Sonntag, 10. Januar 2021Der Tag

mit Hedviga Nyarsik
Hedviga Nyarsik
22:36 Uhr

Das war Sonntag, der 10. Januar 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

in diesen Tagen treten die verschärften Maßnahmen im Corona-Lockdown in Kraft. Trotz der bundesweit geltenden Regelungen weichen die Umsetzungen einiger Länder stellenweise ab. Ganz besonders, wenn es um die Kontaktbeschränkungen für Kinder geht. Wie die einzelnen Regeln lauten, können Sie hier nachlesen. Alle weiteren wichtigen Informationen zur Pandemie-Entwicklung finden Sie in unserem Coronavirus-Liveticker.

Damit geht auch dieses Wochenende zu Ende. Bevor ich mich verabschiede, möchte ich Ihnen noch folgende Lektüre ans Herz legen. Stichwort: lesenswert!

Das war's von mir. Ich wünsche Ihnen eine erholsame Nacht und einen guten Start in die neue Woche. Bleiben Sie gesund!

22:06 Uhr

Adler Modemärkte melden Insolvenz an

Der Modehändler Adler Modemärkte AG beantragt Insolvenz. Ziel sei ein Verfahren in Eigenverwaltung, um das Unternehmen zu sanieren, teilte die Gesellschaft mit. Dabei solle der Geschäftsbetrieb unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt werden. Auslöser für den Antrag seien "die erheblichen Umsatzeinbußen durch die seit Mitte Dezember 2020 andauernden Schließungen fast aller Verkaufsfilialen als Folge des neuerlichen Covid-19-Lockdowns". Trotz intensiver Bemühungen sei es nicht möglich gewesen, die entstandene Liquiditätslücke über eine Kapitalzufuhr durch staatliche Unterstützungsfonds oder durch Investoren zu schließen.

Die Adler Modemärkte AG mit Sitz bei Aschaffenburg setzte 2019 nach eigenen Angaben knapp 500 Millionen Euro um. Das Unternehmen 3350 Mitarbeiter. Im Mai 2020 hatte Adler dank einer Staatsbürgschaft Kredite bekommen, um durch die Corona-Krise zu kommen.

21:34 Uhr

Heiße Luft aus Afrika: Griechen erleben "Mini-Sommer"

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picture alliance/dpa/AP

Während Spanien unter Schneemassen versinkt, können sich die Griechen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Denn die derzeitige Warmfront über Griechenland hat am Wochenende vor allem auf der Insel Kreta für sommerliche Temperaturen gesorgt. Von "Rekordwerten" und "Mini-Sommer" berichtet die griechische Presse - so seien etwa in der kretischen Hafenstadt Chania Spitzenwerte von bis zu 27 Grad erreicht worden. Aber auch in Athen und dem Rest des Landes strahlte die Sonne vom blauen Himmel und es wurden vielerorts mehr als 20 Grad gemessen.

  • Das gute Wetter ist eine Folge von Südwinden aus Afrika, die warme Luft mit sich brachten.
  • Zu beobachten war jedoch auch eine diesige Atmosphäre, weil die Sahara-Winde meist auch feinste Sandkörner mit sich führen.
  • Ein Wärmeschub zum Jahresanfang ist in Griechenland nicht selten. Das Phänomen ist seit dem Altertum bekannt und wird von Meteorologen "halkyonische Tage" genannt ("Halkyon" steht für den Eisvogel).
  • Ein großes Hoch setzt sich dabei über dem Südosten Europas fest und erzeugt Sommerwetter mitten im Winter.
  • Für einen Zeitraum von bis zu 14 Tagen ist es sonnig und relativ windstill, so dass auch das Meer mitten im Winter gut zu befahren ist.
20:50 Uhr

Technikmesse CES in Las Vegas öffnet ihre Tore - aber nur virtuell

Im Rahmen der Elektronikmesse Consumer Electronics Show (CES) sollen ab Montag wieder technische Neuheiten präsentiert werden - wegen der Corona-Krise findet die Messe in diesem Jahr allerdings nur digital statt. Bis Donnerstag sollen online dennoch zahlreiche Produkte vorgestellt werden. Mehr als 100 Stunden Programm sind insgesamt geplant.

