Montag, 28. November 2022Der Tag

mit Yuki Schubert
Yuki Schubert
22:26 Uhr

Das war Montag, der 28. November 2022

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich sollten Russland und die USA sich über Abrüstung unterhalten, aber laut US-Außenministerium hat Russland "das Treffen einseitig verschoben und erklärt, neue Termine vorzuschlagen." Das Außenministerium in Moskau bestätigte die Verschiebung. Der ursprünglich noch zwischen US-Präsident Ronald Reagan und dem sowjetischen Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow unterzeichnete START-Vertrag zur Reduktion strategischer Atomwaffen war zuletzt im Februar 2021 um fünf Jahre verlängert worden. Eigentlich sollten in Kairo vom 29. November bis 6. Dezember Gespräche über die Zukunft des Vertrags laufen. "Wir haben noch keine wirklich solide Antwort von den Russen erhalten, warum sie das Treffen verschoben haben", sagte der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby. Man werde nun versuchen, herauszufinden, was passiert sei.

Derweil erklärt in seiner abendlichen Videoansprache der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass in der vergangenen Woche die südliche Region Cherson 258 Mal unter Beschuss genommen. Dabei seien 30 Siedlungen angegriffen worden. Immer aktuell informiert bleiben Sie durch unseren Ukraine-Ticker, den ich Ihnen hier wärmstens empfehle.

Was war heute los?

Ich ziehe jetzt Mütze und Handschuhe wieder an und mache hier die Schotten dicht, aber keine Sorge der "Tag" meldet sich schon morgen früh wieder.

Ihre Yuki Schubert

22:00 Uhr

"Woelki-Faktor": Erzbistum Köln steuert auf Allzeithoch bei Kirchenaustritten

Das Erzbistum Köln steuert 2022 auf neuen Rekord bei den Kirchenaustritten zu. Das ergibt sich aus den Zahlen für den Amtsgerichtsbezirk Köln, die der "Kölner Stadt-Anzeiger" ausgewertet hat. Demnach werden bis Jahresende mehr als 21.000 Menschen die katholische oder die evangelische Kirche verlassen haben. Das seien noch einmal etwa 2000 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Vertreter beider Kirchen sprachen laut "KStA" von traurigen Zahlen. Der Vorsitzende des Kölner Katholikenausschusses, Gregor Stiels, machte mit Blick auf die Krise um die Bistumsleitung unter Kardinal Rainer Woelki einen "Woelki-Faktor" als "Beschleuniger" für die Austritte aus. Stiels warf dem Erzbistum vor, in "Untätigkeit und Schockstarre" verfallen zu sein.

21:42 Uhr

"Hassen Sie Redefreiheit?": Musk greift jetzt Apple an

In einer Serie an Tweets greift Elon Musk den iPhone-Konzern Apple an. Erst fragte der Tech-Milliardär, ob Apple die Redefreiheit in Amerika hasse - da das Unternehmen seine Werbung bei Twitter weitgehend gestoppt habe.

Dann behauptete er, dass Apple ohne Angabe von Gründen gedroht habe, die Twitter-App aus dem App Store zu entfernen. Von Apple gab es zunächst keine Reaktion auf die Tweets von Musk. Ein Konflikt zwischen Musk und Apple bahnte sich schon seit einiger Zeit an. Musk ist die Abgabe von 15 bis 30 Prozent ein Dorn im Auge, die auf App-Plattformen für innerhalb der App erwirtschaftete Abo-Erlöse fällig wird. Er kündigte an, Twitter stärker auf Abonnement-Einnahmen statt Werbung auszurichten.

Mehr dazu lesen Sie hier.
21:08 Uhr

40 Jahre nach Frauenmorden: DNA-Spur führt in Kanada zu 61-Jährigem

Neue Technik sei Dank: Rund 40 Jahre nach brutalen Morden an zwei Frauen in Kanada hat die Polizei mittels DNA-Spuren einen Verdächtigen festgenommen. Dafür wurde die am Tatort gefundene DNA mit speziellen neuen Methoden untersucht und führte schließlich zu dem 61-Jährigen. Jahrzehntelang konnte der Fall nach Polizeiangaben nicht gelöst werden.

Der Mann sei in einem kleinen Ort im Norden der Provinz Ontario festgenommen worden, teilte die Polizei in Toronto mit. Ihm wird vorgeworfen, 1983 innerhalb weniger Monate in Toronto erst eine 45 Jahre alte Frau und dann eine 22-Jährige sexuell angegriffen und erstochen zu haben.

20:32 Uhr

Die Videos des Tages

19:57 Uhr

Soll ihren Schmuck verkauft haben: Inderin und Sohn töten Ehemann und zerhacken ihn

Tatmotiv Rache? In Indien hat eine Frau mit ihrem Sohn mutmaßlich ihren Ehemann ermordet, nachdem dieser ihren Schmuck verkauft und das Geld seiner Ex-Frau und deren acht Kinder geschickt haben soll. Die beiden wurden in der Hauptstadt Neu Delhi festgenommen und hätten die Tat gestanden, berichteten indische Medien wie der Fernsehsender NDTV und der "Indien Express" unter Berufung auf die Polizei. Die Frau und ihr Sohn aus früherer Ehe haben den Berichten zufolge im Juni Schlaftabletten in das Getränk des Mannes gemischt, der daraufhin das Bewusstsein verlor. Anschließend hätten sie ihn getötet, die Leiche in Stücke zerhackt und diese zeitweise in einem Kühlschrank aufbewahrt, bevor sie sie entsorgten. Die Polizei habe einige der Körperteile gefunden, hieß es weiter.

