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Der TagWeitere Stechmücke aus dem Süden breitet sich in Deutschland aus

03.06.2025, 11:16 Uhr

Die gute Nachricht zuerst: Eine im Osten Brandenburgs nachgewiesene eingeschleppte Stechmückenart ist als Überträger von Krankheitserregern derzeit nicht relevant und nicht besonders gefährlich. "Ihre Anwesenheit spielt für den normalen Menschen keine Rolle", sagt der Biologe Helge Kampen vom Friedrich-Loeffler-Institut. Nun zu den Hintergründen: An zwei Orten in Überschwemmungsgebieten der Oder haben Wissenschaftler im Spätsommer 2024 insgesamt 62 Exemplare der Art Anopheles hycranus entdeckt. Diese Funde seien die nördlichsten weltweit und die bislang einzigen in Deutschland, sagt Kampen. Das Vorkommen dieser wärmeliebenden Art hänge wahrscheinlich mit den Klimaveränderungen zusammen.

Anopheles hycranus ist in südlichen Regionen von der Iberischen Halbinsel im Westen bis nach Vorderasien im Osten heimisch. Die Mückenart kann laut Kampen theoretisch Malariaerreger auf den Menschen übertragen wie andere Anopheles-Arten, die bereits in Deutschland nachgewiesen wurden. Dazu müsste sich eine Mücke erst an einem Menschen infizieren, der etwa aus dem Tropen-Urlaub zurückgekommen sei und Malariaerreger in sich trage. Die in Deutschland schon länger vorkommende Asiatische Tigermücke etwa sei als Überträger von Krankheitserregern deutlich gefährlicher, so der Wissenschaftler.

Quelle: ntv.de