Samstag, 09. Januar 2021Der Tag

mit Hedviga Nyarsik
Hedviga Nyarsik
22:31 Uhr

Das war Samstag, der 9. Januar 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

Indonesien sucht nach dem vermissten Flugzeug mit mehr als 60 Menschen an Bord. Ein Absturz kann bislang noch nicht bestätigt werden - aber die Zeichen stehen schlecht: Rettungskräfte finden Trümmerteile im Meer. In Spanien ist derweil das Schnee-Chaos ausgebrochen. Seit den 1970er Jahren gab es dort wohl nicht mehr so heftige Schneefälle. Vier Menschen sind bereits ums Leben gekommen. Über den Atlantik löst die Erstürmung des Kapitols heftige Nachwehen aus. Rufe nach einer Absetzung Trumps werden immer lauter. Immerhin kann die US-Polizei mehrere Plünderer festnehmen.

Bevor ich Sie nun in eine hoffentlich erholsame Nacht entlasse, möchte ich Ihnen noch folgende Lektüre ans Herz legen:

Das war's von mir. Morgen Nachmittag bin ich wieder für Sie da. Bis dahin wünsche ich Ihnen ein angenehmes Restwochenende und eine gute Nacht!

22:03 Uhr

Massiver Stromausfall: In pakistanischen Großstädten gehen die Lichter aus

In mehreren pakistanischen Städten ist aus noch ungeklärter Ursache der Strom ausgefallen. Das Stromnetz der staatlichen Netzgesellschaft sei betroffen, wie das Büro der Stadtverwaltung in der Hauptstadt Islamabad bekannt gab. Tausende Nutzer sozialer Netzwerke berichteten von Stromausfällen in den großen Städten Pakistans, darunter auch Lahore und Karachi.

21:35 Uhr

Österreichische Ministerin tritt nach Plagiatsvorwürfen zurück

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Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher weist alle Vorwürfe zurück.

picture alliance/dpa/APA

Die österreichische Familien- und Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) tritt wegen Plagiatsvorwürfen zurück. Sie begründete ihren Schritt mit einer Vorverurteilung durch "die Medien und die politischen Mitstreiter". Zuvor waren Vorwürfe laut geworden, dass Aschbacher Teile ihrer wissenschaftlichen Arbeiten kopiert hatte, ohne die Quellen ordentlich auszuweisen. Die 37-Jährige wies die Vorwürfe des als "Plagiatsjäger" bekannten Sachverständigen Stefan Weber strikt zurück. Sie trete zurück, um ihre Familie vor Anfeindungen und Beleidigungen zu schützen. Wer der Politikerin nun nachfolgen wird, steht noch nicht fest.

20:42 Uhr

Polizei nimmt Mann mit Hörnern nach Sturm aufs Kapitol fest

Bei der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump stach einer der Eindringlinge besonders ins Auge: Bilder des Mannes mit dem Kopfschmuck aus Fell und Hörnern, dem angemalten Gesicht, dem nackten Oberkörper und dem Speer mit US-Flagge in der Hand gingen um die Welt. Heute wurde Jacob C. aus Arizona festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft in Washington mitteilte. Bereits am Freitag sei Adam J. aus Florida von der Polizei aufgegriffen worden - er soll das Rednerpult der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses im Kapitol entwendet haben. Auch ein Mitglied des Abgeordnetenhauses des Bundesstaats West Virginia, Derrick E., sei festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, den drei Männern werde vor einem Bundesgericht illegales Eindringen in ein besonders gesichertes Gebäude sowie gewaltsames Eindringen und ungebührliches Verhalten auf dem Gelände des Kapitols zur Last gelegt. Adam J. (36) müsse sich zusätzlich wegen des Vorwurfs des Diebstahls von Regierungseigentum verantworten.

20:01 Uhr

16-Jähriger überschlägt sich mit Traktor und stirbt

Tragischer Unfall in Bayern: Ein 16-Jähriger hat sich mehrmals mit seinem Traktor überschlagen und ist gestorben. Der junge Mann habe den Hang bei Erkheim (Landkreis Unterallgäu) hinunterfahren wollen, teilte ein Polizeisprecher mit. Das Gelände sei dafür jedoch zu steil gewesen. Der Jugendliche starb am Nachmittag noch an der Unfallstelle.