Üblicherweise werden bei der Branchenschau in der US-Glücksspielmetropole Las Vegas Zehntausende Besucher erwartet; Tausende Aussteller aus Dutzenden Ländern zeigen ihre neuen Produkte, darunter zuletzt immer stärker auch Autobauer. Im Vorjahr hatte die CES vor allem auf das Potenzial künstlicher Intelligenz gesetzt, auch in diesem Jahr soll das Thema eine besondere Rolle spielen.

20:06 Uhr

Sängerin Grimes hat Corona

Die kanadische Sängerin Grimes ("Miss Anthropocene") ist nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert. In einer Instagram-Story schrieb die 32-Jährige, dass sie Covid-19 bekommen habe und diesen "Fiebertraum" eigenartigerweise genieße. Zu dem Text postete sie das Coverfoto von dem neuen Song "Good Days" der US-Sängerin SZA mit einer Empfehlung für dieses Lied. Grimes, die mit bürgerlichem Namen Claire Boucher heißt, machte keine weiteren Angaben zum Verlauf ihrer Erkrankung. Die Sängerin und Tesla-Chef Elon Musk sind im vorigen Mai Eltern eines Sohnes geworden.

19:32 Uhr

Befreiungsversuch vereitelt: Paraguay schiebt Gangsterboss ab

Nach einem fehlgeschlagenen Befreiungsversuch schiebt Paraguay einen einflussreichen Drogenhändler in sein Heimatland Brasilien ab. Zuvor hatten mutmaßliche Mitglieder des brasilianischen Verbrechersyndikats Primeiro Comando da Capital (PCC) versucht, ihren inhaftierten Anführer Giovanni Barbosa da Silva aus dem Polizeigewahrsam zu befreien. Allerdings konnten die Beamten die Gefangenenbefreiung vereiteln.

Medienberichten zufolge wurde er in die Grenzstadt Ciudad del Este geflogen, wo er ausgewiesen werden sollte. Das Primeiro Comando da Capital gehört zu den mächtigsten kriminellen Organisationen Brasiliens und ist in Drogenhandel, Auftragsmorde und Überfälle verwickelt. Das PCC ist auch in Paraguay aktiv. Das Land gilt als einer der größten Marihuana-Produzenten Lateinamerikas. Die Droge wird größtenteils in die Nachbarländer Brasilien, Uruguay und Argentinien geschmuggelt.

18:47 Uhr

Corona-Leugner belagern Kretschmers Haus

Ungebetener Besuch beim sächsischen Ministerpräsidenten: Am Vormittag suchten rund 30 Corona-Leugner Michael Kretschmer an seinem Privathaus auf. Dieser ließ sich zuerst auf die Diskussion ein. Auch er bedauerte die harten Maßnahmen, schilderte aber seine Erfahrungen der letzten Tage in sächsischen Notaufnahmen. "Man kann es nicht einfach laufen lassen", sagte Kretschmer in einem Video der Protestaktion. Nach etwa 15 Minuten endete die Debatte und alle Personen verließen den Ort.

"Es war für mich keine bedrohliche Situation. Es ist mir wichtig mit den Menschen zu reden, in der Hoffnung, sie zu überzeugen", sagte Kretschmer im Nachhinein. Als jedoch eine Frau demonstrativ ein Halstuch in den Farben der Reichskriegsflagge über ihren Mund zog, sei für ihn eine Grenze erreicht gewesen. "Dann habe ich das Gespräch abgebrochen. Das ging zu weit", sagte der 45-Jährige. Betroffen habe ihn bei dem Gespräch gemacht, dass die protestierenden Menschen vor seinem Haus, einen "derartigen Unwillen zeigen, Realitäten zur Kenntnis zu nehmen."