19:26 Uhr

Laschet wird neuer Vorsitzender der RAG-Stiftung

Nach seiner Wahlniederlage hat der ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, auf Empfehlung von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck einen neuen Posten bekommen: Er wird neuer Vorsitzender des Kuratoriums der RAG-Stiftung. Die RAG-Stiftung kümmert sich um die Finanzierung der sogenannten Ewigkeitslasten, die nach dem Ausstieg aus dem deutschen Steinkohlebergbau anfallen. Laschet tritt als Kuratoriumsvorsitzender die Nachfolge des Unternehmers Jürgen Großmann an. Habeck betonte: "Armin Laschet kennt die Geschichte des Steinkohlebergbaus wie kaum ein anderer: Als Sohn eines Steigers ist er mit dem Bergbau groß geworden, als Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen begleitete er den Ausstieg aus der Steinkohleförderung intensiv."

  • Die RAG-Stiftung war am 26. Juni 2007 gegründet worden, um die Abwicklung des subventionierten deutschen Steinkohlebergbaus zu bewältigen und die Finanzierung der Ewigkeitslasten aus dem deutschen Steinkohlebergbau sicherzustellen.
  • Der Wert des Stiftungsvermögens lag Ende 2021 bei rund 21,3 Milliarden Euro.
  • Die "Ewigkeitsaufgaben" sind Folgen des Bergbaus, bei denen kein Ende abzusehen ist.
  • Der kostspieligste Bereich ist das andauernde Hochpumpen von Grubenwasser, das nach dem Ende des Kohleabbaus natürlicherweise ansteigt, aber nicht in die Nähe des Grundwassers und damit des Trinkwassers kommen soll. Es wird zutage gepumpt und dann in Flüsse abgeleitet.

18:57 Uhr

Rentnerin tötet Partnerin mit 26 Stichen - mehr als sechs Jahre Haft

Aus Eifersucht tötet eine 71 Jahre alte Rentnerin ihre ein Jahr jüngere Lebenspartnerin mit 26 Messerstichen. Nun wurde die Seniorin wegen Totschlags verurteilt. Das Landgericht verhängte eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten gegen die Frau. Die Staatsanwältin hatte acht Jahre Haft beantragt. Die Richter hielten der Frau zugute, dass sie wegen Depressionen und Verlustängsten zur Tatzeit unter "einer tiefen Bewusstseinsstörung" litt und vermindert schuldfähig war. Die Rentnerin hatte nach der Bluttat versucht, sich selbst mit Tabletten zu töten. Der zunächst erhobene Mordvorwurf war zuvor bereits fallen gelassen worden. Heimtücke als Mordmerkmal sah das Gericht nicht: "Das Opfer war nicht arg- und wehrlos. Es wurden bei ihr Abwehrverletzungen gefunden", sagte der Richter.

Beide Frauen waren mehr als 20 Jahre lang ein Paar. Im Prozess hatte die Angeklagte gestanden, ihre Partnerin aus Eifersucht getötet zu haben. Ihre Freundin habe sich über ihre Eifersucht und ihre Befürchtungen lustig gemacht. "Sie zog meine Sorgen ins Lächerliche", hatte die Frau erklärt. Ihre Verteidiger hatten maximal fünf Jahre Haft beantragt.

Die 71-Jährige sitzt auf der Anklagebank im Landgericht Mönchengladbach.

Die 71-Jährige sitzt auf der Anklagebank im Landgericht Mönchengladbach.

(Foto: picture alliance/dpa)

18:25 Uhr

Kollision mit Bahn? Betrunkener in Hamburger S-Bahn-Tunnel entdeckt

In Hamburg ist ein alkoholisierter 22-Jähriger mit lebensgefährlichen Verletzungen in einem S-Bahn-Tunnel entdeckt worden. Am Sonntagmorgen lief er laut Polizei in den Tunnelbereich zwischen Landungsbrücken und Reeperbahn. Die Bahnstrecke wurde gesperrt und der Strom ausgestellt, um den 22-Jährigen zu versorgen. "Das Verletzungsbild bei dem Verunfallten lässt den Rückschluss auf einen Unfall mit einer durchfahrenden S-Bahn zu. Ein entsprechender Unfallzug konnte bislang noch nicht ermittelt werden", sagte die Bundespolizei. Bei dem Mann sei im Krankenhaus eine Blutalkoholkonzentration von 2,49 Promille festgestellt worden, hieß es weiter.

17:58 Uhr

Bayerischer Ex-Minister Zehetmair gestorben

Mit 86 Jahren ist der ehemalige bayerische Kultus- und Wissenschaftsminister Hans Zehetmair, CSU, gestorben. Zehetmair war einer der profiliertesten Bildungspolitiker in Deutschland. 12 Jahre lang fungierte er als Vorsitzender des Rates für deutsche Rechtschreibung, 17 Jahre war er Minister in Bayern: erst Kultus-, dann Wissenschaftsminister. Zuvor war Zehetmair von 1978 bis 1986 Landrat des Landkreises Erding.

"Mit tiefer Trauer habe ich die Nachricht vom Tod von Hans Zehetmair aufgenommen", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Dieser habe das Bildungsland Bayern nachhaltig geprägt und Pate dafür gestanden, dass Bayern heute weltweit einer der stärksten Wissenschaftsstandorte sei. "Besonders die Einrichtung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die er mit vielen Neugründungen in alle Regionen Bayerns brachte, trägt seine Handschrift. Bayern wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

17:35 Uhr

Flugzeug kracht in Leitung - Zehntausende in den USA ohne Strom

Im US-Bundesstaat Maryland stürzt ein Leichtflugzeug in einen Strommast und verfängt sich. Erst nach stundenlangen Rettungsarbeiten können die beiden Insassen mit schweren Verletzungen geborgen werden. Laut Energieversorger Pepco sitzen über 100.000 Kunden im Dunkeln.

17:10 Uhr

Die Schlagzeilen zum Feierabend

16:57 Uhr

Mutter macht Druck: Flughafenfahrt mit 172 km/h bringt Sohn saftiges Bußgeld ein

Das Muttertagsgeschenk fällt in diesem Fall womöglich 2023 kleiner aus: Weil seine Mutter ihn angeblich unter Zeitdruck gesetzt hat, ist ein Mann auf einer Autobahn in Berlin fast 100 km/h zu schnell gefahren. Der Autofahrer ist laut Polizei am Sonntag mit 172 km/h auf der A113 unterwegs gewesen - erlaubt sind 80. Der Mann habe den Kollegen vor Ort gesagt, seine Mutter habe vom Flughafen abgeholt werden wollen und dabei mächtig Dampf gemacht, sodass er laut Polizei vor den Augen des Verkehrsdienstes das Gaspedal durchdrückte. Das Resultat: Der Sohn muss mit mindestens 800 Euro Bußgeld, zwei Punkten und drei Monaten Fahrverbot rechnen.

16:24 Uhr

Bayerns Landwirtschaftsministerin nach Unfall im Krankenhaus

Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber, CSU, ist heute bei einem Autounfall mit ihrem Dienstwagen verletzt worden. Kaniber gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte ein Ministeriumssprecher. Sie befinde sich allerdings zur ärztlichen Beobachtung in einem Krankenhaus.

Laut "Bild"-Bericht wollte die Ministerin zu einer Ernährungsfachtagung in München. Demnach saß die 45-Jährige während des Unfalls auf dem Rücksitz. Der Unfall wird wie folgt beschrieben: Zwischen Neukirchen und Siegsdorf (Landkreis Traunstein) kam eine entgegenkommende 22-jährige Österreicherin mit ihrem Auto auf die Gegenfahrbahn. Eine 58-jährige Suzuki-Fahrerin wollte ihr ausweichen, kam dabei selbst ins Schleudern und krachte in den Wagen von Kaniber und ihrer Fahrerin, heißt es in dem Bericht. Auch Kanibers Fahrerin und die Suzuki-Fahrerin kamen verletzt in ein umliegendes Krankenhaus.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Termin in Nürnberg.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Termin in Nürnberg.

(Foto: picture alliance/dpa)

16:00 Uhr

Protest am BER: Alle Klimaaktivisten wieder frei

Nach der Störaktion von Klimaaktivisten am Hauptstadtflughafen BER sind alle fünf festgenommenen Männer und eine Frau wieder auf freiem Fuß. Der letzte der Männer sei am Samstag nach Ablauf der 48-Stunden-Frist aus dem Gewahrsam entlassen worden, berichtete der Sprecher des Polizeipräsidiums, Mario Heinemann. Die übrigen beteiligten Aktivisten waren bereits zuvor freigelassen worden. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg ermittelt nach Angaben von Heinemann gegen die sechs Klimaaktivisten unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, Störung öffentlicher Betriebe sowie Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung.

Mitglieder der Protestgruppe "Letzte Generation" hatten am Donnerstagnachmittag den Betrieb am BER lahmgelegt. Ihnen war es gelungen, einen Sicherheitszaun aufzuschneiden und auf das Flughafengelände zu gelangen. Im Bereich der Start- und Landebahn hätten sich dann vier Teilnehmer der Aktion festgeklebt, hieß es von der Polizei. Der Flugbetrieb wurde zwischenzeitlich gestoppt. Fünf Starts mussten nach Angaben des Flughafens gestrichen werden. 15 geplante Landungen wurden demnach etwa nach Leipzig und Dresden umgeleitet.

15:30 Uhr

Lehrerverband: "Wer infiziert ist, soll zu Hause bleiben"

Der Deutsche Lehrerverband ist absolut unzufrieden mit dem Ende der Corona-Isolationspflicht in mehreren Bundesländern. Deutschland schalte vom Vorsichtsmodus in den Fahrlässigkeitsmodus, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Wer infiziert ist, soll zu Hause bleiben - egal, ob er Symptome hat oder nicht", forderte er. Anders als an anderen Arbeitsplätzen gebe es in der Schule viel mehr Kontakte und ein enges Aufeinandertreffen von Personen auf Gängen und in kleinen Räumen, sagte Meidinger. "Die Gefahr ist groß, dass Lehrer andere Lehrkräfte mit Vorerkrankungen oder Schüler mit Risikopersonen in der Familie anstecken." Im Alltag sei es kaum möglich, durchgehend eine Maske zu tragen. Meidinger befürchtet, dass Eltern in Zukunft ihre infizierten Kinder nicht mehr zu Hause lassen werden. "Wenn infizierte Lehrer in die Schule gehen, sinkt die Hemmschwelle der Eltern, ihr infiziertes Kind in die Schule zu schicken."

Mehrere Bundesländer hatten zuletzt die Isolationspflicht aufgehoben. Wer einen positiven Corona-Test hat, muss nicht mehr zwingend zu Hause bleiben, sondern kann mit Maske auch an den Arbeitsplatz zurück - außer er oder sie arbeitet im Gesundheitswesen. Wer sich krank fühlt, soll sich aber krankschreiben lassen und weiterhin isolieren, wird empfohlen.