19:35 Uhr

Gerüchte um Kanzlerkandidatur: Spahn will "nur" CDU-Vize werden

Gesundheitsminister Jens Spahn hat erneut Berichte zurückgewiesen, er sondiere seine Chancen als Kanzlerkandidat der Union. Der "Welt am Sonntag" sagte Spahn auf die Frage, ob er als Kanzlerkandidat antrete: "Nein, ich trete als stellvertretender Vorsitzender der CDU an." Vor dem CDU-Parteitag spreche er mit vielen in der CDU. Dabei werbe er für Armin Laschet als Parteichef und ihn als Team. "Und natürlich kommen dabei auch mal Themen zur Sprache, die in der Partei und der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die Frage, wer die Union in die nächste Wahl führt, gehört dazu. Aufgeworfen habe ich diese Diskussion nicht", betonte Spahn.

Mehrere Zeitungen hatten berichtet, Gesundheitsminister Spahn, der Laschet seit Februar unterstützt und im Falle von dessen Wahl zum Vorsitzenden Parteivize werden soll, habe seine Chancen auf eine eigene Kanzlerkandidatur sondiert.

19:03 Uhr

Gewaltige Explosion an Gasleitung erschüttert ukrainische Stadt

In der Zentralukraine ist es an einer Gasleitung zu einer gewaltigen Explosion gekommen. Augenzeugen veröffentlichten am Samstag Videos, die einen großen Feuerball am Himmel zeigten. Nach Berichten ukrainischer Medien gab es zunächst keine Opfer. Der Netzbetreiber Ukrtransgaz bestätigte den Vorfall und warnte Anwohner rund um die Stadt Lubny, dass es zu Unterbrechungen bei der Gasversorgung kommen könnte. Auswirkungen auf den Gastransport nach Europa soll es den Berichten zufolge nicht geben. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden zunächst 40 Feuerwehrleute zu dem Brandort geschickt. Weshalb es zu der Explosion kam und was genau brannte, ist zunächst unklar. Für Bewohner umliegender Dörfer bestand laut den Behörden keine Gefahr. Lubny liegt 260 Kilometer südöstlich von der Hauptstadt Kiew entfernt.

18:25 Uhr

Mann soll ältere Nachbarin ausgeraubt und ermordet haben

Ein 43-Jähriger soll seine 66-jährige Nachbarin im Landkreis Tübingen beraubt und umgebracht haben. Der Mann sei heute unter Mordverdacht in Untersuchungshaft gekommen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Er lebe in einer anderen Wohnung im selben Haus in Rottenburg am Neckar als Betreuer einer pflegebedürftigen Seniorin.

"Schon in der Vergangenheit soll er von der Frau Geld verlangt und sie entsprechend bedrängt haben", hieß es in der Mitteilung. Die Polizei habe den 43-Jährigen am späten Freitagabend in seiner Wohnung festgenommen. Der Tatverdächtige habe keinen Widerstand geleistet, äußere sich zu den Vorwürfen bislang allerdings nicht.

18:07 Uhr

Schlagzeilen am Abend

17:27 Uhr

Meterhohe Flammen: Sieben Menschen sterben bei Wohnhausbrand

Meterhohe Flammen schlugen aus dem Gebäude: Bei einem Wohnhausbrand in Russland sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Ihre Leichen seien bei den Löscharbeiten im Dorf Borowski - etwa 1700 Kilometer östlich von Moskau - gefunden worden, teilten russische Behörden mit. Ein Mensch wurde demnach verletzt. Der zuständige Gouverneur sprach von einer "schrecklichen Katastrophe". Weshalb es zu dem verheerenden Feuer kam, war zunächst unklar. In Russland war es zuletzt zu vielen Bränden mit mehreren Toten gekommen. So starben in der Nacht zum Samstag vier Menschen in einem brennenden Wohnhaus nahe der nordrussischen Hafenstadt Archangelsk.