18:21 Uhr

Schwarzenegger: Trump ist der schlechteste Präsident aller Zeiten

Harte Worte des Ex-Gouverneurs von Kalifornien: Nach dem Sturm auf das Kapitol hat Arnold Schwarzenegger in einer Botschaft auf Twitter dazu aufgerufen, die Spaltung des Landes zu überwinden. In einer Rede "an meine amerikanischen Mitbürger und Freunde auf der ganzen Welt" sagte der frühere Action-Schauspieler: "Wir müssen uns gemeinsam von dem Drama heilen, das gerade passiert ist. Wir müssen als Amerikaner heilen." Präsident Donald Trump habe einen Putsch versucht, "indem er die Menschen mit Lügen in die Irre führte", sagte Schwarzenegger. "Präsident Trump ist ein gescheiterter Anführer. Er wird als der schlechteste Präsident aller Zeiten in die Geschichte eingehen." Im Sturm auf das Kapitol sieht Schwarzenegger zudem Parallelen zum Judenpogrom 1938 in Deutschland.

17:40 Uhr

Berlin vergibt Mittleren Schulabschluss ohne schriftliche Klausuren

Der Mittlere Schulabschluss (MSA) nach der 10. Klasse soll in Berlin in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie und eingeschränkter Vorbereitungen ohne schriftliche Klausuren vergeben werden. "Die Lehrkräfte können sich so besser auf die Wissensvermittlung im Unterricht konzentrieren, damit die Schüler in dieser besonderen Zeit gute Bildungsabschlüsse machen können", sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres dem "Tagesspiegel". Wegfallen sollen alle drei Klausuren in Mathematik, Deutsch und einer Fremdsprache. Die mündliche Präsentationsprüfung soll aber trotzdem stattfinden.

Ein ähnliches Verfahren wurde an den Sekundarschulen und Gymnasien bereits 2020 gewählt, um Schülern und Lehrern die Bewältigung des Schulablaufs in der Pandemie zu erleichtern. Schulen hatten auch betont, dass es wichtiger sei, weiteren neuen Stoff durchzunehmen als die knappe verbliebene Zeit für die Klausurvorbereitung nutzen zu müssen.

16:38 Uhr

Ansturm von Schlittschuhfahrern: Menschen brechen in vereisten Kanal ein

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Auf dem Nymphenburger Kanal in München drängen sich viele Menschen, Abstände können kaum eingehalten werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Nymphenburger Kanal in München ist wegen des Ansturms von Besuchern und der brüchigen Eisfläche am Sonntag geräumt worden. Ein Erwachsener und ein Kind seien ins Eis eingebrochen, seien dann aber unverletzt nach Hause gegangen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Zuvor hatten die Beamten bereits an die Münchner appelliert, die beliebte Eisfläche vor dem Nymphenburger Schloss zu meiden. Grund waren die Massen an Menschen, die sich dort beim Schlittschuhfahren oder Eisstockschießen vergnügten und die wegen Corona gebotenen Abstände oft nicht einhielten. "Wir sind als Polizei vor Ort, aber jeder, den wir weiterscheuchen, taucht woanders wieder auf", erklärte der Sprecher. Am Nachmittag wurde die Eisfläche dann abgesperrt.

16:02 Uhr

Elf Menschen sterben durch Erdrutsche - darunter ein sechsjähriger Junge

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In Indonesien gibt es häufig Erdrutsche und plötzliche Überschwemmungen.

picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Wire

Durch Erdrutsche sind in der indonesischen Provinz West Java mindestens elf Menschen ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben war unter den Opfern ein sechsjähriger Junge. Der erste Erdrutsch wurde am Samstagabend durch sintflutartige Regenfälle in der Stadt Sumedang ausgelöst. Unter einem nachfolgenden Erdrutsch wurden Stadtbewohner und ein Rettungsteam begraben, wie die Sprecherin des Katastrophenschutzes, Seni Wulandari, mitteilte. "Wir sind noch damit beschäftigt, die Zahl der Vermissten nach dem zweiten Erdrutsch festzustellen", sagte Wulandari. Zahlreiche Menschen hätten sich nach dem ersten Erdrutsch an den Rettungsarbeiten beteiligen wollen.

15:39 Uhr

Söder will die K-Frage erst im Frühjahr beantworten

In der Union sind sich nach Angaben von CSU-Chef Markus Söder alle maßgeblichen Beteiligten einig, dass ein Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl "erst im Frühjahr" bestimmt werden soll. "Ab März oder April sind wir in der Lage, besser einzuschätzen, ob Corona das dominierende Thema bei einer Bundestagswahl sein wird", sagte der Bayerische Ministerpräsident der "Welt am Sonntag".

Wenige Tage vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden lobte der CSU-Chef bei einem CDU-Empfang in Nordrhein-Westfalen zudem demonstrativ den dortigen Ministerpräsidenten Armin Laschet. Eine Präferenz in der Frage des Vorsitzenden habe Söder laut eigener Aussage allerdings nicht. Und bei der "K-Frage" wiederholt betont: "Mein Platz ist in Bayern."

15:07 Uhr

Hund rettet zwei Menschen in brennender Gartenlaube

Der beste Freund des Menschen - und in diesem Fall auch sein Lebensretter: Ein Hund hat zwei schlafende Menschen in einer brennenden Gartenlaube in Sachsen-Anhalt womöglich vor dem Tod bewahrt. Der Vierbeiner des Laubenbesitzers habe den 41-Jährigen und eine 61 Jahre alte Bekannte durch sein Bellen geweckt, sodass sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, teilte die Polizei in Köthen mit. Der Mann sei in ein Krankenhaus gekommen. Die in einer Kleingartensparte gelegene Laube in Holzweißig sei fast vollständig niedergebrannt. Der Sachschaden betrage schätzungsweise rund 20.000 Euro. Die Ermittlungen zur Brandursache liefen, hieß es. Das Feuer war vergangene Nacht ausgebrochen.

14:32 Uhr

Nach Beifall von rechts: Gastronom will Lokal doch nicht öffnen

"Um Gotteswillen keine Reichsfahne vor unserem Café": Eigentlich wollte der Gastronom Hans Becker sein Bistro in Gmund am Tegernsee aus Protest gegen den Corona-Lockdown am Montag öffnen - nun verzichtet er darauf. Die rechte Szene habe die Aktion als Plattform nutzen wollen, davon wolle er sich klar distanzieren, sagte Becker. Mit der rechten Szene und anderen unterirdischen Protestakteuren habe er sich nie solidarisieren wollen.

Zuletzt hatte auch ein Sportartikelhändler angekündigt, seine Läden ab Montag zu öffnen. Nach Zuspruch aus der rechten Szene machte er dann aber ebenfalls einen Rückzieher.

14:08 Uhr

Schichtwechsel

Meine Kollegin Vivian Micks genießt jetzt die letzten Sonnenstrahlen an diesem Sonntag. Ich übernehme dafür und versorge Sie bis in den späten Abend mit den wichtigsten Nachrichten aus aller Welt. Mein Name ist Hedviga Nyarsik. Bei Fragen oder Anregung geben Sie gerne diese E-Mail-Adresse hedviga.nyarsik[at]nama.de in die Adresszeile ein. Kommen Sie gut durch den Tag!

13:56 Uhr

Linksradikale liefern sich Rangelei mit Polizei in Berlin

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Mehrfach forderte die Polizei die Teilnehmer am Anfang auf, die vorgeschriebenen Abstände zum Schutz vor Corona-Infektionen einzuhalten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mehr als 1000 Menschen aus linken und linksradikalen Gruppen haben nach Angaben der Polizei in Berlin zum Gedenken an die Ermordung der Kommunistenführer Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht im Jahr 1919 demonstriert. Gleich zu Beginn der Demonstration kam es zu Rangeleien mit der Polizei. Vereinzelt warfen Demonstranten Flaschen auf die Polizei und zündeten Böller. Polizisten setzten Pfefferspray ein und nahmen Demonstranten fest. Die Demonstranten zogen mit Fahnen, Transparenten und Sprechchören durch den Stadtteil Friedrichshain. Zu sehen waren zahlreiche Fahnen der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP), der Sowjetunion, der linksradikalen Antifa und von kurdischen und türkischen Organisationen. Weil trotz mehreren Ansagen Demonstranten weiterhin verbotene Fahnen der DDR-Jugendorganisation FDJ zeigten, griffen Polizisten gewaltsam ein und entfernten die Fahnen. Unter den Demonstranten war auch ein Block von etwa 100 schwarz gekleideten Linksautonomen. In Sprechchören forderten Demonstranten mehr Sozialstaat, die Abschaffung des Kapitalismus oder beschimpften die Polizei.

13:32 Uhr

Polizei entdeckt Drogenplantage in Sarglager

In Hamburg machen Polizisten einen äußerst kuriosen Fund. Nachdem Nachbarn eines leerstehenden Verkaufsraum einen starken chemischen, undefinierbaren Geruch wahrnahmen, alarmierten sie sofort die Polizei. Die staunte dann nicht schlecht, als sie in dem provisorischen Sarglager nachschauten: Sie entdeckten dort mehrere leere Särge und eine Marihuanaplantage. Diese war aber bereits abgeerntet. Das Cannabis müsse kurz vorher geerntet oder dort verarbeitet worden sein, so eine Sprecherin. Der undefinierbare Geruch war entstanden, weil sich der Duft von Marihuana mit dem Geruch von Desinfektionsmittel vermischt hatte. Nun müsse noch ermittelt werden, wer die Räume genutzt hat.

13:09 Uhr

Lukaschenko kündigt Verfassungsreform in Belarus an

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko steht seit seiner umstrittenen Wiederwahl im August unter Druck. Regelmäßig kommt es im Land zu Massenprotesten. Nun stellt der Präsident einen Entwurf für Verfassungsreformen bis Ende des Jahres in Aussicht. Über diese soll dann in einem Referendum abgestimmt werden, wie Lukaschenko der Nachrichtenagentur RIA zufolge sagte. Der von Russland unterstützte Lukaschenko hält sich bereits seit 26 Jahren an der Macht.

12:48 Uhr

Polizisten kesseln Demonstranten bei Wahl in Kasachstan ein

Die Parlamentswahl in Kasachstan wird von Protesten begleitet. Dabei hat es mehrere Festnahmen gegeben. Die Demonstranten riefen in der Millionenstadt Almaty zum Boykott der Abstimmung auf, wie mehrere Medien berichteten. Zudem wandten sie sich gegen den nach wie vor großen Einfluss des früheren Präsidenten Nursultan Nasarbajew, der im Frühjahr 2019 die Amtsgeschäfte an Kassym-Schomart Tokajew übertragen hatte. In Videos kasachischer Nachrichtenseiten war zu sehen, wie Polizisten die Demonstranten einkesselten. In verschiedenen Berichten war von rund 30 Festnahmen die Rede. Bereits bei der Wahl Tokajews vor anderthalb Jahren hatte es in der Ex-Sowjetrepublik Proteste gegen die autoritäre Führung gegeben. Hunderte Menschen wurden festgenommen. Das Staatsoberhaupt sagte bei der Stimmabgabe: "In allen Ländern der Welt gibt es eine Proteststimmung." In einem Tweet sind Bilder von Festnahmen mehrerer Demonstranten zu sehen.

12:38 Uhr

Schlagzeilen zum Mittag

12:06 Uhr

Mann stürzt bei Bergtour 50 Meter in die Tiefe und stirbt

Ein Mann hat eine Bergwanderung in Bayern nicht überlebt. Der 43-Jährige ist bei einer Tour in Bischofswiesen im Berchtesgadener Land wohl 50 Meter in die Tiefe abgestürzt und dabei getötet worden. Die Bergwacht Berchtesgaden habe ihn am Absturzort leblos aufgefunden, teilte das Polizeipräsidium in Oberbayern mit. Die Ehefrau des 43-Jährigen meldete ihn am späten Samstagabend als vermisst, nachdem er von einer Wanderung am Untersberg nicht zurückgekommen war. Die Ortung des Handys ergab, dass der Mann sich zuletzt in der Nähe der westlichen Abbrüche des Rauhenkopfs aufgehalten hatte. Der Polizei zufolge stürzte er eine etwa 50 Meter hohe Felswand hinab.

11:28 Uhr

Harry und Meghan machen Schluss mit Social Media

Prinz Harry und Herzogin Meghan haben wohl die sozialen Medien aufgegeben. In einem Bericht der "Sunday Times" heißt es, dass die Royals ihren rund 10 Millionen Follower auf Instagram den Rücken kehren. Für ihre neuen "fortschrittlichen Rollen" in den USA wollen sie soziale Netzwerke demnach nicht mehr nutzen. Ausnahmen für Ihre gemeinnützige Organisation Archewell sind wohl ebenfalls nicht geplant. Der Grund könnte Hass sein, der ihnen Online entgegenschlägt. Darüber hätte sich bei dem Paar "Ernüchterung" breit gemacht. Eine Quelle habe zudem verraten, dass es "sehr unwahrscheinlich" sei, dass sie in der Zukunft ihre Meinung wieder ändern könnten. Meghan hatte zuvor über ihre Erfahrungen mit Online-Trolling gesprochen.

10:42 Uhr

Suchtrupps finden Flugschreiber von vermisster Boeing im Meer

Nachdem zunächst Wrack- und Leichenteile der vermissten Passagiermaschine in Indonesien entdeckt wurden, haben Suchtrupps nun auch den Flugschreiber der vermissten Boeing 737-500 im Meer entdeckt. Das teilte der Armeechef des Landes mit. Das Flugzeug der indonesischen Gesellschaft Sriwijaya Air mit 62 Menschen an Board war am Samstag auf dem Weg nach Borneo vom Radar verschwunden. Dass es Überlebende gibt, gilt als unwahrscheinlich.

10:28 Uhr

Chinesische Botschaft: Uigurische Frauen keine "Babymaschinen" mehr

Twitter hat einen Beitrag der chinesischen Botschaft in den USA entfernt, in dem behauptet wird, uigurische Frauen seien vom Extremismus "emanzipiert" worden und seien keine "Babyherstellungsmaschinen" mehr. Der Beitrag war mit einem Artikel verknüpft, in dem Vorwürfe der Zwangssterilisation an uigurischen Frauen bestritten wurde, berichtet der Guardian. Seit Jahren sperrt China die islamische Minderheit der Uiguren in sogenannte Umerziehungslager. Die allermeisten Uiguren leben ganz im Westen der chinesischen Volksrepublik in einer Region, die an Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan grenzt. Sie glauben an den Islam statt an den Kommunismus und sprechen eine Turksprache statt Mandarin. In den letzten Jahren ist Chinas Vorgehen gegen ethnische muslimische Minderheiten immer extremer geworden, einschließlich intensiver menschlicher und digitaler Überwachung, Umerziehungsprogrammen, Zwangsarbeit und Zwangssterilisation von Frauen.

09:26 Uhr

Trump-Anhänger verabreden sich für den 20. Januar

Den Sturm auf das Kapitol am vergangenen Mittwoch sehen Trump-Anhänger als Erfolg an. Den möchten sie jetzt offenbar wiederholen, sagt USA-Experte Ullrich Oppold. In Online-Netzwerken schmiedeten die gewaltbereiten Rechtsextremen wohl bereits Pläne für den 20. Januar - dem Tag, an dem Joe Biden das Amt des US-Präsidenten übernehmen wird. Im Video erklärt er, dass es für eine weitere Gewaltaktion bereits konkrete Anzeichen gibt.

09:04 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:58 Uhr

Amazon schaltet Netzwerk Parler offline

Rechtsextreme und zuletzt vor allem Trump-Anhänger nutzen die Online-Plattform Parler zur Planung von Gewalttaten. Damit ist vorerst jetzt Schluss: Der US-Onlineriese Amazon hat das umstrittene Online-Netzwerk Parler abgeschaltet und löschte es in der Nacht zum Sonntag aus seinem Cloud-Hosting-Angebot. Damit wird Parler zumindest vorübergehend offline sein, bis das Netzwerk einen neuen technischen Anbieter gefunden hat, schrieb der Gründer von Parler, John Matz. Die Plattform könne "bis zu einer Woche" nicht verfügbar sein, bis ein anderer Cloud-Anbieter gefunden ist. "Wir werden unser Bestes tun, um sofort zu einem neuen Anbieter zu wechseln", schrieb Matz auf seinem Profil. Nach dem gewaltsamen Sturm auf das US-Kapitol hatten bereits die Tech-Giganten Google und Apple Parler aus ihren App-Stores verbannt.

08:11 Uhr

Misshandlungen nehmen zu: Niederlande besorgt über "Pädo-Jäger"

In den Niederlanden gibt es wohl immer mehr Gruppen, die das Recht in eigene Hände nehmen und Jagd auf angebliche Pädophile machen. Die Vorfälle von Misshandlungen nähmen zu, sagte Polizeisprecher Simen Klok der Deutschen Presseagentur. Im vergangenen Jahr waren innerhalb von drei Monaten etwa 250 Fälle von Gewalt oder Erpressungen registriert worden. Die niederländische Justiz ist besorgt über diese Zunahme. Viele Opfer würden aus Scham oder Angst schweigen. Zuletzt waren drei Fälle bekannt geworden, bei denen die Polizei an verschiedenen Orten vorwiegend jugendliche Täter wegen Misshandlung festgenommen hatte. Sie hatten den Angaben zufolge Männer über einen Internet-Chat zu einem Treffpunkt gelockt, wo sie angeblich eine Verabredung mit einem minderjährigen Mädchen hatten. Im vergangenen Jahr wurde dabei ein 73-jähriger Mann getötet. Die sogenannten Pädo-Jäger wollen angebliche Pädophile entlarven und an den Pranger stellen. "Sie machen sich strafbar", warnen Polizei und Staatsanwaltschaft.

07:56 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen und Leser,

von alleine wird Noch-Präsident Donald Trump seinen Platz wohl nicht räumen. Die Demokraten sind aber wild entschlossen und wollen ein neues Amtsenthebungsverfahren schon am Montag auf den Weg bringen. Zwar ist ein Urteil vor dem 20. Januar - der Tag an dem Nachfolger Joe Biden sowieso das Amt übernimmt - ausgeschlossen. Ein erfolgreiches Impeachment würde aber auch bedeuten, dass Trump für künftige Regierungsämter gesperrt ist. Unterdessen werden immer mehr Teilnehmer des Sturms auf das US-Parlament gefasst und sitzen in Haft. In Indonesien macht sich unterdessen traurige Gewissheit breit: Nachdem in am gestrigen Samstag eine Passagiermaschine mit über 60 Insassen vom Radar verschwunden war, haben Einsatzkräfte nun Leichenteile im Meer gefunden.

Was sonst heute noch wichtig wird:

  • Vorgezogene Präsidentenwahl in Kirgistan: Nach blutigen Massenprotesten sind mehr als 3,5 Millionen Menschen zur Wahl eines neuen Präsidenten aufgerufen. Als aussichtsreichster Kandidat gilt der Oppositionelle Sadyr Schaparow.

  • Kasachstan wählt ein neues Parlament: Anderthalb Jahre nach der Wahl von Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew wird heute ein neues Parlament gewählt. 11,9 Millionen Wähler sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Es wird wie in den Vorjahren mit einem Sieg der Regierungspartei Nur Otan gerechnet.

  • Demonstration in Belarus: Zum 22. Mal seit der umstrittenen Präsidentenwahl am 9. August gehen Menschen in Minsk auf die Straße, um gegen Machthaber Alexander Lukaschenko zu protestieren.

  • Bundesliga, 15. Spieltag: Um 15.30 Uhr spielt der FC Augsburg gegen den VfB Stuttgart, um 18 Uhr Arminia Bielefeld gegen den Hertha BSC. Doch das große Thema bleibt das Wunder von Schalke vom gestrigen Spieltag, nachzulesen bei den Sportkollegen auf ntv.de.

Ab morgen treten die neuen Regeln des Corona-Lockdown in Kraft. Die Infektions- und Todeszahlen in Deutschland sind weiter ungebrochen hoch. Alle aktuellen Informationen und Daten finden Sie wie immer in unserem Coronavirus-Liveticker.

Mein Name ist Vivian Micks und ich begleite Sie heute bis in den frühen Nachmittag durch den "Tag". Bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie mir doch eine E-Mail: vivian.micks(at)nama.de. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Sonntag!

06:57 Uhr

Forscher genmanipulieren männliche Schweine mit weiblichen Geschlechtsorganen

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Das Kastrieren männlicher Ferkel ohne Betäubung ist seit Jahresanfang in Deutschland verboten.

(Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Der unangenehme "Ebergeruch" männlicher Schweine verdirbt manchen Menschen den Appetit auf das Fleisch. Um das Problem zu umgehen, haben Forscher am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Schweine genetisch so verändert, dass sie trotz eines männlichen Chromosomensatzes weibliche Geschlechtsorgane ausbilden. Das könne in Zukunft eine Alternative zur Kastration männlicher Ferkel bieten, heißt es. Die Forscher hatten einen bestimmten Genbereich auf dem Y-Chromosom - dem männlichen Geschlechtschromosom - aus dem Erbgut entfernt. Die manipulierten Tiere hätten zwar weiterhin ein X- und ein Y-Chromosom - sind also genetisch männlich -, seien aber "äußerlich und innerlich erstmal nicht von weiblichen Tieren zu unterscheiden", erklärt Björn Petersen vom Institut für Nutztiergenetik bei Hannover. Allerdings gleichen sie den weiblichen Artgenossen nicht vollständig: Sie hatten nach neun Monaten deutlich kleinere Geschlechtsorgane, zudem sind sie unfruchtbar. Es handele sich um Grundlagenforschung und kann wegen des Gentechnik-Gesetzes nicht sofort in die Schweineproduktion übernommen werden. Der Deutsche Tierschutzbund kritisiert das vorgestellte Verfahren.

06:18 Uhr

Nach Sturm auf Kapitol: Polizei verstärkt Schutz des Bundestags

Aus bösen Worten werden böse Taten - nicht nur in den USA. Auch in Deutschland ist man sich nach den dramatischen Ereignissen in Washington dessen offenbar bewusst: Als Reaktion auf den Sturm auf das US-Kapitol hat die Berliner Polizei ihre Präsenz zum Schutz des Bundestages erhöht. In einem Schreiben von Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble von der CDU an die Bundestagsabgeordneten heißt es: "Die Berliner Landespolizei hat eine Verstärkung ihrer Kräfte im Umfeld des Reichstagsgebäudes bereits veranlasst." Er selbst habe vom Auswärtigen Amt einen Bericht über die Ausschreitungen in den USA erbeten und werde "mit dem Bund und dem Land Berlin klären lassen, welche Schlüsse daraus für die Sicherung des Bundestages zu ziehen sind". Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte der "Welt am Sonntag": "Aus bösen Gedanken werden böse Worte und irgendwann auch böse Taten. Deswegen müssen wir auch in Deutschland nicht nur die Sicherheitsmaßnahmen für die demokratischen Institutionen verbessern, sondern grundlegend die sektenähnliche Bewegung der "Querdenker" und anderer vergleichbarer Gruppierungen in den Blick nehmen."

06:04 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht