Donnerstag, 10. September 2020Der Tag

mit Uladzimir Zhyhachou
Uladzimir Zhyhachou
22:41 Uhr

Das war Donnerstag, der 10. September 2020

Auf diese Nachricht haben die meisten deutschen Motorsport-Fans monatelang hoffnungsvoll gewartet: Sebastian Vettel bleibt in der Formel 1! Der viermalige Weltmeister fährt in der nächsten Saison für den Rennstall Aston Martin. Was ihn in einem neuen Team erwartet, lesen Sie hier.

Was war heute sonst wichtig:

Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und eine gute Nacht! Bis morgen!

22:18 Uhr

EU-Diplomaten schützen Nobelpreisträgerin Alexijewitsch vor Entführung

Nach der Entführung von Maria Kolesnikowa und Festnahme von Maxim Snak in Belarus ist die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch die letzte Vertreterin des Koordinierungsrates der Opposition, die noch auf freiem Fuß ist. Doch auch die 72-Jährige ist offenbar in Gefahr. Alexijewitsch berichtete gestern von unbekannten Männern in Zivil, die vor ihrem Wohnblock stünden und ständig klingeln würden. Daraufhin eilten Unterstützer, Journalisten und Diplomaten aus mehreren Ländern zur Wohnung der Nobelpreisträgerin in Minsk, um eine mögliche Verschleppung zu verhindern.  

Nach einem "spontanen Solidaritätsbesuch" sind Botschafter aus EU-Ländern heute wieder in die Wohnung der Schriftstellerin gekommen. Ein Diplomat sagte der "Deutschen Welle", sie würden in Alexijewitschs Wohnung abwechselnd Wache halten, auch nachts. Wie die schwedische Außenministerin Ann Linde auf Twitter schrieb, versammelten sich heute 15 EU-Vertreter in der Wohnung. "Wir schützen weiterhin ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden", schrieb Linde weiter.

21:40 Uhr

Friedensgespräche zwischen Taliban und Kabul beginnen am Samstag

Die militant-islamistischen Taliban und Afghanistans Regierung sind bereit für Friedensgespräche. Am Samstag soll der Auftakt der Verhandlungen in der katarischen Hauptstadt Doha beginnen, wie Vertreter beider Konfliktparteien bestätigten. Die Verhandlungsdelegation aus Kabul soll am Freitag anreisen. Die Taliban befinden sich bereits in Doha, in einem Hotel am Meer.

Fast zwei Jahrzehnte nach ihrer Vertreibung aus Kabul wollen die Taliban erstmals mit Kabul über Frieden verhandeln. Ein Abkommen zwischen den USA und den Taliban Ende Februar verpflichtete die Islamisten zur Aufnahme der Friedensverhandlungen. Streit über einen Gefangenentausch, der Vertrauen aufbauen sollte, hatte zu erheblichen Verzögerungen der Verhandlungen geführt.

21:10 Uhr

Vettel stand offenbar kurz vor Formel-1-Rücktritt

Sebastian Vettel hat sich vor seinem Wechsel von Ferrari zu Aston Martin 2021 intensiv mit einem Rücktritt befasst. Auf die Frage, wie nahe er diesem Entschluss gekommen sei, antwortete der 33-Jährige: "Nahe. Keine Ahnung, gibt es ein Maß, wie nahe man kommen kann?" Vettel hat sich nach eigenen Angaben sehr "viele Gedanken" in dieser Hinsicht gemacht. "Was ich jetzt entschieden habe, glaube ich, ist das Beste für mich. Ich freue mich darauf, das zu beweisen", sagte der Ferrari-Pilot. Vettel unterschrieb nach seiner Ausmusterung bei der Scuderia zum Ende dieser Saison einen Kontrakt ab 2021 bei Racing Point, das künftig als Werksteam von Aston Martin startet. "Ich will an der Spitze des Feldes und nicht am Ende des Feldes fahren", betonte Vettel vor dem 1000. Grand Prix von Ferrari in Mugello.

Mehr Sport-Meldungen finden Sie im Sport-Tag.

20:54 Uhr

Indigenen-Experte in Brasilien von Ureinwohnern getötet

Ein Mitarbeiter der Indigenen-Behörde Funai ist nach einem Pfeilangriff isoliert lebender Ureinwohner im brasilianischen Amazonas-Gebiet gestorben. Rieli Franciscato galt als Experte für die Arbeit mit Indigenen, insbesondere mit Völkern, die freiwillig abgeschottet leben und noch bisher noch keinen Kontakt zur weißen Bevölkerung hatten. Er setzte sich auch für die Politik des sogenannten "Nicht-Kontakts" und ein friedliches Miteinander ein.