16:51 Uhr

Grüne wollen Recht auf Homeoffice mit Bußgeldern durchsetzen

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt fordert ein Recht auf Homeoffice für Arbeitnehmer samt Bußgeldern für uneinsichtige Firmen. "Wir brauchen eine Corona-Arbeitsschutzverordnung, die Unternehmen verpflichtet, überall dort, wo es möglich ist, Homeoffice jetzt auch anzubieten", sagte Göring-Eckardt der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Wo Arbeitgeber uneinsichtig seien und ohne Grund Präsenz am Arbeitsplatz einforderten, müsse "mit Bußgeldern Druck gemacht" werden. Die Bundesregierung habe eine klare Verantwortung und die rechtliche Möglichkeit, bundeseinheitliche Regeln zu erlassen.

Bund und Länder hatten nach ihren Beratungen am Dienstag die Arbeitgeber "dringend gebeten", großzügige Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz "Wir bleiben zuhause" umsetzen zu können. Auf Twitter setzte eine Debatte ein unter dem Schlagwort #MachtBueroszu. Nutzer erzählen etwa Geschichten aus ihrem Alltag über eine Präsenzpflicht und dass sie dann mit der U-Bahn ins Büro fahren müssen, trotz der hohen Corona-Neuinfektionszahlen.

16:17 Uhr

Drei Menschen sterben bei Schneesturm in Spanien

Durch den heftigen Schneesturm "Filomena" sind in Spanien drei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte Innenminister Fernando Grande-Marlaska mit, ohne Einzelheiten zu nennen. Der Innenminister sprach von "extrem schwierigen" Wetterbedingungen.

"Filomena" ging mit den heftigsten Schneefällen einher, die in Spanien seit 1971 verzeichnet wurden. Für fünf Regionen im Zentrum des Landes einschließlich Madrid wurde heute die höchste Alarmstufe ausgerufen. Der internationale Barajas-Flughafen der spanischen Hauptstadt wurde geschlossen.

15:37 Uhr

"Gestört, verwirrt, gefährlich": Pelosi will Trump strafrechtlich verfolgen

Geht Donald Trump als erster US-Präsident in die Geschichte ein, der sich gleich zwei Amtsenthebungsverfahren stellen musste? Die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, setzt zumindest alles daran und fordert nun auch strafrechtliche Konsequenzen für den abgewählten US-Präsidenten der Unruhen am Kapitol. "Leider ist die Person, die die Exekutive führt, ein gestörter, verwirrter, gefährlicher Präsident der Vereinigten Staaten", sagte die Top-Demokratin in einem vorab veröffentlichten Auszug eines Interviews des Senders CBS. "Und es sind nur noch ein paar Tage, bis wir vor ihm geschützt werden können. Aber er hat etwas so Schwerwiegendes getan, dass er strafrechtlich verfolgt werden sollte."

14:54 Uhr

Rettungsteams finden Trümmer des vermissten indonesischen Flugzeugs im Meer

Das in Indonesien vermisste Passagierflugzeug ist mutmaßlich kurz nach dem Start ins Meer gestürzt. Rettungsteams seien im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen, gab die indonesische Such- und Rettungsagentur bekannt. "Die Position der Maschine wird zwischen Laki Island und Lancang Island vermutet", sagte der Chef der Behörde, Bambang Suryo Aji. Die beiden Inseln sind Teil der Gruppe Thousand Islands vor der Küste von Java. Es seien mehrere Trümmerstücke gefunden worden, die eventuell von dem Flugzeug stammen. Nach Angaben des Verkehrsministeriums befanden sich 62 Menschen an Bord der Boeing 737-500. Der Kontakt zu der Maschine der indonesischen Billig-Airline Sriwijayawar war vier Minuten nach dem Start vom internationalen Hauptstadtflughafen Soekarno-Hatta abgebrochen. Sie war auf dem Weg zur Insel Borneo.

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14:27 Uhr

Lastwagen rollt Berg hinunter und kracht in Haus

Ein 23 Tonnen schwerer Lastwagen voller Biomüll ist in der Oberpfalz einen Berg hinuntergerollt und in ein Haus gekracht. Der Fahrer habe wegen eines technischen Defekts im Gefälle in Bad Kötzting anhalten müssen, teilte die Polizei mit. Gemeinsam mit seinem Beifahrer habe der 61-Jährige die Batterie des Fahrzeugs begutachtet, als sich der Wagen plötzlich selbstständig machte.

"Der Fahrer wollte noch in das Führerhaus aufspringen, um den Lkw anzuhalten", hieß es. Er wurde abgeworfen und erlitt leichte Schürfwunden. Nach 100 Metern Fahrt bergab kollidierte der Müllwagen mit einem geparkten Auto und schob es in das Haus. Das Auto wurde dabei komplett zerstört, in der Hausmauer entstand ein vier Quadratmeter großes Loch. Der Schaden liegt bei etwa 125.000 Euro.

14:07 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Vivian Micks hat sich in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Ab sofort versorge ich Sie bis in den späten Abend mit den wichtigsten Nachrichten aus aller Welt. Mein Name ist Hedviga Nyarsik. Bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie mir gerne eine E-Mail unter hedviga.nyarsik[at]nama.de.

13:56 Uhr

Chaos in Spanien: Madrid versinkt im Schnee

Spaniens Hauptstadt verschwindet unter einer dichten Schneedecke: In Madrid haben die schwersten Schneefälle seit 50 Jahren für Verkehrschaos gesorgt. Der Flughafen der spanischen Hauptstadt musste am Freitagabend aus Sicherheitsgründen geschlossen werden. Auch andere Teile Spaniens sind betroffen: Der spanische Wetterdienst Aemet rief für das Zentrum des Landes die Alarmstufe rot aus. Die Regionen Madrid, Castilla-La Mancha (Zentrum) und Valencia (Osten) waren am stärksten von den Schneefällen betroffen. Für Samstag wurden laut Aemet in der Hauptstadt und in der zentralen Hochebene des Landes durchschnittlich weitere 20 Zentimeter Schnee erwartet, in den höchsten Lagen könnten demnach sogar bis zu 50 Zentimeter fallen. Auf mehr als 400 Straßen war der Verkehr gestört, Hunderte Auto- und Lastwagenfahrer strandeten wegen der Wettersituation auf Rastplätzen oder blieben im Schnee stecken. Das Rathaus der historischen Stadt Toledo musste mithilfe der Armee vom Schnee befreit werden. In Madrid gab es seit 1971 keine derartigen Schneefälle mehr.

13:23 Uhr

16-Jähriger springt auf Gleis und wird von Zug getötet

Ein schweres Unglück hat sich in Haan im Kreis Mettmann zugetragen. Dort ist ein 16-Jähriger an einem S-Bahnhof von einem Zug erfasst worden und gestorben. Der Jugendliche soll am Freitagabend aus einer Gruppe heraus in das Gleis gesprungen und darin herumgelaufen sein. Als dann ein Zug einfuhr, habe es der 16-Jährige nicht mehr rechtzeitig aus dem Gleis geschafft. Er sei von der Bahn erfasst und tödlich verletzt worden. Die Polizei sprach von einem "tragischen Unglücksfall". Die Freundinnen und Freunde des Jugendlichen erlitten nach Polizeiangaben zum Teil schwere Schocks. Zu der Gruppe, die sich an dem S-Bahnhof aufgehalten hatte, gehörten demnach etwa zehn Jugendliche. Auch der Lokführer habe einen schweren Schock erlitten. Die Bahnstrecke war während des Einsatzes für mehrere Stunden gesperrt.

13:03 Uhr

Betrunkener kollidiert auf Flucht vor Polizei mit Streifenwagen

Betrunken und ohne Führerschein ist in Hamm ein Autofahrer mit auffälliger Fahrweise unterwegs. Als Polizisten ihn stoppen wollen, flüchtet der 29-Jährige, der im Auto drei Mitfahrer hatte. Er missachtet eine rote Ampel und stieß im Laufe der Verfolgungsjagd gegen den Streifenwagen, der ihm auf den Fersen war. Verletzte gab es bei der Kollision keine. Der offenbar betrunkene Mann und seine drei Mitfahrer wurden am Samstagmorgen festgenommen, wie die Polizei mitteilte. Im Auto fanden die Beamten dann Betäubungsmittel. Außerdem bestehe der Verdacht, dass die vier den Wagen zuvor gestohlen hatten.

12:12 Uhr

Boeing 737 verschwindet kurz nach Start vom Radar

Eine Maschine der Airline Sriwijaya ist in Indonesien kurz nach dem Start in Jakarta vom Radar verschwunden. Sie ist Medienberichten zufolge vermutlich abgestürzt. Die Boeing 737-524, die auf dem Weg zur Insel Borneo war, hatte nur eine Minute nach dem Start laut Flightradar24 an 3000 Meter Höhe verloren. Rettungsteams seien im Meer vor der Insel Java auf der Suche nach dem Flugzeug und den Insassen, gab die indonesische Such- und Rettungsagentur bekannt. Es gebe Hinweise von Fischern, die Flugzeugteile im Meer gesehen haben sollen - man könne dies jedoch noch nicht selbst bestätigen, hieß es weiter. An Board sollen sich 62 Passagiere befinden, darunter sieben Kinder, wie die indonesische Zeitung "Republika" berichtet. Der Kontakt zur Maschine sei um 8.40 Uhr deutscher Zeit abgebrochen, sagte ein Sprecher des indonesischen Ministeriums für Transport.

11:52 Uhr

AfD-Politiker entgeht knapp Corona-Tod - und leugnet weiterhin Pandemie

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Wollte keinen "Maulkorb" tragen: AfD-Abgeordneter Thomas Seitz sorgte mit seiner löchrigen Maske im November für einen Eklat.

(Foto: imago images/Political-Moments)

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz lag nach einer Corona-Infektion wochenlang auf der Intensivstation. Das hat seine Einstellung zur Corona-Pandemie aber wohl nicht grundlegend geändert. Zwar danke er "von Herzen allen Ärzten und Klinikmitarbeitern, die mit ihrer hoch qualifizierten Arbeit mein Überleben trotz schlechter Prognose ermöglicht haben", teilte der 53-Jährige über sein Büro mit. Trotzdem sei er "innerlich zerrissen", da er zwar einerseits dankbar sei für eine "zweite Lebenschance", andererseits aber der Auffassung sei, "dass im vergangenen Jahr durch die Politik der Bundesregierung rund 90 Prozent der Ressourcen für die Zukunft unserer Kinder durchgebracht wurden". Er sei weiterhin der Auffassung, "dass bislang keine pandemische Lage vorliegt". Daher halte er die staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen für unangemessen.

Seitz war unter anderem bei einer Bundestagssitzung im November aufgefallen, als er mit einer offenkundig löchrigen Maske zum Rednerpult kam. Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) untersagte ihm damals, damit zu seinem Platz zurückzugehen. Sie reichte ihm eine frische FFP2-Maske. Als Seitz sich über den "Maulkorb" beschwerte, drohte ihm Roth ein Ordnungsgeld an.

11:27 Uhr

Merkel schwört auf "schwierigste Wochen der Pandemie" ein

Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet Bürger auf schwere Zeiten vor: Die kommenden Wochen in der Corona-Krise sind "die wohl schwierigsten der Pandemie", sagt sie in ihrer veröffentlichten wöchentlichen Videobotschaft. Zugleich sieht sie aber die berechtigte Hoffnung auf Besserung. "Je konsequenter wir heute sind, desto schneller werden wir den Zustand der Kontrolle wiederherstellen können, desto kürzer wird die Zeit sein, in der wir mit solchen Einschränkungen leben müssen. Besonnenheit in diesen schweren Januarwochen und Rücksicht aufeinander werden sich auszahlen", so die Kanzlerin.

Auch beim Streitthema Impfen hat Merkel Hoffnung. Das Tempo werde zunehmen, sagte sie. "Wir werden Monat für Monat mehr Menschen und schließlich jedem, der das möchte, ein Impfangebot machen können - und ich hoffe, möglichst viele werden es dann auch annehmen." Gleichzeitig verteidigt sie die Beschaffung des Impfstoffs: "Ich bin fest überzeugt, dass es gut war, auf den europäischen Weg zu setzen. Ein Virus, das uns alle trifft, lässt sich von keinem Land allein besiegen. Kein Land, auch Deutschland nicht, wäre sicher vor dem Virus, wenn seine Freunde und Nachbarn es nicht wären."

10:24 Uhr

Trump-Anhänger will Kapitol mit Waffen stürmen

Der gewaltvolle Ansturm auf das Kapitol in Washington am Mittwoch war wohl keineswegs friedvoll. Die "inländischen Terroristen" jedoch, wie der gewählte US-Präsident Joe Biden sie nannte, sehen das wohl anders. In einem Interview sagte ein Trump-Anhänger, das sei die "letzte Chance auf eine friedvolle Demonstration" gewesen. Das nächste Mal "marschieren wir mit Waffen zum Kapitol", sagte er in die Kamera. Hier sehen Sie die Aussage in einem Video:

Dass die Unruhen vor dem US-Kongress nicht der Endpunkt gewesen sein könnten, ist mittlerweile die Befürchtung vieler Experten. Auch der Politologe Peter Neumann glaubt, dass das erst der Anfang der Gewalt war. Im Interview mit ntv.de warnt er davor, dass sich eine terroristische Bewegung selten "so spektakulär angekündigt" hat. Das ganze Interview lesen Sie hier.

09:49 Uhr

Zehn Babys sterben bei Brand in indischem Krankenhaus

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Das Personal hat den Brand in der Klinik so schnell es konnte gelöscht - für zehn Neugeborene war es da schon zu spät.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Bei einem Brand in einer Klinik in der indischen Stadt Bhandara sind zehn Babys getötet worden. Das Feuer war auf einer Entbindungsstation ausgebrochen, sagte der Arzt Pramod Khandate der Nachrichtenagentur AFP. Sieben Babys konnten demnach noch gerettet werden, für zehn weitere sei die Hilfe jedoch zu spät gekommen. Indiens Premierminister Narendra Modi sprach von einer "herzzerreißenden Tragödie in Bhandara". Einige der verstorbenen Babys waren erst wenige Tage alt. Die Ursache des Brandes ist noch unklar. In indischen Krankenhäusern gibt es immer wieder verheerende Sicherheitslecks, die zu Bränden führen. Erst im August starben in einem Krankenhaus in Ahmedabad acht Patienten, die wegen einer Corona-Infektion behandelt wurden. Im November starben fünf weitere Corona-Patienten bei einem Brand in einer Klinik in Rajkot.

09:03 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

09:00 Uhr

Unternehmen aus Großbritannien stoppen EU-Lieferungen

Immer mehr Einzelhändler und Kurierunternehmen setzen Lieferungen in die EU aus oder reduzieren sie stark. Grund sind die neuen Grenzkontrollen und Importsteuern durch den Brexit, heißt es in einem Bericht des britischen "Guardian". Der internationale Lieferriese DPD sagte, er habe Lieferungen in die EU aus Großbritannien sowie Irland "unterbrochen". Das neue Grenzverfahren, einschließlich zusätzlicher Zollpapiere, die für Pakete nach Europa benötigt werden, würden zusätzlichen Druck auf die Bearbeitungs- und Transitzeiten ausüben. Ein Fünftel der Pakete müsse das Unternehmen an den Absender zurücksenden, da falsche oder unvollständige Daten angegeben waren. Auch Überlastungen in britischen Häfen sowie strengere Anforderungen für Kanalübergänge machte die Firma für Ihre Entscheidung verantwortlich. Der Minister des Kabinetts, Michael Gove, sagte, er erwarte in den kommenden Wochen "erhebliche zusätzliche Störungen" an den britischen Grenzen infolge der Zolländerungen beim Brexit.

08:15 Uhr

AfD-Gäste bekommen nach Pöbeleien im Bundestag Hausverbot

Im November haben Gäste der AfD-Fraktion für Unruhen im Bundestag gesorgt. Das bleibe nicht ohne Konsequenzen, kündigt eine Sprecherin der Bundestagsverwaltung im Redaktionsnetzwerk Deutschland an. Gegen mehrere Personen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden und man verhänge "in Kürze" Hausverbote. Mehrere Besucher hatten während der Debatte über das neue Infektionsschutzgesetz im Bundestag am 18. November Politiker anderer Fraktionen angepöbelt und bedrängt. Monate zuvor, am 29. August, hatten rechtsextreme Demonstranten die Treppe des Reichstags gestürmt und dabei teilweise die Reichskriegsflagge geschwenkt. Nach der gewaltsamen Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger von US-Präsident Donald Trump, wurden auch in Deutschland Forderungen nach einer besseren Absicherung des Bundestagsgebäudes laut.

08:02 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen und Leser,

in den USA ist nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington durch Trump-Anhänger noch immer keine Ruhe eingekehrt. Im Gegenteil: Jetzt zieht auch Twitter Konsequenzen aus den schockierenden Ereignissen der letzten Tage und löscht Donald Trumps Twitter Account dauerhaft. Während der abgewählte US-Präsident auf Twitter verstummt, versuchen die Demokraten, ihn auf den letzten Metern noch des Amtes zu entheben. In Deutschland ist die Zahl der Neuinfektionen und Corona-Todesfälle auch zu Beginn des Wochenendes weiter hoch. Alle wichtigen Informationen zur Pandemie finden Sie in unserem Coronavirus-Liveticker.

Was sonst heute noch ansteht:

  • Digitaler Neujahrsempfang der NRW-CDU: Beim ersten digitalen Neujahrsempfang der nordrhein-westfälischen CDU spricht zum Auftakt NRW-Ministerpräsident und CDU-Landesparteichef Armin Laschet. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ist als Gastredner geladen.
  • Corona-Impfungen: Um 14 Uhr stellt sich Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Fragen zur Corona-Schutzimpfung, vor allem von Angehörigen des Gesundheitswesens.
  • Bundesliga: FC Schalke 04 droht Negativrekord: Gewinnen die Königsblauen am Nachmittag (15.30 Uhr) gegen die TSG Hoffenheim erneut nicht, stünden sie bei saisonübergreifend 31 Partien ohne Sieg.

  • Im Spitzenspiel am Abend (18.30 Uhr) geht es für den Schalker Revier-Rivalen Borussia Dortmund bei RB Leipzig darum, den Anschluss an die derzeit zweitplatzierten Sachsen wieder herzustellen.

Mein Name ist Vivian Micks und ich begleite Sie bis in den frühen Nachmittag durch den Tag. Sie haben Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie eine E-Mail unter vivian.micks(at)nama.de.

07:09 Uhr

Spanischer Polizei gelingt gigantischer Rekord-Drogenfund

Es sei die "größte Sicherstellung von synthetischen Drogen" in der Geschichte Spaniens: 827.000 Ecstasy-Pillen hat die spanische Polizei nach eigenen Angaben beschlagnahmt und damit eine Rekordmenge an Drogen sichergestellt. Doch das ist noch nicht alles: Neben den Ecstasy-Pillen stellten die Polizisten auch 76 Kilogramm Speed, 39,5 Kilogramm Crystal Meth, 400 Kilogramm Haschisch und Marihuana sowie 217 Liter flüssigen Amphetamins sicher. Demnach hätte das Amphetamin ausgereicht, um 738,5 Kilogramm Speed zu produzieren. Der Polizei ist es gleichzeitig gelungen, einen wichtigen Drogenring auszuheben.

06:49 Uhr

AKK attackiert SPD in Impfstreit: "Weg der Vernunft verlassen"

Die SPD macht der CDU und insbesondere Gesundheitsminister Jens Spahn schwere Vorwürfe bei der Impf-strategie. Dafür hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer kein Verständnis und wirft der Partei vor, in den Wahlkampf-Modus umgeschaltet zu haben. Die SPD habe "anscheinend den Weg der Vernunft verlassen", sagte sie der "Saarbrückener Zeitung". Mehrere SPD-Politiker, darunter auch Finanzminister Olaf Scholz, hatten Spahn öffentlich wegen des schleppenden Impfstarts und Engpässen bei der Impfstoffversorgung kritisiert. Kramp-Karrenbauer sagte, die Angriffe würden der SPD nicht helfen, sie schadeten aber der Bekämpfung des Coronavirus, "weil es die Verunsicherung schürt". Stattdessen solle sich die SPD wieder auf die "Verantwortung fürs Land" konzentrieren.

06:24 Uhr

Video: Mob in Kapitol quetscht US-Polizist in Tür ein

Ob es sich bei den Aufnahmen um den verstorbenen US-Polizisten handelt, der bei den Ausschreitungen am Sitz des US-Kongresses verletzt wurde, ist unklar. Verstörend sind die Aufnahmen des US-Nachrichtensenders CNN dennoch: Wütende Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump stemmen sich mit aller Kraft gegen etliche Polizisten, die in einer Tür zusammengedrückt werden. Einer von ihnen wird dabei zwischen zwei Türen eingeklemmt und kann sich nicht aus eigener Kraft befreien. Zusätzlich wird er dabei von einem Mann angegriffen, der ihm versucht die Maske vom Gesicht zu reißen.

05:56 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht