen Zeitung". Einige CDU-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt hatten etwa 2019 eine "Denkschrift" herausgegeben, in der gefordert wurde, "das Soziale wieder mit dem Nationalen" zu versöhnen. Es kam auch vor, dass große Teile der CDU gegen ihre Koalitionspartner und mit der AfD stimmten.

"Armin Laschet müsste diesen rechten Gedankenspielen in seiner Partei einen Riegel vorschieben, aber er ist als CDU-Kanzlerkandidat zu schwach und schweigt lieber", sagt Klingbeil. Das habe etwa die Bundestagskandidatur des erzkonservativen Ex-Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen für die CDU in Südthüringen gezeigt. Baerbock begründet ihre Sicht damit, dass die Landes-CDU im Dezember die Erhöhung des Rundfunkbeitrags verhindert hatte. Die CDU-Führung macht allerdings seit langem Front gegen die AfD: Die Partei hat einen Beschluss gefasst, der jede Zusammenarbeit mit den Parteien AfD und Linke verbietet.

10:30 Uhr

Müller: Lieferkettengesetz europaweit regeln

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Minister Gerd Müller

Ein wichtiger Schritt für eine gerechte Globalisierung: Nach der Einigung der großen Koalition auf ein Lieferkettengesetz hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller eine ähnliche europaweite Regelung gefordert. "Die Europäische Union sollte nun auf Grundlage der deutschen Regelung einen Vorschlag für die Einhaltung der Menschenrechte in allen europäischen Lieferketten machen", so Müller in der "Augsburger Allgemeinen". Union und SPD hatten sich am Donnerstag nach langem Streit auf den Entwurf für das Lieferkettengesetz verständigt. Es soll noch in der laufenden Legislaturperiode vom Bundestag beschlossen werden. Gelten soll das Gesetz ab 2023 für Unternehmen mit mehr als 3000 Beschäftigten in Deutschland, ab 2024 dann auch für Firmen ab 1000 Beschäftigten.

Mit dem Gesetz drohen hohe Strafen, wenn die Unternehmen ihren menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in den Lieferketten nicht nachkommen. Eine zivilrechtliche Haftung gibt es nicht. Müller bezeichnete das Lieferkettengesetz in der "Augsburger Allgemeinen" als "Meilenstein zur Durchsetzung der Menschenrechte in globalen Lieferketten".

09:36 Uhr

Zeitverschiebung oder Tiefschlaf? Harry erfährt als Letzter von Philips Tod

Kann man sich das vorstellen? Eigentlich nicht: Prinz Harry bekam von Prinz Philips Tod zunächst nichts mit - mehrmals soll die US-Botschaft erfolglos versucht haben, den Enkel über den Tod seines Großvaters zu informieren. Schließlich musste die Polizei anrücken. Lag es daran, dass ihn seine neuen Aufgaben in den USA so sehr ausfüllten, dass er die Nachrichten aus seiner Familie derart ignorierte? Lag Prinz Philip nicht selbst für den größten Royal-Hater seit Tagen ersichtlich im Sterben? Und sein eigener Enkel schaltet das Handy auf Flightmodus?

Als Enkel von Prinz Philip gehört der 36 Jahre alte Prinz zu einer der ersten Personen, die im April dieses Jahres über den Tod des Prinzgemahls informiert wurden. Doch wie "TMZ" in Erfahrung gebracht haben will, soll Harry mehrere Anrufe der US-Botschaft gar nicht mitbekommen haben. Als der Vertreter der Botschaft zum wiederholten Male erfolglos anrief, schaltete er schließlich die Polizei von Santa Barbara mit der Bitte ein, zu dem Anwesen in Montecito zu fahren und Prinz Harry die traurige Nachricht persönlich auszurichten. Zudem wurde Harry gebeten, sich im Anschluss bei der Botschaft zu melden. Es sollte demnach um jeden Preis vermieden werden, dass der Royal erst aus den Medien vom Tod seines Großvaters erfährt.

10:12 Uhr

Wann wird's mal wieder richtig Sommer? Heute vielleicht?

Schon klar, noch ist Frühling, aber das hat das Wetter in den letzten Jahren ja auch nicht interessiert und sich extrem sommerlich verhalten. Nur 2021 eben nicht, diesem Jahr, in dem alles etwas schleppender anläuft vielleicht. Nur, um dann so richtig durchzustarten? Doch sehen Sie selbst.

09:16 Uhr

Ist Ostdeutschland diktatursozialisiert?

Diese Frage wirft der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), in den Raum, denn er sieht bei Menschen in Ostdeutschland eine stärkere Neigung zur Wahl rechtsradikaler Parteien als im Westen. "Wir haben es mit Menschen zu tun, die teilweise in einer Form diktatursozialisiert sind, dass sie auch nach dreißig Jahren nicht in der Demokratie angekommen sind", sagte Wanderwitz im "FAZ-Podcast für Deutschland". Ein Teil der Bevölkerung habe "gefestigte nichtdemokratische Ansichten". Nach seiner Einschätzung sei ein geringer Teil der AfD-Wähler "potenziell rückholbar". Es bleibe nur Bildungsarbeit und das Hoffen "auf die nächste Generation". Die CDU dürfe sich nicht von der AfD treiben lassen und müsse sich auf den politischen Wettbewerb mit anderen Parteien fokussieren, forderte Wanderwitz.

09:03 Uhr

New York baut Obdachlosenheim in Luxuswohngegend

New York - Melting Pot (Schmelztiegel) macht seinem Untertitel mal wieder Ehre: Ein Obdachlosenheim darf inmitten einer Luxuswohngegend gebaut werden. Dieses Vorhaben darf die Stadt New York nach einem mehrjährigen Rechtsstreit umsetzen. Die Unterkunft für rund 150 Obdachlose im Bereich der sogenannten "Billionaire's Row" (Reihe der Milliardäre) in Manhattan dürfe entstehen, urteilt ein Berufungsgericht. Gegen das Vorhaben hatten Anwohner des Nobelviertels geklagt. Ein Obdachlosenheim in ihrer Umgebung sei ein "Sicherheitsrisiko", argumentierten sie. Dies wies das Berufungsgericht nun zurück.

Entstehen soll die Obdachlosenunterkunft im ehemaligen Park Savoy Hotel in der Nähe des berühmten Central Park. In der von luxuriösen Wolkenkratzern geprägten Gegend um die West 58th Street in Manhattan leben zahlreiche Prominente. Laut den Plänen der New Yorker Regierung soll das geplante Obdachlosenheim Unterkünfte für Menschen bieten, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen oder aktiv nach Arbeit suchen. Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hatte das Vorhaben 2018 verkündet. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich das Problem der Obdachlosigkeit in New York noch verschärft.

08:18 Uhr

Lena Odenthal ermittelt bei der Bundeswehr

Es ist ihr 75. Fall, und die Dreharbeiten finden inmitten von bedrohlich brummenden Panzern, salutierenden Soldaten und umringt von Kasernengebäuden der Deutsch-Französischen Brigade im südbadischen Müllheim statt. Die Panzer hätten ihr dabei eine Heidenangst eingejagt, sagt Schauspielerin Ulrike Folkerts während des dritten und letzten Drehtags. "Horror", benennt es die 60-Jährige, um genau zu sein. In der SWR-Produktion geht es um den grausamen Mord - aus Frauenhass? - an einer Investmentbankerin. "Femizid ist ein wahnsinnig wichtiges Thema", sagt Folkerts. "Das ist schon harter Tobak (...)."

Die Bundeswehr habe sich dankenswerterweise bereit erklärt, das Filmteam in der Kaserne zu empfangen. "Wenn wir versuchen würden, die Bundeswehr nachzustellen, wir würden kläglich scheitern." 20 Militärfahrzeuge waren für den Dreh im Einsatz, darunter ein gepanzertes Transportkraftfahrzeug einschließlich 40-mm-Maschinengranatwerfer. Dazu boten sich 35 Mitglieder der deutsch-französischen Brigade als Komparsen an. Damit auch bei den unechten Soldatinnen und Soldaten das Grüßen, die Haltung und die Art zu sprechen möglichst realistisch wirken, wurden sie eigens geschult. Die Bundeswehr sieht den Dreh in ihren Reihen als eine Möglichkeit, zum Thema Gleichberechtigung ein positives Signal zu senden.

07:51 Uhr

Die Rente ist sicher - wirklich?

Deutschlands höchstes Finanzgericht will am kommenden Montag zwei Urteile zur Rentenbesteuerung mit potenziell großen Auswirkungen auf die Staatskasse verkünden. Dabei geht es um die Frage, ob der Bund bei der noch bis 2040 laufenden schrittweisen Umstellung der Rentenbesteuerung zu Lasten der Rentner zu viel kassiert.

Eine Tendenz hatte der X. Senat des Bundesfinanzhofs in München bei den mündlichen Verhandlungen vor knapp zwei Wochen nicht erkennen lassen. Mit Spannung erwartet wird eine Antwort auf die Fragen, ob die beiden klagenden Rentner - zwei von 20 Millionen - zumindest in Teilen Recht bekommen und ob der Bundesfinanzhof Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der derzeitigen Regeln hat. Dann könnte die Rentenbesteuerung erneut ein Fall fürs Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe werden. Den beiden Klägern geht es um Übergangsphase, der ehemalige Zahnarzt und ein früherer Steuerberater werden vom Bund der Steuerzahler unterstützt.

07:29 Uhr

Abschied von der Zigarette - es lohnt sich

So ein Wochenende bietet sich an, mal etwas Neues auszuprobieren, zum Beispiel mit dem Rauchen aufzuhören. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek ermuntert Raucherinnen und Raucher in Deutschland, sich von der Zigarette zu verabschieden. "Aufhören lohnt sich: Der Körper regeneriert sich wieder", so die CDU-Frau anlässlich des bevorstehenden Weltnichtrauchertags am Montag.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Zehn Jahre nach dem Rauchstopp hat sich das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, im Durchschnitt wieder halbiert - Jüngere profitieren sogar deutlich mehr. Das Risiko, an anderen tabakbedingten Krebsarten zu erkranken, lässt sich schon nach einigen Jahren erheblich senken. Das Rauchen sei ein "nicht zu unterschätzender - und ein vermeidbarer - Krebsrisikofaktor", mahnt die Ministerin. Allein rund 19 Prozent aller Krebsneuerkrankungen gingen hierzulande auf Tabakkonsum zurück. In diesem Zusammenhang appellierte Karliczek an die Bürgerinnen und Bürger, "alle Vor- und Nachsorgetermine" wahrzunehmen. "Diese Untersuchungen sind trotz Corona für Ihre Gesundheit von äußerster Wichtigkeit. Schieben Sie die Termine wegen der Pandemie bitte nicht auf", sagte die Ministerin.

07:15 Uhr

Unsere neuen Freiheiten - aber Maske und Abstand bleiben

Nach Einschätzungen von Experten werden sich die Menschen nach den Lockerungen der Corona-Maßnahmen an ihre zurückgewonnenen Freiheiten erst wieder gewöhnen müssen. "Sich von den neuen Gewohnheiten und Regeln jetzt wieder zu lösen, fällt vielen schwer", sagt Simone Dohle, Gesundheits- und Sozialpsychologin an der Uni Köln. Maske tragen, Abstand halten, zuhause arbeiten - die neu gewonnenen Routinen hätten uns ein Gefühl von Sicherheit gegeben. "Es war ein Anker, der geholfen hat, durch die Unsicherheiten zu kommen." Einige Verhaltensweisen bleiben zudem auch nach der Pandemie ratsam. "Wenn man selbst Zeichen einer Erkältung hat, ist es durchaus sinnvoll, auch in Zukunft eine Maske aufzuziehen, um andere zu schützen", sagt Jörg Timm, Direktor des Instituts der Virologie am Universitätsklinikum Düsseldorf. Auch regelmäßiges Händewaschen und das Einhalten der Husten-Etikette sollten nach der Pandemie beibehalten werden.

06:55 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen, Wochenende! Und der Monat Mai ist fast geschafft. Korrekt, Mai, nicht April, aber heute, da beginnt der Sommer, versprochen! Sollte ich mich irren, schreiben Sie mir unter sabine.oelmann@nama.de, denn ich begleite Sie durch den Tag bis 14 Uhr, dann kommt die Ablöse (keine Summen an dieser Stelle!). Falls auch Sie noch nicht ganz wach sind, empfehle ich das Finale von "Let's dance" in der Mediathek, da dürfte Ihnen warm ums Herz werden und Lust auf Bewegung entstehen. Ansonsten könnte Folgendes wichtig werden an diesem 29. Mai 2021:

  • Wir schauen weiterhin in Richtung Belarus nach der Inhaftierung des regierungskritischen Bloggers Roman Protassewitsch und halten Sie in Sachen Luftverkehr auf dem Laufenden.

  • Die bereits erwähnte Frühlingsluft an diesem Wochenende stellt uns vor die Frage: Maske ab und raus? Na klar, aber an die Lockerungen müssen wir uns erst noch gewöhnen - daher: Welche Maßnahmen können uns auch in Zukunft nützen?

  • Die Personalnot in der Altenpflege ist groß - doch wie viele Betriebe bilden aus und wie soll sich die Ausbildung entwickeln? Die Bundesregierung antwortet auf eine Anfrage der Linksfraktion.

  • Ist zwar erst um 21 Uhr, aber einige werden es kaum erwarten können: Das Champions-League-Finale zwischen Manchester City und FC Chelsea.

  • Nicht nur die Biergärten und Restaurants öffnen sich dem Publikum, auch die Kultur: Zum Beispiel eröffnet heute die Elbphilharmonie mit dem Konzert "Song of America: A Celebration of Black Music.

Kommen Sie gut in den Tag!

06:18 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht

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