Zuletzt war der 56-Jährige unter anderem mit der Überwachung der "isolados do Cautário" beauftragt. Die Funai hatte die nach einem Fluss in der Nähe benannte Gruppe in den 1990er Jahren entdeckt und seither überwacht. Medienberichten zufolge war Rieli über den Aufenthaltsort der Gruppe informiert worden und mit Militärpolizisten auf dem Weg, um die Situation zu überprüfen. Beim Zusammentreffen kam es zu dem tödlichen Angriff, teilte das Nachrichtenportal "G1" ein.

Ivaneide Cardozo von der Nichtregierungsorganisation Kanindé sagte der "Folha de S. Paulo", die isoliert lebenden Indigenen könnten nicht zwischen Freund und Feind unterscheiden.

20:06 Uhr

Fliege fliegt Autofahrer in den Mund - schwerer Unfall

Eine Fliege hat im niedersächsischen Eydelstedt einen Autounfall mit zwei Schwerverletzten verursacht.

Die Fliege flog durchs offene Fenster dem Fahrer in den Mund. Der 20-Jährige versuchte sie auszuspucken und verriss dabei das Steuer. Sein Wagen geriet zunächst in einen Graben und prallte dann gegen einen Baum. Der Fahrer und der 21-jährige Beifahrer wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt und kamen ins Krankenhaus. Am Pkw entstand Totalschaden.

19:30 Uhr

CDU-Politiker: Labor-Analyse zu Nawalny nicht veröffentlichen

Die Giftanalyse des Münchner Bundeswehrlabors im Fall des Kremlkritikers Alexej Nawalny sollte nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Roderich Kiesewetter aus Sicherheitsgründen nicht komplett veröffentlicht werden.

  • Er sagte der "Berliner Zeitung" auf die Frage, ob Deutschland nicht am besten das Ergebnis veröffentlichen sollte, um Spekulationen zu entkräften: "Die Bundesrepublik darf die Daten nicht offenlegen, weil die russischen Geheimdienste genau darauf warten. Sie können dann ableiten, mit welchen Analysemethoden gearbeitet wurde." Mit diesen Erkenntnissen könnten die Russen den Einsatz des militärischen Kampfstoffs Nowitschok so verändern, dass er noch schwerer aufzufinden sei.
  • Kiesewetter versicherte, Deutschland habe aber "eine hohe Kompetenz in der Analyse erworben". Daher seien die Analysen "von sehr hoher Zuverlässigkeit". Weiter sagte er, er wolle keine Schuldzuweisung machen."Es ist aber offenbar nicht im Interesse des russischen Präsidenten(Wladimir) Putin, herauszufinden, wer die Täter waren."
  • Die russische Generalstaatsanwaltschaft hat in dem Fall ein Rechtshilfegesuch in Deutschland gestellt. Bereits in der vergangenen Woche hatten die deutschen Behörden betont, dass die Berliner Justizverwaltung dies prüfe. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte in der ARD angekündigt, die deutsche Seite werde zustimmen.
18:53 Uhr

RKI meldet mehrere Infektionen mit dem West-Nil-Virus

In Deutschland haben sich weitere Menschen mit dem von Mücken verbreiteten West-Nil-Virus infiziert. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete, ist bei sieben Betroffenen in Leipzig der Nachweis geführt worden, nachdem sie Symptome einer Erkrankung gezeigt hätten. Bei je einer Person aus Berlin und Meißen sei die Infektion beim Test von Blut- oder Plasmaspenden entdeckt worden. Sowohl in Leipzig wie in Berlin gibt es den Angaben zufolge weitere Verdachtsfälle. Am 3. September hatte das RKI die ersten vier Fälle des Jahres gemeldet.

  • Wie es weiter hieß, habe unter den Betroffenen ein 76-jähriger Mann eine Enzephalitis entwickelt, zwei weitere Patienten - eine 32-jährige Frau und 85-jähriger Mann - eine Meningitis. Beides sind entzündliche Erkrankungen des Gehirns. Die Ermittlungen zum Beginn der Erkrankung und dem genauen Infektionsort der Patienten laufen noch.
  • Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger. Infizierte Mücken können neben Vögeln auch Säugetiere - vor allem Pferde - und den Menschen anstecken.Vor allem in Südeuropa gibt es seit einigen Jahren solche Fälle.
  • Einen Impfstoff für Menschen gibt es bisher nicht. Häufig verläuft eine Infektion ohne Symptome. Wenn Erkrankungen auftreten, sind diese oft mit grippeähnlichen Erscheinungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost oder Erbrechen verbunden.
Mehr dazu lesen Sie hier.
18:20 Uhr

IT-Ausfall in Düsseldorfer Klinik: OPs verschoben, Notaufnahme dicht

Heute um drei Uhr nachts ist das Computer- und Informationssystem des Uniklinikums Düsseldorf weitgehend ausgefallen. Notoperationen würden noch durchgeführt, Patienten mit verschiebbaren Terminen sollten die Klinik nicht aufsuchen, teilte das Klinikum auf seiner Webseite mit. Die Notaufnahme sei derzeit geschlossen. Wie lange der Ausfall noch andauere, lasse sich noch nicht abschätzen, hieß es am Nachmittag.

Der Ausfall hat auch Spezialisten für Cybercrime auf den Plan gerufen. "Es gibt Anhaltspunkte, die auf strafrechtlich relevantes Verhalten hindeuten", sagte ein Sprecher der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentralstelle für Cybercrime. Die Prüfung des Vorfalls auf einen kriminellen Hintergrund habe aber gerade erst begonnen.

Das Patientenorganisationssystem sei ebenfalls von dem Ausfall betroffen und stehe nur eingeschränkt zur Verfügung. "Wir versuchen,unsere Patienten optimal zu versorgen", so der Kliniksprecher. "Im Ernstfall sollten Patienten umliegende Krankenhäuser aufsuchen", betonte er.

17:49 Uhr

Schlagzeilen zum Feierabend

17:39 Uhr

Mexikos Flüsse versorgen nur USA: Wasser-Konflikt eskaliert tödlich

Wasser gilt als künftig immer knappere Ressource, an der südlichen US-Grenze eskaliert ein Konflikt nun bereits blutig und tödlich. Der Präsident hatte auf die Hurrikan-Saison gehofft, nun aber sitzen seine Bauern auf dem Trockenen - in der Verzweiflung entlädt sich ihr Zorn.

17:01 Uhr

Bond-Girl und "GoT"-Star: Schauspielerin Diana Rigg ist tot

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Heiratete James Bond: Diana Rigg als Tracy in "Im Geheimdienst Ihrer Majestät".

(Foto: imago images / United Archives International)

Die britische Schauspielerin Diana Rigg ist tot. Sie starb im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung, wie ihr Agent bestätigte.

Ihre Rolle als Agentin Emma Peel in der Fernsehserie "Mit Schirm, Charme und Melone" machte Diana Rigga in den 60er Jahren berühmt. In dem James-Bond-Film "Im Geheimdienst Ihrer Majestät" spielte sie 1969 die Hauptrolle als Tracy, die James Bond sogar heiratet.

Ab 2013 - mit 75 Jahren- erspielte sie sich in der TV-Fantasy-Serie "Game of Thrones" als intrigante Olenna Tyrell eine neue Fangemeinde. Dreimal wurde sie dafür für einen Emmy nominiert.

16:11 Uhr

Gewalttäter macht Opfer Heiratsantrag vor Gericht

Er soll sie geschlagen, getreten, gewürgt, an den Haaren gezogen und mit dem Tod gedroht haben. Ihren Kopf soll er zudem wiederholt gegen den Boden geschlagen haben. Mit dem Aufsatz eines Bajonetts soll er ihr in die rechte Backe geritzt und versucht haben, die Speerspitze mit voller Wucht in den Kopf zu stechen. Und trotzdem lieben sie einander. Oder wollen zumindest heiraten:

Ein wegen versuchten Totschlags angeklagter Mann hat in einem Prozess in Bonn seiner Lebensgefährtin einen Heiratsantrag gemacht. Die Frau gab ihm noch im Gerichtssaal das Jawort - was weitreichende Auswirkungen hatte.

Die Frau stand als Nebenklägerin eigentlich kurz vor ihrer Zeugenaussage. Nach dem Eheversprechen musste sie nicht mehr gegen den Angeklagten aussagen.

Da sie nunmehr verlobt seien - so der Vorsitzende Richter -könne sie sich auf das Aussageverweigerungsrecht berufen. Anschließend legte die Frau die Nebenklage nieder, da sie an der Verurteilung kein Interesse mehr habe.

15:20 Uhr
Breaking News

Fast 20 Milliarden weniger Steuereinnahmen 2021 als geplant

Wegen der Corona-Krise müssen Bund, Länder und Kommunen im nächsten Jahr mit fast 19,6 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen auskommen als noch im Mai erwartet. Ab 2022 rechnen die Steuerschätzer dann wieder mit Einnahmen auf Vorkrisenniveau, wie das Finanzministerium in Berlin bekanntgab.

15:06 Uhr

Wienerin sperrt Sohn monatelang in Keller

In Österreich werden Erinnerungen an den Fall Fritzl wach: Ein 45-jähriger Mann in Wien ist nach eigener Aussage von seiner Mutter seit April im Keller ihres Einfamilienhauses gefangen gehalten worden.

Die Polizei ermittelt wegen des Anfangsverdachts einer Freiheitsentziehung. Objektive Erkenntnisse lägen aber noch nicht vor, sagte ein Polizeisprecher. Die 77-jährige Mutter sowie weitere mögliche Zeugen würden nun vernommen.

Die Mutter hatte am Mittwoch die Sanitäter wegen des bedrohlichen Gesundheitszustands ihres Sohnes alarmiert. Die Sanitäter wiederum riefen die Polizei wegen des "sanitären Übelstands" vor Ort. Der Schwerkranke erzählte dann auf dem Weg in die Klinik, dass er von seiner Mutter in einem Kellerabteil eingesperrt worden sei. Er war laut Polizei anfangs in Lebensgefahr, dann habe sich sein Zustand etwas stabilisiert.

14:30 Uhr

Nawalny-Mitarbeiter kurz vor Wahl zusammengeschlagen

Ein Mitarbeiter des vergifteten Kremlkritikers Alexej Nawalny ist vor der bevorstehenden Regionalwahl in der Großstadt Tscheljabinsk zusammengeschlagen worden.

Der Koordinator von Nawalnys Stab in der Stadt am Ural sei in der Nacht von Unbekannten angegriffen worden, teilte das Team mit. Er habe möglicherweise schwere Verletzungen am Kopf erlitten. Die Polizei kündigte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax an, den Fall zu prüfen.

Mehrere Nawalny-Helfer sollen nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen zahlreiche Drohungen bekommen haben. In Tscheljabinsk wird am Wochenende das Regionalparlament gewählt. Nawalnys Team will dort die Dominanz der Kremlpartei Geeintes Russland brechen. Auch in der Stadt Nowosibirsk sei vor einigen Tagen das Büro angegriffen worden, in dem Nawalnys Team arbeitet.

13:28 Uhr

Griechenland will Moria-Flüchtlinge nicht von Insel lassen

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Wenn es nach der griechischen Regierung geht, sollen die 12.600 Menschen Lesbos nicht verlassen dürfen.

(Foto: dpa)

Die griechische Regierung hat sich erneut deutlich zum weiteren Umgang mit den 12.600 Menschen geäußert, die im Lager in Moria auf der Insel Lesbos leben. Nach Regierungsangaben haben Bewohner den Großbrand im Camp Moria in der Nacht zum Mittwoch selbst gelegt. "Das Feuer wurde von Menschen gelegt, die Asyl beantragt haben - als Reaktion auf die wegen des Coronavirus verhängte Quarantäne", sagte Regierungssprecher Stelios Petsas. Es handele sich um Menschen, die "ihr Gastland nicht respektieren", so Petsas. Mit solchen Aktionen jedoch torpedierten diese Menschen jede Lösung. "Wir sagen es ihnen klipp und klar: Sie werden nicht wegen des Feuers die Insel verlassen. Das können sie vergessen." Gelungen sei den Brandstiftern lediglich, Tausende Menschen - darunter Familien - obdachlos zu machen, kritisierte Petsas.

13:17 Uhr

Erneut Großbrand am Hafen von Beirut

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Eine dunkle Rauchsäule steht über dem Hafen in Beirut.

(Foto: REUTERS)

Rund fünf Wochen nach der verheerenden Explosionskatastrophe in Beirut ist am Hafen der libanesischen Hauptstadt ein Großbrand ausgebrochen. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie dichte Rauchwolken über dem Gebiet stehen. Nach Armeeangaben stand ein Lager für Motoröl und Autoreifen in Flammen. Augenzeugen berichteten, dass viele Menschen ihre Viertel in der Nähe des Hafens verließen.

Bei der Explosion von ungesichertem Ammoniumnitrat im Hafen von Beirut waren am 4. August mindestens 191 Menschen getötet und mehr als 6500 weitere verletzt worden. Sieben Menschen werden nach Angaben der libanesischen Armee noch vermisst. Rund 300.000 Menschen wurden obdachlos.

12:50 Uhr

Mobiles Video-Streaming am klimaschädlichsten

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(Foto: picture alliance/dpa)

Ist Streaming das neue Fliegen in unserer CO2-Bilanz? Wer Video-Dienste wie Netflix oder Amazon Prime nutzt, verbraucht dabei Energie - vielleicht mehr, als einem bewusst ist: Das Umweltbundesamt hat in einer Studie erhoben, welcher Streamingweg am meisten und welcher am wenigsten schadet. Die Untersuchung von Ökoinstitut und Fraunhofer-Gesellschaft habe erstmals gezeigt, dass etwa eine Videoübertragung per Glasfaser fast 50-mal effizienter sei als über Mobilfunk. Demnach werden bei einer Stunde Streaming im Wlan bestenfalls nur zwei Gramm CO2 in die Luft geblasen - über Mobilfunk im 3G Netz im schlechtesten Fall 90 Gramm.

Spätestens mit Beginn der Corona-Pandemie hat die Nutzung von Video-Diensten wie Netflix und Amazon Prime deutlich zugenommen. Zudem hat die Arbeit im Homeoffice zwangsläufig für einen großen Digitalisierungsschub gesorgt. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich deshalb mit Blick auf die Umwelt für den weiteren Ausbau öffentlicher WLAN-Hotspots ausgesprochen.

12:00 Uhr

Schlagzeilen am Mittag

11:58 Uhr

Trump macht den Deutschen mehr Angst als Corona

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Der US-Präsident bereitet den Deutschen offenbar mehr Kopfschmerzen als die Virus-Gefahr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Was macht uns Angst? Die Corona-Pandemie landet in einer aktuellen Befragung jedenfalls nur auf Platz 2: Mehr Angst haben die Deutschen vor US-Präsident Donald Trump. Als größtes Problem sehen die Deutschen seine Politik - 53 Prozent macht diese Angst. Nur etwa jeder Dritte Deutsche fürchtet sich nach den veröffentlichten Ergebnissen der Langzeitstudie "Die Ängste der Deutschen" vor einer eigenen Infektion oder einer Infektion von Menschen aus dem persönlichen Umfeld mit dem Coronavirus.

Trotz der Corona-Pandemie sank der Index aller Ängste von 39 auf 37 Punkte, dies war der niedrigste Wert seit Beginn der Umfrage im Jahr 1992. "Die Deutschen reagieren auf die Pandemie keineswegs panisch", erklärte Brigitte Römstedt, Leiterin des R+V-Infocenters. "Viele Sorgen gehen zurück."

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11:47 Uhr

Warn-App NINA funktioniert bei vielen Nutzern nicht

Das ging wohl etwas in die Hose: Eigentlich sollte heute um 11 Uhr auf den Smartphones von Nutzern der Warn-App NINA ein Hinweis eingehen, aber beim bundesweiten Warntag blieb die App bei vielen still. "Wir wissen, dass es teilweise geklappt hat", sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. Teilweise sei es aber auch zu einer Überlastung des modularen Warnsystems gekommen. "Deshalb gibt es gerade Verzögerungen bei der Auslösung." Die App soll Nutzer vor Gefahren warnen wie schwere Unwetter, Überschwemmungen, Chemieunfälle oder auch Terroranschläge.

11:28 Uhr

Kolesnikowa: Behörden drohten mit dem Tod

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Die Sorge um die Politikerin Maria Kolesnikowa ist groß.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sicherheitskräfte hätten ihr einen Sack über den Kopf gezogen, gedroht, sie zu töten, und wollten sie gewaltsam in die Ukraine abschieben - so sollen die Behörden im Auftrag von Staatschef Alexander Lukaschenko versucht haben, Maria Kolesnikowa Anfang der Woche auszuweisen. Das teilte die inhaftierte belarussische Oppositionspolitikerin in einer Erklärung mit, die ihr Anwalt veröffentlichte. Sie habe um ihr Leben gefürchtet. Die Sicherheitskräfte hätten ihr gesagt: entweder "lebendig oder zerstückelt", schrieb sie in der Stellungnahme. Die Oppositionspolitikerin hat Strafanzeige gegen die Behörden wegen Morddrohung gestellt uns betonte, dass sie die Männer bei einer Gegenüberstellung identifizieren könne.

Kolesnikowa hatte am Dienstag ihre Abschiebung verhindert, in dem sie an der Grenze ihren Pass zerrissen hat. Seitdem ist sie in der Hauptstadt Minsk in Haft. Kolesnikowa ist eine Schlüsselfigur der Proteste gegen Lukaschenko, der Belarus seit 26 Jahren autoritär regiert und dem die Opposition Betrug bei seiner Wiederwahl am 9. August vorwirft.

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11:00 Uhr
Breaking News

Bundesweiter Probe-Alarm in Deutschland

Wie schon angekündigt läuft gerade ein großer Probe-Alarm in Deutschland. Sirenen, Radio- und Fernsehsender, Internetseiten, Smartphones - auf allen Kanälen gehen bundesweit gerade testweise Warnmeldungen raus. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Falls Sie sich fragen sollten, wann der Lärm vorbei ist: Halten Sie noch bis 11:20 Uhr durch. Dann soll der bundesweite Warntag auch wieder vorbei sein - allerdings mit einem einminütigen Dauerton zum Abschluss.

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10:51 Uhr

SUVs bei Autodieben beliebt

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Gefragtes Diebesgut: Kriminelle stehlen häufiger SUVs als andere Autos.

(Foto: picture alliance/dpa)

Bei Autodieben sind sparsame oder umweltschonende Modelle wie E-Autos offenbar noch nicht sehr beliebt: Bei rund 14.300 entwendeten Fahrzeugen hatten es die Kriminellen besonders auf SUVs abgesehen. Insgesamt ist die Bilanz jedoch positiv: Die Zahl der Autodiebstähle ging im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent zurück, wie aus dem jährlichen Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervorgeht. Zudem wurden nach Erkenntnissen der deutschen Versicherer zuletzt weniger Neuwagen gestohlen. Dafür interessierten sich Diebe verstärkt für Autos, die etwa zwei bis drei Jahre alt sind. Der GDV führte das auf Bemühungen der Hersteller zurück, ihre auf Funkchips basierende schlüssellose Öffnungs- und Starttechnik sicherer zu machen. Ältere Typen seien leichter zu manipulieren.

10:24 Uhr
Breaking News

Klöckner bestätigt Fall Afrikanischer Schweinepest

Die für Haus- und Wildschweine hochansteckende und meist tödliche Afrikanische Schweinepest hat Deutschland erreicht. Das hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner mitgeteilt. Demnach habe sich ein am Mittwochabend gemeldeter Verdachtsfall bei einem Wildschwein-Kadaver in Brandenburg bestätigt.

Für Menschen gilt die Tierseuche als ungefährlich, aber sie trifft Deutschland als einen der größten Schweinefleisch-Exporteure Europas. China und andere asiatische Länder verhängen in der Regel Importverbote für Fleisch aus Regionen, in denen die Pest festgestellt wurde.

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10:12 Uhr

400 minderjährige Moria-Flüchtlinge ausgeflogen

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Für die 400 unbegleiteten Kinder und Jugendlichen hat das Ausharren im überfüllten Lager auf Lesbos ein Ende.

(Foto: picture alliance/dpa)

165 der rund 400 unbegleiteten Kinder und Jugendliche aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos wurden bereits gestern Abend aufs Festland gebracht. Am Morgen wurden 240 weitere Minderjährige mit einem Flugzeug in die Hafenstadt Thessaloniki geflogen, berichtet der staatliche Rundfunk (ERT). Allen anderen Bewohnern des Flüchtlingscamps begegnete der stellvertretende Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos jedoch mit einer harten Ansage. "Wer denkt, er könne zum Festland und dann nach Deutschland reisen, der soll es vergessen", sagte er dem Nachrichtensender Skai.

Da wird jedoch noch nicht das letzte Wort gesprochen sein. Mehrere Länder haben sich bereits bereit erklärt, Flüchtlinge aus dem nahezu vollständig zerstörten Lager aufzunehmen. Tausende Menschen mussten die Nacht unter freiem Himmel auf den Straßen rund um das Camp verbringen.

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10:07 Uhr
Breaking News

Formel 1: Vettel wechselt zu Aston Martin

Die monatelangen Spekulationen um Sebastian Vettels Zukunft in der Formel 1 sind vorbei: Nach der Katastrophen-Saison bei Ferrari ist der viermalige Weltmeister nicht gezwungen, seine Karriere in der Motorsport-Königsklasse zu beenden, weil er bei einem neuen Team anheuert: Der 33-Jährige fährt zukünftig für das englische Aston-Martin-Team. Der viermalige Weltmeister unterschrieb bei seinem neuen Rennstall von Racing Point einen Vertrag über das Jahr 2021 hinaus.

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09:40 Uhr

Böhmermann veröffentlicht Twitter-Tagebuch

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Satiriker und Twitter-Fan Jan Böhmermann

(Foto: dpa)

In Deutschland twittert wohl niemand so fleißig wie er: 25.800 Tweets hat Satiriker Jan Böhmermann in den vergangenen elf Jahren bei Twitter veröffentlicht, seine Fans begeistert und unterhalten. Mittlerweile bringt er es dort auf mehr als zwei Millionen Follower. Für die und alle, die sich nicht durch elf Jahre scrollen wollen, hat er jetzt quasi "gesammelte Werke" zusammengestellt: In einer Art Twitter-Tagebuch hat Böhmermann seine persönlichen Highlights zusammengetragen - und natürlich lässt es sich der Satiriker nicht nehmen, das Ganze zu kommentieren. Wer Twitter kennt, weiß, dass Einordnung aber auch ganz hilfreich sein kann. In seinem Buch "Gefolgt von niemandem, dem du folgst" geht es jedoch nicht nur um Spaßiges, sondern auch um ernstere Themen wie das Erdogan-Schmähgedicht, was 2016 international für Aufsehen sorgte und auf das viel rechtlicher Ärger folgte.

Heute um 11 Uhr gibt es deshalb wohl nicht nur einen Alarm beim bundesweiten Warntag - zumindest für den Satiriker:

09:01 Uhr

Schlagzeilen am Morgen

08:53 Uhr

Kreml-Kritiker Nawalny wird strenger bewacht

Der vergiftete Kreml-Kritiker Alexej Nawalny ist weiter auf dem Weg der Besserung. Bei der Polizei ist das jedoch auch Grund zur Sorge um den russischen Oppositionspolitiker: Das Landeskriminalamt Berlin verschärft die Sicherheitsvorkehrungen für Nawalny, wie das Magazin "Der Spiegel" und die Investigationsplattform "Bellingcat" berichten. Demnach sollen sowohl die Anzahl der eingesetzten Beamten als auch die Kontrolldichte um Nawalny in der Berliner Charité erhöht worden sein. Dort erholt er sich nach seiner Vergiftung am 20. August in Russland.

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08:18 Uhr

"Kool and the Gang"-Gründer Ronald Bell gestorben

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Ronald Bell (2. v.l.) zusammen mit seinem Bruder Robert (li.) und weiteren Band-Mitgliedern.

(Foto: imago images/UPI Photo)

"Celebations" - so ziemlich jeder hat diesen Song von "Kool and the Gang" schon mal irgendwie auf irgendeiner Geburtstagsparty gehört. Doch gerade gibt es keinen Grund zum Feiern, sondern Grund zur Trauer: Ronald Bell, Mitbegründer der weltbekannten Funk-Band, ist tot. Der Sänger und Komponist starb gestern im Alter von 68 Jahren in seinem Haus auf den Amerikanischen Jungferninseln, wie der PR-Manager der Gruppe, Angelo Ellerbee, mitteilte. Eine Todesursache nannte er nicht.

Kool and the Gang feierten ihre größten Erfolge in den 70er und 80er Jahren. Zu den Welt-Hits der Band gehören neben "Celebration" noch "Jungle Boogie" und "Ladies' Night". Bell hatte Kool and the Gang mit seinem Bruder Robert und fünf Freunden Anfang der 60er Jahre gegründet. 1978 gewann die Band einen Grammy für ihren Beitrag zur Musik des Disko-Films "Saturday Night Fever" mit John Travolta. Aus Bells Feder stammt auch "Celebration". Bell ist auch unter seinem muslimischen Namen Khalis Bayyan bekannt.

07:49 Uhr

Das wird heute wichtig

Liebe Leserinnen und Leser,

bekommen Sie heute um 11 Uhr keinen Schreck: Da wird es einmal ohrenbetäubend laut. In ganz Deutschland sollen Sirenen heulen, Warn-Apps piepen, Radio- und Fernsehsender ihre Sendungen für eine Warn-Meldung unterbrechen. Aber keine Sorge: Das ist nur eine große Übung. Denn an diesem Donnerstag steht uns allen der erste bundesweite Warntag seit 1990 bevor. Warum das Ganze? Nach Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sollen Bund, Länder und Kommunen alle Warnmöglichkeiten für den Ernstfall ausprobieren. Also wundern Sie sich bitte nicht, wenn ihr Smartphone nachher verrückt spielt - auch wir melden uns dann um 11 Uhr mit einem Probe-Alarm. Mehr lesen Sie dazu hier.

Doch nicht nur um den Warntag soll es heute gehen - das wird außerdem wichtig:

  • Bund, Länder und Kommunen müssen wegen der Corona-Pandemie mit weniger Steuereinnahmen auskommen. Wie groß die Einbußen voraussichtlich sind, darüber informieren die Steuerschätzer.
  • London und Brüssel ringen weiter um Einigung über ein Handelsabkommen für die Zeit nach der Brexit-Übergangsphase und da steht heute die achte und letzte Gesprächsrunde an.
  • Nach ihrer Entführung und Verhaftung in Belarus soll die Oppositionelle Maria Kolesnikowa heute verhört werden. Sie ist die einzige politische Gefangene bisher, die sich wegen des Versuchs der illegalen Machtergreifung verantworten soll.
  • Im Streit ums Erdgas im Mittelmeer lädt Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron die Konfliktparteien heute zu einem informellen Gipfeltreffen auf der Insel Korsika ein.
  • Was macht den Deutschen am meisten Angst? Dieser Frage widmet sich eine jährliche Umfrage der R+V-Versicherung. Angesichts der Corona-Pandemie könnten die Ergebnisse der Befragung besonders spannend sein.

Uns steht also ein ereignisreicher Tag bevor. Bis zum Nachmittag versorge ich Sie hier mit spannenden Nachricht aus Deutschland und der Welt. Bei Fragen, Anregungen oder Kritik - schreiben Sie mir gerne eine Mail an johanna.ohlau[at]nama.de.

07:34 Uhr

Ein (fast) perfekter Spätsommertag

Der Donnerstag zeigt sich verbreitet mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Von der Mitte zieht allerdings ein Streifen mit dichten Wolken und teils etwas Regen in den Süden, schwächt sich aber dabei ab. Davor und dahinter ist es sonnig. Am Nachmittag bilden sich vorwiegend vom Schwarzwald über die Fränkische Alb bis in den Bayerischen Wald noch hier und da schwache Schauer. Dabei ist es kühler als gestern, vor allem im Osten. Die Temperaturen erreichen 17 Grad in Schleswig, 19 Grad in Kassel, 23 Grad in Heilbronn und bis zu 27 Grad in Weil am Rhein. Der Wind weht schwach, an der Ostsee noch mäßig bis frisch um Nordwest.

Auch am Freitag gibt es über der Mitte Deutschlands einen breiten Streifen mit meist sonnigem und durchwegs trockenem Wetter. Nur südlich der Donau sind die Wolken zahlreicher, direkt am Alpenrand können sich am Nachmittag einzelne Schauer oder Gewitter entladen. Die Temperaturen erreichen am Freitag im Norden 17 bis 20 Grad, in der Mitte bis 24 Grad und in den Flusstälern im Südwesten spätsommerlich warme 25 bis 28 Grad.

07:04 Uhr

Ukulele von Billie Eilish versteigert

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Billie Eilish stiftete wie andere Promis ihr Instrument für den guten Zweck.

(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Ukulele von Popstar Billie Eilish ist in Kaliforien unter den Hammer gekommen - für den guten Zweck. Für 8000 US-Dollar wechselte das handsignierte Instrument der Marke Fender den Besitzer. Neben der Sängerin stifteten noch weitere Musik-Größen und Promis wie Elton John und Hans Zimmer Instrumente, Kleidungsstücke und andere persönliche Gegenstände. Die Einnahmen aus der Auktion gehen an die Stiftung MusiCares der Grammy-Akademie. Sie hilft vor allem bedürftigen und kranken Musikschaffenden.

Der Erlös für Eilishs Ukulele war längst nicht die größte gezahlte Summe bei der Auktion in Beverly Hills. Für einen Verstärker-Set des früheren Rolling-Stones-Bassisten Bill Wyman wurden sogar 51.000 US-Dollar geboten. Eine Gibson-Gitarre von Sänger Harry Styles brachte über 28.000 US-Dollar (rund 24.000 Euro) ein - übrigens mehr als das Neunfache des Schätzwertes. Auf eine ähnliche Summe brachte es ein Stück Papier, das U2-Sänger Bono für die Versteigerung gespendet hatte: Der handgeschriebene Liedtext für den Song "Love is Bigger than Anything in its Way" brachten 22.000 US-Dollar ein.

06:10 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht