Der Tag

Der Tag Wohnungsbau in besetzten Gebieten - Israel riskiert Konflikt mit den USA

17839352.jpg

Der Schein trügt: Nach dem Treffen von Biden (links) und Netanjahu 2010 knirschte es wegen Israels Siedlungsbau in besetzten Gebieten kräftig im Getriebe.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das könnte Spannungen geben zwischen dem zukünftigen US-Präsidenten Joe Biden und Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu: Gut eine Woche vor Bidens Amtsantritt hat Netanjahu Baupläne im besetzten Westjordanland verkündet. Es sollten rund 800 Wohnungen gebaut werden, teilte sein Büro mit. Darunter seien auch 100 Wohnungen in der Siedlung Tal Menasche. Eine Einwohnerin der Siedlung war im vergangenen Monat ermordet in einem Wald aufgefunden worden. Später wurde ein palästinensischer Tatverdächtiger festgenommen.

Die Baupläne bergen Konfliktpotenzial in der Beziehung zwischen Israel und den USA: Es ist wahrscheinlich, dass Biden dem Siedlungsausbau in den besetzten Gebieten - anders als sein Amtsvorgänger Donald Trump - kritisch gegenübersteht. 2010 hatte Israel während eines Besuchs des damaligen US-Vizepräsidenten Biden Baupläne in Ramat Schlomo bekannt gegeben. Dies führte zu diplomatischen Verwerfungen. Netanjahus Ankündigung kommt zudem etwas zur Unzeit, weil heute gerade erst in Kairo Gespräche über eine mögliche Wiederbelebung des Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern aufgenommen wurden.

Quelle: ntv.de