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Sonntag, 06. Juni 2010

Auf- und Absteiger im Dax: Erste Börsenliga im Wandel

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Seit dem Start des Dax Anfang 1988 hat sich in der ersten Börsenliga viel getan. Von den ursprünglichen
30 Werten, die beim Start des Index vertreten waren, sind noch 17 Unternehmen direkt oder als Teil
eines fusionierten Unternehmens Teil des Dax.

Seit dem Start des Dax Anfang 1988 hat sich in der ersten Börsenliga viel getan. Von den ursprünglichen 30 Werten, die beim Start des Index vertreten waren, sind noch 17 Unternehmen direkt oder als Teil eines fusionierten Unternehmens Teil des Dax.

Seit dem Start des Dax Anfang 1988 hat sich in der ersten Börsenliga viel getan. Von den ursprünglichen 30 Werten, die beim Start des Index vertreten waren, sind noch 17 Unternehmen direkt oder als Teil eines fusionierten Unternehmens Teil des Dax.

Dazu gehört der Versicherer ALLIANZ, ...

...der Chemieriese BASF, ...

...der Pharma- und Chemiekonzern BAYER, ...

...der Autobauer BMW, ...

...die COMMERZBANK, ...

...der Autokonzern DAIMLER, ...

...die DEUTSCHE BANK, ...

...die LUFTHANSA, ...

...der Haushaltswarenkonzern HENKEL, ...

...das Warenhausunternehmen Kaufhof, das heute Teil des METRO-Konzerns ist, ...

...der Industriegase- und Anlagenbau-Anbieter LINDE, ...

...der Nutzfahrzeugkonzern MAN, ...

...der Versorger RWE, ...

...der Industriemulti SIEMENS, ...

...der Stahlkonzern Thyssen, nach der Fusion mit Krupp heute THYSSENKRUPP, ...

...der Versorger EON, der aus den beiden Konzernen Veba und Viag hervorgegangen ist, ...

...sowie der Autokonzern VOLKSWAGEN.

Das erste Dax-Mitglied, das den Index bereits 1990 wieder verlassen musste, war der Papierhersteller FELDMÜHLE NOBEL. Nach diversen Übernahmen und Wiederverkäufen wurde das Dax-Gründungsmitglied Mitte 1990 von der skandinavischen Stora Enso übernommen.

STORA ENSO

Ersetzt wurde der Papierkonzern am 3. September 1990 durch die METALLGESELLSCHAFT. Einst ein Metallhändler, wandelte sich das 1881 gegründete Unternehmen zu einem Spezialmaschinenbauer.

Zum gleichen Zeitpunkt musste Nixdorf Computer den Dax verlassen. Das Unternehmen wurde von Siemens übernommen und mit der Daten- und Informationstechniksparte des Münchener Konzerns zu Siemens Nixdorf Informationssysteme verschmolzen. Den Platz von Nixdorf nahm dafür der ehemalige Mischkonzern Preussag ein.

Sieben Jahre später war Preussag nach Verkäufen und Übernahmen kaum wiederzuerkennen: Aus dem Mischkonzern wurde 2007 die heutige TUI.

Doch zunächst zurück zu Preussag: Fünf Jahre lang blieb es nach der Neuaufnahme ruhig im Dax - erst am 18. September 1995 wurde wieder an der Zusammensetzung gerüttelt. Damals musste die Deutsche Babcock als erstes Dax-Unternehmen wegen zu geringer Marktkapitalisierung in den MDax absteigen. Übrig ist heute nur noch die gesellschaftsrechtliche Hülle Babcock Borsig.

Ersetzt wurde der Industriekonzern durch den Softwarekonzern SAP - damals noch unter dem Vorstandsvorsitzenden Dietmar Hopp (l.) und Vorstandsmitglied Henning Kagermann.

Ein Dreivierteljahr darauf, am 22.7.1996, ersetzte die Metro im Zuge einer Übernahme die Papiere des Kaufhauskonzerns Kaufhof. Ein Jahr darauf trat Metro-Chef Klaus Wiegandt erstmals vor die rund 1000 Aktionäre der neuen Metro AG.

Metro

Am 23. September 1996 waren die Tage von Continental im Dax gezählt - vorerst zumindest. Der Freude des damaligen Konzernchefs Hubertus von Grünberg (l., mit Aufsichtsratschef Weiss) ) tat das jedoch keinen Abbruch.

CONTINENTAL

Aufsteiger war der Rückversicherer Münchener Rück, die heute neudeutsch als Munich Re firmiert.

MUNICH RE

Am 18. November 1996 musste die Metallgesellschaft den Dax wieder verlassen und Platz für den größten deutschen Börsengang der Dax-Geschichte machen, die Deutsche Telekom.

Deutsche Telekom

Für knapp zwei Jahre blieb der Dax vorerst unverändert, bis am 22. Juni 1998 die Fusion von der Bayerischen Vereinsbank mit der Bayerischen Hypo- und Wechselbank ein Platz im Dax frei wurde. Die fusionierte Bank notierte fortan als HypoVereinsbank, ...

...auf den vakanten Platz rutschte Adidas-Salomon - nach der späteren Trennung von der Wintersport-Sparte Salomon blieb nur noch der Sportartikler Adidas übrig.

ADIDAS

Mit der "im Himmel geschlossenen" Fusion des Dax-Mitglieds Daimler-Benz mit Chrysler zu DaimlerChrysler vollzog sich am 21. Dezember 1998 auch im Dax offiziell eines der teuersten Abenteuer der deutschen Wirtschaftsgeschichte (Daimler-Chef Schrempp, l., mit Chrysler-Chef Eaton). Heute notiert der Konzern nach der Trennung als Daimler AG im Dax.

Auch am 22. März 1999 war es eine Fusion, die für Veränderungen im Dax sorgte. Aus der einstigen "Deutschen Gold- und Silber-Scheideanstalt" Degussa wurde durch das Zusammengehen mit der VEBA-Tochter Hüls die Degussa-Hüls.

Nur drei Tage später vollzog sich im Dax die Umwandlung des Gründungsmitglieds Thyssen mit dem Schwerindustrie-Riesen Friedrich Krupp zur ThyssenKrupp AG.

Das nächste Gründungsmitglied des Dax verschwand am 20. September 1999 vom Kurszettel. Der Chemieriese Hoechst tat sich mit Rhône-Poulenc zusammen und firmiert seitdem als Sanofi-Aventis - an der Börse in Paris.

Nachrücker war der Dialyse-Spezialist Fresenius Medical Care.

FRESENIUS MEDICAL CARE

Am 14. Februar 2000 musste Mannesmann Platz im Dax machen. Durch die Übernahme durch Vodafone waren die Zeiten für den Industriekonzern im Dax gezählt.

Nachrücker war der Elektronikkonzern Epcos, einem Joint-Venture von Siemens und der japanischen Matsushita (heute Panasonic).

Fusion, die nächste: Die Vereinigte Elektriziträts- und Bergwerks AG (VEBA) verschmilzt mit der Vereinigten Industrieunternehmungen AG (VIAG). Ergebnis ist der größte deutsche Versorger Eon.

Den freigewordene Platz nimmt am 19. Juni 2000 erneut ein Technologiekonzern ein: Die einstige Speicherchip-Tochter von Siemens geht unter dem Namen Infineon an die Börse. Kurze Zeit darauf platzt am Aktienmarkt die New-Economy-Blase und reißt auch den Börsenfrischling mit abwärts.

INFINEON

Im Zuge der Fusion von VEBA und VIAG wurde die Degussa-Hüls und die VIAG-Tochter SKW Trostberg zusammengelegt. Dieses Unternehmen führte den alten Namen Degussa fort. Diese Umfirmierung vollzog sich auch im Dax am 18. Dezember 2000.

Schwindende Bedeutung an der Börse bedeutete für Karstadt Quelle am 19. März 2001 den Abschied aus dem Dax.

Der Platz war nötig für die Aufnahme eines neuen Schwergewichts und Ex-Staatsunternehmen, die Deutsche Post.

DEUTSCHE POST

Mit der Übernahme durch die Allianz beendete die Dresdner Bank am 23. Juli 2001 ihre Karriere im Dax.

Der Nachrücker blieb jedoch in der Branche: Der Finanzdienstleister MLP nahm den Platz der Dresdner Bank ein - zumindest kurzzeitig.

MLP

Eine stark gesunkene Marktkapitalisierung besiegelte am 23. September 2002 den Abstieg von Degussa in den MDax. Dafür zog der Chemie- und einstige Pharma-Konzern Altana in die erste Börsenliga ein.

ALTANA

Keine drei Jahre hielt es Epcos im Dax. Nach starken Kursverlusten flog der Siemens-Ableger aus der ersten Liga und wurde durch die Deutsche Börse ersetzt.

DEUTSCHE BÖRSE

Auch MLP hielt es nicht lange im Sattel. Der Finanzdienstleister machte 26 Monate nach dem Aufstieg am 22. September 2003 wieder Platz für den zwischenzeitlich abgestiegenen Dax-Pionier Continental.

Die zweifelhafte Ehre der unschlagbar kürzesten Dax-Mitgliedschaft kommt dem Chemiekonzern Lanxess zu. Um den Dax korrekt berechnen zu können, notierte die bisherige Bayer-Tochter am 31. Januar 2005 für einen einzigen Tag im Dax, der damit zum ersten und bislang einzigen Mal in seiner Geschichte 31 Werte umfasste.

Das Intermezzo wurde nötig, weil im Rahmen der Ausgliederung aus dem Bayer-Konzern den Aktionären für je zehn Bayer-Papiere eine Lanxess-Aktie ins Depot gelegt wurden. Um den Dax richtig zu berechnen, war für die Änderung des Bayer-Gewichts ein Schlusskurs von Lanxess vonnöten. Da es den jedoch noch nicht gab, musste die Aktie für einen Tag im Dax notiert werden.

LANXESS

Am 19. Dezember 2005 verließ die HypoVereinsbank im Zuge der Übernahme durch die UniCredit den Dax. Dafür ereilte die Hypo Real Estate die Ehre, einer der 30 wichtigsten deutschen Aktien zu sein.

Anderthalb Jahre nach der Lanxess-Ausgliederung sorgte Bayer erneut für Wirbel im Dax. Mit dem Kauf des Konkurrenten Schering verschwand der Berliner Pharmakonzern am 18. September 2006 vom Kurszettel.

Aufgestiegen ist dafür die Aktie der Postbank.

POSTBANK

Ein knappes Jahr später trennte sich Altana von seiner Pharmasparte und wurde damit zu klein für den Dax. Am 18. Juni 2007 packte das Unternehmen seine Sachen und machte Platz für den Pharmakonzern Merck.

Merck KGaA

Nach langer Zeit der Kursschwäche musste am 22. September 2008 Tui in den MDax absteigen. Dank der Agrar-Hausse nahm dafür der Düngemittel-Riese K+S den Platz des Touristik- und- Schifffahrtskonzerns ein.

K+S

Drei Monate darauf war für Continental das zweite Abenteuer Dax bereits schon wieder vorüber. Die stark gesunkene Marktkapitalisierung drängte den Autozulieferer aus dem Dax - ganz zur Freude des Nivea- und Tesa-Konzerns Beiersdorf.

Beiersdorf

Ebenfalls am 22. Dezember 2008 waren die Tage der Hypo Real Estate nach immer neuen Rettungsaktionen gezählt. Die Aktie hatte so massiv verloren, dass ihr Abstieg aus dem Dax sicher war. Dafür rückte der Stahlkonzern Salzgitter auf, einstmals eine Tochter der damaligen Preussag.

SALZGITTER

Am 23. März 2009 verordnet die Börse der Infineon-Aktie eine halbjährige Verschnaufpause, weil der Börsenwert des Chipkonzerns zu stark gesunken war.

Den Platz sollte die Hannover Rück einnehmen. Doch schon am 21. September, sechs Monate nach dem Rollentausch, machte die Börse diesen Ringtausch rückgängig und hob Infineon wieder in den Dax. Die Handelsumsätze der Hannover Rück reichten für eine Mitgliedschaft im Dax nicht mehr aus.

Bisher ohne Rückfahrkarte wurde die Deutsche Postbank am 23. März 2009 aus dem Dax geworfen. Grund war auch hier der zu geringe Börsenwert.

Damit stieg nach der Dialyse-Tochter FMC auch der Mutterkonzern Fresenius in den Dax auf.

Fresenius St

Einen Mitgliedstausch besonderer Art konnten Börsianer am 23. Dezember 2009 beobachten. Weil das Emirat Katar seine Macht bei Volkswagen weiter ausbaute, fiel der erlaubte Streubesitz der Volkswagen-Stammaktien unter die kritische Schwelle. Seitdem notieren die stimmrechtslosen Vorzugsaktien von VW im Dax.

VW VORZÜGE

Die vorläufig letzte Neubesetzung eines Dax-Platzes beschert den Papieren von HeidelbergCement nun verstärkte Aufmerksamkeit, die am 21. Juni in den Dax aufsteigen. Verlierer der Rochade ist Salzgitter. Nicht einmal zwei Jahre nach seinem Aufstieg kann der Stahlkonzern weder die nötige Größe noch die Umsätze für die Mitgliedschaft im Dax vorweisen.

HEIDELBERGCEMENT

Viel Erfolg in der ersten Börsenliga!

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