15:01 Uhr

Iranische Schauspielerin soll nach Festnahme wieder frei sein

Die vor mehr als einer Woche wegen ihrer Unterstützung der anhaltenden Proteste gegen die Führung in Teheran festgenommene iranische Schauspielerin Hengameh Ghasiani ist laut iranischen Medienberichten gegen Kaution freigelassen worden. Die bekannte Künstlerin Ghasiani wurde am Sonntag "auf Anordnung der Justizbehörde" freigelassen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Nach Angaben von Irna war Ghasiani wegen Anstiftung zu und Unterstützung von "Unruhen" sowie wegen Kontakts zu oppositionellen Medien festgenommen worden. Die vehemente Kritikerin des harten Vorgehens der Behörden gegen die Demonstrierenden war am 20. November festgenommen worden, nachdem sie im Onlinedienst Instagram ein Video veröffentlicht hatte, in dem sie ihr Kopftuch ablegt.

Indes veröffentlichte eine Gruppe iranischer Schauspielerinnen ein weiteres Protest-Video, in dem die ganz in Schwarz gekleidete Schauspielerin und Regisseurin Soheila Golestani zu sehen ist, wie sie auf eine Treppe zugeht, sich umdreht - und ohne Kopftuch in die Kamera schaut. Neun weitere Frauen ohne Kopftuch sowie fünf Männer stellen sich zu ihr. Golestani veröffentlichte das Video am Sonntagabend auf ihrem Instagram-Profil und schrieb dazu: "Der Auftritt ist vorbei, die Wahrheit ist enthüllt."

14:26 Uhr

Schichtwechsel

Liebe Leserinnen und Leser,

meine Kollegin Lea Verstl ist im Feierabend und ich beginne jetzt mit meinem Dienst. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, was alles in der Nachrichtenwelt so passiert. Wenn Sie Fragen, Wünsche und Anregungen haben, lassen Sie es mich gern wissen unter: dertag@n-tv.de.

Ihre

Yuki Schubert

14:07 Uhr

Größter Vulkan der Welt spuckt wieder Lava

Auf Hawaii ist der größte aktive Vulkan der Welt wieder ausgebrochen. Lava trete aus seinem Gipfel aus, die Gemeinden an den Hängen des Mauna Loa seien aber derzeit nicht gefährdet, teilte die US-Erdbebenbehörde (USGS) mit. Bislang breite sich die Lava nur im Gipfelbereich aus. Dennoch könne sich die Lage - die als Anfang eines Ausbruches eingestuft wird - schnell ändern, warnte USGS. Mitarbeiter der Vulkanbehörden vor Ort würden in Kürze die Region überfliegen, um die Gefahren besser einschätzen zu können. In den Stunden vor dem Ausbruch war es laut USGS zu zahlreichen Erdbeben der Stärke 2,5 gekommen. Der 4169 Meter hohe Vulkan Mauna Loa liegt inmitten des Pazifik und war zuletzt im Jahr 1984 ausgebrochen.

13:43 Uhr

Polizei findet nackte Studenten mit Papier-Axt zwischen Waggons

Einen Einsatz der besonderen Art haben Beamte der Bundespolizei auf den Gleisanlagen des Münchner Rangierbahnhofes erlebt: Zwei Kunststudenten posierten dort nackt zwischen Güterwaggons, wie die Bundespolizei in München mitteilte. Zudem trugen sie eine Axt aus Papier bei sich. Die Studenten hätten sich für ein Kunstprojekt vor den Waggons entkleidet.

Entdeckt hatten die Studenten demnach Polizeibeamte während eines privaten Spazierganges am Sonntagnachmittag. Die hinzugerufene Polizeibeamten waren den Angaben nach zunächst von Graffiti-Sprayern ausgegangen. Die Studenten gaben dann aber an, dass sie auf dem Rangierbahnhof Bilder für ihr Kunstprojekt aufnehmen wollten. Ein Straftatverdacht bestand laut Bundespolizei nicht. Die Behörde warnte vor Betreten von Rangierbahnhöfen. Es herrsche akute Lebensgefahr.

13:24 Uhr

Ermittlungen zu K.-o.-Tropfen auf SPD-Fest eingestellt

Knapp fünf Monate nach den mutmaßlichen Vorfällen mit K.-o.-Tropfen auf einem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion hat die Berliner Justiz die Akten geschlossen. Es habe kein Verdächtiger ermittelt werden können, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Verfahren gegen unbekannt wegen gefährlicher Körperverletzung seien deshalb von der Amtsanwaltschaft eingestellt worden. Diese ist in Berlin als Ermittlungsbehörde für die Verfolgung kleinerer bis mittlerer Straftaten zuständig.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft konnte nicht mehr festgestellt werden, ob damals tatsächlich K.-o.-Tropfen verabreicht wurden. In neun der zehn Fälle sei der Zeitraum abgelaufen gewesen, in dem die Tropfen noch medizinisch hätten nachgewiesen werden können, hieß es. In einem Fall gab es nach früheren Angaben der Polizei eine Blutuntersuchung. Laut Staatsanwaltschaft stand die mutmaßliche Geschädigte aber später als Zeugin nicht zur Verfügung und hat die sie behandelnden Ärzte auch nicht von der Schweigepflicht entbunden. Nach der Teilnahme an dem Sommerfest der SPD-Bundestagsfraktion am 6. Juli hatten mehrere Frauen über Unwohlsein, Schwindel und Gedächtnisverlust geklagt.

12:53 Uhr

Geplante Lauterbach-Entführung: Verdeckter Ermittler in Terrorgruppe

Das Auffliegen einer mutmaßlichen Terrorgruppe, die unter anderem die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach plante, geht auch auf den monatelangen Einsatz eines verdeckten Ermittlers zurück. Der Mann sei zwischen November 2021 und April 2022 "im unmittelbaren Umfeld der Beschuldigten" eingesetzt gewesen, heißt es in einem Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH).

Der Ermittler des Landeskriminalamts Rheinland-Pfalz habe an Treffen der Gruppe teilgenommen und sei in Chats über den Messenger-Dienst Telegram eingebunden gewesen. Vier Männer, die den Kern der Gruppe gebildet haben sollen, sitzen seit Mitte April in Untersuchungshaft. Wenig später hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sie wirft der Gruppe vor, parallel zur Lauterbach-Entführung einen bundesweiten Stromausfall und den politischen Umsturz geplant zu haben. Anlass für die Befassung des zuständigen BGH-Senats war eine turnusmäßige Haftprüfung Anfang November. Alle vier Männer bleiben in U-Haft.

12:28 Uhr

Oppositionelle wollen Erdogan in die Schranken weisen

In der Türkei werden 2023 Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden. Die sechs türkischen Oppositionsparteien haben sich mit der Absicht zusammengeschlossen, den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und seine AKP-Regierung abzulösen. Diese Parteien stellten im Vorfeld der Wahlen einen Plan für Verfassungsänderungen vor.

Dem Entwurf zufolge soll das Parlament und das Rechtssystem gestärkt und die Befugnisse des Präsidenten deutlich eingeschränkt werden, teilten Politiker des Bündnisses in Ankara mit. 2017 wurde per Volksabstimmung das parlamentarische System durch ein Präsidialsystem ersetzt, was Erdogan deutlich mehr Macht zuschrieb. Erdogan kann seither weitgehend uneingeschränkt regieren.

12:00 Uhr

Schlagzeilen zur Mittagspause

12:00 Uhr

Polizei nimmt 16-Jährigen nach Tötung von Gleichaltrigen fest

Nach dem gewaltsamen Tod zweier 16-Jähriger in London hat die Polizei einen Jugendlichen im gleichen Alter festgenommen. Die Polizei gehe davon aus, dass die Taten im Osten der britischen Hauptstadt zusammenhängen, teilte die Metropolitan Police am späten Sonntagabend mit. Die Ermittlungen dauerten an. Die Polizei bat Zeugen, sich zu melden. Vor allem an Informationen an einen auffälligen dunklen Geländewagen, der in der Gegend gesehen worden sein soll, seien die Beamten interessiert. Die beiden Jugendlichen waren am Samstagnachmittag weniger als zwei Kilometer voneinander entfernt mit Stichwunden gefunden worden. Beide starben an ihren Verletzungen.

11:37 Uhr

Alice Schwarzer beklagt "Klischees" rund um ihre Person

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Will mit einem Film über ihr Leben Authentizität vermitteln: Alice Schwarzer.

(Foto: picture alliance / Panama Pictures)

In den 1970er Jahren war Alice Schwarzer eine Vorreiterin der deutschen Frauenbewegung. Noch heute werden ihre politischen Positionen kontrovers diskutiert. Die hochgradige Polarisierung rund um ihre Person geht an Schwarzer nicht spurlos vorbei. "Ja, die hohe Emotionalisierung in Bezug auf meine Person, die Klischees und Projektionen, all das kann schon sehr ermüdend sein", sagte die 79-Jährige der "Augsburger Allgemeinen". Und das geht nun so seit fast 50 Jahren. Es sei durchaus "verrückt".

Dies sei auch der Grund gewesen, warum sie zu ihrem bevorstehenden 80. Geburtstag einem Dokumentar- sowie einem Spielfilm über ihr Leben zugestimmt habe, berichtete Schwarzer. Sie hoffe, dass sich die Menschen dadurch "ein realistischeres, genaueres Bild von mir" machen. Dank für ihre Vorreiterrolle als Feministin erwartet Schwarzer indessen nicht. Die Frauen von heute sollten sich für die erkämpfte Freiheit "einfach freuen".

11:10 Uhr

Europol findet 30 Tonnen Drogen von "Superkartell"

Tonnen von Drogen beschlagnahmt, etliche Kriminelle gefasst: Der Europäischen Polizeibehörde Europol ist eigenen Angaben zufolge ein Schlag gegen ein Kokain-"Superkartell" gelungen. Bei koordinierten Razzien in mehreren Ländern Europas sowie in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAR) seien insgesamt 49 Verdächtige festgenommen worden, teilte Europol in Den Haag mit. Darunter waren den Angaben zufolge 6 als "hochrangige" Drogenbosse eingestufte Personen, die alle in Dubai gefasst wurden.

An den Einsätzen im November 2022 sowie im Vorjahr waren demnach Polizeibehörden Spaniens, Frankreichs, Belgiens, der Niederlande, der VAR und der USA beteiligt. Die Razzien hätten sich sowohl gegen eine Kommandozentrale als auch gegen die logistische Infrastruktur für den Drogenhandel in Europa gerichtet. Die Festgenommenen sollen sich zu einem Kartell zusammengeschlossen haben, das rund ein Drittel des Kokainhandels in Europa kontrolliert und umfangreich Geldwäsche betrieben haben. Das Ausmaß des Kokainschmuggels nach Europa, der unter der Kontrolle dieses Kartells stand, sei "gewaltig" gewesen: Insgesamt wurden laut Europol im Laufe der Ermittlungen mehr als 30 Tonnen Drogen beschlagnahmt.

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10:43 Uhr

Polizei erwischt Frau mit knapp drei Promille ohne Führerschein

Eine 29-Jährige ist bei einer Verkehrskontrolle in Rostock am Steuer ihres Autos mit 2,94 Promille angehalten worden. Die Betrunkene war am Morgen durch eine unsichere Fahrweise und viele Schlangenlinien aufgefallen, wie die Polizei mitteilte. Ein Atemalkoholtest ergab den Wert von fast drei Promille. Zudem besaß die Frau keinen Führerschein, da sie diesen bereits wegen einer anderen Fahrt unter Alkoholeinfluss verloren hatte. Darüber hinaus wies ihr Auto Spuren eines vorherigen Verkehrsunfalls auf. Die Fahrerin bekam eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Verdachts auf Unfallflucht und Fahrens ohne Führerschein.

10:17 Uhr

Iran bestellt schon wieder den deutschen Botschafter ein

Die klare Haltung der deutschen Regierung zu den Protesten im Iran ist der politischen Führung dort ein Dorn im Auge. Der Iran hat nach einer Sondersitzung im UN-Menschenrechtsrat neuerlich den deutschen Botschafter Hans-Udo Muzel einbestellt. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Teheran warf Berlin demnach "Interventionismus" und "haltlose Aussagen" vor. Botschafter Muzel ist in den vergangenen Wochen bereits mehrmals in das Außenministerium in Teheran zitiert worden.

Im Iran protestieren seit mehr als zwei Monaten landesweit Menschen gegen die politische Führung des Landes. Der UN-Menschenrechtsrat hatte am Donnerstag wegen anhaltender Gewalt des iranischen Sicherheitsapparats gegen friedlich demonstrierende Menschen eine unabhängige Untersuchung beschlossen. Deutschland und Island hatten eine entsprechende Resolution eingereicht. Zuletzt hatte sich der Ton zwischen Teheran und Berlin verschärft. Deutsche Regierungsvertreter, allen voran Außenministerin Annalena Baerbock, hatten das gewaltsame Vorgehen gegen die Proteste immer wieder kritisiert. Ranghohe iranische Diplomaten bezeichneten Deutschland jüngst als "Regime".

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09:41 Uhr

Lehrer wegen mehr als 100 Missbrauchstaten angeklagt

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat einen ehemaligen Lehrer angeklagt, der über 20 Jahre lang Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht haben soll. Dem seit Januar in Untersuchungshaft sitzenden 47-Jährigen aus Göttingen werden mehr als 100 mutmaßliche Missbrauchstaten vorgeworfen, teilten die Ermittler am Montag mit. Die Tatserie soll von 1998 bis Ende 2021 angedauert haben, die Missbrauchsopfer kamen aus Nord- und Osthessen.

Der Anklagevorwurf gegen den aus Göttingen stammenden Mann lautet auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen wurden aus den USA auf den Weg gebracht. Der Mann war aufgefallen, weil er Kinderpornografie im Internet verbreitet haben soll. Bei der Auswertung der im Rahmen einer Durchsuchung seiner Wohnung gefundenen Datenträger ergaben sich dann die Hinweise auf die Missbrauchstaten. Laut Anklageschrift soll der frühere Lehrer 64 Mal Kinder und 35 Mal Jugendliche missbraucht haben sowie in 15 Fällen Kinderpornografie besessen haben. Das Landgericht Fulda muss nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens entscheiden.

09:21 Uhr

Terrorangriff auf Hotel in Mogadischu: Sicherheitsminister verletzt

Zwölf Stunden nach der Erstürmung eines Hotels in Somalia hat die islamistische Terrormiliz Al Shabaab das Gebäude in der Hauptstadt Mogadischu weiter unter ihrer Kontrolle gehabt. Sicherheitskräfte umstellten das Hotel Villa Rosa nahe dem Präsidentenpalast. Auch am Morgen waren Schüsse und Explosionen zu hören. Mindestens zehn Hotelgäste und ein Selbstmordattentäter wurden nach Polizeiangaben bei dem Angriff getötet, darunter auch zwei Personen mit einer doppelten somalisch-britischen Staatsbürgerschaft.

Unter den Verletzten ist der somalische Sicherheitsminister Ahmed Mohamed Doodishe, wie der Polizeibeamte Mohamed Dahir sagte. Die Opferzahl werde vermutlich steigen, sagte er. Man vermute, dass sich im Hotel viele Verletzte befinden. Schwer bewaffnete Kämpfer der Al Shabaab hatten das Hotel, zu dem ausschließlich Politiker, ausgewählte Geschäftsleute und hochrangige Staatsgäste Zutritt haben, am Sonntagabend während der Gebetszeit gestürmt. Die Terrormiliz, die enge Verbindungen mit Al-Kaida pflegt, reklamierte den Angriff für sich.

09:01 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:55 Uhr

Wölfe vermehren sich und reißen mehr Tiere

Er ist 1998 nach Deutschland zurückgekehrt. Nun breitet sich der Wolf hierzulande langsam weiter aus. Im Wolfsjahr 2021/2022 (1. Mai bis 30. April) sei die amtlich bestätigte Zahl der Wolfsrudel bundesweit auf 161 (Vorjahr 158) gestiegen. Die Zahl der Wolfspaare legte auf 43 (Vorjahr 35) zu, die Zahl der Einzelwölfe blieb mit 21 (Vorjahr 22) annähernd konstant, teilten das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) in Bonn mit.

"Das ist ein natürliches Wachstum und ein etwas geringerer Anstieg als in den Vorjahren", sagte die Leiterin des Fachgebietes zoologischer Artenschutz beim BfN, Sandra Balzer. Für öffentliche Diskussionen über den streng gegen Abschuss geschützten Wolf sorgen immer wieder Attacken auf Nutztiere, vor allem auf Schafe und Ziegen. Im Jahr 2021 wurden insgesamt 975 Angriffe von Wölfen mit 3374 verletzten, vermissten oder getöteten Nutztieren gemeldet. Im Vorjahr waren es 942 Attacken. Für die Nutztierhalter gibt es in Deutschland allerdings in fast allen Bundesländern mit etablierten Wolfsvorkommen staatliche Zuschüsse für den Herdenschutz.

08:26 Uhr

Drei Menschen nach Unfall auf A4 schwer verletzt

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Das Fahrzeug des 71-Jährigen nach dem Unfall.

picture alliance/dpa/Thüringer Polizei

Bei einem Auffahrunfall auf der A4 bei Gotha sind am Sonntagabend drei Menschen schwer verletzt worden. Ein 71-Jähriger war mit seinem Wagen auf das vorausfahrende Auto aufgefahren und dann von der Fahrbahn abgekommen, wie die Polizei mitteilte. Daraufhin überschlug sich sein Fahrzeug und blieb im Graben auf dem Dach liegen. Der Fahrer und ein weiterer Insasse wurden mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.

Zudem sei das von hinten gerammte Auto auf der A4 ins Schleudern geraten und auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen gekommen. Der 58-jährige Fahrer wurde ebenfalls schwer verletzt. Rettungskräfte brachten ihn in eine Klinik. Die Autobahn wurde nach dem Unfall vorübergehend in Fahrtrichtung Dresden gesperrt.

08:07 Uhr

Recht auf Vaterschaftsurlaub kommt erst 2024

Besonders in der ersten Zeit nach der Geburt sei es wichtig, "dass Eltern Zeit füreinander und das Baby haben", sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus. Das sei auch wichtig, "damit Väter früh eine enge Beziehung zum Kind aufbauen können". Nun kündigte Paus an, die geplante Regelung zum sogenannten Vaterschaftsurlaub erst im nächsten Jahr gesetzlich zu verankern.

"Die zweiwöchige Freistellung nach der Geburt kommt, nicht mehr in diesem Jahr, aber in 2024", sagte die Grünen-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die wirtschaftliche Lage sei derzeit schwierig, vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. "Deshalb möchte ich dieses wichtige Vorhaben im nächsten Jahr aufs Gleis setzen", sagte Paus. Die zweiwöchige Freistellung nach der Geburt soll Paus zufolge im Mutterschutzgesetz festgeschrieben werden. Eltern müssten in ihrem Wunsch nach einer partnerschaftlichen Aufteilung der Familienarbeit unterstützt werden.

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07:42 Uhr

Wie einst Samurai: Japaner schießen Bogen zu Pferd

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Yabusame-Reiter lenken ihre Pferde mit den Knien (Archivbild).

REUTERS

Einst übten sich Japans Samurai-Krieger im Bogenschießen zu Pferde und huldigten so den Shinto-Göttern. Einen Eindruck von der hohen Kunst des Yabusame, wie diese traditionelle Form des japanischen Bogenschießens in der Landessprache heißt, konnten die Besucher des diesjährigen "Naratawaramoto Yabusame Festivals" in der Präfektur Nara gewinnen. Etwa 4500 Zuschauer bewunderten im historischen Park der Karako-Kagi-Ruinen, wie in prächtigem Samurai-Gewand gekleidete Reiter in vollem Galopp ihre Pfeile auf Holzziele schossen, wie die Zeitung "Nara Shimbun" berichtete.

Die Schützen galoppierten eine rund 270 Meter langen Bahn entlang, wobei sie ihr Pferd hauptsächlich mit ihren Knien lenkten, da sie beide Hände zum Bogenspannen benötigen. Das Ritual des Yabusame wird heutzutage in der Regel bei heiligen Shinto-Schreinen anlässlich von Zeremonien oder auch zur Unterhaltung ausländischer Staatsgäste abgehalten. In Tawaramoto in der Präfektur Nara wurde die alte Kriegerkunst 2019 anlässlich des 20. Jahrestags der Ausweisung der Karako-Kagi-Ruinen als nationale historische Stätte nach Jahrhunderten wiederbelebt.

07:21 Uhr

Das wird heute wichtig

Guten Morgen!

Torschütze Niclas Füllkrug brachte es auf den Punkt: Bei der Partie gegen Spanien habe es zwar Luft nach oben gegeben, aber die deutsche Elf könne nun "mit einem guten Gefühl" ins WM-Gruppenfinale gehen. Dort wird es am Donnerstag um die Qualifikation fürs Achtelfinale gehen: Nach dem gestrigen 1:1 gegen Spanien muss Deutschland gegen Costa Rica unbedingt gewinnen, um nicht wie 2018 in Russland schon in der Vorrunde auszuscheiden. Selbst ein Sieg könnte aber zu wenig sein - falls Spanien gegen Japan verliert und Deutschland nicht hoch genug gewinnt.

Ansonsten werden diese Themen den Tag bestimmen:

  • Die Protestwelle gegen Null-Covid-Maßnahmen in China vom Wochenende dauern in vielen Städten an. Deutsche Politiker sehen in den Protesten eine neue Qualität und befürchten teilweise eine sehr harte Reaktion der Regierung in Peking.
  • Olaf Scholz hält am Nachmittag in Berlin eine Rede bei einer Dialogveranstaltung zum Thema Einwanderung und Integration. Im Fokus stehen nach Regierungsangaben die Themen Einbürgerung, Diversität und gleichberechtigte Teilhabe.
  • Das Kanzleramt berät mit Fachleuten aus der Rüstungsindustrie über die Probleme bei der Munitionsbeschaffung für die Bundeswehr.
  • Schauspielerinnen wie Meret Becker, Iris Berben und Katja Riemann wollen am Abend um 20 Uhr im Berliner Ensemble Solidarität mit den Protesten im Iran zeigen.

Mein Name ist Lea Verstl und ich darf sie zum Wochenstart durch die frühen Stunden dieses Montags begleiten. Sie haben Fragen, Anregungen oder Kritik? Schreiben Sie mir gerne: dertag@n-tv.de.

07:00 Uhr

Ex-Verwaltungsrichter sieht Probleme bei Asyl-Plänen

Gesetze, die Verfahren eigentlich erleichtern sollen, stellen die Behörden in vielen Fällen bei der praktischen Umsetzung vor Probleme. So verhält es sich nach Ansicht des früheren Verwaltungsrichter Wolfgang Bartsch auch mit den Plänen der Ampel-Koalition für eine Beschleunigung der Asylverfahren. Vor allem die in ihrem Gesetzentwurf enthaltene Idee, Asylklageverfahren dadurch zu verkürzen, dass das Bundesverwaltungsgericht künftig Entscheidungen zu bestimmten Herkunftsländern und Gefährdungsgründen treffen dürfen soll, werde nicht den gewünschten Effekt haben.

Die Koalitionäre erhoffen sich von der geplanten Regelung eine Vereinheitlichung der Rechtsprechung. Der Jurist warnte jedoch: "Wenn es dann eine Leitsatz-Entscheidung des Bundesverwaltungsgericht gibt, etwa zur Situation der Kurden in Nordsyrien, kann der Kläger jederzeit sagen, diese Entscheidung sei veraltet, die Situation im Herkunftsland habe sich geändert. Eine Zeitersparnis ist daher nicht zu erwarten." Der frühere Verwaltungsgerichtspräsident aus Braunschweig hatte den Mitgliedern des Innenausschusses in der vergangenen Woche geraten, künftig auch in Eilverfahren - in denen es meist um eine drohende Abschiebung geht - Beschwerden zuzulassen. Und in Klageverfahren von allgemeiner Bedeutung sollten die Verwaltungsgerichte eine Berufung zulassen dürfen.

06:40 Uhr

Briten leiden wegen Brexits unter Ärztemangel

Das britische Gesundheitswesen ist auf Ärzte aus der EU angewiesen. Dies betrifft laut einer Studie insbesondere die Fachbereiche Anästhesie, Pädiatrie, Herz-Chirurgie und Psychiatrie. Der Untersuchung zufolge verschärfte der Brexit den Ärztemangel im Vereinigten Königreich. Demnach fehlen im britischen Gesundheitswesen in den wichtigsten Fachgebieten rund 4000 Ärzte aus EU-Ländern.

Der "Anstieg des Personals aus der EU" und der Ländern der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) habe sich "verlangsamt" und sei "und unter den prognostizierten Anstieg gefallen", hieß es in der von der Zeitung "The Guardian" in Auftrag gegebenen Studie der Denkfabrik Nuffield Trust. Laut der Studie hätten sich im Jahr 2021 mehr als 41.000 Ärzte aus der EU oder den Efta-Ländern Norwegen, Schweiz, Island und Liechtenstein in Großbritannien niederlassen lassen müssen, um diesen Personalmangel auszugleichen - mindestens aber 4000 mehr.

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06:20 Uhr

Leeres Blatt Papier ist Chinas Symbol der Rebellion

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Eine weißes Blatt Papier - Symbol der Zensur.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Ein leeres, weißes Blatt Papier wird in China zum Symbol des Widerstandes gegen die strikten Corona-Beschränkungen. "Das weiße Papier steht für alles, was wir sagen wollen, aber nicht sagen können", sagte Johnny, 26, am Sonntag bei einer der vielen Protestveranstaltung entlang der 3. Ringstraße der chinesischen Hauptstadt in der Nähe des Liangma-Flusses. "Wir wollen wieder ein normales Leben führen. Wir wollen Würde haben." Bilder und Videos, die am Wochenende in sozialen Medien veröffentlicht wurden, zeigten Studenten an verschiedenen Elite-Universitäten von Nanjing bis Peking, die in stillem Protest weiße Blätter ohne Beschriftung hochhielten - um sich einer Zensur oder Verhaftung wegen verbotener Parolen zu entziehen.

Auslöser für die Proteste war ein Feuer in einem Hochhaus in Urumqi. Es war am Donnerstagabend ausgebrochen, zehn Menschen kamen dabei ums Leben. In sozialen Netzwerken verbreitete sich die Ansicht, dass das Gebäude wegen der Corona-Beschränkungen teilweise verschlossen war und es viele Bewohner deshalb nicht rechtzeitig heraus schafften. Vertreter der Stadt erklärten, dass die Maßnahmen Entkommen und Rettung nicht behindert hätten. Öffentliche Proteste sind in China selten.

Unter Präsident Xi Jinping wurden abweichende Meinungen fast vollständig untersagt. Die Bürger bedienen sich daher meist der sozialen Medien, um ihrem Ärger Luft zu machen. Oft ist es ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden bis zur Entdeckung und Zensur. Mehrere Internetnutzer zeigten sich mit den Aktionen an den Universitäten solidarisch, indem sie weiße Quadrate oder Fotos von sich selbst mit leeren Blättern auf WeChat oder Weibo posteten. Seit Sonntagmorgen ist der Hashtag "white paper exercise" auf Weibo blockiert.

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06:01 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht

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